Bahnhof Steinmaur

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Bahnhof Steinmaur
Ort Steinmaur
Ortsteil Niedersteinmaur
Bezirk Dielsdorf
Kanton Zürich
Betriebsform Haltestelle
Bauform Durchgangsstation
Eröffnung 12. August 1891
Bahnsteiggleise 1
Bahnsteig 1 Seitenperron
Spurweite 1435 mm
Stromsystem 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom
Höhe rund 451 m ü. M.
Abkürzung STMR
IBNR 8503316
Bahnstrecke Wehntalbahn
Tarifverbund Zürcher Verkehrsverbund
Tarifzone 112
Eigentümerin SBB
Personenverkehr S-Bahn Zürich, Linie S15
Anschlussverkehr Postauto-Linie 535
Nachtbus N51
Website sbb.ch

Der Bahnhof Steinmaur ist eine Eisenbahnstation in der politischen Gemeinde Steinmaur im Bezirk Dielsdorf des Kantons Zürich. Er liegt im Ortsteil Niedersteinmaur an der eingleisigen Wehntalbahn zwischen den Stationen Dielsdorf und Schöfflisdorf-Oberweningen.

Die Station wird im Personenverkehr durch die Linie S15 der S-Bahn Zürich bedient. Sie verbindet Steinmaur ohne Umsteigen mit Niederweningen, Oberglatt, Zürich, Uster, Wetzikon und Rapperswil. Die Züge verkehren grundsätzlich im Halbstundentakt.[1]

Der Bahnhof wurde am 12. August 1891 mit der Verlängerung der damaligen Bahnstrecke Dielsdorf–Niederweningen eröffnet. Er besass ursprünglich mehrere Gleise, ein Aufnahmegebäude und Anlagen für den Güterverkehr. Heute besteht die Personenanlage nur noch aus einem Gleis mit einem Seitenperron. Zugskreuzungen sind in Steinmaur nicht möglich.

Lage

Der Bahnhof befindet sich im südlichen Teil von Niedersteinmaur, ungefähr einen Kilometer südwestlich des historischen Dorfkerns von Obersteinmaur. Er liegt zwischen der Bahnhofstrasse, dem Burgweg und landwirtschaftlich genutzten Flächen am südlichen Rand des Wehntals.

Das Siedlungsgebiet von Niedersteinmaur entwickelte sich teilweise entlang der Bahnlinie und der Hauptstrasse. In unmittelbarer Nähe des Bahnhofs befinden sich Wohnhäuser, kleinere Gewerbebetriebe, Parkplätze und die Bushaltestelle «Steinmaur, Bahnhof».

Die Gemeindeverwaltung, die Primarschule und weitere öffentliche Einrichtungen liegen wenige Gehminuten nördlich der Station. Der Ortsteil Sünikon befindet sich nordwestlich, während das historische Zentrum von Obersteinmaur über die Hauptstrasse erreichbar ist.

Südlich des Bahnhofs steigt das Gelände in Richtung Regensberg und Lägern an. Nördlich erstreckt sich das offene Wehntal zwischen den bewaldeten Höhenzügen der Lägern und des Eggwalds.

Die Bahnlinie verläuft in Steinmaur weitgehend parallel zur Hauptstrasse 17. Sie verbindet die Gemeinde ostwärts mit Dielsdorf und Oberglatt sowie westwärts mit Schöfflisdorf, Oberweningen und Niederweningen.

Bahnhofanlage

Personenanlage

Die Personenanlage besteht aus einem durchgehenden Streckengleis und einem Seitenperron. Da die Wehntalbahn in diesem Abschnitt eingleisig ist und keine Ausweichstelle besteht, halten die Züge beider Fahrtrichtungen am selben Bahnsteig.

Der Perron ist vom Bahnhofvorplatz ohne Überschreiten eines weiteren Gleises zugänglich. Er verfügt über einen gedeckten Wartebereich, Sitzgelegenheiten, einen Billettautomaten, Beleuchtung sowie optische und akustische Fahrgastinformationen.

Die Perronkante wurde im Rahmen des Ausbaus der Wehntalbahn erhöht und verlängert. Dadurch können moderne S-Bahn-Züge mit langen Kompositionen eingesetzt werden. Der Zugang ist grundsätzlich stufenfrei gestaltet; die tatsächlichen Einstiegsverhältnisse hängen vom eingesetzten Fahrzeug ab.

Wegen des fehlenden zweiten Gleises können sich Züge in Steinmaur nicht begegnen. Die fahrplanmässigen Kreuzungen der im Halbstundentakt verkehrenden S15 finden im Bahnhof Dielsdorf statt.

Ehemalige Gleisanlagen

Der Bahnhof besass früher neben dem Streckengleis weitere Güter- und Anschlussgleise. Sie dienten insbesondere der örtlichen Mühle, dem Freiverlad und der saisonalen Verladung von Zuckerrüben.

Zum Bahnhof gehörten zeitweise:

  • ein Ausweich- und Ladegleis;
  • ein Anschlussgleis zur Mühle;
  • eine Laderampe;
  • ein Güterschuppen;
  • ein Freiverladeplatz;
  • Anlagen für den Umschlag landwirtschaftlicher Erzeugnisse.

Mit dem Rückgang des Schienengüterverkehrs wurden die Anlagen schrittweise ausser Betrieb genommen. Während der Vereinfachung und Modernisierung der Wehntalbahn verschwanden auch die letzten nicht mehr benötigten Weichen und Anschlussgleise.[2]

Steinmaur ist heute betrieblich keine Kreuzungs- oder Güterstation mehr, sondern eine einfache Haltestelle an der durchgehenden Strecke.

Ausstattung

Am Bahnhof stehen nach Angaben der SBB 48 gedeckte Veloabstellplätze zur Verfügung. Die P+Rail-Anlage umfasst 39 reguläre Parkplätze und zwei Parkplätze für Menschen mit Behinderung.[3]

Ein bedienter Billettschalter, Schliessfächer oder Geschäfte bestehen nicht. Billette können am Automaten, über die ZVV-App oder über die digitalen Verkaufskanäle der SBB gekauft werden.

Zur Ausstattung gehören:

  • ein Billettautomat;
  • ein gedeckter Wartebereich;
  • Sitzgelegenheiten;
  • digitale Abfahrtsanzeigen;
  • Lautsprecher für Betriebsinformationen;
  • Veloabstellplätze;
  • eine P+Rail-Anlage;
  • die unmittelbar benachbarte Postautohaltestelle.

Die gedeckten Veloabstellplätze unterstützen die kombinierte Nutzung von Velo und Bahn. Der Kanton Zürich führt Steinmaur als Standort, an dem kommunale Bike-and-Ride-Anlagen im Rahmen eines kantonalen Förderprogramms unterstützt werden können.[4]

Bahnverkehr

S-Bahn Zürich

Im Jahresfahrplan 2026 wird Steinmaur durch die Linie S15 der S-Bahn Zürich bedient:[1]

S15: Niederweningen – Niederweningen Dorf – Schöfflisdorf-Oberweningen – Steinmaur – Dielsdorf – Niederhasli – Oberglatt – Rümlang – Glattbrugg – Zürich Oerlikon – Zürich Hardbrücke – Zürich Hauptbahnhof – Zürich Stadelhofen – Uster – Wetzikon – Rüti – Rapperswil.

Die S15 hält an sämtlichen Stationen der Wehntalbahn. Sie verkehrt grundsätzlich alle 30 Minuten und bietet damit zwei direkte Verbindungen pro Stunde in Richtung Zürich und Niederweningen.

In östlicher Richtung bestehen direkte Verbindungen unter anderem nach:

  • Dielsdorf;
  • Niederhasli;
  • Oberglatt;
  • Zürich Oerlikon;
  • Zürich Hauptbahnhof;
  • Zürich Stadelhofen;
  • Uster;
  • Wetzikon;
  • Rüti;
  • Rapperswil.

In westlicher Richtung verbindet die S15 Steinmaur mit Schöfflisdorf-Oberweningen, Niederweningen Dorf und Niederweningen.

Die Station gehört zur ZVV-Tarifzone 112.[5]

Frühere S-Bahn-Linien

Bei der Eröffnung der S-Bahn Zürich am 27. Mai 1990 wurde Steinmaur von der Linie S5 bedient. Diese verband das Wehntal über Oberglatt und Zürich mit dem rechten Zürichseeufer beziehungsweise später mit dem Zürcher Oberland.

Die Züge der damaligen S5 fuhren östlich von Oberglatt abwechselnd nach Niederweningen oder über Bülach nach Rafz. Dadurch bestand auf der Wehntalbahn zunächst nur ein stündliches Grundangebot.

Am 10. Dezember 2006 wurde zusätzlich die Linie S55 eingeführt. Sie verkehrte zwischen Oberglatt und Niederweningen und ergänzte die S5 werktags zu einem annähernden Halbstundentakt. Fahrgäste von und nach Zürich mussten bei der S55 in Oberglatt umsteigen.

Mit der vierten Teilergänzung der S-Bahn Zürich wurde das Liniennetz im Dezember 2015 neu geordnet. Die S55 wurde aufgehoben, und die S15 übernahm den Streckenast nach Niederweningen. Seither verkehren sämtliche regulären Züge von Steinmaur direkt über Zürich hinaus bis ins Zürcher Oberland und nach Rapperswil.[6]

Busverkehr

Die Bushaltestelle Steinmaur, Bahnhof befindet sich direkt beim Bahnperron. Im Jahresfahrplan 2026 wird sie durch die Postauto-Linie 535, eine schulbezogene Ergänzungslinie und den Nachtbus N51 bedient.[7]

Linie Streckenführung beziehungsweise Funktion
535 Oberglatt – Dielsdorf – Steinmaur – Bachs – Stadel – Neerach – Hochfelden – Bülach
E Schulverbindung nach Bülach, Kantonsschule
N51 Oberglatt – Dielsdorf – Steinmaur – Niederweningen – Schneisingen

Die Linie 535 stellt Querverbindungen zu Ortschaften her, die nicht unmittelbar an der Wehntalbahn liegen. Sie verbindet Steinmaur unter anderem mit Bachs, Stadel, Neerach, Hochfelden und Bülach.

In Richtung Oberglatt ergänzt die Buslinie die Bahnverbindungen und erschliesst zusätzliche Haltestellen innerhalb der Gemeinden Steinmaur, Dielsdorf, Niederhasli und Oberglatt.

Der Nachtbus N51 verkehrt in den Nächten vor Samstagen und Sonntagen. Er erschliesst die Gemeinden entlang der Wehntalbahn während der nächtlichen Betriebspause des regulären Bahnangebots und fährt über Niederweningen hinaus bis in den Kanton Aargau.

Geschichte

Planungen für die Wehntalbahn

Der erste Abschnitt der späteren Wehntalbahn wurde am 1. Mai 1865 durch die Bülach-Regensberg-Bahn eröffnet. Er führte von Oberglatt nach Dielsdorf. Eine Weiterführung durch das Wehntal war bereits früh vorgesehen, konnte wegen finanzieller Schwierigkeiten und unterschiedlicher Interessen der Gemeinden jedoch zunächst nicht verwirklicht werden.

Die Bülach-Regensberg-Bahn wurde 1877 von der Schweizerischen Nordostbahn übernommen. Diese nahm die Planungen für eine Verlängerung nach Niederweningen wieder auf.

Die neue Strecke sollte die landwirtschaftlich geprägten Gemeinden Steinmaur, Schöfflisdorf, Oberweningen und Niederweningen erschliessen. Neben dem Personenverkehr erwartete man Einnahmen aus dem Transport von Getreide, Holz, Steinen, Vieh und weiteren landwirtschaftlichen Erzeugnissen.

Eröffnung 1891

Die Verlängerung von Dielsdorf nach Niederweningen wurde am 12. August 1891 eröffnet. Gleichzeitig nahm der Bahnhof Steinmaur seinen Betrieb auf.

Der Standort wurde südlich von Obersteinmaur beim kleineren Ortsteil Niedersteinmaur gewählt. Die Lage bot ausreichend Platz für die Gleisanlagen und ermöglichte eine vergleichsweise geradlinige Führung durch die Ebene des Wehntals.

Der Bahnhof erhielt ein für die Nordostbahn typisches Aufnahmegebäude sowie Güter- und Ladeanlagen. Die Eröffnung verbesserte die Erreichbarkeit der Gemeinde grundlegend. Zürich und die regionalen Zentren konnten nun schneller und zuverlässiger erreicht werden.

Die Bahn förderte zugleich das Wachstum von Niedersteinmaur. In der Umgebung des Bahnhofs entstanden Wohnhäuser, Gewerbebetriebe und Einrichtungen für die Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte.

Entwicklung des Güterverkehrs

In den ersten Jahrzehnten war der Güterverkehr für den Bahnhof von erheblicher Bedeutung. Steinmaur war eine landwirtschaftlich geprägte Gemeinde, in der Getreide, Kartoffeln, Zuckerrüben und weitere Produkte erzeugt wurden.

Ein wichtiger Bahnkunde war die örtliche Mühle. Sie erhielt Getreide und andere Rohstoffe mit Güterwagen und versandte verarbeitete Produkte über die Bahn.

Während der Zuckerrübenkampagne wurden in Steinmaur saisonal grosse Mengen Rüben verladen. Landwirte aus der Umgebung brachten ihre Ernte mit Traktoren und Anhängern zur Verladestelle. Von dort wurden die Rüben mit Güterzügen zu den Schweizer Zuckerfabriken transportiert.

Der Bahnhof besass ausserdem Anlagen für den allgemeinen Stückgutverkehr. Landwirtschaftliche Maschinen, Baumaterialien, Brennstoffe, Dünger und Konsumgüter gelangten auf der Schiene nach Steinmaur.

Übernahme durch die SBB

Am 1. Januar 1902 ging die Schweizerische Nordostbahn zusammen mit ihrem Streckennetz in den neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen auf.

Die SBB führten den Personen- und Güterverkehr auf der Wehntalbahn weiter. Steinmaur blieb ein kleiner, aber regional wichtiger Bahnhof mit eigenen Mitarbeitenden und örtlicher Güterabfertigung.

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts wurden die Sicherungs- und Kommunikationsanlagen modernisiert. Der Bahnhof verlor jedoch schrittweise seine personelle Besetzung, als Billettverkauf, Betriebsführung und Güterabfertigung zentralisiert wurden.

Elektrifizierung

Die Wehntalbahn gehörte zu den letzten SBB-Strecken im Raum Zürich, auf denen reguläre Personenzüge noch mit Dampflokomotiven verkehrten.

Am 28. Mai 1960 fuhr der letzte fahrplanmässige Dampfzug durch Steinmaur. Am folgenden Tag nahmen die SBB den elektrischen Betrieb mit 15 Kilovolt und 16⅔ Hertz Wechselstrom auf.

Die Elektrifizierung verkürzte die Fahrzeiten, vereinfachte den Betrieb und verbesserte den Fahrkomfort. Anstelle dampfbespannter Züge kamen elektrische Trieb- und Pendelzüge zum Einsatz.

Vereinfachung der Bahnanlagen

Mit der Verlagerung des Stückgutverkehrs auf die Strasse verloren zahlreiche Einrichtungen des Bahnhofs ihre Funktion. Nicht mehr benötigte Ladegleise, Weichen und Nebengebäude wurden schrittweise entfernt.

Vor der Eröffnung der S-Bahn Zürich wurden die Stationen der Wehntalbahn modernisiert. Steinmaur erhielt einen längeren Bahnsteig, eine neue Wartehalle, Beleuchtung und Fahrgastinformationen.

Die betrieblichen Anlagen wurden stark vereinfacht. Zugskreuzungen waren danach nur noch in Dielsdorf möglich. In Steinmaur blieben zunächst das Anschlussgleis zur Mühle und die Einrichtungen für die Zuckerrübenverladung erhalten.[2]

S-Bahn Zürich

Die Eröffnung der S-Bahn Zürich im Mai 1990 veränderte die Bedeutung des Bahnhofs. Steinmaur erhielt erstmals den ganzen Tag über regelmässige umsteigefreie Verbindungen nach Zürich.

Die direkte S-Bahn-Verbindung förderte die Entwicklung Steinmaurs von einer landwirtschaftlich geprägten Gemeinde zu einer Wohngemeinde im Grossraum Zürich. Der Anteil der Pendlerinnen und Pendler nahm zu, während die Bedeutung des Güterverkehrs weiter zurückging.

Die S-Bahn-Züge bestanden zunächst hauptsächlich aus Doppelstock-Pendelzügen mit Lokomotiven der Baureihe Re 450. Eine Lokomotive dieser Serie, die Re 450 010, erhielt den Namen und das Wappen «Steinmaur».

Ende des regelmässigen Güterverkehrs

Der Stückgutverkehr im Wehntal wurde 1994 eingestellt. Einzelne Güterkunden wurden weiterhin mit Rangierfahrten bedient.

Der regelmässige Güterverkehr endete 2006 weitgehend. Die Mühle in Steinmaur wurde danach nur noch bei Bedarf mit Güterwagen beliefert. Auch die saisonale Zuckerrübenverladung wurde später aufgegeben.[2]

Mit dem Wegfall der letzten Güterkunden konnten die verbleibenden Anschluss- und Ladegleise entfernt werden. Der Bahnhof wurde endgültig auf seine heutige Funktion als Personenhaltestelle reduziert.

Abbruch des Aufnahmegebäudes

Das historische Aufnahmegebäude von 1891 blieb nach der Aufhebung der personellen Besetzung noch mehrere Jahre erhalten. Es wurde zeitweise für andere Zwecke genutzt.

Im Jahr 2011 wurde das Gebäude im Zusammenhang mit der Modernisierung der Station abgebrochen. An seine Stelle traten ein zeitgemässer Wartebereich und funktionale Anlagen für den S-Bahn-Betrieb.

Mit dem Abbruch verschwand eines der ursprünglich weitgehend gleichartig gestalteten Stationsgebäude der Wehntalbahn. Vergleichbare historische Gebäude wurden auch in Schöfflisdorf-Oberweningen und Niederweningen entfernt.[2]

Ausbau für die S15

Für die vierte Teilergänzung der S-Bahn Zürich wurde die Wehntalbahn zwischen Oberglatt und Niederweningen ausgebaut. Ziel war ein durchgehender Halbstundentakt mit längeren Zügen.

In Steinmaur wurden insbesondere der Perron, die Fahrgastanlagen und der Zugang modernisiert. Das frühere Anschlussgleis wurde entfernt. Die neue Anlage wurde auf einen einfachen, wartungsarmen und stufenfreien S-Bahn-Betrieb ausgerichtet.

Seit Dezember 2015 wird der Bahnhof im Halbstundentakt von der S15 bedient. Diese Angebotsverbesserung erhöhte die Bedeutung der Station für den täglichen Pendlerverkehr.

Fahrgastentwicklung

Die Zahl der Reisenden nahm seit der Einführung der S-Bahn und des Halbstundentakts deutlich zu. Steinmaur gehört dennoch zu den kleineren SBB-Stationen im Kanton Zürich.

Die Station wird vor allem von Pendlerinnen und Pendlern, Schülerinnen und Schülern sowie Reisenden aus Niedersteinmaur, Obersteinmaur und Sünikon genutzt. Auch Fahrgäste aus umliegenden Weilern und Landwirtschaftsbetrieben erreichen den Bahnhof mit dem Velo, Auto oder Postauto.

Die SBB erfassten 2014 durchschnittlich rund 940 und 2016 rund 1'100 Ein- und Aussteigende pro Tag. An Werktagen wurden 2016 etwa 1'300 Personen gezählt.[8]

Die Nachfrage konzentriert sich insbesondere auf die morgendlichen und abendlichen Hauptverkehrszeiten in Richtung Zürich.

Bedeutung für die Gemeinde

Der Bahnhof ist die wichtigste Haltestelle des öffentlichen Verkehrs in der Gemeinde Steinmaur. Er verbindet die Ortsteile mit dem Bezirkshauptort Dielsdorf, dem Zürcher Flughafenraum und der Stadt Zürich.

Die Bahnverbindung trägt zur Attraktivität Steinmaurs als Wohnstandort bei. Viele Erwerbstätige arbeiten ausserhalb der Gemeinde und nutzen die S15 für ihren täglichen Arbeitsweg.

Gleichzeitig bildet der Bahnhof einen Umsteigepunkt zwischen Bahn, Postauto, Nachtbus, Velo und Auto. Die P+Rail- und Bike-and-Ride-Anlagen erweitern seinen Einzugsbereich über die unmittelbare Umgebung hinaus.

Historisch förderte der Bahnhof die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde. Er ermöglichte den Absatz landwirtschaftlicher Produkte, versorgte die örtliche Mühle und verbesserte die Erreichbarkeit des Gewerbes.

Obwohl die Güteranlagen und das historische Aufnahmegebäude verschwunden sind, bleibt die Station ein sichtbares Zeugnis der Erschliessung des Wehntals durch die Eisenbahn im späten 19. Jahrhundert.

Umgebung und Freizeitverkehr

Steinmaur ist ein Ausgangspunkt für Wanderungen und Velotouren im Wehntal und auf die Lägern. Vom Bahnhof führen Wege nach Regensberg, zur Hochwacht, nach Schöfflisdorf und in Richtung Niederweningen.

Zu den Zielen in der Umgebung gehören:

  • das historische Dorfzentrum von Obersteinmaur;
  • die reformierte Kirche Steinmaur;
  • das mittelalterliche Städtchen Regensberg;
  • der Lägerngrat;
  • das Steinmaurer Riet;
  • das Wehntal;
  • die Ortsteile Niedersteinmaur und Sünikon.

Die offene Landschaft des Wehntals wird von Landwirtschaft, kleinen Siedlungen, Bachläufen und bewaldeten Höhenzügen geprägt. Der Bahnhof ermöglicht die An- und Rückreise für Wanderungen, die nicht am gleichen Ort beginnen und enden.

Siehe auch

Literatur

  • Markus Brühlmeier: Steinmaur im 20. Jahrhundert. Geschichte und Geschichten aus Ober- und Niedersteinmaur, Sünikon und dem Schibler. Gemeinde Steinmaur, Steinmaur 2004.
  • Ruedi Wanner, Stephan Frei: «Die SBB im Wehntal und im Surbtal – Teil 1: Wehntal». In: Eisenbahn Amateur, Nr. 5, 2010, S. 250–259.
  • Hans G. Wägli: Bahnprofil Schweiz 2005. Diplory Verlag, Grafenried 2004.
  • Regula Crottet, Anika Kerstan, Philipp Zwyssig: Der Bezirk Dielsdorf. Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Neue Ausgabe, Band VII. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2023.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 S15 Rapperswil–Uster–Zürich HB–Oberglatt–Niederweningen, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Ruedi Wanner, Stephan Frei: «Die SBB im Wehntal und im Surbtal – Teil 1: Wehntal». In: Eisenbahn Amateur, Nr. 5, 2010, S. 250–259.
  3. Bahnhof Steinmaur, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 3. August 2026.
  4. Förderprogramm Bike-and-Ride-Anlagen, Kanton Zürich, abgerufen am 3. August 2026.
  5. Regionalnetz-Pläne und Tarifzonen, Zürcher Verkehrsverbund, abgerufen am 3. August 2026.
  6. Vierte Teilergänzung der Zürcher S-Bahn, Zürcher Verkehrsverbund, abgerufen am 3. August 2026.
  7. Steinmaur und Steinmaur, Bahnhof, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  8. Ein- und Aussteigende an Bahnhöfen, SBB Open Data, Datensätze 2014 und 2016, abgerufen am 3. August 2026.