Höri

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Höri

Gemeindedaten

Staat

Schweiz

Kanton

Zürich

Bezirk

Bülach

BFS-Nummer

0060

Postleitzahl

8181

Koordinaten

47.507778° N, 8.511111° E

Höhe

418 m ü. M.

Fläche

4,77 km²

Einwohner

3557
(Stand: 31. Dezember 2024)

Website

www.hoeri.ch

Höri ist eine politische Gemeinde im Bezirk Bülach des Kantons Zürich. Sie liegt im Zürcher Unterland an der Glatt, westlich der Stadt Bülach und nördlich des Flughafens Zürich. Die Gemeinde besteht aus den drei historisch gewachsenen Dorfteilen Niederhöri, Oberhöri und Endhöri.

Höri war bis weit ins 20. Jahrhundert eine landwirtschaftlich geprägte Gemeinde. Seit den 1960er-Jahren entwickelte sie sich durch den Ausbau der Verkehrswege, die Nähe zu Bülach und zum Flughafen sowie die wachsende Agglomeration Zürich zu einer Wohn- und Gewerbegemeinde. Einen bedeutenden Naturraum bildet das Neeracherried, dessen östlicher Teil auf dem Gemeindegebiet von Höri liegt.

Geographie

Höri liegt im unteren Glatttal zwischen Bülach, Hochfelden, Neerach, Niederglatt und Oberglatt. Das Gemeindegebiet umfasst rund 4,77 Quadratkilometer und liegt im Mittel auf 418 Metern über Meer.[1]

Das Gelände ist überwiegend flach bis leicht hügelig. Die Glatt durchfliesst die Gemeinde von Südosten nach Nordwesten und trennt teilweise die historischen Dorfteile voneinander. Westlich und südwestlich des Siedlungsgebiets befinden sich Landwirtschaftsflächen, Feuchtgebiete und Teile des Neeracherrieds.

Der Höriberg erreicht eine Höhe von 473 Metern über Meer. Von seiner Umgebung besteht ein weiter Blick über das Zürcher Unterland, zum Flughafen Zürich und bei klarer Sicht bis zu den Alpen.[1]

Nachbargemeinden sind:

Dorfteile

Die politische Gemeinde Höri setzt sich aus Niederhöri, Oberhöri und Endhöri zusammen. Die drei Dorfteile entwickelten sich historisch getrennt und unterstanden zeitweise unterschiedlichen Herrschaften und Gerichten.

Niederhöri

Niederhöri liegt hauptsächlich westlich der Glatt und bildet heute einen zentralen Teil des zusammenhängenden Siedlungsgebiets. Hier steht das alte Schul- und Gemeindehaus von 1827 mit seinem charakteristischen Glockenturm. Das Gebäude gilt als Wahrzeichen der Gemeinde.[2]

Das historische Niederhöri bestand aus Bauernhöfen und Wohnhäusern entlang der alten Strassenverbindungen. Durch das starke Wachstum seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden zahlreiche neue Wohnquartiere angelegt.

Oberhöri

Oberhöri liegt südlich beziehungsweise südwestlich von Niederhöri. Der Dorfteil war ursprünglich eine ländliche Siedlung mit Bauernhöfen, Wiesen und Ackerflächen.

Heute sind Ober- und Niederhöri durch Wohn- und Gewerbebauten weitgehend zusammengewachsen. Die historischen Bezeichnungen werden jedoch weiterhin im lokalen Sprachgebrauch, bei Strassennamen und in der Gemeindegeschichte verwendet.

Endhöri

Endhöri liegt östlich der Glatt in Richtung Bülach. Der Name wurde früher auch als ennet Höri gedeutet und bezeichnete den auf der anderen Seite des Flusses gelegenen Siedlungsteil.

Endhöri unterstand im Mittelalter teilweise anderen Herrschaftsverhältnissen als Nieder- und Oberhöri. Die Glatt bildete dabei nicht nur eine natürliche, sondern zeitweise auch eine politische und gerichtliche Grenze.

Gewässer

Das wichtigste Fliessgewässer ist die Glatt. Sie entspringt dem Greifensee und mündet bei Rheinsfelden in den Rhein. Im Gebiet von Höri verläuft sie durch eine stark vom Menschen veränderte Kulturlandschaft.

Die Glatt wurde im 19. und 20. Jahrhundert begradigt und verbaut. Die Eingriffe dienten dem Hochwasserschutz, der Gewinnung landwirtschaftlicher Flächen und der Verbesserung des Abflusses.

Neuere Projekte verfolgen teilweise das Ziel, Flussabschnitte ökologisch aufzuwerten. Naturnähere Ufer sollen Lebensräume für Fische, Vögel, Amphibien und Insekten schaffen und gleichzeitig den Hochwasserschutz verbessern.

Weitere kleinere Bäche und Entwässerungsgräben verbinden die Landwirtschaftsflächen und Feuchtgebiete mit der Glatt.

Neeracherried

Ein bedeutender Teil des Gemeindegebiets gehört zum Neeracherried. Das Feuchtgebiet erstreckt sich über die Gemeinden Neerach, Höri und Niederglatt und zählt zu den letzten grossen Flachmooren des schweizerischen Mittellandes.

Rund ein Drittel des Neeracherrieds liegt auf dem Gebiet von Höri.[1] Das Gebiet bietet Lebensraum für zahlreiche Brut- und Zugvögel, Amphibien, Insekten und seltene Pflanzen.

Das Ried entstand in einer flachen Landschaft, die nach dem Rückzug der eiszeitlichen Gletscher vernässte. Landwirtschaftliche Entwässerungen und die Absenkung des Grundwassers gefährdeten das Feuchtgebiet. Schutzmassnahmen sollen den Wasserhaushalt und die offenen Riedflächen erhalten.

Höri weist aufgrund des Neeracherrieds und weiterer Lebensräume eine besonders grosse Zahl von Vogelbrutplätzen auf. Das Gebiet wird wissenschaftlich beobachtet und dient zugleich der Umweltbildung.

Obstsortengarten

Am Höriberg befindet sich ein Obstsortengarten des Vereins Fructus. Er umfasst rund 350 Hochstammbäume mit ungefähr 230 verschiedenen Obstsorten.[1]

Die Anlage dient der Erhaltung alter Apfel-, Birnen-, Kirschen- und weiterer Obstsorten. Sie besitzt damit Bedeutung als genetische Sammlung und als Teil der traditionellen Kulturlandschaft.

Alte Obstsorten können besondere Eigenschaften wie Widerstandsfähigkeit, lange Lagerfähigkeit oder eine charakteristische Verwendung in Küche und Mostproduktion besitzen. Ihre Erhaltung erweitert die genetische Grundlage für den künftigen Obstbau.

Geschichte

Erste Erwähnung

Höri wurde 1149 erstmals urkundlich als Hoerein erwähnt.[1] Die Siedlung bestand vermutlich bereits deutlich früher. Ortsnamen, archäologische Funde aus der Region und die Lage an der Glatt weisen auf eine Besiedlung im frühen Mittelalter hin.

Die drei Dorfteile entwickelten sich aus einzelnen Höfen und kleinen Siedlungsgruppen. Landwirtschaft, Viehhaltung und die Nutzung der feuchten Wiesen bildeten die wirtschaftliche Grundlage.

Mittelalterliche Herrschaftsverhältnisse

Die Herrschaftsverhältnisse in Höri waren im Mittelalter kompliziert. Grundbesitz, Vogteirechte sowie hohe und niedere Gerichtsbarkeit waren auf verschiedene weltliche und kirchliche Eigentümer verteilt.

Der sogenannte Küchelerhof in Endhöri gelangte 1329 an das Kloster Rüti. Nach der Aufhebung des Klosters während der Reformation im Jahr 1525 übernahm die Stadt Zürich dessen Rechte.[1]

Die Vogtei über Niederhöri ging 1424 von den Habsburgern an die Stadt Zürich über. Die Rechte über Oberhöri befanden sich zeitweise bei den Freiherren von Tengen und deren Nachfolgern. 1476 musste Bernhard Gradner zugunsten Zürichs auf seine Ansprüche verzichten.

Das Hochgericht über die drei Dorfteile gelangte 1424 von den Habsburgern an Zürich. Endhöri kam nach wechselnden Herrschaftsverhältnissen 1452 zur Zürcher Landvogtei Kyburg und wurde im 17. Jahrhundert dem Neuamt zugeteilt.

Ober- und Niederhöri gehörten zur Obervogtei Neuamt. Damit waren die drei Siedlungsteile zeitweise unterschiedlichen Zürcher Verwaltungsgebieten zugeordnet.

Kirchliche Zugehörigkeit

Kirchlich gehörten Niederhöri, Oberhöri und Endhöri zur Grosspfarrei Bülach. Diese bildete bereits im frühen Mittelalter den religiösen Mittelpunkt der Region und gehörte zum Bistum Konstanz.

Mit der Reformation in Zürich wurde auch die Bevölkerung von Höri in den 1520er-Jahren reformiert. Die kirchliche Verbindung mit Bülach blieb bestehen.

Der Zehnten ging nach Angaben der Gemeinde zu drei Vierteln an die Herrschaft Eglisau und zu einem Viertel an den Bischof von Konstanz.[1]

Helvetik und Gemeindegründung

Mit dem französischen Einmarsch von 1798 endete die alte Herrschaftsordnung. Die Helvetische Republik hob zahlreiche feudale und obrigkeitliche Rechte auf.

Höri erhielt gemeinsam mit Hochfelden eine eigenständige kommunale Organisation. Durch die Mediationsakte von 1803 wurde die Gemeinde dem neu gebildeten Bezirk Bülach zugeteilt.

Mit der liberalen Zürcher Kantonsverfassung von 1831 entstand Höri als selbstständige politische Gemeinde in ihrer modernen Form.[1]

Landwirtschaftliche Entwicklung

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war Höri hauptsächlich ein Bauerndorf. Die Landwirtschaft konzentrierte sich auf Viehhaltung, Milchwirtschaft, Ackerbau, Futterproduktion und Obstbau.

Die feuchten Böden in der Nähe der Glatt und des Neeracherrieds eigneten sich teilweise nur als Wiesen und Weiden. Entwässerungen verbesserten die landwirtschaftliche Nutzung, führten jedoch zugleich zum Verlust natürlicher Feuchtflächen.

Die Höfe lagen in den drei Dorfteilen und ausserhalb der geschlossenen Siedlungen. Viele Familien kombinierten Landwirtschaft mit handwerklichen Tätigkeiten oder Heimarbeit.

Durch das Bevölkerungswachstum und die Überbauung gingen zahlreiche Landwirtschaftsflächen verloren. Im westlichen und nördlichen Gemeindegebiet bestehen jedoch weiterhin aktive Landwirtschaftsbetriebe.

Bevölkerungsentwicklung

Die Bevölkerungszahl blieb zwischen der Mitte des 19. und der Mitte des 20. Jahrhunderts weitgehend stabil. 1850 lebten 574 Menschen in Höri, 1900 waren es 515 und 1950 insgesamt 569.[1]

Erst in den 1960er-Jahren begann ein starkes Wachstum. 1970 zählte die Gemeinde bereits 2103 Einwohnerinnen und Einwohner. Gründe waren die Nähe zu Bülach, der Ausbau des Strassennetzes, die wirtschaftliche Entwicklung der Flughafenregion und die zunehmende Nachfrage nach Wohnraum im Zürcher Unterland.

Im Jahr 2000 lebten rund 2300 Menschen in Höri, 2010 waren es 2446 und 2020 bereits 2957. Ende 2024 betrug die Einwohnerzahl 3557.[3]

Das Wachstum führte zur Entstehung neuer Wohnquartiere, zur Erweiterung der Schulanlagen und zu höheren Anforderungen an Verkehr, Betreuung und kommunale Infrastruktur.

Bevölkerung

Höri besitzt eine im Vergleich zur Gemeindefläche hohe Bevölkerungsdichte. Ende 2024 lebten 3557 Personen in der Gemeinde, davon 1863 Männer und 1694 Frauen.[3]

Der Anteil ausländischer Staatsangehöriger lag 2024 bei 39,2 Prozent. Die vergleichsweise internationale Bevölkerungsstruktur steht im Zusammenhang mit der Nähe zum Flughafen Zürich, zu Bülach und zu den Arbeitsplätzen der Agglomeration.

Amtssprache ist Deutsch. Im Alltag wird überwiegend Zürichdeutsch gesprochen. Aufgrund der vielfältigen Bevölkerung werden zahlreiche weitere Sprachen verwendet.

Siedlungsentwicklung

Die historischen Dorfteile waren ursprünglich durch Landwirtschaftsflächen voneinander getrennt. Seit den 1960er-Jahren wuchsen Niederhöri und Oberhöri durch neue Wohnquartiere zunehmend zusammen.

Endhöri blieb durch die Glatt und die Verkehrswege räumlich teilweise abgesetzt, ist heute jedoch ebenfalls eng mit dem übrigen Siedlungsgebiet verbunden.

Die Nähe zum Flughafen schränkt die bauliche Entwicklung ein. Ein Teil des Gemeindegebiets liegt innerhalb von Gebieten mit Fluglärmbelastung. Bauprojekte müssen deshalb besondere Anforderungen an Schallschutz und Gebäudeausführung erfüllen.

Wegen auftretender Randwirbelschleppen landender Grossraumflugzeuge müssen Dachziegel in bestimmten Bereichen gesichert beziehungsweise verklammert werden.[1]

Die kommunale Raumplanung steht vor der Aufgabe, zusätzliches Wohnen und Gewerbe innerhalb der bestehenden Siedlungsgrenzen zu ermöglichen und gleichzeitig Landwirtschaftsflächen, das Neeracherried und weitere Freiräume zu schützen.

Flughafen Zürich

Höri liegt nördlich des Flughafens Zürich und teilweise direkt unter den Anflugrouten. Flugzeuge im Landeanflug prägen deshalb den Alltag und das akustische Umfeld der Gemeinde.

Der Flughafen bietet zugleich zahlreiche Arbeitsplätze und verbessert die internationale Erreichbarkeit der Region. Viele Einwohnerinnen und Einwohner arbeiten am Flughafen oder bei Unternehmen in dessen Umgebung.

Die Fluglärmbelastung führt jedoch zu politischen und raumplanerischen Konflikten. Diskutiert werden Betriebszeiten, Anflugrouten, Schallschutz, Entschädigungen und die Auswirkungen auf die Siedlungsentwicklung.

Gemeinde, Kanton, Bund, Flughafenbetreiber und betroffene Bevölkerung vertreten dabei teilweise unterschiedliche Interessen.

Politik

Höri ist als politische Gemeinde nach dem Recht des Kantons Zürich organisiert. Die Stimmberechtigten bilden an der Gemeindeversammlung das oberste kommunale Organ.

Die Gemeindeversammlung entscheidet unter anderem über Budget, Jahresrechnung, grössere Investitionen, kommunale Erlasse und Planungsfragen.

Der Gemeinderat bildet die Exekutive. Er führt die Verwaltung, bereitet Geschäfte vor und vollzieht die Beschlüsse der Gemeindeversammlung sowie die Aufgaben von Bund und Kanton.[4]

Die politischen Themen werden insbesondere durch Bevölkerungswachstum, Verkehr, Fluglärm, Schulraum, Natur- und Landschaftsschutz sowie die kommunalen Finanzen bestimmt.

Wappen

Das Gemeindewappen zeigt in Blau zwei gekreuzte silberne Kuchengabeln, begleitet von vier goldenen Kuchen.

Das ungewöhnliche Motiv wird mit dem sogenannten Küchelerhof in Endhöri in Verbindung gebracht. Dieser Hof erscheint im 14. Jahrhundert in den historischen Quellen und wechselte zwischen kirchlichen und weltlichen Eigentümern.[1]

Die Kuchengabeln und Kuchen bilden ein redendes beziehungsweise auf eine lokale Überlieferung verweisendes Wappen. Das moderne Gemeindelogo zeigt drei Wellen, welche die Dorfteile Oberhöri, Niederhöri und Endhöri sowie ihre Lage an der Glatt symbolisieren.

Wirtschaft

Die Landwirtschaft verlor seit der Mitte des 20. Jahrhunderts ihre frühere Stellung als wichtigster Wirtschaftszweig. Heute ist Höri eine Wohn- und Pendlergemeinde mit Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben.

Im Jahr 2022 bestanden 233 Arbeitsstätten in der Gemeinde.[3] Unternehmen sind unter anderem in folgenden Bereichen tätig:

  • Bau und Ausbaugewerbe;
  • Logistik und Transport;
  • Handel;
  • Fahrzeuggewerbe;
  • technische Dienstleistungen;
  • Beratung;
  • Gastronomie;
  • Landwirtschaft;
  • persönliche Dienstleistungen.

Ein grosser Teil der Erwerbstätigen pendelt nach Bülach, zum Flughafen Zürich, nach Kloten, Zürich oder in andere Gemeinden des Unterlands.

Die Nähe zur Autobahn A51 und zum Flughafen ist für Gewerbebetriebe wirtschaftlich attraktiv. Zugleich begrenzen Natur- und Fluglärmschutz die verfügbaren Entwicklungsflächen.

Bildung

Die Gemeinde führt Kindergärten und die Primarschule. Die Primarschülerinnen und Primarschüler werden in der Schulanlage Weiher unterrichtet.

Das alte Schul- und Gemeindehaus von 1827 wird nicht mehr als reguläres Schulhaus genutzt. Es beherbergt Angebote der familienergänzenden Betreuung, darunter Hort und Spielgruppe.[1]

Die Sekundarschule wird in Bülach besucht. Dort befinden sich auch Berufs- und Mittelschulen. Weitere Bildungsangebote sind mit dem öffentlichen Verkehr in Bülach, Kloten, Winterthur und Zürich erreichbar.

Das Bevölkerungswachstum stellt die Gemeinde vor die Aufgabe, Schulräume und Betreuungsplätze laufend an den Bedarf anzupassen.

Verkehr

Strassenverkehr

Höri liegt an regionalen Strassenverbindungen zwischen Bülach, Niederglatt, Neerach und Oberglatt. Die nahe Autobahn A51 verbindet die Region mit dem Flughafen Zürich, der Stadt Zürich und dem nördlichen Kantonsteil.

Der motorisierte Verkehr führt besonders zu den Hauptverkehrszeiten zu Belastungen auf den Ortsdurchfahrten. Die Gemeinde setzt deshalb Massnahmen zur Verkehrsberuhigung und zur Verbesserung der Schulwegsicherheit um.

Die Glatt wird innerhalb der Gemeinde von mehreren Strassen- und Fusswegbrücken überquert. Diese verbinden Endhöri mit Nieder- und Oberhöri.

Öffentlicher Verkehr

Höri besitzt keinen eigenen Bahnhof. Buslinien verbinden die Gemeinde im Halbstundentakt mit Bülach und Oberglatt.[5]

Am Bahnhof Bülach bestehen Anschlüsse an die S-Bahn Zürich in Richtung Zürich, Winterthur, Schaffhausen und Eglisau. Oberglatt bietet Bahnverbindungen zum Flughafen und nach Zürich.

Der Busverkehr ist in den Zürcher Verkehrsverbund integriert. Für Pendlerinnen und Pendler ist die Verbindung zu den Bahnhöfen Bülach und Oberglatt von besonderer Bedeutung.

Fuss- und Veloverkehr

Wege entlang der Glatt und durch die Landwirtschaftslandschaft werden für Alltagsverkehr und Freizeit genutzt.

Regionale Velorouten verbinden Höri mit Bülach, Neerach, Niederglatt und weiteren Gemeinden. Wegen des starken Strassenverkehrs bestehen an einzelnen Stellen Sicherheits- und Ausbauanforderungen.

Altes Schul- und Gemeindehaus

Das alte Schul- und Gemeindehaus in Niederhöri wurde 1827 errichtet. Der schlichte Bau mit dem Glockenturm gilt als Wahrzeichen der Gemeinde.

Das Gebäude erfüllte während langer Zeit mehrere Funktionen. Es diente als Schule, Versammlungsort und Sitz kommunaler Einrichtungen.

Mit dem Bau moderner Schulanlagen verlor es seine ursprüngliche Hauptfunktion. Heute wird es für Betreuung und weitere öffentliche Angebote genutzt.

Der Glockenturm erinnert an eine Zeit, in der das Läuten den Tagesablauf, den Schulbeginn und wichtige Ereignisse ankündigte.

Natur und Landschaft

Trotz der Nähe zum Flughafen und zur Agglomeration besitzt Höri bedeutende Natur- und Landschaftsräume.

Das Neeracherried ist der ökologisch wertvollste Bereich. Daneben bilden die Glatt, Landwirtschaftsflächen, Hochstammobstgärten, Hecken und kleinere Waldstücke wichtige Lebensräume.

Die Hochstammobstbäume am Höriberg prägen das Landschaftsbild und bieten Nistplätze für Vögel sowie Lebensraum für Insekten.

Naturschutz und landwirtschaftliche Nutzung müssen aufeinander abgestimmt werden. Pufferzonen sollen verhindern, dass Dünger und Pflanzenschutzmittel in empfindliche Feuchtgebiete gelangen.

Freizeit und Naherholung

Die Umgebung von Höri eignet sich für Spaziergänge, Velotouren und Naturbeobachtungen. Wege führen entlang der Glatt, zum Höriberg und durch die offene Landschaft des Zürcher Unterlands.

Vom Höriberg sind der Flughafen, die umliegenden Gemeinden und bei guter Sicht die Alpen sichtbar.

Das Neeracherried kann von dafür vorgesehenen Wegen und Beobachtungseinrichtungen aus erlebt werden. Das Betreten empfindlicher Schutzflächen ist eingeschränkt.

Vereine bieten Sport, Musik, Kultur und gesellschaftliche Aktivitäten an. Das lokale Vereinsleben trägt wesentlich zur Verbindung der drei Dorfteile und zur Integration der zugezogenen Bevölkerung bei.

Feuerwehr und Sicherheit

Höri arbeitet bei Feuerwehr-, Polizei- und Zivilschutzaufgaben teilweise mit Nachbargemeinden und regionalen Organisationen zusammen.

Die Feuerwehr ist für Brandbekämpfung, technische Hilfeleistung, Öl- und Wasserschäden sowie Einsätze bei Naturereignissen zuständig.

Die Nähe zum Flughafen und die Glatt erfordern besondere Einsatzplanungen. Hochwasser, Verkehrsunfälle und technische Ereignisse gehören zu den möglichen Einsatzlagen.

Herausforderungen

Die Entwicklung Höris wird durch mehrere teilweise gegensätzliche Anforderungen bestimmt.

Das Bevölkerungswachstum erhöht den Bedarf an Wohnraum, Schulplätzen, Betreuung, Verkehrsanlagen und kommunalen Dienstleistungen. Gleichzeitig ist die Fläche der Gemeinde begrenzt.

Das Neeracherried und die Landwirtschaftsgebiete sollen vor zusätzlicher Überbauung und Störungen geschützt werden. Auch die Glatt benötigt Raum für Hochwasserschutz und ökologische Aufwertung.

Der Flughafen Zürich bietet Arbeitsplätze und Verkehrsanbindungen, verursacht jedoch Fluglärm und schränkt die bauliche Entwicklung ein.

Eine weitere Aufgabe besteht darin, die historische Identität der drei Dorfteile trotz des Zusammenwachsens der Siedlungsgebiete zu erhalten.

Bedeutung

Höri verbindet die Merkmale einer traditionellen Unterländer Gemeinde mit den Entwicklungen des modernen Wirtschafts- und Siedlungsraums rund um Zürich und den Flughafen.

Die drei historischen Dorfteile, das alte Schul- und Gemeindehaus und das Gemeindewappen erinnern an die bäuerliche Vergangenheit.

Das Neeracherried und der Obstsortengarten am Höriberg verleihen der kleinen Gemeinde eine überregionale Bedeutung für Natur-, Landschafts- und Artenschutz.

Siehe auch

Einzelnachweise