Elsau

Aus Helvetia Wiki – Die Enzyklopädie der Schweiz
Version vom 24. Juli 2026, 16:27 Uhr von Nick Frei (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: «{{Infobox Gemeinde in der Schweiz |NAME_ORT = Elsau |BILD = Reformierte Kirche Elsau 1.jpg |BESCHREIBUNG = Reformierte Kirche Elsau |BILD_WAPPEN = CHE Elsau COA.svg |BILD_PFAD_KARTE = Karte Gemeinde Elsau 2018.png |REGION-ISO = CH-ZH |KANTON = Zürich |REGION = Eulachtal |BEZIRK = Winterthur |BFS = 0219 |PLZ = 8352 |BREITENGRAD = 47.506389 |LÄNGENGRAD = 8.803056 |HÖHE = 498 |FLÄCHE = 8,04 |EINWOHNER = 3940 |STAND_EINWOHNER = 31. Dezember 2025 |WEBSITE =…»)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Elsau

Reformierte Kirche Elsau

Reformierte Kirche Elsau

Wappen von Elsau

Wappen

Lage von Elsau

Lage der Gemeinde

Gemeindedaten

Staat

Schweiz

Kanton

Zürich

Region

Eulachtal

Bezirk

Winterthur

BFS-Nummer

0219

Postleitzahl

8352

Koordinaten

47.506389° N, 8.803056° E

Höhe

498 m ü. M.

Fläche

8,04 km²

Einwohner

3940
(Stand: 31. Dezember 2025)

Website

www.elsau.ch

Elsau ist eine politische Gemeinde im Bezirk Winterthur des Kantons Zürich. Sie liegt östlich der Stadt Winterthur im oberen Eulachtal und gehört zur Agglomeration Winterthur. Das Gemeindegebiet umfasst die sieben Dörfer und Weiler Elsau, Räterschen, Schottikon, Rümikon, Fulau, Tolhusen und Schnasberg.

Die Gemeinde verbindet eine ländlich geprägte Kulturlandschaft mit Wohnquartieren, Gewerbegebieten und einer guten Verkehrsanbindung. Mit den beiden Bahnstationen Räterschen und Schottikon ist Elsau an das Netz der S-Bahn Zürich angeschlossen. Das Siedlungsgebiet ist dezentral aufgebaut; einen eigentlichen Hauptort mit stark ausgeprägtem Zentrum gibt es nur bedingt. Die Gemeindeverwaltung und wichtige öffentliche Einrichtungen befinden sich zwischen Elsau und Räterschen.

Das historische Dorf Elsau ist durch einen gut erhaltenen bäuerlichen Ortskern, die spätgotische reformierte Kirche und das Pfarrhaus geprägt. Räterschen entwickelte sich dagegen seit dem 19. Jahrhundert an der Bahnlinie und der Hauptstrasse zu einem Wohn-, Gewerbe- und Dienstleistungszentrum.

Name

Elsau wurde vor dem Jahr 1040 erstmals als Elnesouva urkundlich erwähnt.[1] Spätere historische Namensformen waren unter anderem Elnesowa, Elsowe und Elsouw.

Der zweite Bestandteil des Ortsnamens geht auf das althochdeutsche Wort ouwa zurück, das eine Landschaft am Wasser, eine feuchte Niederung oder eine Flussaue bezeichnet. Der erste Bestandteil wird wahrscheinlich von einem Personennamen abgeleitet. Der Name kann somit ungefähr als «Auengebiet des Elin» oder «Siedlung des Elin in der Au» gedeutet werden.

Im Zürichdeutschen wird Elsau als Elsau ausgesprochen. Die Einwohnerinnen und Einwohner werden als Elsauerinnen und Elsauer bezeichnet.

Geografie

Elsau liegt im Osten des Kantons Zürich zwischen Winterthur und Elgg. Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Tal der Eulach über landwirtschaftlich genutzte Hänge bis zu den bewaldeten Höhenzügen im Norden und Süden.

Die Gemeindefläche beträgt 804 Hektaren beziehungsweise 8,04 Quadratkilometer. Davon sind 178 Hektaren bewaldet. Der höchste Punkt liegt auf dem Geitberg auf 610 Metern über Meer, der tiefste Punkt bei Rümikon auf 466 Metern über Meer.[2]

Mehr als vier Fünftel der Gemeindefläche bestehen aus Landwirtschaftsland und Wald. Die Siedlungsflächen konzentrieren sich entlang der Eulach, der Bahnlinie Winterthur–Wil und der Hauptstrasse zwischen Winterthur und Elgg.

Eulach

Die Eulach durchfliesst das Gemeindegebiet von Osten nach Westen. Sie entspringt im Gebiet von Hagenbuch und Elgg und mündet in Winterthur in die Töss.

Der Bach prägte die Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung Elsau stark. Er lieferte Wasser für Mühlen und spätere Industriebetriebe, verursachte jedoch auch wiederholt Überschwemmungen.

Zwischen 1877 und 1914 wurde die Eulach im Bereich von Räterschen und Elsau schrittweise kanalisiert. Die Arbeiten verbesserten den Hochwasserschutz und schufen zusätzliche Flächen für Strassen, Bahnlinien, Gewerbebetriebe und Wohnbauten.[1]

Heute besitzt die Eulach neben ihrer Funktion für die Entwässerung auch eine ökologische und landschaftliche Bedeutung. Entlang des Gewässers verlaufen Fuss- und Velowege.

Ortsteile

Die Gemeinde besteht aus sieben Dörfern und Weilern.[3]

Dörfer und Weiler der Gemeinde Elsau
Ortsteil Charakter
Elsau Historisches Kirchdorf mit Gemeindeverwaltung, Kirche, Pfarrhaus und bäuerlichem Ortskern
Räterschen Grösster Ortsteil mit Bahnhof, Gewerbe, Dienstleistungen und umfangreichen Wohngebieten
Schottikon Siedlung an der Bahnlinie, bestehend aus Ober- und Unterschottikon
Rümikon Kleines Dorf im Eulachtal westlich von Räterschen
Fulau Ländlicher Weiler südöstlich von Elsau
Tolhusen Weiler im östlichen Gemeindegebiet an der Verbindung nach Schlatt
Schnasberg Landwirtschaftlich geprägtes Siedlungsgebiet mit Ober- und Unterschnasberg

Elsau

Das Dorf Elsau liegt auf einer leichten Anhöhe südlich der Eulach. Der historische Kern erstreckt sich entlang der Kirchgasse. Charakteristisch ist die teilweise geschlossene Bauweise mit Bauernhäusern, ehemaligen Ökonomiegebäuden, Pfarrhaus und Kirche.

Die traditionelle Siedlungsstruktur blieb vergleichsweise gut erhalten. Neuere Wohnquartiere entstanden hauptsächlich westlich und nördlich des alten Dorfkerns.

Räterschen

Räterschen liegt an der Hauptstrasse und der Bahnlinie zwischen Winterthur und Wil. Der Ort entwickelte sich aus einer Mühlensiedlung und wurde im 19. Jahrhundert zum wirtschaftlich bedeutendsten Teil der Gemeinde.

Heute befinden sich in Räterschen der wichtigste Bahnhof der Gemeinde, Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und grössere Wohnquartiere.

Schottikon

Schottikon besteht aus den historisch getrennten Siedlungen Ober- und Unterschottikon. Der Ort wurde 829 erstmals als Scottinchova erwähnt.[4]

Bis 1922 bildete Schottikon eine selbstständige politische Gemeinde. Seit der Vereinigung mit Elsau ist der Ort ein Teil der Gemeinde. Die Bahnstation Schottikon erschliesst insbesondere die östlichen Wohngebiete.

Nachbargemeinden

Elsau grenzt an folgende Gemeinden und Städte:

Durch die Nähe zu Winterthur bestehen enge wirtschaftliche, verkehrliche und gesellschaftliche Beziehungen zur sechstgrössten Stadt der Schweiz.

Bevölkerung

Am 31. Dezember 2025 lebten 3940 Personen in Elsau. Der Anteil der ausländischen Bevölkerung betrug rund 18 Prozent.[2]

Über viele Jahrhunderte wuchs die Bevölkerung nur langsam. Die dezentrale Siedlungsstruktur, die landwirtschaftliche Wirtschaftsweise und die begrenzte Industrialisierung ausserhalb Räterschens verhinderten zunächst ein stärkeres Wachstum.

Erste grössere Wohnüberbauungen entstanden in der Zwischenkriegszeit an den Hängen zwischen Elsau und Räterschen sowie bei Unterschottikon. Deutliche Wachstumsschübe folgten in den 1950er- und 1970er-Jahren.

Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Elsau zunehmend zu einer Agglomerations- und Wohngemeinde von Winterthur. Neue Wohnquartiere entstanden vor allem in Elsau, Räterschen und Schottikon. Die gute Bahnanbindung und die Nähe zu Winterthur begünstigten den Zuzug von Berufspendlerinnen und Berufspendlern.

Trotz des Bevölkerungswachstums blieb die Gemeinde räumlich dezentral und landschaftlich stark von Landwirtschaft und Wald geprägt.

Geschichte

Mittelalter

Elsau wurde vor 1040 als Elnesouva erstmals erwähnt. Im Mittelalter gehörten Grundstücke und Rechte verschiedenen Klöstern, Adelsfamilien und geistlichen Institutionen.

Die Grafen von Toggenburg übertrugen dem Kloster Rüti den Kirchensatz, den Zehnten und die Vogtei über Elsau. Das Kloster erwarb 1398 weitere Güter in der Umgebung, darunter die Mühle in Räterschen.[1]

Die hohe Gerichtsbarkeit lag bei den Grafen von Kyburg und gelangte mit der Grafschaft Kyburg im 15. Jahrhundert an die Stadt Zürich. Elsau wurde Teil der Zürcher Landvogtei Kyburg.

Im Verlauf des Mittelalters entstanden mehrere voneinander getrennte Siedlungen. Die Bevölkerung lebte überwiegend von Ackerbau, Viehzucht, Waldwirtschaft und der Nutzung der Eulach.

Kirche und Reformation

In Elsau bestand bereits im Mittelalter eine Pfarrkirche. Der heutige spätgotische Kirchenbau wurde 1515 fertiggestellt.

Mit der Zürcher Reformation wurde die Gemeinde in den 1520er-Jahren evangelisch-reformiert. Im Jahr 1525 ging das Recht zur Besetzung der Pfarrstelle an die Stadt Zürich über.[1]

Die Kirche blieb über Jahrhunderte der religiöse und gesellschaftliche Mittelpunkt der verstreuten Dörfer. Schottikon gehörte ursprünglich zur Kirchgemeinde Elgg und wurde erst nach der politischen Vereinigung von 1922 der Kirchgemeinde Elsau angeschlossen.

Dorfgemeinden und frühe Neuzeit

Im 16. Jahrhundert sind eigenständige Dorforganisationen in Elsau, Räterschen und Schottikon nachweisbar. Diese Dorfgemeinden regelten unter anderem die Nutzung gemeinsamer Wälder, Weiden, Wege und Gewässer.

Die Landwirtschaft beruhte vor allem auf Getreideanbau. Ergänzend wurden Viehzucht, Obstbau und lokale Gewerbe betrieben.

Im 18. Jahrhundert verbreitete sich die textile Heimarbeit. Ihr Umfang blieb jedoch geringer als in vielen anderen Regionen des Kantons Zürich. Im Jahr 1787 waren ungefähr 13 Prozent der Bevölkerung in der Heimindustrie tätig.[1]

Helvetische Republik und Gemeindegründung

Mit dem Ende der Alten Eidgenossenschaft und der Gründung der Helvetischen Republik im Jahr 1798 wurden die bisherigen Herrschaftsrechte aufgehoben.

Innerhalb der bisherigen Pfarreigrenzen entstand die politische Gemeinde Elsau. Sie gehörte zunächst zum Distrikt Elgg und wurde 1803 dem Bezirk Winterthur zugeteilt.

Elsau, Räterschen, Rümikon und Schnasberg organisierten sich als Zivilgemeinden. Fulau erhielt diesen Status im Jahr 1832. Die Zivilgemeinden waren insbesondere für lokale Strassen, Brunnen, Gemeindegüter und weitere dörfliche Aufgaben zuständig.

Industrialisierung in Räterschen

Die industrielle Entwicklung konzentrierte sich hauptsächlich auf Räterschen. Dort bestanden bereits früher Mühlen, die die Wasserkraft der Eulach nutzten.

1817 und 1824 wurden mechanische Spinnereien gegründet. Die Betriebe nutzten zunächst Wasserkraft und später moderne industrielle Antriebe.

Zwischen 1833 und 1838 wurde die Staatsstrasse von Winterthur in Richtung St. Gallen ausgebaut. Der neue Verkehrsweg verbesserte die Erreichbarkeit Räterschens und förderte Handel und Gewerbe.

Im Jahr 1855 erhielt Räterschen mit der Eröffnung der Bahnstrecke Winterthur–Wil einen Eisenbahnanschluss. Damit wurde der Ort für Industriebetriebe und Pendler zunehmend attraktiv.

1888 entstand eine Zündholzfabrik. Daneben bestanden Textilbetriebe, Mühlen, Handwerksunternehmen und kleinere Gewerbebetriebe.

Pestalozzihaus

Im Jahr 1900 wurde in Räterschen ein Landerziehungsheim gegründet. Die Einrichtung entwickelte sich später zum Pestalozzihaus und widmete sich der Betreuung, Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen.

Die Anlage wurde nach pädagogischen Grundsätzen gestaltet, die sich am Werk des Schweizer Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi orientierten. Das Pestalozzihaus gehört zu den historisch bedeutenden sozialen Einrichtungen der Gemeinde.

Vereinigung mit Schottikon

Schottikon bildete bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts eine eigene politische Gemeinde. Sie bestand aus Ober- und Unterschottikon.

Am 1. Januar 1922 vereinigte sich Schottikon mit Elsau.[1] Gleichzeitig wechselte der Ort von der reformierten Kirchgemeinde Elgg zur Kirchgemeinde Elsau.

Durch den Zusammenschluss erhielt Elsau seine heutige räumliche Ausdehnung. Elemente der früheren Wappen von Elsau und Schottikon wurden später im heutigen Gemeindewappen zusammengeführt.

Entwicklung nach 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Gemeinde deutlich. Die Nähe zu Winterthur, die beiden Bahnstationen und neue Strassenverbindungen machten Elsau für Berufspendler attraktiv.

In den 1950er- und 1970er-Jahren entstanden zahlreiche Wohnbauten. Gleichzeitig wurde bei Rümikon eine Industrie- und Gewerbezone erschlossen.

Der wirtschaftliche Schwerpunkt verlagerte sich schrittweise von Landwirtschaft und Industrie zum Dienstleistungssektor. Dennoch blieben die Landwirtschaft, der Wald und die offene Kulturlandschaft für das Erscheinungsbild der Gemeinde bedeutend.

Heute ist Elsau eine Agglomerationsgemeinde mit starkem Pendlerverkehr. Die meisten Erwerbstätigen arbeiten ausserhalb der Gemeinde, insbesondere in Winterthur und im übrigen Wirtschaftsraum Zürich.

Wappen

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet:

In Silber ein vierfach gebrochener schwarzer Schrägbalken, begleitet von zwei aufrechten schwarzen Lilien.

Das heutige Wappen entstand nach der Vereinigung von Elsau und Schottikon. Es verbindet Bestandteile der früheren Ortswappen.

Der gebrochene schwarze Schrägbalken geht auf das ältere Wappen von Elsau zurück. Die beiden Lilien erinnern an die historischen Wappen von Ober- und Unterschottikon.

Die heutige grafische Form wurde im 20. Jahrhundert vereinheitlicht und als offizielles Gemeindewappen festgelegt.[5]

Politik und Verwaltung

Elsau ist als politische Gemeinde nach dem Gemeindegesetz des Kantons Zürich organisiert. Die gesetzgebende Gewalt liegt bei der Gemeindeversammlung.

An der Gemeindeversammlung entscheiden die Stimmberechtigten insbesondere über:

  • das Budget und die Jahresrechnung
  • den kommunalen Steuerfuss
  • grössere Investitionen
  • kommunale Verordnungen
  • Grundstücksgeschäfte
  • Änderungen der Bau- und Zonenordnung

Die Exekutive bildet der Gemeinderat. Er führt die Gemeindeverwaltung, vollzieht die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und vertritt Elsau nach aussen.

Die Gemeindeverwaltung befindet sich an der Auwiesenstrasse 1. Mehrere kommunale Aufgaben werden gemeinsam mit Nachbargemeinden und regionalen Zweckverbänden erfüllt.

Die Primar- und Sekundarschulen werden von der eigenständigen Schulgemeinde Elsau-Schlatt getragen.

Wirtschaft

In Elsau bestehen rund 230 kleine und mittlere Unternehmen mit insgesamt ungefähr 999 Vollzeitstellen.[2]

Die Wirtschaftsstruktur umfasst Landwirtschaft, Gewerbe, Industrie und Dienstleistungen. Der Dienstleistungssektor stellt inzwischen mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze.

Wichtige Wirtschaftszweige sind:

  • Bau- und Ausbaugewerbe
  • Maschinen- und Metallverarbeitung
  • Handel und Logistik
  • Gesundheits- und Sozialwesen
  • Unternehmensdienstleistungen
  • Landwirtschaft und Forstwirtschaft
  • Gastronomie und Detailhandel

Die Gewerbe- und Industrieflächen konzentrieren sich hauptsächlich auf Räterschen und Rümikon. Viele Betriebe profitieren von der Nähe zu Winterthur, der Bahnlinie und den Autobahnanschlüssen bei Winterthur und Attikon.

Ein grosser Teil der erwerbstätigen Bevölkerung pendelt in die Stadt Winterthur oder in andere Gemeinden des Wirtschaftsraums Zürich.

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft bewirtschaftet einen bedeutenden Teil des Gemeindegebiets. Typisch sind Ackerbau, Milchwirtschaft, Viehzucht, Obstbau und Futterproduktion.

Die Betriebe tragen wesentlich zur Pflege der offenen Kulturlandschaft und der Übergänge zwischen Siedlung, Wald und Landwirtschaftsflächen bei.

Verkehr

Eisenbahn

Elsau besitzt zwei Bahnstationen:

  • Bahnhof Räterschen
  • Bahnhof Schottikon

Beide liegen an der Bahnstrecke Winterthur–Wil. Sie werden von den Linien S12 und S35 der S-Bahn Zürich bedient.[3]

Die S12 stellt direkte Verbindungen nach Winterthur, Zürich und in weitere Teile des Zürcher Verkehrsverbunds her. Die S35 verbindet die Gemeinden entlang der Strecke zwischen Winterthur und Wil.

Die Bahnstationen ermöglichten die Entwicklung Elsau zu einer gut erschlossenen Wohngemeinde. Besonders Räterschen wuchs seit der Eröffnung der Bahnlinie im Jahr 1855 deutlich.

Busverkehr

Die Stadtbuslinie 7 verbindet Winterthur mit dem westlichen Teil der Gemeinde und endet bei der Haltestelle Elsau, Melcher.

Die regionale Buslinie 680 verkehrt zwischen Winterthur Hauptbahnhof und Elgg. Sie bedient mehrere Haltestellen in Elsau, darunter Bännebrett, Sportplatz, Dorf, Ebnet, Pestalozzistrasse, Bettli und Tolhusen.[6]

Nachtbuslinien ergänzen das Angebot an Wochenenden. Sämtliche Bahn- und Busverbindungen sind in den Zürcher Verkehrsverbund integriert.

Strassenverkehr

Die Hauptstrasse zwischen Winterthur und Elgg durchquert Räterschen und verläuft durch das Eulachtal. Regionale Strassen verbinden Elsau mit Wiesendangen, Schlatt und den einzelnen Weilern.

Die nächstgelegenen Autobahnanschlüsse befinden sich in Winterthur und Attikon. Über sie bestehen Verbindungen zur Autobahn A1, nach Zürich, St. Gallen und Frauenfeld.

Fuss- und Veloverkehr

Fuss- und Velowege verbinden die Ortsteile miteinander und führen entlang der Eulach sowie durch die landwirtschaftlich geprägte Umgebung.

Wanderwege erschliessen den Geitberg, die Wälder bei Schnasberg und die Übergänge nach Schlatt, Elgg und Wiesendangen.

Bildung

Die Schulgemeinde Elsau-Schlatt führt Kindergärten, Primarschulen und eine Sekundarschule.

In der Gemeinde bestehen mehrere Schulstandorte. Das Angebot umfasst:

  • Kindergarten
  • Primarschule
  • Sekundarschule
  • schulergänzende Betreuung
  • Tagesstrukturen
  • Musikunterricht

Weiterführende Schulen, Berufsfachschulen und Hochschulen befinden sich hauptsächlich in Winterthur. Dank der Bahn- und Busverbindungen sind diese Einrichtungen gut erreichbar.

Die Gemeindebibliothek bietet Bücher, Zeitschriften und digitale Medien für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Religion

Reformierte Kirche

Die reformierte Kirche Elsau steht am östlichen Ende der Kirchgasse. Der spätgotische Bau wurde 1515 fertiggestellt und im Verlauf seiner Geschichte mehrfach renoviert.

Das Kirchengebäude ist gemeinsam mit dem benachbarten Pfarrhaus ein prägender Bestandteil des historischen Dorfkerns. Im Innern befinden sich Glasfenster des Schweizer Künstlers Robert Wehrlin.[3]

Die reformierte Kirchgemeinde umfasst Elsau und die zugehörigen Ortsteile. Schottikon gehört seit 1922 zur Kirchgemeinde Elsau.

Römisch-katholische Kirche

Die katholische Bevölkerung gehört zu einer regionalen Kirchgemeinde im Raum Winterthur. Katholische Kirchen und Seelsorgeeinrichtungen befinden sich in den angrenzenden Stadtteilen Winterthurs und in Elgg.

Daneben leben in Elsau Angehörige weiterer Religionsgemeinschaften sowie Personen ohne konfessionelle Zugehörigkeit.

Kultur und Freizeit

In Elsau bestehen rund 35 Vereine.[2] Sie sind in den Bereichen Sport, Musik, Kultur, Jugend, Natur, Politik und Gemeinnützigkeit tätig.

Der J.-R.-Wüst-Fonds unterstützt kulturelle Veranstaltungen und ermöglicht regelmässig Konzerte, Lesungen, Ausstellungen und weitere Anlässe.

Zu den Sport- und Freizeitanlagen gehören:

  • die Badi Niderwis
  • eine Sauna
  • eine Sporthalle
  • zwei Fussballfelder
  • Turnhallen und Aussenanlagen
  • Spielplätze
  • Wander- und Velowege

Die Nähe zu Winterthur erweitert das kulturelle, sportliche und gastronomische Angebot erheblich.

Natur und Landschaft

Die Landschaft Elsau wird durch die Eulach, landwirtschaftliche Flächen, Obstgärten, Hecken und Waldgebiete geprägt.

Der Geitberg bildet mit 610 Metern über Meer den höchsten Punkt der Gemeinde. Seine Wälder sind ein wichtiges Naherholungsgebiet und dienen gleichzeitig der Forstwirtschaft und dem Naturschutz.

Die Gemeinde verfolgt Massnahmen zum Schutz des Klimas und zur Anpassung an zunehmende Hitze, Trockenheit und Starkniederschläge. Im Jahr 2024 wurde eine kommunale Klimastrategie erarbeitet.[7]

Zu den Zielen gehören die Förderung erneuerbarer Energien, die Reduktion von Treibhausgasen, eine klimaangepasste Siedlungsentwicklung und der Schutz von Wasser, Böden und Grünflächen.

Sehenswürdigkeiten

Reformierte Kirche Elsau

Die spätgotische Kirche von 1515 ist das bedeutendste historische Bauwerk der Gemeinde. Sie besitzt einen markanten Turm, eine schlichte reformierte Innenausstattung und moderne Glasfenster von Robert Wehrlin.

Historischer Dorfkern

Der Dorfkern von Elsau ist ein gut erhaltenes Beispiel eines Zürcher Bauerndorfs. Typisch sind die geschlossene Bebauung entlang der Kirchgasse, die traditionellen Bauernhäuser sowie die Gruppe aus Kirche und Pfarrhaus.

Ehemalige Baumwollspinnerei Räterschen

Die Gebäude der ehemaligen Baumwollspinnerei erinnern an die Industrialisierung des Eulachtals im frühen 19. Jahrhundert. Sie dokumentieren die Nutzung der Wasserkraft und die Entwicklung Räterschens vom Mühlenstandort zum Industrieort.

Pestalozzihaus

Das ehemalige Landerziehungsheim in Räterschen besitzt eine besondere sozial- und bildungsgeschichtliche Bedeutung. Die Anlage wurde ab 1900 für die Betreuung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen genutzt.

Burgstelle Elsau

Im Gemeindegebiet befinden sich Überreste einer mittelalterlichen Burgstelle. Die erhaltenen Geländespuren erinnern an die adligen Herrschaftsstrukturen des Mittelalters.

Persönlichkeiten

Mit Elsau verbunden sind unter anderem:

  • Jakob Robert Wüst (1850–1918), Unternehmer und Wohltäter
  • Robert Wehrlin (1903–1964), Schweizer Maler und Grafiker, Gestalter der Glasfenster der reformierten Kirche
  • Persönlichkeiten aus der Geschichte des Pestalozzihauses und der örtlichen Textilindustrie

Literatur

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Basel 1943.
  • Peter Ziegler: Die Gemeindewappen des Kantons Zürich. Antiquarische Gesellschaft in Zürich, Zürich 1977.
  • Gemeinde Elsau: Elsau und seine Dörfer. Geschichte einer Gemeinde im Eulachtal. Elsau.
  • Emanuel Dejung, Werner Ganz, Paul Kläui: Chronik der Bezirke Winterthur und Andelfingen. Zürich 1946.

Siehe auch

Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Elsau

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 Elsau, Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 24. Juli 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Elsau in Zahlen, Gemeinde Elsau, abgerufen am 24. Juli 2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 Übersicht, Gemeinde Elsau, abgerufen am 24. Juli 2026.
  4. Schottikon, Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 24. Juli 2026.
  5. Gemeindewappen Elsau, Wikimedia Commons, abgerufen am 24. Juli 2026.
  6. Linie 680 Elgg–Winterthur, Zürcher Verkehrsverbund, Fahrplan 2026, abgerufen am 24. Juli 2026.
  7. Klimastrategie der Gemeinde Elsau, Gemeinde Elsau, Oktober 2024, abgerufen am 24. Juli 2026.