Autobahn A9

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Autobahn A9
Autobahnsignal A9
Staat Schweiz
Strassentyp Autobahn, Autostrasse und Nationalstrasse mit Gemischtverkehr
Nummer A9
Nationalstrasse N9
Beginn der N9 Grenze Frankreich–Schweiz bei Vallorbe
Ende der N9 Grenze Schweiz–Italien bei Gondo
Länge der Gesamtverbindung rund 230 km
Kantone Waadt, Wallis
Wichtige Orte Vallorbe, Lausanne, Vevey, Montreux, Aigle, Martigny, Sitten, Siders, Visp, Brig-Glis, Simplon, Gondo
Höchster Punkt Simplonpass, 2005 m ü. M.
Europastrassen E23, E25, E27, E62
Betreiber Bundesamt für Strassen
Vignettenpflicht Auf den als Autobahn oder Autostrasse signalisierten Abschnitten

Die Autobahn A9 ist eine bedeutende Verkehrsachse im Westen und Südwesten der Schweiz. Sie verbindet den französisch-schweizerischen Grenzraum bei Vallorbe mit Lausanne, der Genferseeregion und dem Kanton Wallis. Über Sitten, Siders, Visp und Brig-Glis führt die dazugehörende Nationalstrasse N9 weiter über den Simplonpass bis zum Grenzübergang Gondo und nach Italien.

Die A9 ist nicht auf ihrer gesamten Strecke als richtungsgetrennte Autobahn ausgebaut. Sie umfasst Autobahnabschnitte, zweispurige Autostrassen und auf der Simplonstrecke auch Nationalstrassenabschnitte mit Gegen- oder Gemischtverkehr. Im Oberwallis bestehen weiterhin einzelne bauliche Lücken und provisorische Verkehrsführungen.

Im Wallis wird die A9 häufig als Rhoneautobahn oder französisch als Autoroute du Rhône bezeichnet. Sie folgt dort über weite Strecken dem Tal der Rhone und erschliesst die wichtigsten Städte, Industriegebiete und Tourismusregionen des Kantons.

Die A9 beziehungsweise die N9 gehört zu den landschaftlich vielfältigsten Nationalstrassenverbindungen der Schweiz. Sie beginnt im waadtländischen Jura, führt durch das Mittelland, entlang des Genfersees, durch das Rhonetal und schliesslich über den 2005 Meter hohen Simplonpass in die Alpenregion südlich des Hauptkamms.

Bezeichnung und Einordnung

Die Bezeichnungen A9 und N9 werden in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet.

Die N9 ist die im Bundesrecht und in technischen Unterlagen verwendete Bezeichnung der Nationalstrasse. Sie reicht von der französischen Grenze bei Vallorbe bis zur italienischen Grenze bei Gondo.

Die grüne Routennummer A9 bezeichnet hauptsächlich die als Autobahn oder Autostrasse signalisierten Strecken. Das Bundesamt für Strassen verwendet die Bezeichnung A9 jedoch auch für den Nationalstrassenabschnitt über den Simplon, obwohl dieser teilweise normalen Strassenverkehr mit Zufahrten, Gegenverkehr und örtlichen Anschlüssen aufweist.

Der bauliche Standard wechselt deshalb entlang der Route:

Ausbaustandards der A9 und N9
Strassentyp Merkmale Beispiele
Autobahn Richtungsgetrennte Fahrbahnen, keine niveaugleichen Kreuzungen, ausschliesslich motorisierter Verkehr Lausanne–Siders, grosse Teile im Oberwallis
Autostrasse Meist zweispurig, Gegenverkehr möglich, keine langsamen Fahrzeuge Abschnitte im Jura und bei Brig
Nationalstrasse mit Gemischtverkehr Teilweise Zufahrten, Kreuzungen und Verkehr unterschiedlicher Fahrzeugarten Simplonstrecke und einzelne Übergangsabschnitte

Die gesamte Route vom französischen bis zum italienischen Grenzübergang ist rund 230 Kilometer lang. Sie gehört zu den Nationalstrassen erster, zweiter und dritter Klasse.[1]

Europastrassen

Auf verschiedenen Teilstücken ist die A9 Bestandteil mehrerer internationaler Europastrassen.

Die E23 führt von Frankreich über Vallorbe nach Lausanne. Die E25 verbindet den Raum Lausanne mit weiteren internationalen Nord-Süd-Achsen. Die E27 berührt die A9 im Bereich des Genfersees und des Unterwallis, während die E62 von der Westschweiz durch das Rhonetal und über den Simplon nach Italien führt.

Die Europastrassennummern werden auf der schweizerischen Signalisation ergänzend zu den nationalen Autobahnnummern angezeigt. Für den alltäglichen Verkehr ist die Bezeichnung A9 jedoch wesentlich gebräuchlicher.

Verlauf

Französische Grenze–Vallorbe

Die Nationalstrasse N9 beginnt am Grenzübergang Le Creux westlich von Vallorbe. Auf französischer Seite setzt sich die Verbindung als Route nationale N57 in Richtung Pontarlier, Besançon und weitere Teile Ostfrankreichs fort.

Der Grenzübergang Vallorbe ist für den regionalen Personenverkehr, den Tourismus und den internationalen Güterverkehr von Bedeutung. Er liegt in einem engen Juratal nahe der Orbe.

Vom Grenzübergang führt die Strasse zunächst auf einer normalen Hauptstrasse in Richtung Vallorbe und Ballaigues. Der als A9 beziehungsweise Autostrasse signalisierte Abschnitt beginnt östlich des Grenzraums.

Die Strecke steigt durch die bewaldete Juralandschaft an und führt anschliessend in Richtung Orbe. Das Gelände erfordert mehrere Einschnitte, Brücken und Kurven.

Ballaigues–Orbe

Zwischen Ballaigues und Orbe ist die A9 teilweise als zweispurige Autostrasse ausgebaut.

Sie erschliesst die Gemeinden des waadtländischen Juras und bildet die wichtigste Strassenverbindung zwischen Vallorbe und dem schweizerischen Autobahnnetz.

Der Abschnitt wird sowohl vom regionalen Verkehr als auch von Fahrzeugen aus Frankreich genutzt. Wegen des Gegenverkehrs und der topografischen Verhältnisse gelten teilweise niedrigere Geschwindigkeiten als auf einer voll ausgebauten Autobahn.

Bei Orbe verlässt die Route die Jurahöhen und erreicht das waadtländische Mittelland.

Orbe–Essert-Pittet

Südlich von Orbe verläuft die A9 durch eine offene Landwirtschaftslandschaft.

Anschlüsse erschliessen Orbe, Chavornay und weitere Gemeinden der Region. Bei der Verzweigung Essert-Pittet trifft die A9 auf die Autobahn A1.

Zwischen Essert-Pittet und dem Raum Lausanne werden A1 und A9 auf derselben Autobahn geführt. Die Strecke verläuft über Yverdon-les-Bains beziehungsweise an dessen südlichem Umland vorbei in Richtung Lausanne.

Die gemeinsame Führung ist ein wichtiger Bestandteil des Westschweizer Autobahnnetzes. Sie verbindet die Verkehrsströme aus dem Jura, dem Genferseeraum, Bern und der Nordwestschweiz.

Gemeinsamer Abschnitt mit der A1

Die A9 folgt der A1 bis zur Verzweigung Villars-Sainte-Croix westlich von Lausanne.

Auf diesem Abschnitt bestehen mehrere Anschlüsse an die Agglomeration Lausanne und das regionale Strassennetz. Der Verkehr ist besonders während der Hauptverkehrszeiten stark.

Bei Villars-Sainte-Croix trennt sich die A9 von der A1. Die A1 führt weiter in Richtung Genf, während die A9 die nördliche und östliche Umfahrung von Lausanne bildet.

Umfahrung Lausanne

Die A9 umgeht das Zentrum von Lausanne auf der Nordseite.

Wichtige Anschlüsse befinden sich unter anderem bei Crissier, Lausanne-Blécherette, Vennes und Belmont. Sie erschliessen Wohngebiete, Gewerbezonen, Hochschulen, Spitäler und Sportanlagen der Agglomeration.

Die Umfahrung verläuft durch dicht besiedelte Gebiete und besitzt zahlreiche Brücken, Überführungen, Lärmschutzanlagen und technische Einrichtungen.

Der Verkehr zwischen den Anschlüssen Lausanne-Vennes und La Blécherette gehört zu den am stärksten belasteten Abschnitten der A9. Neben dem Durchgangsverkehr nutzt ein grosser Anteil des regionalen Pendlerverkehrs diese Strecke.

Die starke Belastung führt regelmässig zu Staus, insbesondere am Morgen und am Abend. Verkehrsbeeinflussungsanlagen und variable Geschwindigkeitsanzeigen sollen den Verkehrsfluss stabilisieren.

Lausanne–Chexbres

Östlich von Lausanne führt die A9 oberhalb des Genfersees durch die Gemeinden Belmont-sur-Lausanne, Lutry, Bourg-en-Lavaux und Chexbres.

Die Autobahn verläuft am Hang oberhalb der Weinberge des Lavaux. Von einzelnen Abschnitten bestehen weite Ausblicke über den Genfersee und auf die Savoyer Alpen.

Das Lavaux ist als Kulturlandschaft in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Beim Bau und Unterhalt der Autobahn müssen deshalb Landschaftsschutz, Weinbau und Siedlungsentwicklung besonders berücksichtigt werden.

Der Abschnitt Vennes–Chexbres wird seit mehreren Jahren umfassend erneuert. Dabei werden Fahrbahnen, Brücken, Stützmauern, Entwässerungsanlagen, Tunneltechnik und Lärmschutzanlagen instand gesetzt.[2]

Chexbres–La Veyre

Bei Chexbres senkt sich die Strecke in Richtung Vevey.

Die Autobahn führt durch eine stark gegliederte Landschaft mit Weinbergen, Tobeln, Siedlungen und Verkehrswegen. Zahlreiche Kunstbauten ermöglichen die Querung des schwierigen Geländes.

Bei der Verzweigung La Veyre trifft die A12 aus Richtung Bern und Freiburg auf die A9.

La Veyre ist ein wichtiger Verkehrsknoten der Westschweiz. Über die A12 bestehen Verbindungen nach Bulle, Freiburg, Bern und in die Deutschschweiz.

Vevey–Montreux

Von La Veyre führt die A9 oberhalb von Vevey und Montreux nach Südosten.

Die Strecke verläuft teilweise hoch über dem Genfersee. Sie erschliesst Vevey, La Tour-de-Peilz, Montreux und die Tourismusorte der Waadtländer Riviera.

Das steile Gelände zwischen See und Bergen liess nur wenig Raum für den Autobahnbau. Tunnel, Viadukte und Stützkonstruktionen prägen deshalb diesen Abschnitt.

Zu den bekanntesten Bauwerken gehören die Tunnel von Glion oberhalb von Montreux. Sie führen die Autobahn durch den Bergsporn zwischen dem Genfersee und dem Tal der Baye de Montreux.

Die Tunnel von Glion besitzen getrennte Röhren für beide Fahrtrichtungen. Wegen ihrer Bedeutung und der beschränkten Ausweichmöglichkeiten führen Sanierungen oder Sperrungen regelmässig zu grossen Verkehrsbehinderungen.

Montreux–Villeneuve

Südlich von Montreux folgt die Autobahn dem östlichen Ende des Genfersees.

Anschlüsse erschliessen unter anderem Villeneuve, den Freizeitpark Swiss Vapeur Parc, das Schloss Chillon und die Tourismusregion rund um Montreux.

Die A9 verläuft teilweise nahe der Bahnstrecke und dem Seeufer. Die dichte Konzentration von Siedlungen, Bahn, Hauptstrasse und Autobahn erschwert Ausbauten.

Bei Villeneuve erreicht die A9 die flache Rhoneebene.

Villeneuve–Aigle

Zwischen Villeneuve und Aigle verläuft die A9 durch die Ebene des Chablais.

Das Gebiet wird von Landwirtschaft, Industrie, Gewerbe, Wohnsiedlungen und Verkehrsanlagen geprägt. Die Autobahn liegt teilweise nahe der kanalisierten Rhone.

Anschlüsse bestehen bei Villeneuve, Roche, Aigle und Yvorne. Sie erschliessen den östlichen Kanton Waadt, die Waadtländer Alpen und den westlichen Teil des Kantons Wallis.

Über Aigle bestehen Verbindungen in die Tourismusregionen Leysin, Les Diablerets und das Pays-d'Enhaut.

Der Abschnitt gehört an Wochenenden und während der Ferienzeiten zu den stauanfälligen Teilen der A9. Ein grosser Teil des Verkehrs fährt in die Walliser und Waadtländer Berggebiete.

Aigle–Saint-Maurice

Südlich von Aigle verengt sich das Rhonetal.

Die Autobahn führt an Bex vorbei und erreicht bei Saint-Maurice die Grenze zwischen den Kantonen Waadt und Wallis.

Saint-Maurice liegt an einer natürlichen Engstelle zwischen steilen Felswänden. Seit der Antike führen wichtige Verkehrswege durch diesen Raum.

Die A9, die Bahnlinie, die Hauptstrasse und die Rhone verlaufen hier auf engem Raum nebeneinander. Tunnel, Brücken und Schutzbauten sichern die Verkehrswege gegen Steinschlag und Hochwasser.

Saint-Maurice–Martigny

Von Saint-Maurice führt die A9 durch das Unterwallis nach Martigny.

Sie passiert Vernayaz, Evionnaz und weitere Gemeinden des Rhonetals. Industrielle Anlagen, Steinbrüche, Landwirtschaftsflächen und Siedlungen prägen die Umgebung.

Bei Martigny verändert die Rhone ihre Richtung. Die A9 folgt dem Fluss nach Nordosten in Richtung Sitten.

Vom Raum Martigny zweigt die Nationalstrasse N21 in Richtung Grosser St. Bernhard, Aostatal und Italien ab. Diese Verbindung wird auch als A21 bezeichnet.

Martigny ist deshalb ein wichtiger Knoten für den Verkehr zwischen dem Genferseeraum, dem Wallis, dem Simplon und Italien.

Martigny–Sitten

Zwischen Martigny und Sitten verläuft die A9 weitgehend in der Rhoneebene.

Anschlüsse bestehen unter anderem bei Fully, Saxon, Riddes, Conthey und Sitten. Die Autobahn erschliesst grosse Industrie- und Gewerbezonen sowie zahlreiche Seitentäler.

Bei Riddes besteht die Verbindung nach Verbier und ins Val de Bagnes. Weitere Zufahrten führen nach Ovronnaz, Nendaz und in die Region der Walliser Wintersportorte.

Die Strecke verläuft häufig parallel zur Rhone und zur Simplonbahn. Hochwasserschutz, Grundwasser und Landwirtschaft sind wichtige Rahmenbedingungen für Unterhalts- und Ausbauprojekte.

Umfahrung Sitten

Die A9 umgeht die Walliser Kantonshauptstadt Sitten südlich.

Mehrere Anschlüsse erschliessen das Stadtzentrum, die Gewerbegebiete, den Flughafen Sitten und die umliegenden Gemeinden.

Die Autobahn ist für den regionalen Pendlerverkehr von grosser Bedeutung. Sie verbindet Sitten mit Martigny, Siders und den Seitentälern.

Der Abschnitt Sion-Est–Sierre-Est wurde 1999 eröffnet. Nach mehr als 25 Betriebsjahren begann im März 2026 eine umfassende Sanierung. Die Arbeiten sollen bis Ende 2028 dauern.[3]

Sitten–Siders

Von Sitten führt die A9 durch die zentrale Rhoneebene nach Siders.

Die Strecke passiert unter anderem Saint-Léonard, Granges und Grône. In der Umgebung liegen Weinberge, Obstkulturen, Industriegebiete und Kieswerke.

Der Verkehr ist durch Pendler, Tourismus und Gütertransporte geprägt. Zahlreiche Fahrzeuge zweigen in die Seitentäler und zu den Ferienorten der Walliser Alpen ab.

Bei Siders führt die Autobahn teilweise durch Tunnel und Einschnitte. Der Tunnel von Siders entlastet die Stadt vom Durchgangsverkehr.

Siders–Pfynwald

Bei Sierre-Est endet der seit 1999 durchgehend befahrbare westliche Autobahnabschnitt.

Der Verkehr wird auf die bestehende Hauptstrasse 9 durch den Pfynwald geleitet. Dieser Abschnitt bildet eine der letzten grossen Lücken im schweizerischen Nationalstrassennetz.

Der Pfynwald gehört zu den bedeutendsten Natur- und Landschaftsräumen des Wallis. Er umfasst Auen, Trockenwälder, Flusslandschaften und landwirtschaftliche Flächen.

Die Planung einer Autobahn durch dieses Gebiet war deshalb besonders anspruchsvoll und politisch umstritten.

Geplanter Abschnitt durch den Pfynwald

Der neue A9-Abschnitt zwischen Siders-Ost und Leuk/Susten-Ost soll einen grossen Teil des Durchgangsverkehrs unterirdisch aufnehmen.

Das Projekt umfasst gedeckte Einschnitte, Tunnel, Brücken, neue Anschlüsse und umfangreiche ökologische Ersatzmassnahmen.

Zu den geplanten oder vorbereiteten Bauwerken gehören:

  • der gedeckte Einschnitt Pfyn;
  • der gedeckte Einschnitt Gorwetsch;
  • neue Anschlüsse bei Leuk und Susten;
  • Brücken und Unterführungen;
  • Entwässerungs- und Sicherheitsanlagen;
  • ökologische Vernetzungsmassnahmen;
  • Ersatzflächen für Landwirtschaft und Natur.

Ein grosser Teil der künftigen Autobahn soll im Bereich der heutigen Kantonsstrasse entstehen. Da diese während der Bauarbeiten weiterhin benötigt wird, müssen provisorische Verkehrswege und Baustrassen eingerichtet werden.

Die vorbereitenden Arbeiten wurden 2025 und 2026 verstärkt. Dazu gehören die Verlegung von Leitungen, Materialbewirtschaftung, Erschliessung der Baustellen und technische Untersuchungen.[4]

Wegen der komplexen Bauweise erfolgt die Inbetriebnahme in mehreren Etappen. Ein endgültiger Eröffnungstermin für den gesamten Pfynwaldabschnitt hängt vom Baufortschritt und von den technischen sowie rechtlichen Rahmenbedingungen ab.

Leuk/Susten–Gampel/Steg

Zwischen Leuk/Susten und Gampel/Steg besteht seit dem 25. November 2016 ein rund sieben Kilometer langer Autobahnabschnitt.

Die Strecke führt an Agarn und Turtmann-Unterems vorbei. Sie entlastete diese Ortschaften erheblich vom Durchgangs- und Schwerverkehr.

Zu den wichtigsten Bauwerken gehört der gedeckte Einschnitt Turtmann. Die Autobahn verläuft dort unterirdisch beziehungsweise überdeckt durch den Siedlungsraum.

Ein Rastplatz befindet sich im Gebiet Martischejiu.

Der Abschnitt endet im Osten beim Anschluss Gampel/Steg. Von dort führt die A9 weiter in Richtung Raron und Visp.

Gampel/Steg–Raron

Die Strecke zwischen Gampel/Steg und Raron verläuft durch die obere Rhoneebene.

Ein Teilstück wurde bereits vor der vollständigen Verbindung bis Visp in Betrieb genommen. Es umfasst offene Autobahnabschnitte, Brücken und den Bereich des Tunnels Riedberg.

Der Riedberg ist geologisch schwierig. Bewegungen des Hangs führten während der Bauzeit zu Unterbrüchen und umfangreichen Sicherungsmassnahmen.

Der Tunnel besitzt zwei Röhren von jeweils etwas mehr als 500 Metern Länge. Seine Fertigstellung erforderte besondere geotechnische Überwachung, Entwässerungsstollen und Stützmassnahmen.

Bis zur vollständigen Inbetriebnahme des Tunnels wird der Verkehr in diesem Bereich über eine provisorische beziehungsweise oberirdische Verbindung geführt.

Gampel/Steg–Visp West

Am 27. Oktober 2025 wurde der 7,6 Kilometer lange Abschnitt Gampel/Steg–Visp West vollständig für den Verkehr freigegeben.

Damit entstand eine durchgehende Verkehrsverbindung von Gampel/Steg über Raron nach Visp und Brig. Ausgenommen blieb zunächst die endgültige Führung durch den Tunnel Riedberg.[5]

Zu den wichtigsten Bestandteilen gehören:

  • der gedeckte Einschnitt Raron;
  • der Vollanschluss Raron;
  • die offene Strecke bei St. German;
  • der Vollanschluss Visp West;
  • mehrere Brücken und Unterführungen;
  • neue Zufahrts- und Umgehungsstrassen.

Der gedeckte Einschnitt Raron führt die Autobahn unter dem Ortsteil Turtig hindurch. Nach Abschluss der Bauarbeiten können Teile der Oberfläche für lokale Strassen, Freiräume und landschaftliche Gestaltung genutzt werden.

Die Eröffnung entlastete Raron und Turtig vom Durchgangsverkehr und verkürzte die Fahrzeiten zwischen Visp und dem westlichen Oberwallis.

Südumfahrung Visp

Die Südumfahrung Visp gehört zu den technisch aufwendigsten Abschnitten der A9.

Sie umfasst ein komplexes Tunnelsystem, das den Verkehr aus Richtung Raron, Brig und den Vispertälern miteinander verbindet.

Der Tunnel Visp besitzt zwei Röhren und unterirdische Verzweigungen. Eine Verbindung führt in Richtung Brig und Simplon, eine weitere in Richtung Stalden, Zermatt und Saas-Fee.

Die Nordröhre wurde am 23. September 2022 eröffnet. Die Südröhre wurde am 24. Juni 2025 in Betrieb genommen. Seither kann die Südumfahrung in beiden Fahrtrichtungen genutzt werden.[6]

Die Umfahrung entlastet das Zentrum von Visp, das zuvor stark vom regionalen und internationalen Durchgangsverkehr betroffen war.

Visp–Eyholz

Östlich von Visp führt die A9 durch den Tunnel Eyholz.

Der Tunnel wurde 2018 eröffnet und bildet die Verbindung zwischen der Südumfahrung Visp und dem Abschnitt nach Brig.

Er besitzt zwei Röhren und moderne Betriebs- und Sicherheitsanlagen. Die Strecke entlastet Eyholz und weitere Siedlungsgebiete vom Durchgangsverkehr.

Tunnel Visp und Tunnel Eyholz sind technisch miteinander verbunden. Lüftung, Verkehrssteuerung, Überwachung und Notfallkonzepte müssen deshalb aufeinander abgestimmt werden.

Eyholz–Brig

Zwischen Eyholz und Brig führt die A9 am nördlichen Rand der Rhoneebene entlang.

Der Gamsentunnel umgeht das Siedlungs- und Industriegebiet von Gamsen. Er wurde 2007 eröffnet.

Anschlüsse bestehen bei Visp-Ost, Brig-Glis und Brig-Zentrum. Die Strecke erschliesst Brig, Naters, das Goms und die Zufahrt zum Simplon.

Der Autobahnstandard endet im Raum Brig-Glis. Die Nationalstrasse N9 setzt sich als Autostrasse und Gebirgsstrasse über den Simplonpass fort.

Brig–Ried-Brig

Von Brig steigt die N9 in Richtung Ried-Brig und Simplonpass an.

Die Strecke überwindet auf kurzer Distanz einen beträchtlichen Höhenunterschied. Sie führt durch Tunnel, Galerien und über zahlreiche Brücken.

Das Gelände ist von steilen Hängen, Schluchten und Wildbächen geprägt. Stützmauern und Schutzbauten sichern die Strasse gegen Steinschlag, Lawinen und Murgänge.

Zwischen Brig-Glis und Ried-Brig liegt unter anderem die historische Napoleonsbrücke beziehungsweise eine moderne Strassenanlage in ihrem Umfeld.

Simplonpass

Der Simplonpass bildet mit 2005 Metern über Meer den höchsten Punkt der N9.

Die Passstrasse verbindet das Oberwallis mit dem italienischen Ossolatal. Sie ist eine der wichtigsten ganzjährig offen gehaltenen Alpenverbindungen der Schweiz.

Die heutige Strasse folgt teilweise der zwischen 1801 und 1805 unter Napoleon Bonaparte erbauten Simplonstrasse. Diese war als militärisch und wirtschaftlich bedeutende Verbindung zwischen Frankreich, der Schweiz und Norditalien angelegt worden.

Im 20. Jahrhundert wurde die Strecke für den motorisierten Verkehr ausgebaut und in das Nationalstrassennetz aufgenommen.

Auf der Passhöhe befinden sich das Simplon-Hospiz, gastronomische Betriebe, Parkplätze und das markante Steinadler-Denkmal.

Simplon-Südseite

Südlich der Passhöhe fällt die Strasse durch das Tal der Doveria nach Simplon-Dorf und Gondo ab.

Die Strecke besitzt zahlreiche Tunnel, Galerien, Brücken und Stützmauern. Insgesamt umfasst die Simplon-Nationalstrasse etwa zehn Tunnel, rund zwanzig Galerien und ungefähr fünfzig grössere Brücken.[7]

Die Südseite ist besonders durch Naturgefahren gefährdet. Lawinen, Steinschläge, Hochwasser und Murgänge können zu Sperrungen führen.

Im Juni 2024 verschüttete ein grosser Murgang Teile der Nationalstrasse und drang in die Galerie Engi ein. Umfangreiche Räumungs-, Sicherungs- und Wiederaufbauarbeiten waren notwendig.

Die Strasse wird laufend überwacht. Messanlagen erfassen Bewegungen von Hängen, Wasserstände, Lawinengefahr und den Zustand der Bauwerke.

Gondo und italienische Grenze

Gondo liegt unmittelbar an der Grenze zu Italien.

Der Ort befindet sich in einer engen Schlucht und war seit Jahrhunderten ein wichtiger Handels- und Zollplatz. Der Grenzübergang dient dem Personen-, Tourismus- und Güterverkehr.

Bei Gondo bestehen Zollanlagen und Einrichtungen zur Kontrolle des Schwerverkehrs.

Auf italienischer Seite setzt sich die Verbindung als Strada Statale 33 del Sempione in Richtung Domodossola und Mailand fort.

Wichtige Knotenpunkte

Bedeutende Verzweigungen und Anschlüsse
Knotenpunkt Bedeutung
Grenzübergang Vallorbe Verbindung zur französischen N57 in Richtung Pontarlier und Besançon
Orbe Erschliessung des waadtländischen Juras und der Region Orbe
Verzweigung Essert-Pittet Beginn der gemeinsamen Führung mit der A1
Verzweigung Villars-Sainte-Croix Trennung von A1 und A9 westlich von Lausanne
Lausanne-Blécherette Anschluss an das nördliche Stadtgebiet und den Flughafen Lausanne-La Blécherette
Lausanne-Vennes Anschluss an Lausanne und das Strassennetz Richtung Epalinges
Verzweigung La Veyre Verbindung mit der A12 in Richtung Freiburg und Bern
Villeneuve Erschliessung des östlichen Genferseegebiets
Aigle Zufahrt zu den Waadtländer Alpen und ins Chablais
Martigny Verbindung zur N21 und zum Grossen St. Bernhard
Riddes Zufahrt nach Verbier und ins Val de Bagnes
Sitten Erschliessung der Walliser Kantonshauptstadt
Siders Westliches Ende der bestehenden Autobahn vor der Pfynwaldlücke
Leuk/Susten Östliches Ende der Pfynwaldlücke
Gampel/Steg Anschluss an Lötschental und Region Gampel
Raron Erschliessung von Raron, Turtig und dem mittleren Oberwallis
Visp West Verbindung zwischen A9, Visp und dem westlichen Oberwallis
Tunnel Visp Unterirdische Verzweigung nach Brig und in die Vispertäler
Brig-Glis Übergang zur Simplonstrecke und Verbindung ins Goms
Grenzübergang Gondo Verbindung zur italienischen SS33 nach Domodossola

Bedeutende Tunnel und Überdeckungen

Ausgewählte Tunnel und gedeckte Einschnitte
Bauwerk Kanton Funktion
Tunnel von Glion Waadt Führung der A9 oberhalb von Montreux
Tunnel von Siders Wallis Umfahrung und Unterquerung von Teilen des Stadtgebiets Siders
Gedeckter Einschnitt Turtmann Wallis Entlastung des Siedlungsgebiets von Turtmann
Tunnel Riedberg Wallis Unterquerung eines geologisch instabilen Hanggebiets bei Gampel/Steg
Gedeckter Einschnitt Raron Wallis Unterirdische Führung durch den Ortsteil Turtig
Tunnel Visp Wallis Südumfahrung von Visp und unterirdische Verzweigung
Tunnel Eyholz Wallis Umfahrung von Eyholz
Gamsentunnel Wallis Umfahrung von Gamsen bei Brig
Simplontunnel und Galerien Wallis Schutz vor Naturgefahren und Führung durch das alpine Gelände

Geschichte

Historische Verkehrsachsen

Die heutige A9 folgt mehreren sehr alten Verkehrsverbindungen.

Im Jura verbanden Wege das Schweizer Mittelland mit der Franche-Comté. Der Übergang bei Vallorbe war für Handel und militärische Bewegungen von Bedeutung.

Entlang des Genfersees und durch das Rhonetal bestanden seit römischer Zeit Strassenverbindungen. Die Route führte über Aventicum, Lausanne, Vevey, Saint-Maurice und Martigny.

Der Simplon wurde bereits im Mittelalter für regionalen Handel genutzt. Eine leistungsfähige Passstrasse entstand jedoch erst unter Napoleon zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Aufnahme ins Nationalstrassennetz

Mit dem Nationalstrassengesetz von 1960 schuf der Bund die Grundlage für den Bau eines schweizerischen Autobahnnetzes.

Die N9 wurde als Verbindung zwischen Frankreich, Lausanne, dem Wallis und Italien festgelegt.

Der Bau erfolgte in zahlreichen Etappen. Die topografischen Verhältnisse, dichte Besiedlung, Weinbaugebiete und Naturgefahren machten die Strecke besonders aufwendig.

Ausbau im Kanton Waadt

Die ersten Autobahnabschnitte im Raum Lausanne, Vevey und Montreux entstanden in den 1960er- und 1970er-Jahren.

Die A9 übernahm einen grossen Teil des Verkehrs, der zuvor durch die Ortszentren am Genfersee geführt worden war.

Der Abschnitt durch die Waadtländer Riviera erforderte zahlreiche Tunnel und Viadukte. Die knappen Platzverhältnisse erschweren bis heute Unterhaltsarbeiten und Erweiterungen.

Rhoneautobahn im Unterwallis

Die Autobahn wurde von Saint-Maurice aus schrittweise nach Martigny, Sitten und Siders verlängert.

Der Bau veränderte die Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung des Rhonetals. Industrie- und Gewerbegebiete entstanden häufig in der Nähe der Anschlüsse.

Mit der Eröffnung des Abschnitts Sion-Est–Sierre-Est im Jahr 1999 war die Autobahn von Vallorbe bis Siders durchgehend befahrbar.

Netzvollendung im Oberwallis

Der Ausbau zwischen Siders und Brig wurde zu einem der längsten und komplexesten Nationalstrassenprojekte der Schweiz.

Die sogenannte Netzvollendung im Oberwallis umfasst rund 31,8 Kilometer neue Autobahn. Etwa die Hälfte der Strecke verläuft unterirdisch oder in gedeckten Einschnitten.[4]

Der Abschnitt wurde in mehrere Teilprojekte gegliedert:

Hauptabschnitte der Netzvollendung
Abschnitt Stand im Jahr 2026
Siders-Ost–Leuk/Susten-Ost Pfynwaldabschnitt in Vorbereitung und Bau
Leuk/Susten-Ost–Gampel/Steg Seit 2016 in Betrieb
Gampel/Steg–Visp West Seit 27. Oktober 2025 weitgehend in Betrieb
Visp West–Visp Ost Südumfahrung seit Juni 2025 in beiden Richtungen in Betrieb
Visp Ost–Brig Mit Tunnel Eyholz und Gamsentunnel in Betrieb
Tunnel Riedberg Fertigstellung und technische Inbetriebnahme als separates Teilprojekt

Chronologie

Ausgewählte Meilensteine
Jahr Ereignis
1801–1805 Bau der napoleonischen Simplonstrasse
1960 Aufnahme der N9 in das schweizerische Nationalstrassennetz
1960er- und 1970er-Jahre Eröffnung erster Autobahnabschnitte bei Lausanne und am Genfersee
1980er- und 1990er-Jahre Schrittweiser Ausbau der Rhoneautobahn im Unterwallis
1999 Eröffnung des Abschnitts Sion-Est–Sierre-Est
2007 Eröffnung des Gamsentunnels
2016 Eröffnung des Abschnitts Leuk/Susten–Gampel/Steg
2018 Eröffnung des Tunnels Eyholz
2022 Eröffnung der Nordröhre des Tunnels Visp
24. Juni 2025 Inbetriebnahme der Südröhre des Tunnels Visp
27. Oktober 2025 Eröffnung des Abschnitts Gampel/Steg–Visp West
März 2026 Beginn der Gesamtsanierung Sion-Est–Sierre-Est
2026–2028 Geplante Hauptarbeiten der Sanierung zwischen Sitten und Siders

Bedeutung

Internationale Verbindung

Die A9 verbindet Frankreich mit der Westschweiz und stellt über den Simplon eine Strassenverbindung nach Norditalien her.

Im Vergleich zu den grossen Transitachsen A2 und A13 ist das Verkehrsaufkommen über den Simplon geringer. Der Anteil schwerer Güterfahrzeuge ist jedoch bedeutend.

Die Route dient insbesondere dem Verkehr zwischen der Westschweiz, dem Wallis, dem Piemont und der Lombardei.

Erschliessung des Wallis

Für den Kanton Wallis ist die A9 die wichtigste innere Verkehrsachse.

Sie verbindet die grossen Zentren Martigny, Sitten, Siders, Visp und Brig und erschliesst die Zugänge zu zahlreichen Seitentälern.

Über die Autobahn werden unter anderem folgende Tourismusgebiete erreicht:

  • Portes du Soleil;
  • Verbier und das Val de Bagnes;
  • Crans-Montana;
  • Val d'Anniviers;
  • Leukerbad;
  • Lötschental;
  • Zermatt und Mattertal;
  • Saastal;
  • Aletschgebiet;
  • Goms;
  • Simplonregion.

Während der Wintersaison, an Ferienwochenenden und bei Grossveranstaltungen nimmt der Verkehr stark zu.

Wirtschaftliche Bedeutung

Die Autobahn erschliesst Industrie-, Energie- und Gewerbestandorte im Rhonetal.

Zu den bedeutenden Wirtschaftsregionen entlang der Strecke gehören Lausanne, Vevey, Montreux, Aigle, Martigny, Sitten, Siders, Visp und Brig.

Die A9 ist auch für Landwirtschaft, Weinbau und Logistik wichtig. Zahlreiche Betriebe transportieren ihre Produkte über die Autobahn in andere Landesteile oder ins Ausland.

Verkehr und Staus

Das Verkehrsaufkommen ist auf den einzelnen Abschnitten sehr unterschiedlich.

Besonders stark belastet sind:

  • die Umfahrung Lausanne;
  • der Abschnitt Lausanne–Vevey;
  • die Region Vevey–Montreux;
  • die Strecke Villeneuve–Aigle;
  • die Zufahrten zu den Walliser Tourismusgebieten;
  • die Umfahrungen von Sitten und Siders.

Staus entstehen vor allem durch Pendlerverkehr, Ferienverkehr, Unfälle, Baustellen und Engstellen.

Auf dem Abschnitt Yvorne–Villeneuve wurden 2024 insgesamt 157 Staustunden registriert.[8]

Bei Sperrungen der A9 wird der Verkehr häufig auf die Hauptstrasse 9 umgeleitet. Da diese durch zahlreiche Ortschaften führt, entstehen dort rasch Überlastungen.

Raststätten und Rastplätze

Entlang der A9 bestehen mehrere Raststätten und Rastplätze.

Sie bieten je nach Anlage Parkplätze, Toiletten, Treibstoff, Gastronomie und Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge.

Im Oberwallis wurde zusammen mit dem Abschnitt Leuk–Gampel der Rastplatz Martischejiu eingerichtet.

Auf der Simplonstrecke bestehen zusätzliche Halteplätze und Kontrollflächen. Wegen der Steigungen und der langen Gefälle sind sichere Rastmöglichkeiten besonders für den Schwerverkehr wichtig.

Schwerverkehr

Die Verbindung über den Simplon wird von einem bedeutenden Anteil an Lastwagen genutzt.

Schwere Fahrzeuge müssen wegen der langen Steigungen, engen Kurven und Gefälle besondere Vorschriften beachten.

Bei Gondo befindet sich ein Kontroll- und Warteraum für den Schwerverkehr. Fahrzeuge können dort bei Überlastung, schlechten Wetterbedingungen oder Einschränkungen in Italien zurückgehalten werden.

Kontrolliert werden unter anderem Gewicht, Abmessungen, Ladungssicherung, Bremsen und die Einhaltung der Arbeits- und Ruhezeiten.

Vignettenpflicht

Auf den grün signalisierten Autobahn- und Autostrassenabschnitten der A9 gilt die schweizerische Autobahnvignettenpflicht.

Die Vignette ist für Motorfahrzeuge und Anhänger bis 3,5 Tonnen erforderlich.

Auf normalen Hauptstrassenabschnitten sowie auf Teilen der Simplonstrecke, die nicht als Autobahn oder Autostrasse signalisiert sind, besteht keine Vignettenpflicht.

Für schwere Nutzfahrzeuge gilt unabhängig davon die leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe.

Umwelt und Landschaft

Die A9 durchquert mehrere empfindliche Landschaftsräume.

Dazu gehören:

  • die Wälder und Täler des waadtländischen Juras;
  • die Weinberge des Lavaux;
  • das Ufergebiet des Genfersees;
  • die Rhoneebene;
  • der Pfynwald;
  • alpine Landschaften am Simplon.

Bei Neubau- und Sanierungsprojekten werden deshalb umfangreiche Umweltmassnahmen umgesetzt.

Dazu gehören Lärmschutzwände, gedeckte Einschnitte, Wildtierpassagen, Ersatzaufforstungen, renaturierte Gewässer und ökologische Ausgleichsflächen.

Pfynwald

Der Pfynwald stellt die grösste ökologische Herausforderung der Netzvollendung dar.

Die Autobahn soll weitgehend unterirdisch oder in gedeckten Einschnitten verlaufen. Dadurch soll die Zerschneidung der Landschaft begrenzt werden.

Nach Abschluss der Bauarbeiten sollen Teile der Oberfläche renaturiert und für Landwirtschaft, Natur und Langsamverkehr genutzt werden.

Lavaux

Im Lavaux verläuft die Autobahn oberhalb der historischen Weinberge.

Unterhaltsarbeiten müssen so geplant werden, dass Rebflächen, Ortsbilder, Grundwasser und die UNESCO-Kulturlandschaft möglichst wenig beeinträchtigt werden.

Rhoneebene

In der Rhoneebene bestehen enge Wechselwirkungen zwischen Autobahn, Flussraum, Landwirtschaft und Hochwasserschutz.

Projekte der dritten Rhonekorrektion können Anpassungen an Brücken, Entwässerungsanlagen und Böschungen der A9 erfordern.

Naturgefahren

Auf der Simplonstrecke ist die A9 zahlreichen Naturgefahren ausgesetzt.

Zu den wichtigsten gehören:

  • Lawinen;
  • Steinschläge;
  • Felsstürze;
  • Murgänge;
  • Hochwasser;
  • starke Schneefälle;
  • Vereisung;
  • Hangbewegungen.

Galerien und Tunnel schützen die Strasse an besonders gefährdeten Stellen.

Lawinenverbauungen, Steinschlagschutznetze, Dämme und Überwachungssysteme ergänzen den baulichen Schutz.

Bei akuter Gefahr kann die Strecke kurzfristig gesperrt werden. Verkehrsteilnehmende müssen dann über den Grossen St. Bernhard, den Gotthard oder andere Alpenübergänge ausweichen.

Winterdienst

Der Simplonpass wird grundsätzlich ganzjährig offen gehalten.

Schneeräumung, Salzstreuung und Lawinensicherung erfordern einen erheblichen Aufwand. Räumfahrzeuge sind bei starken Schneefällen teilweise rund um die Uhr im Einsatz.

Bei schwierigen Verhältnissen können Schneeketten vorgeschrieben werden. Für schwere Fahrzeuge gelten teilweise zusätzliche Einschränkungen.

Die Passhöhe liegt deutlich höher als die meisten dauerhaft offenen Schweizer Strassenverbindungen. Wetter und Fahrbahnzustand können sich deshalb rasch ändern.

Sicherheit

Die A9 besitzt je nach Abschnitt unterschiedliche Sicherheitsstandards.

Moderne Autobahnabschnitte verfügen über getrennte Fahrbahnen, Pannenstreifen, Leitplanken und überwachte Tunnel.

Auf älteren Autostrassen und der Simplonroute bestehen teilweise Gegenverkehr, schmale Fahrbahnen und direkte Zufahrten.

Zu den Sicherheitsanlagen gehören:

  • Notruftelefone;
  • Videoüberwachung;
  • Brandmeldeanlagen;
  • Tunnelfunk;
  • Fluchtwege;
  • Verkehrslichtsignale;
  • Wechselanzeigen;
  • Geschwindigkeitssteuerung;
  • Wetter- und Lawinenmessanlagen.

Tunnel werden regelmässig für Wartung, Reinigung und Sicherheitsübungen gesperrt.

Sanierungen und Ausbauprojekte

Bedeutende Projekte mit Stand 2026
Projekt Inhalt Zeitraum oder Stand
A9 Vennes–Chexbres Sanierung von Fahrbahnen, Brücken, Entwässerung, Lärmschutz und technischer Ausrüstung Mehrjähriges Erhaltungsprojekt
A9 Sion-Est–Sierre-Est Umfassende Erneuerung des 13,3 km langen Abschnitts 2026–2028
Pfynwald Neubau der unterirdisch geführten Autobahn zwischen Siders und Leuk/Susten Vorbereitungs- und Bauarbeiten
Tunnel Riedberg Fertigstellung, Entwässerung, Hangsicherung und Betriebsanlagen In Arbeit
A9 Simplon Erneuerung von Galerien, Brücken, Fahrbahnen und Schutzbauten Laufende Teilprojekte
Schwerverkehrskontrollplatz Gondo Ausbau und Modernisierung der Kontrollanlagen Etappenweise Realisierung

Unterhalt der Simplonstrecke

Die Simplonroute ist durch Schwerverkehr, Schnee, Frost und grosse Temperaturunterschiede stark belastet.

Das Bundesamt für Strassen führt deshalb fortlaufend Sanierungen durch.

Zu den Arbeiten gehören:

  • Ersatz von Fahrbahnbelägen;
  • Erneuerung von Brückenübergängen;
  • Sanierung von Stützmauern;
  • Verstärkung von Galerien;
  • Erneuerung der Entwässerung;
  • Installation von Glasfaserkabeln;
  • Modernisierung von Verkehrskameras;
  • Schutz vor Murgängen und Steinschlag.

Viele Arbeiten können nur während der schneefreien Monate ausgeführt werden. Einspurige Verkehrsführungen und nächtliche Sperrungen sind deshalb regelmässig notwendig.[9]

Besonderheiten

Die A9 weist mehrere Besonderheiten innerhalb des Schweizer Nationalstrassennetzes auf.

Sie verbindet zwei Landesgrenzen und überquert einen hohen Alpenpass.

Zwischen Vallorbe und Gondo wechselt die Sprache der Signalisation von Französisch zu Deutsch und teilweise Italienisch.

Die Strecke umfasst urbane Autobahnen, Seeuferlandschaften, Weinbaugebiete, breite Talebenen und alpine Gebirgsstrassen.

Mit der Pfynwaldlücke besitzt sie zugleich einen der letzten noch nicht vollständig ausgebauten Abschnitte des ursprünglichen Nationalstrassennetzes von 1960.

Siehe auch

Literatur

  • Bundesamt für Strassen: Strassen und Verkehr. Zahlen und Fakten. Bern, jährlich.
  • Kanton Wallis, Dienststelle für Nationalstrassenbau: A9 – verbindet das Wallis. Sitten, verschiedene Ausgaben.
  • Bundesamt für Strassen: A9 Simplon – Unterhalt und Erneuerung. Thun.
  • Kanton Waadt und Bundesamt für Strassen: A9 Vennes–Chexbres. Lausanne.
  • Jean-Henri Papilloud: La route du Simplon. Siders.
  • Bundesrat: Botschaft über die Festlegung des schweizerischen Nationalstrassennetzes. Bern.

Einzelnachweise