Brig-Glis
| Brig-Glis | |
|---|---|
| Kanton | Wallis |
| Bezirk | Brig |
| BFS-Nr. | 6002 |
| Postleitzahl | 3900 |
| Höhe | 678 m ü. M. |
| Fläche | 37.67 km² |
| Einwohner | 14'085 |
| Website | brig-glis.ch |
Brig-Glis ist eine Stadtgemeinde im Kanton Wallis und Hauptort des Bezirks Brig. Sie liegt im deutschsprachigen Oberwallis im oberen Rhonetal und entstand 1973 durch den Zusammenschluss der damaligen Gemeinden Brig, Glis und Brigerbad. Mit 14'085 Einwohnerinnen und Einwohnern Ende 2024 ist Brig-Glis die bevölkerungsreichste Gemeinde des Oberwallis.[1]
Brig-Glis bildet gemeinsam mit der nördlich der Rhone gelegenen Gemeinde Naters ein zusammenhängendes städtisches Gebiet. Die Stadt ist ein bedeutendes Verkehrs-, Bildungs-, Dienstleistungs- und Einkaufszentrum der Region. Ihre Entwicklung wurde wesentlich durch die Lage an den Verkehrswegen über den Simplonpass, durch die Simplonstrecke und durch den Lötschbergtunnel geprägt.
Das bekannteste historische Bauwerk ist das im 17. Jahrhundert von Kaspar Stockalper errichtete Stockalperschloss. Brig gilt zudem als wichtiger Ausgangspunkt für Reisen in die Walliser Alpen, ins Aletschgebiet, nach Zermatt, ins Goms und über den Simplon nach Italien.
Geographie
Lage
Brig-Glis liegt im Oberwallis am Übergang des oberen Rhonetals in das Gebiet des Simplons. Das Stadtzentrum von Brig befindet sich auf rund 678 m ü. M. am Südufer der Rhone, nahe der Mündung der Saltina.
Das Gemeindegebiet umfasst rund 37,7 km² und weist grosse Höhenunterschiede auf. Von der Talebene auf rund 670 Metern steigt es nach Süden bis in hochalpine Gebiete des Simplonmassivs an. Der höchste Punkt erreicht im Gebiet des Monte-Leone-Massivs mehr als 3500 m ü. M.[2]
Von den insgesamt rund 3806 Hektaren des Stadtgebiets entfallen nach Angaben der Gemeinde etwa 1785 Hektaren auf Wald, 496 Hektaren auf landwirtschaftliche Nutzflächen und 394 Hektaren auf Siedlungsflächen. Rund 1071 Hektaren gelten als unproduktive Flächen.[2]
Ortsteile
Die Stadtgemeinde besteht hauptsächlich aus den früher selbständigen Gemeinden und Ortschaften:
Zum Gemeindegebiet gehören zudem mehrere kleinere Siedlungen, Weiler und Berggebiete.
Brig und Glis sind heute baulich vollständig miteinander verschmolzen. Die historische Grenze zwischen beiden Orten ist im modernen Stadtbild kaum noch wahrnehmbar.
Brig
Brig bildet das historische und wirtschaftliche Zentrum der Gemeinde. Die Altstadt liegt zwischen dem Bahnhof, der Saltina und dem Stockalperschloss.
Die Ortschaft entwickelte sich aufgrund ihrer Lage an der Simplonroute früh zu einem Handels- und Verkehrsort. Mit dem Eisenbahnbau im 19. und frühen 20. Jahrhundert nahm ihre Bedeutung stark zu.
Glis
Glis liegt südwestlich des historischen Zentrums von Brig. Der Ort war bis zur Gemeindefusion 1973 eine selbständige Gemeinde und besass ursprünglich einen stärker landwirtschaftlich geprägten Charakter.
Im Zentrum des alten Dorfes steht die Pfarr- und Wallfahrtskirche Unsere Liebe Frau auf dem Glisacker. Rund um die Kirche sind Teile der historischen Siedlungsstruktur erhalten.
Durch das starke Wachstum im 20. Jahrhundert verschmolzen Brig und Glis zu einem zusammenhängenden Siedlungsraum.
Brigerbad
Brigerbad befindet sich westlich von Brig und Glis in der Rhoneebene. Die Ortschaft ist vor allem für ihre Thermalquellen und das Thermalbad bekannt.
Die natürlichen Warmwasserquellen wurden bereits seit Jahrhunderten genutzt. Heute befindet sich hier eine grosse Thermal- und Freizeitanlage.
Landschaft
Die Landschaft der Gemeinde reicht von der intensiv genutzten Rhoneebene bis zu alpinen und hochalpinen Gebieten. Südlich des Siedlungsraums steigen die Hänge in Richtung Glishorn, Simplonpass und Monte Leone an.
Zu den landschaftlich wichtigen Gebieten gehören:
- die Rhone und ihre Uferbereiche;
- die Saltina;
- das Nanztal;
- der Brigerberg;
- das Gebiet des Glishorns;
- die Hochlagen in Richtung Simplon.
Die Gemeinde umfasst dadurch mehrere Höhen- und Klimastufen, von vergleichsweise trockenen und milden Tallagen bis zu hochalpinen Regionen.[2]
Nachbargemeinden
Brig-Glis grenzt unter anderem an:
Klima
Das Oberwallis weist aufgrund seiner inneralpinen Lage ein vergleichsweise trockenes Klima auf. Brig-Glis gehört zu den niederschlagsärmeren Gebieten der Schweiz.
Die Tallage ist für alpine Verhältnisse mild und sonnig. Im Sommer können hohe Temperaturen auftreten, während die höher gelegenen Teile des Gemeindegebiets ein ausgeprägtes Gebirgsklima besitzen.
Die grossen Höhenunterschiede innerhalb der Gemeinde führen dazu, dass sich auf relativ kleinem Raum sehr unterschiedliche klimatische und vegetationsgeografische Bedingungen finden.[2]
Geschichte
Frühgeschichte und Mittelalter
Das Gebiet von Brig und Glis war aufgrund seiner Lage an wichtigen Alpenübergängen bereits früh besiedelt. Verkehrswege führten von hier in Richtung Simplon und weiter nach Norditalien.
Glis besass schon im frühen Mittelalter kirchliche Bedeutung. Die Ursprünge der dortigen Kirche reichen nach Angaben der Stadtgemeinde bis ins frühe 7. Jahrhundert zurück.[3]
Brig entwickelte sich im Mittelalter zu einem Markt- und Umschlagplatz an der Route über den Simplon.
Kaspar Stockalper
Die bedeutendste Persönlichkeit der Briger Geschichte ist Kaspar Stockalper (1609–1691). Der Kaufmann, Politiker und Unternehmer baute im 17. Jahrhundert ein weitreichendes Handels- und Verkehrsnetz auf.
Besonders bedeutend war seine Kontrolle über den Warenverkehr über den Simplonpass. Stockalper handelte unter anderem mit Salz und besass wirtschaftliche Interessen in zahlreichen Teilen des Wallis.
Zwischen 1658 und 1678 liess er in Brig das monumentale Stockalperschloss errichten. Mit seinen drei weithin sichtbaren Türmen wurde das Gebäude zum Wahrzeichen der Stadt.
Stockalpers wirtschaftlicher und politischer Einfluss trug erheblich zur Entwicklung Brigs bei.
Entwicklung der Pfarreien
Brig, Glis und mehrere umliegende Ortschaften waren über lange Zeit kirchlich eng miteinander verbunden.
1642 trennten sich Brig, Glis, Ried-Brig, Termen, Brigerbad und Eggerberg von der Pfarrei Naters und bildeten eine eigene Pfarrei. In der Folge entstanden beziehungsweise entwickelten sich die kirchlichen Strukturen von Brig und Glis weiter.[3]
Simplonstrasse
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gewann Brig erneut stark an Bedeutung. Napoleon Bonaparte liess zwischen 1801 und 1805 eine moderne Strasse über den Simplonpass bauen.
Die neue Verbindung sollte insbesondere militärischen und strategischen Zwecken dienen, entwickelte sich jedoch auch zu einer wichtigen Handels- und Verkehrsroute zwischen der Schweiz und Italien.
Brig lag unmittelbar am nördlichen Zugang zu dieser Alpenverbindung.
Eisenbahnzeitalter
Die Eröffnung der Eisenbahn veränderte Brig grundlegend. 1878 erreichte die Bahnlinie von Westen her Brig.
Eine neue Epoche begann mit dem Bau des Simplontunnels. Der knapp 20 Kilometer lange Tunnel zwischen Brig und Iselle in Italien wurde 1906 eröffnet und schuf eine direkte internationale Eisenbahnverbindung unter dem Alpenhauptkamm.
1913 folgte die Eröffnung des Lötschbergtunnels. Brig wurde dadurch mit Bern und der Nordschweiz verbunden.
Die Stadt entwickelte sich zu einem der wichtigsten Eisenbahnknoten des Alpenraums.
Zusammenschluss zu Brig-Glis
Während Brig zunehmend städtisch und durch Handel, Dienstleistungen und Verkehr geprägt war, behielten Glis und Brigerbad länger einen ländlichen Charakter.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Bevölkerung stark. Die Siedlungsgebiete von Brig und Glis dehnten sich aus und verschmolzen zunehmend miteinander.[4]
1973 schlossen sich die zuvor selbständigen Gemeinden Brig, Glis und Brigerbad zur neuen Stadtgemeinde Brig-Glis zusammen.
Hochwasser von 1993
Am 24. September 1993 trat die Saltina nach heftigen Niederschlägen über die Ufer. Mitgeführtes Geschiebe und Schwemmholz verstopften den Bereich der Saltinabrücke im Stadtzentrum.
In kurzer Zeit wurden grosse Teile von Brig überflutet. Die Katastrophe verursachte erhebliche Schäden und forderte zwei Todesopfer.
In der Folge wurde der Hochwasserschutz grundlegend erneuert. Besondere Bekanntheit erlangte die neue hydraulisch anhebbare Saltinabrücke, die bei Hochwasser angehoben werden kann und dadurch einen grösseren Durchflussquerschnitt schafft.
Bevölkerung
Brig-Glis gehört zu den grössten Gemeinden des Kantons Wallis und ist die grösste Gemeinde des deutschsprachigen Oberwallis.
Ende 2024 lebten gemäss Bundesstatistik 14'085 Menschen in der Gemeinde.[1]
Seit dem Zweiten Weltkrieg nahm die Einwohnerzahl deutlich zu. Ursachen waren insbesondere die Entwicklung Brigs zum regionalen Dienstleistungs-, Bildungs- und Verkehrszentrum sowie die zunehmende Verstädterung des Raums Brig–Glis–Naters.
Brig-Glis und Naters bilden heute einen weitgehend zusammenhängenden urbanen Raum mit mehr als 20'000 Einwohnerinnen und Einwohnern.
Sprache
Die traditionelle Umgangssprache ist Walliserdeutsch, eine Gruppe höchstalemannischer Dialekte.
Als Amts- und Schriftsprache wird Deutsch verwendet. Aufgrund der Funktion Brigs als Verkehrs-, Bildungs- und Tourismuszentrum sind daneben Französisch, Italienisch und weitere Sprachen verbreitet.
Religion
Die Bevölkerung war historisch stark römisch-katholisch geprägt. Die bedeutendsten historischen Kirchen der Gemeinde sind die Pfarrkirche in Brig und die Pfarr- und Wallfahrtskirche in Glis.
Durch gesellschaftlichen Wandel und Zuwanderung nahm die konfessionelle Vielfalt im Verlauf des 20. und 21. Jahrhunderts zu.
Politik und Verwaltung
Brig-Glis ist eine politische Gemeinde des Kantons Wallis und Hauptort des Bezirks Brig.
Die kommunale Exekutive bildet der Stadtrat. An dessen Spitze steht der Stadtpräsident.
Die stimmberechtigte Bevölkerung entscheidet an der Urversammlung beziehungsweise bei kommunalen Abstimmungen über wichtige Gemeindeangelegenheiten.
Die Stadtverwaltung befindet sich an der Alten Simplonstrasse 28 in Brig.[5]
Wirtschaft
Brig-Glis ist das wichtigste Dienstleistungs- und Arbeitsplatzzentrum des Oberwallis neben Visp.
Von besonderer Bedeutung sind:
- öffentliche Verwaltung;
- Gesundheitswesen;
- Bildungswesen;
- Detailhandel;
- Tourismus;
- Verkehr und Logistik;
- Banken und Versicherungen;
- Gastgewerbe;
- Bauwirtschaft;
- kleinere und mittlere Gewerbebetriebe.
Die zentrale Lage und die gute Verkehrsanbindung machen Brig auch für Unternehmen attraktiv, deren Tätigkeitsgebiet das gesamte Oberwallis umfasst.
Ein Teil der Bevölkerung arbeitet in den grossen Industrie- und Dienstleistungsbetrieben des nahe gelegenen Visp.
Verkehr
Bahnhof Brig
Hauptartikel: Bahnhof Brig
Der Bahnhof Brig ist einer der wichtigsten Eisenbahnknoten im schweizerischen Alpenraum.
Hier treffen mehrere normal- und meterspurige Bahnlinien zusammen. Direkte beziehungsweise umsteigefreie Fernverkehrsverbindungen bestehen unter anderem nach:
Über die Simplonstrecke besteht eine internationale Verbindung nach Italien.
Lötschbergstrecke
Die klassische Lötschbergstrecke verbindet Brig über den Lötschbergtunnel mit dem Berner Oberland und Bern.
Seit der Eröffnung des Lötschberg-Basistunnels im Jahr 2007 verkehren viele Fernverkehrszüge zwischen dem Wallis und der Deutschschweiz über die neue Flachbahn.
Brig bleibt dennoch ein wichtiger Knotenpunkt sowohl der Lötschberg- als auch der Simplonachse.
Simplonstrecke
Von Brig führt die Eisenbahn durch den Simplontunnel nach Iselle und Domodossola in Italien.
Der erste Simplontunnel wurde 1906 eröffnet. Eine zweite Tunnelröhre kam 1922 hinzu.
Die Simplonachse ist bis heute eine bedeutende internationale Eisenbahnverbindung für den Personen- und Güterverkehr.
Matterhorn-Gotthard-Bahn
Die meterspurige Matterhorn-Gotthard-Bahn verbindet Brig unter anderem mit:
Damit besitzt Brig direkte Bahnverbindungen zu zahlreichen bedeutenden Tourismusgebieten der Walliser und zentralen Schweizer Alpen.
Auch der Glacier Express bedient Brig.
Busverkehr
Vom Bahnhof Brig verkehren zahlreiche Postauto- und Ortsbuslinien in die umliegenden Gemeinden und Täler.
Die Ortsbuslinien erschliessen Brig, Glis, Naters und weitere angrenzende Siedlungen. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 werden im Ortsbusnetz Brig-Glis/Naters/Bitsch sechs Elektrobusse eingesetzt.[6]
Postautoverbindungen führen unter anderem:
- über den Simplonpass nach Simplon Dorf und Gondo;
- nach Naters und Blatten bei Naters;
- in weitere Gemeinden des Bezirks Brig;
- nach Visp und in angrenzende Regionen.
Strassenverkehr
Brig liegt an der Hauptachse durch das Rhonetal und am nördlichen Zugang zum Simplonpass.
Die Hauptstrasse 9 verbindet die Stadt westwärts mit Visp, Siders und Sitten sowie ostwärts mit dem Goms. Nach Süden führt sie über den Simplonpass nach Gondo und zur italienischen Grenze.
Der Simplon ist eine der wichtigsten ganzjährig befahrbaren Strassenverbindungen zwischen der Schweiz und Norditalien.
Bildung
Brig-Glis ist das wichtigste Bildungszentrum des Oberwallis.[5]
Die Stadt verfügt über zahlreiche Einrichtungen der obligatorischen und weiterführenden Bildung.
Zu den bekannten Bildungsinstitutionen gehört das Kollegium Spiritus Sanctus Brig, dessen Geschichte bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Heute umfasst der Standort unter anderem ein Gymnasium.
Daneben befinden sich in Brig-Glis Berufs- und Weiterbildungseinrichtungen sowie verschiedene spezialisierte Schulen.
Die zentrale Verkehrslage führt dazu, dass viele Schülerinnen, Schüler und Studierende aus anderen Teilen des Oberwallis täglich nach Brig pendeln.
Gesundheitswesen
Brig ist ein wichtiger Standort der medizinischen Versorgung des Oberwallis. Das Spital Brig gehört zum Spitalzentrum Oberwallis.
Neben dem Spital befinden sich zahlreiche Arztpraxen, Therapieangebote, Apotheken und weitere medizinische Einrichtungen in der Stadt.
Kultur
Brig-Glis besitzt ein für eine Stadt dieser Grösse vielfältiges Kulturangebot.
Zu den kulturellen Einrichtungen und Veranstaltungen gehören unter anderem Konzerte, Theateraufführungen, Kunstausstellungen, Literaturveranstaltungen und traditionelle Walliser Feste.
Das Stockalperschloss dient regelmässig als Veranstaltungsort.
Sehenswürdigkeiten
Stockalperschloss
Hauptartikel: Stockalperschloss
Das Stockalperschloss ist das bekannteste Wahrzeichen von Brig und eines der bedeutendsten profanen Barockbauwerke der Schweiz.
Kaspar Stockalper liess den Palast im 17. Jahrhundert errichten. Besonders auffällig sind die drei grossen Türme mit ihren charakteristischen Kuppeln.
Zum Ensemble gehören ein grosser Innenhof und Gartenanlagen.
Heute befinden sich Teile der Stadtverwaltung und kulturelle Einrichtungen im Schloss. Es kann teilweise besichtigt werden.
Altstadt von Brig
Die Briger Altstadt erstreckt sich zwischen Stockalperschloss, Saltina und Bahnhofstrasse.
Sie besitzt zahlreiche historische Häuser, Plätze, Gaststätten und Geschäfte. Zu den zentralen Bereichen gehören der Stadtplatz und die angrenzenden Gassen.
Die Altstadt ist weitgehend vom Durchgangsverkehr entlastet und bildet das gesellschaftliche Zentrum von Brig.
Pfarrkirche Glis
Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Unsere Liebe Frau auf dem Glisacker gehört zu den bedeutendsten Sakralbauten des Oberwallis.
Ihre Ursprünge reichen bis ins frühe Mittelalter zurück. Die Kirche wurde mehrfach erweitert und umgebaut und vereint Elemente verschiedener Baustile, darunter Romanik, Gotik und Barock.[3]
Kaspar Stockalper war im 17. Jahrhundert an einem bedeutenden Ausbau beteiligt.
Kollegium Spiritus Sanctus
Das Kollegium Spiritus Sanctus Brig prägt mit seinen historischen Gebäuden und der Kollegiumskirche einen Teil des Stadtbilds.
Es entwickelte sich zu einer der wichtigsten Bildungsinstitutionen des Oberwallis.
Saltinabrücke
Die Brücke über die Saltina im Zentrum von Brig ist auch wegen ihrer besonderen Hochwasserschutzkonstruktion bekannt.
Nach der Hochwasserkatastrophe von 1993 wurde eine anhebbare Brückenkonstruktion realisiert. Bei einem starken Hochwasser kann die Fahrbahn angehoben werden, um dem Fluss mehr Raum zu geben.
Thermalbad Brigerbad
Brigerbad ist wegen seiner natürlichen Thermalquellen bekannt.
Das heutige Thermalbad umfasst Innen- und Aussenbecken sowie Wellness- und Freizeiteinrichtungen. Die Warmwasserquellen machen Brigerbad zu einem regional bedeutenden Bade- und Erholungsort.
Tourismus
Brig ist sowohl selbst ein Reiseziel als auch ein wichtiger Ausgangspunkt für den Tourismus im Oberwallis.
Von hier sind zahlreiche bekannte Destinationen schnell erreichbar, darunter:
Aufgrund der guten Bahnverbindungen nutzen viele Reisende Brig als Ausgangs- oder Übernachtungsort für Ausflüge in die Walliser Alpen.
Simplonpass
Hauptartikel: Simplonpass
Der Simplonpass liegt südlich von Brig und verbindet das Oberwallis mit dem Gebiet von Domodossola in Italien.
Der Pass besitzt seit Jahrhunderten grosse verkehrsgeschichtliche Bedeutung. Besonders wichtig wurde er durch die unter Napoleon zu Beginn des 19. Jahrhunderts gebaute moderne Passstrasse.
Die Simplonstrasse beginnt im Raum Brig und steigt über Ried-Brig und Simplon Dorf zur Passhöhe auf 2005 m ü. M. an.
Natur und Freizeit
Die Umgebung von Brig-Glis bietet zahlreiche Wander- und Velomöglichkeiten.
Beliebte Naherholungsgebiete befinden sich unter anderem:
- am Glishorn;
- im Nanztal;
- am Brigerberg;
- entlang der Rhone;
- entlang der Saltina;
- in Richtung Simplonpass.
Das Nanztal südwestlich von Glis ist weitgehend unbesiedelt und besitzt einen ausgeprägt alpinen Charakter.
Energie und Nachhaltigkeit
Brig-Glis engagiert sich seit mehreren Jahrzehnten in der kommunalen Energiepolitik.
Die Gemeinde ist seit 2000 im Programm Energiestadt aktiv und erhielt 2020 erstmals den Gold-Status. Zu den Massnahmen gehören unter anderem Wasserkraftanlagen, Holzschnitzel-Heizungen, Wärmenetze und Photovoltaikanlagen.[7]
In der Grundversorgung stammt der Strom nach Angaben der Gemeinde aus erneuerbaren Energiequellen.[7]
2026 wurden rund 34 Prozent der beheizten Gebäude in der Gemeinde mit erneuerbaren Wärmequellen versorgt.[1]
Stadtentwicklung
Der Siedlungsraum von Brig, Glis und Naters ist im Verlauf des 20. Jahrhunderts weitgehend zusammengewachsen.
Die Stadtentwicklung konzentriert sich unter anderem auf die Verdichtung bestehender Quartiere, die Verbesserung öffentlicher Räume und die Entwicklung des Gebiets westlich des Bahnhofs.
Eine Herausforderung besteht darin, die Rolle Brig-Glis' als regionales Zentrum mit den landschaftlichen und historischen Qualitäten der Stadt zu verbinden.
Zu den für das Stadtbild besonders wichtigen Bereichen zählen nach dem räumlichen Leitbild der Gemeinde:
- die Altstadt von Brig;
- der historische Dorfkern von Glis;
- der Dorfkern von Gamsen;
- das Stockalperschloss;
- die Kollegiumskirche;
- die Kirche von Glis;
- die Rhone;
- die Saltina.[8]
Chronologie
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| frühes 7. Jahrhundert | Früheste nachgewiesene Vorgängerbauten der Kirche von Glis |
| Mittelalter | Entwicklung Brigs als Verkehrs- und Handelsplatz an der Simplonroute |
| 1642 | Brig, Glis und mehrere umliegende Ortschaften lösen sich kirchlich von Naters |
| 17. Jahrhundert | Aufstieg Kaspar Stockalpers zum bedeutenden Handelsunternehmer |
| 1658–1678 | Bau des Stockalperschlosses |
| 1801–1805 | Bau der napoleonischen Simplonstrasse |
| 1878 | Brig erhält Eisenbahnanschluss |
| 1906 | Eröffnung des Simplontunnels |
| 1913 | Eröffnung des Lötschbergtunnels |
| 1973 | Zusammenschluss von Brig, Glis und Brigerbad zur Stadtgemeinde Brig-Glis |
| 24. September 1993 | Verheerendes Hochwasser der Saltina |
| 2000 | Beitritt zum Programm Energiestadt |
| 2007 | Eröffnung des Lötschberg-Basistunnels |
| 2020 | Brig-Glis erreicht den Energiestadt-Gold-Status |
| 2024 | Die Einwohnerzahl erreicht 14'085 |
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Geo Chavez (1887–1910), Luftfahrtpionier, starb nach seiner Alpenüberquerung in Domodossola; seine Flugroute führte über den Simplon
- Cäsar Ritz (1850–1918), Hotelier aus dem Oberwallis, absolvierte einen Teil seiner frühen beruflichen Laufbahn in Brig
- Viola Amherd (* 1962), Politikerin und ehemalige Bundesrätin, stammt aus Brig-Glis
- Peter Bodenmann (* 1952), Politiker und ehemaliger Staatsrat des Kantons Wallis
Mit Brig verbundene Persönlichkeiten
- Kaspar Stockalper (1609–1691), Unternehmer, Politiker und Bauherr des Stockalperschlosses
- Napoleon Bonaparte (1769–1821), liess die moderne Simplonstrasse errichten
Siehe auch
- Brig
- Glis
- Brigerbad
- Bezirk Brig
- Oberwallis
- Naters
- Visp
- Simplonpass
- Simplontunnel
- Lötschbergtunnel
- Lötschberg-Basistunnel
- Bahnhof Brig
- Stockalperschloss
- Saltina
- Rhone
Literatur
- Louis Carlen: Brig. Geschichte und Gegenwart. Rotten-Verlag, Brig.
- Hans Anton von Roten: Kaspar Jodok von Stockalper vom Thurm 1609–1691. Brig.
- Stadtgemeinde Brig-Glis: Leitbild räumliche Entwicklung Brig-Glis. Brig.
- Stadtgemeinde Brig-Glis, Gemeinde Naters: Regionales Leitbild Brig-Glis–Naters.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Kanton Wallis: Energie-Indikatoren Gemeinde Brig-Glis, veröffentlicht am 11. Juni 2026, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 Stadtgemeinde Brig-Glis: Brig-Glis entdecken, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 Stadtgemeinde Brig-Glis: 800 Jahre Brig, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ Stadtgemeinde Brig-Glis und Gemeinde Naters: Regionales Leitbild Brig-Glis–Naters, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ 5,0 5,1 Stadtgemeinde Brig-Glis: Offizielle Website, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ Stadtgemeinde Brig-Glis: StadtBlatt, Nr. 1, März 2026.
- ↑ 7,0 7,1 Stadtgemeinde Brig-Glis: Brig-Glis – Alpenstadt des Jahres, Faktenblatt 2021.
- ↑ Stadtgemeinde Brig-Glis: Leitbild räumliche Entwicklung Brig-Glis, abgerufen am 25. August 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Brig-Glis