Hirslanden
Hirslanden ist ein Quartier der Stadt Zürich und gehört zusammen mit Fluntern, Hottingen und Witikon zum Kreis 7. Die ehemals selbständige politische Gemeinde Hirslanden wurde auf den 1. Januar 1893 im Rahmen der ersten grossen Zürcher Eingemeindung in die Stadt Zürich aufgenommen.
Das Quartier liegt am südwestlichen Hang des Adlisbergs beziehungsweise des Zürichbergs und erstreckt sich von den dicht bebauten Gebieten um Hegibach- und Klusplatz bis zu bewaldeten Höhen und Tobellandschaften an der Grenze zu Witikon. Anders als viele frühere Zürcher Vorortsgemeinden besass Hirslanden keinen ausgeprägten geschlossenen Dorfkern. Historisch entwickelte es sich vielmehr als Streusiedlung entlang der Forchstrasse und verschiedener landwirtschaftlicher Wege.
Zu den charakteristischen Orten gehören der Klusplatz, der Hegibachplatz, die historische Hirslandermühle, das ehemalige Tramdepot Burgwies mit dem Tram-Museum Zürich, das Stöckentobel sowie zahlreiche Wohngebiete mit hohem Grünanteil. Die Hanglage mit Ausblicken über die Stadt und teilweise bis zum Zürichsee machte Hirslanden seit dem 19. Jahrhundert zu einer gefragten Wohnlage.
| Hirslanden | |
|---|---|
| Stadt | Zürich |
| Stadtkreis | Kreis 7 |
| Quartiernummer | 073 |
| BFS-Nr. | 261-073 |
| Fläche | 2,19 km² |
| Einwohner | 7'648 |
| Einwohnerstand | 31. Dezember 2024 |
| Höhe | ca. 466 m ü. M. |
| Postleitzahlen | 8032, teilweise 8008 |
| Ersterwähnung | 946 als Hirslanda |
| Eingemeindung | 1. Januar 1893 |
| Gewässer | Wehrenbach, Stöckentobelbach |
| Koordinaten | 47° 21′ 53″ N, 8° 33′ 59″ O |
Geografie
Hirslanden liegt östlich beziehungsweise südöstlich der Zürcher Innenstadt am Hang zwischen dem Zürichseegebiet und den bewaldeten Höhen des Adlisbergs.
Im Norden und Nordwesten grenzt das Quartier an Hottingen. Im Osten schliesst Witikon an. Im Süden und Südwesten liegen Gebiete des Kreises 8, insbesondere Weinegg und Mühlebach.
Eine natürliche Grenze zu Witikon bildet auf längeren Abschnitten das tief eingeschnittene Stöckentobel. Das Gelände fällt von den höher gelegenen Wohngebieten in Richtung Forchstrasse und Zürichsee ab.
Die Gesamtfläche des Quartiers beträgt rund 218,7 Hektaren.[1]
Im Vergleich zu vielen innenstadtnahen Quartieren besitzt Hirslanden einen hohen Anteil an Grünflächen, Gärten und bewaldeten Gebieten.
Name
Die erste bekannte schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 946. In einer Urkunde erscheint die Bezeichnung Hirslanda.
Anlass für die Erwähnung war ein Streit um Zehntrechte zwischen dem Chorherrenstift des Grossmünsters und der Pfarrei St. Peter.[2]
Der Ortsname hat nichts mit Hirschen zu tun. Er leitet sich vielmehr von Hirse ab. Gemeint war Land, auf dem diese Getreideart angebaut wurde.
Hirse gehörte vor der weiten Verbreitung der Kartoffel auch in der Region Zürich zu den wichtigen Grundnahrungsmitteln.
An diese Herkunft erinnert heute unter anderem die historische Hirslandermühle.
Geschichte
Mittelalter
Hirslanden gehörte spätestens seit dem 14. Jahrhundert zum Einflussbereich der Stadt Zürich.
Vom 15. Jahrhundert bis zum Ende des Ancien Régime im Jahr 1798 war das Gebiet Teil der Zürcher Obervogtei Vier Wachten. Zu dieser gehörten auch andere Gebiete östlich der damaligen Stadt.
Die Bevölkerung lebte hauptsächlich von Landwirtschaft, Rebbau und der Versorgung Zürichs mit Lebensmitteln.
Entlang der Bäche entstanden früh Mühlen, Schmieden und andere Gewerbebetriebe, die Wasserkraft nutzten.
Streusiedlung
Hirslanden unterschied sich von klassischen Haufendörfern wie beispielsweise Albisrieden oder Schwamendingen.
Ein dicht bebauter historischer Dorfkern bildete sich nicht. Stattdessen entstanden verschiedene Hofgruppen und Einzelhöfe entlang der Verkehrswege.
Das wichtigste Siedlungsband entwickelte sich entlang der heutigen Forchstrasse. Das damalige Zentrum lag ungefähr bei der Einmündung der Freiestrasse in die Forchstrasse.[3]
Weitere historische Siedlungsbereiche bestanden unter anderem bei Hegibach, Klus, Burgwies und in den höher gelegenen Gebieten.
Landwirtschaft und Rebbau
Bis weit ins 19. Jahrhundert war Hirslanden landwirtschaftlich geprägt.
Auf den sonnigen Hängen wurden Reben angebaut. Daneben spielten Ackerbau, Viehzucht, Obst- und Gemüsebau eine wichtige Rolle.
Die Nähe zur Stadt Zürich ermöglichte den direkten Verkauf landwirtschaftlicher Produkte auf den städtischen Märkten.
Historische Gebäude an der Waserstrasse erinnern an diese Vergangenheit. Die Gebäudegruppe Rain entstand aus einer früheren bäuerlichen Streusiedlung. Zwei dortige Wohnhäuser konnten dendrochronologisch auf den Anfang des 16. Jahrhunderts datiert werden.[4]
Bereits für die Mitte des 17. Jahrhunderts ist in diesem Gebiet Rebbau nachgewiesen.
Hirslandermühle
Die Hirslandermühle gehört zu den wichtigsten historischen Baugruppen des Quartiers.
Sie liegt im Gebiet Burgwies am Wildbach beziehungsweise im Bereich des Zusammenflusses von Wehrenbach und Stöckentobelbach.
Eine Mühle an diesem Standort ist seit 1396 urkundlich belegt.[5]
Der erhaltene Gebäudekomplex besteht aus mehreren historischen Bauten.
Das Wohn- und Mühlengebäude stammt im Kern aus dem Jahr 1532. Später kamen unter anderem das Lehenhaus, ein Knechthaus mit Scheune, ein Waschhaus und ein kleiner Stall hinzu.[6]
Das Ensemble steht unter Denkmalschutz.
Im ehemaligen Knechthaus befindet sich seit 2005 der Quartiertreff Hirslanden.
Wehrenbach
Hauptartikel: Wehrenbach
Der Wehrenbach ist für die Wirtschafts- und Siedlungsgeschichte Hirslandens von grosser Bedeutung.
Seine Wasserkraft wurde über Jahrhunderte für verschiedene Gewerbebetriebe genutzt.
Neben der Hirslandermühle bestanden am Bach unter anderem:
- Schmieden
- Schleifereien
- Mühlen
- gewerbliche Werkstätten
- später industrielle Betriebe
Strassennamen wie Hammerstrasse, Drahtzugstrasse und Schlyfi erinnern an diese ehemalige Nutzung der Wasserkraft.
Drahtzug
Im Gebiet am Wehrenbach entstand im 19. Jahrhundert auch Industrie.
Ein bedeutendes erhaltenes Ensemble ist der sogenannte Drahtzug.
Das ältere Fabrikgebäude entstand 1882. 1888 kam ein langgestreckter Fabrikbau für die Weberei Hofmann & Vollenweider hinzu.[7]
Der Komplex wurde später mehrfach umgenutzt und saniert.
Heute erinnert er an die industrielle Vergangenheit des ansonsten hauptsächlich als Wohnquartier wahrgenommenen Hirslanden.
Stöckentobel
Das Stöckentobel bildet eine markante Naturlandschaft zwischen Hirslanden und Witikon.
Durch das Tobel fliesst der Stöckentobelbach, der umgangssprachlich auch Elefantenbach genannt wird.
Ein dichtes Netz von Wald- und Spazierwegen führt durch das Gebiet.
Das Tobel gehört zu den bedeutenden naturnahen Erholungsräumen im Osten Zürichs und bildet zugleich eine ökologische Verbindung zwischen Adlisberg und tiefer gelegenen Gebieten.
Bekannt ist die steinerne Elefantenskulptur im Bachbett, aus deren Rüssel Wasser fliesst.
Politische Gemeinde Hirslanden
Nach dem Ende des Ancien Régime 1798 wurde Hirslanden zu einer selbständigen politischen Gemeinde.
Die Gemeinde umfasste damals ein grösseres Gebiet als das heutige statistische Quartier.
Im Verlauf des 19. Jahrhunderts nahm die Bevölkerung deutlich zu. Die Nähe zur stark wachsenden Stadt Zürich führte zu einer zunehmenden wirtschaftlichen und baulichen Verflechtung.
Strassen, Schulen, Wasserversorgung und andere Infrastrukturen mussten ausgebaut werden.
Das Stadtarchiv Zürich bewahrt umfangreiche Bestände des Gemeindearchivs Hirslanden aus der Zeit bis 1893 auf.[8]
Eingemeindung 1893
Auf den 1. Januar 1893 wurde Hirslanden zusammen mit zehn weiteren Vorortsgemeinden in Zürich eingemeindet.
Zu den gleichzeitig eingemeindeten Gemeinden gehörten:
Durch die Vereinigung wurde Zürich zur ersten Schweizer Stadt mit mehr als 100'000 Einwohnerinnen und Einwohnern.[9]
Hirslanden wurde gemeinsam mit Fluntern, Hottingen und Riesbach dem damaligen Stadtkreis V zugeteilt.
Kreis 7
Bei einer Neuordnung der Stadtkreise wurde Riesbach 1913 abgetrennt und zum heutigen Kreis 8.
Fluntern, Hottingen und Hirslanden bildeten fortan den Kreis 7.
Mit der zweiten Eingemeindung von 1934 kam Witikon hinzu.
Seither besteht der Kreis 7 aus:
Veränderung der Quartiergrenzen
Die heutige Grenze Hirslandens entspricht nicht vollständig der Grenze der früheren politischen Gemeinde.
Bei der Neuordnung der Stadtkreise wurde 1912 beziehungsweise 1913 der Balgrist sowie ein Gebiet beim Kreuzplatz dem ehemaligen Riesbach und damit dem heutigen Kreis 8 zugeteilt.[10]
Auch die Eierbrecht gehörte ursprünglich zu Hirslanden.
1964 wurde dieses Gebiet dem Quartier Witikon zugeteilt.
Die historischen und heutigen Quartiergrenzen sind deshalb nicht identisch.
Entwicklung zum Wohnquartier
Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts begann sich Hirslanden grundlegend zu verändern.
Die attraktive Hanglage zog wohlhabende Stadtbürger an, die Landhäuser und Villen ausserhalb der dicht bebauten Stadt errichteten.
Nach der Eingemeindung beschleunigte sich die Bautätigkeit.
In den tiefer gelegenen Bereichen entlang von Forch-, Freie- und Hegibachstrasse entstanden mehrgeschossige Wohnhäuser und dichter bebaute Strassenzüge.
An den höheren Hanglagen dominierten dagegen Villen, Einfamilienhäuser und kleinere Mehrfamilienhäuser in grosszügigen Gärten.
Diese unterschiedliche Siedlungsstruktur ist bis heute deutlich erkennbar.[11]
Hegibachplatz
Der Hegibachplatz liegt im westlichen beziehungsweise südwestlichen Bereich Hirslandens und bildet einen wichtigen lokalen Verkehrsknoten.
Von hier führen Verbindungen in Richtung Kreuzplatz, Klusplatz, Burgwies und Balgrist.
Der Bereich ist durch Wohn- und Geschäftshäuser, Gastronomie und öffentlichen Verkehr geprägt.
Seit 2026 befindet sich auf Wunsch des Quartiervereins Hirslanden auch ein Standort des städtischen Projekts Piazza Pop-up am Hegibachplatz.[12]
Temporäre Möbel und Begrünung sollen die Aufenthaltsqualität erhöhen.
Hausbesetzungen am Hegibachplatz
Der Hegibachplatz spielte auch in der Zürcher Protestgeschichte eine Rolle.
Im Sommer 1973 wurden die beiden Häuser «Frieden» und «Sonnenschein» besetzt.
Die Besetzung dauerte rund zwei Jahre, bevor die Gebäude polizeilich geräumt wurden.[13]
Mit dieser Episode steht auch der später bekannt gewordene Satz «Freedom and Sunshine for Giorgio Bellini» in Verbindung, der 1981 während einer illegalen Solidaritätsaktion im Schweizer Fernsehen gezeigt wurde.
Damit besitzt der Hegibachplatz neben seiner lokalen auch eine besondere kultur- und protestgeschichtliche Bedeutung.
Klusplatz
Der Klusplatz ist eines der wichtigsten Zentren Hirslandens.
Er entstand 1871/72 im Zusammenhang mit dem Bau beziehungsweise Ausbau von Asylstrasse und Witikonerstrasse.[14]
Bereits zuvor bestand unterhalb des heutigen Platzes die als untere Klus bezeichnete kleine Ansiedlung. Ihre Geschichte lässt sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen.
Heute treffen am Klusplatz mehrere wichtige Verkehrsachsen zusammen:
- Asylstrasse
- Bergstrasse
- Witikonerstrasse
- Hegibachstrasse
Der Platz ist zugleich Tramendpunkt beziehungsweise Tramknoten und wichtiger Umsteigeort für Busverbindungen nach Witikon und ins Glattal.
Neugestaltung des Klusplatzes
Die Stadt Zürich plant eine umfassende Neugestaltung des Klusplatzes.
Ziele sind insbesondere:
- hindernisfreie Tram- und Bushaltestellen
- bessere Umsteigemöglichkeiten
- sichere Veloverbindungen
- zusätzliche Bäume
- entsiegelte Flächen
- bessere Aufenthaltsqualität
- Aufwertung des Quartierzentrums
Auch die Hegibachstrasse im sogenannten Klusdörfli soll als begrünte Begegnungszone gestaltet werden.[15]
Der Klusplatz gehört damit zu den bedeutenden zukünftigen Stadtentwicklungsprojekten innerhalb Hirslandens.
Öffentlicher Verkehr
Hirslanden verfügt über eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr.
Die wichtigsten Achsen verlaufen entlang der Forchstrasse sowie über Hegibach- und Klusplatz.
Tram- und Buslinien verbinden das Quartier direkt beziehungsweise mit wenigen Umstiegen mit:
- Bellevue
- Bahnhof Zürich Stadelhofen
- Zürich Hauptbahnhof
- Witikon
- Balgrist
- Rehalp
- Gemeinden des Glattals
Die steile Topografie macht leistungsfähige öffentliche Verkehrsverbindungen besonders wichtig.
Geschichte des Tramverkehrs
Hirslanden besitzt einen besonderen Platz in der Geschichte des Zürcher Trams.
Am 8. März 1894 nahm die erste elektrische Strassenbahn Zürichs ihren regulären Betrieb auf.
Eine der beiden ursprünglichen Strecken führte von Bellevue über Kreuzplatz nach Burgwies.[16]
Damit gehörte Hirslanden zu den ersten Zürcher Gebieten mit elektrischer Strassenbahnerschliessung.
Die neue Verkehrstechnik erleichterte zugleich die weitere Bebauung der zuvor relativ weit von der Innenstadt entfernten Wohngebiete.
Tramdepot Burgwies
Hauptartikel: Tram-Museum Zürich
Das ehemalige Tramdepot Burgwies wurde 1893 nach Plänen des Architekten Theodor Keller errichtet.
Es ist das älteste erhaltene Tramdepot Zürichs.[17]
Neben der Wagenhalle entstand eine eigene Kraftstation. Kohlebefeuerte Dampfmaschinen trieben Generatoren an, die den Strom für die elektrische Strassenbahn erzeugten.
Das Depot wurde später mehrfach erweitert.
1997 endete der reguläre Depotbetrieb.
Tram-Museum Zürich
Seit 2007 befindet sich im ehemaligen Depot Burgwies das Tram-Museum Zürich.
Die historische Halle wurde dafür denkmalgerecht umgebaut.[18]
Die Sammlung umfasst historische Zürcher Tramfahrzeuge und zahlreiche Objekte zur Geschichte des öffentlichen Verkehrs.
Das Museum dokumentiert nicht nur die technische Entwicklung der Strassenbahn, sondern auch deren Bedeutung für die räumliche Entwicklung Zürichs.
Burgwies gehört dadurch zu den wichtigsten Orten der Zürcher Verkehrsgeschichte.
Forchstrasse
Die Forchstrasse ist die bedeutendste historische Verkehrsachse Hirslandens.
Sie führte von Zürich in Richtung Forch, Grüningen und Zürcher Oberland.
Entlang dieser Strasse entstanden die wichtigsten Siedlungsgruppen des früheren Hirslanden.
Heute ist die Forchstrasse eine dicht bebaute Stadtstrasse mit Wohnhäusern, Geschäften, Tramverkehr und verschiedenen Dienstleistungen.
Weiter stadtauswärts führt sie über Burgwies, Balgrist und Rehalp in Richtung Zollikon und Forch.
Atelier Arnold Böcklin
An der Böcklinstrasse befindet sich das ehemalige Atelier des Schweizer Malers Arnold Böcklin.
Der Künstler liess das Gebäude 1885 vom Zürcher Architekturprofessor Georg Lasius errichten.[19]
Böcklin schuf dort Werke und empfing zahlreiche Besucher. Zu seinem Freundeskreis gehörten unter anderem Gottfried Keller und der Maler Rudolf Koller.
1980 plante die Stadt zunächst den Abbruch des Gebäudes.
Durch das Engagement des Zürcher Heimatschutzes und einer eigens gegründeten Stiftung konnte das Atelier jedoch erhalten werden.
1981 wurde es in das Inventar der überregionalen Schutzobjekte aufgenommen.
Erdbebenwarte Degenried
Im nördlichen beziehungsweise höher gelegenen Teil Hirslandens befindet sich die historische Erdbebenwarte Degenried.
Sie wurde 1911 errichtet und gilt als älteste Erdbebenwarte der Schweiz.[20]
Die Anlage wird bis heute vom Schweizerischen Erdbebendienst genutzt.
Das eigentliche moderne Seismometer befindet sich inzwischen ausserhalb des Gebäudes. Die Messsignale werden elektronisch weitergeleitet.
Neben natürlichen Erdbeben können die Instrumente auch andere Bodenerschütterungen registrieren.
Schulen
Hirslanden verfügt über mehrere Schulhäuser und Kindergärten.
Eine bedeutende Anlage ist die Schulanlage Hofacker.
Das historische Schulhaus wurde 1898 nach Plänen von Friedrich Wehrli errichtet.
1938 kam ein Sport- beziehungsweise Schulgebäude des Zürcher Stadtbaumeisters Hermann Herter hinzu.[21]
Die Anlage wurde im 21. Jahrhundert erweitert und die historischen Gebäude wurden instand gesetzt.
Seit dem Schuljahr 2024/25 werden sowohl die Primar- als auch die Sekundarschule Hirslanden als Tagesschulen geführt.
Bevölkerung
Am 31. Dezember 2024 lebten 7'648 Personen in Hirslanden.[22]
Gegenüber 2014 war die Bevölkerung um 3,3 Prozent gewachsen.
Das Wachstum lag damit deutlich unter dem gesamtstädtischen Durchschnitt.
Das Medianalter betrug Ende 2024 40,6 Jahre und lag damit über dem Zürcher Durchschnitt von 37,9 Jahren.
Der Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung betrug 28,3 Prozent.
Historische Bevölkerungsentwicklung
1930 lebten im Gebiet des heutigen Quartiers rund 9'362 Personen.[23]
Damit war die Bevölkerungszahl damals deutlich höher als heute.
Der Rückgang während des 20. Jahrhunderts ist ein typisches Phänomen vieler älterer Zürcher Wohnquartiere.
Ursachen waren unter anderem:
- kleinere Haushalte
- steigender Wohnflächenverbrauch pro Person
- Zusammenlegung von Wohnungen
- Veränderungen der Altersstruktur
Seit dem frühen 21. Jahrhundert hat sich die Bevölkerungszahl stabilisiert beziehungsweise wieder leicht erhöht.
Wohnen
Hirslanden ist heute in erster Linie ein Wohnquartier.
Die Bebauung variiert stark nach Lage.
In den tieferen Gebieten finden sich dichtere Mehrfamilienhäuser und städtische Strassenzüge.
In den höheren Hanglagen dominieren häufiger:
- Villen
- Einfamilienhäuser
- kleinere Mehrfamilienhäuser
- grosse Gärten
- aufgelockerte Wohnsiedlungen
Diese Struktur erklärt den im Vergleich zu vielen innerstädtischen Quartieren hohen Grünanteil.
Wohnungsmarkt
Hirslanden gehört zu den gefragten Zürcher Wohnlagen.
2024 befanden sich rund 11,5 Prozent der Wohnungen im Eigentum von Wohnbaugenossenschaften oder der öffentlichen Hand.
Der Anteil selbst bewohnten Wohneigentums betrug rund 11,1 Prozent.[24]
Damit ist der Anteil privaten Eigentums deutlich höher als im Durchschnitt der Stadt Zürich.
Die Medianmiete nicht gemeinnütziger Zwei-, Drei- und Vierzimmerwohnungen lag 2024 bei rund 30,60 Franken pro Quadratmeter und Monat.
Wirtschaft und Arbeitsplätze
Hirslanden ist deutlich stärker Wohn- als Wirtschaftsquartier.
2023 wurden rund 3'975 Beschäftigte gezählt.[25]
Arbeitsplätze bestehen insbesondere in den Bereichen:
- Gesundheits- und Sozialwesen
- Bildung
- Detailhandel
- Gastronomie
- persönliche Dienstleistungen
- kleinere Gewerbebetriebe
Grössere Industriegebiete existieren heute nicht mehr.
Historische Gewerbeareale wie Drahtzug und Burgwies wurden umgenutzt.
Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen
Im Quartier befinden sich verschiedene Gesundheits-, Alters- und Pflegeeinrichtungen.
Dazu gehört das Wohn- und Pflegezentrum Mühlehalde.
Die Einrichtung nahm 1985 ihren Betrieb auf und ist auf ältere blinde und sehbehinderte Menschen spezialisiert.[26]
Sie verfügt über 79 Einzelzimmer sowie verschiedene Therapie-, Freizeit- und Gemeinschaftsangebote.
Grünräume
Der hohe Grünanteil gehört zu den wichtigsten Qualitäten Hirslandens.
Neben privaten Gärten und begrünten Wohnanlagen befinden sich vor allem im Osten und Nordosten naturnahe Landschaften.
Zu den wichtigen Grün- und Erholungsräumen gehören:
- Stöckentobel
- Wehrenbachtobel
- Waldgebiete am Adlisberg
- Degenried
- Grünräume entlang des Wehrenbachs
Diese Gebiete bilden Übergänge zwischen dem dicht bebauten Zürich und den ausgedehnten Waldflächen des Zürichbergs und Adlisbergs.
Naherholung
Von Hirslanden aus führen zahlreiche Spazier- und Wanderwege in Richtung:
- Adlisberg
- Dolder
- Witikon
- Elefantenbach
- Wehrenbachtobel
- Zürichberg
Die Hanglage und der hohe Grünanteil machen das Quartier zu einem wichtigen Ausgangspunkt für Naherholungsaktivitäten.
Insbesondere das Stöckentobel ist trotz seiner Nähe zur Innenstadt landschaftlich stark von Wald und Bachläufen geprägt.
Architektur und Ortsbild
Hirslanden besitzt kein einheitliches Stadtbild.
Die unterschiedlichen Entwicklungsphasen sind deutlich erkennbar.
Erhalten sind:
- bäuerliche Gebäude aus mehreren Jahrhunderten
- die historische Hirslandermühle
- Villen des 19. Jahrhunderts
- Mehrfamilienhäuser der Zeit um 1900
- Wohnsiedlungen des 20. Jahrhunderts
- Gewerbebauten
- moderne Ersatzneubauten
Das Nebeneinander dieser Gebäudeformen spiegelt den Wandel vom landwirtschaftlichen Vorort zum städtischen Wohnquartier wider.
Denkmalpflege
Zahlreiche Bauten und Gebäudegruppen Hirslandens besitzen kulturhistorische Bedeutung.
Neben der Hirslandermühle und dem Tramdepot Burgwies gehören dazu verschiedene Wohnhäuser, Villen, bäuerliche Gebäude und öffentliche Bauten.
2026 ergänzte die Stadt Zürich das Inventar der schützenswerten Bauten, Gärten und Anlagen im Zusammenhang mit dem Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz.[27]
Die historische Streusiedlungsstruktur und die Grünräume besitzen dabei eine besondere Bedeutung.
Quartierleben
Das lokale Leben konzentriert sich vor allem auf die Gebiete um:
- Klusplatz
- Hegibachplatz
- Forchstrasse
- Burgwies
Geschäfte, Restaurants, Schulen und öffentliche Einrichtungen bilden dort lokale Zentren.
Der Quartierverein Hirslanden engagiert sich unter anderem für Verkehrsfragen, öffentliche Räume und die Entwicklung des Klusplatzes.
Der Quartiertreff in der historischen Hirslandermühle dient als sozialer und kultureller Begegnungsort.
Wappen
Das historische Wappen Hirslandens zeigt in Blau eine goldene beblätterte Hirserispe mit drei Ährchen.
Das Motiv verweist direkt auf die Herkunft des Ortsnamens und den historischen Hirseanbau.
Wie die Wappen anderer ehemaliger Zürcher Vorortsgemeinden wird es bis heute als Symbol des Quartiers verwendet.
Bedeutung innerhalb Zürichs
Hirslanden veranschaulicht besonders deutlich den Wandel der ehemaligen Zürcher Vororte.
Aus einer landwirtschaftlichen Streusiedlung mit Rebbergen, Mühlen und wasserbetriebenem Gewerbe entwickelte sich im 19. und 20. Jahrhundert ein städtisches Wohnquartier.
Charakteristisch sind heute insbesondere:
- die Hanglage zwischen Innenstadt und Adlisberg
- der hohe Grünanteil
- die historische Hirslandermühle
- das Stöckentobel
- der Klusplatz
- der Hegibachplatz
- das Tramdepot Burgwies
- die lange Geschichte des elektrischen Tramverkehrs
- Villen- und Wohnquartiere mit grosszügigen Gärten
Trotz der unmittelbaren Nähe zur Innenstadt besitzt Hirslanden in seinen höher gelegenen und östlichen Teilen bis heute einen vergleichsweise ruhigen und grünen Charakter.
Siehe auch
- Kreis 7 (Zürich)
- Fluntern
- Hottingen (Zürich)
- Witikon
- Klusplatz
- Hegibachplatz
- Tram-Museum Zürich
- Wehrenbach
- Stöckentobel
- Adlisberg
- Forchstrasse
- Burgwies
- Stadtkreise der Stadt Zürich
- Geschichte der Stadt Zürich
Weblinks
- Hirslanden – Statistik Stadt Zürich
- Quartierspiegel Hirslanden
- Klusplatz – Stadt Zürich
- Tram-Museum Zürich
- Open Data Zürich
Einzelnachweise
- ↑ Quartierspiegel Hirslanden, Statistik Stadt Zürich.
- ↑ Quartierspiegel Hirslanden 2025, Statistik Stadt Zürich.
- ↑ Quartierspiegel Hirslanden 2025, Statistik Stadt Zürich.
- ↑ Scheune Wasersteig 26, Stadt Zürich.
- ↑ Quartierspiegel Hirslanden 2025, Statistik Stadt Zürich.
- ↑ Landschaftsanalyse Glaziallandschaft Burghölzli, Bachtobel Burgwies, Stadt Zürich.
- ↑ Landschaftsanalyse Glaziallandschaft Burghölzli, Bachtobel Burgwies, Stadt Zürich.
- ↑ Gemeinde Hirslanden, Gemeindearchiv 1677–1893, Stadtarchiv Zürich.
- ↑ Digitale Zeitreise – Geschichte der Stadt Zürich, Stadt Zürich.
- ↑ Quartierspiegel Hirslanden 2025, Statistik Stadt Zürich.
- ↑ Bauten, Gärten und Anlagen im Ortsbild Stadt Zürich – Hirslanden, Stadt Zürich.
- ↑ Piazza Pop-up, Stadt Zürich.
- ↑ Quartierspiegel Hirslanden 2025, Statistik Stadt Zürich.
- ↑ Quartierspiegel Hirslanden 2025, Statistik Stadt Zürich.
- ↑ Klusplatz – Neugestaltung, Stadt Zürich.
- ↑ Tram-Museum Zürich – Pressetext zur Eröffnung, Stadt Zürich.
- ↑ Tram-Museum Zürich – Pressetext zur Eröffnung, Stadt Zürich.
- ↑ Eröffnung des Tram-Museums, Stadt Zürich.
- ↑ Quartierspiegel Hirslanden 2025, Statistik Stadt Zürich.
- ↑ Quartierspiegel Hirslanden 2025, Statistik Stadt Zürich.
- ↑ Geschichte der Schulanlage Hofacker, Stadt Zürich.
- ↑ Bevölkerungsbefragung 2025 – Quartierbericht, Stadtentwicklung Zürich.
- ↑ Quartierspiegel Hirslanden 2025, Statistik Stadt Zürich.
- ↑ Bevölkerungsbefragung 2025 – Quartierbericht, Stadtentwicklung Zürich.
- ↑ Bevölkerungsbefragung 2025 – Quartierbericht, Stadtentwicklung Zürich.
- ↑ Wohn- und Pflegezentrum Mühlehalde, Stadt Zürich.
- ↑ Bauten, Gärten und Anlagen im Ortsbild Stadt Zürich, Stadt Zürich.
Wikimedia Commons: Medien zu Hirslanden