Central (Zürich)

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Central ist ein Platz und bedeutender Verkehrsknotenpunkt im Zentrum der Stadt Zürich. Er liegt am rechten Ufer der Limmat im Kreis 1, am nördlichen Ende des Limmatquais und unmittelbar gegenüber dem Zürcher Hauptbahnhof. Über die Bahnhofbrücke ist das Central direkt mit dem Bahnhofquai und dem Hauptbahnhof verbunden.

Bis 1950 trug der Platz offiziell den Namen Leonhardsplatz. Die heute gebräuchliche Bezeichnung geht auf das 1883 eröffnete Hotel Central zurück. Bereits lange vor der offiziellen Umbenennung wurde der Platz von der Bevölkerung überwiegend als «Central» bezeichnet.

Am Central treffen Limmatquai, Bahnhofbrücke, Stampfenbachstrasse, Weinbergstrasse, Seilergraben und weitere Strassenverbindungen zusammen. Gleichzeitig befindet sich hier die Talstation der Polybahn, die den Platz mit dem Hochschulgebiet bei ETH Zürich verbindet. Durch diese Kombination gehört das Central zu den wichtigsten innerstädtischen Umsteigepunkten Zürichs.

Central
Ort Zürich
Stadtkreis Kreis 1
Quartier Hochschulen
Kanton Zürich
Land Schweiz
Früherer Name Leonhardsplatz
Heutiger Name seit 1950
Gewässer Limmat
Wichtige Verbindungen Limmatquai, Bahnhofbrücke, Stampfenbachstrasse, Weinbergstrasse, Seilergraben
Öffentlicher Verkehr Tram, Trolleybus, Polybahn
Postleitzahl 8001

Lage

Das Central befindet sich am nordwestlichen Rand der Zürcher Altstadt auf der rechten Seite der Limmat. Es bildet einen Übergangsraum zwischen mehreren bedeutenden Stadtgebieten.

Südlich beginnt das Limmatquai mit dem Niederdorf und dem historischen Zentrum der rechtsufrigen Altstadt. Östlich steigt das Gelände über Seilergraben, Hirschengraben und Weinbergstrasse zum Hochschulquartier mit der ETH Zürich und der Universität Zürich an.

Nördlich führen Stampfenbachstrasse und Neumühlequai in Richtung Unterstrass, Kreis 6 und Zürich Nord.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Limmat liegt der Hauptbahnhof. Die kurze Bahnhofbrücke schafft deshalb eine unmittelbare Verbindung zwischen Central und einem der wichtigsten Bahnhöfe der Schweiz.

Diese Lage macht den Platz sowohl für den öffentlichen Verkehr als auch für Fuss-, Velo- und Strassenverkehr aussergewöhnlich bedeutend.

Geschichte

Gebiet vor der Entstehung des Platzes

Das Gebiet des heutigen Central lag ursprünglich ausserhalb des mittelalterlichen Stadtkerns von Zürich.

Am nördlichen Ende des Niederdorfs befand sich eines der wichtigen Stadttore. Die Strasse führte von hier in Richtung Norden und Nordosten. Eine dieser historischen Verkehrsachsen war die sogenannte Untere Strasse beziehungsweise die Strasse nach Schaffhausen. Von ihr leitet sich später auch der Name des Stadtteils Unterstrass ab.

Zwischen Strasse und Limmat befand sich seit dem Mittelalter eine Mühle, die als Paradiesmühle bezeichnet wurde.

Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Zürcher Stadtbefestigung im 17. Jahrhundert wurde das Gelände in die Befestigungsanlagen einbezogen. Hier befanden sich unter anderem das Paradiesbollwerk und eine Niederdorfpforte.

Nach dem Ende der militärischen Bedeutung der Stadtmauern wurden die Befestigungsanlagen im 19. Jahrhundert schrittweise abgebrochen.

Leonhardsplatz

Nach dem Abbruch der Befestigungsanlagen entwickelte sich am nördlichen Ausgang des Niederdorfs ein neuer öffentlicher Raum.

Der Platz erhielt den Namen Leonhardsplatz. Die Bezeichnung erinnerte an die ehemalige Kapelle St. Leonhard, die sich weiter nördlich in der Umgebung des heutigen Walcheplatzes befunden hatte.

Die Kapelle wird bereits im Mittelalter erwähnt. Teile ihrer Mauern bestanden bis ins späte 19. Jahrhundert.

Mit dem Ausbau Zürichs ausserhalb der ehemaligen Stadtbefestigungen gewann der Leonhardsplatz zunehmend an Bedeutung.

Verlängerung des Limmatquais

Ein wichtiger Schritt für die städtebauliche Entwicklung war die Verlängerung des Limmatquais.

Das heutige Limmatquai entstand nicht in einem einzigen Bauabschnitt. Die Uferstrasse wurde während des 19. Jahrhunderts schrittweise ausgebaut.

Zwischen den 1820er-Jahren und 1859 wurde auch der nördliche Abschnitt bis zum Leonhardsplatz geschaffen. Damit erhielt der Platz eine direkte Verbindung entlang der rechten Limmatseite zur historischen Innenstadt.

Der Ausbau des Quais veränderte das zuvor stark durch Mühlen, Wasserbauten und Befestigungsreste geprägte Ufer grundlegend.

Bahnhofbrücke

Mit dem Bau des Zürcher Hauptbahnhofs auf der gegenüberliegenden Limmatseite entstand die Notwendigkeit einer leistungsfähigen Verbindung zwischen Bahnhof und rechtsufriger Altstadt.

Die Bahnhofbrücke wurde in den Jahren 1861 bis 1863 errichtet.

Durch die Brücke wurde der Leonhardsplatz zu einem wichtigen Verkehrsknoten. Reisende konnten nun vom Bahnhof direkt zum Niederdorf, Limmatquai und zu den östlich gelegenen Stadtgebieten gelangen.

Die Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Central gehört seither zu den meistgenutzten innerstädtischen Verkehrsachsen.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde die Bahnhofbrücke mehrfach umgebaut und verbreitert, um dem zunehmenden Tram-, Bus- und Strassenverkehr gerecht zu werden.

Hotel Central und heutiger Name

Ein entscheidendes Ereignis für die Namensgeschichte des Platzes war die Eröffnung des Hotel Central.

Das Hotel wurde 1883 anlässlich der Schweizerischen Landesausstellung errichtet beziehungsweise eröffnet. Es befand sich an prominenter Stelle unmittelbar beim Leonhardsplatz und an der Bahnhofbrücke.[1]

Bereits der Regierungsrat des Kantons Zürich erteilte im April 1883 ein Tavernenrecht für das neu erbaute «Hôtel Central» an der damaligen Niederdorfstrasse.[2]

Das Hotel wurde schnell zu einem markanten Orientierungspunkt.

Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts verwendete die Bevölkerung zunehmend die Bezeichnung Central für den gesamten Platz, obwohl der offizielle Name weiterhin Leonhardsplatz lautete.

Am 4. November 1950 wurde der Leonhardsplatz schliesslich offiziell in Central umbenannt.

Damit wurde der im Alltag bereits etablierte Name in die amtliche Strassen- und Platzbezeichnung übernommen.

Umbau um 1950

Die heutige Gestalt des Central wurde wesentlich durch einen umfassenden Umbau nach dem Zweiten Weltkrieg geprägt.

Der zunehmende motorisierte Verkehr stellte die Stadtplanung vor neue Herausforderungen. Das Gebiet zwischen Hauptbahnhof, Bahnhofquai, Bahnhofbrücke und Leonhardsplatz galt als einer der schwierigsten Verkehrsknoten Zürichs.

Bis 1951 wurden die Bahnhofbrücke und der anschliessende Teil des Limmatquais verbreitert. Gleichzeitig wurde der damalige Leonhardsplatz erheblich erweitert.[3]

Mehrere Gebäude mussten für die neue Verkehrsführung weichen.

Auch Teile des Limmatraums wurden verändert. Auf der gegenüberliegenden Seite wurde die ehemalige Papierwerd stärker in die Verkehrsanlagen beim Hauptbahnhof einbezogen.

Der Umbau entsprach dem damaligen Leitbild einer autogerechten Stadt. Gleichzeitig mussten die bereits stark frequentierten Tramlinien berücksichtigt werden.

Die Grundstruktur des heutigen Verkehrsknotens entstand wesentlich in dieser Phase.

Verkehrskanzel

Ein besonders charakteristisches Element des Central war während mehr als sieben Jahrzehnten die Verkehrskanzel vor dem Hotel Central.

Sie wurde in ihrer später bekannten Form 1951 aufgestellt.[4]

Von der erhöhten Kanzel aus regelten Polizisten den komplexen Verkehrsknoten zunächst von Hand. Ab 1961 übernahm diese Aufgabe teilweise der Polizeiliche Assistenzdienst.

Die Kanzel war eine von mehreren vergleichbaren Einrichtungen an stark belasteten Zürcher Kreuzungen. Weitere befanden sich beispielsweise am Bellevue, bei der Uraniastrasse und in der Nähe der Münsterbrücke.

Mit moderner Lichtsignaltechnik und Veränderungen der Verkehrsführung verlor die manuelle Regelung zunehmend an Bedeutung.

Im Herbst 2023 stellte die Stadt den regulären Einsatz des Personals am Central ein.

Am 10. September 2024 wurde die letzte noch bestehende Zürcher Verkehrskanzel abgebaut.[4]

Wegen ihres verkehrshistorischen Werts blieb sie erhalten und wurde für eine Wiederaufstellung im Polizeigebäude an der Förrlibuckstrasse vorgesehen.

Öffentlicher Verkehr

Central gehört zu den wichtigsten Knoten des Zürcher öffentlichen Verkehrs.

Mehrere Tram- und Trolleybuslinien der Verkehrsbetriebe Zürich treffen hier zusammen. Die Haltestellen liegen unmittelbar auf beziehungsweise rund um den Platz.

Die Verbindungen führen unter anderem in Richtung:

Durch die Nähe zum Hauptbahnhof können Reisende innerhalb weniger Minuten zwischen dem nationalen beziehungsweise internationalen Bahnverkehr und dem städtischen Tram- und Busnetz wechseln.

Entwicklung zum Tramknoten

Das Central entwickelte sich bereits im späten 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Knoten des öffentlichen Verkehrs.

Am 22. Oktober 1897 nahm die Strassenbahn Zürich–Oerlikon–Seebach ihren Betrieb auf. Der damalige Leonhardsplatz bildete den innerstädtischen Ausgangspunkt der Verbindung.

Die Bahn führte über Stampfenbachstrasse und Milchbuck nach Oerlikon und weiter nach Seebach.

Mit dem Ausbau des städtischen Tramnetzes kamen weitere Linien hinzu. Aufgrund seiner Lage zwischen Hauptbahnhof, Altstadt und Hochschulgebiet entwickelte sich das Central zu einem der wichtigsten Kreuzungspunkte des Netzes.

Auch im 21. Jahrhundert wird der Platz von mehreren Tramlinien gleichzeitig genutzt.

Polybahn

Eine der bekanntesten Verkehrseinrichtungen am Central ist die Polybahn.

Ihre Talstation befindet sich unmittelbar östlich des Platzes am Limmatquai.

Die Bahn wurde ursprünglich als Zürichbergbahn gebaut. Die Konzession wurde 1886 erteilt, und am 8. Januar 1889 konnte der erste Streckenabschnitt zwischen Bahnhofbrücke und Polytechnikum eröffnet werden.[5]

Die Strecke ist nur rund 176 Meter lang und überwindet einen Höhenunterschied von etwa 41 Metern.

Die Polybahn verbindet Central mit der Polyterrasse unmittelbar bei der ETH Zürich. Dadurch bietet sie eine besonders schnelle Verbindung zwischen der unteren Altstadt und dem Hochschulquartier.

Ihre roten Wagen gehören zu den bekannten Wahrzeichen Zürichs.

Die Bahn wird umgangssprachlich auch Polybähnli oder Studentenexpress genannt. Jährlich befördert sie gegen zwei Millionen Fahrgäste.[6]

Verbindung zum Hochschulquartier

Central besitzt aufgrund seiner Lage am Fuss des Zürichbergs eine besondere Bedeutung für die Erschliessung des Hochschulgebiets.

Neben der Polybahn führen auch Weinbergstrasse, Seilergraben und weitere Strassen in Richtung ETH Zürich, Universität Zürich und Universitätsspital Zürich.

Dadurch wird das Central täglich von zahlreichen Studierenden, Mitarbeitenden der Hochschulen und Besucherinnen und Besuchern genutzt.

Die Polybahn verkürzt dabei insbesondere den Höhenunterschied zwischen Limmatufer und Polyterrasse erheblich.

Limmatquai

Am Central endet beziehungsweise beginnt das Limmatquai, eine der wichtigsten Strassen der Zürcher Altstadt.

Es verläuft vom Central südwärts entlang der rechten Limmatseite über Rathaus und Grossmünster in Richtung Bellevue.

Der nördliche Abschnitt des Limmatquais wurde im 19. Jahrhundert bis zum damaligen Leonhardsplatz verlängert.

Seit der weitgehenden Befreiung des Limmatquais vom motorisierten Durchgangsverkehr hat sich seine Funktion verändert. Öffentlicher Verkehr, Fuss- und Veloverkehr sowie Aufenthaltsnutzungen spielen heute eine wesentlich grössere Rolle.

Das Central bleibt jedoch ein stark vom Verkehr geprägter Abschluss dieser Achse.

Niederdorf

Unmittelbar südöstlich des Central beginnt das Niederdorf, einer der bekanntesten Teile der Zürcher Altstadt.

Die Niederdorfstrasse führt vom Central durch ein dichtes Netz historischer Gassen in Richtung Grossmünster und Bellevue.

Das Gebiet ist durch Restaurants, Bars, Hotels, Geschäfte und historische Gebäude geprägt.

Central bildet dadurch einen wichtigen Zugang zur Altstadt für Reisende, die vom Hauptbahnhof über die Bahnhofbrücke kommen.

Stampfenbachstrasse

Am nördlichen Ende des Central beginnt die Stampfenbachstrasse.

Sie folgt weitgehend der historischen Verkehrsverbindung von Zürich nach Norden. Die frühere Bezeichnung Untere Strasse gab dem heutigen Quartier Unterstrass seinen Namen.

Die Strasse verbindet Central unter anderem mit Stampfenbachplatz, Schaffhauserplatz und den nördlichen Stadtteilen.

Für den Tram-, Bus- und Strassenverkehr besitzt sie bis heute grosse Bedeutung.

Weinbergstrasse

Die Weinbergstrasse steigt vom Central in nordöstlicher Richtung an.

Sie gehört zu den wichtigen Tramachsen zwischen Innenstadt, Hochschulquartier, Unterstrass und Zürich Nord.

Aufgrund des Höhenunterschieds ist die Strasse auch städtebaulich markant. Historische Wohn- und Geschäftsbauten säumen den Hang oberhalb des Central.

Die Achse bildet zusammen mit der Polybahn eine der wichtigsten Verbindungen zwischen der Innenstadt und den höher gelegenen Stadtgebieten.

Seilergraben

Der Seilergraben führt vom Central entlang des östlichen Randes der historischen Altstadt in Richtung Heimplatz und Kunsthaus Zürich.

Sein Name erinnert an die frühere Nutzung der Flächen ausserhalb der Stadtbefestigung durch Seiler.

Der Strassenzug folgt teilweise dem Verlauf ehemaliger Befestigungsanlagen und bildet bis heute eine klare Grenze zwischen der mittelalterlichen Altstadt und dem Hochschulgebiet.

Über den Seilergraben bestehen wichtige Verkehrsverbindungen in Richtung Universität, Kunsthaus und Zürichberg.

Hotel Central

Das heutige Central Plaza Hotel steht an einer besonders prominenten Stelle unmittelbar am Platz.

Seine Geschichte reicht bis 1883 zurück. Seit 1909 befindet sich der Hotelbetrieb im Besitz derselben Eigentümerfamilie beziehungsweise ihrer Nachfolger.[1]

Das Gebäude prägt die Nordseite des Platzes und war namensgebend für das heutige Central.

Durch seine Lage zwischen Bahnhofbrücke, Polybahn und Niederdorf gehört das Hotel zu den weithin bekannten Orientierungspunkten im Zentrum Zürichs.

Bahnhofbrücke und Hauptbahnhof

Die Bahnhofbrücke ist funktional kaum vom Central zu trennen.

Sie führt über die Limmat direkt zum Bahnhofquai und zum Hauptbahnhof. Tramgleise, Fahrbahnen, Veloverbindungen und Gehbereiche teilen sich den begrenzten Raum.

Der Abschnitt gehört zu den intensivsten Verkehrsräumen der Stadt.

Die Stadt Zürich betrachtet den gesamten Raum vom Hauptbahnhof über Bahnhofquai und Bahnhofbrücke bis Central als zusammenhängenden Stadtraum und Verkehrsknoten.[7]

Täglich bewegen sich mehrere hunderttausend Menschen im weiteren Gebiet um Hauptbahnhof und Central.

Verkehrliche Herausforderungen

Die räumlichen Verhältnisse am Central sind aussergewöhnlich komplex.

Auf engem Raum treffen:

  • mehrere Tramachsen
  • Trolleybuslinien
  • motorisierter Individualverkehr
  • Veloverkehr
  • starker Fussverkehr
  • die Zufahrt zur Bahnhofbrücke
  • die Polybahn
  • Zugänge zum Niederdorf und Hochschulquartier

aufeinander.

Die historische Bebauung begrenzt gleichzeitig die Möglichkeiten einer Erweiterung des Verkehrsraums.

Seit Jahrzehnten beschäftigt sich die Zürcher Stadtplanung deshalb mit der Frage, wie der Platz sicherer, übersichtlicher und attraktiver gestaltet werden kann.

Stadtraum Hauptbahnhof 2050

Central ist Bestandteil der langfristigen Planung Stadtraum Hauptbahnhof 2050.

Stadt und Kanton Zürich sowie weitere Beteiligte untersuchen dabei, wie der Raum rund um Hauptbahnhof, Bahnhofplatz, Bahnhofquai, Bahnhofbrücke und Central künftig gestaltet werden soll.

Ziel ist es, die heute stark vom Verkehr dominierten Flächen stärker als öffentliche Stadträume zu entwickeln.

Im 2025 veröffentlichten Weissbuch wird unter anderem vorgeschlagen, die Haltestelle Central künftig auf die Gerade der Bahnhofbrücke zu verschieben. Dadurch könnten längere, hindernisfreie Haltekanten geschaffen werden.[8]

Der heutige Platz könnte in diesem Szenario stärker als eigentlicher Stadtplatz und als Eingang zum Niederdorf und Hochschulquartier gestaltet werden.

Diese Überlegungen stellen eine langfristige Planung dar; ihre konkrete Umsetzung und Ausgestaltung ist noch Gegenstand weiterer Abklärungen.

Bahnhofquai-Umbau 2025–2026

Der benachbarte Bahnhofquai wird 2025 und 2026 umfassend erneuert.

Die denkmalgeschützte Tramhaltestelle Bahnhofquai/HB aus den 1950er-Jahren wird hindernisfrei umgebaut und saniert. Während der Bauzeit entstehen erhebliche Veränderungen der Tram- und Strassenverkehrsführung im Gebiet zwischen Hauptbahnhof und Central.[9]

Die Arbeiten verdeutlichen die enge funktionale Verbindung zwischen Central, Bahnhofbrücke und Hauptbahnhof.

Fussverkehr

Für Fussgängerinnen und Fussgänger besitzt Central eine ausserordentlich hohe Bedeutung.

Vom Hauptbahnhof führen wichtige Fusswege über die Bahnhofbrücke ins Niederdorf, zum Limmatquai und weiter zu Universität und ETH.

Gleichzeitig müssen zahlreiche Tramgleise und Fahrbahnen gequert werden.

Die Verbesserung der Fussverbindungen gehört deshalb zu den zentralen Themen zukünftiger Planungen.

Besonders wichtig sind übersichtliche Querungen zwischen Bahnhofbrücke, Niederdorfstrasse, Polybahn und Weinbergstrasse.

Veloverkehr

Auch für den Veloverkehr bildet Central eine wichtige Verbindung zwischen den beiden Limmatufern und den angrenzenden Stadtteilen.

Die zahlreichen Tramgleise, engen Fahrbahnen und hohen Verkehrsbelastungen stellen jedoch besondere Anforderungen an die Verkehrssicherheit.

Im Rahmen verschiedener städtischer Verkehrsprojekte werden die Verbindungen rund um Hauptbahnhof und Central deshalb laufend angepasst.

Öffentlicher Raum

Obwohl Central offiziell ein Platz ist, wurde seine Fläche während des 20. Jahrhunderts stark vom Verkehr beansprucht.

Anders als Sechseläutenplatz, Bürkliplatz oder Helvetiaplatz besitzt Central deshalb nur begrenzte klassische Aufenthaltsflächen.

Seine Funktion liegt vor allem in der Verknüpfung verschiedener Verkehrswege und Stadtgebiete.

Langfristige Planungen verfolgen jedoch das Ziel, dem Central stärker den Charakter eines öffentlichen Stadtplatzes zu verleihen und zusätzliche Aufenthaltsqualität zu schaffen.

Bedeutung für das Stadtbild

Central markiert einen wichtigen Übergang innerhalb Zürichs.

Auf der einen Seite liegt die mittelalterlich geprägte Altstadt mit Niederdorf und Limmatquai. Auf der anderen Seite befinden sich Hauptbahnhof und die grossstädtischen Verkehrs- und Geschäftsräume des 19. und 20. Jahrhunderts.

Über dem Platz beginnt das Hochschulquartier mit ETH und Universität.

Damit treffen am Central auf engstem Raum mehrere wichtige Entwicklungsphasen Zürichs zusammen:

  • die mittelalterliche Stadtbefestigung
  • die Stadterweiterung des 19. Jahrhunderts
  • Eisenbahn und Hauptbahnhof
  • historischer Tramverkehr
  • Massenmotorisierung des 20. Jahrhunderts
  • moderner öffentlicher Verkehr
  • heutige Bestrebungen zur Aufwertung des öffentlichen Raums

Diese Kombination macht das Central zu einem besonders charakteristischen Ort der Zürcher Stadtgeschichte.

Charakter des Platzes

Central ist weniger ein repräsentativer Platz als ein hoch belasteter urbaner Verkehrsknoten.

Seine Bedeutung ergibt sich vor allem aus seiner Lage zwischen Hauptbahnhof, Altstadt, Hochschulgebiet und den nördlichen Stadtquartieren.

Die rote Polybahn, das historische Hotel Central, die Bahnhofbrücke, Tramzüge und die dicht stehenden Altstadthäuser verleihen dem Platz ein unverwechselbares Erscheinungsbild.

Während andere zentrale Zürcher Plätze stärker von Veranstaltungen, Märkten oder Freizeitnutzung geprägt sind, steht am Central die tägliche Bewegung von Menschen im Vordergrund.

Für zahlreiche Pendlerinnen und Pendler, Studierende, Touristinnen und Touristen sowie Bewohnerinnen und Bewohner ist der Platz deshalb vor allem ein Ort des Umsteigens und der Verbindung verschiedener Teile der Stadt.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Central Plaza Hotel – Geschichte, Central Plaza Hotel Zürich, abgerufen am 8. August 2026.
  2. Tavernenrecht an Baur & Nabholz, Hôtel Central Zürich, Staatsarchiv des Kantons Zürich, 28. April 1883.
  3. Bauten, Gärten und Anlagen im Ortsbild Stadt Zürich, Stadt Zürich, 2026.
  4. 4,0 4,1 Verkehrskanzel am Central hat ausgedient, Stadt Zürich, 10. September 2024.
  5. UBS Polybahn – Geschichte, UBS Polybahn AG, abgerufen am 8. August 2026.
  6. Über uns, UBS Polybahn AG, abgerufen am 8. August 2026.
  7. Testplanung Stadtraum Hauptbahnhof – Schlussbericht, Stadt Zürich.
  8. Aufbruch in den Stadtraum Hauptbahnhof 2050, Stadt Zürich, 2025.
  9. Hindernisfreie Tramhaltestelle Bahnhofquai, Stadt Zürich, abgerufen am 8. August 2026.

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