Kreis 8 (Zürich)

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Kreis 8 ist ein Stadtkreis der Stadt Zürich am rechten Ufer des Zürichsees. Er entspricht im Wesentlichen dem Gebiet der früher selbständigen Gemeinde Riesbach, die 1893 in die Stadt Zürich eingemeindet wurde. Der Stadtkreis umfasst die drei statistischen Quartiere Seefeld, Mühlebach und Weinegg.

Kreis 8 verbindet dicht bebaute innerstädtische Wohngebiete mit grosszügigen Grün- und Freiräumen am Zürichsee. Zu den bekanntesten Orten gehören das Zürichhorn, die Blatterwiese, der Chinagarten Zürich, der Pavillon Le Corbusier, das Strandbad Tiefenbrunnen und der Botanische Garten der Universität Zürich. Im östlichen Teil des Kreises konzentrieren sich zudem mehrere bedeutende medizinische Einrichtungen.

Kreis 8
Stadt Zürich
Historischer Name Riesbach
Kreis 8
Quartiere Seefeld
Mühlebach
Weinegg
Fläche 4,81 km²
Einwohner 17'936
Einwohnerstand 31. Dezember 2025
Postleitzahl 8008
Ehemalige Gemeinde Riesbach
Eingemeindung 1893
Koordinaten 47° 21′ 17″ N, 8° 33′ 39″ O

Geografie

Kreis 8 liegt südöstlich des Zürcher Stadtzentrums am rechten Ufer des Zürichsees. Er erstreckt sich vom Gebiet bei Bellevue und dem Bahnhof Zürich Stadelhofen in südöstlicher Richtung bis Tiefenbrunnen und zur Gemeindegrenze mit Zollikon.

Westlich und südwestlich bildet der Zürichsee eine natürliche Grenze. Im Norden und Nordosten grenzt Kreis 8 an den Kreis 7, während im Nordwesten der Kreis 1 anschliesst. Im Südosten geht das Stadtgebiet in die Gemeinde Zollikon über.

Das Gelände steigt vom Seeufer gegen Osten deutlich an. Während sich das Quartier Seefeld vorwiegend auf dem flacheren Uferstreifen befindet, liegen grosse Teile von Mühlebach und insbesondere Weinegg an den unteren Hängen des Zürichbergs beziehungsweise in Richtung Balgrist und Burghölzli.

Die Lage zwischen Innenstadt, See und bewaldeten beziehungsweise begrünten Hanglagen macht Kreis 8 zu einem der bevorzugten Wohngebiete Zürichs.

Gliederung

Seit 1971 wird das Gebiet von Riesbach statistisch in drei Quartiere unterteilt.[1]

Quartier Lage Charakter
Seefeld entlang des Zürichsees Dicht bebautes Wohn- und Geschäftsquartier mit Seeanlagen, Gastronomie und Kultur
Mühlebach zwischen Seefeld und den höher gelegenen Gebieten Vorwiegend Wohnquartier mit Villen, Mehrfamilienhäusern und Kleingewerbe
Weinegg östlicher und südöstlicher Teil Lockerer bebautes Gebiet mit Grünflächen, Kliniken und medizinischen Einrichtungen

Die drei Quartiere sind statistische Einheiten. Im alltäglichen Sprachgebrauch wird für grosse Teile des gesamten Kreises weiterhin die historische Bezeichnung Riesbach verwendet.

Seefeld

Hauptartikel: Seefeld (Zürich)

Das Seefeld ist der dem Zürichsee zugewandte Teil des Kreises 8. Das schmale Quartier erstreckt sich entlang des rechten Seeufers vom stadtnahen Bereich bei Stadelhofen bis in Richtung Tiefenbrunnen.

Der See prägt das Quartier stärker als jedes andere Gebiet des Kreises. Nach Angaben von Statistik Stadt Zürich verfügt Seefeld über den grössten Seeflächenanteil aller Zürcher Stadtquartiere.[2]

Zu den wichtigsten Strassen gehören die Seefeldstrasse, die Bellerivestrasse und die Dufourstrasse. Die Seefeldstrasse bildet eine bedeutende Geschäfts- und Verkehrsachse und wird von mehreren Tramlinien bedient.

Ein grosser Teil des öffentlich zugänglichen Seeufers ist als Park- und Erholungsraum gestaltet. Das Gebiet umfasst unter anderem das Zürichhorn, die Blatterwiese, den Chinagarten, die Hafenanlagen und das Strandbad Tiefenbrunnen.

Das Seefeld entwickelte sich insbesondere seit dem späten 20. Jahrhundert zu einer der begehrtesten und entsprechend hochpreisigen Wohnlagen Zürichs. Neben Wohnhäusern finden sich zahlreiche Restaurants, Cafés, kleinere Geschäfte, Galerien, Büros und kulturelle Einrichtungen.

Mühlebach

Hauptartikel: Mühlebach (Zürich)

Das Quartier Mühlebach liegt zwischen dem Seefeld und den höher gelegenen Gebieten des Kreises 8. Seine Bebauung besteht aus einer Mischung von Mehrfamilienhäusern, Geschäftshäusern und teilweise grosszügigen historischen Villen.

Anders als im Seefeld verfügt Mühlebach über vergleichsweise wenige grosse öffentlich zugängliche Grünflächen. Prägend sind jedoch die Gärten und Parkanlagen zahlreicher Villengrundstücke. Restaurants, Quartierläden und Kleingewerbe ergänzen den vorwiegend wohnorientierten Charakter.[3]

Eine wichtige Achse ist die Mühlebachstrasse. Im Norden reicht das Quartier in die Nähe des Bahnhofs Stadelhofen und des Kreuzplatzes. Dadurch besitzt Mühlebach trotz seiner vergleichsweise ruhigen Wohnstrassen eine sehr gute Verbindung zur Innenstadt.

Weinegg

Hauptartikel: Weinegg

Weinegg bildet den östlichen und teilweise höher gelegenen Teil des Kreises 8. Im Vergleich zum dicht bebauten Seefeld ist die Bebauung vielerorts lockerer. Grössere Grünflächen, institutionelle Anlagen und Villen prägen Teile des Quartiers.

Besonders charakteristisch ist die hohe Konzentration medizinischer Einrichtungen. In Weinegg befinden sich unter anderem die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich mit dem historischen Standort Burghölzli, die Universitätsklinik Balgrist, das Schweizerische Epilepsie-Zentrum sowie mehrere Privatkliniken.[4]

Eine weitere bedeutende Einrichtung ist der Botanische Garten der Universität Zürich. Er wurde in den 1970er-Jahren im Gebiet Weinegg angelegt und ersetzte als Hauptstandort den älteren Botanischen Garten beim Schanzengraben.

Geschichte

Riesbach vor der Eingemeindung

Das Gebiet des heutigen Kreises 8 gehörte historisch zur Gemeinde Riesbach. Der Name bezeichnete ursprünglich einen Siedlungsraum ausserhalb der mittelalterlichen Stadt Zürich am rechten Seeufer.

Das Gebiet war lange landwirtschaftlich geprägt. Neben Ackerbau und Viehwirtschaft spielte insbesondere der Weinbau an den sonnigen Hängen oberhalb des Zürichsees eine Rolle. Daran erinnert unter anderem das historische Wappen von Riesbach mit einem Rebmesser.

Die Nähe zur Stadt beeinflusste die Entwicklung zunehmend. Entlang der Ausfallstrassen sowie am See entstanden Häuser, Gewerbebetriebe und Landsitze wohlhabender Zürcher Familien.

Im 19. Jahrhundert wandelte sich Riesbach rasch von einer ländlich geprägten Vorortsgemeinde zu einem dicht besiedelten Teil der Zürcher Agglomeration. Das starke Bevölkerungswachstum, die zunehmende wirtschaftliche Verflechtung und die gemeinsame Nutzung städtischer Infrastruktur waren wichtige Voraussetzungen für die spätere Eingemeindung.

Eingemeindung von 1893

Riesbach wurde im Rahmen der ersten grossen Zürcher Eingemeindung auf den 1. Januar 1893 Teil der Stadt Zürich. Gleichzeitig wurden zehn weitere umliegende Gemeinden eingemeindet.

Nach der Eingemeindung gehörte Riesbach zunächst zusammen mit Fluntern, Hottingen und Hirslanden zum damaligen Stadtkreis V.

Die neue Stadtgliederung erwies sich aufgrund des starken Wachstums Zürichs bald als unpraktisch. Deshalb wurden die Stadtkreise 1913 neu organisiert. Riesbach wurde dabei zu einem eigenständigen Stadtkreis und erhielt die Nummer 8. Der verbleibende Teil des früheren Kreises V bildete den neuen Kreis 7.

Die zweite grosse Eingemeindung von 1934 hatte auf die Grenzen von Riesbach keinen wesentlichen Einfluss.[5]

Einteilung von 1971

1971 nahm Statistik Stadt Zürich eine weitere Anpassung der statistischen Raumgliederung vor. Das Gebiet von Riesbach wurde dabei in die drei Quartiere Seefeld, Mühlebach und Weinegg aufgeteilt.

Diese Einteilung besteht bis heute. Kreis 8 zählt damit zu den Zürcher Stadtkreisen, deren heutige Grenzen noch weitgehend der früheren selbständigen Gemeinde entsprechen.[6]

Entwicklung des Seeufers

Die Gestaltung des Seeufers war für die Entwicklung des heutigen Kreises 8 von besonderer Bedeutung. Noch im 19. Jahrhundert verlief die Uferlinie in verschiedenen Abschnitten anders als heute.

Im Rahmen der grossen Zürcher Quaibauten des ausgehenden 19. Jahrhunderts wurden umfangreiche Aufschüttungen vorgenommen und neue Uferanlagen geschaffen. Dadurch entstanden Flächen für Strassen, Promenaden und Parks.

Die neuen Quaianlagen veränderten nicht nur das Erscheinungsbild Zürichs, sondern verbesserten auch die Verbindung zwischen der Innenstadt und Riesbach. Das Seeufer entwickelte sich schrittweise zu einem wichtigen öffentlichen Erholungsraum.

Heute bildet die Abfolge von Quaianlagen, Parks, Hafenanlagen und Badeanstalten eine der bedeutendsten Freizeit- und Erholungszonen der Stadt.

Zürichhorn und Blatterwiese

Das Zürichhorn gehört zu den bekanntesten Grünanlagen Zürichs. Die Halbinsel am rechten Seeufer entstand teilweise durch Aufschüttungen und wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts mehrfach umgestaltet.

Unmittelbar angrenzend liegt die Blatterwiese, eine grosse öffentliche Grünfläche. Zusammen bilden Zürichhorn und Blatterwiese ein weitläufiges Naherholungsgebiet mit direktem Zugang zum Zürichsee.

Das Areal war Schauplatz bedeutender Ausstellungen. Insbesondere die Schweizerische Landesausstellung 1939 prägte das Gebiet nachhaltig. Für die sogenannte «Landi 39» wurden am See zahlreiche temporäre und dauerhafte Anlagen errichtet.

Heute werden Zürichhorn und Blatterwiese ganzjährig für Spaziergänge, Freizeit, Sport und Veranstaltungen genutzt.

Chinagarten

Der Chinagarten Zürich befindet sich bei der Blatterwiese unmittelbar am Zürichsee. Er wurde der Stadt Zürich von der chinesischen Partnerstadt Kunming geschenkt und 1994 eröffnet.

Die Anlage wurde nach traditionellen Prinzipien chinesischer Gartenkunst gestaltet. Pavillons, Wasserflächen, Brücken, Felsen und Pflanzen bilden eine in sich geschlossene Gartenlandschaft.

Der Chinagarten erinnert an die Zusammenarbeit zwischen Zürich und Kunming, die insbesondere im Bereich der Wasserversorgung aufgebaut wurde.

Pavillon Le Corbusier

Am Zürichhorn befindet sich der Pavillon Le Corbusier, eines der architekturhistorisch bedeutendsten Bauwerke des Kreises.

Das Gebäude wurde nach Entwürfen des schweizerisch-französischen Architekten Le Corbusier errichtet und 1967 fertiggestellt. Es war sein letztes realisiertes Bauwerk und unterscheidet sich durch die Verwendung von Stahl und Glas von vielen seiner bekannteren Betonbauten.

Der Pavillon wurde von der Innenarchitektin und Kunstsammlerin Heidi Weber initiiert. Heute wird das Gebäude als Museum genutzt und gehört zu den wichtigsten Zeugnissen der Architektur des 20. Jahrhunderts in Zürich.

Mühle Tiefenbrunnen

Ein bedeutendes Zeugnis der Industriegeschichte des Kreises ist die ehemalige Mühle Tiefenbrunnen. Der Gebäudekomplex an der Seefeldstrasse wurde im 19. Jahrhundert industriell genutzt.

Nach der Einstellung des ursprünglichen Mühlenbetriebs wurde das Areal umgenutzt. Heute befinden sich dort Kultur-, Gastronomie-, Gewerbe- und Veranstaltungsangebote.

Das Museum Mühlerama vermittelt die Geschichte der Müllerei und der Herstellung von Lebensmitteln. Eine historische Industriemühle ist weiterhin betriebsfähig und bildet das zentrale Ausstellungsobjekt.

Botanischer Garten

Der Botanische Garten der Universität Zürich befindet sich im Quartier Weinegg. Die Anlage wurde 1977 eröffnet.

Besonders auffällig sind die drei kuppelförmigen Schauhäuser. Sie beherbergen Pflanzen aus unterschiedlichen Klimazonen. Daneben umfasst der Garten umfangreiche Freilandanlagen und wissenschaftliche Sammlungen.

Der Botanische Garten dient Forschung und Lehre der Universität Zürich, steht aber zugleich der Öffentlichkeit offen und zählt zu den bedeutendsten Grün- und Bildungsanlagen des Kreises.

Gesundheitswesen

Kreis 8 besitzt innerhalb Zürichs eine aussergewöhnlich hohe Konzentration medizinischer Einrichtungen. Besonders das Quartier Weinegg ist von Kliniken und Gesundheitseinrichtungen geprägt.

Zu den bedeutenden Institutionen gehören:

Der historische Standort der psychiatrischen Klinik auf dem Burghölzli gab dem Begriff «Burghölzli» weit über Zürich hinaus Bekanntheit. Die Klinik spielte insbesondere in der Geschichte der Psychiatrie und Psychologie eine bedeutende Rolle.

Zu den international bekannten Medizinern, die dort tätig waren, gehören Eugen Bleuler und Carl Gustav Jung.

Bevölkerung

Am 31. Dezember 2025 lebten 17'936 Personen im Kreis 8.[7]

Die Bevölkerungszahl hat seit Beginn des 21. Jahrhunderts insgesamt zugenommen. Besonders begehrt sind die seenahen Wohnlagen im Seefeld sowie die ruhigen Wohngebiete von Mühlebach und Weinegg.

Kreis 8 weist einen vergleichsweise hohen Anteil von Einpersonenhaushalten auf. Gründe dafür sind unter anderem die städtische Wohnstruktur und der relativ hohe Anteil älterer Personen.

Die Wohnbevölkerung ist international zusammengesetzt. Insbesondere in den zentral und seenah gelegenen Gebieten leben zahlreiche ausländische Staatsangehörige.

Wohnen

Kreis 8 gehört zu den teuersten Wohngebieten Zürichs. Die Lage am See, die Nähe zur Innenstadt, die gute Verkehrsanbindung und das umfangreiche Freizeitangebot führen zu einer hohen Nachfrage nach Wohnraum.

Das Wohnungsangebot reicht von älteren städtischen Mehrfamilienhäusern über Gebäude aus der Zeit des starken Wachstums im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert bis zu modernen Wohnanlagen und Villen.

Im Seefeld ist die Bebauung besonders dicht. Mühlebach weist sowohl geschlossene städtische Bebauung als auch Villen und kleinere Wohnanlagen auf. Weinegg besitzt in einigen Bereichen einen deutlich lockereren und grüneren Charakter.

Der Anteil gemeinnütziger Wohnungen ist im Vergleich zu verschiedenen anderen Zürcher Stadtkreisen relativ gering. Dies trägt zum hohen Mietpreisniveau bei.

Wirtschaft

Die Wirtschaft des Kreises ist stark vom Dienstleistungssektor geprägt. Zahlreiche Unternehmen aus Beratung, Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen, Gastronomie und Detailhandel haben hier ihren Sitz oder betreiben Niederlassungen.

Im Seefeld befinden sich entlang der Seefeldstrasse und in den angrenzenden Strassen zahlreiche kleinere Geschäfte, Restaurants und Dienstleistungsbetriebe.

Eine besondere wirtschaftliche Bedeutung besitzt das Gesundheitswesen. Die grossen Kliniken und medizinischen Einrichtungen im Quartier Weinegg gehören zu den wichtigsten Arbeitgebern des Kreises.

Die Nähe zur Innenstadt macht Kreis 8 zudem zu einem attraktiven Standort für Büros und Unternehmenssitze.

Verkehr

Kreis 8 ist sehr gut an den öffentlichen Verkehr angebunden.

Die wichtigste Verkehrsachse in Seenähe ist die Seefeldstrasse. Mehrere Tramlinien der Verkehrsbetriebe Zürich verbinden das Quartier mit Bellevue, dem Hauptbahnhof und weiteren Teilen der Stadt.

Eine weitere wichtige Achse bildet die Forchstrasse in Richtung südöstliche Stadtgebiete und Forch. Dort verkehren Tram- und Bahnverbindungen, darunter die Forchbahn.

Eisenbahn

Am nordwestlichen Rand des Kreises liegt der Bahnhof Zürich Stadelhofen. Er gehört zu den wichtigsten Bahnhöfen der S-Bahn Zürich und wird von zahlreichen S-Bahn-Linien bedient.

Im Süden des Kreises befindet sich der Bahnhof Zürich Tiefenbrunnen. Er liegt an der rechtsufrigen Zürichseebahn und wird von mehreren Linien der Zürcher S-Bahn bedient.

Die beiden Bahnhöfe ermöglichen schnelle Verbindungen zum Zürcher Hauptbahnhof, nach Zürich Oerlikon, entlang des rechten Zürichseeufers und in weitere Teile des Kantons Zürich.

Tram und Bus

Mehrere Tramlinien durchqueren Kreis 8. Bedeutende Haltestellen befinden sich unter anderem bei:

  • Kreuzstrasse
  • Feldeggstrasse
  • Höschgasse
  • Fröhlichstrasse
  • Wildbachstrasse
  • Tiefenbrunnen
  • Kreuzplatz
  • Hegibachplatz
  • Balgrist

Der Hegibachplatz ist ein wichtiger Verkehrsknoten im östlichen Teil des Kreises.

Strassenverkehr

Für den motorisierten Individualverkehr sind insbesondere die Bellerivestrasse und die Seefeldstrasse von Bedeutung. Die Bellerivestrasse ist Teil einer wichtigen Verbindung entlang des rechten Zürichseeufers.

Die hohe Verkehrsbelastung entlang des Seeufers ist seit Jahrzehnten Gegenstand städtebaulicher und verkehrspolitischer Diskussionen.

Veloverkehr

Aufgrund der flachen Topografie entlang des Zürichsees besitzt das Velo im westlichen Teil des Kreises eine grosse Bedeutung.

Die Seeuferverbindungen werden sowohl für den Alltagsverkehr als auch für Freizeitfahrten genutzt. Richtung Innenstadt bestehen Verbindungen nach Bellevue und Stadelhofen, während sich die Routen in südöstlicher Richtung nach Tiefenbrunnen und Zollikon fortsetzen.

Die Stadt Zürich baut das Velonetz im Kreis 8 schrittweise aus und passt Strassenräume an die wachsende Bedeutung des Veloverkehrs an.

Schifffahrt

Auch die Schifffahrt ist Bestandteil des Verkehrs- und Freizeitangebots. Die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft bedient verschiedene Anlegestellen am rechten Zürichseeufer.

Schiffsverbindungen ermöglichen Fahrten ins Stadtzentrum und zu Gemeinden rund um den Zürichsee. Daneben befinden sich im Kreis mehrere Hafen- und Bootsanlagen.

Schulen und Bildung

Im Kreis 8 befinden sich verschiedene öffentliche und private Schulen. Zu den Schulstandorten gehören unter anderem Anlagen in Riesbach, Mühlebach und Balgrist.

Aufgrund der Nähe zur Universität Zürich und zur ETH Zürich wohnen im Kreis ausserdem zahlreiche Studierende und Hochschulangehörige, obwohl die grossen Hauptgebäude der Hochschulen ausserhalb des Kreises liegen.

Der Botanische Garten der Universität besitzt als wissenschaftliche Einrichtung eine besondere Bedeutung für Forschung, Lehre und öffentliche Bildung.

Kultur

Kreis 8 verfügt über ein vielfältiges kulturelles Angebot. Neben dem Pavillon Le Corbusier und dem Mühlerama existieren Galerien, kleinere Kulturinstitutionen und Veranstaltungsorte.

In der historischen Villa Bellerive an der Höschgasse befindet sich das Zentrum Architektur Zürich (ZAZ), das sich mit Architektur, Städtebau und der Entwicklung des gebauten Lebensraums beschäftigt.

Mehrere historische Villen und ehemalige Landsitze erinnern an die Entwicklung Riesbachs zum bevorzugten Wohnort wohlhabender Zürcher Familien.

Freizeit und Erholung

Die Lage am Zürichsee macht Kreis 8 zu einem der wichtigsten Erholungsgebiete der Stadt.

Zu den bedeutenden Freizeit- und Erholungsanlagen gehören:

  • Zürichhorn
  • Blatterwiese
  • Chinagarten Zürich
  • Strandbad Tiefenbrunnen
  • Uferpromenaden
  • Botanischer Garten
  • verschiedene Hafen- und Sportanlagen

An warmen Tagen gehören die Seeanlagen zu den meistbesuchten öffentlichen Räumen Zürichs. Die Grünflächen werden zum Baden, Spazieren, Joggen, Picknicken und für verschiedene Freizeitaktivitäten genutzt.

Strandbad Tiefenbrunnen

Das Strandbad Tiefenbrunnen befindet sich am südöstlichen Ende des dicht bebauten Seeufers. Es gehört zu den bekannten öffentlichen Badeanlagen Zürichs.

Die Anlage bietet direkten Zugang zum Zürichsee sowie grosse Liegewiesen und weitere Freizeiteinrichtungen. Durch die Nähe zum Bahnhof Tiefenbrunnen und zu mehreren Tram- und Buslinien ist das Bad gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

Architektur und Stadtbild

Das Stadtbild des Kreises 8 ist aussergewöhnlich vielfältig. Entlang der Seefeldstrasse und in den angrenzenden Gebieten dominieren mehrgeschossige Wohn- und Geschäftshäuser aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.

In Mühlebach und Weinegg finden sich dagegen zahlreiche freistehende Villen und Gebäude mit grösseren Gartenanlagen. Institutionelle Grossbauten der Kliniken bilden einen weiteren charakteristischen Bestandteil.

Am See wird das Stadtbild durch Parkanlagen, Promenaden und einzelne markante moderne Gebäude geprägt.

Mit dem Pavillon Le Corbusier besitzt Kreis 8 ein Bauwerk von internationaler architekturgeschichtlicher Bedeutung.

Riesbach als Quartierbezeichnung

Obwohl die amtliche statistische Einteilung die Bezeichnungen Seefeld, Mühlebach und Weinegg verwendet, ist der Name Riesbach weiterhin im Alltag präsent.

Er erscheint beispielsweise bei Schulen, Vereinen, Kirchgemeinden und lokalen Einrichtungen. Auch die Bezeichnung des gesamten Kreises als Riesbach ist im allgemeinen Sprachgebrauch verbreitet.

Historisch ist Riesbach im Gegensatz zu Seefeld, Mühlebach und Weinegg eine ehemalige politische Gemeinde. Die heutigen drei Quartiere wurden erst 1971 als statistische Einheiten festgelegt.

Wappen

Das historische Wappen von Riesbach zeigt in Rot ein silbernes Rebmesser mit goldenem Griff.

Das Rebmesser verweist auf den früher bedeutenden Weinbau. Weinberge befanden sich insbesondere an den sonnigen Hängen oberhalb des Zürichsees und gehörten über Jahrhunderte zum Landschaftsbild der ehemaligen Gemeinde.

Wie die Wappen anderer früher selbständiger Zürcher Vorortsgemeinden wird auch das Riesbacher Wappen heute noch zur historischen und lokalen Identifikation verwendet.

Bedeutung innerhalb Zürichs

Kreis 8 nimmt innerhalb der Stadt Zürich eine besondere Stellung ein. Er liegt nahe am historischen und wirtschaftlichen Zentrum, besitzt aber zugleich einen langen öffentlich zugänglichen Abschnitt des Zürichseeufers.

Der Stadtkreis vereint mehrere Funktionen:

  • bevorzugtes Wohngebiet
  • Gesundheits- und Klinikstandort
  • Naherholungsgebiet
  • Gastronomie- und Geschäftsstandort
  • Kultur- und Museumsstandort
  • wichtiger Korridor des öffentlichen Verkehrs entlang des rechten Zürichseeufers

Besonders charakteristisch ist der starke Gegensatz zwischen dem dicht bebauten Seefeld und den grüneren, teilweise institutionell genutzten Gebieten von Weinegg.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Kreis 8, Stadt Zürich.
  2. Quartierspiegel Seefeld, Stadt Zürich.
  3. Quartierspiegel Mühlebach, Stadt Zürich.
  4. Quartierspiegel Weinegg, Stadt Zürich.
  5. Zürich wächst – in die Breite und in die Höhe, Statistik Stadt Zürich.
  6. Brunnenguide Kreise 7, 8, Stadt Zürich.
  7. Bevölkerungsbestand nach Stadtkreis, Open Data Zürich.

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