Bahnhof Frauenfeld
| Bahnhof Frauenfeld | |
| Name | Frauenfeld |
|---|---|
| Typ | Bahnhof |
| Lage | Zwischen- und Anschlussbahnhof |
| Bauform | Durchgangsbahnhof |
| Gemeinde | Frauenfeld |
| Bezirk | Frauenfeld |
| Kanton | Thurgau |
| Normalspurstrecke | Bahnstrecke Winterthur–Romanshorn |
| Meterspurstrecke | Frauenfeld-Wil-Bahn |
| Eigentümer und Infrastrukturbetreiber | Schweizerische Bundesbahnen und Appenzeller Bahnen |
| Personenverkehr | Schweizerische Bundesbahnen, Thurbo und Appenzeller Bahnen |
| Abkürzung | FF |
| IBNR | 8506100 |
| Bahnsteiggleise | 3 Normalspur- und 2 Meterspurgleise |
| Spurweiten | 1435 mm und 1000 mm |
| Höhe | rund 417 m ü. M. |
| Eröffnung | 16. Mai 1855 |
| Architekt des Aufnahmegebäudes | Jakob Friedrich Wanner |
| Verkehrsverbund | Tarifverbund Ostwind |
| Tarifzone | 921 |
| Koordinaten | 47° 33′ 22″ N, 8° 53′ 47″ O |
Der Bahnhof Frauenfeld ist der wichtigste Bahnhof der Stadt Frauenfeld und einer der bedeutendsten Verkehrsknoten im Kanton Thurgau. Er liegt an der Hauptstrecke von Winterthur über Frauenfeld und Weinfelden nach Romanshorn. Auf dem südlich des Aufnahmegebäudes gelegenen Bahnhofplatz beginnt ausserdem die meterspurige Frauenfeld-Wil-Bahn nach Wil SG.
Der Bahnhof wird von Fernverkehrszügen der Schweizerischen Bundesbahnen, von Regionalzügen des Bahnunternehmens Thurbo und von der Linie S15 der Appenzeller Bahnen bedient. Direkte Verbindungen bestehen unter anderem nach Zürich, Zürich Flughafen, Winterthur, Weinfelden, Romanshorn, Kreuzlingen, Konstanz, Wil, Bern, Interlaken und ins Wallis.
Frauenfeld ist zugleich der zentrale Knoten des städtischen und regionalen Busverkehrs. Die Bahnsteige, die Haltestelle der Frauenfeld-Wil-Bahn, die Stadtbus- und Regionalbuskanten sowie die Taxistandplätze sind über kurze und weitgehend vom Individualverkehr getrennte Wege miteinander verbunden.
Die heutige Gestaltung geht wesentlich auf das Projekt Bahnhof 2000 zurück. Dabei wurden die Perronanlagen erneuert, der Bahnhofplatz für den öffentlichen Verkehr umgestaltet und der motorisierte Individualverkehr in einen unterirdischen Kreisel verlegt. Für dieses Verkehrskonzept erhielt Frauenfeld 2009 die Auszeichnung FLUX – Goldener Verkehrsknoten.[1]
Lage
Der Bahnhof liegt unmittelbar nördlich der Frauenfelder Innenstadt. Die Altstadt, das Schloss Frauenfeld, das Regierungsgebäude und verschiedene kantonale Verwaltungsstellen sind in wenigen Minuten zu Fuss erreichbar.
Die normalspurigen Gleisanlagen verlaufen ungefähr von Westen nach Osten. Westlich des Bahnhofs führt die Strecke über Islikon, Rickenbach-Attikon, Wiesendangen und Oberwinterthur nach Winterthur. Östlich folgen Felben-Wellhausen, Hüttlingen-Mettendorf, Müllheim-Wigoltingen, Märstetten und Weinfelden.
Das historische Aufnahmegebäude befindet sich auf der südlichen Seite der Normalspurgleise. Davor erstreckt sich der Bahnhofplatz mit den Haltestellen des Stadt- und Regionalbusverkehrs sowie den Endgleisen der Frauenfeld-Wil-Bahn.
Nördlich der Bahnstrecke liegen unter anderem Wohn- und Gewerbegebiete, das Einkaufszentrum Passage sowie Zugänge zu Velo- und Parkierungsanlagen. Personenunterführungen verbinden die verschiedenen Teile des Bahnhofareals miteinander.
Die Lage am Rand der Altstadt macht den Bahnhof sowohl für Pendlerinnen und Pendler als auch für Besucherinnen und Besucher des kantonalen Hauptorts gut erreichbar.
Geschichte
Eröffnung der Bodenseebahn
Der Bahnhof entstand beim Bau der sogenannten Bodenseebahn zwischen Winterthur und Romanshorn. Die Strecke sollte Zürich und Winterthur mit dem Thurgau und dem Hafen von Romanshorn verbinden.
Die Schweizerische Nordostbahn nahm den Abschnitt Winterthur–Frauenfeld–Romanshorn am 16. Mai 1855 in Betrieb.[2] Frauenfeld gehörte zu den wichtigsten Zwischenstationen der neuen Strecke.
Die Eisenbahn verbesserte die Verkehrsverbindungen des seit 1803 bestehenden Thurgauer Kantonshauptorts erheblich. Winterthur, Zürich und der Bodensee konnten schneller erreicht werden, während sich für Gewerbe, Landwirtschaft und Verwaltung neue Transportmöglichkeiten ergaben.
Der Bahnhof wurde damals ausserhalb der dicht bebauten Altstadt angelegt. Mit dem Wachstum Frauenfelds rückte er später in eine zentrale Lage innerhalb des Siedlungsgebiets.
Aufnahmegebäude
Das klassizistische Aufnahmegebäude wurde nach Plänen des Architekten Jakob Friedrich Wanner errichtet. Wanner war auch an der Gestaltung mehrerer anderer bedeutender Bahnhöfe der Schweizerischen Nordostbahn beteiligt.
Der langgestreckte Bau besitzt eine symmetrisch gegliederte Fassade und ein flach geneigtes Dach. Die Architektur ist repräsentativer als jene vieler kleinerer Stationen entlang der Strecke und entsprach der Bedeutung Frauenfelds als Kantonshauptort.
Im Gebäude befanden sich ursprünglich Wartesäle verschiedener Wagenklassen, ein Billettschalter, Gepäck- und Diensträume sowie Wohnungen für Bahnbedienstete.
Das Aufnahmegebäude wurde im Laufe seiner Geschichte mehrfach umgebaut und neuen Nutzungen angepasst. Sein historisches Erscheinungsbild blieb jedoch weitgehend erhalten.
Ausbau zum Verkehrs- und Militärstandort
Die Eröffnung der Frauenfelder Kaserne und des eidgenössischen Waffenplatzes in den 1860er Jahren führte zu zusätzlichem Reise- und Güterverkehr.
Soldaten, Pferde, Fahrzeuge und militärische Ausrüstung wurden über den Bahnhof transportiert. Für die wiederkehrenden Truppenbewegungen mussten entsprechende Abfertigungs- und Verladeanlagen bereitgestellt werden.
Auch der zivile Güterverkehr nahm zu. Frauenfeld entwickelte sich zu einem regionalen Verwaltungs-, Industrie- und Handelszentrum. Der Bahnhof erhielt zusätzliche Gleise, Lagerflächen, Rampen und einen Güterschuppen.
Frauenfeld-Wil-Bahn
Seit den 1850er Jahren bestanden Pläne für eine Bahnverbindung von Frauenfeld durch das Murgtal nach Wil. Nach längeren Diskussionen und der Sicherung der Finanzierung wurde die meterspurige Frauenfeld-Wil-Bahn im September 1887 eröffnet.[3]
Die neue Bahn begann auf dem Bahnhofplatz von Frauenfeld. Sie führte über Matzingen, Wängi und Münchwilen nach Wil und wurde zunächst mit Dampflokomotiven betrieben.
Die Lage der Meterspurgleise unmittelbar vor dem SBB-Aufnahmegebäude ermöglichte kurze Umsteigewege. Die Frauenfeld-Wil-Bahn entwickelte sich zur wichtigsten öffentlichen Verkehrsverbindung des Murgtals.
Im Jahr 1921 wurde die Strecke elektrifiziert. Seitdem verkehren elektrische Triebwagen zwischen Frauenfeld und Wil.
Die Bahnhofanlage der Frauenfeld-Wil-Bahn wurde um das Jahr 2000 modernisiert. Seit der Integration in das Ostschweizer S-Bahn-Netz werden die Züge als Linie S15 bezeichnet.
Im Juni 2021 fusionierte die Frauenfeld-Wil-Bahn mit den Appenzeller Bahnen. Die Infrastruktur und der Personenverkehr der S15 gehören seither zum Unternehmen Appenzeller Bahnen.[4]
Übergang an die SBB
Die Schweizerische Nordostbahn wurde im Zuge der Verstaatlichung der grossen privaten Bahngesellschaften vom Bund übernommen. Seit 1902 gehören der normalspurige Bahnhofsteil und die Strecke Winterthur–Romanshorn den neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen.
Die SBB modernisierten die Gleis-, Signal- und Perronanlagen und passten den Bahnhof an das wachsende Verkehrsaufkommen an.
Zu den Aufgaben des örtlichen Bahnpersonals gehörten der Billettverkauf, die Gepäck- und Güterabfertigung, die Bedienung von Weichen und Signalen sowie der Rangierdienst.
Mit der späteren Automatisierung wurden zahlreiche betriebliche Funktionen zentralisiert. Frauenfeld blieb jedoch im Gegensatz zu vielen kleineren Bahnhöfen ein bedienter Verkaufs- und Dienstleistungsstandort.
Elektrifizierung und Doppelspurausbau
Die Hauptstrecke Winterthur–Romanshorn wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts elektrifiziert. Seither wird sie mit dem bei den SBB üblichen Wechselstromsystem von 15 Kilovolt und 16,7 Hertz betrieben.
Die ursprünglich eingleisige Strecke wurde abschnittsweise auf Doppelspur ausgebaut. Dadurch konnten mehr Personen- und Güterzüge verkehren und die Fahrplanstabilität verbessert werden.
Frauenfeld entwickelte sich zu einem regelmässigen Halt von Schnellzügen zwischen Zürich, Winterthur, Weinfelden, Romanshorn und Konstanz. Daneben blieb der Bahnhof Zentrum des regionalen Personenverkehrs.
Bahnhof 2000
Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde das gesamte Bahnhofgebiet grundlegend umgestaltet. Das Projekt trug die Bezeichnung Bahnhof 2000.
Vor dem Umbau kreuzten sich auf dem Bahnhofplatz Busse, Taxis, Personenwagen, Velos und Fussgänger auf engem Raum. Auch die Zugänge zu den Perrons entsprachen nicht mehr dem wachsenden Verkehrsaufkommen.
Für den motorisierten Individualverkehr wurde unter dem Bahnhofplatz ein Strassentunnel mit einem unterirdischen Kreisel gebaut. Oberirdisch konnte der Platz dadurch weitgehend dem öffentlichen Verkehr, den Fussgängerinnen und Fussgängern, den Velofahrenden und den Taxis vorbehalten werden.[1]
Die SBB errichteten einen rund 420 Meter langen Mittelperron und erneuerten die Personenunterführungen. Ein weit auskragendes Perrondach schützt die Reisenden auf den Gleisen 2 und 3.
Am 14. Dezember 1998 wurde die zentrale überdachte Bushaltestelle in Betrieb genommen. Die 43 Meter lange Konstruktion wurde vom Zürcher Planungsbüro Feddersen & Klostermann entworfen.[5]
Das gesamte Projekt Bahnhof 2000 wurde 1999 eingeweiht. Die Anlage galt als frühes Beispiel für die konsequente Trennung des öffentlichen Verkehrs vom motorisierten Individualverkehr.
FLUX-Auszeichnung
Im Jahr 2009 erhielt Frauenfeld die Auszeichnung FLUX – Goldener Verkehrsknoten.
Gewürdigt wurden insbesondere die übersichtliche Gestaltung, die kurzen und sicheren Umsteigewege sowie die gute Verknüpfung von Normalspur-, Meterspur- und Busverkehr.[1]
Der Bahnhofplatz gilt seither als ein häufig genanntes Beispiel für die Gestaltung eines mittelgrossen schweizerischen Verkehrsknotens.
Bahnhofanlage
Normalspurbahnhof
Der normalspurige SBB-Teil besitzt drei Bahnsteiggleise.
Gleis 1 liegt am Hausperron unmittelbar beim Aufnahmegebäude. Die Gleise 2 und 3 werden durch einen langen Mittelperron erschlossen.
Der reguläre Verkehr in Richtung Winterthur und Zürich wird überwiegend über Gleis 1 abgewickelt. Züge in Richtung Weinfelden, Romanshorn und Konstanz benutzen in der Regel Gleis 2. Gleis 3 dient je nach Fahrplan und Betriebslage für Regional-, Entlastungs-, Sonder- und Ersatzzüge.
Neben den Perrongleisen bestehen weitere Gleise für den Güter-, Rangier-, Abstell- und Baudienstverkehr.
Die Perrons sind über Unterführungen erreichbar. Lifte und Rampen ermöglichen einen weitgehend stufenfreien Zugang. Elektronische Anzeigen, Lautsprecheranlagen und taktile Markierungen dienen der Fahrgastinformation und Orientierung.
Meterspurbahnhof
Die Frauenfeld-Wil-Bahn beginnt auf dem Bahnhofplatz südlich des SBB-Aufnahmegebäudes.
Für die Linie S15 stehen die Gleise 11 und 12 zur Verfügung. Die Anlage ist als Endbahnhof ausgebildet, da die Züge nach der Ankunft aus Wil ihre Fahrtrichtung wechseln.
Die Meterspurgleise sind in den zentralen Umsteigebereich integriert. Reisende erreichen die SBB-Perrons, die Bushaltestellen und die Innenstadt über kurze Wege.
Die Strecke führt vom Bahnhofplatz zunächst durch das Frauenfelder Stadtgebiet. Die nahe gelegene Haltestelle Frauenfeld Marktplatz wurde 1996 eröffnet und verbessert die Erschliessung der Altstadt.
Güteranlagen
Frauenfeld besitzt weiterhin Bedeutung für den Güterverkehr. Östlich und westlich des Personenbahnhofs befinden sich Industrie-, Anschluss- und Abstellgleise.
Zu den bahnseitig erschlossenen Anlagen gehören unter anderem Einrichtungen des Post- und Logistikverkehrs. Auch Bau-, Dienst- und Güterzüge benutzen den Bahnhof.
Die bestehende Gleisgeometrie schränkt den Güterverkehr teilweise ein. Züge aus östlicher Richtung müssen für bestimmte Anschlüsse im Bahnhof wenden. Dieses Problem soll mit dem ab 2026 vorbereiteten Kapazitätsausbau behoben werden.
Bahnverkehr
Im Fahrplanjahr 2026 wird Frauenfeld von Fernverkehrs-, S-Bahn- und Regionalzügen bedient.[6]
| Linie | Laufweg | Funktion |
|---|---|---|
| IC 8 / IC 81 | Romanshorn – Weinfelden – Frauenfeld – Winterthur – Zürich Flughafen – Zürich HB – Bern – Brig beziehungsweise Interlaken Ost | Fernverkehrsverbindung nach Zürich, Bern, ins Berner Oberland und ins Wallis |
| IR 75 | Konstanz – Kreuzlingen – Weinfelden – Frauenfeld – Winterthur – Zürich Flughafen – Zürich HB, teilweise weiter nach Zug und Luzern | Internationale und überregionale Verbindung nach Konstanz, Zürich und in die Zentralschweiz |
| S23 | Zürich HB – Winterthur – Frauenfeld – Weinfelden – Romanshorn | Direkte S-Bahn-Verbindung nach Zürich und Romanshorn |
| S24 | Zug – Zürich HB – Zürich Flughafen – Winterthur – Frauenfeld – Weinfelden; einzelne Zugläufe über Winterthur nach Schaffhausen und Thayngen | Lange Durchmesserlinie der S-Bahn Zürich |
| S30 | Winterthur – Frauenfeld – Weinfelden | Regionales Grundangebot auf der Thurtallinie |
| S15 | Frauenfeld – Matzingen – Wängi – Münchwilen – Wil SG | Meterspurige Regionalverbindung durch das Murgtal |
Fernverkehr
Frauenfeld wird im Fernverkehr durch die Intercity-Linien IC 8 beziehungsweise IC 81 und den Interregio IR 75 bedient.
Der IC 8 und der IC 81 verbinden Romanshorn und Frauenfeld über Winterthur, Zürich Flughafen und Zürich Hauptbahnhof mit Bern. Ab Bern verkehren die Züge je nach Linie weiter nach Brig oder Interlaken Ost.
Der IR 75 fährt von Konstanz über Kreuzlingen, Weinfelden und Frauenfeld nach Winterthur, Zürich Flughafen und Zürich Hauptbahnhof. Je nach Zuglauf bestehen umsteigefreie Verbindungen in Richtung Zug und Luzern.
Durch die Überlagerung der Fernverkehrslinien besteht grundsätzlich ein Halbstundentakt zwischen Frauenfeld, Winterthur und Zürich Flughafen.[7]
S-Bahn- und Regionalverkehr
Die S23 verbindet Frauenfeld mit Winterthur, Zürich und Romanshorn. Sie ergänzt den Fernverkehr und bedient zusätzliche Stationen entlang der Thurtallinie.
Die S24 stellt eine weitreichende Durchmesserverbindung her. Westlich von Frauenfeld führt sie über Winterthur und den Flughafen Zürich nach Zürich Hauptbahnhof und Zug. Östlich verkehren die Züge über Felben-Wellhausen und Weinfelden.
Die S30 übernimmt den regionalen Verkehr zwischen Winterthur und Weinfelden. Sie hält an den kleineren Stationen der Thurtallinie und erschliesst unter anderem Islikon, Rickenbach-Attikon, Felben-Wellhausen und Märstetten.
Die S15 der Appenzeller Bahnen verkehrt grundsätzlich im Halbstundentakt nach Wil. In Wil bestehen Anschlüsse in Richtung St.Gallen, Wattwil und Zürich.
Nachtverkehr und Sonderzüge
In den Wochenendnächten bestehen zusätzliche Bahn- und Busverbindungen in Richtung Winterthur, Weinfelden und Wil.
Bei Grossveranstaltungen verkehren Sonder- und Entlastungszüge. Besondere Bedeutung besitzt dabei das jährlich auf der Grossen Allmend stattfindende Openair Frauenfeld. Für die An- und Abreise werden zusätzliche Züge und Busse eingesetzt.
Auch bei militärischen Veranstaltungen, Messen und regionalen Grossanlässen können zusätzliche Bahnverbindungen angeboten werden.
Busverkehr
Der Bahnhofplatz ist der zentrale Knoten des Stadtbusnetzes Frauenfeld. Die Stadtbuslinien verbinden den Bahnhof mit den Wohnquartieren, dem Kantonsspital, dem Industriegebiet, dem Plättli Zoo und weiteren Zielen.
Im Fahrplanjahr 2026 umfasst das Tagesangebot unter anderem folgende Stadtbuslinien:[8]
| Linie | Verbindung |
|---|---|
| 801 | Sonnmatt – Bahnhof – Spital – Bühl |
| 802 | Sandbühl – Bahnhof – Flurhof |
| 803 | Oberwiesen – Bahnhof – Plättli Zoo |
| 804 | Bahnhof – Huben |
| 805 | Walzmühle – Bahnhof – Im Alexander |
Hinzu kommen Regionalbuslinien nach Aadorf, Ettenhausen, Stammheim, Diessenhofen und in weitere Gemeinden der Region.
Nach dem Ende des regulären Stadtbusbetriebs verkehren Nachttaxis ab dem Bahnhof. Sie bringen Fahrgäste innerhalb des Frauenfelder Stadtgebiets bis in die Nähe ihres Zielorts.[8]
Dienstleistungen
Der Bahnhof besitzt ein bedientes Reisezentrum. Angeboten werden Billette, Abonnemente, Gepäckdienstleistungen, Geldwechsel und der Fundservice.
Im Bahnhof und in den angrenzenden Gebäuden befinden sich verschiedene Geschäfte, Verpflegungsbetriebe und Dienstleistungsangebote. Dazu gehören unter anderem ein Lebensmittelgeschäft, Kioske und gastronomische Betriebe.
Schliessfächer stehen im Untergeschoss zur Verfügung. Der Bahnhof verfügt ausserdem über öffentlich zugängliche Toiletten und kostenloses SBB-WLAN.[9]
Im Bahnhofsbereich befindet sich die Theaterwerkstatt Gleis 5. Sie nutzt einen Teil der früheren Bahn- und Gewerberäume für kulturelle Veranstaltungen.
Kombinierte Mobilität
Frauenfeld verfügt über umfangreiche Veloabstellanlagen. Die bewachte beziehungsweise zugangskontrollierte Velostation bietet rund 125 Plätze und Ladestationen für E-Bikes.[10]
Zusätzlich bestehen zahlreiche frei zugängliche überdachte Veloabstellplätze. Die Anlagen sind sowohl von der Bahnhofstrasse als auch über die nördliche Bahnunterführung erreichbar.
Beim Bahnhof befinden sich P+Rail- und Kurzzeitparkplätze sowie Standorte von Mobility Carsharing. Taxistandplätze sind direkt in den zentralen Umsteigebereich integriert.
Der Bahnhofplatz selbst ist weitgehend frei vom privaten Durchgangsverkehr. Personenwagen werden durch den unterirdischen Kreisel und die angeschlossenen Parkierungsanlagen geführt.
Tarif
Der Bahnhof liegt in der Zone 921 des Tarifverbunds Ostwind.[1]
Innerhalb der gelösten Zonen können Bahn-, Bus- und weitere Verbundangebote während der zeitlichen Gültigkeit des Fahrausweises benutzt werden.
Für Fahrten in den Zürcher Verkehrsverbund bestehen Z-Pass-Angebote. Daneben gelten die Billette und Abonnemente des nationalen Direkten Verkehrs.
Ausbau ab 2026
Im März 2026 begannen Vorarbeiten für einen weiteren Ausbau der Gleisanlagen. Das Projekt ist Bestandteil des Ausbauschritts 2035 des Bundes.[7]
Kernstück ist ein rund 400 Meter langes Wendegleis östlich des Bahnhofs. Es soll ermöglichen, lange Personenzüge ausserhalb der durchgehenden Hauptgleise zu wenden. Künftig können dadurch zusätzliche Verbindungen in Frauenfeld beginnen oder enden.
Weitere Spurwechsel und angepasste Signalanlagen sollen die Kapazität und Stabilität der doppelspurigen Hauptstrecke verbessern.
Auch die Gütergleise werden neu angebunden. Züge sollen die Industrie- und Logistikanlagen künftig sowohl aus westlicher als auch aus östlicher Richtung direkt erreichen können.
Die Gleise werden für Güterzüge mit einer Länge von bis zu 750 Metern und einem Gewicht von bis zu 1600 Tonnen ertüchtigt.
Die Projektkosten werden von den SBB mit rund 82 Millionen Franken angegeben. Die Finanzierung erfolgt über den Bahninfrastrukturfonds des Bundes. Die Hauptarbeiten verzögerten sich 2026 wegen einer Beschwerde gegen die Vergabe.[7]
Bedeutung
Der Bahnhof Frauenfeld ist die wichtigste öffentliche Verkehrsdrehscheibe des Kantons Thurgau neben den Bahnhöfen Weinfelden, Kreuzlingen und Romanshorn.
Für Pendlerinnen und Pendler bietet er schnelle Direktverbindungen nach Winterthur, Zürich und zum Flughafen Zürich. Auch die kantonale Verwaltung, Schulen, Gewerbe- und Industriebetriebe erzeugen ein hohes tägliches Verkehrsaufkommen.
Nach Angaben der Stadt nutzen täglich mehr als 15'000 Bahnreisende die grosszügig überdachten Perronanlagen.[1]
Die Frauenfeld-Wil-Bahn erschliesst das Murgtal und verbindet den Kantonshauptort mit Wil. Stadt- und Regionalbusse verteilen die Reisenden in die Frauenfelder Quartiere und die umliegenden Gemeinden.
Städtebaulich bildet der Bahnhof den Übergang zwischen der Altstadt und den nördlichen Stadtteilen. Das Projekt Bahnhof 2000 machte den Bereich zu einem weitgehend zusammenhängenden öffentlichen Raum.
Historisch dokumentiert die Anlage mehrere Entwicklungsphasen des schweizerischen Eisenbahnwesens: den Bau der Nordostbahn im 19. Jahrhundert, die Entstehung privater Regionalbahnen, die Verstaatlichung der Hauptbahnen, die Elektrifizierung und den Ausbau zum modernen S-Bahn- und Fernverkehrsknoten.
Siehe auch
- Frauenfeld
- Frauenfeld-Wil-Bahn
- Appenzeller Bahnen
- Thurbo
- Bahnstrecke Winterthur–Romanshorn
- S24 (S-Bahn Zürich)
- S-Bahn Zürich
- S-Bahn St. Gallen
- Tarifverbund Ostwind
- Liste der Bahnhöfe im Kanton Thurgau
Literatur
- Hans Waldburger: Frauenfeld–Wil-Bahn. Geschichte einer Regionalbahn 1887–1987. Frauenfeld 1987.
- Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz und Bahnprofil Schweiz CH+. AS Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-909111-74-9.
- Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz – Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Orell Füssli, Zürich 1983, ISBN 3-280-01405-0.
- Gerhard Oswald: Die Bodenseebahn 1855–2005. Romanshorn–Winterthur–Zürich. Appenzeller Verlag, Herisau 2005.
Weblinks
- Bahnhof Frauenfeld auf der Website der SBB
- SBB-Ausbauprojekt am Bahnhof Frauenfeld
- Offizielle Website der Appenzeller Bahnen
- Offizielle Website von Thurbo
- Offizielle Website der Stadt Frauenfeld
- Offizielle Website des Tarifverbunds Ostwind
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Öffentlicher Verkehr, Stadt Frauenfeld, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Eckdaten zur Geschichte Frauenfelds, Stadt Frauenfeld, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Geschichte der einzelnen Linien, Appenzeller Bahnen, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Unternehmen, Appenzeller Bahnen, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Geschichte des Stadtbusses Frauenfeld, Stadt Frauenfeld, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Linienfahrpläne des Bahnhofs Frauenfeld, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ 7,0 7,1 7,2 Frauenfeld: Neues Wendegleis und Kapazitätsausbau, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ 8,0 8,1 Fahrpläne des Stadtbusses Frauenfeld, Stadt Frauenfeld, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Bahnhof Frauenfeld, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Velostation Frauenfeld, Stadt Frauenfeld, abgerufen am 4. August 2026.
Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Bahnhof Frauenfeld