Sihltal Zürich Uetliberg Bahn

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Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG
Logo der Sihltal Zürich Uetliberg Bahn
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1973 durch Fusion
Vorgängerbahnen eröffnet 1875 und 1892
Sitz Zürich, Kanton Zürich
Direktion Mischa Nugent
Verwaltungsratspräsidentin Andrea Felix
Mitarbeitende rund 280
Branche Öffentlicher Verkehr
Angebote Sihltalbahn, Uetlibergbahn, Felseneggbahn und Zimmerbergbus
Bahnlinien S4 und S10
Streckennetz 27,6 km
Website szu.ch

Die Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG, kurz SZU, ist ein schweizerisches Verkehrsunternehmen mit Sitz in Zürich. Sie betreibt die als Linien S4 und S10 in die S-Bahn Zürich integrierten Strecken der Sihltalbahn und der Uetlibergbahn. Zum Unternehmen gehören ausserdem die Felseneggbahn. Im Auftrag des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV) ist die SZU zudem für die Planung und Koordination des Busangebots in der Region Zimmerberg verantwortlich.[1]

Die beiden Bahnlinien verbinden den Zürcher Hauptbahnhof einerseits mit den Wohn- und Arbeitsgebieten im unteren Sihltal und andererseits mit dem Zürcher Hausberg Uetliberg. Das normalspurige Streckennetz umfasst rund 27,6 Kilometer und mehr als 20 Stationen und Haltestellen.[2] Mit ihrem stark durch Pendlerverkehr geprägten Bahnangebot, der touristisch bedeutenden Verbindung auf den Uetliberg und dem regionalen Busnetz ist die SZU ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Verkehrs im Grossraum Zürich.

Unternehmen

Die heutige Gesellschaft entstand 1973 durch den Zusammenschluss der Sihltalbahn (SiTB) mit der Bahngesellschaft Zürich–Uetliberg (BZUe). Die beiden Bahnen waren zu diesem Zeitpunkt betrieblich bereits seit mehreren Jahrzehnten eng miteinander verbunden. Trotz ihrer Bezeichnung als private Aktiengesellschaft befindet sich die SZU mehrheitlich im Besitz der öffentlichen Hand.

Grösste Aktionärin ist die Stadt Zürich mit 31,7 Prozent des Aktienkapitals. Der Bund hält 27,0 Prozent, der Kanton Zürich 23,1 Prozent und verschiedene Gemeinden zusammen 8,0 Prozent. Die restlichen Aktien befinden sich im Besitz weiterer juristischer und privater Personen. Das Aktienkapital beträgt rund 10 Millionen Schweizer Franken.[2]

Der Personenverkehr wird im Rahmen des Zürcher Verkehrsverbundes finanziert. Die Verkehrserlöse und weitere im Personenverkehr erzielte Einnahmen werden dem ZVV angerechnet und dienen der Verminderung der Gesamtkosten des öffentlichen Verkehrs. Die Finanzierung der abgeltungsberechtigten Eisenbahninfrastruktur erfolgt vor allem durch den Bund und den Kanton Zürich.[1]

Die SZU beschäftigt rund 280 Mitarbeitende. Neben dem Fahrbetrieb gehören unter anderem die Instandhaltung der Infrastruktur und des Rollmaterials, die Betriebsführung, die Kundeninformation, die Angebotsplanung und die Betreuung zahlreicher Ausbauprojekte zu ihren Aufgaben.[3]

Geschichte

Entstehung der Uetlibergbahn

Die Geschichte des heutigen Unternehmens reicht bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Am 10. Mai 1875 nahm die Uetlibergbahn zwischen Zürich Selnau und dem Uetliberg den Betrieb auf. Anstelle einer ursprünglich diskutierten Zahnradbahn wurde eine reine Adhäsionsbahn gebaut. Mit Steigungen von mehr als 70 Promille stellte die Strecke für die damalige Eisenbahntechnik eine aussergewöhnliche Konstruktion dar.

Die Bahn diente von Beginn an hauptsächlich dem Ausflugsverkehr auf den Uetliberg. Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten und der Folgen des Ersten Weltkriegs wurde der Betrieb 1920 eingestellt und die ursprüngliche Uetlibergbahn-Gesellschaft liquidiert. 1922 entstand mit der Bahngesellschaft Zürich–Uetliberg eine neue Trägergesellschaft, die den Bahnbetrieb zunächst wieder mit Dampflokomotiven aufnahm. Bereits 1923 wurde die Strecke elektrifiziert.[4]

Die Uetlibergbahn entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zunehmend von einer reinen Ausflugsbahn zu einem Bestandteil des städtischen und regionalen Nahverkehrs. Neue Haltestellen erschlossen die wachsenden Zürcher Quartiere an den Hängen des Uetlibergs sowie die Gemeinde Uitikon. Ab 1932 übernahm die Sihltalbahn die Verwaltung und Betriebsführung der Bahngesellschaft Zürich–Uetliberg.

Gründung der Sihltalbahn

Erste Pläne für eine Eisenbahn durch das Sihltal entstanden bereits in den 1850er-Jahren. Nachdem verschiedene Projekte für eine Verbindung zwischen Zürich und Zug nicht verwirklicht worden waren, wurde eine Lokalbahn von Zürich Selnau nach Sihlwald gebaut. Die Strecke nahm 1892 ihren Betrieb auf. Zwischen Selnau und Giesshübel benutzte sie die bereits bestehende Strecke der Uetlibergbahn.

1897 wurde die Sihltalbahn von Sihlwald bis Sihlbrugg verlängert. Dort erhielt sie Anschluss an die Bahnstrecke Thalwil–Zug. Neben dem Personenverkehr spielte der Güterverkehr eine wichtige Rolle. Über die Bahn wurde insbesondere Holz aus dem Sihlwald nach Zürich transportiert. Die Elektrifizierung der Sihltalbahn erfolgte 1924.[4]

Die Sihltalbahn übernahm 1932 die Betriebsführung der Uetlibergbahn und 1954 die Geschäftsführung der neu eröffneten Luftseilbahn Adliswil–Felsenegg. Dadurch entwickelte sie sich schrittweise von einer einzelnen Eisenbahngesellschaft zu einem regionalen Verkehrsunternehmen.

Fusion zur SZU

Am 1. Januar 1973 fusionierten die Sihltalbahn und die Bahngesellschaft Zürich–Uetliberg zur Sihltal Zürich Uetliberg Bahn. Die Zusammenführung vereinfachte die Verwaltung, den Betrieb und die langfristige Planung der beiden seit Jahrzehnten gemeinsam geführten Bahnstrecken.[5]

Ein bedeutender Entwicklungsschritt war die Verlängerung der Bahnstrecken von Zürich Selnau zum Hauptbahnhof Zürich. Der neue unterirdische Streckenabschnitt wurde 1990 eröffnet. Gleichzeitig wurden die beiden Bahnen in das Netz der neu eingeführten S-Bahn Zürich aufgenommen. Die Sihltalbahn erhielt die Linienbezeichnung S4, die Uetlibergbahn die Bezeichnung S10.

Der frühere oberirdische Endbahnhof Selnau wurde aufgegeben. Die neue unterirdische Station Zürich Selnau entstand näher am Stadtzentrum unter dem Flussbett der Sihl. Die Endstation Zürich HB SZU wurde in einem ursprünglich teilweise für eine geplante Zürcher U-Bahn vorbereiteten unterirdischen Bauwerk eingerichtet.

Seit 1995 ist die SZU im Auftrag des ZVV für das Busangebot in der Region Zimmerberg zuständig. Im Jahr 2023 fusionierte die Gesellschaft rückwirkend per 1. Januar mit der Luftseilbahn Adliswil-Felsenegg LAF AG. Die zuvor rechtlich selbstständige Felseneggbahn wurde dadurch vollständig in die SZU integriert.[6]

Bahnnetz

Das Bahnnetz der SZU ist normalspurig und wird von den Linien S4 und S10 befahren. Beide Linien beginnen im Tiefbahnhof Zürich HB SZU und benutzen bis Zürich Giesshübel eine gemeinsame Doppelspurstrecke. Südlich von Giesshübel trennen sich die Strecken: Die S4 folgt der Sihl in Richtung Adliswil und Sihlwald, während die S10 über den Friesenberg, Uitikon Waldegg und Ringlikon zum Uetliberg ansteigt.

Linie Bezeichnung Reguläre Strecke Betriebslänge Charakter
S4 Sihltalbahn Zürich HB–Adliswil–Langnau-Gattikon–Sihlwald 14,46 km Vororts- und Regionalverkehr
S10 Uetlibergbahn Zürich HB–Zürich Triemli–Uitikon Waldegg–Uetliberg 10,36 km Stadt-, Vororts- und Ausflugsverkehr

Sihltalbahn S4

Die S4 verbindet den Zürcher Hauptbahnhof mit den südlichen Stadtquartieren und den Gemeinden Adliswil und Langnau am Albis. Ihr regulärer Endpunkt liegt beim Bahnhof Sihlwald im Gebiet des Wildnisparks Zürich Sihlwald. Die Betriebslänge der im Personenverkehr bedienten Strecke beträgt 14,46 Kilometer.[7]

Im Stadtgebiet erschliesst die Linie unter anderem die Entwicklungsgebiete Binz, Giesshübel, Saalsporthalle, Brunau, Manegg und Leimbach. Besonders im Gebiet Manegg entstanden seit den 2010er-Jahren zahlreiche Wohnungen und Arbeitsplätze, wodurch die Bedeutung der S4 als städtische Schnellverbindung weiter zunahm.

Die Sihltalbahn führt von Sihlwald weiter nach Sihlbrugg. Auf diesem Abschnitt wurde der reguläre Personenverkehr im Dezember 2006 eingestellt. Die Strecke blieb jedoch für betriebliche Zwecke, Sonderfahrten und historische Züge erhalten. Der Verein Zürcher Museums-Bahn führt auf Teilen der Sihltalbahn Fahrten mit historischen Fahrzeugen durch.[8]

Eine Verbindungsstrecke führt von Zürich Giesshübel zum Bahnhof Zürich Wiedikon und damit zum übrigen schweizerischen Eisenbahnnetz. Sie dient vor allem dem Güterverkehr, Fahrzeugüberführungen und betrieblichen Fahrten.

Uetlibergbahn S10

Die S10 verbindet Zürich HB mit dem 813 Meter über Meer gelegenen Bahnhof Uetliberg. Die 10,36 Kilometer lange Strecke weist eine maximale Steigung von 79 Promille auf und gehört damit zu den steilsten normalspurigen Adhäsionsbahnen Europas.[7]

Zwischen dem Hauptbahnhof und Zürich Triemli erfüllt die Uetlibergbahn hauptsächlich Aufgaben des städtischen Nahverkehrs. Sie erschliesst unter anderem die Quartiere Binz, Friesenberg und Schweighof. Oberhalb von Triemli gewinnt der Ausflugsverkehr an Bedeutung. Die Stationen Uitikon Waldegg und Ringlikon dienen zugleich als Ausgangspunkte für Wanderungen auf dem Uetliberg und der Albiskette.

Die Endstation liegt etwas unterhalb des Uetliberggipfels. Von dort führen Fusswege zum Aussichtsturm, zu Restaurants, zum Planetenweg und zu verschiedenen Wanderwegen. Aufgrund dieser Lage ist die S10 sowohl eine Pendlerverbindung als auch eine der wichtigsten touristischen Bahnen der Region Zürich.

Gemeinsamer Streckenabschnitt

Zwischen Zürich HB und Giesshübel verkehren die S4 und die S10 auf einer gemeinsamen Doppelspurstrecke. Dazu gehören der Tiefbahnhof Zürich HB SZU, die unterirdische Station Zürich Selnau und die Station Zürich Giesshübel. Die dichte Zugfolge und die Verzweigung der beiden Linien stellen hohe Anforderungen an Fahrplan, Sicherungsanlagen und Betriebsführung.

Bis 2022 verwendeten die beiden Bahnen auf diesem Abschnitt unterschiedliche Stromsysteme. Die Sihltalbahn wurde mit dem schweizerischen Eisenbahnstromsystem von 15 Kilovolt und 16,7 Hertz Wechselstrom betrieben. Die Uetlibergbahn verwendete dagegen 1200 Volt Gleichstrom. Ihre Fahrleitung war seitlich gegenüber der Gleisachse versetzt, damit beide Stromsysteme über demselben Gleis angeordnet werden konnten.

Im Sommer 2022 stellte die SZU die Uetlibergbahn ebenfalls auf 15 Kilovolt Wechselstrom um. Damit entfiel die technisch aufwendige Trennung der Stromsysteme. Seither können die Gleise der gemeinsamen Strecke flexibler von beiden Linien benutzt werden, was die betriebliche Stabilität und die Möglichkeiten bei Störungen verbessert.[9]

Infrastruktur

Das Streckennetz der SZU umfasst rund 27,6 Kilometer Gleise, etwa 80 Weichen, 48 Signale und 32 Bahnübergänge. Der Betrieb wird über acht Stellwerke gesteuert. Zum Netz gehören drei Tunnel und 14 Brücken. Im Sihltunnel befinden sich die Stationen Zürich HB SZU und Zürich Selnau.[2]

Die Sihltalbahn wird vollständig mit 15 Kilovolt und 16,7 Hertz Wechselstrom elektrifiziert. Die Stromversorgung erfolgt unter anderem über das SBB-Unterwerk Sihlbrugg. Seit der Umstellung von 2022 verwendet auch die Uetlibergbahn dieses Stromsystem.

Auf der Uetlibergbahn stellen die starken Steigungen besondere Anforderungen an Fahrzeuge, Bremsen und Fahrbahn. Die Strecke wird dennoch ohne Zahnstange befahren. In den Jahren 2024 und 2025 wurden grosse Abschnitte zwischen Zürich Triemli und Uetliberg erneuert. Dabei ersetzte die SZU unter anderem Schienen, Schwellen, Schotter und weitere Elemente des Unter- und Oberbaus. Der reguläre durchgehende Betrieb bis Uetliberg wurde im Oktober 2025 wieder aufgenommen.[10]

Rollmaterial

Auf der Sihltalbahn wurden über viele Jahre vorwiegend lokomotivbespannte Pendelzüge eingesetzt. Seit den 1990er-Jahren gehören dazu auch Doppelstockwagen, die ursprünglich für die Zürcher S-Bahn entwickelt wurden. Ein Teil der eingesetzten Lokomotiven und Wagen stammt aus älteren Fahrzeugserien der SZU oder wurde von den Schweizerischen Bundesbahnen übernommen.

Für die Uetlibergbahn beschaffte die SZU fünf moderne Triebzüge des Typs Be 570. Die Fahrzeuge wurden zunächst als Zweistromzüge ausgeführt und konnten sowohl unter dem früheren Gleichstromsystem als auch unter Wechselstrom verkehren. Dadurch war ihr Einsatz bereits vor der vollständigen Umstellung der Fahrleitung möglich. Die niederflurigen Triebzüge sind für den dichten Stadtverkehr und die Steilstrecke zum Uetliberg ausgelegt.

Für die Sihltalbahn bestellte die SZU 17 neue einstöckige Triebzüge der Reihe RBe 546. Sie sollen die älteren, teilweise mehr als 30 Jahre alten Zugskompositionen ersetzen. Die rund 63 Meter langen Fahrzeuge können einzeln oder in Doppeltraktion eingesetzt werden. Einstöckige Züge ermöglichen bei den kurzen Stationsabständen einen schnelleren Fahrgastwechsel als Doppelstockzüge. Die Inbetriebnahme der neuen Flotte ist ab etwa 2028 vorgesehen.[11]

Weitere Verkehrsangebote

Felseneggbahn

Die Felseneggbahn ist eine Luftseilbahn zwischen dem Bahnhof Adliswil und der Felsenegg auf der Albiskette. Sie wurde am 30. Dezember 1954 eröffnet. Die Talstation liegt in Gehdistanz zum Bahnhof Adliswil der Sihltalbahn, wodurch Bahn und Seilbahn eine zusammenhängende Ausflugsverbindung bilden.

Die SZU führte seit der Eröffnung die Geschäfte und den Betrieb der Luftseilbahn. Bis 2023 gehörte die Anlage jedoch einer eigenen Aktiengesellschaft. Durch die rückwirkend per 1. Januar 2023 vollzogene Fusion der LAF AG mit der SZU wurde sie rechtlich vollständig in das Unternehmen integriert.[6]

Die Felseneggbahn dient dem Freizeit- und Ausflugsverkehr, wird aber auch von der lokalen Bevölkerung genutzt. Im Jahr 2025 beförderte sie 303'207 Personen.[12]

Zimmerbergbus

Unter der Bezeichnung Zimmerbergbus koordiniert die SZU das regionale Busangebot am linken Zürichseeufer und im Sihltal. Das Marktgebiet umfasst insbesondere die Gemeinden zwischen Adliswil, Thalwil, Horgen, Wädenswil und dem Zimmerberg.

Die SZU plant das Angebot im Auftrag des ZVV und stimmt Fahrpläne, Anschlüsse und die Weiterentwicklung des Netzes mit dem Verkehrsverbund und den Gemeinden ab. Die eigentlichen Fahrleistungen werden von beauftragten Busunternehmen erbracht. Die Buslinien stellen die Feinerschliessung der Wohngebiete sicher und dienen als Zubringer zu den Bahnhöfen der S-Bahn, der Sihltalbahn und der linksufrigen Zürichseebahn.

Im Jahr 2025 nutzten erstmals mehr als 12 Millionen Fahrgäste den Zimmerbergbus. Das Wachstum stand unter anderem im Zusammenhang mit Angebotsausbauten und der Entwicklung neuer Wohn-, Arbeits- und Bildungsstandorte entlang der Buslinien.[12]

Fahrgastzahlen

Die Bedeutung der SZU nahm seit der Eröffnung des unterirdischen Anschlusses an den Zürcher Hauptbahnhof stark zu. Anfang der 1990er-Jahre nutzten die S4 und die S10 zusammen rund sechs Millionen Fahrgäste pro Jahr. Mitte der 2020er-Jahre waren es rund 15 Millionen.[13]

Im Jahr 2025 beförderte die Sihltalbahn rund 9,4 Millionen und die Uetlibergbahn rund 5,3 Millionen Personen. Insgesamt wurden damit etwa 14,8 Millionen Fahrgäste auf den beiden Bahnlinien gezählt. Unter Einbezug des Zimmerbergbusses und der Felseneggbahn nutzten rund 27,3 Millionen Personen die Verkehrsmittel der SZU.[12]

Die S4 wird vor allem durch den Pendlerverkehr und die zunehmende Bebauung im unteren Sihltal geprägt. Bei der S10 haben neben den Zürcher Wohn- und Arbeitsquartieren auch Wetter, Wochenenden und touristische Veranstaltungen einen starken Einfluss auf die Nachfrage.

Modernisierung und Ausbau

Unter der Bezeichnung SZU_4.0 setzt das Unternehmen ein umfangreiches Modernisierungsprogramm um. Bund, Kanton Zürich und SZU investieren über mehrere Jahre rund 800 Millionen Franken in Fahrzeuge, Bahnhöfe, Gleisanlagen, Sicherungstechnik und zusätzliche Doppelspurabschnitte.[14]

Ein zentrales Projekt ist der Ausbau des Tiefbahnhofs Zürich HB SZU. Die Perronanlagen und Zugänge werden erneuert, hindernisfrei gestaltet und auf die steigenden Fahrgastzahlen ausgerichtet. Während der Hauptarbeiten blieb die Strecke zwischen Zürich HB und Zürich Selnau vom 29. April bis zum 18. Oktober 2026 für den Bahnverkehr gesperrt. S4 und S10 endeten während dieser Zeit in Zürich Selnau beziehungsweise teilweise an weiter südlich gelegenen Stationen.[15]

Weitere vorgesehene Vorhaben sind der Bau zusätzlicher Doppelspurabschnitte, die Verlegung und Erneuerung mehrerer Haltestellen, die Modernisierung der Kundeninformation und der Ersatz der Sicherungsanlagen. Bei Wildpark-Höfli ist eine neue Haltestelle mit Doppelspur geplant. Auch zwischen Binz und Borrweg sowie südlich von Leimbach und zwischen Brunau und der Höcklerbrücke sollen zusätzliche Doppelspurabschnitte entstehen.

Langfristig ist auf Teilen des Netzes eine Verdichtung zu einem kombinierten 15- beziehungsweise 7,5-Minuten-Takt vorgesehen. Die Stellwerke, die Leittechnik und die Zugbeeinflussung sollen bis etwa 2032 netzweit modernisiert werden. Für die Wartung der neuen, nicht mehr ohne Weiteres trennbaren Triebzüge ist ausserdem ein neuer Hauptsitz mit Unterhaltsanlage in Giesshübel geplant.[16]

Bedeutung

Die SZU verbindet unterschiedliche Funktionen des öffentlichen Verkehrs. Die S4 bildet die zentrale Schienenverbindung für das untere Sihltal und erschliesst zugleich mehrere wachsende Zürcher Stadtgebiete. Die S10 ist sowohl eine städtische Vorortsbahn als auch eine touristische Bergbahn. Zusammen mit der Felseneggbahn und dem Zimmerbergbus bietet die Gesellschaft eine durchgehende Transportkette zwischen der Zürcher Innenstadt, dem Sihltal, dem linken Zürichseeufer und den Naherholungsgebieten der Albiskette.

Eine Besonderheit des Unternehmens ist die Verbindung historisch unterschiedlich entwickelter Verkehrsmittel. Die älteste Strecke wurde bereits 1875 als steile Ausflugsbahn eröffnet, während der heutige Betrieb auf dem gemeinsamen Abschnitt zwischen Zürich HB und Giesshübel in seiner Zugfolge und Stationsdichte einen weitgehend städtischen Charakter besitzt. Die schrittweise Vereinheitlichung der Stromversorgung, die Beschaffung neuer Fahrzeuge und der Ausbau der Infrastruktur sollen diese unterschiedlichen Anforderungen langfristig miteinander verbinden.

Literatur

  • Hans Waldburger, Hans Tempelmann: Die Sihltalbahn. 100 Jahre von der Dampfbahn zur modernen S-Bahn-Linie. Minirex, Luzern 1992, ISBN 3-907014-06-5.
  • Sihltal Zürich Uetliberg Bahn: 125 Jahre Sihltalbahn 1892–2017. Zürich 2017.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Unternehmensporträt, Sihltal Zürich Uetliberg Bahn, abgerufen am 4. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 Zahlen und Fakten, Sihltal Zürich Uetliberg Bahn, abgerufen am 4. August 2026.
  3. Über die SZU, Sihltal Zürich Uetliberg Bahn, abgerufen am 4. August 2026.
  4. 4,0 4,1 Die Geschichte der SZU, Sihltal Zürich Uetliberg Bahn, abgerufen am 4. August 2026.
  5. Sihltalbahn SiTB – Akten und Druckschriften, Stadtarchiv Zürich, abgerufen am 4. August 2026.
  6. 6,0 6,1 SZU-Aktien nach Fusion mit LAF, Sihltal Zürich Uetliberg Bahn, abgerufen am 4. August 2026.
  7. 7,0 7,1 Sihltalbahn und Uetlibergbahn, Sihltal Zürich Uetliberg Bahn, abgerufen am 4. August 2026.
  8. 125 Jahre Sihltalbahn 1892–2017, Pro Sihltal und SZU, 2017.
  9. Vom Gleichstrom zum Wechselstrom, Sihltal Zürich Uetliberg Bahn, abgerufen am 4. August 2026.
  10. Erneuerung Fahrbahn Triemli–Uetliberg, Sihltal Zürich Uetliberg Bahn, abgerufen am 4. August 2026.
  11. Neue Züge für die Sihltalbahn, Sihltal Zürich Uetliberg Bahn, abgerufen am 4. August 2026.
  12. 12,0 12,1 12,2 Rund 27 Millionen Fahrgäste bei Bahn, Bus und Seilbahn, Medienmitteilung der SZU vom 12. März 2026.
  13. Ausbau Zürich HB SZU – Bauen im Herzen der Stadt Zürich, Sihltal Zürich Uetliberg Bahn, abgerufen am 4. August 2026.
  14. Medienmitteilungen, Bilder und Publikationen, Sihltal Zürich Uetliberg Bahn, abgerufen am 4. August 2026.
  15. Ausbau Tiefbahnhof Zürich HB SZU, Sihltal Zürich Uetliberg Bahn, abgerufen am 4. August 2026.
  16. SZU 4.0 – Projekte im Überblick, Sihltal Zürich Uetliberg Bahn, abgerufen am 4. August 2026.