Bahnhof Bonstetten-Wettswil

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Bahnhof Bonstetten-Wettswil
Ort Bonstetten
Erschlossene Gemeinden Bonstetten und Wettswil am Albis
Bezirk Affoltern
Kanton Zürich
Ortsteil Schachen
Betriebsform Kreuzungsbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Eröffnung 1. Juni 1864
Ursprünglicher Name Bonstetten
Umbau 2005–2008
Bahnsteiggleise 2
Bahnsteig 1 Mittelperron
Weitere Gleise 1 bahnsteigloses Betriebsgleis
Spurweite 1435 mm
Stromsystem 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom
Höhe 528 m ü. M.
Betriebsstellenkürzel BON
IBNR 8502222
Bahnstrecke Bahnstrecke Zürich–Zug
Tarifverbund Zürcher Verkehrsverbund
Tarifzone 155
Eigentümerin SBB
Personenverkehr S-Bahn Zürich, Linien S5 und S14
Nacht-S-Bahn SN5
Anschlussverkehr Postauto-Linien 200, 205, 210, 220, 221, 227, 228 und 229
Adresse Stationsstrasse 32
8906 Bonstetten
Website sbb.ch

Der Bahnhof Bonstetten-Wettswil ist ein Bahnhof der Schweizerischen Bundesbahnen im Knonaueramt im Kanton Zürich. Er liegt im Bonstetter Ortsteil Schachen nahe der Gemeindegrenze zu Wettswil am Albis und erschliesst beide namensgebenden Gemeinden.

Der Bahnhof befindet sich an der Bahnstrecke Zürich–Zug zwischen den Stationen Birmensdorf ZH und Hedingen. Er wird von den Linien S5 und S14 der S-Bahn Zürich bedient. Durch die Überlagerung beider Linien bestehen während des grössten Teils des Tages vier Bahnverbindungen pro Stunde in Richtung Zürich.

Unmittelbar neben den Bahnsteigen befindet sich ein regionaler Busbahnhof. Von dort verkehren Postautos nach Affoltern am Albis, Bonstetten, Wettswil, Stallikon, Birmensdorf, Islisberg, Arni sowie direkt zu den Zürcher Bahnhöfen Enge und Wiedikon.[1]

Der 1864 eröffnete Bahnhof trug ursprünglich nur den Namen Bonstetten. Die spätere Ergänzung um Wettswil verdeutlicht seine gemeinsame Bedeutung für beide Gemeinden. Die gesamte Eisenbahnanlage befindet sich jedoch auf Bonstetter Gemeindegebiet.

Lage

Der Bahnhof liegt rund einen Kilometer nördlich des historischen Dorfkerns von Bonstetten und ungefähr einen Kilometer südlich des Zentrums von Wettswil am Albis.

Sein Standort im Gebiet Schachen wurde bereits während der Planung der Bahnstrecke festgelegt. Ursprünglich sollte die Station näher beim Bonstetter Dorf in den Moosmatten entstehen. Auf Wunsch der Gemeinden Wettswil und Stallikon wurde sie jedoch weiter nach Norden an den heutigen Standort verlegt.[2]

Die Station liegt in einer breiten, ursprünglich feuchten Talebene zwischen dem Albis im Osten und den Höhen des westlichen Knonaueramts. Die Umgebung war früher durch Torfmoore, Ziegeleien, Landwirtschaft und einzelne Höfe geprägt.

Heute befindet sich der Bahnhof innerhalb eines zusammenhängenden Siedlungs- und Versorgungsgebiets. In seiner Umgebung liegen:

  • Wohnüberbauungen;
  • Einkaufsgeschäfte;
  • Gastronomie- und Dienstleistungsbetriebe;
  • die katholische Kirche St. Mauritius;
  • Büros des Sozialdienstes Unteramt;
  • Velo- und Autoabstellanlagen;
  • die Ziegelweiher;
  • Landwirtschafts- und Naherholungsflächen.

Der regionale Richtplan bezeichnet das Gebiet beim Bahnhof als Subzentrum des Knonaueramts. Es soll neben seiner Verkehrsfunktion auch als Versorgungs- und Entwicklungsstandort gestärkt werden.[3]

Name

Bei der Eröffnung hiess die Station Bonstetten. Der ursprüngliche Name entsprach der Lage auf dem Gebiet dieser Gemeinde.

Da der Bahnhof auch für Wettswil am Albis die wichtigste Eisenbahnstation darstellt, erhielt er später den Doppelnamen Bonstetten-Wettswil. Ein eigener Bahnhof auf Wettswiler Gemeindegebiet besteht nicht.

Doppelnamen dieser Art sind im schweizerischen Bahnnetz verbreitet, wenn eine Station zwei benachbarte Orte erschliesst. Der Name bedeutet nicht, dass die Gemeindegrenze durch das eigentliche Bahnhofareal verläuft.

Die Bushaltestelle trägt die Bezeichnung Bonstetten-Wettswil, Bahnhof, während die Eisenbahnstation ohne den Zusatz «Bahnhof» als Bonstetten-Wettswil im Fahrplan erscheint.

Bahnhofanlage

Gleise und Perron

Der Bahnhof besitzt drei durchgehende Gleise. Die Gleise 2 und 3 liegen an einem Mittelperron und werden für den regulären Personenverkehr genutzt.

Gleis 1 besitzt keine Perronkante. Es dient betrieblichen Zwecken, dem Rangier- und Baudienst sowie bei Bedarf der Abstellung oder Durchfahrt von Zügen.

Das Mittelperron wird durch eine Personenunterführung erschlossen. Vom Bahnhofvorplatz führen Treppen und eine langgezogene Rampe in die Unterführung. Auch auf der gegenüberliegenden Seite bestehen ein Treppen- und ein Rampenzugang.

Die Anlage ist dadurch grundsätzlich stufenfrei zugänglich. Das Perron besitzt erhöhte Kanten, welche bei den im S-Bahn-Verkehr eingesetzten Niederflurfahrzeugen einen weitgehend niveaugleichen Einstieg ermöglichen.

Zur Ausstattung des Mittelperrons gehören:

  • ein langes Perrondach;
  • gedeckte Wartebereiche;
  • Sitzgelegenheiten;
  • digitale Abfahrtsanzeigen;
  • Lautsprecheranlagen;
  • Billettautomaten;
  • Beleuchtung;
  • Bahnhofsuhr;
  • taktile Sicherheitslinien.

Die Gleisanlage ermöglicht Zugskreuzungen. Diese betriebliche Funktion ist auf der teilweise eingleisigen Verbindung durch das Knonaueramt für die Stabilität des Fahrplans wichtig.

Abstell- und Betriebsgleise

Auf der Seite Richtung Zürich bestehen zusätzliche kurze Betriebsgleise. Sie werden nicht für den planmässigen Personenverkehr verwendet.

Die Bahnhofanlage war früher umfangreicher. Sie besass Lade-, Abstell- und Gütergleise sowie Anlagen für den örtlichen Güterumschlag.

Mit dem Rückgang des Stückgutverkehrs wurden zahlreiche Nebengleise entfernt. Beim Ausbau zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurde die verbleibende Anlage neu geordnet.

Stellwerk

Nördlich des Aufnahmegebäudes steht ein technisches Stellwerksgebäude. Es wurde im Zusammenhang mit der Modernisierung der Strecke und den Bauarbeiten am Uetlibergtunnel errichtet.

Das frühere örtlich bediente Stellwerk wurde im Juni 2007 ausser Betrieb genommen. Die Weichen und Signale werden seither ferngesteuert.

Aufnahmegebäude

Das heutige Aufnahmegebäude entstand im Rahmen des umfassenden Bahnhofumbaus und wurde 2008 fertiggestellt.

Der moderne Bau ersetzte das historische Stationsgebäude und weitere ältere Bahnbauten. Er umfasst Räume für den Bahnverkauf, einen Avec-Laden, Wartemöglichkeiten und technische Einrichtungen.

Das SBB-Reisezentrum bietet unter anderem:

  • nationale und internationale Billette;
  • Abonnemente;
  • Freizeitangebote;
  • Gepäckdienstleistungen;
  • Fundservice;
  • Geldwechsel;
  • Western-Union-Dienstleistungen.

Im Jahr 2026 ist das Reisezentrum von Montag bis Freitag am Vormittag und am Nachmittag geöffnet. Der Avec-Laden ist täglich von frühmorgens bis in den späten Abend geöffnet.[4]

Der Neubau orientiert sich mit seiner langgezogenen Form an den Gleisen. Ein breites Vordach schützt die Zugänge zum Reisezentrum, zum Laden und zur Personenunterführung.

Ausstattung und kombinierte Mobilität

Nach Angaben der SBB stehen am Bahnhof 82 gedeckte Veloabstellplätze zur Verfügung.

Die P+Rail-Anlage umfasst 107 reguläre Parkplätze und drei Parkplätze für Menschen mit Behinderung. Carsharing wird durch einen Mobility-Standort ergänzt.[4]

Weitere Einrichtungen sind:

  • öffentliche Toilette;
  • Billettautomaten;
  • digitale Fahrgastinformation;
  • Taxi- und Kurzzeitparkplätze;
  • Busbahnhof;
  • Veloabstellanlagen;
  • P+Rail;
  • Carsharing;
  • Verkaufsgeschäft;
  • bediente Verkaufsstelle.

Die vergleichsweise grosse P+Rail-Anlage erweitert das Einzugsgebiet des Bahnhofs auf umliegende Gemeinden, Weiler und ländliche Gebiete ohne direkte Bahnverbindung.

Bahnverkehr

S-Bahn-Linie S5

Die S5 verbindet das Knonaueramt mit Zürich, dem Glatttal, dem Zürcher Oberland und dem oberen Zürichsee:

S5: Zug – Knonau – Mettmenstetten – Affoltern am Albis – Hedingen – Bonstetten-Wettswil – Birmensdorf ZH – Urdorf Weihermatt – Urdorf – Zürich Altstetten – Zürich Hardbrücke – Zürich Hauptbahnhof – Zürich Stadelhofen – Stettbach – Uster – Wetzikon – Rüti ZH – Rapperswil – Pfäffikon SZ.

Die Linie verkehrt grundsätzlich im Halbstundentakt. Nicht jeder Zug bedient über die gesamte Betriebszeit hinweg alle äusseren Streckenabschnitte.

Von Bonstetten-Wettswil bestehen direkte Verbindungen unter anderem nach:

  • Affoltern am Albis;
  • Zug;
  • Zürich Altstetten;
  • Zürich Hardbrücke;
  • Zürich Hauptbahnhof;
  • Zürich Stadelhofen;
  • Uster;
  • Wetzikon;
  • Rapperswil;
  • Pfäffikon SZ.

Die Fahrzeit zum Zürcher Hauptbahnhof beträgt ungefähr 20 Minuten.

S-Bahn-Linie S14

Die S14 ergänzt die S5 auf dem Abschnitt zwischen Affoltern am Albis und Zürich:

S14: Affoltern am Albis – Hedingen – Bonstetten-Wettswil – Birmensdorf ZH – Urdorf Weihermatt – Urdorf – Zürich Altstetten – Zürich Hauptbahnhof – Zürich Oerlikon – Wallisellen – Dübendorf – Schwerzenbach – Uster – Aathal – Wetzikon – Hinwil.

Auch die S14 verkehrt grundsätzlich alle 30 Minuten.

Durch die zeitlich versetzte Führung von S5 und S14 ergibt sich zwischen Affoltern am Albis, Bonstetten-Wettswil und Zürich ein annähernder Viertelstundentakt.

Die S14 stellt direkte Verbindungen in das mittlere Glatttal und nach Hinwil her, während die S5 über Zürich Stadelhofen und Uster nach Rapperswil und Pfäffikon SZ fährt.[1]

Nachtverkehr

In den Nächten vor Samstagen und Sonntagen wird der Bahnhof von der Nacht-S-Bahn SN5 bedient.

Die SN5 verbindet das Knonaueramt über Zürich mit dem rechten und oberen Zürichseegebiet. Im Jahresfahrplan 2026 werden als äussere Ziele Knonau und Pfäffikon SZ ausgewiesen.[1]

Busverkehr

Der Busbahnhof liegt unmittelbar vor dem Aufnahmegebäude. Er besitzt mehrere Haltekanten und kurze Umsteigewege zu den Bahnsteigen.

Im Jahresfahrplan 2026 halten folgende Postauto-Linien:[1]

Linie Streckenführung beziehungsweise Hauptfunktion
200 Affoltern am Albis – Hedingen – Bonstetten-Wettswil – Zürich Enge
205 Bonstetten-Wettswil – Islisberg – Arni AG
210 Bonstetten Dorfplatz – Bonstetten-Wettswil – Zürich Enge
220 Bonstetten-Wettswil – Wettswil – Waldegg – Zürich Wiedikon
221 Ortsbus-Rundkurs Wettswil
227 Bonstetten-Wettswil – Wettswil – Stallikon – Birmensdorf
228 Ortsbus-Rundkurs Bonstetten
229 Bonstetten-Wettswil – Wettswil – Heidenchilen

Die Linie 200 ist eine wichtige regionale Verbindung durch das Knonaueramt. Sie bietet ausserdem eine direkte Fahrt nach Zürich Enge, ohne dass im Zürcher Hauptbahnhof umgestiegen werden muss.

Die Linie 205 erschliesst Islisberg und Arni im Kanton Aargau. Sie verbindet damit das Zürcher Bahnnetz mit Gemeinden des oberen Reusstals.

Die Linien 210 und 220 verkehren hauptsächlich auf den starken Pendlerachsen nach Zürich Enge beziehungsweise Zürich Wiedikon.

Die Ortsbusse 221, 228 und 229 erschliessen Wohnquartiere in Wettswil und Bonstetten. Die Linie 227 stellt eine Querverbindung durch das Reppischtal nach Birmensdorf her.

Der Bahnhof ist dadurch ein zentraler Umsteigepunkt für Bonstetten, Wettswil, Islisberg und Teile von Stallikon.

Geschichte

Planung der Ämtlerbahn

Nach der Eröffnung der ersten Schweizer Bahnstrecke zwischen Zürich und Baden im Jahr 1847 entstanden auch im Knonaueramt Pläne für einen Eisenbahnanschluss.

1856 bildete sich in Affoltern am Albis ein Eisenbahnkomitee. Ihm gehörten regionale Politiker und Unternehmer an, darunter der spätere Bundesrat Jakob Dubs sowie Vertreter aus Wettswil und dem übrigen Amt.

Untersucht wurden verschiedene Linienführungen. Eine sogenannte Baldernbahn hätte Zürich über die Höhen des Albis erreicht. Schliesslich setzte sich eine Strecke über das Limmattal, Birmensdorf und das Knonaueramt durch.

Die Konzession wurde am 10. Februar 1862 erteilt. Die Zürich-Zug-Luzern-Bahn, eine Tochtergesellschaft der Schweizerischen Nordostbahn, führte den Bau aus.[2]

Wahl des Stationsstandorts

Die Station sollte zunächst in den Moosmatten nahe dem Bonstetter Dorf entstehen.

Wettswil und Stallikon verlangten jedoch einen weiter nördlich gelegenen Standort, damit der Bahnhof auch von ihren Einwohnerinnen und Einwohnern besser erreicht werden konnte.

Als Kompromiss wurde das Gebiet Schachen gewählt. Der Standort lag zwar ausserhalb der damaligen geschlossenen Siedlungen, befand sich jedoch günstiger zwischen den beteiligten Gemeinden.

Diese Entscheidung prägte die Entwicklung des Gebiets langfristig. Rund um die Station entstand allmählich ein eigenständiger Siedlungs-, Gewerbe- und Versorgungsraum.

Eröffnung 1864

Die Bahnstrecke Zürich–Zug wurde am 1. Juni 1864 eröffnet. Gleichzeitig nahmen die Zwischenstationen Urdorf, Birmensdorf, Bonstetten, Hedingen, Affoltern am Albis, Mettmenstetten und Knonau den Betrieb auf.[5]

Der Bahnhof trug zunächst den Namen Bonstetten. Das erste Aufnahmegebäude gehörte zu einer Gruppe ähnlicher Stationsbauten, die nach Plänen des Nordostbahn-Architekten Jakob Friedrich Wanner entstanden.

Die Eisenbahn verbesserte die Erreichbarkeit Zürichs und Zugs erheblich. Sie erleichterte ausserdem den Transport von:

  • landwirtschaftlichen Erzeugnissen;
  • Vieh;
  • Milch;
  • Holz;
  • Ziegeln;
  • Torf;
  • Kohle und Brennstoffen;
  • Maschinen und Stückgut.

Verbindung zur Gotthardbahn

Nach der Eröffnung der Gotthardbahn im Jahr 1882 wurde die Strecke durch das Knonaueramt für einige Jahre zu einer wichtigen Zufahrt von Zürich in Richtung Gotthard.

Schnell- und Güterzüge verkehrten über Bonstetten, Affoltern am Albis und Zug. Die Strecke besass dadurch zeitweise eine überregionale Bedeutung.

Mit der Eröffnung der direkten Bahnstrecken Thalwil–Zug und Zug–Arth-Goldau im Jahr 1897 verlagerte sich der Personenfernverkehr auf die kürzere Route am linken Zürichseeufer.

Die Knonauer Strecke wurde danach wieder hauptsächlich für Regional- und Güterverkehr genutzt.

Ziegeleien und Güterverkehr

Die Gegend um Bonstetten und Wettswil besass umfangreiche Lehmvorkommen. In der Nähe des Bahnhofs entstanden Ziegeleibetriebe, welche die Eisenbahn für den Versand ihrer Erzeugnisse nutzten.

Eine grössere mechanische Ziegelei bestand bis 1932. Die ehemaligen Lehmgruben sind teilweise als heutige Ziegelweiher erhalten.[6]

Der Bahnhof diente ausserdem dem Umschlag landwirtschaftlicher Produkte, von Kohle, Baumaterialien und allgemeinem Stückgut.

Mit der zunehmenden Verlagerung des Güterverkehrs auf die Strasse verloren die Ladeanlagen nach dem Zweiten Weltkrieg an Bedeutung. Sie wurden später weitgehend zurückgebaut.

Übernahme durch die SBB

Die Zürich-Zug-Luzern-Bahn wurde zunächst von der Schweizerischen Nordostbahn betrieben und 1892 vollständig von ihr übernommen.

Mit der Verstaatlichung der Nordostbahn ging der Bahnhof 1902 an die neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen über.

Die SBB modernisierten Strecke und Bahnhof im Verlauf des 20. Jahrhunderts schrittweise.

Elektrifizierung

Der elektrische Betrieb zwischen Zürich Altstetten und Zug wurde am 15. Oktober 1932 aufgenommen.

Die Strecke wird seither mit dem schweizerischen Bahnstromsystem von 15 Kilovolt und 16⅔ beziehungsweise heute 16,7 Hertz betrieben.

Elektrische Triebwagen und Lokomotiven ersetzten die Dampflokomotiven. Sie ermöglichten kürzere Fahrzeiten, bessere Beschleunigung und einen wirtschaftlicheren Regionalverkehr.

Entwicklung zum Pendlerbahnhof

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelten sich Bonstetten und Wettswil zunehmend zu Wohngemeinden der Agglomeration Zürich.

Die Zahl der Pendlerinnen und Pendler stieg deutlich. Der Bahnhof gewann damit vor allem für den täglichen Personenverkehr an Bedeutung.

Zusätzliche Buslinien erweiterten sein Einzugsgebiet. Gleichzeitig entstanden rund um den Bahnhof Einkaufsmöglichkeiten, Wohnüberbauungen und öffentliche Dienstleistungen.

S-Bahn Zürich

Mit der Eröffnung der S-Bahn Zürich am 27. Mai 1990 wurde die Strecke durch das Knonaueramt in das neue Liniennetz integriert.

Der neue unterirdische Bahnhof im Zürcher Hauptbahnhof ermöglichte durchgehende Verbindungen über Zürich hinaus. Bonstetten-Wettswil erhielt damit direkte Züge in weitere Teile des Kantons.

Das systematische Taktangebot führte zu einer starken Zunahme der Fahrgastzahlen. Die zuvor eher als Nebenbahn wahrgenommene Strecke entwickelte sich zu einer leistungsfähigen Vorortslinie.

Die wachsende Nachfrage machte weitere Ausbauten notwendig.

Ausbau 2005 bis 2008

Für die dritte Teilergänzung der S-Bahn Zürich wurde die Strecke zwischen Bonstetten-Wettswil und Hedingen ausgebaut.

Die Arbeiten begannen Mitte der 2000er-Jahre und umfassten:

  • den Bau zusätzlicher Gleisanlagen;
  • die Anpassung der Sicherungstechnik;
  • ein neues Mittelperron;
  • eine neue Personenunterführung;
  • hindernisfreie Rampenzugänge;
  • längere und höhere Perronkanten;
  • ein neues Aufnahmegebäude;
  • die Neuordnung des Busbahnhofs;
  • zusätzliche Velo- und Autoabstellplätze;
  • die Neugestaltung des Bahnhofvorplatzes.

Der neue Bahnhof wurde am 25. Oktober 2008 mit einem Fest eingeweiht.[7]

Der Ausbau schuf die Voraussetzungen für den annähernden Viertelstundentakt zwischen Affoltern am Albis und Zürich.

Unterhaltsarbeiten 2026

Die SBB erneuerten 2026 die Fahrbahn zwischen Birmensdorf und Bonstetten-Wettswil.

Vom 13. Juli bis zum Betriebsbeginn am 3. August 2026 war die Strecke zwischen Zürich Altstetten und Bonstetten-Wettswil vollständig gesperrt. Zwischen Schlieren und Bonstetten-Wettswil verkehrten Ersatzbusse.[8]

Weitere Arbeiten zwischen Birmensdorf und Bonstetten-Wettswil dauerten bis Mitte August 2026. Sie dienten der Erneuerung von Schienen, Schwellen, Schotter und weiteren Bestandteilen der Fahrbahn.

Siedlungsentwicklung

Der Bahnhof liegt nicht in einem der beiden historischen Dorfkerne. Durch das Bevölkerungswachstum rückten die Siedlungsgebiete von Bonstetten und Wettswil jedoch immer näher an die Station heran.

Das gemeinsame räumliche Entwicklungsleitbild der Gemeinden bezeichnet das Bahnhofgebiet als zentralen und gut erschlossenen Ort. Die weitere Siedlungsentwicklung nach innen soll sich schwerpunktmässig in diesem Gebiet vollziehen.[9]

Ziele der Planung sind unter anderem:

  • eine stärkere bauliche Verdichtung;
  • attraktive Fuss- und Veloverbindungen;
  • eine bessere Gestaltung der öffentlichen Räume;
  • die Sicherung der Nahversorgung;
  • die Abstimmung von Siedlung und Verkehr;
  • der Erhalt von Grün- und Freiräumen;
  • eine Verbesserung der Verbindung zwischen Bonstetten und Wettswil.

Der Bahnhof bildet dadurch zunehmend ein gemeinsames Subzentrum beider Gemeinden.

Bedeutung

Bonstetten-Wettswil ist nach dem Bahnhof Affoltern am Albis einer der wichtigsten Verkehrsknoten des Knonaueramts.

Seine Bedeutung beruht auf:

  • dem annähernden Viertelstundentakt nach Zürich;
  • direkten Verbindungen nach Zug, Hinwil und Pfäffikon SZ;
  • dem umfangreichen regionalen Busnetz;
  • dem grossen P+Rail-Angebot;
  • seiner Funktion als gemeinsamer Bahnhof zweier Gemeinden;
  • dem wachsenden Wohn- und Versorgungsgebiet;
  • der Rolle als Umsteigepunkt für Islisberg, Arni und Stallikon.

Der Bahnhof ist zugleich mit 528 Metern über Meer der höchstgelegene Bahnhof der Strecke zwischen Zürich Altstetten und Zug.

Freizeitverkehr

Der Bahnhof ist Ausgangspunkt für Wanderungen und Velotouren im nördlichen Knonaueramt und am Albis.

Zu den Zielen in der Umgebung gehören:

  • die Ziegelweiher;
  • der Islisberg;
  • der Albis;
  • der Uetliberg;
  • der Türlersee;
  • das Reppischtal;
  • der Hedinger Weiher;
  • Stallikon;
  • der Ämtlerweg;
  • die Waldgebiete zwischen Bonstetten, Wettswil und Birmensdorf.

Die Kombination aus Bahn und regionalen Buslinien ermöglicht Wanderungen mit unterschiedlichen Ausgangs- und Endpunkten.

Siehe auch

Literatur

  • Gemeinde Bonstetten: Unsere Gemeinde. Bonstetten 1964.
  • Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz und Bahnprofil Schweiz CH+. AS Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-909111-74-9.
  • Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz. Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Orell Füssli, Zürich 1983.
  • Gemeinden Bonstetten und Wettswil am Albis: Räumliches Entwicklungsleitbild Wettswil–Bonstetten. 2023.
  • Zürcher Planungsgruppe Knonaueramt: Regionaler Richtplan Knonaueramt.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Bonstetten-Wettswil und Bonstetten-Wettswil, Bahnhof, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan vom 14. Dezember 2025 bis 12. Dezember 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  2. 2,0 2,1 Eisenbahnbau, Gemeinde Bonstetten, nach der Gemeindebroschüre Unsere Gemeinde von 1964, abgerufen am 3. August 2026.
  3. Regionaler Richtplan Knonaueramt, Kanton Zürich, abgerufen am 3. August 2026.
  4. 4,0 4,1 Bahnhof Bonstetten-Wettswil, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 3. August 2026.
  5. Bahnlinie Zürich–Altstetten–Zug, Kanton Zürich, Angaben zur Eröffnung vom 1. Juni 1864.
  6. Hof und Ziegelei Meili im Chapf, Gemeinde Bonstetten, abgerufen am 3. August 2026.
  7. «Eine Party für den Bahnhof», in: KoBo, Ausgabe 4/2008, abgerufen am 3. August 2026.
  8. Unterhaltsarbeiten im Knonaueramt, Schweizerische Bundesbahnen, 23. März 2026, aktualisiert am 16. Juni 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  9. Räumliches Entwicklungsleitbild Wettswil–Bonstetten, Gemeinden Wettswil am Albis und Bonstetten, Januar 2023, abgerufen am 3. August 2026.