Bahnhof Zürich Enge

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Bahnhof Zürich Enge
Bahnhofstyp Durchgangsbahnhof
Ort Zürich-Enge
Kanton Zürich
Eröffnung 20. September 1875
Heutige Anlage eröffnet am 1. März 1927
Betreiberin SBB
Bahnstrecke Linksufrige Zürichseebahn
Bahnsteiggleise 2
Spurweite 1435 mm
Abkürzung ZEN
IBNR 8503010
Höhe 409 m ü. M.
Tarifzone 110 (ZVV)
Architekten Otto und Werner Pfister
Baustil Neoklassizismus
Koordinaten 47.3644° N, 8.5308° E
Adresse Tessinerplatz 10, 8002 Zürich
Website Bahnhof Zürich Enge bei den SBB

Der Bahnhof Zürich Enge ist ein Bahnhof der Schweizerischen Bundesbahnen im Quartier Enge der Stadt Zürich. Er liegt an der linksufrigen Zürichseebahn zwischen den Bahnhöfen Zürich Wiedikon und Zürich Wollishofen. Bedient wird er hauptsächlich von mehreren Linien der S-Bahn Zürich.

Das monumentale Aufnahmegebäude am Tessinerplatz entstand in den Jahren 1925 und 1926 nach Entwürfen der Zürcher Architekten Otto und Werner Pfister. Die neue Bahnhofanlage wurde am 1. März 1927 eröffnet. Das Gebäude, die Perrondächer und die historischen Personenunterführungen bilden ein geschütztes Ensemble und gehören zu den bedeutendsten Schweizer Bahnhofsbauten der Zwischenkriegszeit.[1]

Vor dem Aufnahmegebäude und an der benachbarten Bederstrasse befinden sich Haltestellen des Zürcher Tram- und Busnetzes. Der Bahnhof bildet dadurch einen wichtigen Umsteigepunkt zwischen Eisenbahn, Tram, Stadtbus und regionalen Buslinien.

Lage

Der Bahnhof liegt im südwestlichen Teil der Zürcher Innenstadt am Fuss des Engehügels. Seine Hauptfassade ist nach Osten zum Tessinerplatz und zur Seestrasse ausgerichtet. Nördlich des Gebäudes überquert die Bederstrasse die Bahnanlagen. Der nördliche Bahnhofzugang führt direkt zu den dortigen Tram- und Bushaltestellen.

In der näheren Umgebung befinden sich das Zentrum des Quartiers Enge, die reformierte Kirche Enge, die Sukkulenten-Sammlung, das Museum Rietberg, das ehemalige Hürlimann-Areal und das Zürichseeufer. Das Gebiet um den Bahnhof weist eine Mischung aus Wohnbauten, Büros, Geschäften, Gastronomiebetrieben und öffentlichen Einrichtungen auf.

Die Gleise liegen gegenüber dem Tessinerplatz und der Seestrasse tiefer. Nördlich des Bahnhofs verschwinden sie im Ulmbergtunnel in Richtung Zürich Wiedikon und Zürich Hauptbahnhof. Südlich der Perrons beginnt der Engetunnel, durch den die Strecke nach Zürich Wollishofen und Thalwil führt.[1]

Geschichte

Erster Bahnhof

Der erste Bahnhof Enge entstand für die von der Schweizerischen Nordostbahn gebaute linksufrige Zürichseebahn. Die Strecke führte von Zürich über Thalwil, Wädenswil und Pfäffikon in Richtung Ziegelbrücke und Glarnerland.

Am 18. September 1875 fand die feierliche Eröffnungsfahrt statt. Der fahrplanmässige Betrieb wurde am 20. September 1875 aufgenommen. Der Bahnhof Enge war eine der Stationen, an denen der festlich geschmückte Eröffnungszug hielt.[2]

Das erste Aufnahmegebäude wurde nach Plänen des Architekten Heinrich Gmelin errichtet. Es befand sich weiter östlich als der heutige Bahnhof, im Bereich der Alfred-Escher-Strasse und der heutigen General-Wille-Strasse. Die damalige Bahnstrecke verlief weitgehend ebenerdig durch die wachsenden Quartiere Enge, Wiedikon und Aussersihl.

Mit der städtischen Entwicklung wurden die zahlreichen Niveauübergänge zunehmend zu einem Hindernis. Strassen- und Tramverkehr mussten die Gleise kreuzen, während zugleich das Verkehrsaufkommen auf der Eisenbahn stark zunahm. Nach der Eröffnung der Verbindung von Thalwil nach Zug im Jahr 1897 gewann die Strecke zudem als Zufahrt zur Gotthardbahn an Bedeutung.

Tieferlegung der Seebahn

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts planten die Stadt Zürich und die SBB eine grundlegende Neuordnung der linksufrigen Zürichseebahn. Die Strecke sollte im Stadtgebiet tiefergelegt werden, damit die zahlreichen Bahnübergänge aufgehoben und die Quartiere besser miteinander verbunden werden konnten.

Die zwischen 1918 und 1928 verwirklichte Gesamtanlage wird als Seebahneinschnitt bezeichnet. Sie umfasste neben dem tiefergelegten offenen Trassee mehrere Tunnel, Brücken, Stützmauern sowie die neuen Bahnhöfe Zürich Wiedikon und Zürich Enge.[1]

Der Bahnhof Enge wurde von seinem ursprünglichen Standort an der Alfred-Escher-Strasse nach Westen an den Fuss des Engehügels verlegt. Aus Richtung Wiedikon erreicht die Strecke den Bahnhof durch den Ulmbergtunnel. Südlich der Perrons führt sie durch den Engetunnel weiter nach Wollishofen.

Die neue Linienführung ermöglichte die Aufhebung der meisten ebenerdigen Bahnübergänge. Gleichzeitig entstanden auf den frei gewordenen Flächen neue Strassen und Baugrundstücke. Die Tieferlegung gehörte damit sowohl zu den wichtigsten Eisenbahnprojekten als auch zu den bedeutenden städtebaulichen Eingriffen im Zürich der Zwischenkriegszeit.

Planung des heutigen Bahnhofs

1923 veranstalteten die Stadt Zürich und die SBB einen eingeladenen Architekturwettbewerb für das neue Aufnahmegebäude. Mit der Ausarbeitung wurden die Brüder Otto und Werner Pfister betraut. Der Ingenieur Ernst Rathgeb war für wichtige konstruktive Teile der Bahnhofanlage verantwortlich. Die künstlerische Ausstattung wurde unter anderem von Carl Leonhard Fischer gestaltet.[1]

Das Gebäude entstand 1925 und 1926. Am 1. März 1927 wurden der neue Bahnhof und die tiefergelegte Strecke in Betrieb genommen. Das alte Stationsgebäude verlor damit seine Funktion und wurde später abgebrochen.

Die neue Anlage war deutlich grösser als für einen gewöhnlichen Quartierbahnhof üblich. Neben den Räumen für den Eisenbahnbetrieb enthielt sie Wartesäle, Bahnhofrestaurants, eine Poststelle, verschiedene Geschäfte, Büros und Wohnungen. Zürich Enge und Zürich Wiedikon waren die ersten innerstädtischen Bahnhöfe der Schweiz, die ohne Güterumschlag vollständig auf den Personenverkehr ausgerichtet wurden.[1]

Entwicklung nach 1927

Der Bahnhof wurde zunächst von Regional-, Schnell- und internationalen Zügen bedient. Durch die Verbindung über Thalwil und Zug führte ein Teil des Verkehrs zur Gotthardstrecke durch Zürich Enge. Auch Züge in Richtung Chur und Graubünden benutzten die linksufrige Zürichseebahn.

Mit der Eröffnung der S-Bahn Zürich im Mai 1990 wurde der Bahnhof in das neue regionale Taktsystem integriert. Seither bilden die S-Bahn-Linien den grössten Teil des Zugangebots.

Zwischen 1991 und 2001 wurden Fassaden, Perrondächer und Innenräume schrittweise erneuert. Ehemalige Billett-, Gepäck-, Stellwerk- und Lagerräume erhielten neue Nutzungen. Die ursprünglich drei Gleise umfassende Bahnhofanlage wurde später auf zwei Gleise reduziert. Das westlichste Gleis wurde aufgehoben und sein Bereich teilweise aufgefüllt.[1]

2007 erstellten die SBB an der Bederstrasse einen zusätzlichen Zugang mit Treppe und Aufzug. Dadurch wurden die Perrons auch vom nördlichen Bahnhofzugang hindernisfrei erreichbar. Die Strassenüberführung der Bederstrasse von 1923 wurde 2019 abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt.[1]

Mit der Inbetriebnahme der ersten Etappe des Zimmerberg-Basistunnels zu Beginn der 2000er-Jahre verlagerte sich ein grosser Teil des Fernverkehrs auf die neue direkte Verbindung zwischen Zürich und Thalwil. Der Bahnhof Enge dient seither fast ausschliesslich dem regionalen Personenverkehr.

Aufnahmegebäude

Architektur

Das Aufnahmegebäude wurde als Eisenbetonkonstruktion über einem unregelmässigen Grundriss errichtet. Die Aussenhülle besteht aus verschiedenen Tessiner Gneis- und Granitsorten. Glatt bearbeitete Steinquader wechseln sich mit dunklerem Bruchsteinmauerwerk ab.[1]

Die zum Tessinerplatz gerichtete Hauptfassade ist konkav geschwungen und weitgehend symmetrisch gestaltet. Eine zweigeschossige Arkadenhalle folgt der Form des Platzes. Die hohen Rundbogenöffnungen verleihen dem Bahnhof ein monumentales Erscheinungsbild und bilden einen gedeckten Übergang zwischen dem öffentlichen Platz und den Innenräumen.

Über den Arkaden befindet sich die weithin sichtbare Beschriftung «BAHNHOF ZÜRICH ENGE». In der Mitte der Dachkante ist eine grosse Uhr angebracht. Sie wird von zwei Fahnenstangen und zwei Metallfiguren des Künstlers Carl Leonhard Fischer flankiert.

An der Bederstrasse wird das Gebäude durch einen erhöhten Treppenhausturm akzentuiert. Ein stark profiliertes Kranzgesims umzieht den gesamten Bau. Laternen, Uhren, Türgriffe, Geländer und zahlreiche weitere Ausstattungselemente wurden eigens für den Bahnhof entworfen.

Der Bahnhof gilt als bedeutendes Werk des Architekturbüros Gebrüder Pfister. Seine Gestaltung verbindet moderne Eisenbetontechnik mit Elementen traditioneller Repräsentationsarchitektur. Stilistisch wird das Gebäude vor allem dem Neoklassizismus und der sogenannten «anderen Moderne» zugerechnet.

Innenräume

Das Gebäude verfügt über mehrere Eingänge, Durchgänge, Treppen und Lichthöfe. Sie dienten dazu, die Verkehrsströme zwischen Tessinerplatz, Bederstrasse, Schalterhalle, Perrons, Post und Restaurationsräumen zu verteilen.

Das zentrale Element des Innern ist die ehemalige kreisrunde Schalterhalle. Der zweigeschossige Raum wird von einer holzverkleideten, im oberen Teil verglasten Kuppel überspannt. Die Halle gehörte zu den repräsentativsten öffentlichen Bereichen des Bahnhofs.

Im Nordtrakt entlang der Bederstrasse befanden sich ursprünglich Räume der Post. Der Südtrakt umfasste unter anderem das Stellwerk, Diensträume sowie Restaurants der zweiten und dritten Klasse. Viele dieser Räume werden heute von Geschäften, Gastronomiebetrieben, Dienstleistungsunternehmen und Büros genutzt.[1]

Das frühere Bahnhofbuffet wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts mehrfach umgebaut. Bei späteren Restaurierungsarbeiten wurden historische Raumstrukturen und Teile der ursprünglichen Farbgestaltung wieder sichtbar gemacht.[3]

Perronanlagen

Der Bahnhof verfügt heute über zwei durchgehende normalspurige Gleise für den Personenverkehr. Beide Gleise besitzen eine Perronkante. Die Bahnsteige liegen zwischen dem Südportal des Ulmbergtunnels und dem Nordportal des Engetunnels.

Ursprünglich bestanden drei Gleise. Ein Hausperron erschloss das östliche Gleis, während ein Mittelperron zwischen den beiden westlichen Gleisen lag. Nach dem Abbau des dritten Gleises wurde ein Teil des ehemaligen Trassees aufgefüllt.

Zwei historische Personenunterführungen verbinden das Aufnahmegebäude mit den Perrons. Die Wände der nördlichen Unterführung sind mit glatt bearbeiteten Platten aus Verzasca-Granit verkleidet. Geländer, Beleuchtungselemente und weitere Details wurden auf die Architektur des Aufnahmegebäudes abgestimmt.[1]

Die Perrondächer werden von genieteten Stahlprofilen getragen. Die Eisenbetondecken sind durch Längs- und Querrippen ausgesteift. Diese Kombination von Stahlstützen und Eisenbetondach wurde in den Bahnhöfen Enge und Wiedikon erstmals in der Schweiz angewandt. Die Konstruktionen stammen vom Ingenieur Ernst Rathgeb.[1]

Der Zugang erfolgt sowohl durch das Aufnahmegebäude am Tessinerplatz als auch von der Bederstrasse. Treppen und Aufzüge ermöglichen einen weitgehend hindernisfreien Weg zu den Zügen.

Eisenbahnverkehr

Der Bahnhof Zürich Enge liegt im Gebiet des Zürcher Verkehrsverbunds und gehört zur Tarifzone 110. Im Fahrplanjahr 2026 wird er von den S-Bahn-Linien S2, S8 und S24 bedient. In den Nächten vor Samstagen und allgemeinen Feiertagen hält zusätzlich die Nacht-S-Bahn SN8.[4]

Linie Verbindung über Zürich Enge Grundangebot
S2 Zürich Flughafen – Zürich Oerlikon – Zürich HB – Zürich Wiedikon – Zürich Enge – Thalwil – Pfäffikon SZ – Ziegelbrücke grundsätzlich halbstündlich
S8 Winterthur – Wallisellen – Zürich HB – Zürich Wiedikon – Zürich Enge – Thalwil – Wädenswil – Pfäffikon SZ halbstündlich
S24 Thayngen beziehungsweise Weinfelden – Winterthur – Zürich Flughafen – Zürich HB – Zürich Wiedikon – Zürich Enge – Thalwil – Horgen Oberdorf – Baar – Zug grundsätzlich halbstündlich
SN8 Nachtverbindung über Zürich Enge in Richtung Zürich und linker Zürichsee in den Wochenendnächten

Die S2 stellt eine direkte Verbindung zum Flughafen Zürich, zum Hauptbahnhof, nach Thalwil und in die Region Ausserschwyz her. Die S8 verbindet den Bahnhof mit Winterthur, dem Zürcher Oberland, dem linken Zürichseeufer und Pfäffikon SZ.

Die S24 bietet Verbindungen über den Flughafen nach Winterthur und in den Kanton Schaffhausen beziehungsweise Thurgau. In südlicher Richtung verkehrt sie über Thalwil, Horgen Oberdorf und Baar nach Zug.

Die beiden Bahnhofgleise werden grundsätzlich nach Fahrtrichtung genutzt. Züge in Richtung Zürich Wiedikon und Zürich Hauptbahnhof fahren in der Regel vom östlichen Gleis ab, während Züge in Richtung Thalwil das westliche Gleis benutzen. Bei Bauarbeiten und Betriebsstörungen kann die Gleisbelegung abweichen.

Tram- und Busverkehr

Im unmittelbaren Umfeld des Bahnhofs bestehen zwei Haltestellenkomplexe. Die Haltestelle Bahnhof Enge liegt auf dem Tessinerplatz vor der Hauptfassade. Die Haltestelle Bahnhof Enge/Bederstrasse befindet sich beim nördlichen Bahnhofzugang.

Im Fahrplanjahr 2026 bedienen die Tramlinien 7 und 8 die Haltestelle auf dem Tessinerplatz. Die Linien 5 und 13 sowie zeitweise die Linie 16 halten an der Bederstrasse.[4]

Haltestelle Linie Verbindung im Fahrplanjahr 2026
Bahnhof Enge 7 Wollishoferplatz – Bahnhof Enge – Bahnhofstrasse/HB – Bahnhof Stettbach
Bahnhof Enge 8 Hardturm – Bahnhof Selnau – Bahnhof Enge – Bürkliplatz – Bellevue – Zoo
Bahnhof Enge/Bederstrasse 5 Laubegg – Bahnhof Enge/Bederstrasse – Paradeplatz – Bellevue – Bahnhof Stadelhofen
Bahnhof Enge/Bederstrasse 13 Albisgütli – Bahnhof Enge/Bederstrasse – Paradeplatz – Bahnhofstrasse/HB
Bahnhof Enge/Bederstrasse 16 Laubegg – Bahnhof Enge/Bederstrasse – Bahnhofstrasse/HB – Milchbuck

Die Buslinie 66 verbindet den Bahnhof mit Wollishofen und Kilchberg. Die regionalen Linien 200 und 210 führen über das Knonaueramt nach Affoltern am Albis beziehungsweise Bonstetten. Die Linien 444 und 445 stellen direkte Verbindungen nach Bremgarten und Oberrohrdorf her.[4]

Die genaue Führung einzelner Tramlinien war 2026 wegen des Umbaus der Haltestelle Bahnhofquai/HB und weiterer Änderungen im Zürcher Tramnetz vorübergehend angepasst. Nach Abschluss der Bauarbeiten können sich die Linienführungen erneut ändern.

Dienstleistungen

Im Aufnahmegebäude befinden sich ein bedientes SBB-Reisezentrum, Billettautomaten, Geschäfte, Gastronomiebetriebe und weitere Dienstleistungen. Das Reisezentrum verkauft Billette und Abonnemente und bietet Beratungen für Reisen im In- und Ausland an.[5]

Auf dem Bahnhofareal stehen Veloabstellplätze zur Verfügung. Die zentrale Lage ermöglicht kurze Fusswege zu den umliegenden Quartieren, zum Seeufer und zu zahlreichen Arbeitsplätzen. Taxistandplätze und Haltemöglichkeiten für den motorisierten Verkehr befinden sich in der näheren Umgebung.

Denkmalschutz

Das Bahnhofensemble umfasst das Aufnahmegebäude, die beiden Perrondächer und die zwei historischen Personenunterführungen. Es ist im Inventar der Denkmalschutzobjekte von überkommunaler Bedeutung des Kantons Zürich verzeichnet. Im Schweizerischen Inventar der Kulturgüter trägt der Bahnhof die Nummer A 7896.[1]

Die kantonale Denkmalpflege beurteilt den Bahnhof als wichtigen verkehrs-, architektur- und städtebaugeschichtlichen Zeugen der Zwischenkriegszeit. Das Aufnahmegebäude gilt als eines der herausragenden Beispiele neoklassizistischer Architektur in der Schweiz.

Besondere Bedeutung besitzen die weitgehend erhaltene ursprüngliche Bausubstanz, die Fassaden aus Tessiner Gestein, die ehemalige Schalterhalle, die eigens entworfenen Ausstattungselemente sowie die technisch innovativen Perrondächer.

Das Gebäude war bereits zur Zeit seiner Eröffnung Gegenstand einer architektonischen Kontroverse. Vertreter der modernen Architektur kritisierten die monumentale Fassade und die historisierende Formensprache. Später wurde der Bahnhof als charakteristisches Beispiel einer Architektur anerkannt, welche moderne Konstruktionsmethoden mit traditionellen repräsentativen Formen verband.[1]

Städtebauliche Bedeutung

Mit dem neuen Bahnhof und dem gleichzeitig angelegten Tessinerplatz erhielt das schnell wachsende Quartier Enge in den 1920er-Jahren ein neues städtisches Zentrum. Die konkave Hauptfassade umschliesst den Platz teilweise und verleiht ihm eine klare räumliche Fassung.

Die Verbindung von Bahnhof, Tramhaltestellen, Geschäften und Gastronomie machte den Tessinerplatz zu einem stark frequentierten Treff- und Umsteigeort. Trotz der Verlagerung des Fernverkehrs behielt der Bahnhof seine Bedeutung für das Quartier und den regionalen Pendlerverkehr.

Der Seebahneinschnitt beseitigte die früheren Niveauübergänge, schuf jedoch zugleich eine deutlich erkennbare Trennung innerhalb der angrenzenden Stadtgebiete. Personenunterführungen, Brücken und der Zugang an der Bederstrasse verbinden die beiden Seiten der Bahnlinie miteinander.

Siehe auch

Literatur

  • Schweizerische Bundesbahnen und Stadt Zürich: Die linksufrige Zürichseebahn im Gebiet der Stadt Zürich. Denkschrift anlässlich der Eröffnung, Zürich 1927.
  • Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz. Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Orell Füssli, Zürich 1983.
  • Hochbaudepartement der Stadt Zürich: Baukultur in Zürich: Enge, Wollishofen, Leimbach. Zürich 2006.
  • Martin Fröhlich: Die Gebrüder Pfister. Architektur zwischen Tradition und Moderne. Zürich 1998.

Einzelnachweise

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