Bahnhof Rapperswil

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Bahnhof Rapperswil
Offizielle Bezeichnung Rapperswil SG
Bahnhofstyp Knoten- und Trennungsbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Ort Rapperswil
Gemeinde Rapperswil-Jona
Kanton St. Gallen
Eröffnung 15. Februar 1859
Heutiges Aufnahmegebäude 1895
Architekt Karl August Hiller
Eigentümerin Schweizerische Bundesbahnen
Betreiberinnen Schweizerische Bundesbahnen und Schweizerische Südostbahn
Abkürzung RW
IBNR 8503110
Höhe 408 m ü. M.
Perrongleise 7
Tarifverbünde Zürcher Verkehrsverbund und OSTWIND
ZVV-Tarifzone 180
Adresse Bahnhofplatz 2, 8640 Rapperswil SG
Website sbb.ch

Der Bahnhof Rapperswil, in den Fahrplan- und Betriebsunterlagen offiziell als Rapperswil SG bezeichnet, ist ein bedeutender Eisenbahnknoten in Rapperswil-Jona im Kanton St. Gallen. Er liegt unmittelbar am Zürichsee, zwischen der historischen Altstadt von Rapperswil, dem Fischmarktplatz und den südlich der Gleisanlagen gelegenen Stadtquartieren.

Am Bahnhof treffen Bahnstrecken aus Richtung Zürich, Pfäffikon SZ, Uznach und dem Zürcher Oberland zusammen. Er wird von den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und der Schweizerischen Südostbahn (SOB) bedient. Neben mehreren Linien der S-Bahn Zürich und der S-Bahn St. Gallen hält hier der Voralpen-Express zwischen St. Gallen und Luzern.[1]

Aufgrund seiner Lage am Übergang zwischen der Region Zürich, dem Linthgebiet, dem Kanton Schwyz, dem Glarnerland und der Ostschweiz besitzt der Bahnhof sowohl für den Pendlerverkehr als auch für den Tourismus eine grosse Bedeutung.

Lage

Der Bahnhof liegt am südlichen Rand der Rapperswiler Altstadt. Das historische Aufnahmegebäude steht auf der Nordseite der Gleisanlagen und ist dem Bahnhofplatz sowie dem Fischmarktplatz zugewandt. Der Zürichsee, die Schiffsanlegestellen und die Seepromenade befinden sich nur wenige Gehminuten entfernt.

Nördlich des Bahnhofs liegen unter anderem:

  • die Altstadt von Rapperswil,
  • der Fischmarktplatz,
  • die Seepromenade,
  • der Hafen,
  • das Schloss Rapperswil,
  • die Anlegestellen der Zürichsee-Schifffahrt.

Südlich der Bahnanlagen befinden sich Wohn- und Gewerbegebiete sowie die Zugänge zur Unterführung und zur historischen Passerelle. Diese Verbindungen sind für den innerstädtischen Fuss- und Veloverkehr von grosser Bedeutung, da die breite Gleisanlage eine räumliche Trennlinie innerhalb der Stadt bildet.

Der Bahnhof liegt am östlichen Ende des Seedamms. Die Bahnstrecke nach Pfäffikon SZ führt unmittelbar westlich des Bahnhofs über den Seedamm und den Zürichsee.

Geschichte

Eröffnung im Jahr 1859

Der Bahnhof wurde am 15. Februar 1859 von den Vereinigten Schweizerbahnen eröffnet. Gleichzeitig ging die Bahnverbindung von Rüti ZH über Rapperswil und Uznach in Richtung Weesen und Glarus in Betrieb.[2]

Der Standort der Station war während der Planungsphase umstritten. Eine Variante sah den Bau der Anlagen weiter östlich in Richtung Jona vor. Die Stadt Rapperswil setzte sich jedoch für einen Standort nahe der Altstadt, dem Fischmarkt und dem See ein. Dadurch konnten sowohl das Stadtzentrum als auch der damalige Schiffsverkehr besser erschlossen werden.

Da zunächst keine Bahnverbindung über den Zürichsee bestand, war Rapperswil anfangs ein Kopfbahnhof. Die Gleise endeten im westlichen Bahnhofsteil nahe dem See. Neben einem provisorischen Aufnahmegebäude entstanden früh eine Lokomotivremise, eine Wagenremise und Anlagen für den Güterumschlag.

Die Nähe zu den Schiffsanlegestellen ermöglichte es, Güter zwischen Bahn und Schiff umzuladen. Der Bahnhof bildete damit bereits in seiner Anfangszeit eine Verbindung zwischen dem Eisenbahnverkehr, der Zürichsee-Schifffahrt und dem regionalen Strassennetz.

Verbindung über den Seedamm

Mit der Eröffnung der Bahnstrecke von Rapperswil über den Seedamm nach Pfäffikon SZ am 27. August 1878 wurde der bisherige Kopfbahnhof zu einem Durchgangsbahnhof. Die neue Verbindung war Teil der Bestrebungen, eine Bahnverbindung von der Ostschweiz in Richtung Gotthardbahn zu schaffen.

Für die Führung der Gleise über den Seedamm mussten die Anlagen im westlichen Bahnhofskopf angepasst werden. Die Verbindung eröffnete neue Reisemöglichkeiten in Richtung Pfäffikon, Einsiedeln, Arth-Goldau und Zentralschweiz.

Die Seedammlinie verstärkte die Funktion Rapperswils als regionaler Eisenbahnknoten. Sie bildet bis heute einen der vier Streckenäste des Bahnhofs.

Rechtsufrige Zürichseebahn

Ein weiterer bedeutender Entwicklungsschritt war die Eröffnung der rechtsufrigen Zürichseebahn zwischen Zürich und Rapperswil im Jahr 1894. Sie schuf eine direkte Eisenbahnverbindung entlang des rechten Zürichseeufers über Küsnacht, Meilen und Stäfa.

Durch den zusätzlichen Verkehr wurde eine grundlegende Erweiterung des Bahnhofs notwendig. Die Vereinigten Schweizerbahnen beauftragten den St. Galler Architekten Karl August Hiller mit der Planung eines neuen Aufnahmegebäudes.

Der heute noch bestehende Bau wurde 1894 und 1895 errichtet. Er ersetzte die älteren, wesentlich schlichteren Stationsgebäude und unterstrich den wachsenden touristischen und wirtschaftlichen Stellenwert Rapperswils.[3]

In der zweiten Hälfte der 1890er-Jahre verfügte der Bahnhof über umfangreiche Gleis-, Depot- und Rangieranlagen. Neben den durchgehenden Hauptgleisen bestanden Mittelperrons, Abstellgleise, eine Lokomotivremise und eine Drehscheibe.

Verstaatlichung und Elektrifizierung

Die Vereinigten Schweizerbahnen wurden 1902 verstaatlicht. Der Bahnhof und die zugehörigen Strecken gingen damit in das Eigentum der neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen über.[4]

Die SBB erweiterten 1908 und 1909 die Lokomotivremise und ersetzten die bestehende Drehscheibe durch eine grössere Anlage. Rapperswil blieb ein wichtiger Standort für die Bereitstellung und den Unterhalt von Lokomotiven und Personenwagen.

Im Jahr 1926 wurde die Bahnstrecke Zürich–Meilen–Rapperswil elektrifiziert. Für die elektrische Fahrleitung musste die historische Passerelle über den Gleisen um rund 1,2 Meter angehoben werden. In den folgenden Jahren wurden auch die übrigen von Rapperswil ausgehenden Bahnstrecken elektrifiziert.

Mit der Elektrifizierung verschwanden die Dampflokomotiven zunehmend aus dem Regelbetrieb. Die Depotanlagen wurden an die Anforderungen elektrischer Triebfahrzeuge angepasst.

Ausbau im 20. Jahrhundert

Der Bahnhof wurde im Verlauf des 20. Jahrhunderts wiederholt an das steigende Verkehrsaufkommen angepasst. Die Gleisanlagen, Sicherungssysteme, Perrons und Zugänge wurden schrittweise erneuert.

Besonders seit der Einführung der Zürcher S-Bahn im Jahr 1990 nahm die Bedeutung Rapperswils als Umsteigeknoten weiter zu. Die neuen Doppelstockzüge und der dichtere Takt erforderten längere und höhere Perrons.

In den Jahren 1995 und 1996 wurden drei der vier Perrons auf eine Höhe von 55 Zentimetern angehoben. Dies erleichterte den Einstieg in die damals neuen Doppelstockzüge. Gleichzeitig wurden Rampen, Wartehallen und elektronische Abfahrtsanzeigen eingerichtet.

Die Unterführung wurde später erneuert und im Jahr 2000 gemeinsam mit der Stadt künstlerisch gestaltet. Sie dient sowohl dem Zugang zu den Perrons als auch als öffentliche Verbindung zwischen den nördlichen und südlichen Stadtteilen.[5]

Erhaltung und Restaurierung des Aufnahmegebäudes

Ende der 1980er-Jahre bestanden Pläne, das historische Aufnahmegebäude durch einen Neubau zu ersetzen. Das Vorhaben wurde zunächst nicht umgesetzt, zu Beginn des 21. Jahrhunderts jedoch erneut geprüft.

Der Schweizer Heimatschutz und weitere Fachstellen setzten sich für die Erhaltung des Gebäudes ein. Schliesslich wurde beschlossen, den Bau von 1895 zu restaurieren und für eine zeitgemässe Nutzung umzubauen.

Die Arbeiten erfolgten zwischen März 2007 und August 2008. Dabei wurden unter anderem:

  • die Fassaden aus Bollinger Sandstein restauriert,
  • historische Fenster und Türen instand gesetzt,
  • die Dächer und Spenglerarbeiten erneuert,
  • die Innenräume neu organisiert,
  • technische Installationen modernisiert,
  • Verkaufs- und Dienstleistungsflächen angepasst.

Das Projekt verband die Erhaltung der historischen Bausubstanz mit den Anforderungen eines modernen Bahnhofs.[6]

Erneuerung der Bahnanlagen

Zwischen 2013 und 2016 wurden die Gleis- und Sicherungsanlagen des Bahnhofs umfassend erneuert. Die Arbeiten betrafen unter anderem Gleise, Weichen, Fahrleitungen, Signale und technische Einrichtungen.

Das ältere Drucktastenstellwerk wurde durch ein elektronisches Stellwerk ersetzt. Dadurch konnten die Betriebsführung modernisiert und die Voraussetzungen für zusätzliche Zugverbindungen geschaffen werden.

Der Bahnhof besitzt neben den sieben Perrongleisen mehrere Abstell-, Dienst- und Zufahrtsgleise. Die umfangreichen Anlagen ermöglichen das Wenden, Verstärken, Schwächen und Abstellen von Zügen verschiedener Linien.

Barrierefreie Passerelle

Die historische Passerelle führt über die gesamte Gleisanlage und verbindet den Bahnhofplatz mit den südlich gelegenen Quartieren. Lange Zeit war sie nur über Treppen zugänglich.

Im August 2025 begannen die Bauarbeiten für zwei Liftanlagen an der Nord- und Südseite der Passerelle. Die gläsernen Lifttürme wurden so gestaltet, dass die historische Stahlkonstruktion weiterhin deutlich erkennbar bleibt.

Die beiden Lifte wurden am 22. Mai 2026 eröffnet. Seither kann die Passerelle auch von Menschen mit eingeschränkter Mobilität sowie von Personen mit Kinderwagen, Gepäck oder Velos ohne Treppen benutzt werden.[7]

Die Lifte dienen in erster Linie der städtischen Querung. Der hindernisfreie Zugang zu den einzelnen Perrons erfolgt weiterhin über die dafür vorgesehenen Bahnhofszugänge.

Aufnahmegebäude

Das Aufnahmegebäude von 1895 ist ein markanter historistischer Bau mit Elementen der deutschen Renaissance. Es besteht aus mehreren unterschiedlich hohen Gebäudeteilen und besitzt eine bewusst asymmetrische Komposition.

Besonders auffällig sind:

  • der turmartige Mittelbau,
  • die reich gegliederten Giebel,
  • die Rundbogenfenster,
  • die steilen, mit Ziegeln gedeckten Dächer,
  • die dekorativen Dachaufbauten,
  • die Fassaden aus hellem Bollinger Sandstein.

Der Turm ist mit einem geschweiften Dach, einer kleinen Laterne und einer Wetterfahne ausgestattet. Durch diese Gestaltung erinnert das Gebäude teilweise an ein repräsentatives Rathaus oder einen kleineren Schlossbau.

Die Architektur unterscheidet sich deutlich von den meist schlichten Zweckbauten der frühen Vereinigten Schweizerbahnen. Sie sollte Reisenden einen repräsentativen Zugang zur historischen Stadt, zum Schloss und zur touristisch bedeutenden Zürichseeregion bieten.[8]

Im Gebäude befinden sich ein SBB-Reisezentrum, Geschäfte, Gastronomiebetriebe und weitere Dienstleistungen. Teile der historischen Raumstruktur und Ausstattung blieben bei den Umbauten erhalten.

Gleisanlagen

Der Bahnhof verfügt über sieben Perrongleise. Gleis 1 liegt unmittelbar am Aufnahmegebäude. Die übrigen Gleise sind über Mittelperrons erschlossen.

Die Gleise werden flexibel entsprechend der betrieblichen Situation belegt. Bestimmte Linien benutzen jedoch häufig dieselben Perronbereiche, damit möglichst kurze Umsteigewege entstehen.

Die Gleisanlage umfasst:

  • ein Hausperron an Gleis 1,
  • mehrere Mittelperrons,
  • sieben für den Personenverkehr genutzte Gleise,
  • Abstell- und Dienstgleise,
  • Anlagen zum Wenden und Bereitstellen von Zügen,
  • Verbindungen zu vier verschiedenen Streckenästen.

Vom östlichen Bahnhofskopf führen die Strecken in Richtung Jona und Uznach sowie über Rüti ZH in Richtung Zürcher Oberland. Im westlichen Bahnhofskopf teilen sich die Verbindungen über den Seedamm nach Pfäffikon SZ und entlang des rechten Zürichseeufers nach Zürich.

Die dichte Abfolge von ein- und ausfahrenden Zügen stellt hohe Anforderungen an die Fahrplanplanung. Zahlreiche Züge enden in Rapperswil oder wechseln nach dem Aufenthalt ihre Linienbezeichnung.

Bahnstrecken

Am Bahnhof Rapperswil treffen vier bedeutende Strecken zusammen:

  • die rechtsufrige Zürichseebahn nach Zürich,
  • die Strecke über Rüti ZH, Wetzikon und Uster nach Zürich,
  • die Strecke über Uznach nach Ziegelbrücke und ins Toggenburg,
  • die Seedammlinie nach Pfäffikon SZ und weiter in Richtung Einsiedeln und Arth-Goldau.

Diese Strecken verbinden unterschiedliche S-Bahn- und Tarifgebiete. Rapperswil bildet deshalb eine Schnittstelle zwischen der S-Bahn Zürich, der S-Bahn St. Gallen und den regionalen Angeboten der Südostbahn.

Zugverkehr

Voralpen-Express

Der wichtigste überregionale Zug am Bahnhof ist der Voralpen-Express der Schweizerischen Südostbahn. Er verkehrt zwischen St. Gallen und Luzern und führt über Herisau, Wattwil, Uznach, Rapperswil, Pfäffikon SZ, Biberbrugg und Arth-Goldau.[9]

Die Strecke verbindet die Ostschweiz mit der Zentralschweiz, ohne den Umweg über Zürich Hauptbahnhof zu nehmen. In Rapperswil bestehen Anschlüsse an die S-Bahn-Linien in Richtung Zürich, Glarnerland und Einsiedeln.

Der Voralpen-Express ist zugleich eine touristisch bedeutsame Verbindung. Seine Strecke führt durch das Toggenburg, über den Seedamm und entlang mehrerer Seen.

S-Bahn Zürich

Rapperswil ist End- oder Zwischenpunkt mehrerer Linien der S-Bahn Zürich. Im Fahrplanjahr 2026 wird der Bahnhof insbesondere von folgenden Linien bedient:

  • S5: Pfäffikon SZ–Rapperswil–Rüti ZH–Wetzikon–Uster–Zürich HB–Zug,
  • S7: Rapperswil–Stäfa–Meilen–Zürich Stadelhofen–Zürich HB–Zürich Oerlikon–Winterthur,
  • S15: Rapperswil–Rüti ZH–Wetzikon–Uster–Zürich HB–Oberglatt–Niederweningen,
  • S40: Rapperswil–Pfäffikon SZ–Biberbrugg–Einsiedeln.

Die Linien S5 und S15 stellen die Verbindung über das Zürcher Oberland nach Zürich her. Die S7 folgt dem rechten Zürichseeufer. Die S40 verbindet Rapperswil mit dem Kanton Schwyz und Einsiedeln.[10]

Einzelne Züge werden in Rapperswil mit anderen Linien verknüpft. Dadurch können Fahrzeuge nach einem kurzen Aufenthalt in Richtung Glarnerland, Einsiedeln oder Ostschweiz weiterfahren.

Im Jahr 2026 wurden an ausgewählten Wochenenden einzelne Züge der S15 versuchsweise von Rapperswil bis Chur verlängert. Damit entstanden direkte Verbindungen zwischen dem Zürcher Oberland, dem Linthgebiet und Graubünden.[11]

S-Bahn St. Gallen und Regionalverkehr

Die Südostbahn bedient Rapperswil mit mehreren Linien der S-Bahn St. Gallen. Dazu gehören insbesondere:

  • S4: Ringverbindung über Uznach, Wattwil, St. Gallen, Sargans und Ziegelbrücke,
  • S6: Rapperswil–Uznach–Ziegelbrücke–Glarus–Schwanden,
  • S17: Rapperswil–Uznach–Ziegelbrücke–Sargans.

Die Linien stellen direkte Verbindungen ins Glarnerland, ins Toggenburg, nach St. Gallen, ins Rheintal und nach Sargans her. Zusammen mit dem Voralpen-Express entsteht zwischen Rapperswil und Uznach ein dichtes Angebot.[12]

Die Züge werden teilweise betrieblich miteinander verbunden. Ein in Rapperswil eintreffender Zug kann nach dem Fahrgastwechsel unter einer anderen Liniennummer weiterfahren. Dieses Prinzip reduziert Standzeiten und ermöglicht eine effizientere Nutzung der Fahrzeuge.

Nachtverkehr

In den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag wird Rapperswil durch Nachtzüge aus dem Zürcher und Ostschweizer Nachtnetz bedient. Ergänzend verkehren Nachtbusse in verschiedene Stadtteile und umliegende Gemeinden.

Das genaue Angebot wird bei Grossveranstaltungen wie dem Seenachtfest, der Street Parade oder regionalen Festen zeitweise durch zusätzliche Züge und Busse erweitert.

Busverkehr

Der Bahnhofplatz ist der wichtigste Busknoten von Rapperswil-Jona. Die Haltestellen befinden sich unmittelbar vor und neben dem Aufnahmegebäude.

Städtische Buslinien verbinden den Bahnhof unter anderem mit:

  • Jona,
  • Kempraten,
  • Busskirch,
  • dem Südquartier,
  • dem Hummelberg,
  • Wagen,
  • dem Industriegebiet Buech,
  • verschiedenen Wohnquartieren von Rapperswil-Jona.

Regionale Buslinien führen unter anderem nach Eschenbach, Rüti ZH, Hombrechtikon und in weitere Gemeinden der Region Zürichsee-Linth. Die Linie 622 verbindet Rapperswil über Eschenbach mit Wattwil.

Die Buslinien werden von Stadtbus Rapperswil-Jona, PostAuto und weiteren Transportunternehmen betrieben. Sie sind in die Tarifverbünde ZVV und OSTWIND eingebunden.

Verbindung zur Schifffahrt

Die Schiffsanlegestellen von Rapperswil liegen wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt. Von dort verkehren Kursschiffe auf dem Zürichsee und dem Obersee.

Die Nähe von Bahn und Schiff ermöglicht kombinierte Rundreisen. Beliebt sind beispielsweise Fahrten mit dem Zug nach Rapperswil und die Rückfahrt mit dem Schiff nach Zürich oder umgekehrt.

Die Verbindung von Eisenbahn und Schifffahrt besitzt eine lange Tradition. Bereits im 19. Jahrhundert wurden Reisende und Güter zwischen Bahnhof und Hafen umgeladen. Der Standort des Bahnhofs am See wurde auch aus diesem Grund gewählt.

Tarifsystem

Rapperswil liegt in einem Überschneidungsbereich der Tarifverbünde Zürcher Verkehrsverbund und OSTWIND. Im ZVV gehört der Bahnhof zur Tarifzone 180.[13]

Für Fahrten zwischen dem ZVV- und dem OSTWIND-Gebiet stehen verbundübergreifende Z-Pass-Fahrausweise zur Verfügung. Innerhalb der jeweiligen Geltungsbereiche können Bahn- und Buslinien mit einem gemeinsamen Zonenbillett benutzt werden.

Die Überschneidung der Tarifgebiete entspricht der verkehrlichen Funktion Rapperswils als Bindeglied zwischen dem Grossraum Zürich und der Ostschweiz.

Dienstleistungen

Der Bahnhof bietet verschiedene Einrichtungen für Reisende. Dazu gehören:

  • ein bedientes SBB-Reisezentrum,
  • Billettautomaten,
  • Gepäckdienstleistungen,
  • Schliessfächer,
  • ein Fundservice,
  • öffentliche Toiletten,
  • Geschäfte und Verpflegungsangebote,
  • Veloabstellplätze,
  • P+Rail-Parkplätze,
  • Taxistandplätze.

Das Reisezentrum verkauft nationale und internationale Billette, Abonnemente sowie touristische Angebote. Die Schliessfächer und ein Teil der übrigen Bahnhofseinrichtungen sind täglich zugänglich.[1]

Die Altstadt, die Schiffsanlegestellen, die Hochschule, der Kinderzoo und zahlreiche touristische Ziele können vom Bahnhof aus zu Fuss oder mit dem Bus erreicht werden.

Hindernisfreiheit

Die Perrons sind über Rampen oder andere stufenfreie Zugänge erreichbar. Die Perronhöhe von 55 Zentimetern ermöglicht bei vielen eingesetzten Niederflurzügen einen weitgehend niveaugleichen Einstieg.

Die tatsächliche Hindernisfreiheit hängt jedoch vom eingesetzten Fahrzeug ab. Auf einzelnen Linien kommen unterschiedliche Zugtypen zum Einsatz. Reisende mit eingeschränkter Mobilität können sich vor der Fahrt über den Online-Fahrplan oder bei den Transportunternehmen informieren.

Seit Mai 2026 ist auch die historische Passerelle auf beiden Seiten mit Liften erschlossen. Sie ermöglicht eine barrierefreie öffentliche Querung der gesamten Gleisanlage.[7]

Fahrgastaufkommen

Der Bahnhof Rapperswil gehört zu den am stärksten frequentierten Bahnhöfen des Kantons St. Gallen. Im Jahr 2024 wurden durchschnittlich rund 24'600 Ein- und Aussteigende pro Tag gezählt. An Werktagen lag der Durchschnitt bei rund 25'900 Personen.[14]

In diesen Zahlen sind Personen, die den Bahnhof lediglich durchqueren, die Geschäfte besuchen oder zwischen Buslinien umsteigen, nicht vollständig enthalten. Die Zahl der täglichen Nutzerinnen und Nutzer des gesamten Bahnhofareals liegt deshalb höher.

Das grosse Fahrgastaufkommen entsteht durch die Kombination mehrerer Funktionen:

  • Pendlerverkehr nach Zürich und St. Gallen,
  • Umsteigeverkehr zwischen vier Bahnstrecken,
  • Schüler- und Ausbildungsverkehr,
  • innerstädtischer Busverkehr,
  • Freizeit- und Ausflugsverkehr,
  • touristischer Verkehr zur Altstadt und zum Zürichsee.

Bedeutung für die Stadtentwicklung

Die Eröffnung des Bahnhofs veränderte Rapperswil im 19. Jahrhundert grundlegend. Die Eisenbahn erleichterte den Personen- und Güterverkehr und förderte die Entwicklung von Industrie, Gewerbe und Tourismus.

Zwischen der mittelalterlichen Altstadt und den Bahnanlagen entstand ein neues Bahnhofquartier mit Hotels, Gaststätten, Geschäften und öffentlichen Einrichtungen. Der Bahnhofplatz entwickelte sich zu einem wichtigen Eingang in die Stadt.

Das Aufnahmegebäude wurde bewusst repräsentativ gestaltet. Es sollte den mit der Bahn ankommenden Gästen ein Bild vermitteln, das zur touristischen Inszenierung Rapperswils als Rosenstadt, Schlossstadt und Ausflugsziel am Zürichsee passte.

Heute bildet der Bahnhof zusammen mit dem Bahnhofplatz, dem Fischmarktplatz, dem Hafen und der Seepromenade einen zusammenhängenden öffentlichen Raum. Gleichzeitig stellen die Gleisanlagen eine Barriere zwischen der Altstadt und den südlichen Stadtquartieren dar. Unterführung und Passerelle besitzen deshalb eine wichtige städtebauliche Funktion.

Touristische Bedeutung

Der Bahnhof ist ein zentraler Ausgangspunkt für Besuche der historischen Stadt Rapperswil. In kurzer Gehdistanz liegen:

  • das Schloss Rapperswil,
  • die Altstadt,
  • die Stadtpfarrkirche St. Johann,
  • das Polenmuseum,
  • der Lindenhof,
  • die Rosengärten,
  • der Hafen und die Seepromenade,
  • der historische Holzsteg nach Hurden.

Auch Knies Kinderzoo, das Kunst(Zeug)Haus und die Hochschule für Technik Rapperswil sind vom Bahnhof aus gut erreichbar.

Rapperswil ist zudem Etappenort verschiedener Wander-, Velo- und Pilgerrouten. Der historische Holzsteg und der Seedamm bilden einen Teil des Jakobswegs in Richtung Einsiedeln.

Zukünftige Entwicklung

Das Bahnangebot im Raum Zürichsee-Linth wurde in den vergangenen Jahren stark ausgebaut. Neue Doppelspurabschnitte und modernisierte Bahnhöfe zwischen Rapperswil und Uznach ermöglichen zusätzliche Verbindungen.

Langfristig wird mit weiter steigenden Fahrgastzahlen gerechnet. Für den Bahnhof Rapperswil werden deshalb unter anderem breitere Perrons, leistungsfähigere Zugänge und Anpassungen der Gleisanlagen untersucht.

Die Planung steht in engem Zusammenhang mit der städtebaulichen Entwicklung des Bahnhofumfelds. Dabei sollen der Bahnhofplatz, die südlichen Stadtquartiere, die Fuss- und Veloverbindungen sowie mögliche neue Nutzungen auf nicht mehr benötigten Bahnflächen gemeinsam betrachtet werden.[15]

Konkrete Bauprojekte, Termine und Finanzierungen für einen umfassenden weiteren Bahnhofausbau sind noch nicht abschliessend festgelegt.

Literatur

  • Leza Dosch: Die Bahnhöfe Rapperswil SG und Glarus. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2011.
  • Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz. Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Orell Füssli, Zürich 1983.
  • Hans Wegmann: Die Vereinigten Schweizerbahnen. Zürich 1917.
  • Schweizerische Bundesbahnen: Bahnhof Rapperswil – Restaurierung und Erneuerung. Projektunterlagen, Zürich 2008.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Schweizerische Bundesbahnen: Bahnhof Rapperswil SG, abgerufen am 3. August 2026.
  2. SBB Historic: Vereinigte Schweizerbahnen VSB, 1852–1952, abgerufen am 3. August 2026.
  3. Leza Dosch: Die Bahnhöfe Rapperswil SG und Glarus, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2011, abgerufen am 3. August 2026.
  4. Historisches Lexikon der Schweiz: Vereinigte Schweizerbahnen, abgerufen am 3. August 2026.
  5. Stadt Rapperswil-Jona und Kunstverein Oberer Zürichsee: Kunst im öffentlichen Raum, abgerufen am 3. August 2026.
  6. Frei Architektur: Bahnhof Rapperswil – Restaurierung und Umbau, abgerufen am 3. August 2026.
  7. 7,0 7,1 Stadt Rapperswil-Jona: Neue Liftanlagen an der Passerelle beim Bahnhof Rapperswil gehen in Betrieb, 20. Mai 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  8. Material-Archiv: Bahnhof Rapperswil, abgerufen am 3. August 2026.
  9. Schweizerische Südostbahn: Voralpen-Express St. Gallen–Luzern, abgerufen am 3. August 2026.
  10. Zürcher Verkehrsverbund: S-Bahn-Linien im ZVV, abgerufen am 3. August 2026.
  11. Schweizerische Bundesbahnen: SBB-Fahrplan 2026, 26. November 2025, abgerufen am 3. August 2026.
  12. Schweizerische Südostbahn: Ausgebautes Bahnangebot am Obersee, abgerufen am 3. August 2026.
  13. Zürcher Verkehrsverbund: Regionalnetz und Tarifzonen, abgerufen am 3. August 2026.
  14. Schweizerische Bundesbahnen: Ein- und Aussteigende am Bahnhof Rapperswil SG, Datenstand 2024, abgerufen am 3. August 2026.
  15. Stadt Rapperswil-Jona: Städtebauliche Entwicklungsideen für Rapperswil, Schlussbericht der Testplanung, März 2023, abgerufen am 3. August 2026.

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