Zimmerberg
| Typ | Hügelkette und Region |
|---|---|
| Lage | Kanton Zürich, Schweiz |
| Höchster Punkt | 769 m ü. M. |
| Begrenzung | Zürichsee im Osten Sihltal im Westen |
| Angrenzende Landschaften | Albis, Knonauer Amt, Zürichseeregion |
| Politische Region | Bezirk Horgen |
Der Zimmerberg ist eine langgestreckte Hügelkette und eine nach ihr benannte Region im südwestlichen Teil des Kantons Zürich. Der Höhenzug erstreckt sich zwischen dem linken Ufer des Zürichsees und dem Tal der Sihl. Er verläuft annähernd parallel zur westlich gelegenen Albiskette und prägt die Landschaft des Bezirks Horgen.
Der Name Zimmerberg wird in unterschiedlichen Bedeutungen verwendet. Im engeren geografischen Sinn bezeichnet er den Hügelrücken zwischen dem Zürichsee und dem Sihltal. Im weiteren Sinn steht er für die Gemeinden des Bezirks Horgen und damit für eine dicht besiedelte Wohn-, Wirtschafts- und Verkehrsregion im Süden der Agglomeration Zürich. Zahlreiche regionale Organisationen, Infrastrukturprojekte und öffentliche Einrichtungen tragen den Namen Zimmerberg.
Der Höhenzug entstand wesentlich durch die Wirkung des eiszeitlichen Linthgletschers. Seine Hänge fallen im Osten zum Zürichsee und im Westen zur Sihl ab. Die höchsten Lagen befinden sich im südlichen Abschnitt bei Hirzel und Horgen. Der höchste Punkt erreicht rund 769 Meter über Meer.
Geographie
Lage und Ausdehnung
Der Zimmerberg beginnt im weiteren Sinn am südwestlichen Rand der Stadt Zürich und zieht sich über rund 20 Kilometer nach Süden bis in die Gegend zwischen Horgen, Hirzel, Schönenberg und Wädenswil. Seine genaue Abgrenzung hängt davon ab, ob der Begriff für den eigentlichen Hügelzug oder für die politisch und wirtschaftlich definierte Region verwendet wird.
Im Osten wird der Höhenzug durch den Zürichsee begrenzt. Am Seeufer liegen von Norden nach Süden die Gemeinden Kilchberg, Rüschlikon, Thalwil, Oberrieden, Horgen, Wädenswil und Richterswil. Die Siedlungen ziehen sich vom Ufer über die Hänge teilweise weit auf den Zimmerberg hinauf.
Im Westen fällt der Zimmerberg zum Sihltal ab. Dort liegen unter anderem Adliswil, Langnau am Albis und die zum Gemeindegebiet von Horgen gehörenden Landschaftsräume bei Sihlwald und Sihlbrugg. Jenseits der Sihl erhebt sich die Albis-Chaîne mit Gipfeln wie dem Uetliberg und der Bürglen.
Im Süden geht die Landschaft in die Moränen- und Hügellandschaft an der Grenze zu den Kantonen Zug und Schwyz über. Im Südwesten schliesst das Knonauer Amt an.
Relief
Der Zimmerberg besitzt keinen scharf ausgeprägten, durchgehenden Bergkamm. Er besteht vielmehr aus einem breiten, von Tälern, Mulden und Geländerippen gegliederten Rücken. Die Landschaft steigt vom Zürichsee auf rund 406 Metern über Meer zu den Höhenlagen von 600 bis über 700 Metern an.
Der höchste Punkt liegt beim Weiler Zimmerberg südwestlich von Horgen und erreicht rund 769 Meter über Meer. Die Erhebung ist bewaldet beziehungsweise von Landwirtschaftsflächen umgeben und besitzt keinen ausgeprägten Felsgipfel.
Im nördlichen Teil ist der Zimmerberg stark überbaut. Zwischen Kilchberg, Rüschlikon, Thalwil, Adliswil und Langnau am Albis greifen die Siedlungsräume ineinander. Weiter südlich bleiben grössere Wald-, Landwirtschafts- und Moorflächen erhalten.
Der Höhenzug wird von zahlreichen Bächen durchschnitten. Auf der Ostseite fliessen sie zum Zürichsee, auf der Westseite zur Sihl. Die tief eingeschnittenen Tobel bilden wichtige Natur- und Erholungsräume.
Gewässer
Der Zürichsee und die Sihl sind die prägenden Gewässer der Region. Der See beeinflusst das Klima der Osthänge und bildet eine bedeutende Verkehrs-, Siedlungs- und Erholungsachse.
Die Sihl fliesst westlich des Zimmerbergs von Sihlbrugg durch den Sihlwald und über Langnau am Albis und Adliswil nach Zürich. Dort mündet sie in die Limmat.
Zu den kleineren Gewässern gehören zahlreiche Bäche, die an den Hängen des Zimmerbergs entspringen. Sie verlaufen teilweise durch bewaldete Tobel und münden entweder in den Zürichsee oder in die Sihl. Einige dieser Bäche wurden im dicht besiedelten Gebiet eingedolt, während andere naturnahe Abschnitte bewahren konnten.
Kleinere Weiher, Feuchtgebiete und Moore befinden sich vor allem auf den südlichen Hochflächen. Sie entstanden in eiszeitlich geformten Geländemulden und besitzen eine grosse Bedeutung für den Naturschutz.
Geologie und Entstehung
Der geologische Untergrund des Zimmerbergs besteht überwiegend aus Molassegesteinen. Diese wurden während des Tertiärs im Vorland der entstehenden Alpen abgelagert. Sandstein, Mergel und Nagelfluh bilden den tieferen Untergrund der Hügelkette.
Das heutige Landschaftsbild wurde wesentlich während der Eiszeiten geschaffen. Der Linthgletscher floss durch das Becken des heutigen Zürichsees nach Nordwesten. An seiner Westseite lagerte er grosse Mengen von Gestein, Sand und Lehm ab.
Der Zimmerberg wird deshalb als mächtige Seitenmoräne des ehemaligen Linthgletschers bezeichnet. Wiederholte Vorstösse und Rückzüge des Eises formten den breiten Rücken, die Geländeterrassen und zahlreiche kleinere Moränenzüge.
Nach dem Abschmelzen der Gletscher schnitten Bäche Tobel in die lockeren Ablagerungen und die darunterliegenden Molasseschichten. In schlecht entwässerten Mulden entstanden Feuchtgebiete und Moore.
Die eiszeitlichen Ablagerungen beeinflussen bis heute die Nutzung der Landschaft. Auf den flacheren Hochflächen entstanden fruchtbare Landwirtschaftsböden, während steile Hänge und Tobel überwiegend bewaldet blieben.
Name
Der Name Zimmerberg wird vom althochdeutschen Wort zimbar beziehungsweise dem mittelhochdeutschen zimber abgeleitet. Es bezeichnete Bauholz oder für den Hausbau vorbereitetes Holz.
Der Name verweist vermutlich auf die früher ausgedehnten Wälder und deren Bedeutung für die Gewinnung von Bau- und Brennholz. Holz aus dem Gebiet wurde für Häuser, Schiffe, Werkzeuge und gewerbliche Anlagen verwendet.
Ein gleichnamiger Weiler liegt in der Gemeinde Horgen nahe dem höchsten Punkt des Höhenzugs. Von diesem Ortsnamen wurde die Bezeichnung auf die gesamte Hügelkette und später auf die Region übertragen.
Region Zimmerberg
Neben dem geografischen Höhenzug bezeichnet Zimmerberg eine politische Planungs- und Wirtschaftsregion. Die kantonale Planungsregion Zimmerberg entspricht dem Bezirk Horgen und umfasst neun politische Gemeinden.[1]
| Gemeinde | Landschaftliche Lage |
|---|---|
| Adliswil | Sihltal und nördlicher Zimmerberg |
| Horgen | Zürichsee, Zimmerberg und Sihltal |
| Kilchberg | Linkes Zürichseeufer |
| Langnau am Albis | Sihltal zwischen Zimmerberg und Albis |
| Oberrieden | Hanglage am Zürichsee |
| Richterswil | Südliches Zürichseeufer und Hügelland |
| Rüschlikon | Linkes Zürichseeufer |
| Thalwil | Zürichsee und Zimmerberghang |
| Wädenswil | Zürichsee, Zimmerberg und südliches Hügelland |
Die Region wird von drei grossen Landschaftselementen geprägt: dem Zürichsee, dem Zimmerbergrücken und der Sihl.[2]
Nicht alle Gemeinden des Bezirks liegen vollständig auf dem eigentlichen Höhenzug. Langnau am Albis und Teile von Adliswil befinden sich vorwiegend im Sihltal, während die Seegemeinden den östlichen Abhang und das Ufergebiet umfassen.
Geschichte
Früheste Besiedlung
Die Region um den Zimmerberg gehört zu den seit Jahrtausenden besiedelten Landschaften der Schweiz. Am Zürichsee wurden zahlreiche Überreste jungsteinzeitlicher und bronzezeitlicher Ufersiedlungen entdeckt.
Die Siedler nutzten den See als Verkehrsweg und Nahrungsquelle. Auf den Hängen betrieben sie Landwirtschaft, Viehhaltung und Waldwirtschaft. Archäologische Funde stammen unter anderem aus Horgen, Wädenswil, Richterswil und den übrigen Ufergemeinden.
Aus der Bronze- und Eisenzeit sind Gräber, Werkzeuge und Siedlungsspuren bekannt. Während der Römerzeit führte eine wichtige Verkehrsverbindung am linken Zürichseeufer entlang. Römische Gutshöfe bewirtschafteten die fruchtbaren Flächen der Region.
Mittelalter
Im frühen Mittelalter entstanden alemannische Hofsiedlungen und Dörfer. Klöster und kirchliche Institutionen wie das Fraumünster, das Grossmünster, das Kloster Einsiedeln und das Kloster Kappel besassen Güter und Rechte in der Region.
Im Hochmittelalter gehörten Teile des Zimmerbergs zum Herrschaftsgebiet der Grafen von Lenzburg und später der Grafen von Kyburg. Nach dem Aussterben der Kyburger im Jahr 1264 gelangten zahlreiche Rechte an die Habsburger.
Burgen und befestigte Anlagen dienten der Kontrolle von Verkehrswegen und Herrschaftsgebieten. Zu den bedeutenden mittelalterlichen Herrschaftssitzen der Region gehörten die Burg Wädenswil und die Burg Alt-Wädenswil.
Die Dörfer am See lebten von Landwirtschaft, Rebbau, Fischerei, Schifffahrt und Gewerbe. Auf den Hochflächen und an der Sihl dominierten Viehhaltung, Waldwirtschaft und die Nutzung der Wasserkraft.
Zürcher Herrschaft
Die Stadt Zürich erweiterte seit dem späten Mittelalter ihren Einfluss auf das Gebiet. Horgen und seine Umgebung gelangten 1406 an Zürich. Wädenswil kam im 16. Jahrhundert endgültig unter die Herrschaft der Stadt.
Bis 1798 war die Region in unterschiedliche Zürcher Obervogteien und Landvogteien gegliedert. Die Bevölkerung war gegenüber der städtischen Obrigkeit zu Abgaben, Militärdienst und weiteren Leistungen verpflichtet.
Mit der Reformation in den 1520er-Jahren wurden die Gemeinden evangelisch-reformiert. Kirchliche Besitzungen wurden aufgehoben oder von der Zürcher Obrigkeit übernommen.
Landwirtschaft und Heimindustrie
Bis ins 19. Jahrhundert war die Landwirtschaft die wichtigste Erwerbsgrundlage. An den sonnigen Hängen über dem Zürichsee wurde Wein angebaut. Obstbau, Viehhaltung und Milchwirtschaft spielten ebenfalls eine bedeutende Rolle.
Seit dem 17. und 18. Jahrhundert verbreitete sich die textile Heimarbeit. In zahlreichen Bauern- und Wohnhäusern wurde Baumwolle oder Seide gesponnen und verwoben.
Städtische Kaufleute stellten die Rohstoffe bereit und vertrieben die fertigen Erzeugnisse. Die Heimindustrie verband die ländlichen Haushalte des Zimmerbergs mit den internationalen Handelsnetzen Zürichs.
Industrialisierung
Im 19. Jahrhundert entstanden an Bächen, am Zürichsee und an der Sihl Fabriken. Die Wasserkraft ermöglichte den Betrieb von Spinnereien, Webereien, Mühlen und mechanischen Werkstätten.
Horgen entwickelte sich zu einem Zentrum der Seidenindustrie. Auch in Wädenswil, Thalwil, Richterswil und Adliswil entstanden bedeutende Textil- und Maschinenbetriebe.
Die Industrialisierung führte zu einem starken Bevölkerungswachstum. Neue Arbeiterquartiere, Fabrikantenvillen, Schulen und öffentliche Einrichtungen wurden gebaut.
Die Verkehrserschliessung verbesserte sich durch den Ausbau der Seestrasse, die Dampfschifffahrt und die Eisenbahn. Die linksufrige Zürichseebahn wurde 1875 eröffnet.
Entwicklung zur Agglomerationsregion
Im 20. Jahrhundert nahm die industrielle Bedeutung traditioneller Textilbetriebe ab. Gleichzeitig entwickelte sich der Zimmerberg zu einer bevorzugten Wohnregion für Menschen, die in Zürich und den umliegenden Wirtschaftszentren arbeiteten.
Neue Wohnquartiere entstanden vom Seeufer bis in die höheren Lagen. Besonders Kilchberg, Rüschlikon, Thalwil, Oberrieden und Horgen wurden stark überbaut.
Der Ausbau der S-Bahn, der Autobahn A3 und weiterer Verkehrsverbindungen beschleunigte die Einbindung in die Agglomeration Zürich. Gleichzeitig wuchs das Bedürfnis, Wälder, Moore, Bachtobel und Landwirtschaftsflächen vor weiterer Überbauung zu schützen.
Heute gehört der Zimmerberg zu den wirtschaftlich starken und dicht besiedelten Regionen des Kantons Zürich. Die südlichen und westlichen Teile besitzen dennoch ausgedehnte naturnahe Landschaftsräume.
Natur und Landschaft
Wälder
Die Wälder des Zimmerbergs konzentrieren sich auf steile Hänge, Tobel und die westliche Seite zum Sihltal. Vorherrschend sind Buchenmischwälder mit Eichen, Eschen, Ahorn, Tannen und weiteren Baumarten.
Die Wälder erfüllen mehrere Funktionen. Sie liefern Holz, schützen Hänge vor Erosion, speichern Wasser und dienen als Lebensraum und Naherholungsgebiet.
In den stärker besiedelten Gebieten bilden Waldkorridore wichtige Verbindungen zwischen dem Zürichsee, dem Sihltal, dem Albis und den südlichen Landschaftsräumen.
Sihlwald
Der Sihlwald liegt im westlichen Teil der Region zwischen Zimmerberg und Albis. Er gehört zu den grössten zusammenhängenden Buchenwäldern des Schweizer Mittellands.
Seit der Jahrtausendwende wird ein grosser Teil des Waldes nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt. Dadurch entwickelt er sich schrittweise zu einem Naturwald mit alten Bäumen und Totholz.
Der Wildnispark Zürich Sihlwald wurde 2010 als erster Naturerlebnispark von nationaler Bedeutung anerkannt.[3]
Der Park verbindet Waldwildnis mit der Flusslandschaft der Sihl. Ein Besucherzentrum, Wanderwege und Bildungsangebote vermitteln die natürliche Entwicklung des Waldes.
Moore und Feuchtgebiete
Auf den Hochflächen des südlichen Zimmerbergs befinden sich kleinere Moore, Riedwiesen und Feuchtgebiete. Sie entstanden teilweise in Mulden, die von eiszeitlichen Moränen abgedichtet wurden.
Diese Lebensräume beherbergen seltene Pflanzen, Amphibien, Libellen und Vögel. Entwässerung, Torfabbau, Landwirtschaft und Überbauung führten in der Vergangenheit zu einem starken Rückgang der Feuchtgebiete.
Der Kanton Zürich erarbeitet für den Zimmerberg und das Knonauer Amt eine regionale Schutzverordnung. Sie soll wertvolle Natur- und Landschaftsräume langfristig sichern und miteinander vernetzen.[4]
Kulturlandschaft
Die südlichen Hochflächen sind durch Landwirtschaft, Streusiedlungen, Obstgärten, Hecken und Waldstücke geprägt. Besonders im Gebiet von Hirzel, Schönenberg und Hütten blieb eine traditionelle voralpine Kulturlandschaft erhalten.
Einzelhöfe und Weiler liegen zwischen Wiesen und Moränenhügeln. Die Landschaft bietet bei klarer Sicht Ausblicke auf den Zürichsee, den Zugersee, die Zentralschweizer Alpen und die Glarner Alpen.
Verkehr
Der Zimmerberg bildet eine bedeutende Verkehrsregion zwischen Zürich, Zug, Luzern und der Ostschweiz. Die wichtigsten Bahn- und Strassenachsen verlaufen entlang des Zürichsees, durch das Sihltal und in Tunneln unter dem Höhenzug.
Linksufrige Zürichseebahn
Die 1875 eröffnete linksufrige Zürichseebahn verbindet Zürich mit Thalwil, Horgen, Wädenswil, Richterswil und Pfäffikon SZ. Sie gehört heute zu den am stärksten befahrenen Bahnstrecken der Schweiz.
Mehrere Linien der S-Bahn Zürich bedienen die Gemeinden am See. Zusätzlich verkehren Fernverkehrszüge in Richtung Chur, Graubünden und teilweise in die Innerschweiz.
Strecke Thalwil–Zug
Die 1897 eröffnete Bahnstrecke Thalwil–Zug überquert beziehungsweise unterquert den Zimmerberg zwischen Horgen und Sihlbrugg. Sie dient dem Personen- und Güterverkehr zwischen Zürich, Zug und der Gotthardachse.
Der historische Zimmerbergtunnel führt von Horgen Oberdorf nach Sihlbrugg. Er ist einspurig und begrenzt die Kapazität der Strecke.
Zimmerberg-Basistunnel
Der erste Abschnitt des Zimmerberg-Basistunnels wurde von 1997 bis 2003 gebaut. Er verläuft von Zürich durch den nördlichen Zimmerberg und besitzt eine unterirdische Abzweigung nach Thalwil.
Der Tunnel entlastet die linksufrige Zürichseebahn und ermöglicht schnellere Verbindungen zwischen Zürich und Thalwil.
Mit dem Zimmerberg-Basistunnel 2 planen der Bund und die Schweizerischen Bundesbahnen eine neue Doppelspurverbindung zwischen Thalwil und Baar. Das Projekt umfasst zwei rund 10,8 Kilometer lange einspurige Tunnelröhren. Sie sollen in Thalwil an den bestehenden Basistunnel anschliessen und im Gebiet Litti bei Baar enden.[5]
Sihltalbahn
Die Sihltalbahn verbindet Zürich mit Adliswil, Langnau-Gattikon und Sihlwald. Sie wird von der Sihltal Zürich Uetliberg Bahn betrieben und ist als Linie S4 in das Zürcher S-Bahn-Netz eingebunden.
Die Strecke erschliesst die westliche Seite des Zimmerbergs und das Sihltal. Sie besitzt besondere Bedeutung für Pendlerinnen und Pendler sowie für den Ausflugsverkehr zum Wildnispark Sihlwald.
Strassenverkehr
Die Autobahn A3 verläuft durch beziehungsweise entlang der Region. Sie verbindet Zürich mit dem linken Zürichseeufer, dem Kanton Schwyz, dem Walensee und Graubünden.
Wichtige Anschlüsse befinden sich unter anderem bei Thalwil, Horgen, Wädenswil und Richterswil. Die Autobahn durchquert den Zimmerberg in mehreren Tunneln und Einschnitten.
Weitere bedeutende Strassen sind die Seestrasse, die Zugerstrasse, die Hirzelpassstrasse und die Verbindungen durch das Sihltal. Der starke Pendlerverkehr führt besonders während der Hauptverkehrszeiten zu Belastungen.
Schifffahrt
Die Gemeinden am linken Zürichseeufer werden von Kursschiffen der Zürichsee-Schiffahrtsgesellschaft bedient. Anlegestellen befinden sich unter anderem in Kilchberg, Rüschlikon, Thalwil, Oberrieden, Horgen, Wädenswil und Richterswil.
Die Schifffahrt besitzt heute vor allem Bedeutung für Freizeit, Tourismus und Ausflugsverkehr. Historisch war der See einer der wichtigsten Verkehrswege der Region.
Wirtschaft
Die Region Zimmerberg gehört zum Wirtschaftsraum Zürich. Viele Einwohner arbeiten in der Stadt Zürich, im Raum Zug oder in den regionalen Zentren Horgen, Thalwil und Wädenswil.
Historisch waren Landwirtschaft, Rebbau, Fischerei, Textilindustrie und Maschinenbau von Bedeutung. Heute dominieren Dienstleistungen, Handel, Bildung, Gesundheitswesen, Verwaltung und kleinere bis mittlere Unternehmen.
In Wädenswil befindet sich ein Standort der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Forschung und Ausbildung konzentrieren sich dort unter anderem auf Life Sciences, Umwelt, Lebensmitteltechnologie und Chemie.
Die Nähe zu Zürich und Zug sowie die gute Verkehrserschliessung machen die Region zu einem begehrten Wohn- und Unternehmensstandort. Gleichzeitig führen hohe Bodenpreise und begrenzte Flächen zu einem starken Siedlungsdruck.
Landwirtschaft besteht vor allem in den südlichen und höher gelegenen Teilen des Zimmerbergs. Milchwirtschaft, Viehhaltung, Ackerbau, Obstbau und teilweise Weinbau prägen die Kulturlandschaft.
Regionalplanung
Die Zürcher Planungsgruppe Zimmerberg ist als Zweckverband für die regionale Raumplanung im Bezirk Horgen zuständig.[1]
Sie erarbeitet den regionalen Richtplan und koordiniert die Entwicklung von Siedlung, Verkehr, Landschaft, Versorgung, Entsorgung und öffentlichen Anlagen.
Zu den wichtigen Aufgaben gehören die Konzentration des Bevölkerungs- und Arbeitsplatzwachstums an gut erschlossenen Standorten, die Weiterentwicklung des öffentlichen Verkehrs und der Schutz zusammenhängender Landschaftsräume.
Die starke Siedlungsentwicklung am Seeufer soll mit dem Erhalt der Uferlandschaft und der Verbesserung des öffentlichen Zugangs zum Zürichsee abgestimmt werden.
Die Gemeinden arbeiten darüber hinaus in Bereichen wie Abfallentsorgung, Abwasserreinigung, Energieversorgung, Zivilschutz, Standortförderung und öffentlicher Verkehr zusammen.
Erholung und Tourismus
Der Zimmerberg ist ein bedeutendes Naherholungsgebiet für die Bevölkerung der Agglomeration Zürich. Wanderwege verbinden die Seegemeinden mit den Höhenlagen, dem Sihltal und der Albiskette.
Beliebte Ziele sind der Sihlwald, der Tierpark Langenberg, der Horgenberg, der Hirzel, die Halbinsel Au und die Uferwege am Zürichsee.
Die abwechslungsreiche Landschaft eignet sich zum Wandern, Velofahren, Joggen und Reiten. Im Winter werden in höheren Lagen bei geeigneter Schneelage kleinere Langlauf- und Winterwanderangebote eingerichtet.
Der Zürichsee bietet Möglichkeiten zum Baden, Segeln, Rudern, Stand-up-Paddeln und für Schifffahrten. Öffentliche Strandbäder und Seeanlagen befinden sich in fast allen Ufergemeinden.
Von den südlichen Höhenlagen führen Wanderwege in Richtung Zugerland, Knonauer Amt und Schwyzer Voralpen.
Kultur und Identität
Der Begriff Zimmerberg dient als gemeinsame regionale Bezeichnung für Institutionen, Vereine, Medien und Unternehmen. Er verbindet die Gemeinden am linken Zürichseeufer mit den Orten des Sihltals.
Die regionale Identität ist dennoch vielfältig. Die dicht besiedelten Seegemeinden sind stark auf Zürich ausgerichtet, während die südlichen Hochflächen einen ländlicheren Charakter besitzen. Das Sihltal bildet einen eigenen Natur- und Verkehrsraum.
Historische Ortskerne, Industriebauten, Bauernhäuser und Villen dokumentieren die unterschiedlichen Entwicklungsphasen der Region.
Zu den bedeutenden kulturellen Einrichtungen gehören lokale Museen, das Johanna-Spyri-Museum in Hirzel, das Ortsmuseum Horgen, Kulturhäuser in Thalwil und Wädenswil sowie die Einrichtungen des Wildnisparks Zürich.
Abgrenzung zum Albis
Zimmerberg und Albis sind zwei parallel verlaufende Hügelketten. Sie werden durch das Sihltal voneinander getrennt.
Der Albis liegt westlich der Sihl und erreicht mit der Bürglen eine Höhe von 915 Metern über Meer. Er besitzt einen deutlicher ausgeprägten Kamm und ist stärker bewaldet.
Der Zimmerberg liegt östlich der Sihl und fällt zum Zürichsee ab. Er ist niedriger, breiter und wesentlich dichter besiedelt.
Im alltäglichen Sprachgebrauch werden die beiden Landschaftsräume gelegentlich miteinander verwechselt. Der Sihlwald erstreckt sich beidseits der Sihl und bildet eine naturräumliche Verbindung zwischen ihnen.
Literatur
- Hans Hofer: Der Zimmerberg. Landschaft und Menschen zwischen Zürichsee und Sihl. Horgen.
- Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. Birkhäuser, Basel 1943.
- Zürcher Planungsgruppe Zimmerberg: Regionaler Richtplan Region Zimmerberg. Horgen.
- Kanton Zürich: Regionales Gesamtverkehrskonzept Zimmerberg. Zürich.
Weblinks
- Zürcher Planungsgruppe Zimmerberg
- Regionaler Richtplan Zimmerberg beim Kanton Zürich
- Wildnispark Zürich Sihlwald
- Standortförderung Zimmerberg-Sihltal
- Zürcher Gemeinden und Regionen in Zahlen
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Zürcher Planungsgruppe Zimmerberg: Organisation, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Kanton Zürich: Regionale Richtpläne – Region Zimmerberg, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Wildnispark Zürich: Naturerlebnispark Sihlwald, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Kanton Zürich: Schutzverordnung Zimmerberg–Knonauer Amt, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Schweizerische Bundesbahnen: Zimmerberg-Basistunnel 2, abgerufen am 26. Juli 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Zimmerberg