Bahnhof Aarau: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 4. August 2026, 22:50 Uhr

Bahnhof Aarau
Bahnhof Aarau
Bildtext Bahnhofgebäude mit der grossen Bahnhofsuhr
Lage Aarau, Kanton Aargau
Bauform Anschlussbahnhof
Bahnsteiggleise 7 bei den SBB
3 bei Aargau Verkehr
Gleisnummern 0–6 sowie 11–13
Abkürzung AA
IBNR 8502113
Eröffnung 9. Juni 1856
Höhe 383 m ü. M.
Architekten Jakob Friedrich Wanner und August von Beckh, historisches Gebäude
Theo Hotz, heutiges Gebäude
Eigentümerinnen SBB und Aargau Verkehr
Spurweiten 1435 mm und 1000 mm
Koordinaten 47° 23′ 29″ N, 8° 3′ 4″ O

Der Bahnhof Aarau ist der wichtigste Bahnhof der Stadt Aarau und einer der bedeutendsten Verkehrsknoten im Kanton Aargau. Er liegt an der zentralen schweizerischen Ost-West-Eisenbahnverbindung zwischen Zürich, Olten, Bern und Basel. Neben Fernverkehrszügen wird er von mehreren Linien der S-Bahn Aargau und der S-Bahn Zürich bedient.

Unmittelbar südlich der normalspurigen SBB-Anlage befindet sich der meterspurige Bahnhof von Aargau Verkehr. Von dort verkehren die Züge der ehemaligen Wynental- und Suhrentalbahn nach Menziken und Schöftland. Beide Bahnhofsteile sind über gemeinsame Personenunterführungen miteinander verbunden und bilden zusammen mit dem Busbahnhof auf dem Bahnhofplatz einen regionalen Verkehrsknoten.[1]

Das heutige SBB-Aufnahmegebäude entstand ab 2008 nach Plänen des Zürcher Architekten Theo Hotz. Es ersetzte ein 1859 eröffnetes spätklassizistisches Gebäude von Jakob Friedrich Wanner, das zu den bedeutendsten frühen Bahnhofsbauten der Schweiz gezählt worden war. Auffälligstes Merkmal des Neubaus ist die Bahnhofsuhr mit einem Durchmesser von neun Metern.

Lage

Der Bahnhof liegt rund 400 Meter südöstlich der Aarauer Altstadt. Seine Gleisanlagen verlaufen annähernd in Ost-West-Richtung und bilden eine städtebauliche Grenze zwischen dem Stadtzentrum im Norden und den Quartieren Gönhard, Zelgli und Bahnhof Süd im Süden.

Auf der Nordseite öffnet sich das Bahnhofgebäude zum Bahnhofplatz und zur Bahnhofstrasse. Von hier führen direkte Fusswege in die Altstadt, zur Aargauer Kantonalbank, zum Kunsthaus, zum Regierungsgebäude und zu weiteren kantonalen Verwaltungsbauten. Das Naturama Aargau, die Alte Kantonsschule und das Kultur- und Kongresshaus befinden sich ebenfalls in Gehdistanz.

Südlich der SBB-Gleise liegen der meterspurige Bahnhof von Aargau Verkehr, die Hintere Bahnhofstrasse und der neue Gebäudekomplex Bahnhof Aarau Süd. Mehrere Ausgänge der Personenunterführungen erschliessen die Quartiere südlich der Bahnlinie, das Kantonsspital Aarau und das geplante Fussballstadion im Torfeld Süd.[1]

Westlich des Bahnhofs beginnt unmittelbar der Aarauer Stadttunnel unter dem Schanzhügel. Östlich weitet sich das Gleisfeld in Richtung Buchs und Rupperswil aus. Im Bahnhof selbst treffen die Bahnstrecken aus Richtung Olten sowie aus Richtung Brugg und Rupperswil aufeinander.

Geschichte

Erste Eisenbahnverbindung

In der Mitte des 19. Jahrhunderts konkurrierten mehrere private Eisenbahngesellschaften um den Bau des schweizerischen Bahnnetzes. Die Schweizerische Centralbahn plante eine Strecke von Basel und Bern über Olten nach Aarau, während die Schweizerische Nordostbahn eine Verbindung von Zürich über Baden und Brugg nach Aarau errichten wollte.

Ursprünglich war erwogen worden, die Bahnstrecke im Gebiet des Schachens nahe der Aare zu führen. Wegen der Überschwemmungsgefahr entschied man sich jedoch für eine südlich der Altstadt verlaufende Linienführung. Um den Schanzhügel zu überwinden, wurde ein rund 460 Meter langer Tunnel gebaut.

Am 9. Juni 1856 eröffnete die Schweizerische Centralbahn die Strecke von Emmenbrücke über Sursee und Olten nach Aarau. Da der Stadttunnel und die endgültige Bahnhofsanlage noch nicht fertiggestellt waren, endeten die Züge zunächst in einem provisorischen Bahnhof im Schachen beim heutigen Gasthof Schützen.[2]

Der provisorische Bahnhof bestand vermutlich aus einem einfachen hölzernen Güterschuppen mit angefügtem Wartesaal. Er wurde nach der Fertigstellung des Stadttunnels wieder abgebrochen.

Durchgehende Strecke nach Zürich

Am 1. Mai 1858 nahm die Centralbahn den Stadttunnel in Betrieb. Am 15. Mai desselben Jahres eröffnete die Nordostbahn die Strecke von Aarau über Wildegg und Brugg in Richtung Baden. Damit bestand erstmals eine durchgehende Eisenbahnverbindung von Zürich über Aarau nach Olten sowie weiter nach Bern und Basel.

Der neue Bahnhof wurde von beiden Bahngesellschaften benutzt. Die Centralbahn betrieb die Strecke westlich von Aarau, die Nordostbahn den Abschnitt in Richtung Brugg und Zürich. Für die örtliche Betriebsführung war vorwiegend die Nordostbahn verantwortlich.

Bis zur Fertigstellung des definitiven Aufnahmegebäudes wurden die Fahrgäste in provisorisch eingerichteten Räumen eines Güterschuppens abgefertigt. Der Bahnhof entwickelte sich rasch zu einer wichtigen Übergangsstelle zwischen den beiden grossen Privatbahngesellschaften.

Aufnahmegebäude von 1859

Die Nordostbahn beauftragte 1856 ihren Oberingenieur August von Beckh und den Architekten Jakob Friedrich Wanner mit der Planung eines repräsentativen Aufnahmegebäudes. Der Bau wurde am 1. Oktober 1859 dem Betrieb übergeben.

Das spätklassizistische Gebäude war rund 51 Meter lang und symmetrisch gegliedert. Es bestand aus einem erhöhten Mittelbau, zwei niedrigeren Verbindungstrakten und seitlichen Kopfbauten. Auf der Stadt- und der Gleisseite befanden sich offene Vorhallen, deren Dächer von gusseisernen Säulen getragen wurden.

Im Gebäude waren Wartesäle verschiedener Wagenklassen, Billettschalter, Gepäckräume, Verwaltungsbüros und Dienstwohnungen untergebracht. Da zwei Bahngesellschaften den Bahnhof benutzten, besassen die Centralbahn und die Nordostbahn zunächst getrennte Schalter und Diensträume.

Das Aufnahmegebäude wurde in den folgenden Jahrzehnten mehrfach umgebaut und erweitert. Insbesondere die Wartesäle, die Gepäckabfertigung und die Restaurationsräume wurden den wachsenden Fahrgastzahlen angepasst. Trotz dieser Veränderungen blieb die ursprüngliche architektonische Gliederung weitgehend erkennbar.

Übergang an die SBB

Die Centralbahn und die Nordostbahn wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts verstaatlicht. Ihre Strecken und Bahnhofsanlagen gingen 1902 an die neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen über.

Damit entfiel die betriebliche Teilung des Bahnhofs zwischen verschiedenen Privatgesellschaften. Die SBB bauten die Gleis- und Perronanlagen in den folgenden Jahrzehnten schrittweise aus. Der Bahnhof erhielt längere Perrons, neue Stellwerke und elektrische Sicherungsanlagen.

Mit der Elektrifizierung der zuführenden Hauptstrecken verschwand der Dampfbetrieb schrittweise. Die Fahrleitungen verwenden das schweizerische Bahnstromsystem von 15 Kilovolt und 16,7 Hertz Wechselstrom.

Die Lage Aaraus zwischen den Eisenbahnknoten Olten, Brugg und Rupperswil machte den Bahnhof zu einem wichtigen Halt des nationalen Fernverkehrs. Obwohl Aarau kein grosser Verzweigungsbahnhof wie Olten wurde, hielten hier zahlreiche Züge zwischen der West- und der Ostschweiz.

Wynental- und Suhrentalbahn

Neben den normalspurigen Hauptbahnen entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts zwei meterspurige Regionalbahnen. Die Aarau-Schöftland-Bahn eröffnete 1901 ihre Strecke durch das Suhrental. Die Wynentalbahn nahm 1904 den Betrieb zwischen Aarau und Reinach auf und wurde später bis Menziken verlängert.

Die Züge endeten zunächst auf dem Bahnhofplatz beziehungsweise in getrennten Anlagen in unmittelbarer Nähe des SBB-Bahnhofs. 1923 erhielt die Wynentalbahn auf der Südseite der SBB-Gleise ein eigenes Bahnhofgebäude.

1967 wurde die Zufahrt der Suhrentalbahn neu gestaltet. Die Züge fahren seither durch den Tunnel unter dem Binzenhof zum Bahnhof Aarau Süd. Dadurch konnten die beiden meterspurigen Strecken betrieblich enger miteinander verbunden werden.

Die Wynentalbahn fuhr lange Zeit als Strassenbahn durch Aarau und Suhr. Wegen der Behinderungen durch den Strassenverkehr und zahlreicher ungesicherter Kreuzungen wurde ihre Linienführung grundlegend verändert. Die SBB stellten den Verkehr auf der normalspurigen Bahnstrecke Aarau–Suhr 2004 ein. Das Trassee wurde anschliessend auf Meterspur umgebaut und 2010 von der Wynentalbahn übernommen.

Die beiden Regionalbahnen wurden zunächst von der Wynental- und Suhrentalbahn AG betrieben. Seit der Fusion mit der Bremgarten-Dietikon-Bahn im Jahr 2018 gehören sie zur Aargau Verkehr AG.

Planung eines neuen Bahnhofs

Bereits gegen Ende des 20. Jahrhunderts erfüllte das historische Aufnahmegebäude die betrieblichen und wirtschaftlichen Anforderungen nicht mehr. Die Räume waren zu klein, die Zugänge zu den Perrons unübersichtlich und die Verbindung zwischen den nördlichen und südlichen Stadtquartieren unzureichend.

1991 schrieben die SBB und die beteiligten öffentlichen Körperschaften einen Architekturwettbewerb für die Neugestaltung des gesamten Bahnhofsgebiets aus. Das Projekt des Architekten Theo Hotz erhielt den ersten Preis.[3]

Der Entwurf sah einen langgestreckten, mehrgeschossigen Baukörper entlang der Gleise vor. Das Gebäude sollte nicht nur dem Bahnbetrieb dienen, sondern auch Geschäfte, Gastronomie, Büros und Wohnungen aufnehmen. Gleichzeitig waren breitere Personenunterführungen und bessere Verbindungen zum Bahnhof Süd vorgesehen.

Die Umsetzung verzögerte sich unter anderem wegen der Finanzierung und der Suche nach Nutzern für die grossen Büro- und Gewerbeflächen. Auch der geplante Abbruch des historischen Aufnahmegebäudes war umstritten. Der Bau galt als bedeutendes Werk des frühen schweizerischen Eisenbahnwesens und war im Inventar der schützenswerten Ortsbilder verzeichnet.

Abbruch und Neubau

Das historische Bahnhofgebäude wurde 2008 abgebrochen. Die Bauarbeiten für den westlichen Teil des neuen Aufnahmegebäudes fanden unter laufendem Bahnbetrieb statt.

Am 5. August 2010 wurde der Neubau für den regulären Betrieb geöffnet. Am 22. und 23. Oktober 2010 folgte ein grosses Eröffnungsfest für die Bevölkerung. Die Stadt Aarau hatte sich unter anderem an der Gestaltung der öffentlich zugänglichen Bahnhofhalle und der Personenunterführungen beteiligt.[4]

Die zweite, östliche Etappe wurde zwischen 2016 und 2018 realisiert. Dieser Gebäudeteil wird teilweise als «Gleis 0» bezeichnet, da er sich entlang des nördlichsten Perrongleises erstreckt. Mit seiner Fertigstellung erreichte der gesamte Gebäudekomplex die im ursprünglichen Wettbewerb vorgesehene Länge.

Neugestaltung des Bahnhofplatzes

Nach der Eröffnung des Aufnahmegebäudes wurde auch der Bahnhofplatz vollständig umgestaltet. Die Bauarbeiten umfassten die Sanierung der unterirdischen Parkgarage, neue Zufahrten, zusätzliche Fussgängerflächen und einen zentralen Busbahnhof.

Das auffälligste Element ist das als Wolke bezeichnete Dach über den Bushaltestellen. Es besteht aus zwei transparenten, bläulich wirkenden Kunststoffmembranen, die von elf Stützen getragen und durch Überdruck in ihrer Form gehalten werden. Entworfen wurde das Bauwerk vom Büro Vehovar & Jauslin.

Der neue Busbahnhof ging im Juli 2013 in Betrieb und wurde im Oktober desselben Jahres offiziell eröffnet. Er fasst die wichtigsten städtischen und regionalen Buslinien auf dem Bahnhofplatz zusammen.

Neubau Bahnhof Aarau Süd

Zwischen 2019 und 2024 wurde auch der südliche Bahnhofteil erneuert. Das alte Gebäude der Wynental- und Suhrentalbahn aus dem Jahr 1923 wurde abgebrochen und durch einen grossen Wohn-, Geschäfts- und Verwaltungsbau ersetzt.

Der neue Komplex beherbergt den Hauptsitz von Aargau Verkehr, die zentrale Bahnleitstelle, ein Reisezentrum, Verkaufsflächen, Gastronomiebetriebe, Büros und Wohnungen. Das Gebäude wurde im Dezember 2023 in Betrieb genommen.[5]

Im Zuge des Projekts wurden die Personenunterführung verbreitert sowie Treppen, Rampen und Zugänge erneuert. Das Gleis 11 wurde für bis zu 120 Meter lange Züge ausgebaut. Die Gleisanlagen waren 2024 vollständig fertiggestellt. Der Bahnhof von Aargau Verkehr verfügt weiterhin über die drei Gleise 11, 12 und 13.[5]

Anlage

SBB-Bahnhof

Der normalspurige Bahnhof besitzt sieben für den Personenverkehr bestimmte Gleise mit den Nummern 0 bis 6. Sie liegen an einem Hausperron und mehreren Mittelperrons. Die Bahnsteige sind über zwei breite Personenunterführungen miteinander verbunden.

Aufzüge und Rolltreppen erschliessen die Perrons, die Bahnhofhalle und die Ausgänge auf der Nord- und Südseite. Die Anlagen sind weitgehend hindernisfrei gestaltet. Elektronische Anzeigen informieren über Abfahrten, Verspätungen und Gleisänderungen.

Bereich Gleise Hauptsächliche Funktion
SBB-Bahnhof 0–6 Fernverkehr, S-Bahn Aargau, S-Bahn Zürich und Regionalverkehr
Bahnhof Aarau AVA 11–13 Meterspurzüge nach Menziken und Schöftland

Die genaue Gleisbelegung richtet sich nach dem Fahrplan und der jeweiligen Betriebslage. Züge in Richtung Olten und Bern halten überwiegend an den südlicher gelegenen SBB-Perrons, während Verbindungen nach Brugg, Lenzburg und Zürich häufig die nördlichen Gleise benutzen.

Neben den Perrongleisen bestehen Durchfahrts-, Abstell- und Dienstgleise. Der Bahnhof ist vollständig elektrifiziert. Die SBB-Gleise besitzen Normalspur mit einer Spurweite von 1435 Millimetern.

Bahnhof Aarau AVA

Der Bahnhof von Aargau Verkehr befindet sich südlich der SBB-Anlage. Seine drei meterspurigen Gleise tragen die Nummern 11, 12 und 13. Die Gleise 12 und 13 liegen an einem Mittelperron, während Gleis 11 unmittelbar an das neue Bahnhofgebäude grenzt.

Von Aarau führen die Züge zunächst gemeinsam durch den Binzenhoftunnel. Im Gebiet von Unterentfelden verzweigen sich die beiden Linien: Die Suhrentalbahn führt über Muhen nach Schöftland, während die Wynentalbahn über Suhr, Gränichen, Reinach und Menziken verkehrt.

Die Bahnanlagen sind mit 750 Volt Gleichstrom elektrifiziert. Verwendet wird die Spurweite von 1000 Millimetern.

Aufnahmegebäude

Das heutige SBB-Aufnahmegebäude bildet einen langgestreckten Baukörper entlang der Nordseite des Gleisfelds. Seine Glasfassade öffnet sich zum Bahnhofplatz und lässt die innere Nutzung von aussen erkennen.

Im westlichen Gebäudeteil befindet sich eine mehrgeschossige Bahnhofhalle. Von ihr aus sind das SBB-Reisezentrum, die Geschäfte, die Restaurants, die Unterführungen und die Perrons erreichbar. Die oberen Stockwerke enthalten vor allem Büro- und Dienstleistungsflächen.

Der Baukörper erstreckt sich nach der Fertigstellung der zweiten Etappe über mehrere hundert Meter. Durch seine geschlossene gleisseitige Fassade dient er zugleich als Lärmschutz für die Bahnhofstrasse und die nördlich gelegenen Stadtgebiete.[3]

Bahnhofsuhr

Über dem Haupteingang hängt eine Bahnhofsuhr mit einem Durchmesser von neun Metern. Ihr Zifferblatt erstreckt sich über drei Geschosse der Glasfassade. Die Gestaltung entspricht der von Hans Hilfiker entworfenen Schweizer Bahnhofsuhr mit schwarzen Stundenmarkierungen und rotem Sekundenzeiger.

Die Zeiger wiegen je nach Ausführung bis zu rund 150 Kilogramm, das Uhrwerk mehrere hundert Kilogramm. Die Uhr gilt als grösste Bahnhofsuhr der Schweiz und als eine der grössten Europas.

Nach der Eröffnung waren die Zeiger nachts nur unzureichend sichtbar. Sie wurden deshalb 2013 durch beleuchtete Ausführungen ersetzt. Ein Teil der Sicht auf die Uhr wird seit der Errichtung des wolkenförmigen Busbahnhofdachs verdeckt.

Meyersche Stollen

Unter dem Bahnhof befinden sich Teile der sogenannten Meyerschen Stollen. Das unterirdische Kanalsystem wurde um 1800 vom Aarauer Fabrikanten Johann Rudolf Meyer angelegt, um Grundwasser zu seiner Seidenbandfabrik zu leiten.

Beim Bau des neuen Bahnhofs wurden erhaltene Abschnitte dokumentiert und in das Gestaltungskonzept einbezogen. In der Bahnhofhalle besteht ein Zugang beziehungsweise Präsentationsbereich, von dem aus die Stollen im Rahmen besonderer Führungen besichtigt werden können.

Bahnverkehr

Aarau wird von Fernverkehrs-, RegioExpress- und S-Bahn-Zügen bedient. Der Bahnhof bietet direkte Verbindungen unter anderem nach Zürich, Bern, Basel, Lausanne, Biel, St. Gallen, Olten, Baden, Brugg, Lenzburg, Zofingen, Sursee und Rotkreuz.[6]

Fernverkehr

Im Fahrplanjahr 2026 halten insbesondere folgende Fernverkehrslinien in Aarau:

  • IC 5: Lausanne–Yverdon-les-Bains–Neuenburg–Biel/Bienne–Solothurn–Olten–Aarau–Zürich HB–Winterthur–St. Gallen–Rorschach
  • IR 16: Bern–Burgdorf–Olten–Aarau–Brugg AG–Baden–Zürich HB
  • IR 37: Basel SBB–Rheinfelden–Frick–Aarau–Zürich HB

Die IC- und InterRegio-Züge verkehren grundsätzlich stündlich. Durch die Überlagerung mehrerer Linien bestehen zwischen Aarau, Olten und Zürich mehrere schnelle Verbindungen pro Stunde.

RegioExpress

Das Fern- und S-Bahn-Angebot wird durch RegioExpress-Verbindungen ergänzt:

  • RE 12: Olten–Aarau–Wildegg–Brugg AG–Wettingen
  • RE 37: Aarau–Lenzburg–Zürich HB
  • RE 6: Olten–Aarau–Lenzburg–Arth-Goldau, einzelne Wochenendverbindungen

Die Linienbezeichnungen und einzelne Durchbindungen können sich bei Fahrplanwechseln oder während grösserer Bauarbeiten ändern.

S-Bahn Aargau und S-Bahn Zürich

Der Bahnhof wird von mehreren Linien des regionalen Schienenverkehrs bedient.[7]

  • S11 Aarau–Lenzburg–Dietikon–Zürich HB–Stettbach–Winterthur–Seuzach beziehungsweise Sennhof-Kyburg und Wila
  • S23: Langenthal–Olten–Aarau–Lenzburg–Brugg AG–Baden
  • S26: Olten–Aarau–Lenzburg–Wohlen–Muri–Rotkreuz
  • S29: Sursee–Zofingen–Olten–Aarau–Wildegg–Brugg AG–Turgi
  • S14: Menziken–Aarau AVA–Schöftland

Die S14 wird von Aargau Verkehr betrieben und benutzt die meterspurigen Gleise 11 bis 13. Die übrigen Linien verkehren auf dem normalspurigen SBB-Netz.

An den Wochenenden bestehen zusätzliche Nachtverbindungen in Richtung Zürich, Olten und in verschiedene Gemeinden des Kantons Aargau.

Busverkehr

Der Busbahnhof auf der Nordseite ist der zentrale Knoten des Busbetriebs Aarau und mehrerer PostAuto-Linien. Die Haltestellen sind auf verschiedene Kanten unter dem wolkenförmigen Dach verteilt.

Im Fahrplanjahr 2026 verkehren am Bahnhof unter anderem die städtischen und regionalen Linien:

Linie Grundstrecke
1 Buchs, Wynenfeld–Aarau, Bahnhof–Rombach–Küttigen, Kreuz
2 Rohr, Unterdorf–Telli–Aarau, Bahnhof–Erlinsbach, Oberdorf–Barmelweid
3 Aarau, Bahnhof–Schönenwerd–Gretzenbach, Weid
4 Suhr, Bahnhof–Aarau, Bahnhof–Scheibenschachen–Biberstein, Ihegi
5 Aarau, Bahnhof–Goldern–Zelgli–Aarau, Bahnhof
6 Suhr, Bahnhof–Kantonsspital–Aarau, Bahnhof–Wöschnauring

Weitere PostAuto-Linien führen über die Staffelegg und den Benkerjochpass nach Frick beziehungsweise Laufenburg. In den Wochenendnächten verkehren mehrere Nachtbuslinien in die Gemeinden der Region Aarau.[7]

Auf der Südseite befindet sich die Haltestelle Aarau, Bahnhof Süd. Sie dient hauptsächlich dem Bahnersatzverkehr von Aargau Verkehr und weiteren regionalen Busverbindungen.

Dienstleistungen und kombinierte Mobilität

Der Bahnhof besitzt ein SBB-Reisezentrum und ein Reisezentrum von Aargau Verkehr. Hinzu kommen Billettautomaten, Schliessfächer, Geldautomaten, öffentliche Toiletten, Informationsstellen und kostenloses WLAN.

Im Aufnahmegebäude und in den Unterführungen befinden sich zahlreiche Geschäfte, Gastronomiebetriebe und Dienstleistungsunternehmen. Der Einkaufsbereich ist an allen Tagen des Jahres geöffnet.[8]

Für Velos bestehen mehrere Anlagen:

  • Velostation Aarau Nord mit rund 280 Plätzen
  • Velostation Aarau Süd mit rund 230 Plätzen
  • rund 660 weitere überdachte Veloabstellplätze
  • zusätzliche Abstellplätze für Motorräder und andere Zweiräder

Die Velostationen bieten teilweise Reparaturen, Reinigung, Schliessfächer, Videoüberwachung und einen direkten Zugang zu den Gleisen. Beim Bahnhof befinden sich ausserdem ein Parkhaus, Carsharing-Standorte und Angebote für Leihvelos.[8]

Bedeutung

Der Bahnhof Aarau liegt im Dreieck der grossen schweizerischen Bahnknoten Zürich, Basel und Bern. Seine Bedeutung ergibt sich vor allem aus der Lage an der wichtigsten Ost-West-Hauptachse des Landes sowie aus der Verknüpfung mehrerer regionaler Bahn- und Busnetze.

Für die Stadt Aarau und die umliegenden Gemeinden ist der Bahnhof der zentrale Zugang zum nationalen öffentlichen Verkehr. Ein grosser Teil der Pendlerinnen und Pendler aus dem unteren Aaretal, dem Suhren- und Wynental sowie dem Jura benutzt Aarau als Umsteigebahnhof.

Die direkten Fernverkehrsverbindungen tragen zur Bedeutung Aaraus als kantonaler Verwaltungs-, Bildungs- und Wirtschaftsstandort bei. Gleichzeitig bildet der Bahnhof mit seinen Geschäften und gastronomischen Angeboten einen stark frequentierten Teil des Stadtzentrums.

Der Neubau und die Neugestaltung des Bahnhofplatzes veränderten das Erscheinungsbild des gesamten Bahnhofquartiers. Mit der Fertigstellung des Bahnhofs Aarau Süd wurde auch die lange vernachlässigte Rückseite der Anlage zu einem zweiten städtischen Zugang entwickelt.

Siehe auch

Literatur

  • Werner Hanak, Sabine Scheiring und Madeleine Schüpfer: Bahnhof Aarau. Chronik eines Baudenkmals. Scheidegger & Spiess, Zürich 2011, ISBN 978-3-85881-330-5.
  • Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz. Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Orell Füssli, Zürich 1983, ISBN 3-280-01405-0.
  • Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz und Bahnprofil Schweiz CH+. AS Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-909111-74-9.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Bahnhofplan Aarau, Schweizerische Bundesbahnen, Stand Januar 2025, abgerufen am 4. August 2026.
  2. Werner Hanak, Sabine Scheiring und Madeleine Schüpfer: Bahnhof Aarau. Chronik eines Baudenkmals. Scheidegger & Spiess, Zürich 2011, ISBN 978-3-85881-330-5.
  3. 3,0 3,1 Bahnhof Aarau, Theo Hotz Partner Architekten, abgerufen am 4. August 2026.
  4. Abgeschlossene Projekte: Bahnhof Aarau, Stadt Aarau, abgerufen am 4. August 2026.
  5. 5,0 5,1 Neubau Bahnhof Aarau Süd, Aargau Verkehr, abgerufen am 4. August 2026.
  6. Fahrplanauskunft, Schweizerische Bundesbahnen, Fahrplanjahr 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  7. 7,0 7,1 Netzplan Region Aarau, Tarifverbund A-Welle, gültig ab 14. Dezember 2025.
  8. 8,0 8,1 Bahnhof Aarau – Shopping und mehr, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 4. August 2026.

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