Zürcher Hochschule der Künste

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Zürcher Hochschule der Künste
Abkürzung ZHdK
Englischer Name Zurich University of the Arts
Hochschultyp Staatliche Kunsthochschule
Gründung 1. August 2007
Trägerschaft Kanton Zürich
Rechtsform Öffentlich-rechtliche Anstalt mit eigener Rechtspersönlichkeit
Sitz Zürich
Hauptstandort Toni-Areal, Zürich-West
Weiterer Standort Gessnerallee
Rektorin Karin Mairitsch
Departemente 5
Studierende 2'085 in Bachelor- und Masterstudiengängen (2025)
Mitarbeitende 1'476 Personen (2025)
Unterrichtssprache Vorwiegend Deutsch, teilweise Englisch
Website www.zhdk.ch

Die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK; englisch Zurich University of the Arts) ist eine staatliche Kunsthochschule in Zürich. Sie bietet Bachelor- und Masterstudiengänge, Vorbildungen, Weiterbildungen sowie angewandte Forschung in den Bereichen Kunstvermittlung, Kulturanalyse, Design, Film, bildende Kunst, Musik, Tanz, Theater und Transdisziplinarität an.

Die Hochschule entstand 2007 aus dem Zusammenschluss der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich und der Hochschule Musik und Theater Zürich. Sie ist eine öffentlich-rechtliche Anstalt des Kantons Zürich mit eigener Rechtspersönlichkeit. Seit Januar 2023 verfügt die ZHdK über eine eigenständige institutionelle Akkreditierung.[1]

Mit rund 2'100 Bachelor- und Masterstudierenden sowie etwa 650 Dozierenden gehört die ZHdK zu den grossen Kunsthochschulen Europas.[2] Der grösste Teil der Hochschule befindet sich seit 2014 im Toni-Areal in Zürich-West. Ein weiterer Unterrichtsstandort liegt an der Gessnerallee in der Zürcher Innenstadt.

Geschichte

Ursprünge der gestalterischen Ausbildung

Die Geschichte der ZHdK reicht über ihre formelle Gründung hinaus bis in das 19. Jahrhundert zurück. Einer ihrer wichtigsten historischen Ausgangspunkte war das 1875 gegründete Kunstgewerbemuseum Zürich, das heutige Museum für Gestaltung Zürich.

1878 wurde die Kunstgewerbeschule der Stadt Zürich eröffnet. Sie sollte Fachkräfte für Kunsthandwerk, Industrie, grafisches Gewerbe und gestalterische Berufe ausbilden. Kunstgewerbeschule und Museum waren institutionell und inhaltlich eng miteinander verbunden. Die Sammlungen des Museums dienten auch der Anschauung und Ausbildung der Studierenden.

Aus der Kunstgewerbeschule entstanden im Verlauf des 20. Jahrhunderts die Schule für Gestaltung Zürich und später die Höhere Schule für Gestaltung Zürich. Im Jahr 2000 wurde sie als kantonale Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich, abgekürzt HGKZ, organisiert.[1]

Die Schule prägte die Entwicklung der Schweizer Grafik, Fotografie, Produktgestaltung und visuellen Kommunikation. Besonders die unter dem Begriff «Schweizer Grafik» oder «Internationaler Typografischer Stil» bekannt gewordene Gestaltungstradition wurde auch durch Lehrpersonen und Absolventen der Zürcher Vorgängerinstitutionen beeinflusst.

Musik, Theater und Tanz

Die zweite historische Hauptlinie der ZHdK entwickelte sich aus verschiedenen Einrichtungen für Musik, Theater und Tanz. Das Konservatorium Winterthur geht auf eine 1873 gegründete Musikschule zurück, das Konservatorium Zürich auf eine 1875 gegründete Institution.

Zu den weiteren Vorgängereinrichtungen gehörten das 1937 gegründete Bühnenstudio, aus dem später die Schauspiel-Akademie Zürich hervorging, die 1977 gegründete Jazzschule Zürich, das 1985 eingerichtete Schweizerische Zentrum für Computermusik und die 1986 gegründete Schweizerische Ballettberufsschule.

1999 wurden die Konservatorien von Zürich und Winterthur sowie weitere Ausbildungsbereiche in der Hochschule Musik und Theater Zürich, kurz HMT, zusammengeführt.[1] Die HMT bot Hochschulausbildungen in klassischer Musik, Jazz, Kirchenmusik, Komposition, Musikpädagogik, Schauspiel, Theater, Tanz und verwandten Disziplinen an.

Gründung der ZHdK

Am 1. August 2007 schlossen sich die kantonale Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich und die zuvor von einem privaten Trägerverein geführte Hochschule Musik und Theater Zürich zur Zürcher Hochschule der Künste zusammen.[3]

Die Zusammenführung war Teil einer umfassenden Neuordnung der Zürcher Fachhochschullandschaft. Gleichzeitig entstand aus mehreren technischen, wirtschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Hochschulen die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.

Seit dem 1. Januar 2008 wird die ZHdK als öffentlich-rechtliche Anstalt des Kantons Zürich mit eigener Rechtspersönlichkeit und eigenem Globalbudget geführt.[3] Rechtliche Grundlage bildet insbesondere das kantonale Fachhochschulgesetz.

Die ZHdK war bis Ende 2022 Teil des Verbunds Zürcher Fachhochschule. Seit Januar 2023 ist sie institutionell eigenständig akkreditiert.[1]

Zusammenführung im Toni-Areal

Nach ihrer Gründung war die ZHdK auf zahlreiche Gebäude in Zürich und Winterthur verteilt. Die räumliche Trennung erschwerte den Austausch zwischen den künstlerischen Disziplinen und verursachte einen hohen organisatorischen Aufwand.

Im Jahr 2014 bezog die Hochschule ihren neuen Hauptcampus im Toni-Areal in Zürich-West. Dadurch konnten erstmals nahezu alle Bereiche der Kunst-, Design-, Musik-, Film-, Tanz- und Theaterausbildung in einem grossen Gebäudekomplex zusammengeführt werden.[4]

Der Standort an der Gessnerallee blieb insbesondere für die Theaterausbildung erhalten. Auch das Museum für Gestaltung nutzt neben seinem Stammhaus an der Ausstellungsstrasse Flächen und Sammlungsarchive im Toni-Areal.

Organisation

Die ZHdK wird von einer Rektorin oder einem Rektor geleitet. Rektorin ist seit Oktober 2022 die Kunstpädagogin und Hochschulmanagerin Karin Mairitsch. Sie vertritt die Hochschule nach innen und aussen und steht der Hochschulleitung vor.[5]

Der Hochschulleitung gehören neben der Rektorin die Leitungen der fünf Departemente und der Verwaltungsdirektor an. Weitere Fachpersonen und Vertretungen nehmen mit beratender Funktion an den Sitzungen teil.

Die Hochschule ist in fünf Departemente gegliedert:

Departement Zentrale Fachbereiche
Departement Darstellende Künste und Film Film, Theater, Tanz, Schauspiel, Regie, Dramaturgie, Szenografie und Choreografie
Departement Design Visuelle Kommunikation, Industrial Design, Interaction Design, Knowledge Visualization, Trends und Identität sowie Game Design
Departement Kulturanalysen und Vermittlung Art Education, Cultural Critique, Kulturvermittlung und Transdisziplinarität
Departement Fine Arts Bildende Kunst, künstlerische Praxis, Theorie und Ausstellung
Departement Musik Klassik, Jazz, Pop, Kirchenmusik, Komposition, Tonmeisterei, Musikpädagogik und Musikperformance

Die Departemente verfügen über eigene Leitungen, Studiengänge, Institute, Forschungsschwerpunkte, Werkstätten und Produktionsbereiche. Departementsübergreifende Aufgaben werden durch das Rektorat, die zentralen Services und hochschulweite Dossiers koordiniert.

Zu den hochschulweiten Dossiers gehören insbesondere Lehre, Forschung, Internationales, Veranstaltungen und Nachhaltigkeit.[6]

Hochschulversammlung

Die Hochschulversammlung ist das oberste Mitwirkungsorgan der ZHdK. In ihr sind Professorinnen und Professoren, das übrige Lehr- und Forschungspersonal, Assistierende, Studierende sowie das administrative und technische Personal vertreten.

Die Hochschulversammlung befasst sich mit Angelegenheiten, die mehrere Hochschulgruppen betreffen. Sie kann zu strategischen Vorhaben und Erlassen Stellung nehmen und bringt die Interessen der Hochschulangehörigen in die institutionellen Entscheidungsprozesse ein.[7]

Fachhochschulrat

Der Fachhochschulrat ist das gemeinsame strategische Organ der staatlichen Zürcher Fachhochschulen. Er nimmt gesetzlich festgelegte Aufsichts- und Steuerungsaufgaben wahr. Dazu gehören unter anderem die Wahl der Hochschulleitungen, die Genehmigung zentraler Hochschulerlasse und die Behandlung strategischer Geschäfte.

Die operative Führung und die akademische Entwicklung liegen bei der Hochschule und ihren Organen.

Studium

Das Studienangebot der ZHdK umfasst Bachelor- und Masterstudiengänge. Hinzu kommen Vorbildungen, Weiterbildungskurse und Angebote für den künstlerischen Nachwuchs.

Die Aufnahme in einen Studiengang setzt in der Regel neben einem anerkannten schulischen oder beruflichen Abschluss eine fachliche beziehungsweise künstlerische Eignungsprüfung voraus. Die Bewerbungsverfahren unterscheiden sich je nach Disziplin und können Portfolios, Vorspiele, praktische Aufgaben, Gespräche, schriftliche Arbeiten oder mehrstufige Aufnahmeprüfungen umfassen.

Bachelorstudiengänge

Ein reguläres Bachelorstudium dauert in der Regel drei Jahre und umfasst 180 ECTS-Punkte. Die ZHdK bietet Bachelorstudiengänge in folgenden Bereichen an:[2]

  • Art Education;
  • Contemporary Dance;
  • Design;
  • Film;
  • Fine Arts;
  • Musik;
  • Musik und Bewegung;
  • Theater.

Der Bachelorabschluss bildet je nach Studienrichtung die Grundlage für eine professionelle Tätigkeit oder ein anschliessendes Masterstudium.

Masterstudiengänge

Die Masterstudiengänge dauern in der Regel vier Semester und umfassen meist 120 ECTS-Punkte. Angeboten werden unter anderem:[2]

  • Master of Arts in Art Education;
  • Master of Arts in Composition and Theory;
  • Master of Arts in Cultural Critique;
  • Master of Arts in Dance;
  • Master of Arts in Design;
  • Master of Arts in Film;
  • Master of Arts in Fine Arts;
  • Master of Arts in Music Pedagogy;
  • Master of Arts in Music Performance;
  • Master of Arts in Specialized Music Performance;
  • Master of Arts in Theater;
  • Master of Arts in Transdisziplinarität.

Einzelne Studienangebote werden gemeinsam mit anderen Hochschulen durchgeführt. Dazu gehört der Joint-Degree-Masterstudiengang Fachdidaktik Künste mit der Pädagogischen Hochschule Zürich.

Major-Minor-Studienmodell

Seit dem Herbstsemester 2023 werden die Bachelorstudiengänge schrittweise nach einem Major-Minor-Modell durchgeführt. Die Umstellung der Masterstudiengänge folgte im Herbst 2024.

Der Major bildet den fachlichen Schwerpunkt und bestimmt den akademischen Abschluss. Er umfasst im Bachelorstudium in der Regel 150 ECTS-Punkte und im Masterstudium 90 ECTS-Punkte. Ergänzt wird er durch einen Minor mit 30 ECTS-Punkten oder zwei Minors mit jeweils 15 ECTS-Punkten.[8]

Die Minors können das Fachwissen des Majors vertiefen oder Kompetenzen aus anderen künstlerischen und gestalterischen Bereichen vermitteln. Studierende können dadurch beispielsweise einen musikalischen Schwerpunkt mit digitalen Technologien, Vermittlung, Unternehmertum oder transdisziplinären Methoden verbinden.

Zusätzlich besteht ein individueller Studienbereich mit frei wählbaren Modulen. Die ersten Bachelorabschlüsse mit vollständigem Major-Minor-Profil wurden 2026 vergeben.

Vorbildung

Zur ZHdK gehören auch Ausbildungsangebote, die auf ein späteres Hochschulstudium oder eine professionelle künstlerische Laufbahn vorbereiten.

Das Gestalterische Propädeutikum vermittelt Grundlagen in Zeichnung, Farbe, Fotografie, Raum, digitalen Medien und gestalterischen Prozessen. Es dient insbesondere der Vorbereitung auf ein Studium in Kunst, Design oder Vermittlung.

Das PreCollege Musik richtet sich an musikalisch besonders begabte Jugendliche und junge Erwachsene. Es verbindet intensiven Instrumental- oder Gesangsunterricht mit Musiktheorie, Ensemblearbeit und Auftrittspraxis.

Die Tanz Akademie Zürich bietet eine professionelle Ausbildung im klassischen und zeitgenössischen Bühnentanz. Ein Teil des Ausbildungswegs wird auf Sekundarstufe II absolviert und führt zu einem eidgenössisch anerkannten Berufsabschluss.

Im Jahr 2025 nahmen insgesamt 274 Personen an den Vorbildungs- und Ausbildungsangeboten ausserhalb der eigentlichen Bachelor- und Masterstufe teil.[9]

Weiterbildung

Das Weiterbildungsangebot richtet sich an Kunst- und Kulturschaffende, Designer, Musiker, Pädagogen, Führungskräfte und weitere Berufstätige. Es umfasst:

  • Master of Advanced Studies;
  • Diploma of Advanced Studies;
  • Certificate of Advanced Studies;
  • kürzere Weiterbildungskurse;
  • berufsbegleitende und interdisziplinäre Programme.

Inhaltliche Schwerpunkte liegen unter anderem in Kulturmanagement, Design, Musikphysiologie, Musikpädagogik, Kuratieren, Kunstvermittlung, digitalen Medien, kreativer Führung und strategischer Gestaltung.

Studierende und Personal

Im Jahr 2025 waren an der ZHdK 2'085 Studierende in Bachelor- und Masterstudiengängen eingeschrieben. Davon entfielen 1'170 auf die Bachelor- und 915 auf die Masterstufe.[9]

Departement Studierende 2025
Darstellende Künste und Film 342
Design 418
Fine Arts 218
Kulturanalysen und Vermittlung 327
Musik 781
Gesamt 2'085

Der Frauenanteil unter den Studierenden betrug 58 Prozent. Rund 37 Prozent der Studierenden kamen aus dem Ausland. Der internationale Anteil war auf der Masterstufe deutlich höher als im Bachelorstudium.[9]

Im Jahr 2025 wurden 699 Bachelor- und Masterabschlüsse vergeben. Rund 600 Studierende präsentierten ihre Abschlussarbeiten im Rahmen der öffentlichen Diplomveranstaltungen 2026.[10]

Am 31. Dezember 2025 beschäftigte die ZHdK 1'476 Personen. Ein beträchtlicher Teil der Dozierenden arbeitet in Teilzeit und ist gleichzeitig als Künstler, Musiker, Designer, Filmschaffender oder Kulturschaffender tätig. Dadurch soll ein enger Bezug zwischen Hochschulausbildung und professioneller Praxis gewährleistet werden.

Forschung

Die ZHdK betreibt anwendungsorientierte, künstlerische und gestalterische Forschung. Im Unterschied zu klassischen universitären Disziplinen entstehen Forschungsergebnisse nicht ausschliesslich in Form wissenschaftlicher Texte. Sie können auch künstlerische Arbeiten, Ausstellungen, Aufführungen, Filme, Kompositionen, Prototypen, digitale Anwendungen oder Vermittlungsformate umfassen.

Forschungsbereiche sind unter anderem:

  • künstlerische Praxis und Theorie;
  • Ästhetik und Kulturwissenschaft;
  • Design und visuelle Kommunikation;
  • Film- und Medienwissenschaft;
  • Musikinterpretation und Musikpädagogik;
  • Tanz-, Theater- und Performancestudien;
  • digitale und immersive Technologien;
  • Transdisziplinarität;
  • Kreativwirtschaft und Kulturpolitik;
  • Kunstvermittlung und Fachdidaktik.

Die Forschungsaktivitäten sind in Instituten, Zentren und departementalen Forschungsschwerpunkten organisiert. Viele Projekte werden gemeinsam mit Universitäten, Fachhochschulen, Kulturinstitutionen, Unternehmen und öffentlichen Stellen durchgeführt.

Ein wichtiges Tätigkeitsfeld ist die Verbindung von künstlerischer Praxis und wissenschaftlicher Reflexion. Die Hochschule beteiligt sich ausserdem an nationalen und internationalen Forschungsprogrammen und wirbt Drittmittel unter anderem beim Schweizerischen Nationalfonds ein.

Da Fachhochschulen in der Schweiz grundsätzlich kein eigenständiges Promotionsrecht besitzen, erfolgen Doktoratsprojekte in Zusammenarbeit mit promotionsberechtigten Universitäten im In- und Ausland.

Standorte

Toni-Areal

Hauptartikel: Toni-Areal

Der Hauptstandort der ZHdK befindet sich im Toni-Areal an der Pfingstweidstrasse 96 im Quartier Zürich-West. Der Gebäudekomplex war ursprünglich eine Grossmolkerei und gehörte zeitweise zu den grössten milchverarbeitenden Betrieben Europas.

Die Toni-Molkerei stellte ihren Betrieb 1999 ein. Nach verschiedenen Zwischennutzungen wurde das Gebäude nach Plänen des Zürcher Architekturbüros EM2N grundlegend umgebaut. Die massive industrielle Gebäudestruktur blieb dabei weitgehend erkennbar.[11]

Im Sommer und Herbst 2014 bezog die ZHdK den neuen Campus. Das Gebäude wurde als «Stadt in der Stadt» konzipiert und umfasst Unterrichtsräume, Ateliers, Studios, Werkstätten, Bühnen, Konzertsäle, Kinos, Ausstellungsflächen, Bibliotheken, Gastronomie und Aufenthaltsbereiche.

Die grosszügige innere Erschliessung orientiert sich teilweise an den früheren Rampen der Molkerei. Eine zentrale Kaskadentreppe verbindet mehrere Ebenen und dient zugleich als Begegnungs- und Veranstaltungsort.

Das Toni-Areal wird nicht ausschliesslich von der ZHdK genutzt. Im Gebäude befinden sich auch Bereiche der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Wohnungen und Einrichtungen des Museums für Gestaltung.

Gessnerallee

Der Standort an der Gessnerallee 11 liegt in der Nähe des Zürcher Hauptbahnhofs. Er wird insbesondere vom Bachelorstudiengang Theater genutzt.[12]

Die Ausbildungsräume befinden sich im Umfeld der Gessnerallee Zürich, eines bedeutenden Produktions- und Aufführungsortes für zeitgenössisches Theater, Tanz und Performance. Die Lage ermöglicht einen direkten Austausch zwischen Ausbildung und freier darstellender Kunst.

Infrastruktur

Die ZHdK verfügt über eine umfangreiche technische und kulturelle Infrastruktur. Dazu gehören:

  • Ateliers für Malerei, Skulptur und Installation;
  • Holz-, Metall-, Kunststoff- und Modellbauwerkstätten;
  • Tonstudios und Aufnahmeräume;
  • Filmstudios, Schneideräume und Kinos;
  • Bühnen und Proberäume;
  • Konzert- und Kammermusiksäle;
  • Fotostudios und Druckwerkstätten;
  • Labore für digitale Fabrikation;
  • Computerräume und Medientechnik;
  • Ausstellungsräume;
  • Sammlungen, Archive und Bibliotheken.

Viele Anlagen werden von mehreren Departementen gemeinsam genutzt. Dies fördert Projekte, in denen beispielsweise Musik, Film, Tanz, Design und digitale Technologien miteinander verbunden werden.

Medien- und Informationszentrum

Das Medien- und Informationszentrum, kurz MIZ, ist die Bibliothek und Informationsstelle der Hochschule. Es stellt Bücher, Zeitschriften, Noten, Tonträger, Filme, Datenbanken und digitale Medien zur Verfügung.

Die Bestände spiegeln die Fachgebiete der ZHdK wider und umfassen unter anderem Kunst, Design, Film, Fotografie, Musik, Theater, Tanz, Kulturwissenschaft und Vermittlung. Arbeits- und Rechercheplätze befinden sich im Toni-Areal.

Zum MIZ gehört auch das Archiv der ZHdK. Es bewahrt Unterlagen der Hochschule und ihrer Vorgängerinstitutionen auf. Die Bestände dokumentieren mehr als ein Jahrhundert Zürcher Kunst-, Design-, Musik- und Theaterausbildung.

Medienarchiv der Künste

Das Medienarchiv der Künste ist eine digitale Plattform zur Erschliessung und Präsentation audiovisueller Inhalte. Es enthält Fotografien, Videos, Audioaufnahmen und Dokumentationen von Studienprojekten, Veranstaltungen, Forschungsarbeiten und historischen Beständen.

Studierende, Dozierende und Forschende können Medien speichern, beschreiben, miteinander verknüpfen und für Lehre, Forschung oder Öffentlichkeit zugänglich machen.

Museum für Gestaltung Zürich

Das Museum für Gestaltung Zürich ist institutionell Teil der ZHdK, gehört jedoch nicht zum eigentlichen Fachhochschulbereich. Seine Wurzeln reichen bis zur Gründung des Kunstgewerbemuseums im Jahr 1875 zurück.[13]

Das Museum besitzt international bedeutende Sammlungen in den Bereichen Design, Grafik, Kunstgewerbe und Plakat. Es betreibt sein Stammhaus an der Ausstellungsstrasse sowie das Schaudepot und Sammlungsarchive im Toni-Areal.

Zwischen Museum und Hochschule bestehen Kooperationen in Lehre, Forschung, Ausstellungsgestaltung und Vermittlung. Studierende erhalten Zugang zu historischen Sammlungsobjekten und können sich an Ausstellungs- und Forschungsprojekten beteiligen.

Aufführungen und Ausstellungen

Die öffentliche Präsentation künstlerischer Arbeiten gehört zum Ausbildungsauftrag der ZHdK. Jährlich finden zahlreiche Konzerte, Theater- und Tanzaufführungen, Filmvorführungen, Ausstellungen, Performances, Vorträge und Festivals statt.

Zu den Veranstaltungsorten im Toni-Areal gehören mehrere Konzert- und Kammermusiksäle, das Theater der Künste, Kinos, Ausstellungsräume und der Musikklub Mehrspur. Abschlussarbeiten werden regelmässig im Rahmen der «Diplome» öffentlich präsentiert.

Ein grosser Teil der Veranstaltungen ist öffentlich und teilweise kostenlos zugänglich. Dadurch ist die Hochschule nicht nur eine Ausbildungs- und Forschungseinrichtung, sondern auch eine Kulturinstitution für die Stadt und den Kanton Zürich.

Das Departement Musik veranstaltet allein mehrere hundert Konzerte und musikalische Produktionen pro Jahr. Dazu zählen Orchesterkonzerte, Opern, Jazzauftritte, elektronische Musik, Kammermusik und experimentelle Formate.

Filmproduktionen von Studierenden und Absolventen werden regelmässig an nationalen und internationalen Festivals gezeigt. Auch die Theater-, Tanz-, Kunst- und Designbereiche sind mit Produktionen, Ausstellungen und Kooperationen im öffentlichen Kulturleben vertreten.

Internationalität

Die ZHdK unterhält Partnerschaften mit Kunsthochschulen, Universitäten und Kulturinstitutionen in zahlreichen Ländern. Studierende können im Rahmen von Austauschprogrammen einen Teil ihres Studiums an einer Partnerhochschule absolvieren.

Umgekehrt nehmen internationale Austauschstudierende an Lehrveranstaltungen und Projekten in Zürich teil. Im Jahr 2025 besassen rund 37 Prozent der regulären Studierenden eine ausländische Staatsangehörigkeit.[9]

Mit der Initiative Shared Campus beteiligt sich die ZHdK an einem internationalen Netzwerk von Kunsthochschulen. In gemeinsamen Lehr- und Forschungsprojekten befassen sich die Beteiligten mit gesellschaftlichen, kulturellen und ökologischen Fragen aus unterschiedlichen regionalen Perspektiven.

Die Unterrichtssprache ist in vielen Bachelorstudiengängen überwiegend Deutsch. In Masterstudiengängen, Forschungsprojekten und internationalen Modulen wird teilweise oder vollständig Englisch verwendet.

Kooperationen

Die ZHdK arbeitet mit Hochschulen, Museen, Theatern, Orchestern, Festivals, Unternehmen, Schulen und öffentlichen Institutionen zusammen.

Zu den Partnern gehören unter anderem:

Die Kooperationen umfassen gemeinsame Lehrveranstaltungen, Forschungsprojekte, Praktika, Produktionen, Ausstellungen und öffentliche Veranstaltungen.

Gesellschaftliche Bedeutung

Die ZHdK ist eine zentrale Institution der Kunst- und Kulturförderung im Kanton Zürich. Sie bildet Fachpersonen für künstlerische, gestalterische, pädagogische und kulturelle Berufe aus und trägt zur Entwicklung der schweizerischen Kreativwirtschaft bei.

Durch die Zusammenführung unterschiedlicher Disziplinen im Toni-Areal entstanden neue Möglichkeiten für interdisziplinäre Zusammenarbeit. Filmstudierende können beispielsweise mit Schauspielern, Komponisten, Szenografen und Designern arbeiten. Musiker beteiligen sich an Tanz-, Theater- und Medienproduktionen, während Kunst- und Designstudierende gemeinsame Ausstellungen entwickeln.

Die Hochschule versteht Kunst und Gestaltung nicht nur als professionelle Praxis, sondern auch als Mittel zur Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Veränderungen. Themen wie Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Nachhaltigkeit, Diversität, kulturelle Teilhabe und wirtschaftlicher Wandel spielen in Lehre und Forschung eine zunehmende Rolle.

Mit ihren Veranstaltungen und Ausstellungen prägt die ZHdK das kulturelle Leben in Zürich-West und darüber hinaus. Das Toni-Areal entwickelte sich seit dem Einzug der Hochschule zu einem öffentlich zugänglichen Bildungs- und Kulturzentrum.

Kennzahlen

Kennzahl 2024 2025
Bachelorstudierende 1'196 1'170
Masterstudierende 888 915
Studierende insgesamt 2'084 2'085
Frauenanteil 58 % 58 %
Internationale Studierende 36 % 37 %
Bachelor- und Masterabschlüsse 671 699
Teilnehmende an Vorbildungen und Ausbildungen ausserhalb der Hochschulstufe 272 274

Die Angaben zu den Studierenden sind nach Semestern gewichtet und entsprechen der Reporting-Methode des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation.[9]

Siehe auch

Literatur

  • Zürcher Hochschule der Künste: Den Künsten eine Zukunft. Scheidegger & Spiess, Zürich 2007, ISBN 978-3-85881-200-1.
  • Zürcher Hochschule der Künste: Toni-Areal. Eine Kunsthochschule entsteht. Zürich 2014.
  • Zürcher Hochschule der Künste: Jahresbericht 2025. Zürich 2026.
  • Janine Schiller, Katharina Nill (Hrsg.): Zürcher Hochschule der Künste: Toni-Areal. Scheidegger & Spiess, Zürich 2014, ISBN 978-3-85881-419-7.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Zürcher Hochschule der Künste: Geschichte, abgerufen am 2. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 Zürcher Hochschule der Künste: Kurzporträt, abgerufen am 2. August 2026.
  3. 3,0 3,1 Kanton Zürich: Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und Zürcher Hochschule der Künste werden am 1. August 2007 gegründet, 13. Juli 2007.
  4. Zürcher Hochschule der Künste: Toni-Areal, abgerufen am 2. August 2026.
  5. Zürcher Hochschule der Künste: Rektorat, abgerufen am 2. August 2026.
  6. Zürcher Hochschule der Künste: Hochschulleitung, abgerufen am 2. August 2026.
  7. Zürcher Hochschule der Künste: Hochschulversammlung, abgerufen am 2. August 2026.
  8. Zürcher Hochschule der Künste: Neues Studienmodell: Start geglückt, abgerufen am 2. August 2026.
  9. 9,0 9,1 9,2 9,3 9,4 Zürcher Hochschule der Künste: Jahresbericht 2025, Zürich 2026.
  10. Zürcher Hochschule der Künste: Diplome 2026: Rund 600 Studierende der ZHdK feiern ihren Abschluss, 2026.
  11. Stadt Zürich: Ausgezeichnete Bauten 2011 bis 2015 – Toni-Areal, abgerufen am 2. August 2026.
  12. Zürcher Hochschule der Künste: Standorte, abgerufen am 2. August 2026.
  13. Zürcher Hochschule der Künste: Museum für Gestaltung Zürich im Hochschulkontext, abgerufen am 2. August 2026.