Pädagogische Hochschule Zürich

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Pädagogische Hochschule Zürich
Abkürzung PH Zürich, PHZH
Hochschultyp Pädagogische Hochschule
Rechtsform Selbstständige öffentlich-rechtliche Anstalt
Träger Kanton Zürich
Zugehörigkeit Zürcher Fachhochschule
Gründung 2002
Sitz Zürich
Rektorin Andrea Schweizer
Studierende 3918 (2025)
Mitarbeitende 940 (2025)
Institutionelle Akkreditierung 2021
Hauptstandort Campus Europaallee
Adresse Lagerstrasse 2
8090 Zürich
Website phzh.ch

Die Pädagogische Hochschule Zürich, kurz PH Zürich oder PHZH, ist eine staatliche Pädagogische Hochschule mit Sitz in Zürich. Sie bildet Lehrpersonen für die Kindergarten- und Unterstufe, die Primarstufe, die Sekundarstufe I sowie für Berufsfachschulen und weitere Bereiche der Sekundarstufe II aus. Weitere Aufgaben sind Weiterbildung, Beratung, Dienstleistungen sowie anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung.

Die PH Zürich ist eine selbstständige öffentlich-rechtliche Anstalt des Kantons Zürich und gehört zur Zürcher Fachhochschule. Sie ist die grösste Pädagogische Hochschule der Schweiz. Im Jahr 2025 waren 3918 Studierende in ihren Diplomstudiengängen eingeschrieben; gleichzeitig arbeiteten 940 Personen an der Hochschule.[1]

Die Hochschule entstand 2002 durch die Zusammenführung von elf zuvor getrennten Institutionen der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerbildung. Seit 2012 befinden sich die meisten Bereiche auf dem Campus Europaallee unmittelbar beim Hauptbahnhof Zürich.[2]

Auftrag und Rechtsstellung

Die rechtliche Grundlage bildet das Gesetz über die Pädagogische Hochschule des Kantons Zürich vom 25. Oktober 1999. Es trat im Zusammenhang mit der Gründung der Hochschule im Jahr 2002 in Kraft.

Nach dem Gesetz führt der Kanton eine Pädagogische Hochschule für die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen. Die Hochschule soll wissenschaftliche Erkenntnisse mit der beruflichen Praxis verbinden und fachliche, pädagogische, didaktische, beratende und beurteilende Kompetenzen vermitteln.[3]

Der gesetzliche Auftrag umfasst vier Leistungsbereiche:

  • Ausbildung;
  • Weiterbildung;
  • Forschung und Entwicklung;
  • Dienstleistungen.

Die PH Zürich bildet Lehrpersonen für die Volksschule und die Berufsfachschulen aus. Sie beteiligt sich ausserdem an der Weiterbildung von Mittelschullehrpersonen und kann Aufgaben in der pädagogisch-didaktischen Ausbildung anderer Hochschulen sowie in der Erwachsenenbildung übernehmen.

Die Hochschule besitzt innerhalb der gesetzlichen Vorgaben organisatorische und wissenschaftliche Selbstständigkeit. Für Bereiche, die im besonderen Hochschulgesetz nicht geregelt sind, gelten die Bestimmungen des kantonalen Fachhochschulrechts.

Seit 2021 ist die PH Zürich institutionell akkreditiert. Die Akkreditierung bestätigt, dass ihr Qualitätssicherungssystem die Anforderungen des schweizerischen Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetzes erfüllt.[4]

Geschichte

Lehrerinnen- und Lehrerbildung vor 2002

Die institutionalisierte Ausbildung von Lehrpersonen besitzt im Kanton Zürich eine lange Tradition. Sie wurde über Jahrzehnte von unterschiedlichen Seminaren, Hochschulinstituten und kantonalen Einrichtungen getragen.

Die Ausbildung war nach Schulstufen, Fächern und beruflichen Zielgruppen auf mehrere Institutionen verteilt. Dazu gehörten Einrichtungen für Primar-, Sekundar-, Berufsfachschul- und Handarbeitslehrpersonen sowie Institutionen für Weiterbildung, Pädagogik und schulpraktische Ausbildung.

Mit der Entwicklung der Lehrerinnen- und Lehrerbildung zu einer Hochschulausbildung entstand der politische Wille, die bisher getrennten Institutionen zusammenzuführen. Die Studiengänge sollten wissenschaftlicher ausgerichtet, stärker aufeinander abgestimmt und schweizweit anerkannt werden.

Das kantonale Gesetz über die Pädagogische Hochschule wurde 1999 beschlossen. Es schuf die Grundlage für eine eigenständige Hochschule innerhalb der Zürcher Fachhochschullandschaft.[3]

Gründung im Jahr 2002

Die PH Zürich wurde im Herbst 2002 gegründet. Sie entstand durch die Zusammenlegung von elf Vorgängerinstitutionen der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerbildung.[2]

Die neue Hochschule führte zunächst zahlreiche Standorte in der Stadt Zürich und der Umgebung weiter. Ausbildung, Weiterbildung, Verwaltung, Bibliotheken und Forschungsbereiche waren auf verschiedene Gebäude verteilt.

Mit der Gründung wurde die Lehrerinnen- und Lehrerbildung vollständig auf Hochschulstufe verankert. Die Studiengänge wurden nach dem europäischen System mit Bachelor- und Masterabschlüssen sowie ECTS-Punkten organisiert. Zusätzlich zu den akademischen Graden verleihen die Studiengänge berufsqualifizierende Lehrdiplome.

Erster Rektor war Walter Furrer. Von 2007 bis 2024 leitete Heinz Rhyn die Hochschule. Anfang 2025 übernahm Andrea Schweizer das Rektorat.[5]

Campus Europaallee

Während des ersten Jahrzehnts blieb die Hochschule auf mehrere Standorte verteilt. Dies erschwerte die Zusammenarbeit zwischen den Ausbildungsstufen, Forschungsbereichen und administrativen Diensten.

2012 bezog die PH Zürich ihren neuen Campus an der Europaallee. Die meisten Abteilungen wurden damit erstmals an einem zusammenhängenden Hochschulstandort vereinigt.[2]

Die unmittelbare Nähe zum Hauptbahnhof verbesserte die Erreichbarkeit für Studierende, Mitarbeitende und Weiterbildungsteilnehmende aus dem gesamten Kanton und aus anderen Regionen der Schweiz.

Seit September 2024 besitzt die Hochschule zusätzlich Räume im Leutschentower in Zürich-Oerlikon. Dort befindet sich unter anderem das Collaborative Learning Lab, ein rund 500 Quadratmeter grosser Bereich für neue Lehr-, Lern- und Kooperationsformen.[6]

Organisation

Fachhochschulrat

Die strategische Führung der PH Zürich obliegt dem Zürcher Fachhochschulrat. Dieses kantonale Organ ist auch für weitere staatliche Hochschulen der Zürcher Fachhochschule zuständig.

Der Fachhochschulrat genehmigt die strategische Ausrichtung und die Entwicklungsplanung. Er wählt die Rektorin oder den Rektor, ernennt die Mitglieder der Hochschulleitung und entscheidet über wichtige hochschulpolitische und finanzielle Angelegenheiten.

Die operative Leitung liegt bei der Hochschulleitung der PH Zürich.[4]

Hochschulleitung

Die Hochschulleitung setzt sich aus der Rektorin, den Leitungen der drei Prorektorate und dem Verwaltungsdirektor zusammen. Sie entscheidet als Kollegium über die laufende Führung und setzt die Strategie der Hochschule um.

Der Hochschulleitung gehörten 2026 an:

Funktion Person
Rektorin Andrea Schweizer
Prorektorin Ausbildung Silja Rüedi
Prorektorin Weiterbildung und Dienstleistungen Barbara Kohlstock
Prorektor Forschung und Entwicklung Bruno Leutwyler
Verwaltungsdirektor Steve Jürkel

Die Rektorin vertritt die Hochschule nach aussen und trägt die Gesamtverantwortung für ihre operative Führung. Das Rektorat umfasst ausserdem Bereiche wie Generalsekretariat, Qualitätsmanagement, Kommunikation und Rechtsdienst.[7]

Prorektorate

Das Prorektorat Ausbildung verantwortet die Diplomstudiengänge, die Studienorganisation, die berufspraktische Ausbildung und die Betreuung der Studierenden.

Das Prorektorat Weiterbildung und Dienstleistungen entwickelt Weiterbildungen, Beratungen und massgeschneiderte Angebote für Lehrpersonen, Schulen, Behörden und weitere Bildungsorganisationen.

Das Prorektorat Forschung und Entwicklung bündelt die wissenschaftlichen Tätigkeiten der Hochschule. Es fördert Forschungsprojekte, Publikationen, Nachwuchsförderung und den Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis.

Die Verwaltungsdirektion übernimmt die administrativen und betrieblichen Aufgaben. Dazu gehören Finanzen, Personal, Informatik, Infrastruktur, Hochschulbibliothek und weitere zentrale Dienste.

Fachgruppen

Neben der Linienorganisation bestehen neun Fachgruppen. Sie bilden eine fachliche Querschnittsstruktur und verbinden Ausbildung, Forschung, Weiterbildung und Dienstleistungen.

Die Fachgruppen befassen sich mit:

  • Sprachen;
  • Mathematik und Informatik;
  • Natur- und Gesellschaftswissenschaften;
  • Künsten;
  • Bewegung und Sport;
  • Lehrprofession;
  • Bildungssystem;
  • Erziehungs- und Sozialwissenschaften;
  • Psychologie.

Sie entwickeln fachliche Positionen, koordinieren Inhalte und fördern den Austausch zwischen den verschiedenen Leistungsbereichen der Hochschule.[8]

Hochschulversammlung

Die Hochschulversammlung ist das gesetzlich verankerte Mitwirkungsorgan. Sie vertritt die Interessen der Professorinnen und Professoren, des übrigen Lehr- und Forschungspersonals, des administrativen Personals sowie der Studierenden.

Sie nimmt zu wichtigen Vorlagen Stellung, kann Anträge einreichen und wirkt bei hochschulpolitischen und organisatorischen Fragen mit. Die Studierenden sind zusätzlich in der Versammlung der Studierenden der PH Zürich organisiert.[9]

Ausbildung

Die PH Zürich bietet Studiengänge für verschiedene Schulstufen und Berufsfelder an. Die Ausbildungen verbinden Fachwissenschaften, Fachdidaktik, Bildungswissenschaften und Berufspraxis.

Die Abschlüsse umfassen akademische Bachelor- oder Mastertitel und schweizweit anerkannte Lehrdiplome. Die Anerkennung erfolgt nach den Vorschriften der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren.

Kindergarten- und Unterstufe

Der Studiengang Kindergarten- und Unterstufe bereitet auf den Unterricht in den ersten fünf Schuljahren vor. Er umfasst zwei Kindergartenjahre und die ersten drei Jahre der Primarschule.

Die Ausbildung richtet sich auf die pädagogische Arbeit mit Kindern im Alter von ungefähr vier bis neun Jahren. Schwerpunkte sind frühe Bildung, Spiel, Sprachentwicklung, mathematisches Lernen, Gestaltung, Musik, Bewegung und die Begleitung von Übergängen.

Der Studiengang wird als Vollzeit- und als Teilzeitstudium angeboten. Für Personen mit entsprechender beruflicher und akademischer Vorbildung bestehen besondere Studienvarianten für den Quereinstieg.

Primarstufe

Der Studiengang Primarstufe qualifiziert für den Unterricht auf der Primarschulstufe. Die Studierenden erwerben eine Unterrichtsberechtigung in sieben Fächern. Nach dem Abschluss können zusätzliche Fachberechtigungen erworben werden.[10]

Zum Studium gehören Bildungswissenschaften, Fachwissenschaften, Fachdidaktiken und längere Praktika. Die Studierenden lernen, heterogene Klassen zu führen, Leistungen zu beurteilen und Kinder mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen zu fördern.

Auch der Primarstufenstudiengang kann in Vollzeit, Teilzeit und in besonderen Quereinstiegsvarianten absolviert werden.

Sekundarstufe I

Die Ausbildung für die Sekundarstufe I bereitet auf den Unterricht von Jugendlichen der siebten bis neunten Klasse vor. Die Studierenden vertiefen mehrere Unterrichtsfächer und befassen sich mit Jugendpädagogik, Diagnostik, Klassenführung und Berufswahlvorbereitung.

Der reguläre Studiengang führt zu einem Masterabschluss und einem Lehrdiplom. Für Personen mit einem bereits abgeschlossenen Fachstudium oder einem anderen Lehrdiplom bestehen verkürzte oder ergänzende Studienwege.

In der fachwissenschaftlichen Ausbildung arbeitet die PH Zürich teilweise mit der Universität Zürich zusammen.

Sekundarstufe II und Berufsbildung

Die PH Zürich bildet Lehrpersonen für Berufsfachschulen, Berufsmaturitätsschulen und höhere Fachschulen aus. Zielgruppen sind Personen, die bereits über eine fachliche Hochschulbildung oder eine höhere Berufsqualifikation und Berufserfahrung verfügen.

Die Ausbildung konzentriert sich auf Berufspädagogik, Fachdidaktik, Unterrichtsplanung, Lernbegleitung und die Verbindung von schulischem und betrieblichem Lernen.

Darüber hinaus bietet die Hochschule didaktische Qualifikationen für Lehrpersonen an Gymnasien und anderen Mittelschulen an. Dabei arbeitet sie insbesondere mit der Universität Zürich zusammen.

Masterstudiengänge Fachdidaktik

Gemeinsam mit der Universität Zürich, der ETH Zürich, der Zürcher Hochschule der Künste und weiteren Hochschulen bietet die PH Zürich mehrere Masterstudiengänge in Fachdidaktik an.

Zu den Fachrichtungen gehören unter anderem:

  • Deutsch als Schulsprache;
  • Mathematik;
  • Naturwissenschaften;
  • Ethik, Religionen und Gemeinschaft;
  • Fremdsprachen;
  • Kunst und Design.

Die Joint-Degree-Studiengänge qualifizieren für Lehre und Forschung an Pädagogischen Hochschulen, für Lehrmittelentwicklung, Bildungsverwaltung und weitere fachdidaktische Tätigkeiten.[11]

Studierende

Im Jahr 2025 waren durchschnittlich 3918 Studierende in Diplomstudiengängen eingeschrieben. Die Zahl beruhte auf dem gewichteten Durchschnitt von drei Stichtagen.[12]

Studienbereich Studierende 2025 Davon Quereinstieg
Eingangsstufe 411 68
Primarstufe 1893 238
Sekundarstufe I 987 133
Sekundarstufe II 505
Master Fachdidaktik 122
Gesamt 3918 439

67 Prozent der Studierenden waren Frauen, 9 Prozent besassen eine ausländische Staatsangehörigkeit. 2025 traten 1609 Personen in das erste Studienjahr ein. Insgesamt wurden 1325 Studienabschlüsse und 1066 Lehrdiplome vergeben.[12]

Der hohe Frauenanteil unterscheidet sich je nach Schulstufe. In der Eingangsstufe lag er 2025 bei 93 Prozent, während er auf der Sekundarstufe II 47 Prozent betrug.

Zulassung und Quereinstieg

Der direkte Zugang zu den Studiengängen der Volksschule ist insbesondere mit einer gymnasialen Maturität, einer Fachmaturität Pädagogik oder einem anerkannten Hochschulabschluss möglich.

Personen mit einer Berufs- oder anderen Fachmaturität können über Ergänzungsprüfungen zugelassen werden. Für berufserfahrene Personen ohne regulären Zulassungsausweis besteht unter bestimmten Voraussetzungen ein Aufnahmeverfahren «sur dossier».

Quereinstiegsstudiengänge richten sich an Personen, die bereits ein Hochschulstudium oder eine vergleichbare Qualifikation sowie Berufserfahrung besitzen. Teile der bisherigen Ausbildung können angerechnet werden.

Der Kanton kann bei einem ausgewiesenen Lehrpersonenmangel vorübergehend besondere Zulassungsregelungen für Quereinsteigende beschliessen.[3]

Die PH Zürich entwickelte ihre Quereinstiegsmodelle mehrfach weiter. Seit 2025 beginnen bestimmte Studierende mit Hochschulabschluss bereits während des Studiums mit einem begleiteten Teilpensum an einer Schule.[13]

Berufspraktische Ausbildung

Die Verbindung von Wissenschaft und Praxis gehört zu den Grundprinzipien der Ausbildung. Studierende absolvieren während ihres Studiums mehrere Praktika in Schulen.

Die PH Zürich arbeitet dafür mit einem Netz von Partnerschulen, Praxislehrpersonen und Schulleitungen zusammen. Die Praktika reichen von einzelnen Beobachtungs- und Übungstagen bis zu längeren Unterrichtsphasen.

Studierende planen Unterricht, führen Lektionen durch und reflektieren ihre Erfahrungen mit Praxislehrpersonen und Dozierenden. Dabei werden fachliche, didaktische und soziale Kompetenzen miteinander verbunden.

In berufsbegleitenden Studiengängen arbeiten Studierende teilweise bereits in einer eigenen Klasse. Die Hochschule begleitet diese Unterrichtstätigkeit durch Mentorat, Beratung und Lehrveranstaltungen.

Weiterbildung

Die Weiterbildung richtet sich an Lehrpersonen, Schulleitungen, Behörden, Hochschuldozierende, Berufsbildungsverantwortliche und weitere Fachpersonen des Bildungswesens.

Das Angebot umfasst:

  • einzelne Kurse und Module;
  • Certificate of Advanced Studies;
  • Diploma of Advanced Studies;
  • Master of Advanced Studies;
  • Intensivweiterbildungen;
  • Berufseinführung;
  • schulinterne Weiterbildungen;
  • Beratung und Coaching;
  • Tagungen und Fachveranstaltungen.

Die Programme befassen sich unter anderem mit Unterrichtsentwicklung, Inklusion, Digitalisierung, Führung, Fachdidaktik, Berufsbildung, Medienpädagogik und Erwachsenenbildung.[14]

2025 führte die PH Zürich 25 CAS-, DAS- und MAS-Lehrgänge mit 592 Teilnehmenden durch. Hinzu kamen 206 Kurse mit 3737 Teilnehmenden, 159 Weiterbildungsmodule und zwölf Tagungen oder grössere Veranstaltungen.[12]

Dienstleistungen

Die Hochschule erbringt Dienstleistungen für Schulen, Gemeinden, Bildungsbehörden, Unternehmen und andere Organisationen.

Zu den Angeboten gehören:

  • Beratung von Lehrpersonen und Schulleitungen;
  • Begleitung von Schulentwicklungsprozessen;
  • Evaluationen;
  • Gutachten;
  • Entwicklung von Lehrmitteln;
  • Konzeption von Bildungsprogrammen;
  • Unterstützung bei Organisations- und Führungsfragen;
  • massgeschneiderte Weiterbildungen;
  • Coaching von Einzelpersonen und Teams.

Die Dienstleistungen sollen wissenschaftliche Erkenntnisse für die Bildungspraxis nutzbar machen. Gleichzeitig fliessen Erfahrungen aus Schulen und Bildungsorganisationen in Ausbildung und Forschung zurück.

Forschung und Entwicklung

Die PH Zürich betreibt anwendungsorientierte Bildungsforschung. Sie untersucht Lern- und Bildungsprozesse, Unterricht, Lehrberufe, Bildungssysteme und gesellschaftliche Bedingungen von Schule.

Die Hochschule versteht sich als Bindeglied zwischen wissenschaftlicher Forschung und pädagogischer Praxis. Ergebnisse werden in Fachzeitschriften, Büchern, Lehrmitteln, Weiterbildungen und digitalen Angeboten veröffentlicht.[15]

Die Forschung ist in drei grosse Bereiche gegliedert:

Fachdidaktische Forschung

Die fachdidaktische Forschung untersucht, wie fachliche Inhalte ausgewählt, vermittelt und gelernt werden. Sie verbindet Erkenntnisse aus den einzelnen Wissenschaftsdisziplinen mit Unterrichtsforschung und Entwicklungspsychologie.

Gegenstände sind beispielsweise Sprachlernen, mathematisches Denken, naturwissenschaftlicher Unterricht, digitales Lernen, Bewegung, Musik und gestalterische Bildung.

Bildungswissenschaftliche Forschung

Die bildungswissenschaftliche Forschung befasst sich mit Lernprozessen und pädagogischer Praxis in ihren gesellschaftlichen Zusammenhängen.

Untersucht werden unter anderem:

  • Entwicklung und Lernen von Kindern und Jugendlichen;
  • Motivation und Leistungsbeurteilung;
  • Mehrsprachigkeit;
  • soziale Ungleichheit;
  • Migration und Diversität;
  • Mediennutzung;
  • historische Entwicklung von Schule und Bildung.

Professions- und Systemforschung

Die Professions- und Systemforschung untersucht den Lehrberuf, die Entwicklung pädagogischer Professionalität sowie die Organisation und Steuerung des Bildungswesens.

Forschungsfragen betreffen Berufseinstieg, Laufbahnen von Lehrpersonen, Schulleitung, Schulentwicklung, Bildungsverwaltung und die Auswirkungen bildungspolitischer Reformen.[16]

Nachwuchsförderung und Promotionen

Pädagogische Hochschulen besitzen in der Schweiz grundsätzlich kein eigenständiges Promotionsrecht. Die PH Zürich beteiligt sich deshalb an kooperativen Doktoratsprogrammen mit Universitäten.

Ein Doktoratsprogramm Fachdidaktik wird gemeinsam mit der Universität Zürich und mehreren weiteren Pädagogischen Hochschulen durchgeführt. Professorinnen und Professoren der beteiligten Institutionen betreuen die Dissertationsprojekte gemeinsam.[17]

Weitere Kooperationen bestehen in den Bereichen Bildungsforschung, Professionalisierungsforschung sowie Kunst- und Designpädagogik.

Mitarbeitende

Im Jahr 2025 arbeiteten 940 Personen an der PH Zürich. Die Zahl umfasste Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte.[1]

Personalkategorie Anzahl 2025
Professorinnen und Professoren 46
Lehr- und Forschungspersonal 595
Assistierende 4
Administratives, technisches und betriebliches Personal 295
Gesamt 940

Die Beschäftigtenzahl entsprach rund 629 Vollzeitstellen. Ein grosser Teil des Lehr- und Forschungspersonals arbeitet in Teilzeit und ist teilweise weiterhin in Schulen oder anderen Bildungsinstitutionen tätig.

Diese Verbindung mit dem Berufsfeld soll den Praxisbezug der Hochschule stärken, kann jedoch auch zu komplexen Arbeits- und Anstellungsverhältnissen führen.

Campus

Europaallee

Der Hauptcampus befindet sich an der Lagerstrasse in der Europaallee, unmittelbar südlich des Hauptbahnhofs Zürich.

Die Hochschule nutzt mehrere nahe beieinanderliegende Gebäude. Der Campus verfügt über:

  • Vorlesungs- und Seminarräume;
  • Gruppen- und Einzelarbeitsplätze;
  • zwei Bibliotheken;
  • Computerräume und Medieninfrastruktur;
  • Musik-, Bewegungs- und Gestaltungsräume;
  • eine Mensa und weitere Verpflegungsangebote;
  • Tagungs- und Veranstaltungsräume;
  • einen Lernmedien-Shop.[18]

Die Gebäude werden neben Studium und Forschung auch für Weiterbildungen, öffentliche Vorträge, Tagungen und kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Hochschulbibliothek

Die Hochschulbibliothek unterstützt Studium, Lehre, Forschung und Weiterbildung. Ihre Bestände konzentrieren sich auf Pädagogik, Psychologie, Fachdidaktik, Bildungswissenschaften und Schulentwicklung.

Neben wissenschaftlicher Literatur stehen Lehrmittel, Unterrichtsmaterialien, Zeitschriften, audiovisuelle Medien und digitale Ressourcen zur Verfügung.

Die Bibliotheken sind Teil des schweizerischen Bibliotheksverbunds und ermöglichen den Zugriff auf elektronische Fachzeitschriften, Datenbanken und Repositorien.

Institut Unterstrass

Das private Institut Unterstrass ist über einen Zusammenarbeitsvertrag an die PH Zürich angegliedert. Es besitzt einen besonderen rechtlichen Status und bietet eine nichtstaatliche Ausbildung für Lehrpersonen der Kindergarten- und Primarstufe an.

Die Studienleistungen und Abschlüsse sind in das Qualitätssystem der PH Zürich eingebunden. Die Ausbildung wird jedoch durch eine eigenständige private Trägerschaft geführt.[12]

Die Verbindung ermöglicht die Anerkennung der Abschlüsse und eine Zusammenarbeit bei Ausbildung, Forschung und Qualitätssicherung, ohne die institutionelle Eigenständigkeit des Instituts vollständig aufzuheben.

Internationale Zusammenarbeit

Die PH Zürich arbeitet mit Hochschulen und Bildungsinstitutionen in Europa und weiteren Weltregionen zusammen.

Studierende können Teile ihres Studiums an einer Partnerhochschule absolvieren. Umgekehrt nehmen Austauschstudierende an Lehrveranstaltungen der PH Zürich teil. Bestimmte Module werden in englischer Sprache angeboten.

Die Hochschule beteiligt sich an internationalen Forschungs-, Entwicklungs- und Weiterbildungsprojekten. Mitarbeitende beraten Bildungseinrichtungen und Behörden auch ausserhalb der Schweiz.

Internationale Kooperationen sollen den Vergleich unterschiedlicher Bildungssysteme ermöglichen und die interkulturellen Kompetenzen angehender Lehrpersonen fördern.

Finanzierung

Die PH Zürich wird hauptsächlich durch Beiträge des Kantons Zürich finanziert. Weitere Einnahmen stammen aus Studiengebühren, Weiterbildungen, Dienstleistungen, Forschungsförderung und Beiträgen anderer Kantone.

2025 belief sich der betriebliche Ertrag auf rund 170,5 Millionen Franken. Davon entfielen rund 143,2 Millionen Franken auf Transfererträge, insbesondere kantonale Beiträge. Der betriebliche Aufwand betrug rund 173,4 Millionen Franken.[19]

Die Jahresrechnung 2025 schloss mit einem Fehlbetrag von rund 1,69 Millionen Franken. Dieser wurde aus der allgemeinen Reserve gedeckt.

Die Liegenschaften des Campus werden im Wesentlichen durch den Kanton bereitgestellt und bewirtschaftet. Dadurch unterscheiden sich die ausgewiesenen Infrastrukturkosten teilweise von den direkten Ausgaben privater Hochschulen.

Lehrpersonenmangel

Der Mangel an qualifizierten Lehrpersonen gehört zu den wichtigsten Herausforderungen des Zürcher Bildungswesens. Besonders betroffen sind zeitweise die Primarstufe, die Sekundarstufe I und einzelne Unterrichtsfächer.

Die PH Zürich reagiert unter anderem mit:

  • zusätzlichen Studienplätzen;
  • Quereinstiegsprogrammen;
  • Teilzeit- und berufsbegleitenden Studiengängen;
  • Unterstützung für Personen, die bereits ohne Lehrdiplom unterrichten;
  • Angeboten zur Berufseinführung;
  • Weiterbildungen für Wiedereinsteigende;
  • Massnahmen zur Bindung von Lehrpersonen an den Beruf.

Die Hochschule weist zugleich darauf hin, dass verkürzte Studienmodelle die Anforderungen an die berufliche Qualifikation nicht grundsätzlich herabsetzen sollen.

Digitalisierung

Digitale Medien sind Bestandteil von Ausbildung, Weiterbildung, Forschung und Hochschulbetrieb. Studierende lernen, digitale Werkzeuge fachlich und pädagogisch sinnvoll einzusetzen.

Forschungsschwerpunkte betreffen unter anderem:

  • Lernen mit digitalen Medien;
  • Medienkompetenz;
  • künstliche Intelligenz im Bildungswesen;
  • informatische Bildung;
  • digitale Prüfungsformen;
  • Datenschutz;
  • hybride Lehr- und Lernformen.

Die Hochschule entwickelt digitale Lehrmittel und betreibt Plattformen für Studium, Zusammenarbeit und Weiterbildung. Das Collaborative Learning Lab dient als Erprobungsraum für flexible und hybride Lernumgebungen.

Diversität und Gleichstellung

Die PH Zürich verpflichtet sich zur Gleichstellung und zum Schutz vor Diskriminierung. Sie berücksichtigt unterschiedliche soziale, sprachliche, kulturelle und gesundheitliche Voraussetzungen von Studierenden und Mitarbeitenden.

Diversität wird sowohl als institutionelle Aufgabe als auch als Thema der Lehrerinnen- und Lehrerbildung behandelt. Angehende Lehrpersonen sollen auf heterogene Klassen und inklusive Schulformen vorbereitet werden.[20]

Die Hochschule arbeitet an barrierearmen Räumen, digitalen Zugängen und Nachteilsausgleichen. Studierende mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen können individuelle Anpassungen bei Studium und Prüfungen beantragen.

Publikationen und Wissenstransfer

Die PH Zürich veröffentlicht wissenschaftliche Bücher, Fachartikel, Lehrmittel, Forschungsberichte und Materialien für die Schulpraxis.

Das Magazin Akzente behandelt aktuelle Themen aus Schule, Bildung und Forschung. Daneben erscheinen Newsletter, Blogs, Podcasts und Beiträge in digitalen Repositorien.

Forschungsergebnisse werden über öffentliche Veranstaltungen, Tagungen, Weiterbildungen und Kooperationen mit Schulen verbreitet. Der Wissenstransfer soll nicht nur von der Hochschule in die Praxis, sondern auch von Schulen und Lehrpersonen zurück in Forschung und Ausbildung erfolgen.

Bedeutung

Die PH Zürich nimmt eine zentrale Stellung im Bildungswesen des Kantons Zürich ein. Ein grosser Teil der Lehrpersonen an Zürcher Schulen wird an ihr ausgebildet oder besucht dort Weiterbildungen.

Durch die Verbindung von Ausbildung, Forschung, Weiterbildung und Dienstleistungen beeinflusst die Hochschule die Entwicklung von Unterricht, Schulen und Bildungsverwaltung.

Ihre Gründung war Teil der schweizweiten Akademisierung der Lehrerinnen- und Lehrerbildung. Die Ausbildung wurde dadurch stärker wissenschaftlich ausgerichtet und mit international vergleichbaren Hochschulabschlüssen verbunden.

Zugleich bleibt die berufspraktische Ausbildung ein wesentlicher Bestandteil. Die Hochschule muss daher fortlaufend ein Gleichgewicht zwischen wissenschaftlichem Anspruch, schulischer Praxis und dem Bedarf des Arbeitsmarkts herstellen.

Zu den langfristigen Herausforderungen gehören der Lehrpersonenmangel, steigende Studierendenzahlen, Digitalisierung, Inklusion, gesellschaftliche Veränderungen und die Sicherung einer ausreichenden Zahl qualifizierter Praxislehrpersonen.

Siehe auch

Literatur

  • Pädagogische Hochschule Zürich: Jahresbericht 2025. Zürich 2026.
  • Pädagogische Hochschule Zürich: Strategie der PH Zürich. Zürich.
  • Kanton Zürich: Gesetz über die Pädagogische Hochschule. LS 414.41.
  • Pädagogische Hochschule Zürich: Akzente. Das Magazin der Pädagogischen Hochschule Zürich. Verschiedene Jahrgänge.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Pädagogische Hochschule Zürich: PH Zürich in Zahlen, abgerufen am 2. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 Pädagogische Hochschule Zürich: Das ist die PH Zürich, abgerufen am 2. August 2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 Kanton Zürich: Gesetz über die Pädagogische Hochschule, LS 414.41, abgerufen am 2. August 2026.
  4. 4,0 4,1 Pädagogische Hochschule Zürich: Organisation, abgerufen am 2. August 2026.
  5. Kanton Zürich: Führungswechsel an der Pädagogischen Hochschule Zürich, 6. Juni 2024, abgerufen am 2. August 2026.
  6. Pädagogische Hochschule Zürich: Collaborative Learning Lab, abgerufen am 2. August 2026.
  7. Pädagogische Hochschule Zürich: Hochschulleitung, abgerufen am 2. August 2026.
  8. Pädagogische Hochschule Zürich: Fachgruppen, abgerufen am 2. August 2026.
  9. Pädagogische Hochschule Zürich: Hochschulversammlung, abgerufen am 2. August 2026.
  10. Pädagogische Hochschule Zürich: Studium Primarstufe Voll- oder Teilzeit, abgerufen am 2. August 2026.
  11. Pädagogische Hochschule Zürich: Master Fachdidaktik, abgerufen am 2. August 2026.
  12. 12,0 12,1 12,2 12,3 Pädagogische Hochschule Zürich: Jahresbericht 2025, abgerufen am 2. August 2026.
  13. Pädagogische Hochschule Zürich: Quereinstieg mit Hochschulabschluss, abgerufen am 2. August 2026.
  14. Pädagogische Hochschule Zürich: Weiterbildung, abgerufen am 2. August 2026.
  15. Pädagogische Hochschule Zürich: Forschungsprofil, abgerufen am 2. August 2026.
  16. Pädagogische Hochschule Zürich: Forschungsbereiche, abgerufen am 2. August 2026.
  17. Pädagogische Hochschule Zürich: Doktoratsprogramm Fachdidaktik, abgerufen am 2. August 2026.
  18. Pädagogische Hochschule Zürich: Campus der PH Zürich, abgerufen am 2. August 2026.
  19. Pädagogische Hochschule Zürich: Jahresbericht 2025 – Jahresrechnung, abgerufen am 2. August 2026.
  20. Pädagogische Hochschule Zürich: Diversität, abgerufen am 2. August 2026.