Museum für Gestaltung Zürich
| Museum für Gestaltung Zürich | |
|---|---|
| Art | Designmuseum |
| Ort | Zürich |
| Gründung | 1. November 1875 |
| Trägerschaft | Kanton Zürich |
| Zugehörigkeit | Zürcher Hochschule der Künste |
| Hauptstandort | Ausstellungsstrasse 60 |
| Weitere Standorte | Toni-Areal, Pavillon Le Corbusier |
| Sammlungen | Design, Grafik, Kunstgewerbe, Plakat |
| Sammlungsbestand | über 580'000 Objekte |
| Besucher | 130'024 (2024) |
| Koordinaten | 47,38287° N, 8,53569° E |
| Website | museum-gestaltung.ch |
Museum für Gestaltung Zürich ist ein Museum für Design und visuelle Kommunikation in Zürich. Es wurde 1875 als Gewerbemuseum Zürich gegründet und gilt heute als führendes Schweizer Museum auf den Gebieten Design und visuelle Kommunikation.[1]
Das Museum verfügt über mehr als 580'000 Objekte aus den Bereichen Design, Grafik, Kunstgewerbe und Plakat. Rund drei Viertel des Bestands haben einen Bezug zur Schweiz.[2] Neben dem Stammhaus an der Ausstellungsstrasse betreibt das Museum einen Standort im Toni-Areal in Zürich-West und seit 2019 im Auftrag der Stadt Zürich den Pavillon Le Corbusier am Zürichsee.[3]
Das Museum gehört zur Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). Seine Geschichte ist eng mit der Entwicklung der gestalterischen Ausbildung in Zürich und mit der früheren Kunstgewerbeschule verbunden.
Geschichte
Gründung als Gewerbemuseum
Das heutige Museum für Gestaltung Zürich wurde am 1. November 1875 als Gewerbemuseum Zürich eröffnet. Seine ersten Räume befanden sich an der Friedensgasse 5 und 7.[4]
Ziel der Institution war es, Kunsthandwerk und angewandte Kunst zu fördern und Handwerkern sowie Gestaltern Anschauungsmaterial zur Verfügung zu stellen. Zum frühen Angebot gehörten eine Mustersammlung, ein Lesezimmer und eine Auskunftsstelle.[4]
Das Museum entstand in einer Zeit, in der in zahlreichen europäischen Städten Gewerbe- und Kunstgewerbemuseen gegründet wurden. Diese Einrichtungen sollten zur Verbesserung der gestalterischen Qualität industriell und handwerklich hergestellter Produkte beitragen.
Gründung der Gewerbeschule
1878 wurde die Gewerbeschule Zürich als Teil des Museums gegründet. Der erste Unterrichtstag fand am 3. Mai 1878 statt.[4]
Aus der Schule entwickelte sich später die Kunstgewerbeschule Zürich. Sie wurde zu einer der wichtigsten Ausbildungsstätten für Grafik, Gestaltung, Kunsthandwerk und später Design in der Schweiz.
Zu den Persönlichkeiten, die an der Kunstgewerbeschule wirkten, gehörten unter anderem:
Aus der Kunstgewerbeschule entstanden später die Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich und schliesslich 2007 die heutige Zürcher Hochschule der Künste.
Umzug ins Landesmuseum
Aufgrund zunehmenden Platzbedarfs zog das Gewerbemuseum 1898 in den Ostflügel des neu eröffneten Schweizerischen Landesmuseums.[4]
Dort konnten die Sammlungen und Ausstellungsflächen deutlich erweitert werden.
Anfang des 20. Jahrhunderts begann das Museum mit dem systematischen Aufbau seiner Grafiksammlung. Sie diente zunächst vor allem als Anschauungs- und Lehrsammlung für die angeschlossene Schule.
1902 wurden die Ausstellungsräume aufgrund einer als überholt angesehenen Mustersammlung und fehlender politischer Unterstützung für mehrere Jahre geschlossen. In dieser Phase wurde die Sammlungspolitik neu ausgerichtet.[4]
Kunstgewerbemuseum Zürich
1907 erhielt die Institution offiziell den Namen Kunstgewerbemuseum Zürich.[4]
In den folgenden Jahrzehnten verlagerte sich der Schwerpunkt zunehmend von historischen Vorbildern auf zeitgenössische Gestaltung.
Besonders unter dem Direktor Jules de Praetere wurden bedeutende Werke des Jugendstils und der Arts-and-Crafts-Bewegung erworben. Zu den vertretenen Gestaltern und Künstlern gehörten unter anderem William Morris und Émile Gallé.[4]
Moderne Gestaltung in den 1920er-Jahren
In den 1920er-Jahren spielte das Museum eine bedeutende Rolle bei der Vermittlung moderner Architektur und Gestaltung.
Unter Direktor Alfred Altherr wurden Ausstellungen wie:
- Das Neue Heim;
- Form ohne Ornament;
- Neues Bauen;
- Die Norm
gezeigt.[4]
Die Programme spiegelten die zeitgenössische Auseinandersetzung mit Funktionalismus, industrieller Produktion, standardisierten Produkten und dem Neuen Bauen wider.
Gebäude an der Ausstellungsstrasse
1933 bezogen das Kunstgewerbemuseum und die Kunstgewerbeschule ein neu errichtetes Gebäude an der Ausstellungsstrasse 60 im heutigen Industriequartier.[4]
Das Gebäude wurde von den Zürcher Architekten Adolf Steger und Karl Egender entworfen und gilt als bedeutendes Beispiel des Schweizer Neuen Bauens.[5]
Die Architektur zeichnet sich durch eine funktionale Gliederung, klare geometrische Formen, grosse Fensterflächen und eine weitgehend schmucklose Gestaltung aus.
Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz.[5]
Ausstellungshalle
Besonders charakteristisch ist die grosse, ursprünglich zweigeschossige Ausstellungshalle mit offener Galerie und markanten Stützen.
Sie ermöglichte flexible Ausstellungsgestaltungen und entsprach dem modernen Museumsverständnis der 1930er-Jahre.
Im Lauf der Jahrzehnte wurde die ursprüngliche Raumstruktur teilweise verändert.
Sanierung 2015–2018
Ende 2014 wurde der Standort an der Ausstellungsstrasse für eine umfassende Sanierung geschlossen.[4]
Ziel der Arbeiten war es, das historische Gebäude an moderne Museumsanforderungen anzupassen und gleichzeitig seine architektonischen Qualitäten wieder stärker sichtbar zu machen.
Die grosse Ausstellungshalle wurde in ihren ursprünglichen zweigeschossigen Zustand zurückgeführt. Im Untergeschoss entstanden zwei zusätzliche Ausstellungsräume.[5]
Im März 2018 wurde das Stammhaus wiedereröffnet.[3]
Heute befinden sich dort neben den Ausstellungsflächen unter anderem ein Vermittlungsatelier, die Swiss Design Lounge, ein Museumscafé und ein Museumsshop.
Zweiter Weltkrieg
Während des Zweiten Weltkriegs war der internationale Austausch stark eingeschränkt.
Das Kunstgewerbemuseum arbeitete deshalb insbesondere mit dem Gewerbemuseum Basel und dem Gewerbemuseum Winterthur zusammen. Im Mittelpunkt standen unter anderem kulturgeschichtliche Ausstellungen über Gebrauchs- und Alltagsgegenstände.[4]
Nach dem Krieg entwickelte sich das Museum erneut stärker international.
Museum Bellerive
1968 eröffnete das Museum mit dem Museum Bellerive einen zweiten Standort am Zürichsee.[4]
Das Museum Bellerive konzentrierte sich insbesondere auf:
- Kunsthandwerk;
- Schmuck;
- Keramik;
- Textilien;
- Glas;
- zeitgenössische angewandte Kunst.
Mit Erika Billeter wurde dort erstmals eine Frau Direktorin eines Standorts des Museums.[4]
Nach der Eröffnung des neuen Sammlungszentrums im Toni-Areal wurde der Ausstellungsbetrieb im Museum Bellerive im Februar 2017 eingestellt. Das Gebäude ging an die Stadt Zürich zurück.[3]
Heute wird es vom ZAZ Bellerive – Zentrum Architektur Zürich genutzt.
Entwicklung zum Designmuseum
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verlagerte sich das Profil zunehmend von traditionellem Kunstgewerbe zu moderner Gestaltung, Grafik und industriellem Design.
In den 1980er-Jahren setzte sich die Bezeichnung Museum für Gestaltung Zürich durch.
1987 wurde eine eigenständige Produktdesignsammlung aufgebaut. Zwei Jahre später wurde der Bereich mit einem stärkeren Schwerpunkt auf Schweizer Design sowie wichtigen internationalen Objekten ausgebaut.[4]
Das Museum entwickelte sich dadurch zunehmend zu einer Institution, die historische und zeitgenössische Designentwicklung gemeinsam dokumentiert.
Trägerschaft
Bis zum Jahr 2000 standen Museum und damalige Hochschule für Gestaltung und Kunst in der Trägerschaft der Stadt Zürich.
Im Jahr 2000 gingen beide Institutionen an den Kanton Zürich über.[3]
Heute ist das Museum für Gestaltung Zürich organisatorisch Teil der Zürcher Hochschule der Künste.
Diese Verbindung setzt eine Tradition fort, die bereits mit der Gründung der Gewerbeschule im Jahr 1878 begann.
Toni-Areal
Hauptartikel: Toni-Areal
2014 eröffnete das Museum einen neuen Standort im Toni-Areal an der Pfingstweidstrasse 96 in Zürich-West.[3]
Das ehemalige Industriegebäude war einst eine der grössten Milchverarbeitungsanlagen Europas. Nach einem umfassenden Umbau wurde es zum Campus der Zürcher Hochschule der Künste umgestaltet.
Mit dem Einzug ins Toni-Areal konnten erstmals alle vier grossen Sammlungsbereiche des Museums unter einem Dach und unter modernen konservatorischen Bedingungen zusammengeführt werden.[4]
Der Standort beherbergt heute:
- Ausstellungsräume;
- Sammlungsarchive;
- Schaudepots;
- Arbeitsräume des Museums;
- Einrichtungen der ZHdK.
Die Ausstellungen im Toni-Areal sind eng mit der Hochschule verbunden und widmen sich häufig experimentellen und aktuellen Themen der Gestaltung.[6]
Pavillon Le Corbusier
Hauptartikel: Pavillon Le Corbusier
Seit Mai 2019 betreibt das Museum für Gestaltung Zürich im Auftrag der Stadt Zürich den Pavillon Le Corbusier.[3]
Das Gebäude befindet sich am Zürichhorn im Stadtquartier Seefeld und wurde von Le Corbusier entworfen.
Es entstand zwischen 1964 und 1967 auf Initiative der Innenarchitektin und Galeristin Heidi Weber.
Der Pavillon ist der letzte realisierte Bau Le Corbusiers und unterscheidet sich durch seine Stahl- und Glaskonstruktion deutlich von vielen seiner bekannten Betonbauten.
Nach einer umfassenden Instandsetzung wurde das Gebäude 2019 als öffentliches Museum wiedereröffnet.[4]
Das Museum für Gestaltung organisiert dort saisonale Ausstellungen zu Architektur, Design, Kunst und zum Werk Le Corbusiers.
Sammlungen
Die Sammlung des Museum für Gestaltung Zürich umfasst mehr als 580'000 Objekte. Rund 75 Prozent davon werden als Helvetica eingeordnet, besitzen also einen direkten Bezug zur Schweiz.[2]
Die Bestände konzentrieren sich zeitlich vor allem auf die Entwicklung seit Beginn der Industrialisierung bis zur Gegenwart.
Sie sind in vier Hauptbereiche gegliedert:
- Designsammlung;
- Grafiksammlung;
- Kunstgewerbesammlung;
- Plakatsammlung.
Mehr als 99 Prozent der Objekte befinden sich im Eigentum des Museums; ein kleiner Teil besteht aus Dauerleihgaben.[2]
Designsammlung
Die Designsammlung dokumentiert vor allem industriell beziehungsweise seriell hergestellte Produkte des 20. und 21. Jahrhunderts.
Dabei werden nicht nur fertige Produkte gesammelt, sondern auch Entwurfs- und Entwicklungsprozesse.
Zum Bestand gehören beispielsweise:
- Möbel;
- Leuchten;
- Haushaltsgeräte;
- Unterhaltungselektronik;
- Bürogeräte;
- Werkzeuge;
- Fahrzeuge und Mobilitätsobjekte;
- Mode;
- Accessoires;
- Modelle und Prototypen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Schweizer Produktdesign.
Die Sammlung dokumentiert sowohl bekannte Designklassiker als auch alltägliche Produkte, deren Gestaltung gesellschaftliche, technische oder wirtschaftliche Entwicklungen widerspiegelt.[2]
Grafiksammlung
Die Grafiksammlung gehört zu den ältesten Bereichen des Museums und ist in ihrer Ausrichtung auf europäisches Grafikdesign in der Schweiz einzigartig.[7]
Ihre historischen Bestände reichen bis in die Zeit Johannes Gutenbergs zurück.
Zu den Sammelgebieten gehören:
- Zeichnungen;
- Druckgrafik;
- illustrierte Bücher;
- Künstlerbücher;
- Fotografie;
- Gebrauchsgrafik;
- Werbegrafik;
- Informationsgrafik;
- Typografie;
- Schriftgestaltung;
- Buchgestaltung;
- Corporate Design.
Heute konzentriert sich die Sammlung insbesondere auf Arbeiten aus der Schweiz und Europa.[7]
Sie umfasst Werke bedeutender Gestalterinnen und Gestalter sowie Archive und Nachlässe.
Kunstgewerbesammlung
Die Kunstgewerbesammlung ist neben der Grafiksammlung einer der ältesten Bestände des Museums.
Sie zählt zu den bedeutenden Sammlungen internationalen Kunsthandwerks in der Schweiz.[2]
Gesammelt werden unter anderem:
- Keramik;
- Glas;
- Metallarbeiten;
- Textilien;
- Schmuck;
- Möbel;
- kunsthandwerkliche Einzelstücke.
Besonders bedeutend sind die Bestände des Jugendstils und der internationalen Arts-and-Crafts-Bewegung.
Die Sammlung spiegelt zugleich den historischen Ursprung der Institution als Gewerbe- und Kunstgewerbemuseum wider.
Plakatsammlung
Die Plakatsammlung gehört zu den international bedeutendsten Beständen des Museum für Gestaltung Zürich.
Sie umfasst Plakate aus der Zeit von etwa 1860 bis zur Gegenwart und dokumentiert politische, kulturelle und kommerzielle visuelle Kommunikation.[2]
Stark vertreten ist die Geschichte des Schweizer Plakats und der Schweizer Grafik.
Zu den in der Sammlung vertretenen Gestaltern gehören unter anderem:
- Emil Cardinaux;
- Otto Baumberger;
- Herbert Matter;
- Max Bill;
- Josef Müller-Brockmann;
- Armin Hofmann;
- Hans Neuburg.
Die Sammlung wird laufend um zeitgenössische Arbeiten aus der Schweiz und dem Ausland erweitert.
Die Geschichte des Museums ist eng mit dem Plakat verbunden. Seit seiner Gründung wurden Ausstellungen regelmässig mit eigens gestalteten Plakaten beworben.[8]
Digitalisierung
2002 begann das Museum mit der systematischen digitalen Erfassung seiner Sammlungsbestände.[4]
Ein wachsender Teil der Objekte ist über die Online-Datenbank eMuseum öffentlich recherchierbar.
Damit können Nutzer unter anderem:
- Sammlungsobjekte suchen;
- historische Ausstellungen recherchieren;
- Gestalterinnen und Gestalter nachschlagen;
- Bilder und Objektinformationen abrufen.
Die Digitalisierung gehört heute zu den zentralen Aufgaben des Museums.
Swiss Design Collection
Zum 150-Jahr-Jubiläum des Museums wurde 2025 im Toni-Areal die neue Dauerausstellung Swiss Design Collection eröffnet.[9]
Sie macht Teile der bisher vorwiegend in den Sammlungsarchiven aufbewahrten Bestände dauerhaft zugänglich.
Rund 2500 Objekte können in Vitrinen, Regalen und Schubladen betrachtet werden.[10]
Die Präsentation vermittelt einen breiten Überblick über die Entwicklung der Gestaltung in der Schweiz.
Ausstellungen
Das Museum veranstaltet jährlich mehrere neue Ausstellungen und zusätzliche kleinere Pop-up-Präsentationen.
Das Programm umfasst unter anderem:
- Produktdesign;
- Grafikdesign;
- Typografie;
- Plakatgestaltung;
- Fotografie;
- Film;
- Mode;
- Schmuck;
- Architektur;
- Szenografie;
- gesellschaftliche und ökologische Fragen der Gestaltung.
Das Museum zeigt sowohl historische Themen als auch zeitgenössische Positionen.
Pro Jahr werden normalerweise sieben bis neun neue grössere Ausstellungen sowie mehrere Pop-ups an den Zürcher Standorten und teilweise ausserhalb des Museums gezeigt.[11]
Die Ausstellungsgeschichte reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Bis zum 150-Jahr-Jubiläum 2025 hatte die Institution insgesamt mehr als 1000 Ausstellungen realisiert.[8]
Wanderausstellungen
Das Museum entwickelt auch Ausstellungen, die international gezeigt werden.
Ein besonders erfolgreiches Beispiel war die 2012 konzipierte Ausstellung Endstation Meer – Das Plastikmüll-Projekt über Kunststoffkonsum und die Verschmutzung der Meere.
Sie wurde später in 33 Städten auf vier Kontinenten präsentiert.[4]
Internationale Wanderausstellungen tragen zur Bekanntheit des Museums ausserhalb der Schweiz bei.
Vermittlung
Neben dem klassischen Ausstellungsbetrieb besitzt die Vermittlung einen hohen Stellenwert.
Das Museum organisiert:
- Führungen;
- Workshops;
- Veranstaltungen;
- Angebote für Schulen;
- Programme für Familien und Kinder;
- Angebote für Jugendliche;
- inklusive Programme;
- öffentliche Gespräche;
- Veranstaltungen mit Gestalterinnen und Gestaltern.
Ein Schwerpunkt liegt darauf, Design nicht nur als ästhetische Disziplin, sondern auch als Bestandteil des Alltags und gesellschaftlicher Prozesse zu vermitteln.[1]
Publikationen
Seit seiner Gründung veröffentlicht das Museum Kataloge, Monografien und andere Publikationen zu Design und visueller Kommunikation.
Viele Publikationen begleiten einzelne Ausstellungen oder dokumentieren Bestände aus den Sammlungen.
Das Museum spielt damit auch eine Rolle in der wissenschaftlichen Dokumentation der Schweizer Designgeschichte.
Besucherzahlen
2024 verzeichnete das Museum insgesamt 130'024 Eintritte. Damit erreichte es einen neuen Besucherrekord.[12]
Die Besuche verteilten sich auf:
| Standort | Eintritte 2024 |
|---|---|
| Ausstellungsstrasse | 71'053 |
| Toni-Areal | 34'659 |
| Pavillon Le Corbusier | 24'312 |
| Gesamt | 130'024 |
Im selben Jahr wurden zehn neue Ausstellungen und zwölf Pop-ups eröffnet.[12]
Das Museum beschäftigte 2024 insgesamt 101 Mitarbeitende.[12]
Standorte
Ausstellungsstrasse
Der historische Hauptstandort befindet sich an:
- Ausstellungsstrasse 60
- 8005 Zürich
Das Museum liegt im Kreis 5 wenige Gehminuten vom Zürcher Hauptbahnhof entfernt.
Die nächstgelegene Haltestelle trägt den Namen Museum für Gestaltung.[5]
Toni-Areal
Der zweite Hauptstandort befindet sich an:
- Pfingstweidstrasse 96
- 8005 Zürich
Das Toni-Areal liegt in Zürich-West und beherbergt neben dem Museum vor allem Einrichtungen der Zürcher Hochschule der Künste.
Der Bahnhof Zürich Hardbrücke befindet sich rund zwölf Gehminuten entfernt.[6]
Pavillon Le Corbusier
Der Pavillon Le Corbusier befindet sich am Höschgürtel beziehungsweise am Zürichhorn nahe dem Zürichsee.
Er wird saisonal geöffnet und besitzt ein eigenes Ausstellungsprogramm.
Bedeutung
Das Museum für Gestaltung Zürich nimmt innerhalb der Schweizer Museumslandschaft eine besondere Stellung ein.
Seine Bedeutung beruht insbesondere auf:
- der Verbindung von Museum und gestalterischer Ausbildung;
- seinen umfangreichen historischen Sammlungen;
- der Dokumentation der Schweizer Grafik- und Designgeschichte;
- einer international bedeutenden Plakatsammlung;
- der frühen Vermittlung moderner Architektur und Gestaltung;
- der Verbindung historischer Bestände mit zeitgenössischen Designfragen.
Die Geschichte des Hauses ist eng mit der internationalen Wahrnehmung der Schweizer Gestaltung verbunden.
Insbesondere die Entwicklung der sogenannten Schweizer Grafik beziehungsweise des International Typographic Style im 20. Jahrhundert ist durch Bestände des Museums umfassend dokumentiert.
Architekturgeschichtliche Bedeutung
Das Stammhaus an der Ausstellungsstrasse gilt selbst als bedeutendes Objekt der Schweizer Design- und Architekturgeschichte.
Der 1933 eröffnete Bau von Adolf Steger und Karl Egender entstand in einer Phase, in der funktionalistische Ideen in der Schweiz zunehmend Einfluss gewannen.
Das Gebäude verkörpert wesentliche Merkmale des Neuen Bauens:
- funktionale Raumorganisation;
- klare geometrische Baukörper;
- Verzicht auf historisierenden Dekor;
- grosse Fensterflächen;
- flexible Innenräume;
- enge Verbindung von Architektur und Nutzung.
Durch die Restaurierung bis 2018 wurden wesentliche Elemente der ursprünglichen Architektur wieder sichtbar gemacht.[5]
150-Jahr-Jubiläum
2025 feierte das Museum sein 150-jähriges Bestehen.
Das Jubiläum wurde mit einem umfangreichen Programm begangen. Zu den wichtigsten Projekten gehörte die Eröffnung der neuen Dauerausstellung Swiss Design Collection im Toni-Areal.[4]
Ausserdem wurden Teile der Sammlungsarchive stärker für das Publikum geöffnet.
Seit November 2025 zeigt das Stammhaus zudem die Dauerausstellung 150 Jahre Ausstellungsplakate für das Museum für Gestaltung Zürich. Sie präsentiert exemplarisch Plakate aus der langen Ausstellungsgeschichte des Hauses.[8]
Chronologie
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1. November 1875 | Eröffnung des Gewerbemuseums Zürich |
| 1878 | Gründung der Gewerbeschule Zürich als Teil des Museums |
| 1898 | Umzug in den Ostflügel des Schweizerischen Landesmuseums |
| 1900er-Jahre | Systematischer Aufbau der Grafiksammlung |
| 1902 | Vorübergehende Schliessung der Ausstellungsräume |
| 1907 | Umbenennung in Kunstgewerbemuseum Zürich |
| 1920er-Jahre | Verstärkte Ausrichtung auf moderne Gestaltung und Neues Bauen |
| 1933 | Bezug des Neubaus an der Ausstellungsstrasse 60 |
| 1968 | Eröffnung des Museum Bellerive |
| 1987 | Aufbau einer eigenständigen Produktdesignsammlung |
| 1989 | Erweiterung der Produktdesignsammlung |
| 2000 | Übertragung der Trägerschaft von der Stadt an den Kanton Zürich |
| 2002 | Beginn der systematischen Digitalisierung der Sammlung |
| 2007 | Entstehung der Zürcher Hochschule der Künste |
| 2014 | Eröffnung des Museumsstandorts und Sammlungszentrums im Toni-Areal |
| 2014 | Schliessung des Stammhauses für die Sanierung |
| 2017 | Aufgabe des Standorts Museum Bellerive |
| März 2018 | Wiedereröffnung des Stammhauses an der Ausstellungsstrasse |
| Mai 2019 | Übernahme des Betriebs des Pavillon Le Corbusier |
| 2024 | Rekord von 130'024 Eintritten |
| 2025 | 150-Jahr-Jubiläum |
| 2025 | Eröffnung der neuen Dauerausstellung Swiss Design Collection |
Siehe auch
- Zürcher Hochschule der Künste
- Toni-Areal
- Pavillon Le Corbusier
- Zürich-West
- Industriequartier (Zürich)
- Schweizer Grafik
- Neues Bauen
- Schweizerisches Nationalmuseum
- Kunsthaus Zürich
Literatur
- Museum für Gestaltung Zürich: 150 Jahre Museum für Gestaltung Zürich. Zürich 2025.
- Museum für Gestaltung Zürich: Jahresbericht 2024. Zürich 2025.
- Museum für Gestaltung Zürich: Jahresbericht 2025. Zürich 2026.
- Claude Lichtenstein: Museum für Gestaltung Zürich – Design Collection. Zürich.
- Arthur Rüegg: Schweizer Möbel und Interieurs im 20. Jahrhundert. Birkhäuser, Basel.
Weblinks
- Offizielle Website des Museum für Gestaltung Zürich
- Standort Ausstellungsstrasse
- Standort Toni-Areal
- Online-Sammlung eMuseum
- Pavillon Le Corbusier
- Zürcher Hochschule der Künste
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Museum für Gestaltung Zürich: Das Museum, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 Museum für Gestaltung Zürich: Sammeln, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 Museum für Gestaltung Zürich: Geschichte, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ 4,00 4,01 4,02 4,03 4,04 4,05 4,06 4,07 4,08 4,09 4,10 4,11 4,12 4,13 4,14 4,15 4,16 4,17 4,18 Museum für Gestaltung Zürich: Back to the Future: Historische Meilensteine, 23. Januar 2025, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 Museum für Gestaltung Zürich: Ausstellungsstrasse, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ 6,0 6,1 Museum für Gestaltung Zürich: Toni-Areal, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ 7,0 7,1 Museum für Gestaltung Zürich: Grafik, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ 8,0 8,1 8,2 Museum für Gestaltung Zürich: 150 Jahre Ausstellungsplakate für das Museum für Gestaltung Zürich, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ Museum für Gestaltung Zürich: Back to the Future: Historische Meilensteine, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ Museum für Gestaltung Zürich: Jahresbericht 2025, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ Museum für Gestaltung Zürich: Ausstellungen, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ 12,0 12,1 12,2 Museum für Gestaltung Zürich: Jahresbericht 2024, abgerufen am 25. August 2026.