Liste der Bahnhöfe in Winterthur
| Bahnhöfe in Winterthur | |
|---|---|
| Politische Gemeinde | Winterthur |
| Kanton | Zürich |
| Öffentliche Bahnstationen | 10 |
| Wichtigster Knoten | Bahnhof Winterthur |
| Infrastrukturbetreiberin | SBB Infrastruktur |
| Eisenbahnverkehrsunternehmen | SBB und Thurbo |
| S-Bahn-System | S-Bahn Zürich |
| Älteste Stationen | Winterthur und Winterthur Grüze (1855) |
| Neueste Station | Winterthur Hegi (2006) |
| Tarifverbund | ZVV |
| Stadtzone | 120 |
Die Liste der Bahnhöfe in Winterthur umfasst die zehn öffentlich bedienten Eisenbahnstationen auf dem Gebiet der politischen Gemeinde Winterthur im Kanton Zürich. Neben dem Bahnhof Winterthur, der als bedeutender Knoten des schweizerischen Fern- und Regionalverkehrs dient, bestehen neun Quartier- und Vorortstationen.
Das Winterthurer Eisenbahnnetz ist sternförmig angelegt. Vom Hauptbahnhof führen Strecken nach Zürich, Bülach, Schaffhausen, Stein am Rhein, Frauenfeld, Wil SG und durch das Tösstal nach Rüti ZH. Mehrere Linien der S-Bahn Zürich verbinden die Aussenquartiere direkt mit dem Stadtzentrum sowie mit Zürich und den angrenzenden Regionen.
Die Bezeichnung «Bahnhof» wird in dieser Liste im allgemeinen Sinn für sämtliche Zugangsstellen zum Personenverkehr verwendet. Aus eisenbahnbetrieblicher Sicht sind einzelne Anlagen lediglich Haltestellen, weil sie keine Weichen, Kreuzungs- oder Überholmöglichkeiten besitzen.
Übersicht
| Bahnhof | Stadtkreis | Eröffnung | Linien im Fahrplanjahr 2026 | Funktion und Strecke |
|---|---|---|---|---|
| Winterthur | Stadt | 1855 | Fernverkehr; S7, S8, S11, S12, S23, S24, S26, S29, S30, S33, S35 und S41 | Wichtigster Eisenbahnknoten der Stadt und Ausgangspunkt aller regionalen Strecken |
| Winterthur Grüze | Oberwinterthur | 1855 | S11, S12, S26 und S35 | Trennungsbahnhof der Strecken nach Wil SG und ins Tösstal |
| Winterthur Hegi | Oberwinterthur | 2006 | S12 und S35 | Haltestelle an der Strecke Winterthur–Wil SG |
| Oberwinterthur | Oberwinterthur | 1875 | S11, S24, S29 und S30 | Trennungsbahnhof der Strecken nach Etzwilen und Romanshorn |
| Reutlingen | Oberwinterthur | 1991 | S11 und S29 | Eingleisige Haltestelle an der Strecke Winterthur–Etzwilen |
| Sennhof-Kyburg | Seen | 1875 | S11 und S26 | Bahnhof an der Tösstalbahn und südlichste Station des Stadtgebiets |
| Winterthur Seen | Seen | 1875 | S11 und S26 | Quartierbahnhof an der Tösstalbahn |
| Winterthur Töss | Töss | 1876 | S41 | Haltestelle an der Strecke Winterthur–Bülach |
| Winterthur Wallrüti | Oberwinterthur | 1986 | S11 und S29 | Haltestelle an der Strecke Winterthur–Etzwilen |
| Winterthur Wülflingen | Wülflingen | 1876 | S41 | Bahnhof an der Strecke Winterthur–Bülach |
Die Linienangaben beziehen sich auf den Jahresfahrplan vom 14. Dezember 2025 bis zum 12. Dezember 2026. Zeitweise verkehrende Verstärkungs- und Nachtzüge sind in der Tabelle nicht vollständig aufgeführt.[1]
Eisenbahnnetz im Stadtgebiet
Winterthur ist nach Zürich der bedeutendste Eisenbahnknoten im Kanton Zürich. Sieben Hauptachsen verbinden die Stadt mit ihrem regionalen und nationalen Umfeld.
Richtung Zürich
Die wichtigste Verbindung führt vom Hauptbahnhof über Kemptthal und Effretikon in den Raum Zürich. Neben zahlreichen S-Bahn-Zügen verkehren auf dieser Strecke Intercity-, Interregio- und internationale EuroCity-Züge.
Fernverkehrsverbindungen bestehen unter anderem nach Zürich Flughafen, Zürich Hauptbahnhof, Bern, Basel, Lausanne, Genf, Luzern, Interlaken, Brig, St. Gallen, Chur, Konstanz und München.[2]
Zwischen Winterthur und Zürich überlagern sich mehrere S-Bahn- und Fernverkehrslinien. Die Strecke gehört zu den am stärksten belasteten Eisenbahnachsen der Schweiz.
Richtung Wil und St. Gallen
Die Strecke nach Wil SG führt über die Bahnhöfe Winterthur Grüze und Winterthur Hegi. Im weiteren Verlauf werden Räterschen, Schottikon, Elgg, Aadorf, Guntershausen, Eschlikon und Sirnach bedient.
Auf dieser Achse verkehren die S12 und die S35. Fernverkehrszüge nach Wil, St. Gallen, Rorschach und Chur durchfahren die beiden Winterthurer Quartierbahnhöfe gewöhnlich ohne Halt.
Richtung Tösstal
Die Tösstalbahn zweigt im Bahnhof Grüze von der Strecke nach Wil ab. Innerhalb des Stadtgebiets bedient sie die Stationen Winterthur Seen und Sennhof-Kyburg.
Die S26 verkehrt von Winterthur über Bauma nach Rüti ZH. Die S11 ergänzt das Angebot zwischen dem Hauptbahnhof und Sennhof-Kyburg und fährt zu bestimmten Zeiten weiter nach Wila.
Richtung Frauenfeld und Weinfelden
Die Thurtallinie führt vom Hauptbahnhof über Oberwinterthur, Wiesendangen und Islikon nach Frauenfeld. Regionalzüge bedienen innerhalb des Stadtgebiets den Bahnhof Oberwinterthur.
Die S24 schafft Direktverbindungen über Winterthur und Zürich Flughafen nach Zürich und Zug. Die S30 verbindet Winterthur mit Frauenfeld und Weinfelden. Fernverkehrszüge nach Frauenfeld, Weinfelden, Romanshorn und Konstanz halten innerhalb Winterthurs nur am Hauptbahnhof.
Richtung Stein am Rhein
Die Strecke nach Etzwilen und Stein am Rhein zweigt östlich des Bahnhofs Oberwinterthur von der Thurtallinie ab. Sie bedient innerhalb Winterthurs die Stationen Wallrüti und Reutlingen.
Die S29 verkehrt grundsätzlich im Halbstundentakt zwischen Winterthur und Stein am Rhein. Einzelne Züge der S11 fahren über Oberwinterthur, Wallrüti und Reutlingen nach Seuzach.
Richtung Schaffhausen
Die direkte Strecke über Hettlingen, Henggart und Andelfingen nach Schaffhausen beginnt im Hauptbahnhof. Zwischen dem Hauptbahnhof und der Stadtgrenze besteht kein weiterer Personenhalt.
Auf der Strecke verkehren unter anderem die S12, die S24 und die S33. Die verschiedenen Linien unterscheiden sich hinsichtlich Haltepolitik, Endpunkten und Betriebszeiten.
Richtung Bülach
Die Strecke nach Bülach führt durch die Stadtteile Töss und Wülflingen. Die S41 bedient die Stationen Winterthur Töss und Winterthur Wülflingen und fährt anschliessend über Pfungen und Embrach-Rorbas nach Bülach.
Diese Strecke wurde ursprünglich als Teil der Nationalbahnverbindung von Winterthur über Koblenz in Richtung Aargau gebaut.
Die einzelnen Bahnhöfe
Bahnhof Winterthur
Der Bahnhof Winterthur, häufig als Winterthur Hauptbahnhof bezeichnet, ist die grösste und bedeutendste Verkehrsdrehscheibe der Stadt. Er wurde am 16. Mai 1855 gemeinsam mit der Bahnstrecke nach Romanshorn eröffnet.
Das erste provisorische Bahnhofsgebäude war ein einfacher Riegelbau. Zwischen 1857 und 1860 entstand nach Plänen von Jakob Friedrich Wanner ein repräsentatives Aufnahmegebäude. Die Erweiterungen von 1894 und 1895 verliehen dem Bau weitgehend sein heutiges Erscheinungsbild.[3]
Der Bahnhof besitzt neun Perrongleise und umfangreiche Anlagen für den Personen-, Güter- und Dienstverkehr. Auf beiden Seiten der Gleise befinden sich Zugänge zum Stadtzentrum, zum Sulzerareal, zu den Bushaltestellen und zu mehreren Velostationen.
Neben den S-Bahn-Linien halten Intercity-, Interregio- und EuroCity-Züge. Der Bahnhof ist deshalb nicht nur für den Stadt- und Regionalverkehr, sondern auch für nationale und internationale Reisen von Bedeutung.
Bahnhof Winterthur Grüze
Der Bahnhof Grüze wurde am 14. Oktober 1855 an der Strecke Winterthur–Wil eröffnet. Mit der Inbetriebnahme der Tösstalbahn im Jahr 1875 entwickelte er sich zu einem Trennungsbahnhof.
Die Strecke nach Wil und jene ins Tösstal besitzen jeweils eigene Perrongleise. Dadurch ist die Anlage breiter und betrieblich komplexer als die übrigen Winterthurer Quartierbahnhöfe.
Die 1950er-Jahre errichteten Perrondächer wurden vom SBB-Architekten Hans Hilfiker entworfen. Sie gelten als bedeutendes Beispiel der Schweizer Bahnhofsarchitektur der Nachkriegszeit und stehen unter Denkmalschutz.[4]
Der Bahnhof erschliesst das Industrie-, Gewerbe- und Entwicklungsgebiet Neuhegi-Grüze. Mit der Querung Grüze wird er zu einem bedeutenden Umsteigepunkt zwischen S-Bahn und Stadtbus ausgebaut.
Bahnhof Winterthur Hegi
Die Haltestelle Hegi wurde 2006 eröffnet und ist damit die jüngste Eisenbahnstation auf Winterthurer Stadtgebiet.
Zum Zeitpunkt ihrer Eröffnung war die Umgebung noch weitgehend unbebaut. Seither entstanden im Gebiet Neuhegi zahlreiche Wohnungen, Arbeitsplätze, Schulen, Einkaufszentren und öffentliche Einrichtungen.
Hegi wird von der S12 und der S35 bedient. Damit bestehen direkte Verbindungen nach Winterthur, Wil SG, Zürich und Brugg AG.[5]
Bahnhof Oberwinterthur
Der Bahnhof Oberwinterthur wurde 1875 im Zusammenhang mit der Nationalbahnstrecke nach Etzwilen eröffnet. Die bereits seit 1855 bestehende Thurtallinie führte zuvor ohne Halt durch das damalige Gemeindegebiet.
Das heutige neubarocke Aufnahmegebäude entstand 1918. Es ersetzte die älteren, einfacheren Stationsanlagen und wurde durch das Architekturbüro Rittmeyer und Furrer entworfen.
Oberwinterthur ist ein Trennungsbahnhof. Östlich der Station verzweigen sich die Strecken nach Frauenfeld und nach Etzwilen. Der Bahnhof wird deshalb von vier S-Bahn-Linien bedient und besitzt eine wichtige Funktion für den nördlichen Teil der Stadt.[6]
Bahnhöfe Wallrüti und Reutlingen
Wallrüti und Reutlingen sind die beiden jüngsten Stationen an der Strecke Winterthur–Etzwilen.
Die Haltestelle Wallrüti wurde am 1. Juni 1986 eröffnet. Sie war die erste im Hinblick auf die Zürcher S-Bahn neu errichtete Station im Kanton Zürich und verbesserte die Erschliessung der Quartiere Zinzikon, Pfaffenwiesen, Schooren und Guggenbühl.[7]
Reutlingen folgte 1991. Die Haltestelle besitzt nur ein Gleis und einen Seitenperron. Sie erschliesst die gleichnamige Aussenwacht sowie angrenzende ländliche Siedlungsgebiete.
Die Perronanlagen beider Stationen wurden ursprünglich durch die Stadt Winterthur finanziert und befanden sich während mehrerer Jahrzehnte in städtischem Eigentum. Reutlingen ging am 1. Januar 2024, Wallrüti am 1. Januar 2026 an die SBB über.[8]
Bahnhöfe Seen und Sennhof-Kyburg
Die Stationen Seen und Sennhof wurden 1875 gemeinsam mit der Tösstalbahn eröffnet. Die neue Bahnlinie verband die industriell geprägten Orte des Tösstals mit Winterthur und dem nationalen Eisenbahnnetz.
Der Bahnhof Seen liegt südöstlich des historischen Dorfkerns und erschliesst einen der bevölkerungsreichsten Stadtteile. Er wird von der S11 und der S26 bedient.
Sennhof-Kyburg ist die südlichste Bahnstation auf Winterthurer Gemeindegebiet. Der Doppelname verweist auf die benachbarten Siedlungen Sennhof und Kyburg. Der Bahnhof erschliesst neben der Winterthurer Aussenwacht auch Gebiete der ehemaligen Gemeinde Kyburg, die heute zu Illnau-Effretikon gehört.[9]
Bahnhöfe Töss und Wülflingen
Die Stationen Töss und Wülflingen wurden am 1. August 1876 mit der Nationalbahnstrecke Winterthur–Koblenz eröffnet.
Der Bahnhof Töss besass wegen der nahe gelegenen Maschinenfabrik Rieter und weiterer Industrieunternehmen lange Zeit eine grosse Bedeutung für den Güterverkehr. Der Bahnanschluss förderte zudem die bauliche Entwicklung des Eichliackerquartiers.[10]
Der Bahnhof Wülflingen liegt westlich des historischen Dorfzentrums. Das heutige steinerne Aufnahmegebäude stammt aus dem Jahr 1908. Beide Stationen werden von der S41 zwischen Winterthur und Bülach bedient.[11]
Geschichte
Entstehung des Eisenbahnknotens
Winterthur erhielt 1855 innerhalb weniger Monate Bahnverbindungen in mehrere Richtungen. Am 16. Mai wurde die Strecke über Frauenfeld nach Romanshorn eröffnet. Am 14. Oktober folgte die Verbindung über Grüze, Elgg und Wil nach St. Gallen.
Die günstige Lage zwischen Zürich, der Ostschweiz, dem Bodensee und dem Rhein machte Winterthur rasch zu einem Eisenbahnknoten. Der Hauptbahnhof wurde erweitert, und in seiner Umgebung entstanden Lagerhäuser, Werkstätten, Industrieanlagen und neue Wohnquartiere.
Ausbau durch Privatbahnen
In den 1870er-Jahren entstanden drei weitere Strecken:
- 1875 eröffnete die Tösstalbahn die Verbindung von Grüze über Seen und Sennhof nach Bauma;
- 1875 nahm die Schweizerische Nationalbahn die Strecke über Oberwinterthur und Etzwilen in Betrieb;
- 1876 folgte die Nationalbahnstrecke über Töss, Wülflingen, Bülach und Koblenz.
Die meisten dieser Bahnen gerieten später in finanzielle Schwierigkeiten. Die Schweizerische Nationalbahn wurde bereits 1878 liquidiert. Ihre Strecken gelangten zunächst an die Schweizerische Nordostbahn und 1902 an die SBB.
Die Tösstalbahn blieb länger selbstständig, wurde jedoch 1918 ebenfalls verstaatlicht.
Elektrifizierung
Die Winterthurer Strecken wurden zwischen den 1920er- und 1940er-Jahren schrittweise elektrifiziert. Die Dampflokomotiven wurden durch elektrische Triebfahrzeuge ersetzt.
Die Elektrifizierung ermöglichte kürzere Fahrzeiten, höhere Zuggewichte und einen dichteren Fahrplan. Sie war zugleich eine wichtige Voraussetzung für die spätere Entwicklung des regionalen Pendlerverkehrs.
Zürcher S-Bahn
Mit der Eröffnung der Zürcher S-Bahn am 27. Mai 1990 erhielten die Regionalverbindungen ein einheitliches Linien- und Taktkonzept.
Die S-Bahn stärkte insbesondere die Quartierbahnhöfe, da zahlreiche Verbindungen nicht mehr am Hauptbahnhof endeten, sondern über Winterthur hinaus nach Zürich und in andere Regionen weitergeführt wurden.
Wallrüti war bereits 1986 als Vorleistung für die S-Bahn eröffnet worden. Die Haltestelle Reutlingen folgte 1991. Mit Hegi kam 2006 eine weitere Station hinzu, die gezielt der Erschliessung eines neuen Stadtentwicklungsgebiets diente.
Verkehrsbetrieb
Die Eisenbahninfrastruktur sämtlicher öffentlicher Stationen befindet sich seit 2026 im Eigentum der SBB. Die SBB betreiben den Fernverkehr sowie einen grossen Teil der Zürcher S-Bahn.
Thurbo führt insbesondere die regionalen Linien S26, S29, S30, S35 und S41. Zum Einsatz kommen überwiegend elektrische Niederflurtriebzüge des Typs Stadler GTW beziehungsweise neuere Flirt-Evo-Züge.
Der Hauptbahnhof wird von sämtlichen Winterthurer S-Bahn-Linien bedient. An den Quartierstationen halten je nach Strecke eine bis vier Linien.
Das Angebot reicht von einzelnen stündlichen Verbindungen bis zu mehreren Zügen pro Stunde. Durch die Überlagerung verschiedener Linien bestehen auf den Hauptachsen nach Zürich, Wil, Frauenfeld und ins Tösstal besonders dichte Zugfolgen.
Verknüpfung mit dem Stadtbus
Der Hauptbahnhof ist zugleich der zentrale Knoten von Stadtbus Winterthur. Der Busbahnhof und die umliegenden Haltestellen werden von fast allen städtischen Linien sowie zahlreichen regionalen Buslinien bedient.
Weitere wichtige Umsteigepunkte befinden sich bei den Bahnhöfen Oberwinterthur, Seen, Wülflingen und Grüze. Wallrüti, Reutlingen, Hegi, Töss und Sennhof-Kyburg werden durch lokale Buslinien oder nahe gelegene Bushaltestellen ergänzt.
Die Verknüpfung von Bahn und Bus ermöglicht auch aus Quartieren ohne eigene Eisenbahnstation eine schnelle Fahrt zum Hauptbahnhof oder zu einem dezentralen Umsteigepunkt.
Tarif
Alle Winterthurer Bahnhöfe sind in den Zürcher Verkehrsverbund integriert. Die Stadtzone 120 umfasst den städtischen öffentlichen Verkehr und zählt bei der Berechnung des Fahrpreises als zwei Tarifzonen.
Innerhalb der gelösten Zonen dürfen S-Bahn, Bus und weitere Verbundverkehrsmittel benutzt werden. Für Fahrten über die Verbundgrenze stehen Z-Pass-Angebote und Fahrausweise des nationalen Direkten Verkehrs zur Verfügung.
Das Generalabonnement und das Halbtax werden auf allen regulären Bahnverbindungen anerkannt.
Barrierefreiheit und kombinierte Mobilität
Die Perrons und Zugänge der Winterthurer Stationen wurden seit Beginn des 21. Jahrhunderts schrittweise an die Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes angepasst.
Zu den Massnahmen gehören:
- erhöhte Perronkanten,
- Rampen und Aufzüge,
- taktile Sicherheitslinien,
- verbesserte Beleuchtung,
- neue Fahrgastanzeigen,
- hindernisfreie Wartebereiche.
Am Hauptbahnhof bestehen mehrere grosse Velostationen. Auch die Quartierbahnhöfe verfügen über gedeckte Veloabstellplätze. P+Rail-Anlagen befinden sich unter anderem beim Hauptbahnhof, in Wülflingen, Sennhof-Kyburg und bei weiteren Stationen.
Ausbauprojekte
Querung Grüze
Seit 2023 entsteht über dem Bahnhof Grüze die Leonie-Moser-Brücke. Das Bauwerk verbindet die Gebiete beidseits der Gleise und erhält Haltestellen für die Stadtbuslinie 7.
Die Brücke soll ab dem 13. Dezember 2026 regulär für den Fuss-, Velo- und Busverkehr zur Verfügung stehen. Dadurch entstehen direkte Umsteigewege zwischen den Bussen auf der Brücke und den S-Bahn-Perrons.[12]
Parallel dazu erneuern die SBB die Personenunterführung und verbessern den stufenfreien Zugang zu den Perrons.
Bahnhof Oberwinterthur
Die SBB und die Stadt Winterthur planen eine umfassende Aufwertung des Bahnhofs Oberwinterthur. Der Masterplan sieht verbesserte Zugänge, attraktive öffentliche Räume, neue Busanlagen und eine stärkere Verbindung der Quartiere beidseits der Gleise vor.[13]
Der konkrete Umfang und der Realisierungszeitpunkt hängen von der weiteren Planung des Bundes und der SBB ab.
Hauptbahnhof und MehrSpur Zürich–Winterthur
Das Projekt MehrSpur Zürich–Winterthur soll mit dem Brüttenertunnel und weiteren Ausbauten die Kapazität zwischen Zürich und Winterthur deutlich erhöhen.
Für den Hauptbahnhof wird langfristig mit einer Zunahme von heute rund 120'000 auf bis zu 180'000 Ein- und Aussteigende pro Tag gerechnet. Ein Ausbaukonzept für die Zeit nach 2045 sieht zusätzliche Durchgangskapazitäten und einen neuen Wendebahnhof im Gebiet Vogelsang Nord vor.[14]
Haltestelle Grüze Nord
Im Zusammenhang mit dem Ausbau des Bahnnetzes wird eine zusätzliche Haltestelle Grüze Nord diskutiert. Sie soll das wachsende Gebiet Neuhegi-Grüze besser erschliessen.
Die Haltestelle war 2026 noch nicht gebaut und ist deshalb nicht Bestandteil der Liste der bestehenden Winterthurer Bahnhöfe. Ihre Finanzierung und Einordnung in die langfristige Bundesplanung waren weiterhin offen.[15]
Bedeutung für die Stadtentwicklung
Die Eisenbahn prägte die räumliche und wirtschaftliche Entwicklung Winterthurs seit der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Rund um den Hauptbahnhof entstanden die Industriegebiete von Sulzer und der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik. Grüze entwickelte sich zu einem bedeutenden Industrie- und Gewerbegebiet. In Töss förderte der Bahnhof die Ausdehnung des Eichliackerquartiers, während die Bahnanschlüsse in Seen, Wülflingen und Oberwinterthur das Wachstum der früher selbstständigen Vororte unterstützten.
Die jüngeren Stationen Wallrüti, Reutlingen und Hegi entstanden gezielt zur Erschliessung wachsender Wohn- und Arbeitsplatzgebiete.
Heute bilden die Bahnhöfe wichtige Zentren der Siedlungsentwicklung. Stadt und Kanton fördern in ihrer Umgebung verdichtetes Wohnen, Arbeitsplätze, öffentliche Einrichtungen sowie gute Fuss- und Veloverbindungen.
Siehe auch
- Winterthur
- Bahnhof Winterthur
- S-Bahn Zürich
- Stadtbus Winterthur
- Liste der Bahnhöfe im Kanton Zürich
- Bahnstrecke Zürich–Winterthur
- Bahnstrecke St. Gallen–Winterthur
- Bahnstrecke Winterthur–Etzwilen
- Bahnstrecke Winterthur–Koblenz
- Tösstalbahn
Literatur
- Peter Niederhäuser: Winterthur und die Eisenbahn. Chronos Verlag, Zürich.
- Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz. AS Verlag, Zürich.
- Hans-Peter Bärtschi: Industriekultur in Winterthur. Winterthur.
- Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz. Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Orell Füssli, Zürich 1983.
- Stadt Winterthur und Schweizerische Bundesbahnen: Bahnhof Winterthur 2045+. Winterthur.
Weblinks
- Bahnhof Winterthur auf der Website der SBB
- Linien- und Netzpläne beim Zürcher Verkehrsverbund
- Verkehr und Mobilität bei der Stadt Winterthur
- Historische Beiträge zu den Winterthurer Bahnhöfen im Winterthur Glossar
- Projekt MehrSpur Zürich–Winterthur bei den SBB
Einzelnachweise
- ↑ S-Bahnen, Busse und Schiffe: ZVV-Liniennetz 2026. Hrsg.: Zürcher Verkehrsverbund und Schweizerische Bundesbahnen. 2025-11-24. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Direktverbindungen Fernverkehr ab Winterthur. Hrsg.: Schweizerische Bundesbahnen. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Hauptbahnhof Winterthur. In: Winterthur Glossar. Hrsg.: Winterthurer Bibliotheken. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Bahnhof Grüze. In: Winterthur Glossar. Hrsg.: Winterthurer Bibliotheken. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Bahnhof Hegi. In: Winterthur Glossar. Hrsg.: Winterthurer Bibliotheken. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Bahnhof Oberwinterthur. In: Winterthur Glossar. Hrsg.: Winterthurer Bibliotheken. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Bahnhof Wallrüti. In: Winterthur Glossar. Hrsg.: Winterthurer Bibliotheken. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Übergabe der Bahnhöfe Reutlingen und Wallrüti an die SBB. Hrsg.: Stadt Winterthur. 2024-02-15. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Bahnhof Seen und die Tösstallinie. In: Winterthur Glossar. Hrsg.: Winterthurer Bibliotheken. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Bahnhof Töss. In: Winterthur Glossar. Hrsg.: Winterthurer Bibliotheken. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Bahnhof Wülflingen. In: Winterthur Glossar. Hrsg.: Winterthurer Bibliotheken. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Querung Grüze: Einweihungsfest am 5. September. Hrsg.: Stadt Winterthur. 2026-07-10. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Masterplan Bahnhof Oberwinterthur. Hrsg.: Stadt Winterthur. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Der Bahnhof Winterthur wird fit für die Zukunft. Hrsg.: Stadt Winterthur. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Verkehr 45: Zentrale Winterthurer Projekte jetzt sichern. Hrsg.: Stadt Winterthur. 2026-06-19. Abgerufen am 2026-08-04.