Christlichdemokratische Volkspartei

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Christlichdemokratische Volkspartei der Schweiz
Abkürzung CVP
Französischer Name Parti démocrate-chrétien
Italienischer Name Partito Popolare Democratico
Rätoromanischer Name Partida cristiandemocratica Svizra
Staat Schweiz
Gründung 22. April 1912
Auflösung 31. Dezember 2020
Nachfolgepartei Die Mitte
Letzter Präsident Gerhard Pfister
Letzte Generalsekretärin Gianna Luzio
Hauptsitz Bern
Politische Ausrichtung Christdemokratie, politische Mitte, soziale Marktwirtschaft, Föderalismus
Parteifarbe Orange
Jugendorganisation Junge CVP Schweiz
Europäische Organisation Europäische Volkspartei
Internationale Organisation Christlich Demokratische Internationale
Wähleranteil 2019 11,4 %
Nationalrat 2019 25 von 200 Sitzen
Ständerat 2019 13 von 46 Sitzen
Bundesrat 2020 1 von 7 Sitzen

Die Christlichdemokratische Volkspartei der Schweiz (CVP) war eine politische Partei der Schweiz. Sie entstand aus der katholisch-konservativen Bewegung des 19. Jahrhunderts und gehörte während mehr als hundert Jahren zu den wichtigsten politischen Kräften des Landes. Ihre historischen Hochburgen lagen vor allem in den katholisch geprägten Kantonen der Zentral- und Ostschweiz, im Wallis, im Tessin und in Teilen der Westschweiz.

Die Partei vertrat christdemokratische Grundsätze und verstand sich seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als überkonfessionelle Partei der politischen Mitte. Zu ihren zentralen Anliegen gehörten der Föderalismus, die soziale Marktwirtschaft, die Unterstützung von Familien, ein leistungsfähiger Sozialstaat, der gesellschaftliche Zusammenhalt und eine auf Ausgleich ausgerichtete Politik zwischen den wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Lagern.

Die nationale Parteiorganisation wurde am 22. April 1912 als Schweizerische Konservative Volkspartei gegründet. 1957 erfolgte die Umbenennung in Konservativ-Christlichsoziale Volkspartei. Seit 1970 trug sie den Namen Christlichdemokratische Volkspartei.

Am 28. November 2020 beschlossen die Delegierten der CVP die Umbenennung der nationalen Partei in Die Mitte und die Vereinigung mit der Bürgerlich-Demokratischen Partei. Die neue Partei nahm ihre Tätigkeit am 1. Januar 2021 auf.[1]

Die CVP war von 1891 bis zu ihrem Übergang in Die Mitte ohne Unterbruch im Bundesrat vertreten. Von 1959 bis 2003 besass sie gemäss der sogenannten Zauberformel zwei der sieben Bundesratssitze. Nach der Nichtwiederwahl von Ruth Metzler im Jahr 2003 verblieb ihr noch ein Sitz.

Name

Der deutsche Parteiname lautete zuletzt vollständig Christlichdemokratische Volkspartei der Schweiz.

In den anderen Landessprachen verwendete die Partei eigenständige Bezeichnungen:

Sprache Name Abkürzung
Deutsch Christlichdemokratische Volkspartei der Schweiz CVP
Französisch Parti démocrate-chrétien PDC
Italienisch Partito Popolare Democratico PPD
Rätoromanisch Partida cristiandemocratica Svizra PCD

Die italienische Bezeichnung entsprach nicht einer wörtlichen Übersetzung des deutschen Namens. Sie griff die historische Bezeichnung als demokratische Volkspartei auf.

Der Ausdruck christlichdemokratisch kennzeichnete eine politische Strömung, die christliche Sozialethik mit demokratischen Institutionen, sozialer Verantwortung, wirtschaftlicher Freiheit und dem Schutz gesellschaftlicher Gemeinschaften verband.

Historische Wurzeln

Katholisch-konservative Bewegung

Die historischen Wurzeln der CVP reichen in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück.

Während der Regeneration standen sich liberale und konservative Kräfte gegenüber. Die Katholisch-Konservativen verteidigten die Stellung der katholischen Kirche, die kantonale Selbständigkeit, traditionelle Gesellschaftsordnungen und einen ausgeprägten Föderalismus.

Ihre wichtigsten Stützpunkte lagen in den katholischen Kantonen:

  • Luzern;
  • Uri;
  • Schwyz;
  • Obwalden;
  • Nidwalden;
  • Zug;
  • Freiburg;
  • Wallis;
  • Tessin;
  • Appenzell Innerrhoden.

Auch in konfessionell gemischten Kantonen entstanden katholisch-konservative Parteien und Vereinigungen.

Der Konflikt zwischen liberal-radikalen und katholisch-konservativen Kantonen verschärfte sich in den 1840er Jahren. Sieben katholische Kantone schlossen sich 1845 zum Sonderbund zusammen.

Nach dem Sieg der liberalen Kantone im Sonderbundskrieg von 1847 wurde 1848 der moderne schweizerische Bundesstaat gegründet. Die Katholisch-Konservativen standen der neuen Bundesordnung zunächst ablehnend gegenüber und bildeten auf Bundesebene eine politische Minderheit.

Integration in den Bundesstaat

In den ersten Jahrzehnten nach 1848 wurde die Bundespolitik vom Freisinn dominiert. Die Katholisch-Konservativen konzentrierten sich auf ihre kantonalen Hochburgen und verteidigten den Föderalismus sowie die Interessen der katholischen Bevölkerung.

Die Auseinandersetzungen des Kulturkampfs verstärkten in den 1870er Jahren die politische Mobilisierung des katholischen Milieus.

Katholische Vereine, Zeitungen, Schulen, Gewerkschaften, Studentenverbindungen und soziale Organisationen bildeten ein dichtes gesellschaftliches Netzwerk. Dieses katholische Milieu erleichterte die dauerhafte Bindung eines grossen Teils der katholischen Bevölkerung an die konservative Partei.

Mit der Zeit akzeptierten die Katholisch-Konservativen den Bundesstaat und beteiligten sich zunehmend an seiner Entwicklung.

1891 wurde der Luzerner Politiker Josef Zemp als erster Vertreter der katholisch-konservativen Bewegung in den Bundesrat gewählt. Seine Wahl gilt als wichtiger Schritt zur Integration der ehemaligen politischen Opposition in das schweizerische Regierungssystem.[2]

Gründung der nationalen Partei

Die katholisch-konservativen Parteien waren lange vor allem auf kantonaler Ebene organisiert.

1894 entstand eine erste gesamtschweizerische Katholische Volkspartei. Sie konnte die selbständigen Kantonalparteien jedoch nur begrenzt zusammenführen.

Am 22. April 1912 wurde in Luzern die Schweizerische Konservative Volkspartei gegründet. Sie bildete fortan die dauerhafte nationale Organisation der katholisch-konservativen Bewegung.

Die neue Partei blieb föderalistisch aufgebaut. Die Kantonalparteien verfügten über weitreichende Selbständigkeit und unterschieden sich teilweise in ihrer politischen Ausrichtung.

Innerhalb der Partei bestanden mehrere Strömungen:

  • konservativ-föderalistische Kräfte;
  • christlichsoziale Arbeitnehmervertreter;
  • Vertreter von Bauern und Gewerbe;
  • katholische Verbände;
  • sozialreformerische Intellektuelle;
  • wirtschaftsnahe Politiker.

Die Partei war damit weniger ein zentralistisch geführter Apparat als ein Zusammenschluss regionaler und gesellschaftlicher Organisationen.

Christlichsoziale Bewegung

Die christlichsoziale Bewegung entstand als katholische Antwort auf die soziale Frage und den Aufstieg der sozialistischen Arbeiterbewegung.

Wichtige Impulse gingen von der päpstlichen Sozialenzyklika Rerum novarum von 1891 aus. Diese anerkannte die sozialen Probleme der Industrialisierung, verteidigte das Recht auf Privateigentum und forderte zugleich Schutzmassnahmen für Arbeitnehmer.

Christlichsoziale Politiker und Organisationen setzten sich unter anderem ein für:

  • Arbeitnehmerschutz;
  • Sozialversicherungen;
  • Familienzulagen;
  • Genossenschaften;
  • Gesamtarbeitsverträge;
  • berufliche Ausbildung;
  • soziale Partnerschaft;
  • eine gerechtere Verteilung wirtschaftlicher Erträge.

Das Verhältnis zwischen konservativen und christlichsozialen Kräften war nicht immer spannungsfrei. Die Christlichsozialen verlangten häufig eine aktivere Sozialpolitik, während wirtschaftsnahe und ländlich-konservative Kreise staatlichen Eingriffen zurückhaltender gegenüberstanden.

1955 entstand die Christlichsoziale Parteigruppe der Schweiz. Um ihre Bedeutung innerhalb der Gesamtpartei sichtbar zu machen, benannte sich die Schweizerische Konservative Volkspartei 1957 in Konservativ-Christlichsoziale Volkspartei um.

Entwicklung zur CVP

In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich die schweizerische Gesellschaft grundlegend.

Die konfessionellen Bindungen wurden schwächer, die Bevölkerung wurde mobiler, Städte und Agglomerationen wuchsen, und neue gesellschaftliche Fragen gewannen an Bedeutung.

Die Partei versuchte deshalb, sich über das traditionelle katholische Milieu hinaus zu öffnen. Sie wollte auch reformierte, konfessionslose und gesellschaftlich modernere Wählerinnen und Wähler ansprechen.

1970 beschloss sie die Umbenennung in Christlichdemokratische Volkspartei der Schweiz.

Mit dem neuen Namen verband sich ein programmatischer Wandel:

  • von der katholischen Milieupartei zur überkonfessionellen Volkspartei;
  • von einer vorwiegend konservativen zu einer stärker zentristischen Position;
  • stärkere Betonung sozialer Verantwortung;
  • Ausbau der Familienpolitik;
  • offenere Haltung gegenüber gesellschaftlichen Veränderungen;
  • stärkere Mitwirkung von Frauen und jüngeren Mitgliedern.

Die konfessionelle Herkunft blieb dennoch lange sichtbar. Die Partei erzielte ihre höchsten Wähleranteile weiterhin in katholisch geprägten Regionen.

Stellung im politischen System

Die CVP gehörte zu den vier traditionellen Regierungsparteien der Schweiz.

Sie war besonders stark im Ständerat, weil sie in mehreren kleinen und mittelgrossen Kantonen dominierte. Die Vertretung der Kantone in der kleinen Kammer verlieh ihr häufig einen grösseren Einfluss, als ihr gesamtschweizerischer Wähleranteil vermuten liess.

Im Nationalrat positionierte sie sich zwischen dem freisinnig-konservativen und dem sozialdemokratisch-grünen Lager.

Je nach Sachgebiet arbeitete die CVP zusammen mit:

  • der FDP und der SVP in wirtschafts- und finanzpolitischen Fragen;
  • der SP und den Grünen in der Sozial-, Familien- und Entwicklungspolitik;
  • kleineren Mitteparteien bei institutionellen und gesellschaftspolitischen Vorlagen.

Diese Stellung verschaffte ihr in vielen parlamentarischen Abstimmungen eine Scharnierfunktion.

Konkordanz und Bundesrat

Erster Bundesratssitz

Mit der Wahl Josef Zemps im Jahr 1891 erhielten die Katholisch-Konservativen erstmals einen Sitz im Bundesrat.

Die Einbindung der Partei in die Landesregierung war ein wichtiger Schritt zur schweizerischen Konkordanzdemokratie. Sie beendete die ausschliessliche Herrschaft des Freisinns im Bundesrat.

1919 wurde mit der Wahl von Jean-Marie Musy ein zweiter katholisch-konservativer Vertreter in die Regierung aufgenommen.

In den folgenden Jahrzehnten schwankte die Zahl der Sitze zeitweise, bevor sich ab 1959 eine dauerhafte parteipolitische Verteilung etablierte.

Zauberformel

1959 wurden vier neue Mitglieder des Bundesrates gleichzeitig gewählt.

Die sieben Sitze wurden danach gemäss der sogenannten Zauberformel verteilt:

Partei Bundesratssitze
Freisinnig-Demokratische Partei 2
Konservativ-Christlichsoziale Volkspartei beziehungsweise später CVP 2
Sozialdemokratische Partei 2
Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei beziehungsweise später SVP 1

Diese Verteilung blieb bis 2003 bestehen.

Die beiden CVP-Mitglieder leiteten häufig bedeutende Departemente und prägten unter anderem die Sozial-, Finanz-, Aussen-, Justiz- und Infrastrukturpolitik.

Verlust des zweiten Sitzes

Bei den eidgenössischen Wahlen von 2003 wurde die SVP deutlich stärker als die CVP.

Die SVP beanspruchte daraufhin einen zweiten Bundesratssitz. Am 10. Dezember 2003 wählte die Vereinigte Bundesversammlung Christoph Blocher anstelle der bisherigen CVP-Bundesrätin Ruth Metzler-Arnold.

Damit verlor die CVP erstmals seit 1959 einen ihrer beiden Regierungssitze.

Der zweite CVP-Vertreter, Joseph Deiss, blieb im Amt. Nach seinem Rücktritt wurde 2006 Doris Leuthard gewählt.

Doris Leuthard gehörte dem Bundesrat bis Ende 2018 an. Ihre Nachfolgerin wurde Viola Amherd, die erste Frau aus dem Kanton Wallis im Bundesrat.

Nach der Entstehung der Partei Die Mitte führte Viola Amherd ihr Amt als Vertreterin der Nachfolgepartei weiter.

Bundesräte der Parteitradition

Bundesräte der katholisch-konservativen beziehungsweise christlichdemokratischen Parteitradition
Person Kanton Amtszeit
Josef Zemp Luzern 1891–1908
Josef Anton Schobinger Luzern 1908–1911
Giuseppe Motta Tessin 1911–1940
Jean-Marie Musy Freiburg 1920–1934
Philipp Etter Zug 1934–1959
Enrico Celio Tessin 1940–1950
Josef Escher Wallis 1950–1954
Thomas Holenstein St. Gallen 1955–1959
Jean Bourgknecht Freiburg 1959–1962
Ludwig von Moos Obwalden 1960–1971
Roger Bonvin Wallis 1962–1973
Kurt Furgler St. Gallen 1972–1986
Hans Hürlimann Zug 1974–1982
Alphons Egli Luzern 1983–1986
Flavio Cotti Tessin 1987–1999
Arnold Koller Appenzell Innerrhoden 1987–1999
Joseph Deiss Freiburg 1999–2006
Ruth Metzler-Arnold Appenzell Innerrhoden 1999–2003
Doris Leuthard Aargau 2006–2018
Viola Amherd Wallis seit 2019; ab 2021 für Die Mitte

Wahlergebnisse

Die CVP und ihre Vorgängerorganisationen gehörten während des grössten Teils des 20. Jahrhunderts zu den drei stärksten Parteien der Schweiz.

Nach der Einführung des Proporzwahlrechts für den Nationalrat im Jahr 1919 erreichte die Partei über Jahrzehnte Wähleranteile um 20 Prozent.

Ihren letzten Höchststand erzielte sie 1979 mit 21,3 Prozent. Danach setzte ein langfristiger Rückgang ein.

Ergebnisse bei Nationalratswahlen seit 1971
Wahljahr Wähleranteil Sitze im Nationalrat
1971 20,3 % 44
1975 20,2 % 46
1979 21,3 % 44
1983 20,2 % 42
1987 19,6 % 42
1991 18,0 % 35
1995 16,8 % 34
1999 15,9 % 35
2003 14,4 % 28
2007 14,5 % 31
2011 12,3 % 28
2015 11,6 % 27
2019 11,4 % 25

Bei den Nationalratswahlen 2019 erreichte die CVP mit 11,4 Prozent ihren niedrigsten gesamtschweizerischen Wähleranteil seit Einführung des Proporzwahlrechts. Sie gewann 25 Nationalratssitze und blieb im Ständerat mit 13 Mitgliedern stark vertreten.[3]

Der Stimmenrückgang seit 1979 verlief regional unterschiedlich. Besonders hohe Verluste verzeichnete die Partei in ihren früheren Hochburgen Luzern, Schwyz, Freiburg, St. Gallen und Wallis.

Regionale Hochburgen

Die CVP war traditionell in katholisch geprägten Gebieten stark.

Zu ihren wichtigsten Hochburgen gehörten:

In mehreren dieser Kantone stellte die Partei über Jahrzehnte Regierungsmitglieder, Ständeräte, Gemeindepräsidenten und andere wichtige Amtsträger.

In reformierten Grossstädten und in stark säkularisierten Regionen blieb ihre Wählerbasis dagegen vergleichsweise schwach.

Die Partei versuchte seit den 1970er Jahren, sich in städtischen und konfessionell gemischten Gebieten stärker zu verankern. Diese Bemühungen erzielten einzelne Erfolge, konnten den langfristigen Verlust des traditionellen katholischen Milieus jedoch nicht vollständig ausgleichen.

Politische Grundsätze

Christliches Menschenbild

Die CVP berief sich auf ein christliches Menschenbild.

Im Zentrum standen die Würde des Menschen, persönliche Verantwortung, Solidarität und die Bedeutung gesellschaftlicher Gemeinschaften.

Die Partei vertrat nicht den Anspruch, kirchliche Lehren unmittelbar in staatliches Recht umzusetzen. Sie verstand christliche Werte vielmehr als ethische Grundlage politischer Entscheidungen.

Mit der gesellschaftlichen Säkularisierung trat der konfessionelle Charakter zunehmend in den Hintergrund.

Subsidiarität

Ein zentrales Prinzip war die Subsidiarität.

Aufgaben sollten möglichst von der kleinsten geeigneten gesellschaftlichen oder staatlichen Einheit erfüllt werden:

  • von Einzelpersonen und Familien;
  • von privaten Organisationen;
  • von Gemeinden;
  • von Kantonen;
  • erst danach vom Bund.

Dieses Prinzip verband die christliche Soziallehre mit dem schweizerischen Föderalismus.

Solidarität

Die Partei befürwortete einen Sozialstaat, der Menschen gegen Krankheit, Alter, Invalidität, Arbeitslosigkeit und soziale Not absicherte.

Gleichzeitig sollte staatliche Unterstützung die Eigenverantwortung nicht verdrängen.

Die CVP unterstützte den Ausbau der schweizerischen Sozialversicherungen, verlangte aber regelmässig Reformen zur langfristigen Finanzierung.

Familienpolitik

Die Familienpolitik gehörte zu den bekanntesten Themen der Partei.

Die CVP setzte sich ein für:

  • Familienzulagen;
  • steuerliche Entlastung von Familien;
  • Kinderbetreuung;
  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie;
  • Mutterschaftsversicherung;
  • Schutz von Ehe und Familie;
  • Unterstützung pflegender Angehöriger;
  • bessere Bedingungen für Teilzeitarbeit.

Die Partei vertrat lange ein traditionelles Familienbild. Seit dem späten 20. Jahrhundert öffnete sie sich jedoch zunehmend gegenüber unterschiedlichen Lebensformen.

Innerhalb der Partei bestanden weiterhin konservative und gesellschaftsliberale Flügel.

2012 reichte die CVP die Volksinitiative «Für Ehe und Familie – gegen die Heiratsstrafe» ein. Sie verlangte die Beseitigung steuerlicher und sozialversicherungsrechtlicher Nachteile verheirateter Paare.

Die Initiative wurde 2016 äusserst knapp abgelehnt. Das Bundesgericht hob das Abstimmungsergebnis 2019 wegen unvollständiger beziehungsweise fehlerhafter behördlicher Angaben zur Zahl der betroffenen Ehepaare auf.

Die Initiative wurde später zurückgezogen, nachdem neue politische Lösungen angestrebt wurden.

Wirtschafts- und Finanzpolitik

Die CVP befürwortete die soziale Marktwirtschaft.

Sie unterstützte:

  • Privateigentum;
  • Unternehmertum;
  • kleine und mittlere Unternehmen;
  • Wettbewerb;
  • Berufsbildung;
  • Sozialpartnerschaft;
  • ausgeglichene öffentliche Finanzen;
  • eine leistungsfähige Infrastruktur.

Der Markt sollte nach Auffassung der Partei durch soziale und ökologische Rahmenbedingungen ergänzt werden.

Die CVP positionierte sich wirtschaftspolitisch meist zwischen FDP und SP. Sie unterstützte marktwirtschaftliche Reformen, lehnte aber einen weitgehenden Abbau staatlicher Sozialleistungen ab.

Die Partei befürwortete grundsätzlich die Schuldenbremse und verlangte eine langfristig tragfähige Finanzierung der Sozialversicherungen.

Sozialpolitik

Die CVP spielte bei der Entwicklung des schweizerischen Sozialstaats eine bedeutende Rolle.

Sie unterstützte unter anderem:

  • Alters- und Hinterlassenenversicherung;
  • Invalidenversicherung;
  • berufliche Vorsorge;
  • Familienzulagen;
  • Krankenversicherung;
  • Mutterschaftsentschädigung;
  • Ergänzungsleistungen.

Ihre Vertreter versuchten häufig, zwischen sozialdemokratischen Ausbauvorstellungen und wirtschaftsliberalen Sparforderungen zu vermitteln.

Bei der Altersvorsorge verlangte die Partei eine Kombination aus finanzieller Stabilisierung, sozialer Absicherung und Rücksicht auf Familien und Personen mit tiefen Einkommen.

Gesellschaftspolitik

Die gesellschaftspolitischen Positionen der CVP veränderten sich im Lauf ihrer Geschichte erheblich.

Die Partei war ursprünglich eng mit der katholischen Kirche verbunden und vertrat konservative Auffassungen zu Ehe, Familie, Schule und Sexualität.

Mit der Umwandlung zur überkonfessionellen Mittepartei wurden die Positionen vielfältiger.

In der Partei bestanden:

  • ein konservativer Flügel;
  • ein christlichsozialer Flügel;
  • wirtschaftsliberale Kräfte;
  • gesellschaftsliberale Vertreter;
  • föderalistisch geprägte Kantonalparteien.

Bei Fragen wie Schwangerschaftsabbruch, Fortpflanzungsmedizin, gleichgeschlechtlicher Partnerschaft und Ehe für alle waren die Meinungen innerhalb der Partei häufig geteilt.

Die nationale Partei lehnte die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zunächst mehrheitlich ab. Einzelne Mitglieder und Kantonalparteien vertraten jedoch eine offenere Haltung.

Umwelt- und Energiepolitik

Die CVP unterstützte den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und eine schrittweise Umstellung der Energieversorgung.

Sie befürwortete die Energiestrategie 2050 und den langfristigen Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie, soweit Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit gewährleistet blieben.

Zu ihren Forderungen gehörten:

  • Ausbau erneuerbarer Energien;
  • höhere Energieeffizienz;
  • Schutz von Landschaft und Kulturland;
  • Förderung des öffentlichen Verkehrs;
  • technologische Innovation;
  • international koordinierter Klimaschutz.

Im Vergleich zu Grünen und Grünliberalen vertrat sie meist einen stärker auf Kompromiss mit Wirtschaft, Landwirtschaft und ländlichen Regionen ausgerichteten Kurs.

Landwirtschaftspolitik

Die CVP war in zahlreichen ländlichen Regionen stark verankert.

Sie unterstützte eine multifunktionale Landwirtschaft, die neben der Lebensmittelproduktion auch Landschaftspflege, dezentrale Besiedlung und ökologische Leistungen erbringen sollte.

Die Partei befürwortete Direktzahlungen, verlangte jedoch deren Verbindung mit öffentlichen Leistungen.

Besondere Bedeutung hatten:

  • Schutz bäuerlicher Familienbetriebe;
  • angemessene Produzentenpreise;
  • Versorgungssicherheit;
  • Tierwohl;
  • regionale Wertschöpfung;
  • Entwicklung der Berggebiete.

Europa- und Aussenpolitik

Die CVP unterstützte grundsätzlich eine enge Zusammenarbeit der Schweiz mit Europa.

Innerhalb der Partei bestanden jedoch Unterschiede zwischen integrationsfreundlichen und souveränitätsorientierten Kräften.

1992 war die Haltung zum Beitritt der Schweiz zum Europäischen Wirtschaftsraum nicht einheitlich. Führende Parteivertreter unterstützten die Vorlage, während Teile der katholisch-ländlichen Basis sie ablehnten.

Später befürwortete die Partei den bilateralen Weg mit der Europäischen Union.

Sie unterstützte:

  • Personenfreizügigkeit;
  • bilaterale Verträge;
  • Schengen- und Dublin-Zusammenarbeit;
  • Beteiligung an europäischen Forschungsprogrammen;
  • internationale Zusammenarbeit;
  • humanitäre Tradition;
  • Entwicklungszusammenarbeit.

Einen unmittelbaren Beitritt zur Europäischen Union verfolgte die Partei zuletzt nicht.

Migrationspolitik

Die CVP vertrat eine Position zwischen einer restriktiven und einer stark offenen Migrationspolitik.

Sie verlangte:

  • Schutz tatsächlich verfolgter Menschen;
  • rasche Asylverfahren;
  • konsequente Rückführung abgewiesener Asylsuchender;
  • Integration durch Sprache, Bildung und Arbeit;
  • Bekämpfung von Missbrauch;
  • Anerkennung des wirtschaftlichen Nutzens qualifizierter Zuwanderung.

Die Partei betonte die Bedeutung der gesellschaftlichen Integration und des Respekts vor der schweizerischen Rechtsordnung.

Sicherheitspolitik

Die CVP unterstützte die bewaffnete Neutralität und eine glaubwürdige Milizarmee.

Sie befürwortete eine moderne Armee, Bevölkerungsschutz, Polizei und Nachrichtendienste.

Gleichzeitig setzte sie sich für internationale Friedensförderung, humanitäre Hilfe und diplomatische Vermittlung ein.

Die Positionen spiegelten die Verbindung von traditioneller Sicherheitspolitik und christlich-humanitärer Aussenpolitik wider.

Organisation

Die CVP Schweiz war als Verein organisiert.

Zu ihren Organen gehörten:

  • Delegiertenversammlung;
  • Parteivorstand;
  • Parteipräsidium;
  • Geschäftsleitung;
  • Generalsekretariat;
  • Kantonalparteien;
  • Vereinigungen und Fachorganisationen.

Die Delegiertenversammlung beschloss Programme, Statuten und nationale Abstimmungsparolen.

Die Kantonalparteien verfügten über weitreichende Selbständigkeit. Sie konnten in kantonalen Fragen Positionen vertreten, die von der nationalen Partei abwichen.

Diese föderalistische Struktur war eine historische Stärke, erschwerte aber teilweise ein einheitliches öffentliches Erscheinungsbild.

Vereinigungen

Innerhalb der Partei bestanden mehrere eigenständige Organisationen.

Dazu gehörten:

  • Junge CVP Schweiz;
  • CVP Frauen Schweiz;
  • Christlichsoziale Vereinigung;
  • Vereinigung der CVP-Seniorinnen und -Senioren;
  • Wirtschafts- und Gewerbeorganisationen;
  • kommunalpolitische Vereinigungen.

Die Christlichsoziale Vereinigung vertrat sozialpolitisch häufig Positionen links der Parteimehrheit.

Die Junge CVP setzte sich für die stärkere politische Beteiligung junger Menschen ein und trat in einzelnen gesellschaftspolitischen Fragen liberaler auf als die Mutterpartei.

Parteipräsidium

Zu den Präsidentinnen und Präsidenten der CVP in ihrer späteren Geschichte gehörten:

Person Amtszeit
Hans Wyer 1973–1984
Flavio Cotti 1984–1986
Eva Segmüller 1987–1992
Carlo Schmid-Sutter 1992–1994
Anton Cottier 1994–1997
Adalbert Durrer 1997–2001
Philipp Stähelin 2001–2004
Doris Leuthard 2004–2006
Christophe Darbellay 2006–2016
Gerhard Pfister 2016–2020

Eva Segmüller war die erste Frau an der Spitze einer schweizerischen Bundesratspartei.

Gerhard Pfister war der letzte Präsident der CVP und wurde anschliessend erster Präsident der Partei Die Mitte.

Bundeshausfraktion

Die CVP bildete im Bundesparlament über längere Zeit gemeinsame Fraktionen mit kleineren Mitteparteien.

Nach den Wahlen von 2019 entstand die Fraktion CVP-EVP-BDP. Ihr gehörten Mitglieder der CVP, der Evangelischen Volkspartei und der Bürgerlich-Demokratischen Partei an.

Die Fraktion wurde von Andrea Gmür-Schönenberger geleitet.

Durch den Zusammenschluss von CVP und BDP ging sie 2021 in die Mitte-Fraktion über. Die EVP blieb als eigenständige Partei Mitglied dieser Fraktion.

Frauen in der CVP

Frauen konnten erst nach der Einführung des eidgenössischen Frauenstimmrechts 1971 in die Bundesversammlung gewählt werden.

Die CVP förderte die politische Beteiligung von Frauen zunächst nur schrittweise. Später entstanden eigenständige Frauenorganisationen und Förderprogramme.

Bedeutende Politikerinnen der Partei waren unter anderem:

Elisabeth Blunschy wurde 1977 als erste Frau zur Präsidentin des Nationalrates gewählt.

Ruth Metzler war 1999 die dritte Frau im Bundesrat. Doris Leuthard und Viola Amherd gehörten ebenfalls als CVP-Vertreterinnen der Landesregierung an.

Verhältnis zur katholischen Kirche

Die katholische Kirche und die katholisch-konservative Partei waren im 19. und frühen 20. Jahrhundert eng miteinander verbunden.

Geistliche, kirchliche Vereine und katholische Medien unterstützten die politische Mobilisierung.

Die Partei verteidigte kirchliche Schulen, konfessionelle Rechte und die Stellung katholischer Institutionen.

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts lockerten sich diese Verbindungen. Die CVP wurde organisatorisch von der Kirche unabhängig und öffnete sich gegenüber Menschen anderer Konfessionen sowie Konfessionslosen.

Die Schweizer Bischofskonferenz gab keine formellen Wahlempfehlungen zugunsten der CVP ab. Dennoch bestanden weiterhin personelle, kulturelle und weltanschauliche Verbindungen.

Gründe für den langfristigen Rückgang

Der Rückgang der CVP seit den 1980er Jahren hatte mehrere Ursachen.

Dazu gehörten:

  • Schwächung des katholischen Milieus;
  • zunehmende Säkularisierung;
  • geringere Bindung an traditionelle Parteien;
  • Wachstum der Agglomerationen;
  • Konkurrenz durch SVP, FDP, GLP und andere Mitteparteien;
  • gesellschaftliche Liberalisierung;
  • unterschiedliche Positionen der Kantonalparteien;
  • Schwierigkeiten bei der Profilierung zwischen den politischen Lagern.

In früheren Hochburgen wechselten konservative Wähler teilweise zur SVP. Gesellschaftlich liberale und ökologisch orientierte Wähler wanderten zu GLP, Grünen oder SP ab.

Die Partei versuchte, ihre Stellung durch neue Programme, modernisierte Kommunikation und die stärkere Betonung der politischen Mitte zu stabilisieren.

Annäherung an die BDP

Die Bürgerlich-Demokratische Partei entstand 2008 durch Abspaltungen von der SVP.

CVP und BDP wiesen in zahlreichen politischen Fragen ähnliche Positionen auf. Beide verstanden sich als bürgerliche Mitteparteien, unterstützten die Konkordanz und vertraten einen vergleichsweise pragmatischen Kurs.

Seit 2019 arbeiteten CVP, BDP und EVP in einer gemeinsamen Bundeshausfraktion zusammen.

Der anhaltende Wählerrückgang beider Parteien erhöhte den Druck zu einer engeren Zusammenarbeit.

Die Parteiführungen begannen Verhandlungen über eine organisatorische Vereinigung und einen neuen Namen.

Entstehung von Die Mitte

Im Jahr 2020 schlug die CVP-Führung vor, den christlichen Bezug aus dem Parteinamen zu entfernen und künftig unter dem Namen Die Mitte aufzutreten.

Befürworter argumentierten, der Name CVP erschwere die Ansprache konfessionsloser und nichtchristlicher Wähler. Die christlichdemokratischen Werte sollten inhaltlich erhalten bleiben, ohne im Namen eine religiöse Zugehörigkeit vorauszusetzen.

Kritiker befürchteten den Verlust der historischen Identität und eine zu undeutliche politische Positionierung.

In einer parteiinternen Mitgliederbefragung sprach sich eine Mehrheit für die Namensänderung und den Zusammenschluss mit der BDP aus.

Am 28. November 2020 genehmigte die Delegiertenversammlung der CVP die neuen Statuten. Die nationale BDP stimmte der Fusion ebenfalls zu.

Am 1. Januar 2021 entstand die nationale Partei Die Mitte.[4]

Die Mitte übernahm:

  • die nationale Organisation der CVP;
  • die Mitglieder der BDP;
  • die parlamentarische Vertretung beider Parteien;
  • den CVP-Bundesratssitz;
  • die Mitgliedschaften in internationalen christdemokratischen Organisationen;
  • wesentliche Teile der Programme und Strukturen.

Kantonale Umsetzung

Die Fusion auf nationaler Ebene führte nicht automatisch zur sofortigen Auflösung aller kantonalen CVP- und BDP-Parteien.

Die Kantonalparteien entschieden selbständig über:

  • Namensänderung;
  • organisatorische Fusion;
  • Statuten;
  • Zeitpunkt der Umsetzung;
  • Beibehaltung regionaler Besonderheiten.

In Kantonen mit einer CVP und einer BDP fanden teilweise eigenständige Fusionsverhandlungen statt.

Einzelne Kantonalparteien behielten den Namen CVP zunächst bei oder verwendeten Übergangsbezeichnungen.

Die föderalistische Umsetzung entsprach der traditionell grossen Selbständigkeit der kantonalen Parteiorganisationen.

Kritik

Die CVP wurde häufig wegen ihres schwer erkennbaren politischen Profils kritisiert.

Ihre Position in der Mitte ermöglichte wechselnde Mehrheiten, führte aber zum Vorwurf, sie passe ihre Haltung opportunistisch an die jeweilige Situation an.

Von konservativer Seite wurde kritisiert, die Partei habe ihre christlichen und gesellschaftspolitischen Grundsätze aufgegeben.

Von linker Seite wurde ihr vorgeworfen, in Wirtschafts- und Steuerfragen zu häufig mit FDP und SVP zu stimmen.

Gesellschaftsliberale Kritiker betrachteten ihre Positionen zu Ehe, Schwangerschaftsabbruch und Gleichstellung als zu konservativ.

Auch die starke Stellung einzelner Kantonalparteien wurde unterschiedlich beurteilt. Sie ermöglichte regionale Vielfalt, erschwerte jedoch eine einheitliche nationale Kommunikation.

Bedeutung

Die CVP spielte eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der schweizerischen Konkordanzdemokratie.

Ihre Einbindung in den Bundesrat trug zur Aussöhnung zwischen den ehemaligen Sonderbundskantonen und dem liberalen Bundesstaat bei.

Sie vertrat über Jahrzehnte die katholische Bevölkerung und half, diese in die nationalen Institutionen zu integrieren.

Später entwickelte sie sich zu einer überkonfessionellen Mittepartei und wirkte bei zahlreichen Kompromissen in der Sozial-, Familien-, Finanz- und Europapolitik mit.

Zu ihren bleibenden politischen Beiträgen gehören:

  • Stärkung des Föderalismus;
  • Ausbau der Sozialversicherungen;
  • Förderung der Familienpolitik;
  • Entwicklung der Konkordanz;
  • Vertretung ländlicher und katholischer Regionen;
  • Vermittlung zwischen politischen Lagern;
  • soziale Ausgestaltung der Marktwirtschaft.

Die heutige Partei Die Mitte führt einen grossen Teil dieser politischen Tradition weiter.

Chronologie

Wichtige Ereignisse
Jahr Ereignis
1847 Niederlage der katholisch-konservativen Kantone im Sonderbundskrieg.
1848 Gründung des schweizerischen Bundesstaates; die Katholisch-Konservativen bilden zunächst eine oppositionelle Minderheit.
1891 Josef Zemp wird erster katholisch-konservativer Bundesrat.
1894 Bildung einer ersten gesamtschweizerischen katholischen Volkspartei.
22. April 1912 Gründung der Schweizerischen Konservativen Volkspartei.
1919 Einführung des Proporzwahlrechts für den Nationalrat stärkt die Partei.
1919 Die katholisch-konservative Parteitradition erhält einen zweiten Bundesratssitz.
1955 Gründung der Christlichsozialen Parteigruppe der Schweiz.
1957 Umbenennung in Konservativ-Christlichsoziale Volkspartei.
1959 Einführung der Zauberformel mit zwei Regierungssitzen für die Partei.
1970 Umbenennung in Christlichdemokratische Volkspartei der Schweiz.
1977 Elisabeth Blunschy wird erste Nationalratspräsidentin der Schweiz.
1979 Die CVP erreicht mit 21,3 Prozent ihren letzten nationalen Höchststand.
1987 Eva Segmüller wird erste Präsidentin einer schweizerischen Bundesratspartei.
1999 Ruth Metzler und Joseph Deiss werden in den Bundesrat gewählt.
2003 Ruth Metzler wird nicht wiedergewählt; die CVP verliert ihren zweiten Bundesratssitz.
2006 Doris Leuthard wird Bundesrätin.
2016 Gerhard Pfister übernimmt das Parteipräsidium.
2018 Viola Amherd wird als Nachfolgerin Doris Leuthards in den Bundesrat gewählt.
2019 Die CVP erreicht 11,4 Prozent und 25 Nationalratssitze.
2020 CVP und BDP beschliessen die Vereinigung unter dem Namen Die Mitte.
1. Januar 2021 Die nationale Partei Die Mitte nimmt ihre Tätigkeit auf.

Siehe auch

Literatur

  • Urs Altermatt: CVP – Von der katholischen Milieupartei zur Partei der bürgerlichen Mitte. Benziger, Zürich 1989.
  • Urs Altermatt: Der Weg der Schweizer Katholiken ins Ghetto. Die Entstehungsgeschichte der nationalen Volksorganisationen im Schweizer Katholizismus 1848–1919. Universitätsverlag, Freiburg.
  • Ludwig Zurbriggen: CVP und die soziale Mitte. Soziales Kapital, Koalitionen und symbolische Praxis der CVP. Rüegger, Zürich.
  • Urban Fink: Die katholisch-konservative Partei und der schweizerische Bundesstaat. Freiburg.
  • Adrian Vatter: Das politische System der Schweiz. Nomos, Baden-Baden.
  • Wolf Linder, Sean Mueller: Schweizerische Demokratie. Institutionen, Prozesse, Perspektiven. Haupt, Bern.
  • Bundesamt für Statistik: Eidgenössische Wahlen. Nationalratswahlen 2019. Neuenburg.

Einzelnachweise

  1. Die Mitte Schweiz. In: Die Mitte. Abgerufen am 2026-07-23.
  2. Katholisch-Konservative. In: Historisches Lexikon der Schweiz. Abgerufen am 2026-07-23.
  3. Parteistärken bei Nationalratswahlen. In: Bundesamt für Statistik. Abgerufen am 2026-07-23.
  4. Ergebnisse der eidgenössischen Wahlen. In: Bundesamt für Statistik. Abgerufen am 2026-07-23. Hinweis zur Fusion von CVP und BDP im Jahr 2021.