Bevölkerung der Schweiz

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Die Bevölkerung der Schweiz umfasst die in der Schweiz lebenden Menschen unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit, Sprache, Herkunft oder Religionszugehörigkeit. Sie ist durch eine ausgeprägte sprachliche und kulturelle Vielfalt, einen hohen Anteil ausländischer Staatsangehöriger, eine starke Konzentration im Mittelland sowie eine zunehmende demografische Alterung gekennzeichnet.

Am 31. Dezember 2025 lebten nach provisorischen Angaben des Bundesamtes für Statistik (BFS) 9'124'288 Personen als ständige Wohnbevölkerung in der Schweiz. Davon besassen 6'597'646 Personen die schweizerische und 2'526'642 Personen eine ausländische Staatsangehörigkeit. Der Ausländeranteil betrug damit rund 27,7 Prozent.[1]

Das Wachstum der Schweizer Bevölkerung wird seit mehreren Jahrzehnten hauptsächlich durch die internationale Migration getragen. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung, während die durchschnittliche Kinderzahl je Frau deutlich unter dem für den langfristigen Generationenerhalt erforderlichen Niveau liegt. 2025 überstieg die Zahl der Menschen ab 65 Jahren erstmals jene der unter 20-Jährigen.[2]

Begriff und statistische Abgrenzung

In der amtlichen Statistik wird zwischen der ständigen Wohnbevölkerung, der nichtständigen Wohnbevölkerung und weiteren Personengruppen unterschieden. Die ständige Wohnbevölkerung bildet die zentrale Bezugsgrösse für die meisten demografischen Kennzahlen.

Seit 2010 gehören zur ständigen Wohnbevölkerung:

  • alle schweizerischen Staatsangehörigen mit Hauptwohnsitz in der Schweiz;
  • ausländische Staatsangehörige mit einer Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung von mindestens zwölf Monaten;
  • Personen mit einer Kurzaufenthaltsbewilligung, deren kumulierte Aufenthaltsdauer mindestens zwölf Monate beträgt;
  • Personen im Asylbereich, die sich insgesamt mindestens zwölf Monate in der Schweiz aufhalten;
  • internationale Funktionärinnen und Funktionäre, Diplomatinnen und Diplomaten sowie deren Familienangehörige mit entsprechendem Ausweis.

Personen mit Schutzstatus S werden während der ersten zwölf Monate ihres Aufenthalts grundsätzlich der nichtständigen Wohnbevölkerung zugerechnet. Nach einer Aufenthaltsdauer von zwölf Monaten wechseln sie statistisch zur ständigen Wohnbevölkerung. Solche Wechsel werden als «Änderungen des Bevölkerungstyps» erfasst und bei der Berechnung der Einwanderung berücksichtigt.[3]

Nicht zur ständigen Wohnbevölkerung zählen insbesondere Touristinnen und Touristen, Kurzaufenthalterinnen und Kurzaufenthalter mit einer Aufenthaltsdauer von weniger als zwölf Monaten sowie im Ausland wohnhafte Grenzgängerinnen und Grenzgänger. Letztere sind für den Schweizer Arbeitsmarkt von grosser Bedeutung, werden jedoch zur Wohnbevölkerung ihres jeweiligen Wohnstaates gezählt.

Bevölkerungsstand

Die ständige Wohnbevölkerung erreichte Ende 2024 erstmals mehr als neun Millionen Menschen. Ende 2025 lag sie bei rund 9,12 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete dies einen Zuwachs um ungefähr 73'300 Personen oder 0,8 Prozent. Damit verlangsamte sich das Wachstum gegenüber 2024, als die Bevölkerung um 1,0 Prozent zugenommen hatte.[2]

Ständige Wohnbevölkerung am 31. Dezember 2025
Merkmal Anzahl Anteil
Gesamtbevölkerung 9'124'288 100,0 %
Schweizer Staatsangehörige 6'597'646 72,3 %
Ausländische Staatsangehörige 2'526'642 27,7 %
Männer 4'538'918 49,7 %
Frauen 4'585'370 50,3 %

Die rechnerische Bevölkerungsdichte beträgt bezogen auf die gesamte Landesfläche rund 221 Einwohnerinnen und Einwohner je Quadratkilometer. Dieser Mittelwert vermittelt jedoch nur ein unvollständiges Bild. Grosse Teile der Alpen und des Juras sind dünn oder gar nicht besiedelt, während das Mittelland, die Region Zürich, der Genferseeraum und die Räume Basel, Bern, Lausanne und Luzern eine wesentlich höhere Bevölkerungsdichte aufweisen.

Historische Entwicklung

Vorindustrielle Zeit

Die Bevölkerungsverteilung wurde über Jahrhunderte durch die Topografie, die landwirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten und die Verkehrswege bestimmt. Dichter besiedelt waren die fruchtbaren Gebiete des Mittellandes, die grösseren Alpentäler und die Umgebung der Städte. In höher gelegenen Regionen begrenzten die klimatischen Bedingungen die landwirtschaftliche Produktion und damit die Zahl der dauerhaft ansässigen Menschen.

Bis ins 18. Jahrhundert wurde das Bevölkerungswachstum wiederholt durch Epidemien, Missernten, Hungerkrisen und eine hohe Kindersterblichkeit unterbrochen. Gleichzeitig wanderten viele Schweizer als Soldaten, Handwerker, Kaufleute oder Siedler ins Ausland aus. Erst Verbesserungen in der Ernährung, der Hygiene und der medizinischen Versorgung führten zu einem dauerhafteren Rückgang der Sterblichkeit.

Industrialisierung und Verstädterung

Die erste gesamtschweizerische Volkszählung des modernen Bundesstaates wurde 1850 durchgeführt. Damals lebten rund 2,4 Millionen Menschen in der Schweiz. Die Industrialisierung beschleunigte die Binnenwanderung aus landwirtschaftlich geprägten Regionen in die neuen Industriezentren. Besonders stark wuchsen die Städte und Industriegebiete der Kantone Zürich, Basel, St. Gallen, Aargau, Solothurn, Bern und Neuenburg.

Im 19. Jahrhundert blieb die Schweiz zugleich ein Auswanderungsland. Armut, begrenzte landwirtschaftliche Flächen und fehlende Erwerbsmöglichkeiten veranlassten viele Menschen zur Auswanderung, insbesondere nach Nord- und Südamerika. Gegen Ende des Jahrhunderts nahm die Zuwanderung zu, weil die wachsende Industrie, der Eisenbahnbau, der Tourismus und grosse Infrastrukturprojekte zusätzliche Arbeitskräfte benötigten.

20. Jahrhundert

Um 1900 zählte die Schweiz rund 3,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Obwohl das Land von den beiden Weltkriegen nicht unmittelbar militärisch betroffen war, wirkten sich die wirtschaftlichen Krisen, die Mobilmachungen und die eingeschränkte Migration auf die Bevölkerungsentwicklung aus.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte ein besonders kräftiges Wachstum ein. Der wirtschaftliche Aufschwung führte zur Anwerbung zahlreicher Arbeitskräfte aus dem Ausland. Zunächst kamen viele Menschen aus Italien, später auch aus Spanien, Portugal, Jugoslawien und der Türkei. Parallel dazu erreichte die Zahl der Geburten während des sogenannten Babybooms einen Höchststand.

Zwischen 1950 und 1970 stieg die ständige Wohnbevölkerung von rund 4,7 auf mehr als 6,1 Millionen Menschen. Nach der Ölkrise von 1973 verlangsamte sich das Wachstum zeitweise. Ein Teil der ausländischen Arbeitskräfte verliess die Schweiz, während sich viele bereits ansässige Familien dauerhaft niederliessen.

Entwicklung seit 1990

Seit den 1990er-Jahren nahm die Bevölkerung wieder stärker zu. Gründe waren die gute wirtschaftliche Entwicklung, der Bedarf an Arbeitskräften, die Zuwanderung aus den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens sowie später die Einführung der Personenfreizügigkeit zwischen der Schweiz und der Europäischen Union.

In den 2000er- und 2010er-Jahren blieb der Wanderungssaldo fast durchgehend positiv. 2023 wurde ein aussergewöhnlich hoher Zuwachs registriert. Neben der Arbeitsmigration spielte dabei der statistische Wechsel von Menschen aus der Ukraine mit Schutzstatus S von der nichtständigen zur ständigen Wohnbevölkerung eine bedeutende Rolle. Ende 2024 überschritt die ständige Wohnbevölkerung erstmals die Marke von neun Millionen Menschen.[4]

Entwicklung der ständigen Wohnbevölkerung
Jahr Bevölkerung Bemerkung
1850 rund 2,4 Millionen Erste eidgenössische Volkszählung nach der Gründung des Bundesstaates
1900 rund 3,3 Millionen Industrialisierung und zunehmende Verstädterung
1950 rund 4,7 Millionen Beginn der starken Nachkriegsentwicklung
1970 rund 6,2 Millionen Babyboom und umfangreiche Arbeitsmigration
1990 rund 6,8 Millionen Erneut zunehmende internationale Migration
2000 rund 7,2 Millionen Wachstum der grossen Agglomerationen
2010 7,87 Millionen Einführung des neuen Volkszählungssystems
2020 8,67 Millionen Fortgesetztes, überwiegend migrationsbedingtes Wachstum
2025 9,12 Millionen Provisorisches Jahresergebnis

Die Zahlen der verschiedenen Epochen sind wegen Änderungen der statistischen Definitionen und Erhebungsmethoden nicht in allen Einzelheiten unmittelbar miteinander vergleichbar.[5]

Natürliche Bevölkerungsbewegung

Die natürliche Bevölkerungsbewegung ergibt sich aus der Differenz zwischen der Zahl der Lebendgeburten und der Todesfälle. Über lange Zeit trug der Geburtenüberschuss wesentlich zum Bevölkerungswachstum bei. Seit dem Ende des Babybooms ist seine Bedeutung jedoch stark zurückgegangen.

2025 wurden in der Schweiz provisorisch 77'900 Lebendgeburten registriert. Dies waren etwa 400 weniger als im Vorjahr. Die Geburtenzahl sank damit im vierten Jahr in Folge. Die durchschnittliche Kinderzahl je Frau lag bei 1,28 und damit deutlich unter dem rechnerischen Bestandserhaltungsniveau von ungefähr 2,1 Kindern je Frau.[2]

Im gleichen Jahr wurden rund 71'700 Todesfälle verzeichnet. Daraus ergab sich ein natürlicher Bevölkerungsüberschuss von ungefähr 6'200 Personen. Im Vergleich zum internationalen Wanderungssaldo war dieser Beitrag zum gesamten Bevölkerungswachstum gering.

Die Entwicklung der Geburtenhäufigkeit hängt unter anderem mit längeren Ausbildungszeiten, späterer Familiengründung, veränderten Lebensformen, der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, den Wohnkosten sowie wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Unsicherheiten zusammen. Das durchschnittliche Alter der Frauen bei der Geburt eines Kindes ist über die Jahrzehnte gestiegen.

Lebenserwartung und Sterblichkeit

Die Lebenserwartung gehört in der Schweiz zu den höchsten weltweit. Verbesserungen der medizinischen Versorgung, der Arbeits- und Lebensbedingungen, der Ernährung und der Unfallprävention führten während des 20. Jahrhunderts zu einem starken Rückgang der Sterblichkeit.

2025 betrug die Lebenserwartung bei Geburt nach provisorischen Angaben 82,7 Jahre für Männer und 86,3 Jahre für Frauen. Im Alter von 65 Jahren lag die verbleibende durchschnittliche Lebenserwartung bei 20,7 Jahren für Männer und 23,2 Jahren für Frauen.[2]

Der Abstand zwischen Frauen und Männern hat sich langfristig verkleinert. In hohen Altersklassen besteht dennoch weiterhin ein deutlicher Frauenüberschuss. Zu den wichtigsten Einflussfaktoren auf die Sterblichkeit gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, demenzielle Erkrankungen, Atemwegserkrankungen, Unfälle sowie die Folgen von Hitzewellen und Epidemien.

Alters- und Geschlechtsstruktur

Die Schweizer Bevölkerung altert. Ursache dafür sind die niedrige Geburtenhäufigkeit, die steigende Lebenserwartung und das Vorrücken der geburtenstarken Jahrgänge der Nachkriegszeit ins Rentenalter.

Ende 2025 waren 19,8 Prozent der Bevölkerung jünger als 20 Jahre. 60,4 Prozent gehörten zur Altersgruppe der 20- bis 64-Jährigen. Rund 19,9 Prozent waren mindestens 65 Jahre alt. Erstmals lebten damit in der Schweiz mehr Personen ab 65 Jahren als Menschen unter 20 Jahren.[6]

Altersstruktur der ständigen Wohnbevölkerung 2025
Altersgruppe Personen Anteil
0 bis 19 Jahre 1'802'049 19,8 %
20 bis 64 Jahre 5'511'266 60,4 %
65 bis 79 Jahre 1'267'622 13,9 %
80 Jahre und älter 543'351 6,0 %

Auf 100 Personen im Alter zwischen 20 und 64 Jahren kamen 2025 rund 32,9 Personen ab 65 Jahren. Dieser sogenannte Altersquotient lag erstmals leicht über dem Jugendquotienten von 32,7 Personen unter 20 Jahren je 100 Personen im Alter von 20 bis 64 Jahren. 2005 hatte der Altersquotient erst 25,7 betragen.

In der Gesamtbevölkerung sind Frauen geringfügig stärker vertreten als Männer. In den jüngeren Altersgruppen gibt es etwas mehr Männer, während mit zunehmendem Alter der Frauenanteil aufgrund der höheren Lebenserwartung steigt. Besonders deutlich ist der Frauenüberschuss bei den über 80-Jährigen.

Räumliche Verteilung

Die Bevölkerung ist sehr ungleich über das Staatsgebiet verteilt. Der grösste Teil lebt im Mittelland zwischen Genfersee und Bodensee. Dieses Gebiet nimmt nur einen Teil der Landesfläche ein, umfasst aber die wichtigsten Städte, Verkehrsachsen, Industrie- und Dienstleistungszentren.

Die bevölkerungsreichsten Kantone sind Zürich, Bern, Waadt, Aargau, St. Gallen und Genf. Der Kanton Zürich allein zählt mehr als 1,6 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Zu den bevölkerungsärmsten Kantonen gehören Appenzell Innerrhoden, Uri, Obwalden und Glarus.

Besonders dicht besiedelt sind die Kantone Basel-Stadt und Genf sowie die städtischen Räume Zürich, Lausanne, Basel und Bern. Dünn besiedelt sind dagegen grosse Teile der Kantone Graubünden, Uri, Wallis und Tessin. Auch innerhalb der Gebirgskantone konzentriert sich die Bevölkerung auf die Haupttäler, gut erschlossene Tourismusorte und regionale Zentren.

Städte und Agglomerationen

Die Schweiz ist stark urbanisiert, obwohl zahlreiche Gemeinden ihren dörflichen Charakter bewahrt haben. Nach der räumlichen Definition des BFS lebten 2022 rund 74 Prozent der Bevölkerung in einer Agglomeration und weitere 4 Prozent in einem städtischen Kern ausserhalb einer Agglomeration. Rund die Hälfte der Bevölkerung lebte in einer der statistisch erfassten Städte.[7]

Die grössten zusammenhängenden städtischen Räume befinden sich um Zürich, Genf, Basel, Lausanne, Bern, Luzern, Winterthur und St. Gallen. Der Raum Genf–Lausanne bildet einen weitgehend zusammenhängenden Siedlungs- und Wirtschaftsraum entlang des Genfersees. Im Norden reichen die Agglomerationen Basel und Genf über die Landesgrenzen hinaus.

Die Ausdehnung der Agglomerationen führte zu einer starken Zunahme des Pendelverkehrs. Viele Menschen wohnen in Vororts- oder Gürtelgemeinden und arbeiten in den Kernstädten. Dadurch sind die funktionalen Stadtregionen wesentlich grösser als die administrativen Gebiete der einzelnen Städte.

Migration

Migration ist ein zentraler Bestandteil der Schweizer Bevölkerungsentwicklung. Im 19. Jahrhundert war die Schweiz über weite Strecken ein Auswanderungsland. Seit dem wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sie sich zu einem der bedeutendsten Einwanderungsländer Europas.

Die erste grosse Nachkriegszuwanderung bestand überwiegend aus Arbeitskräften aus Italien. Später kamen Menschen aus Spanien, Portugal, der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien hinzu. Seit Inkrafttreten der Personenfreizügigkeit mit der Europäischen Union und der Europäischen Freihandelsassoziation stammt ein erheblicher Teil der Zuwandernden aus EU- und EFTA-Staaten.

Neben der Erwerbsmigration spielen der Familiennachzug, Aus- und Weiterbildung, humanitäre Aufnahme, Asyl sowie die Rückkehr schweizerischer Staatsangehöriger eine Rolle. Die Wanderungsbewegungen reagieren vergleichsweise rasch auf die Wirtschaftslage, die Nachfrage nach Arbeitskräften, internationale Krisen und Änderungen des Aufenthaltsrechts.

2025 wanderten provisorisch 204'600 Personen in die Schweiz ein, während 127'300 Personen das Land verliessen. Der internationale Wanderungssaldo betrug damit 77'300 Personen. Bei schweizerischen Staatsangehörigen war der Saldo negativ, bei ausländischen Staatsangehörigen dagegen deutlich positiv.[2]

Das aussergewöhnlich starke Bevölkerungswachstum von 2023 stand teilweise mit den aus der Ukraine geflüchteten Personen in Zusammenhang. Wer 2022 den Schutzstatus S erhalten hatte und länger als zwölf Monate im Land blieb, wurde 2023 von der nichtständigen in die ständige Wohnbevölkerung überführt.

Staatsangehörigkeit und Migrationshintergrund

Ende 2025 besassen rund 2,53 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner keine schweizerische Staatsangehörigkeit. Personen italienischer, deutscher, portugiesischer und französischer Staatsangehörigkeit bildeten zusammen mehr als die Hälfte der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung. Weitere grössere Gruppen stammten aus dem Kosovo, Spanien, der Türkei, Nordmazedonien, Serbien und verschiedenen Staaten Südost- und Osteuropas.[8]

Die Staatsangehörigkeit ist nicht mit dem Geburtsort oder dem Migrationshintergrund gleichzusetzen. Viele Schweizer Staatsangehörige wurden im Ausland geboren oder stammen von eingewanderten Eltern ab. Umgekehrt lebt ein Teil der ausländischen Bevölkerung bereits seit der Geburt oder seit mehreren Generationen in der Schweiz.

2024 hatten 41 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren einen Migrationshintergrund. Dies entsprach rund 3,09 Millionen Menschen. Zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund zählen nach der statistischen Definition unter anderem selbst eingewanderte Personen sowie in der Schweiz geborene Nachkommen von Eingewanderten.[9]

Der Erwerb des Schweizer Bürgerrechts erfolgt durch Abstammung, Adoption oder Einbürgerung. Das schweizerische Bürgerrecht ist dreistufig aufgebaut und umfasst das Gemeindebürgerrecht, das Kantonsbürgerrecht und das Schweizer Bürgerrecht. 2025 wurden rund 41'500 Personen eingebürgert.

Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer

Schweizer Staatsangehörige mit Wohnsitz im Ausland werden häufig als Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer oder als «Fünfte Schweiz» bezeichnet. Ende 2025 waren rund 838'600 Schweizerinnen und Schweizer bei einer diplomatischen oder konsularischen Vertretung im Ausland gemeldet. Rund 64 Prozent lebten in Europa und knapp die Hälfte in einem Nachbarland der Schweiz. Frankreich beherbergte die grösste Auslandschweizergemeinschaft, gefolgt von Deutschland, den Vereinigten Staaten und Italien.[10]

Ein grosser Teil der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer besitzt neben dem Schweizer Bürgerrecht mindestens eine weitere Staatsangehörigkeit. Unter bestimmten Voraussetzungen können sie an eidgenössischen Wahlen und Abstimmungen teilnehmen.

Sprachen

Die sprachliche Vielfalt ist ein grundlegendes Merkmal der Schweizer Bevölkerung. Gemäss Artikel 4 der Bundesverfassung sind Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch die vier Landessprachen.[11]

Die Sprachgebiete sind historisch gewachsen. Deutsch beziehungsweise Schweizerdeutsch dominiert in der Deutschschweiz, Französisch in der Romandie, Italienisch im Kanton Tessin und in Teilen Graubündens. Rätoromanisch wird hauptsächlich in verschiedenen Regionen des Kantons Graubünden gesprochen. Die Kantone Bern, Freiburg und Wallis sind deutsch-französisch, der Kanton Graubünden ist deutsch-rätoromanisch-italienisch.

2023 nannten rund 61 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung Deutsch oder Schweizerdeutsch als eine ihrer Hauptsprachen. Französisch erreichte ungefähr 23 Prozent, Italienisch rund 8 Prozent und Rätoromanisch etwa 0,5 Prozent. Da seit 2010 mehrere Hauptsprachen angegeben werden können, ergibt die Summe der Anteile mehr als 100 Prozent.[12]

Durch die Migration haben zahlreiche weitere Sprachen an Bedeutung gewonnen. Zu den verbreiteten Nichtlandessprachen gehören Englisch, Portugiesisch, Albanisch, Spanisch sowie Sprachen aus Südosteuropa. Englisch spielt besonders in international ausgerichteten Unternehmen, in Wissenschaft und Forschung sowie in den grossen Städten eine wichtige Rolle.

Mehrsprachigkeit ist im Alltag weit verbreitet. Nahezu zwei Drittel der Bevölkerung verwenden regelmässig mehrere Sprachen. Viele Menschen sprechen eine Standardsprache, einen Dialekt und zusätzlich eine oder mehrere Fremdsprachen. Die Sprachgrenzen sind im Allgemeinen stabil, bilden jedoch keine scharfen kulturellen oder wirtschaftlichen Trennlinien.

Religion

Die konfessionelle Gliederung der Schweiz wurde historisch durch die Reformation und die politischen Verhältnisse der einzelnen Kantone geprägt. Reformierte Gebiete lagen vor allem in Zürich, Bern, Basel, Schaffhausen, Genf, Waadt und Neuenburg, während die Zentralschweiz, das Wallis, Freiburg, das Tessin und Teile der Ostschweiz überwiegend katholisch blieben. Mehrere Kantone waren konfessionell gemischt.

Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat sich die religiöse Zusammensetzung stark verändert. Migration führte zur Entstehung und zum Wachstum orthodoxer, islamischer, hinduistischer, buddhistischer und weiterer Religionsgemeinschaften. Gleichzeitig nahm der Anteil der Menschen ohne Religionszugehörigkeit deutlich zu.

2024 gehörten rund 36 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren keiner Religionsgemeinschaft an. Etwa 30 Prozent waren römisch-katholisch und rund 19 Prozent evangelisch-reformiert. Andere christliche Gemeinschaften und islamische Gemeinschaften erreichten jeweils ungefähr 6 Prozent.[13]

Die religiöse Zusammensetzung unterscheidet sich stark zwischen den Kantonen, Generationen und Stadt-Land-Räumen. Konfessionslose Menschen sind in grösseren Städten und unter jüngeren Erwachsenen überdurchschnittlich vertreten. Die formelle Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft erlaubt zudem nur begrenzte Rückschlüsse auf die tatsächliche religiöse Praxis.

Haushalte und Lebensformen

Ende 2024 gab es in der Schweiz rund 4,06 Millionen Privathaushalte.[14] Die Zahl der Haushalte wächst stärker als die Bevölkerung, da die durchschnittliche Haushaltsgrösse langfristig abnimmt.

2023 bestand rund 37 Prozent aller Privathaushalte aus nur einer Person. Paare ohne Kinder bildeten die zweitgrösste Haushaltsgruppe. Daneben bestehen Haushalte von Paaren mit Kindern, Einelternhaushalte, Mehrgenerationenhaushalte und verschiedene nichtfamiliale Wohngemeinschaften.[15]

Die Zunahme der Einpersonenhaushalte hängt mit der höheren Lebenserwartung, späteren Familiengründungen, Trennungen, der höheren wirtschaftlichen Selbstständigkeit und der wachsenden Zahl älterer Menschen zusammen. In städtischen Gebieten ist der Anteil kleiner Haushalte besonders hoch. In ländlichen und suburbanen Gemeinden leben dagegen häufiger Familien mit Kindern.

Die Verkleinerung der Haushalte wirkt sich auf den Wohnungsbedarf aus. Selbst bei einem mässigen Bevölkerungswachstum kann die Zahl der benötigten Wohnungen deutlich steigen, wenn mehr Menschen allein oder zu zweit wohnen.

Demografische Herausforderungen

Die demografische Entwicklung beeinflusst nahezu alle Bereiche von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Die Alterung der Bevölkerung erhöht den Bedarf an Gesundheitsversorgung, Langzeitpflege und altersgerechtem Wohnraum. Gleichzeitig verändert sich das Verhältnis zwischen der erwerbstätigen Bevölkerung und den Menschen im Rentenalter.

Das Bevölkerungswachstum verstärkt in den wirtschaftlich dynamischen Regionen die Nachfrage nach Wohnungen, Verkehrsinfrastruktur, Schulen, Gesundheitsangeboten und öffentlichen Dienstleistungen. Besonders betroffen sind die Agglomerationen Zürich, Genf, Lausanne, Basel und Bern sowie die stark wachsenden Gebiete der Kantone Aargau, Waadt, Freiburg, Wallis, Thurgau und Zug.

Die Migration kann den Rückgang der Bevölkerung im Erwerbsalter teilweise ausgleichen. Sie stellt Kantone und Gemeinden zugleich vor Aufgaben in den Bereichen Integration, Sprachförderung, Bildung, Wohnungsversorgung und gesellschaftlicher Zusammenhalt. Die Wirkungen unterscheiden sich je nach Alter, Ausbildung, Aufenthaltsdauer und Erwerbsbeteiligung der zugewanderten Bevölkerung.

Regionale Unterschiede bleiben bedeutend. Während viele Agglomerations- und Vorortsgemeinden wachsen, sind abgelegene Berggebiete teilweise von Abwanderung, Alterung und einer Ausdünnung der öffentlichen Versorgung betroffen. Touristische Gemeinden können trotz kleiner ständiger Wohnbevölkerung zeitweise eine sehr hohe Zahl an anwesenden Personen aufweisen.

Bevölkerungsszenarien

Das Bundesamt für Statistik veröffentlicht regelmässig Szenarien zur zukünftigen Bevölkerungsentwicklung. Diese stellen keine sicheren Prognosen dar, sondern zeigen mögliche Entwicklungen unter bestimmten Annahmen zu Geburtenhäufigkeit, Lebenserwartung, Migration und Einbürgerungen.

Im Referenzszenario der Reihe 2025–2055 steigt die ständige Wohnbevölkerung von rund 9,1 Millionen im Jahr 2025 auf 9,75 Millionen im Jahr 2035 und 10,47 Millionen im Jahr 2055. Das hohe Szenario ergibt für 2055 rund 11,68 Millionen Menschen, das tiefe Szenario rund 9,27 Millionen.[16]

Ständige Wohnbevölkerung gemäss den BFS-Szenarien 2025–2055
Jahr Tiefes Szenario Referenzszenario Hohes Szenario
2025 9,05 Millionen 9,11 Millionen 9,17 Millionen
2035 9,31 Millionen 9,75 Millionen 10,19 Millionen
2045 9,34 Millionen 10,16 Millionen 10,98 Millionen
2055 9,27 Millionen 10,47 Millionen 11,68 Millionen

Nach dem Referenzszenario nimmt der Anteil der mindestens 65-Jährigen bis 2055 auf rund 25,5 Prozent zu. Die Zahl dieser Personen steigt von etwa 1,81 auf 2,67 Millionen. Der Anteil der 20- bis 64-Jährigen geht dagegen zurück, obwohl ihre absolute Zahl leicht zunehmen kann.

Das zukünftige Bevölkerungswachstum hängt in allen Szenarien wesentlich von der Migration ab. Ohne einen positiven Wanderungssaldo würde die niedrige Geburtenhäufigkeit langfristig zu einer Stagnation oder Abnahme der Bevölkerung führen.

Volkszählung und Datenquellen

Die erste eidgenössische Volkszählung fand 1850 statt. Danach wurde grundsätzlich alle zehn Jahre eine Vollerhebung durchgeführt. Die letzte traditionelle Volkszählung mit Fragebogen an die gesamte Bevölkerung erfolgte im Jahr 2000.

Seit 2010 verwendet die Schweiz ein registergestütztes Volkszählungssystem. Die wichtigsten Grundinformationen stammen aus den Einwohnerregistern der Gemeinden und Kantone, den Personenregistern des Bundes sowie dem Gebäude- und Wohnungsregister. Ergänzend führt das BFS jährlich eine Strukturerhebung bei einer Stichprobe der Bevölkerung sowie periodische thematische Erhebungen durch.

Zu den wichtigsten demografischen Statistiken gehören:

  • die Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP);
  • die Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung (BEVNAT);
  • die Strukturerhebung;
  • die Statistik der ausländischen Bevölkerung;
  • die Auslandschweizerstatistik;
  • die Erhebung zur Sprache, Religion und Kultur;
  • die Erhebung zu Familien und Generationen.

Beim Vergleich von Zahlen aus verschiedenen Zeiträumen müssen Änderungen der Definitionen, Erhebungsmethoden und Bevölkerungsbegriffe berücksichtigt werden. Dies betrifft insbesondere den Übergang zum registergestützten System im Jahr 2010 und die statistische Behandlung von Personen im Asylbereich.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Stand und Entwicklung der Bevölkerung. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 23. Juli 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Bevölkerungsentwicklung und natürliche Bevölkerungsbewegung im Jahr 2025: Provisorische Ergebnisse. Bundesamt für Statistik, 2. April 2026.
  3. Ständige Wohnbevölkerung: Definition. Bundesamt für Statistik, 2026.
  4. Bestand und Entwicklung der Bevölkerung der Schweiz im Jahr 2024: Definitive Ergebnisse. Bundesamt für Statistik, 27. August 2025.
  5. Methodologie und Daten der Volkszählungen ab 1850. Bundesamt für Statistik.
  6. Ständige Wohnbevölkerung nach Alter und Altersquotient, 2025. Bundesamt für Statistik.
  7. Raum mit städtischem Charakter, Agglomerationen und Stadt-Land-Typologie. Bundesamt für Statistik, 2024.
  8. Zusammensetzung der ausländischen Bevölkerung. Bundesamt für Statistik.
  9. Bevölkerung mit Migrationshintergrund im Jahr 2024. Bundesamt für Statistik, 8. Oktober 2025.
  10. Auslandschweizerstatistik 2025. Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten, 31. März 2026.
  11. Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Art. 4 und 70. Fedlex.
  12. Sprachliche Praktiken in der Schweiz. Bundesamt für Statistik, 2025.
  13. Religionen in der Schweiz. Bundesamt für Statistik.
  14. Bestand der Haushalte im Jahr 2024. Bundesamt für Statistik, 16. September 2025.
  15. Haushalte und Lebensformen im Jahr 2023. Bundesamt für Statistik, 2025.
  16. Szenarien zur Bevölkerungsentwicklung der Schweiz und der Kantone 2025–2055. Bundesamt für Statistik, 15. April 2025.