Bernisches Historisches Museum

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Bernisches Historisches Museum
Französischer Name Musée d’Histoire de Berne
Museumsart Kulturhistorisches Museum
Ort Bern
Adresse Helvetiaplatz 5, 3005 Bern
Gründung 1889
Eröffnung 1894
Rechtsform Privatrechtliche Stiftung
Stiftungsträger Kanton Bern, Stadt Bern und Burgergemeinde Bern
Sammlungsbestand rund 567'000 Objekte
Sammlungsbereiche Geschichte, Archäologie, Ethnografie und Numismatik
Integrierte Einrichtung Einstein Museum
Direktor Thomas Pauli-Gabi
Besucher 126'100
Besucherjahr 2025
Website www.bhm.ch

Das Bernische Historische Museum (französisch Musée d’Histoire de Berne, abgekürzt BHM) ist ein kulturhistorisches Museum am Helvetiaplatz im Kirchenfeldquartier der Stadt Bern. Es zählt zu den bedeutendsten historischen Museen der Schweiz. Seine Sammlungen umfassen rund 567'000 Objekte aus den Bereichen Geschichte, Archäologie, Ethnografie und Numismatik.[1]

Im Zentrum der Sammlungstätigkeit steht das kulturelle Erbe der Stadt und des Kantons Bern. Gleichzeitig bewahrt das Museum Objekte aus der ganzen Schweiz sowie umfangreiche Bestände aus aussereuropäischen Kulturen. Der zeitliche Rahmen reicht von der Altsteinzeit bis zur Gegenwart.

Zum Museum gehört das integrierte Einstein Museum, das Leben und Werk des Physikers Albert Einstein in den politischen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhang seiner Zeit einordnet. Neben ständigen Präsentationen veranstaltet das BHM regelmässig Sonderausstellungen, wissenschaftliche Projekte, Führungen, Workshops und öffentliche Veranstaltungen.

Das historische Hauptgebäude wurde von 1892 bis 1894 im Stil des Historismus errichtet. Es erinnert mit Türmen, steilen Dächern, Erkern und wehrhaft wirkenden Fassaden an spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Schlossanlagen. Der denkmalgeschützte Komplex wurde im 20. und frühen 21. Jahrhundert durch den Moserbau und den Erweiterungsbau «Kubus» ergänzt.

Auftrag und Bedeutung

Die Stiftung Bernisches Historisches Museum hat den Auftrag, vorgeschichtliche, historische und ethnografische Kulturgüter zu sammeln, zu bewahren, zu dokumentieren, zu erforschen und der Öffentlichkeit zu vermitteln. Eine besondere Stellung nimmt die Geschichte des alten Stadtstaates Bern, des Kantons Bern und seiner Beziehungen zur Eidgenossenschaft und zu anderen europäischen Regionen ein.[2]

Das Museum versteht sich als Gedächtnisinstitution und als öffentlicher Ort der Auseinandersetzung mit Geschichte. Seine Aufgaben gehen über die Präsentation bekannter Kunst- und Kulturgüter hinaus. Es untersucht auch die Entstehung der Sammlungen, die gesellschaftlichen Bedingungen ihrer Erwerbung und die wechselnden Interpretationen historischer Objekte.

Zu den Arbeitsfeldern gehören:

  • die dauerhafte Erhaltung und fachgerechte Lagerung der Sammlungsobjekte;
  • die wissenschaftliche Dokumentation und Digitalisierung der Bestände;
  • die Erforschung der Geschichte von Stadt und Kanton Bern;
  • archäologische, kulturhistorische, ethnografische und numismatische Forschung;
  • Provenienzforschung und die Klärung problematischer Erwerbungskontexte;
  • Ausstellungen und Vermittlungsangebote für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen;
  • die Zusammenarbeit mit Schulen, Hochschulen, Museen und kulturellen Organisationen.

Mit seinen Sammlungen, dem Einstein Museum und den bedeutenden Zeugnissen aus der Zeit des alten Bern besitzt das Museum eine Ausstrahlung, die über den Kanton hinausreicht. Im Jahr 2025 wurden 126'100 Besucherinnen und Besucher sowie 943 Führungen gezählt.[3]

Geschichte

Vorgängersammlungen

Die Ursprünge der Bestände reichen weit vor die eigentliche Museumsgründung zurück. Behörden, Bibliotheken, gelehrte Gesellschaften und private Sammler bewahrten bereits im 17. und 18. Jahrhundert Altertümer, Münzen, Waffen, Fahnen, Handschriften und naturkundliche Gegenstände auf.

Eine wichtige Grundlage bildeten die historischen Sammlungen der Stadt Bern und der Burgergemeinde. Hinzu kamen kantonale archäologische Funde und Schenkungen privater Sammler. Viele Objekte waren zunächst in unterschiedlichen Gebäuden untergebracht und nur eingeschränkt zugänglich.

1882 eröffnete in der Bibliotheksgalerie beim heutigen Casinoplatz das Antiquarische Museum der Stadt Bern. Dort wurden archäologische, historische und ethnografische Sammlungen von Kanton, Stadt und Burgergemeinde zusammengeführt.[4]

Die räumlichen Verhältnisse blieben jedoch unzureichend. Gleichzeitig wurde auf nationaler Ebene über die Gründung eines Schweizerischen Landesmuseums diskutiert. Bern bewarb sich als Standort und plante dafür einen repräsentativen Museumsneubau.

Stiftung Schweizerisches Nationalmuseum

Der Kanton Bern, die Stadt Bern und die Burgergemeinde Bern gründeten 1889 gemeinsam die privatrechtliche Stiftung Schweizerisches Nationalmuseum. Die drei Körperschaften brachten ihre Sammlungen in die neue Institution ein und übernahmen zu gleichen Teilen die Verantwortung für die Stiftung.[5]

Für den geplanten Museumsbau wurde ein Architektenwettbewerb durchgeführt. Das Projekt des Architekten André Lambert sah einen monumentalen Schlossbau vor, der verschiedene Formen der schweizerischen Architektur des 15. und 16. Jahrhunderts aufgriff.

Die Bundesversammlung entschied sich schliesslich für Zürich als Standort des Schweizerischen Landesmuseums. Bern hielt dennoch am geplanten Bau und an der Zusammenführung seiner Sammlungen fest. 1893 wurde die Stiftung in Stiftung Bernisches Historisches Museum umbenannt.

Eröffnung am Helvetiaplatz

Das Museum wurde von 1892 bis 1894 auf dem Kirchenfeld errichtet. Die Ausführungsplanung und Bauleitung übernahmen die Berner Architekten Eduard von Rodt und Paul Adolphe Tièche auf der Grundlage von Lamberts Entwurf.

1894 nahm das Bernische Historische Museum offiziell seinen Betrieb auf.[5] Die Lage südlich der Aare war damals Teil der raschen Entwicklung des Kirchenfeldquartiers. Durch die 1883 eröffnete Kirchenfeldbrücke war das neue Stadtgebiet direkt mit der Berner Altstadt verbunden.

Das Museum war als umfassende kulturhistorische Institution konzipiert. Es vereinigte Altertümer, historische Kunstwerke, archäologische Funde, Waffen, Textilien, Münzen und ethnografische Objekte unter einem Dach.

Die inszenierte Architektur war Teil des damaligen Museumskonzepts. Die Besucherinnen und Besucher sollten bereits beim Betreten des Gebäudes den Eindruck erhalten, in eine monumentale Darstellung schweizerischer und bernischer Geschichte einzutreten.

Ausbau der Sammlungen

Die Bestände nahmen nach der Eröffnung rasch zu. Archäologische Ausgrabungen im Kanton Bern, Schenkungen, Vermächtnisse und gezielte Ankäufe ergänzten die ursprünglichen Sammlungen.

Eine besonders bedeutende Erweiterung erfolgte durch den Diplomaten, Forschungsreisenden und Sammler Henri Moser. Er schenkte dem Museum seine umfangreiche orientalische Sammlung und stellte Mittel für einen Erweiterungsbau zur Verfügung. Die Sammlung umfasst Waffen, Textilien, Schmuck, Metallarbeiten, Reitausrüstungen und weitere Gegenstände aus Zentralasien, Persien, dem Osmanischen Reich und angrenzenden Regionen.

Für die Aufnahme dieser Bestände entstand zwischen 1918 und 1922 der sogenannte Moserbau. Er wurde an das historische Hauptgebäude angefügt und nach dem Stifter benannt.

Während der Amtszeit des Direktors Rudolf Wegeli von 1910 bis 1948 wurden die Inventarisierung, die wissenschaftliche Betreuung und die administrative Organisation des Museums modernisiert.[6]

Entwicklung im 20. Jahrhundert

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts wandelten sich die Aufgaben und Präsentationsformen des Museums. Die früher vorherrschende Anordnung nach kunsthistorischen Gattungen wurde schrittweise durch thematische und chronologische Ausstellungen ergänzt.

Archäologische Funde wurden zunehmend in ihren siedlungs- und kulturgeschichtlichen Zusammenhang eingeordnet. Die historische Abteilung erweiterte ihren Blick von staatlichen und militärischen Ereignissen auf Sozial-, Wirtschafts- und Alltagsgeschichte.

Auch die ethnografischen Bestände wurden neu bewertet. Während sie ursprünglich oft als Darstellung vermeintlich abgeschlossener und fremder Kulturen präsentiert worden waren, rückten später historische Kontakte, Kolonialismus, Handel, Mission, Migration und die Perspektiven der Herkunftsgesellschaften in den Vordergrund.

In den 1980er-Jahren wurden Dach und Fassaden des Hauptgebäudes saniert. Eine vollständige Erneuerung der Gebäudetechnik und der inneren Erschliessung fand jedoch nicht statt. Zahlreiche technische Anlagen wurden während Jahrzehnten lediglich ergänzt oder an neue Anforderungen angepasst.

Einstein-Ausstellung und Einstein Museum

Das Jahr 2005 wurde in Bern als Einstein-Jahr begangen. Ein Jahrhundert zuvor hatte Albert Einstein während seiner Berner Zeit mehrere grundlegende wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht. Das Bernische Historische Museum zeigte dazu die grosse Sonderausstellung «Einstein 2005».

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit weiteren wissenschaftlichen und kulturellen Institutionen. Sie zog mehr als 120'000 Besucherinnen und Besucher an und wurde nach dem Ende des Jubiläumsjahres in veränderter Form als ständiges Einstein Museum weitergeführt.[7]

Erweiterungsbau Kubus

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts benötigte das Museum zusätzliche Flächen für Sonderausstellungen, Depots, Arbeitsplätze und das Stadtarchiv Bern. Die Berner Stimmberechtigten genehmigten 2005 den städtischen Beitrag an den Erweiterungsbau mit einer Mehrheit von 78,36 Prozent.[8]

Der von mlzd Architekten entworfene Neubau wurde zwischen 2006 und 2009 südlich des historischen Museums errichtet. Er wird als Kubus bezeichnet und war während der Planungs- und Bauzeit auch unter dem Projektnamen «Kubus/Titan» bekannt.

Der Erweiterungsbau umfasst einen rund 1000 Quadratmeter grossen Sonderausstellungssaal, Kulturgüterschutzräume, Büros und Räume des Stadtarchivs. Seine moderne Sichtbeton- und Glasarchitektur bildet einen bewussten Kontrast zum historistischen Schlossbau.

Organisation und Finanzierung

Trägerin des Museums ist die Stiftung Bernisches Historisches Museum. Sie wird von der Stadt Bern, dem Kanton Bern und der Burgergemeinde Bern getragen. Die drei Stiftungsträger entsenden Mitglieder in den Stiftungsrat.

An der Finanzierung des laufenden Museumsbetriebs beteiligt sich zusätzlich die Regionalkonferenz Bern-Mittelland. Grundlage bildet eine mehrjährige Leistungsvereinbarung zwischen dem Museum und den öffentlichen Finanzierungspartnern.

Die strategische Führung liegt beim Stiftungsrat. Für den Museumsbetrieb ist die Direktion verantwortlich. Direktor ist seit 2020 der Archäologe und Kulturmanager Thomas Pauli-Gabi. Zur Geschäftsleitung gehören die Fachbereiche Programm, Sammlungen, Konservierung und Restaurierung, technische Dienste, Besuchsservice, Kommunikation und zentrale Dienste.[9]

Die von Kanton, Stadt und Burgergemeinde bei der Stiftungsgründung eingebrachten Gegenstände befinden sich teilweise weiterhin im Eigentum der jeweiligen Körperschaften. Das Museum übernimmt ihre wissenschaftliche Betreuung, Erhaltung und Vermittlung.

Gebäude

Historistischer Hauptbau

Der Hauptbau am Helvetiaplatz entstand von 1892 bis 1894. Er gehört zu den markantesten historistischen Museumsbauten der Schweiz. Die Architektur orientiert sich nicht an einem einzelnen historischen Vorbild, sondern verbindet Elemente verschiedener Burgen, Schlösser und repräsentativer Stadtbauten.

Die Anlage besitzt einen unregelmässigen Grundriss. Türme, Erker, hohe Giebel, steile Dächer und unterschiedliche Fensterformen erzeugen den Eindruck eines über lange Zeit gewachsenen Schlosses. Die Fassaden bestehen überwiegend aus hellem Naturstein.

Der Haupteingang liegt in der Mittelachse zum Helvetiaplatz. Über dem Portal befindet sich eine farbige Fassadendarstellung mit Motiven der schweizerischen und bernischen Geschichte. Zwei Bärenskulpturen auf den Torpfeilern verweisen auf das Wappentier Berns.

Die Innenräume wurden ursprünglich als Folge historisch wirkender Säle konzipiert. Unterschiedliche Raumhöhen, Treppen, Galerien und dekorative Ausstattungen unterstützten die Vorstellung einer Reise durch die Geschichte.

Der Hauptbau, seine Einfriedung und der Moserbau sind im Bauinventar der Stadt Bern als schützenswert eingetragen. Der Komplex gehört zudem zu den Kulturgütern von nationaler Bedeutung.[10]

Moserbau

Der Moserbau wurde von 1918 bis 1922 als erste grössere Erweiterung errichtet. Seine Entstehung steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Schenkung der orientalischen Sammlung Henri Moser.

Architektonisch nimmt der Bau Formen des Hauptgebäudes auf, bleibt jedoch als spätere Erweiterung erkennbar. Die Innenräume wurden für die Präsentation der Moser-Sammlung und weiterer ethnografischer Bestände eingerichtet.

Der Moserbau ist zusammen mit dem Hauptgebäude denkmalgeschützt. Seine Räume und technischen Anlagen sind Bestandteil der geplanten Gesamterneuerung.

Kubus

Der 2009 vollständig eröffnete Kubus bildet die zweite grosse bauliche Erweiterung. Der moderne Baukörper liegt südlich und teilweise unterhalb des historischen Museums.

Die dem Museumsgarten zugewandte Fassade besitzt eine plastisch strukturierte Betonoberfläche. Auf der Nordseite nimmt eine Glasfassade Spiegelungen des historischen Hauptgebäudes auf. Dadurch entsteht eine visuelle Beziehung zwischen Alt- und Neubau.

Im unterirdischen Bereich befindet sich eine grosse, weitgehend stützenfreie Ausstellungshalle. Sie kann flexibel für umfangreiche Sonderausstellungen und unterschiedliche szenografische Konzepte genutzt werden.

Zusätzlich entstanden klimatisierte Schutzräume für Kulturgüter, Büros und Räume des Stadtarchivs Bern. Der Kubus bleibt während der geplanten Gesamterneuerung des historischen Gebäudes voraussichtlich als Ausstellungsort nutzbar.[11]

Umgebung

Das Museum liegt am südlichen Ende des Helvetiaplatzes. Vor dem Gebäude steht das Welttelegrafen-Denkmal, das an die Gründung des Internationalen Telegrafenvereins in Bern erinnert.

Hinter dem Museum befindet sich der Museumsgarten. Er wird gemeinsam von den angrenzenden Kulturinstitutionen genutzt und bildet das räumliche Zentrum des entstehenden Museumsquartiers Bern.

Die parkartige Umgebung enthält Bäume, Grünflächen, Sitzgelegenheiten und Bereiche für Veranstaltungen. Im Sommer finden dort unter anderem Feste, Vermittlungsangebote, gastronomische Veranstaltungen und Filmvorführungen statt.

Sammlungen

Das Bernische Historische Museum verwaltet rund 567'000 Objekte. Sie sind vier grossen Sammlungsbereichen zugeordnet: der historischen, der archäologischen, der ethnografischen und der numismatischen Sammlung.[1]

Nur ein kleiner Teil der Bestände kann gleichzeitig ausgestellt werden. Der überwiegende Teil befindet sich in Depots und steht für Forschung, Ausstellungen, Leihverkehr und Vermittlung zur Verfügung.

Historische Sammlung

Die historische Sammlung dokumentiert die Geschichte Berns vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Sie enthält Objekte aus dem Umfeld der städtischen und kantonalen Behörden, der Burgergemeinde, der Zünfte, des Militärwesens, des Handwerks, der Wirtschaft und des privaten Alltags.

Zu den Beständen gehören:

  • Gemälde, Grafiken und Skulpturen;
  • Möbel und kunsthandwerkliche Gegenstände;
  • Fahnen, Waffen, Rüstungen und Uniformen;
  • Textilien, Kleidungsstücke und Schmuck;
  • kirchliche Kunstwerke und liturgische Gegenstände;
  • Werkzeuge, Haushaltsgeräte und technische Objekte;
  • staatliche Insignien, Siegel und Erinnerungsstücke;
  • Fotografien und Gegenstände der Zeitgeschichte.

Einen besonderen Schwerpunkt bilden Objekte aus der Zeit der bernischen Stadtrepublik. Bern beherrschte bis 1798 ein ausgedehntes Territorium und entwickelte eine ausgeprägte staatliche Repräsentationskultur. Wappen, Fahnen, Ratssilber, Waffen und diplomatische Geschenke dokumentieren diese politische Stellung.

Das Museum sammelt auch Gegenstände der jüngeren und jüngsten Geschichte. Dabei werden gesellschaftliche Veränderungen, Migration, Arbeit, Freizeit, politische Bewegungen und das Alltagsleben im Kanton Bern berücksichtigt.

Archäologische Sammlung

Die archäologische Sammlung enthält Funde aus dem Gebiet des Kantons Bern und angrenzenden Regionen. Ihr zeitlicher Rahmen reicht von der Altsteinzeit bis zum frühen Mittelalter.

Zu den Beständen gehören Steinwerkzeuge, Keramik, Schmuck, Waffen, Münzen, Glas, Metallgegenstände, Bauteile und organische Materialien. Zahlreiche Funde stammen aus Pfahlbausiedlungen an den Seen des Berner Mittellandes und des Seelands.

Von besonderer Bedeutung sind Objekte aus:

  • jungsteinzeitlichen und bronzezeitlichen Seeufersiedlungen;
  • eisenzeitlichen Gräbern und Siedlungen;
  • keltischen Fundstellen im Aare- und Seelandgebiet;
  • römischen Siedlungen, Gutshöfen und Heiligtümern;
  • frühmittelalterlichen Gräberfeldern.

Die Sammlung ist eng mit der Entwicklung der Archäologie im Kanton Bern verbunden. Viele ältere Funde gelangten bereits im 19. Jahrhundert ins Museum. Neuere Ausgrabungsobjekte werden in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Dienst des Kantons Bern erforscht und vermittelt.

Ethnografische Sammlung

Die ethnografische Sammlung umfasst Gegenstände aus Afrika, Asien, Ozeanien, Amerika und den Polarregionen. Sie entstand vor allem durch Schenkungen und Sammlungsreisen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

Zu den Objekten gehören Textilien, Masken, Skulpturen, Waffen, Schmuck, religiöse Gegenstände, Musikinstrumente, Haushaltsgeräte und Werkzeuge. Bedeutende Teilbestände stammen von Diplomaten, Kaufleuten, Missionaren, Forschungsreisenden und Militärangehörigen.

Die Sammlung Henri Moser bildet einen der umfangreichsten und bekanntesten Bestände. Sie dokumentiert zugleich das europäische Interesse an Zentralasien und dem sogenannten Orient während des späten 19. Jahrhunderts.

Die historische Entstehung der ethnografischen Sammlung wird heute kritisch untersucht. Viele Objekte gelangten unter Bedingungen kolonialer Herrschaft, wirtschaftlicher Abhängigkeit, militärischer Gewalt oder ungleicher Machtverhältnisse nach Europa.

Numismatische Sammlung

Die numismatische Sammlung umfasst Münzen, Medaillen, Marken, Jetons, Siegel und weitere geld- und staatshistorische Objekte. Sie dokumentiert sowohl die bernische Münzprägung als auch überregionale und internationale Entwicklungen.

Bern besass über Jahrhunderte ein eigenes Münzwesen. Die Sammlung enthält deshalb zahlreiche Prägungen des alten Stadtstaates und des späteren Kantons. Hinzu kommen antike, mittelalterliche, neuzeitliche und moderne Münzen.

Münzen dienen nicht nur als Zahlungsmittel, sondern auch als historische Quellen. Bilder, Inschriften, Herrschertitel und Wappen vermitteln Informationen über politische Macht, Wirtschaft, Religion und gesellschaftliche Vorstellungen.

Bedeutende Sammlungsobjekte

Burgundertapisserien

Zu den bekanntesten Beständen gehören die Burgundertapisserien. Sie stammen aus dem Besitz des burgundischen Herzogs Karls des Kühnen und gelangten während der Burgunderkriege als Beutestücke in die Eidgenossenschaft.

Die kostbaren Wandteppiche waren Teil der repräsentativen Hofausstattung der burgundischen Herzöge. Sie bestehen aus aufwendig gewebten Woll-, Seiden- und Metallfäden und zeigen heraldische, religiöse und höfische Motive.

Die Tapisserien besitzen kunsthistorische Bedeutung, werfen aber zugleich Fragen nach Krieg, Gewalt, Besitzwechsel und der späteren Umdeutung von Beutestücken zu nationalen Erinnerungsobjekten auf.

Berner Skulpturenfund

Der Berner Skulpturenfund besteht aus Fragmenten mittelalterlicher Heiligenfiguren, Architekturteile und weiterer kirchlicher Kunstwerke. Sie wurden 1986 bei Bauarbeiten auf der Berner Münsterplattform entdeckt.

Die Skulpturen waren während oder nach der Reformation beschädigt und als Füllmaterial deponiert worden. Ihre Erhaltung im Boden ermöglicht einen aussergewöhnlichen Einblick in die spätmittelalterliche Kunstproduktion Berns.

Die erhaltenen Farbfassungen zeigen, dass mittelalterliche Skulpturen ursprünglich vielfarbig gestaltet waren. Der Fund ist deshalb sowohl für die Kunstgeschichte als auch für die Erforschung der Berner Reformation von grosser Bedeutung.

Orientalische Sammlung Henri Moser

Die von Henri Moser zusammengetragene Sammlung enthält mehrere tausend Objekte aus Zentralasien, Persien, Afghanistan, dem Osmanischen Reich und angrenzenden Gebieten.

Besonders umfangreich sind Waffen, Rüstungen, Reitausrüstungen, Textilien, Schmuck und Metallarbeiten. Die Objekte vermitteln Kenntnisse über Handwerk, Handel, höfische Kultur und militärische Traditionen.

Gleichzeitig dokumentiert die Sammlung die Perspektive eines europäischen Reisenden und Sammlers des 19. Jahrhunderts. Ihre heutige wissenschaftliche Bearbeitung berücksichtigt deshalb auch die Erwerbungsgeschichte und die damaligen Vorstellungen vom «Orient».

Archäologische Funde

Zu den archäologischen Höhepunkten gehören Funde aus den prähistorischen Seeufersiedlungen des Berner Seelands, keltische Grabbeigaben, römische Alltagsgegenstände und frühmittelalterlicher Schmuck.

Einzelne Objekte sind aufgrund ihrer kunsthandwerklichen Qualität bekannt, andere besitzen ihre Bedeutung vor allem durch den dokumentierten Fundzusammenhang. Gemeinsam ermöglichen sie die Rekonstruktion von Siedlung, Ernährung, Handwerk, Handel und religiösen Vorstellungen früherer Gesellschaften.

Einstein Museum

Das Einstein Museum ist in das Bernische Historische Museum integriert und umfasst eine Ausstellungsfläche von rund 1000 Quadratmetern. Rund 550 Originalobjekte und Reproduktionen, etwa 70 Filme sowie zahlreiche Animationen vermitteln Leben und Werk Albert Einsteins.[12]

Die Ausstellung behandelt Einsteins Kindheit und Jugend, seine Ausbildung, seine Tätigkeit am Eidgenössischen Patentamt in Bern, seine Familie, seine wissenschaftlichen Arbeiten und sein späteres Leben in Deutschland und den Vereinigten Staaten.

Bern besitzt für Einsteins wissenschaftliche Entwicklung eine besondere Bedeutung. Er lebte von 1902 bis 1909 in der Stadt. Während dieser Zeit arbeitete er am Patentamt und veröffentlichte 1905 mehrere grundlegende Arbeiten zur modernen Physik. Dazu gehörten Beiträge zur speziellen Relativitätstheorie, zur Brownschen Bewegung und zum photoelektrischen Effekt.

Das Museum beschränkt sich nicht auf die Erklärung physikalischer Theorien. Es ordnet Einsteins Biografie in die Geschichte des 20. Jahrhunderts ein und behandelt Themen wie:

  • Antisemitismus und politische Verfolgung;
  • Erster und Zweiter Weltkrieg;
  • Nationalsozialismus und Emigration;
  • Entwicklung der Kernphysik;
  • Pazifismus und politische Verantwortung;
  • Gründung des Staates Israel;
  • Einsteins öffentliche Wirkung und seine Darstellung in der Populärkultur.

Originaldokumente, persönliche Gegenstände, Fotografien, Briefe, Filmausschnitte und Modelle werden durch audiovisuelle Stationen ergänzt. Die Ausstellung ist mehrsprachig erschlossen.

Das Einstein Museum ist vom Einsteinhaus Bern an der Kramgasse zu unterscheiden. Das Einsteinhaus zeigt die Wohnung, in der Einstein mit seiner Familie zeitweise lebte, während das Museum am Helvetiaplatz seine gesamte Biografie und sein wissenschaftliches Werk behandelt.

Ausstellungen

Ständige Präsentationen

Die ständigen Ausstellungen zeigen ausgewählte Teile der umfangreichen Sammlungen. Zu den thematischen Bereichen gehören die Geschichte der Stadt Bern, höfische Kunst des Mittelalters, Archäologie, Ethnografie und das Einstein Museum.

Die Ausstellung Höfische Kunst in Bern 1250–1520 präsentiert Skulpturen, Wandteppiche, kirchliche Kunst und weitere Gegenstände aus dem Mittelalter. Sie zeigt Bern als Teil eines europäischen Netzes von Fürstenhöfen, Klöstern, Städten und Handelsverbindungen.

Die Präsentationen zur Berner Stadtgeschichte behandeln die Entwicklung von der mittelalterlichen Stadtgründung über die frühneuzeitliche Stadtrepublik bis in die moderne Zeit. Politische Ereignisse werden mit Alltags-, Sozial- und Kulturgeschichte verbunden.

Archäologische Ausstellungen vermitteln die Lebenswelten früherer Bevölkerungsgruppen anhand von Funden und Rekonstruktionen. Die Objekte werden nicht nur nach Zeitabschnitten geordnet, sondern auch mit Themen wie Ernährung, Wohnen, Handel, Religion und Bestattung verbunden.

Sonderausstellungen

Der Kubus ermöglicht grossflächige Sonderausstellungen. Die Themen reichen von Archäologie und älterer Geschichte bis zu gesellschaftlichen Fragen der Gegenwart.

Sonderausstellungen werden häufig in Zusammenarbeit mit anderen Museen, Forschungsinstitutionen, dem Archäologischen Dienst des Kantons Bern oder gesellschaftlichen Organisationen entwickelt. Historische Objekte werden dabei mit Filmen, Interviews, künstlerischen Arbeiten und interaktiven Elementen kombiniert.

Zu den in den 2020er-Jahren behandelten Themen gehörten die Bronzezeit, Rassismus in Bern, fürsorgerische Zwangsmassnahmen, koloniale Sammlungen, archäologische Neufunde und die Geschichte der Schlacht bei Murten.

Die Ausstellungen werden von Führungen, Podiumsgesprächen, Workshops, Familienangeboten, Konzerten und thematischen Veranstaltungen begleitet.

Forschung und Dokumentation

Wissenschaftliche Forschung bildet eine Grundlage der Museumsarbeit. Mitarbeitende untersuchen einzelne Objekte, Sammlungsgruppen, historische Ereignisse und die Entstehungsgeschichte des Museums.

Die Ergebnisse erscheinen in Ausstellungskatalogen, wissenschaftlichen Aufsätzen, digitalen Angeboten und öffentlichen Vorträgen. Das Museum arbeitet unter anderem mit der Universität Bern, dem Archäologischen Dienst des Kantons Bern, der Burgerbibliothek Bern und weiteren Museen zusammen.

Ein langfristiges Projekt widmet sich der Erschliessung und Bereinigung des gesamten Sammlungsbestands. Die rund 567'000 Objekte werden überprüft, inventarisiert, fotografiert und mit Informationen zu Herkunft, Zustand, Eigentum und Standort versehen.[13]

Die digitale Erfassung erleichtert die Forschung und den Leihverkehr. Sie ermöglicht zudem, einen wachsenden Teil der Bestände unabhängig von einer Ausstellung öffentlich zugänglich zu machen.

Provenienzforschung und Restitutionen

Die Provenienzforschung untersucht, wann, wo und unter welchen Bedingungen ein Gegenstand erworben wurde. Von besonderer Bedeutung sind Objekte, die während der Zeit des Nationalsozialismus, in kolonialen Zusammenhängen, bei militärischen Konflikten oder unter rechtlich und ethisch problematischen Umständen in die Sammlung gelangten.

Das Museum führte von 2021 bis 2022 ein durch das Bundesamt für Kultur unterstütztes Projekt zu kolonialen Provenienzen durch. Dabei wurden Herkunft, Erwerbungswege und historische Machtverhältnisse ausgewählter ethnografischer Bestände untersucht.[14]

Das BHM beteiligt sich ausserdem an der Benin Initiative Schweiz, in der mehrere Schweizer Museen ihre Bestände aus dem historischen Königreich Benin gemeinsam erforschen. Vertreterinnen und Vertreter aus Nigeria werden in die wissenschaftliche Bearbeitung und die Diskussion über den künftigen Umgang mit den Objekten einbezogen.

2014 gab das Museum eine als Ekeko bezeichnete Kultfigur an Bolivien zurück. Der Schweizer Naturforscher Johann Jakob von Tschudi hatte sie 1858 ohne Zustimmung der lokalen Bevölkerung an sich genommen. Die Restitution war eines der frühen Beispiele für die Rückgabe eines problematisch erworbenen Kulturguts aus einer Schweizer Museumssammlung.[15]

Provenienzforschung kann zu Restitutionen, neuen Beschriftungen, gemeinsamen Forschungsprojekten oder langfristigen Kooperationen mit Herkunftsgesellschaften führen. Nicht in jedem Fall ist eine eindeutige rechtliche oder historische Bewertung möglich.

Konservierung und Restaurierung

Die Erhaltung der Objekte wird durch spezialisierte Konservatorinnen und Restauratoren gewährleistet. Unterschiedliche Materialien wie Textilien, Metall, Holz, Papier, Glas, Keramik und archäologische Bodenfunde benötigen jeweils besondere klimatische Bedingungen und Behandlungsmethoden.

Zu den Aufgaben gehören:

  • Kontrolle von Temperatur und Luftfeuchtigkeit;
  • Schutz vor Licht, Schädlingen und Schadstoffen;
  • Stabilisierung gefährdeter Materialien;
  • Restaurierung beschädigter Objekte;
  • Vorbereitung von Ausstellungen und Transporten;
  • Zustandskontrolle bei Leihgaben;
  • Entwicklung geeigneter Verpackungen und Aufbewahrungssysteme.

Bei grossen oder empfindlichen Objekten können Restaurierungsprojekte mehrere Jahre dauern. Die Fachstellen dokumentieren sämtliche Eingriffe, damit spätere Forschende die Veränderungen nachvollziehen können.

Ein Schwerpunkt liegt auf der präventiven Konservierung. Schäden sollen möglichst verhindert werden, bevor eine aufwendige Restaurierung notwendig wird.

Bildung und Vermittlung

Das Museum bietet Führungen, Workshops, Familienateliers und Unterrichtsprogramme an. Die Angebote richten sich an Schulen, Familien, Erwachsene, Fachgruppen und Menschen mit unterschiedlichen sprachlichen oder körperlichen Voraussetzungen.

Historische Themen werden nicht nur durch Texte und Vitrinen vermittelt. Hands-on-Stationen, Gespräche, Rollenspiele, Filme, Modelle und praktische Arbeiten ermöglichen verschiedene Zugänge.

Für Schulklassen bestehen Programme zu Archäologie, Mittelalter, Berner Geschichte und Albert Einstein. Lehrpersonen können Besuche mit Unterrichtsmaterialien vorbereiten oder durch Museumspädagoginnen und Museumspädagogen begleiten lassen.

Das Museum arbeitet ausserdem mit freiwilligen Mitarbeitenden zusammen. Sie unterstützen Veranstaltungen, Vermittlungsprojekte und den Kontakt mit dem Publikum.

Gesamterneuerung

Sanierungsbedarf

Der historische Hauptbau wurde seit seiner Eröffnung 1894 nie vollständig saniert. Dach, Fenster, Gebäudetechnik, Brandschutz, Energieversorgung und innere Erschliessung entsprechen nur noch teilweise den Anforderungen eines modernen Museums.

Die über Jahrzehnte ergänzten Heizungs-, Lüftungs-, Klima-, Sanitär- und Elektroanlagen verursachen einen hohen Energieverbrauch. Auch die Klimastabilität für empfindliche Sammlungsobjekte kann nur mit grossem Aufwand gewährleistet werden.

Treppen, enge Übergänge und unterschiedliche Bodenniveaus erschweren die Orientierung und den hindernisfreien Zugang. Viele Ausstellungsräume sind technisch und räumlich wenig flexibel.

Deshalb planen die Stiftung und ihre Träger eine umfassende Gesamterneuerung. Sie umfasst nicht nur bauliche Reparaturen, sondern auch eine Neugestaltung der Publikumsbereiche und der Ausstellungen.

Projekt «Viola W.»

2024 entschied ein Beurteilungsgremium den Studienauftrag für die Gesamterneuerung. Ausgewählt wurde das Projekt Viola W. der Arbeitsgemeinschaft Bellorini Architekt:innen und Kast Kaeppeli Architekten mit dem Amsterdamer Ausstellungsbüro Kossmanndejong.[11]

Das Projekt sieht einen sorgfältigen Umgang mit der historischen Bausubstanz und einen neuen südlichen Gebäudeteil vor. Ein zusätzlicher Eingang soll das Museum zum Museumsgarten öffnen.

Eine öffentliche Verbindung durch das Gebäude soll künftig vom Helvetiaplatz bis in den Museumsgarten führen. Teile dieser Verbindung sollen auch ausserhalb der eigentlichen Ausstellungszeiten zugänglich sein.

Neue Treppen und Aufzüge sollen zusammenhängende und hindernisfreie Rundgänge ermöglichen. Die Ausstellungsräume werden technisch erneuert und flexibler nutzbar gemacht.

Die alten haustechnischen Anlagen sollen ersetzt und die Energieversorgung auf Erdwärme umgestellt werden. Verbesserungen an Gebäudehülle und Technik sollen den Energieverbrauch senken und stabilere Bedingungen für die Sammlungsobjekte schaffen.

Kosten und Finanzierung

Für die Gesamterneuerung wurde ein Kostenrahmen von 120 Millionen Franken festgelegt. Die Finanzierung wird von Kanton, Stadt und Burgergemeinde Bern sowie durch Beiträge des Lotteriefonds und weitere Mittel getragen.[2]

Am 14. Juni 2026 genehmigten die Stimmberechtigten der Stadt Bern den städtischen Beitrag an die Gesamterneuerung mit 83,65 Prozent Ja-Stimmen.[16]

Die Bauarbeiten sollen nach Abschluss der Bewilligungsverfahren und der Sicherstellung der gesamten Finanzierung beginnen. Als Bauzeitraum sind die Jahre ab 2027 bis in die frühen 2030er-Jahre vorgesehen.

Während der Arbeiten werden die bestehenden Ausstellungen im Haupt- und Moserbau geschlossen und zurückgebaut. Der grosse Ausstellungssaal im Kubus soll nach Möglichkeit weiterbetrieben werden. Zusätzlich plant das Museum Vermittlungsprojekte in Zusammenarbeit mit regionalen Museen im gesamten Kanton Bern.

Museumsquartier Bern

Das Bernische Historische Museum gehört zum Museumsquartier Bern. Dabei handelt es sich um eine Kooperation mehrerer Kultur-, Bildungs- und Forschungsinstitutionen im Kirchenfeld.

Zum Umfeld gehören unter anderem:

Die Institutionen bleiben organisatorisch selbstständig, entwickeln jedoch gemeinsame Veranstaltungen, Vermittlungsprojekte und Kommunikationsangebote. Der Museumsgarten soll als gemeinsamer öffentlicher Raum und als grünes Zentrum des Quartiers ausgebaut werden.

Die Gesamterneuerung des Bernischen Historischen Museums ist mit dieser Entwicklung verbunden. Die Entfernung provisorischer Bauten südlich des Hauptgebäudes soll den Museumsgarten vergrössern und neue Verbindungen zwischen den Institutionen ermöglichen.

Förderverein

Der Förderverein des Bernischen Historischen Museums unterstützt die Arbeit des Museums ideell und finanziell. Er wurde 1901 gegründet und gehört damit zu den ältesten Museumsfördervereinen der Schweiz.

Die Mitglieder erhalten Einladungen zu besonderen Führungen, Vernissagen, Vorträgen und Exkursionen. Der Verein finanziert unter anderem Vermittlungsangebote und Familienprogramme.

2026 beging der Förderverein sein 125-jähriges Bestehen. Seine Tätigkeit ergänzt die öffentliche Finanzierung und stärkt die langfristige Verbindung zwischen Museum und Bevölkerung.

Standort und Erreichbarkeit

Das Museum befindet sich am Helvetiaplatz 5 im Kirchenfeldquartier. Vom Bahnhof Bern ist es mit Tram und Bus erreichbar. Die Haltestelle Helvetiaplatz liegt unmittelbar vor dem Museum.

Zu Fuss führt der Weg von der Berner Altstadt über die Kirchenfeldbrücke. Vom Bundesplatz oder vom Zytglogge beträgt die Gehzeit ungefähr zehn bis fünfzehn Minuten.

In der Umgebung befinden sich mehrere weitere Museen und kulturelle Einrichtungen. Der Besuch lässt sich deshalb mit dem Naturhistorischen Museum, dem Museum für Kommunikation, dem ALPS oder der Kunsthalle verbinden.

Siehe auch

Literatur

  • Anne-Marie Biland: Bernisches Historisches Museum. Architekturführer. Schweizerische Kunstführer, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 1994.
  • François de Capitani, Stefan Rebsamen: Bernisches Historisches Museum. Ein Führer durch die Sammlungen. Bernisches Historisches Museum, Bern.
  • Karl Zimmermann: Chronikalische Notizen zur Museumsgeschichte. In: Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde, Band 56, Bern 1994.
  • Werner Meyer: Die Burgunderbeute und ihre historische Bedeutung. Bern.
  • Rainer C. Schwinges, Susan Marti: Berns mutige Zeit. Das 13. und 14. Jahrhundert neu entdeckt. Bernisches Historisches Museum, Bern 2003.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Sammlungen, Bernisches Historisches Museum, abgerufen am 3. August 2026.
  2. 2,0 2,1 Beitrag an die Stiftung Bernisches Historisches Museum – Gesamterneuerung, Grosser Rat des Kantons Bern, 11. Februar 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  3. Jahresbericht 2025, Bernisches Historisches Museum, abgerufen am 3. August 2026.
  4. Bernisches Historisches Museum, Vitrosearch, Schweizerisches Institut für Glasmalerei und Glaskunstforschung, abgerufen am 3. August 2026.
  5. 5,0 5,1 Gesamtsanierung Bernisches Historisches Museum, Stadt Bern, 5. November 2025, abgerufen am 3. August 2026.
  6. Rudolf Wegeli. In: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 3. August 2026.
  7. Historisches Museum Bern: Kredit für die Sonderausstellung «Einstein 2005», Stadt Bern, 10. Dezember 2003, abgerufen am 3. August 2026.
  8. Abstimmungen vom 27. Februar 2005, Stadt Bern, abgerufen am 3. August 2026.
  9. Museumsteam und Stiftungsrat, Jahresbericht 2024 des Bernischen Historischen Museums, abgerufen am 3. August 2026.
  10. Helvetiaplatz 5, 5A und 5D, Bauinventar der Stadt Bern, abgerufen am 3. August 2026.
  11. 11,0 11,1 «Gesamterneuerung Bernisches Historisches Museum»: Das Siegerprojekt steht fest, Bernisches Historisches Museum, 29. Mai 2024, abgerufen am 3. August 2026.
  12. Einstein Museum, Bernisches Historisches Museum, abgerufen am 3. August 2026.
  13. Projekt Sammlungserschliessung und -bereinigung, Bernisches Historisches Museum, abgerufen am 3. August 2026.
  14. Spuren kolonialer Provenienz, Bernisches Historisches Museum, abgerufen am 3. August 2026.
  15. Johann Jakob von Tschudi. In: Historisches Lexikon der Schweiz, Version vom 13. November 2024, abgerufen am 3. August 2026.
  16. Abstimmungsresultate vom 14. Juni 2026, Stadt Bern, abgerufen am 3. August 2026.