Bahnhof Dinhard
| Bahnhof Dinhard | |
|---|---|
| Aufnahmegebäude und ehemaliger Güterschuppen des Bahnhofs Dinhard | |
| Gemeinde | Dinhard |
| Ortsteil | Welsikon |
| Bezirk | Winterthur |
| Kanton | Zürich |
| Staat | Schweiz |
| Lage | Zwischenbahnhof |
| Eigentümerin | SBB |
| Bahnverkehr | Thurbo |
| Strecke | Winterthur–Etzwilen |
| Linie | S29 |
| Streckenkilometer | 9,97 |
| Perrongleise | 1 |
| Eröffnung | 17. Juli 1875 |
| Höhenlage | 462 m ü. M. |
| Tarifzone | 160 (ZVV) |
| DiDok-Nummer | 6021 |
| UIC-Nummer | 8506021 |
| Betriebsstellenkürzel | DIH |
| Nachbarstationen | Seuzach und Thalheim-Altikon |
Der Bahnhof Dinhard ist eine Bahnstation in der politischen Gemeinde Dinhard im Bezirk Winterthur des Kantons Zürich. Er liegt im Gemeindeteil Welsikon an der Bahnstrecke von Winterthur über Etzwilen nach Stein am Rhein. Die Station wird von der Linie S29 der S-Bahn Zürich bedient.
Die Bahninfrastruktur gehört den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Die Personenzüge werden von der Regionalbahngesellschaft Thurbo geführt. Der Bahnhof besitzt ein Perrongleis und liegt in der Tarifzone 160 des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV).[1]
Lage
Der Bahnhof befindet sich am Sagiweg im Ortsteil Welsikon, südwestlich des eigentlichen Dorfkerns von Dinhard. Er liegt in einer überwiegend landwirtschaftlich geprägten Umgebung zwischen den Siedlungsgebieten von Dinhard, Welsikon und Bänk. Die Höhenlage beträgt rund 462 Meter über Meer.
Auf der Bahnstrecke folgt in Richtung Winterthur der Bahnhof Seuzach. In Richtung Stein am Rhein ist Thalheim-Altikon die nächste Station. Dinhard liegt bei Streckenkilometer 9,97 der von Winterthur aus gemessenen Strecke.[2]
Die Lage ausserhalb des Hauptortes erklärt, weshalb die unmittelbar benachbarte Bushaltestelle den Namen Dinhard, Bahnhof/Welsikon trägt. Der Bahnhof erschliesst damit nicht nur den Ort Dinhard, sondern insbesondere auch Welsikon und die umliegenden Weiler.
Anlage
Die heutige Anlage besteht aus einem durchgehenden Streckengleis und einem seitlich angeordneten Perron. Dinhard besitzt keine regelmässig für Zugskreuzungen verwendete Doppelspuranlage. Die Züge beider Fahrtrichtungen halten deshalb am selben Perron.
Auf dem Bahnhofareal steht das historische, zweigeschossige Aufnahmegebäude. Der holzverschalte Bau besitzt ein Satteldach, Fensterläden und ein entlang des Perrons verlaufendes Vordach. An das Hauptgebäude schliesst ein ehemaliger Güterschuppen an. Das Ensemble erinnert an die frühere Bedeutung kleiner Landstationen für den Personen-, Gepäck- und Güterverkehr.[3]
Den Reisenden stehen ein Wartebereich und Fahrgastinformationen zur Verfügung. Beim Bahnhof befinden sich zudem gedeckte Veloabstellplätze und eine P+Rail-Anlage. Bediente Verkaufsschalter oder grössere Einkaufsmöglichkeiten bestehen nicht.[4]
Verkehr
Bahnverkehr
Der Bahnhof wird von der Linie S29 der S-Bahn Zürich bedient. Sie verbindet Dinhard in der einen Richtung mit Seuzach, Reutlingen, Winterthur Wallrüti, Oberwinterthur und Winterthur. In der Gegenrichtung führt die Linie über Thalheim-Altikon, Ossingen, Stammheim und Etzwilen nach Stein am Rhein.
Im Fahrplanjahr 2026 verkehren die Züge der S29 grundsätzlich im Halbstundentakt. Die Reisezeit von Dinhard nach Winterthur beträgt rund zehn Minuten. Nach Stein am Rhein dauert die Fahrt ungefähr 25 Minuten.[5]
Die S29 stellt die wichtigste Verbindung der Gemeinde zum regionalen Zentrum Winterthur her. Dort bestehen Anschlüsse an den Zürcher Hauptbahnhof, den Flughafen Zürich sowie an den Fern- und Regionalverkehr in Richtung Zürich, St. Gallen, Schaffhausen, Frauenfeld und Bülach.
Busverkehr
Neben dem Bahnhof liegt die Postautohaltestelle Dinhard, Bahnhof/Welsikon. Sie wird von der Linie 612 bedient. Diese verkehrt über Dinhard, Grüt, Thalheim an der Thur, Gütighausen, Niederwil und Adlikon zwischen den Bahnhöfen Seuzach und Andelfingen.
Die Buslinie ergänzt die Bahnverbindung und erschliesst mehrere Ortschaften, die nicht unmittelbar an einer Bahnstation liegen. Im Fahrplanjahr 2026 wird sie in der Regel im Stundentakt bedient.[6]
Geschichte
Schweizerische Nationalbahn
Der Bahnhof wurde am 17. Juli 1875 gemeinsam mit der Bahnstrecke zwischen Winterthur und Etzwilen eröffnet. Bauherrin war die Schweizerische Nationalbahn (SNB), die eine von den bestehenden grossen Bahngesellschaften unabhängige Ost-West-Verbindung durch die Schweiz errichten wollte.
Die Strecke führte von Winterthur über Seuzach, Dinhard, Ossingen und Etzwilen weiter in Richtung Singen und Konstanz. Für die ländlichen Gemeinden des Zürcher Weinlands eröffnete sie neue Möglichkeiten für den Personenverkehr und den Transport landwirtschaftlicher Erzeugnisse.[2]
Die politische Gemeinde Dinhard sowie die damaligen Zivilgemeinden Dinhard, Eschlikon und Welsikon unterstützten den Bau der Nationalbahn mit insgesamt 153'000 Franken in Form von Aktien, Obligationen und Nachsubventionen. Nach dem finanziellen Zusammenbruch der Nationalbahn ging dieser Betrag verloren. Die Folgen belasteten den Gemeindehaushalt nach Angaben der Gemeindechronik bis in die 1930er-Jahre.[7]
Nach dem Konkurs der Nationalbahn gelangte die Strecke zunächst zur Schweizerischen Nordostbahn. Mit der Verstaatlichung der grossen Privatbahnen zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde sie Teil des Netzes der SBB.
Elektrifizierung und Modernisierung
Der Abschnitt Oberwinterthur–Stein am Rhein wurde am 7. Oktober 1946 mit dem schweizerischen Bahnstromsystem von 15 Kilovolt Wechselstrom bei 16,7 Hertz elektrifiziert.[2] Dadurch endete auch in Dinhard der planmässige Dampfbetrieb.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts verlor der örtliche Güterverkehr an Bedeutung. Die betrieblichen Anlagen wurden vereinfacht, während sich der Bahnhof zunehmend zu einer Haltestelle für den regionalen Personenverkehr entwickelte. Das Aufnahmegebäude und der angebaute Güterschuppen blieben jedoch erhalten.
Mit dem Ausbau des Zürcher Verkehrsverbunds wurde Dinhard in das Netz der S-Bahn Zürich integriert. Heute wird die Station durch moderne Regionalzüge der Thurbo bedient und verfügt über eine direkte Verbindung nach Winterthur und Stein am Rhein.
Bedeutung
Der Bahnhof ist die wichtigste Haltestelle des öffentlichen Verkehrs für den westlichen Teil der Gemeinde Dinhard. Besonders für Welsikon liegt er näher als das politische und kirchliche Zentrum der Gemeinde.
Durch den Halbstundentakt nach Winterthur eignet sich die Bahnverbindung insbesondere für den Berufs- und Ausbildungsverkehr. Gleichzeitig ermöglicht die S29 direkte Fahrten in das Zürcher Weinland und in die historische Stadt Stein am Rhein. Die Postautolinie 612 schafft zusätzliche Querverbindungen nach Andelfingen und erschliesst die zwischen den Bahnstrecken gelegenen Dörfer.
Das erhaltene Aufnahmegebäude mit Güterschuppen dokumentiert die Entstehungszeit der Schweizerischen Nationalbahn und die frühere Rolle des Bahnhofs als lokale Verkehrs- und Güterumschlagstelle.
Siehe auch
- Dinhard
- Bahnstrecke Winterthur–Etzwilen
- Schweizerische Nationalbahn
- S-Bahn Zürich
- Thurbo
- Liste der Bahnhöfe im Kanton Zürich
Weblinks
- Bahnhof Dinhard auf der Website der SBB
- Fahrplan der S29 beim Zürcher Verkehrsverbund
- Website der Gemeinde Dinhard
Einzelnachweise
- ↑ Regionalnetz-Pläne des ZVV-Gebiets. Hrsg.: Zürcher Verkehrsverbund. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Bahnstrecke Winterthur–Stein am Rhein. In: Schienenverkehr-Schweiz.ch. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Bahnhof Dinhard, Aufnahmegebäude mit Güterschuppen. In: Wikimedia Commons. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Bahnhof Dinhard. Hrsg.: Schweizerische Bundesbahnen. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Fahrplanjahr 2026: Zürcher S-Bahn S29 Winterthur–Stein am Rhein. Hrsg.: Zürcher Verkehrsverbund. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Fahrplanjahr 2026: Postautolinie 612 Seuzach–Dinhard–Andelfingen. Hrsg.: Zürcher Verkehrsverbund. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Geschichte der Gemeinde Dinhard. Hrsg.: Gemeinde Dinhard. Abgerufen am 2026-08-04.
Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Bahnhof Dinhard