Fällanden

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Fällanden

Blick auf Fällanden

Blick auf Fällanden

Wappen von Fällanden

Wappen

Lage von Fällanden

Lage der Gemeinde

Gemeindedaten

Staat

Schweiz

Kanton

Zürich

Region

Glattal

Bezirk

Uster

BFS-Nummer

0193

Postleitzahl

8117 Fällanden
8118 Pfaffhausen
8121 Benglen

Koordinaten

47.3714° N, 8.6386° E

Höhe

459 m ü. M.

Fläche

6,36 km²

Einwohner

9604
(Stand: 31. Dezember 2025)

Website

www.faellanden.ch

Fällanden ist eine politische Gemeinde im Bezirk Uster des Kantons Zürich. Sie liegt im oberen Glattal am nordöstlichen Abhang der Pfannenstielkette und am westlichen Ufer des Greifensees. Zur Gemeinde gehören die drei Dorfteile Fällanden, Benglen und Pfaffhausen.

Die Gemeinde befindet sich unmittelbar östlich der Stadt Zürich und gehört zur Agglomeration Zürich. Sie verbindet dicht bebaute Wohngebiete mit landwirtschaftlichen Flächen, Wäldern, dem Fällander Tobel und dem kantonalen Natur- und Landschaftsschutzgebiet am Greifensee. Fällanden entwickelte sich während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von einer kleinen Landgemeinde zu einer bevölkerungsreichen Wohngemeinde.

Der Dorfteil Fällanden liegt in der Ebene zwischen Greifensee und Pfannenstiel. Benglen und Pfaffhausen befinden sich in erhöhter Lage an den Hängen zwischen Fällanden und dem Zürcher Stadtgebiet. Trotz der räumlichen Trennung bilden die drei Siedlungen eine gemeinsame politische und schulische Gemeinde.

Name

Fällanden wurde um das Jahr 820 erstmals als Fenichlanda erwähnt. In einer lateinischen Urkunde von 968 erscheint die Form villa que dicitur Feniclanda, was «Dorf, das Fenichlanda genannt wird» bedeutet.[1]

Die Bedeutung des Ortsnamens ist nicht abschliessend geklärt. Der hintere Namensbestandteil wird gewöhnlich mit dem althochdeutschen Wort lant für Land oder Gebiet in Verbindung gebracht. Der erste Bestandteil könnte auf einen Personennamen oder eine ältere Landschaftsbezeichnung zurückgehen.

Im Zürichdeutschen wird Fällanden als Fällande ausgesprochen. Die Einwohnerinnen und Einwohner werden als Fällanderinnen und Fällander bezeichnet.

Geografie

Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom westlichen Ufer des Greifensees über die Ebene des oberen Glattals bis zu den bewaldeten Hängen der Pfannenstielkette. Die Höhenlage reicht von ungefähr 459 bis 630 Metern über Meer.[2]

Die Fläche der Gemeinde beträgt 636 Hektaren beziehungsweise 6,36 Quadratkilometer. Landwirtschaft und Wald nehmen zusammen mehr als 60 Prozent des Gemeindegebiets ein. Die Siedlungsflächen konzentrieren sich auf die drei voneinander getrennten Dorfteile.

Flächennutzung

Flächennutzung des Gemeindegebiets
Nutzung Anteil
Landwirtschaft 35,4 %
Wald 27,5 %
Siedlungsfläche 25,3 %
Verkehrsfläche 8,3 %
Gewässer 0,6 %
Unproduktive Fläche 2,8 %

Die landwirtschaftlichen Flächen liegen vor allem zwischen Fällanden und Benglen sowie am Rand von Pfaffhausen. Sie werden für Ackerbau, Futterproduktion, Viehhaltung und Obstbau genutzt.

Greifensee

Fällanden besitzt einen längeren Uferabschnitt am unteren Greifensee. Der See ist ein wichtiges Naherholungsgebiet, zugleich aber auch einer der wertvollsten Naturräume des Kantons Zürich.

Die flachen Uferzonen mit Schilf, Moorwiesen, Gräben, Weihern und Auenvegetation bieten Lebensraum für zahlreiche Vogel-, Amphibien-, Reptilien- und Pflanzenarten. Zu den charakteristischen Vogelarten gehören Rohrammer, Teichrohrsänger, Drosselrohrsänger und Bekassine. In den Feuchtgebieten leben unter anderem Laubfrösche, Gelbbauchunken, Molche und Ringelnattern.[3]

Grosse Teile des Ufers gehören zum kantonalen Natur- und Landschaftsschutzgebiet Greifensee. Die Schutzverordnung regelt die landwirtschaftliche Nutzung, das Betreten empfindlicher Flächen, den Wassersport und die Freizeitnutzung.

Beim Badeplatz Rohr befinden sich eine Liegewiese, Feuerstellen und ein Schiffsteg. Während der Schifffahrtssaison wird Fällanden von Kursschiffen der Schifffahrts-Genossenschaft Greifensee bedient.

Glatt und Greifenseewehr

Am nördlichen Ende des Greifensees beginnt die Glatt. Der Abfluss wird durch das historische Greifenseewehr reguliert, das sich im Grenzgebiet zwischen Fällanden und Schwerzenbach befindet.

Das Wehr wurde 1891 durch Betreiber von Kleinwasserkraftwerken errichtet. Es stabilisierte den Wasserstand der Glatt und verbesserte dadurch die Bedingungen für die Wasserkraftnutzung. Heute begrenzt das Bauwerk den Seeabfluss und trägt in Trockenzeiten zu einem höheren Wasserstand des Greifensees bei.[4]

Das denkmalgeschützte Wehr besitzt neben seiner wasserwirtschaftlichen auch eine technikgeschichtliche Bedeutung.

Fällander Tobel

Das Fällander Tobel erstreckt sich westlich des Dorfes in Richtung Pfaffhausen und Benglen. Der bewaldete Geländeeinschnitt wurde durch den Fällanderbach geschaffen.

Das Tobel ist ein wichtiges Naherholungsgebiet und eine ökologische Verbindung zwischen dem Greifenseegebiet und den höher gelegenen Wäldern. Wanderwege führen durch das bewaldete Tal und weiter in Richtung Zürichberg und Pfannenstiel.

Nachbargemeinden

Fällanden grenzt an folgende Gemeinden und Städte:

Dorfteile

Fällanden

Der Dorfteil Fällanden ist der historische und administrative Mittelpunkt der Gemeinde. Er liegt zwischen dem Greifensee und den unteren Hängen der Pfannenstielkette.

Der alte Dorfkern wird durch Bauernhäuser, ehemalige Handwerkerhäuser, die reformierte Kirche und die frühere Zwicky-Fabrik geprägt. Entlang der Schwerzenbach-, Dübendorf-, Maur- und Zürichstrasse entstanden im 20. Jahrhundert neue Wohn- und Gewerbebauten.

Im Zentrum treffen mehrere regionale Strassen am Sternen-Kreisel zusammen. Dort befinden sich Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants, öffentliche Einrichtungen und Haltestellen des Busverkehrs.

Benglen

Benglen liegt westlich von Fällanden auf einer Geländeterrasse oberhalb des Fällander Tobels. Der Ort bestand um 1600 lediglich aus einem einzelnen Bauernhaus.

Der Name Benglen beziehungsweise Bänglen wird möglicherweise vom mundartlichen Wort Bängele für bestimmte Doldengewächse abgeleitet.[5]

Zu Beginn der 1970er-Jahre wurde das Gebiet umfassend erschlossen. Zunächst entstanden grössere Wohnblöcke, später folgten Einfamilienhausquartiere und architektonisch unterschiedlich gestaltete Siedlungen. Das eingezonte Gebiet ist heute weitgehend bis an die Gemeindegrenzen überbaut.

Benglen besitzt eigene Schul- und Sportanlagen, Einkaufsmöglichkeiten und Busverbindungen nach Fällanden, Dübendorf und zum Bahnhof Stettbach.

Pfaffhausen

Pfaffhausen liegt südwestlich von Benglen und grenzt unmittelbar an das Zürcher Quartier Witikon. Der ursprünglich kleine Weiler war wegen seiner erhöhten Lage und der Aussicht über das Glattal und den Greifensee bereits vor dem Zweiten Weltkrieg ein beliebtes Ausflugsziel.

Im Jahr 1939 lebten in Pfaffhausen noch weniger als 100 Personen. Seit den 1950er-Jahren ermöglichte die zunehmende Motorisierung vielen Berufstätigen aus Zürich, sich dauerhaft im Ort niederzulassen. In der Folge entstanden zahlreiche Wohnquartiere.[6]

Pfaffhausen besitzt Schulen, Sportanlagen, eine katholische Kirche und Busverbindungen nach Zürich, Stettbach, Fällanden und Maur.

Bevölkerung

Am 31. Dezember 2025 lebten 9'604 Personen in Fällanden. Davon wohnten 5'273 im Dorfteil Fällanden, 2'087 in Benglen und 2'244 in Pfaffhausen. Der Anteil der ausländischen Bevölkerung betrug 25,8 Prozent.[2]

Bevölkerung nach Dorfteilen am 31. Dezember 2025
Dorfteil Einwohner Anteil
Fällanden 5'273 54,9 %
Benglen 2'087 21,7 %
Pfaffhausen 2'244 23,4 %
Gesamt 9'604 100 %

Die Bevölkerungszahl entwickelte sich bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts nur langsam. Danach setzte ein ausserordentlich starkes Wachstum ein. Innerhalb von zwanzig Jahren stieg die Einwohnerzahl von 866 im Jahr 1950 auf 4'260 im Jahr 1970.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1634 284
1799 632
1850 848
1900 696
1950 866
1970 4'260
1980 6'222
1990 6'489
2000 6'423
2025 9'604

Das Wachstum wurde durch die Nähe zur Stadt Zürich, die zunehmende Mobilität und die Erschliessung von Bauland in Pfaffhausen und Benglen ermöglicht. Fällanden entwickelte sich dadurch zu einer typischen Agglomerations- und Pendlergemeinde.

Geschichte

Vorgeschichte

Archäologische Funde belegen, dass das Gebiet am Greifensee bereits in der Jungsteinzeit und in der Bronzezeit besiedelt war. Im Uferbereich wurden Spuren prähistorischer Seeufersiedlungen gefunden.[7]

Die feuchten Böden am See ermöglichten die Erhaltung von Holz, Pflanzenresten und weiteren organischen Materialien. Solche Funde geben Aufschluss über den Hausbau, die Landwirtschaft und das Alltagsleben der frühen Siedler.

Mittelalter

Die schriftlich dokumentierte Geschichte beginnt mit der Erwähnung von Fenichlanda im frühen 9. Jahrhundert. Das Fraumünster in Zürich besass in Fällanden zahlreiche Güter, grundherrliche Rechte und abhängige Bauern. Das Grossmünster verfügte über weitere Grundstücke und bedeutende Anteile am Zehnten.

Im 12. und 13. Jahrhundert besassen auch verschiedene Adelsfamilien Land und Rechte in Fällanden. Die Vogteirechte lagen zeitweise bei den Grafen von Rapperswil und gelangten später an die Herrschaft Greifensee.

Im Jahr 1402 erwarb die Stadt Zürich die Herrschaft Greifensee. Fällanden gehörte danach bis zum Ende der Alten Eidgenossenschaft zur Zürcher Landvogtei Greifensee.[8]

Reformation und frühe Neuzeit

Mit der Zürcher Reformation wurde Fällanden in den 1520er-Jahren evangelisch-reformiert. Die kirchlichen Besitzverhältnisse wurden neu geordnet, während die Landwirtschaft weiterhin die wichtigste wirtschaftliche Grundlage bildete.

Neben Ackerbau und Viehzucht gewannen während des 17. und 18. Jahrhunderts textile Heimarbeit und Kleingewerbe an Bedeutung. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts verdiente mehr als die Hälfte der Bevölkerung zumindest einen Teil ihres Einkommens am Spinnrad oder Webstuhl.

Kinderarbeit war in der Heimindustrie weit verbreitet. Familien arbeiteten in niedrigen und schlecht beleuchteten Webkellern für städtische Textilhändler.

Zwischen 1689 und 1695 wurde Fällanden von einer schweren Hungerkrise getroffen. Während dieser Jahre starben 55 Menschen, was mehr als 14 Prozent der damaligen Bevölkerung entsprach.[9]

Politische Gemeinde seit 1798

Mit dem Einmarsch französischer Truppen und der Gründung der Helvetischen Republik im Jahr 1798 endete die Herrschaft der Landvogtei Greifensee. Fällanden wurde als moderne politische Gemeinde organisiert.

Nach verschiedenen administrativen Neuordnungen während der Mediation und Restauration wurde die Gemeinde dem Bezirk Uster zugeteilt. Die liberale Kantonsverfassung von 1831 stärkte die kommunale Selbstverwaltung.

Industrialisierung

Die Industrialisierung setzte in Fällanden später und weniger stark ein als in den Städten Zürich, Winterthur oder Uster. Ein erster Versuch zur Ansiedlung eines grösseren Betriebs erfolgte 1873, als der Unternehmer Abraham Bärfuss eine ehemalige Lohmühle übernahm und darin eine Nagelfabrik einrichtete.

Später entstanden eine Metallwarenfabrik, kleinere mechanische Betriebe und Textilunternehmen. Die Wasserkraft des Dorfbachs wurde zum Antrieb von Mühlen, Sägen und Maschinen genutzt.

Der Dorfbach floss ursprünglich offen durch das Dorf. Im Jahr 1923 wurde er eingedolt. Damit verschwand ein prägendes Element des historischen Ortsbildes. Wenige Jahre später stellten auch die Mühle und die Sägerei ihren Betrieb ein.[10]

Zwicky-Fabrik

Die Zwicky-Fabrik wurde 1907 und 1908 im Dorfzentrum errichtet. Das Gebäude beherbergte verschiedene Textilbetriebe und Zwirnereien, darunter eine Filiale des Unternehmens Zwicky aus Wallisellen.

Der Industriebetrieb war für die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde von Bedeutung. Nach dem Ende der industriellen Nutzung erwarb die Gemeinde die Liegenschaft im Jahr 1988.

Zwischen 1998 und 2001 wurde die Shedhalle in mehreren Etappen saniert. Heute dient die ehemalige Fabrik als Kultur- und Begegnungszentrum. Dort finden Gemeindeversammlungen, Konzerte, Theateraufführungen, Ausstellungen, Feste und Vereinsanlässe statt.[11]

Entwicklung nach 1950

Bis ungefähr 1950 blieb Fällanden eine kleine Landgemeinde. Danach veränderte sich der Ort innerhalb weniger Jahrzehnte grundlegend.

In Pfaffhausen entstanden seit den 1950er-Jahren neue Wohnquartiere. Benglen wurde ab Beginn der 1970er-Jahre grossflächig überbaut. Auch der Dorfteil Fällanden wuchs entlang der Hauptverkehrsachsen und an den Hängen oberhalb des alten Kerns.

Das Bevölkerungswachstum machte den Bau neuer Schulen, Strassen, Sportanlagen, Versorgungsnetze und öffentlicher Gebäude erforderlich. Das Gemeindehaus wurde 1974 eröffnet.

Heute ist Fällanden überwiegend eine Wohn- und Dienstleistungsgemeinde. Die historischen Dorfkerne, Landwirtschaftsflächen und Naturräume sind dennoch wichtige Bestandteile des Gemeindebildes geblieben.

Wappen

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet:

In Gold ein steigender roter Löwe, mit einem grünen Pfauenstoss geschwänzt.

Das Wappen geht auf die Zürcher Familie Aeppli zurück. Heinrich Aeppli war 1421 Vogt zu Greifensee. Seine Nachkommen lebten im Gebiet Rohr bei Fällanden.

Der Gemeinderat erklärte sich am 17. Dezember 1926 mit der heutigen Gestaltung des Gemeindewappens einverstanden.[12]

Der Löwe und der auffällige Pfauenschwanz machen das Fällander Wappen zu einem der ungewöhnlichsten Gemeindewappen des Kantons Zürich.

Politik und Verwaltung

Fällanden ist nach dem Gemeindegesetz des Kantons Zürich organisiert. Die gesetzgebende Gewalt liegt bei der Gemeindeversammlung. An ihr können alle stimmberechtigten Einwohnerinnen und Einwohner teilnehmen.

Die Gemeindeversammlung entscheidet insbesondere über:

  • das Budget und die Jahresrechnung
  • den kommunalen Steuerfuss
  • grössere Investitionen
  • kommunale Verordnungen
  • Grundstücksgeschäfte
  • die kommunale Richt- und Nutzungsplanung

In der Regel finden jährlich zwei ordentliche Gemeindeversammlungen in der Zwicky-Fabrik statt: die Rechnungsgemeindeversammlung im Juni und die Budgetgemeindeversammlung im November.[13]

Die Exekutive bildet der Gemeinderat. Er vollzieht die Beschlüsse der Gemeindeversammlung, führt die Verwaltung und erfüllt die von Bund und Kanton übertragenen Aufgaben.

Die Gemeindeverwaltung befindet sich an der Schwerzenbachstrasse 10 im Dorfteil Fällanden.

Wirtschaft

Fällanden war bis weit ins 20. Jahrhundert landwirtschaftlich geprägt. Ackerbau, Viehhaltung, Obstbau und Forstwirtschaft sind weiterhin sichtbar, beschäftigen heute jedoch nur noch einen kleinen Teil der Bevölkerung.

In den Siedlungsgebieten bestehen zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen. Bedeutende Bereiche sind:

  • Handel und Detailhandel
  • Bau- und Ausbaugewerbe
  • Informationstechnologie
  • Gesundheits- und Sozialwesen
  • Unternehmensdienstleistungen
  • Gastronomie
  • Handwerk
  • Landwirtschaft

Viele Erwerbstätige pendeln nach Zürich, Dübendorf, Uster, Wallisellen oder in andere Gemeinden des Glattals. Die Nähe zum Wirtschaftsraum Zürich und die Busverbindungen zu mehreren S-Bahn-Stationen machen Fällanden zu einem gut erreichbaren Wohnstandort.

Verkehr

Öffentlicher Verkehr

Fällanden besitzt keinen eigenen Bahnhof. Die nächstgelegenen Bahnstationen befinden sich in Stettbach, Schwerzenbach, Dübendorf und Zürich-Stadelhofen.

Ein dichtes Busnetz verbindet die drei Dorfteile mit den umliegenden Gemeinden und Bahnhöfen. Die Gemeinde wird unter anderem von den Linien 701, 703, 704, 705, 743, 744 und 745 sowie von den Nachtlinien N71 und N74 bedient.[14]

Direkte oder umsteigefreie Busverbindungen bestehen nach:

  • Zürich
  • Bahnhof Stettbach
  • Bahnhof Schwerzenbach
  • Dübendorf
  • Maur
  • Witikon
  • Pfaffhausen und Benglen

Sämtliche Linien sind in den Zürcher Verkehrsverbund integriert.

Am Greifensee besitzt Fällanden einen Schiffsteg. Während der Saison verkehren Kursschiffe nach Maur, Greifensee, Niederuster und zu weiteren Anlegestellen am See.

Strassenverkehr

Im Dorfzentrum treffen die Strassen aus Dübendorf, Schwerzenbach, Maur und Zürich zusammen. Der Sternen-Kreisel bildet den wichtigsten Verkehrsknoten der Gemeinde.

Die Hauptverbindung nach Zürich führt über Pfaffhausen und Witikon beziehungsweise über Benglen und den Bahnhof Stettbach. In Richtung Zürcher Oberland bestehen Verbindungen nach Schwerzenbach, Volketswil und zur Autobahn A15.

Der Sternen-Kreisel und die Ortsdurchfahrt sind während der Hauptverkehrszeiten häufig überlastet. Dies beeinträchtigt auch die Fahrplanstabilität der Buslinien. Der Kanton und die Gemeinde verfolgen deshalb Projekte zur Bevorzugung des öffentlichen Verkehrs sowie zur Verbesserung der Fuss- und Veloverbindungen.

Fuss- und Veloverkehr

Wander- und Velowege verbinden die drei Dorfteile mit dem Greifensee, dem Fällander Tobel, Maur, Dübendorf und den Zürcher Stadtquartieren.

Der Rundweg um den Greifensee führt durch das Gemeindegebiet. Wegen der empfindlichen Naturräume gelten in den Schutzgebieten besondere Verhaltensregeln.

Bildung

Die Schule Fällanden umfasst Kindergärten, Primarschulen und eine Sekundarschule. Schulstandorte bestehen in allen drei Dorfteilen.

Zu den wichtigsten Anlagen gehören:

  • Schulhaus Lätten in Fällanden
  • Schulhaus Buechwis in Benglen
  • Schulhaus Bommern in Pfaffhausen
  • Sekundarschule in Benglen

Das Angebot wird durch schulergänzende Betreuung, Tagesstrukturen, Musikunterricht und Angebote für Kinder mit besonderem Förderbedarf ergänzt.

Weiterführende Schulen, Berufsfachschulen und Hochschulen befinden sich insbesondere in Zürich, Dübendorf, Uster und Winterthur.

Religion

Evangelisch-reformierte Kirche

Fällanden wurde während der Zürcher Reformation evangelisch-reformiert. Die reformierte Kirche steht im historischen Dorfkern und bildet gemeinsam mit dem Pfarrhaus und den umliegenden Bauernhäusern ein bedeutendes Ortsbild.

Die reformierte Kirchgemeinde organisiert Gottesdienste, Bildungsangebote, soziale Aktivitäten und kulturelle Veranstaltungen für alle drei Dorfteile.

Römisch-katholische Kirche

Die katholische Bevölkerung gehört zur römisch-katholischen Kirchgemeinde Dübendorf-Fällanden-Schwerzenbach.

In Pfaffhausen befindet sich die Kirche Katharina von Siena. Sie dient als Gottesdienstraum und steht tagsüber als Raum der Stille und des Gebets offen.[15]

Daneben leben in der Gemeinde Angehörige weiterer Religionsgemeinschaften sowie Personen ohne konfessionelle Zugehörigkeit.

Kultur und Gemeindeleben

Die Zwicky-Fabrik ist das wichtigste Kultur- und Veranstaltungszentrum der Gemeinde. Neben politischen Versammlungen finden dort Konzerte, Filmvorführungen, Theater, Ausstellungen, Märkte und private Veranstaltungen statt.

Zahlreiche Vereine sind in den Bereichen Sport, Musik, Kultur, Natur, Jugend, Politik und Gemeinnützigkeit tätig. Sie tragen wesentlich zum gesellschaftlichen Zusammenhalt zwischen den drei räumlich getrennten Dorfteilen bei.

Das Gemeinschaftszentrum Fällanden bietet Beratungen, Kurse, Treffpunkte und Aktivitäten für Kinder, Jugendliche, Familien und ältere Menschen an.

Natur und Erholung

Schutzgebiet Stocklen

Im Gebiet Stocklen am unteren Greifensee besitzt die Gemeinde rund fünf Hektaren Moorland. Die Flächen gehören zum kantonalen Schutzgebiet.

Durch den Abtrag nährstoffreicher Böden, die Anlage von Kleingewässern und eine extensive Pflege wurden neue Lebensräume für seltene Pflanzen, Amphibien und Insekten geschaffen. Holzstege lenken Besucherinnen und Besucher durch Teile des Gebiets, ohne empfindliche Lebensräume zu beeinträchtigen.[16]

Badeplatz Rohr

Der Badeplatz Rohr liegt am westlichen Ufer des Greifensees. Er besitzt eine Liegewiese, Badezugänge, Feuerstellen und einen Schiffsteg.

Da sich der Badeplatz in der Nähe geschützter Uferbereiche befindet, müssen Besucher die markierten Wege und die Bestimmungen des Naturschutzgebiets beachten.

Wälder und Tobel

Die Wälder oberhalb von Fällanden, Benglen und Pfaffhausen sind beliebte Naherholungsgebiete. Sie werden für Spaziergänge, Laufsport und Velofahrten genutzt.

Das Fällander Tobel bietet einen weitgehend naturnahen Übergang zwischen dem Talboden und den höher gelegenen Wohngebieten.

Sehenswürdigkeiten

Zwicky-Fabrik

Die ehemalige Textilfabrik von 1907 und 1908 ist das bedeutendste industriegeschichtliche Bauwerk der Gemeinde. Die Shedhalle erinnert an die kurze industrielle Phase Fällandens und wird heute als Kulturzentrum genutzt.

Reformierte Kirche

Die reformierte Kirche prägt den historischen Dorfkern. Zusammen mit dem Pfarrhaus und den umliegenden Bauernhäusern bildet sie ein charakteristisches Ensemble.

Historischer Dorfkern

Im alten Zentrum sind Bauernhäuser, Flarzhäuser, Brunnen und ehemalige Gewerbebauten erhalten. Sie dokumentieren die Entwicklung vom Bauerndorf zur Agglomerationsgemeinde.

Greifenseewehr

Das 1891 errichtete Wehr am Ausfluss des Greifensees ist ein bedeutendes wasserbau- und industriegeschichtliches Denkmal. Es kann von den umliegenden Wegen aus besichtigt werden.

Greifensee und Fällander Tobel

Der Greifensee, die Moorlandschaft Stocklen und das Fällander Tobel gehören zu den wichtigsten landschaftlichen Sehenswürdigkeiten der Gemeinde.

Persönlichkeiten

Mit Fällanden verbunden sind unter anderem:

  • Albert Meyer (1870–1953), Journalist, Politiker und Mitglied des Schweizerischen Bundesrates
  • Otto Zollinger (1886–1970), Architekt
  • Annemarie Schwyter (1922–2014), Journalistin und eine der ersten Auslandkorrespondentinnen des Schweizer Radios

Literatur

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band III: Die Bezirke Pfäffikon und Uster. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Basel 1978.
  • Peter Ziegler: Die Gemeindewappen des Kantons Zürich. Antiquarische Gesellschaft in Zürich, Zürich 1977.
  • Interessengemeinschaft Fällander Geschichte: Fällanden, Benglen und Pfaffhausen. Beiträge zur Ortsgeschichte. Fällanden.
  • Gemeinde Fällanden: 100 Jahre Zwicky-Fabrik in Fällanden. Fällanden 2007.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Fällanden – frühe Geschichte, Gemeinde Fällanden, abgerufen am 24. Juli 2026.
  2. 2,0 2,1 Zahlen und Fakten, Gemeinde Fällanden, abgerufen am 24. Juli 2026.
  3. Natur- und Landschaftsschutzgebiet Greifensee, Kanton Zürich, abgerufen am 24. Juli 2026.
  4. Sanierung des Glattwehrs am Auslauf des Greifensees, Kanton Zürich, abgerufen am 24. Juli 2026.
  5. Benglen, Gemeinde Fällanden, abgerufen am 24. Juli 2026.
  6. Pfaffhausen, Gemeinde Fällanden, abgerufen am 24. Juli 2026.
  7. Von Greifensee nach Fällanden, Kantonsarchäologie und Kantonale Denkmalpflege Zürich, abgerufen am 24. Juli 2026.
  8. Fällanden, Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 24. Juli 2026.
  9. Fällanden im 17. bis 19. Jahrhundert, Gemeinde Fällanden, abgerufen am 24. Juli 2026.
  10. Industrialisierung und Dorfbach, Gemeinde Fällanden, abgerufen am 24. Juli 2026.
  11. Kultur- und Begegnungszentrum Zwicky-Fabrik, Gemeinde Fällanden, abgerufen am 24. Juli 2026.
  12. Fällander Wappen, Gemeinde Fällanden, abgerufen am 24. Juli 2026.
  13. Gemeindeversammlungen, Gemeinde Fällanden, abgerufen am 24. Juli 2026.
  14. Verkehr, Gemeinde Fällanden, abgerufen am 24. Juli 2026.
  15. Kirchen, Gemeinde Fällanden, abgerufen am 24. Juli 2026.
  16. Renaturierung Stocklen, Greifensee-Stiftung, abgerufen am 24. Juli 2026.