S-Bahn Basel
| S-Bahn Basel | |
|---|---|
| Bezeichnung | Trinationale S-Bahn Basel |
| Frühere Bezeichnung | Regio-S-Bahn Basel |
| Zentrum | Basel |
| Staaten | Schweiz, Deutschland, Frankreich |
| Inbetriebnahme | 1. Juni 1997 |
| Linien | 9 S-Bahn-Linien |
| Haltestellen | über 100 |
| Streckennetz | über 300 km |
| Grundtakt | 30 Minuten, auf einzelnen Abschnitten 15 Minuten |
| Fahrgäste | über 100'000 pro Tag |
| Betreiber | SBB, SBB GmbH und weitere Eisenbahnverkehrsunternehmen |
| Koordination | trireno |
| Spurweite | 1435 mm (Normalspur) |
Die S-Bahn Basel, offiziell als trinationale S-Bahn Basel bezeichnet, ist das S-Bahn-System der grenzüberschreitenden Agglomeration Basel. Unter der gemeinsamen Marke trireno verbindet sie Gebiete in der Schweiz, in Deutschland und in Frankreich. Das Netz erschliesst insbesondere die Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Aargau und Solothurn, das südliche Baden-Württemberg sowie das südliche Elsass.[1]
Die S-Bahn bildet das Rückgrat des regionalen Schienenverkehrs im Dreiländereck. Sie verbindet die Basler Kernstadt unter anderem mit dem Fricktal, dem Ergolztal, dem Laufental, dem Birstal, dem Wiesental und dem Markgräflerland. Ergänzende Regionalzüge stellen Verbindungen nach Mulhouse, Freiburg im Breisgau, Waldshut und weiteren Zentren her.
Im Jahr 2026 umfasst die trinationale S-Bahn neun S-Bahn-Linien. Mehr als 100 Haltestellen in drei Staaten sind durch über 300 Kilometer Schienenstrecken miteinander verbunden. Nach Angaben von trireno nutzen täglich mehr als 100'000 Fahrgäste das System; jährlich werden rund 40 Millionen Fahrgäste gezählt.[1][2]
Liniennetz
Das Liniennetz ist radial auf die beiden grossen Basler Bahnhöfe Basel SBB und Basel Badischer Bahnhof ausgerichtet. Die meisten schweizerischen Linien führen über Basel SBB, während die Verbindungen ins Wiesental und auf die deutsche Hochrhein- und Rheintalbahn den Badischen Bahnhof nutzen.
Eine Besonderheit der S-Bahn Basel ist ihre trinationale Ausrichtung. Die politischen und tariflichen Grenzen zwischen den drei Staaten stimmen nicht mit den Verkehrsströmen der Agglomeration überein. Die Entwicklung des Netzes verfolgt deshalb das Ziel, grenzüberschreitende Fahrten möglichst ohne Umstieg zu ermöglichen.[3]
Der Grundtakt beträgt auf einem grossen Teil des Netzes 30 Minuten. Auf stark nachgefragten Abschnitten wird das Angebot durch zusätzliche Linien zu einem angenäherten oder vollständigen 15-Minuten-Takt verdichtet.[1]
Linien im Fahrplan 2026
Der folgende Überblick zeigt die S-Bahn-Linien gemäss dem seit dem 14. Dezember 2025 gültigen trireno-Liniennetzplan.[4]
| Linie | Strecke | Charakter |
|---|---|---|
| S1 | Basel SBB – Stein-Säckingen – Frick / Laufenburg | Hauptlinie ins Fricktal |
| S3 | Laufen – Basel SBB – Olten | Durchmesserlinie durch Basel |
| S5 | Weil am Rhein – Lörrach Hbf – Steinen | Gartenbahn |
| S6 | Basel SBB – Basel Badischer Bahnhof – Lörrach Hbf – Zell im Wiesental | Wiesentalbahn |
| S9 | Sissach – Läufelfingen – Olten | Läufelfingerli |
| S11 | Basel SBB – Stein-Säckingen | zusätzliche Verbindung, zeitweise; morgens teilweise ab Laufenburg |
| S31 | Basel SBB – Laufen | Verstärkerlinie |
| S32 | Sissach – Itingen – Liestal – Muttenz – Basel SBB | beschleunigte Verstärkerlinie |
| S33 | Basel SBB – Liestal, zeitweise bis Sissach | Verdichtung zum 15-Minuten-Takt |
S1
Hauptartikel: S1 (S-Bahn Basel)
Die S1 verbindet Basel mit dem Fricktal. Von Basel SBB führt sie über Muttenz, Pratteln, Kaiseraugst, Rheinfelden, Möhlin und Stein-Säckingen. In Stein-Säckingen verzweigt sich das Angebot in die Äste nach Frick und Laufenburg.[4]
Zwischen Basel SBB und Stein-Säckingen verkehren die Züge grundsätzlich im Halbstundentakt. Die beiden Äste nach Frick und Laufenburg werden jeweils stündlich bedient.
Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 wird das Angebot durch zusätzliche S11-Züge und durch häufigere Halte des IR36 ergänzt. Der IR36 hält seither zweimal pro Stunde in Möhlin und Stein-Säckingen. Zusammen mit der S1 ergibt sich zwischen Stein-Säckingen, Möhlin, Rheinfelden und Basel ungefähr ein Viertelstundentakt.[5]
S3
Die S3 ist eine der wichtigsten Durchmesserlinien des schweizerischen Teils der S-Bahn Basel. Im Fahrplanjahr 2026 führt sie von Laufen über Zwingen, Grellingen, Aesch BL, Dornach-Arlesheim, Münchenstein und Basel SBB weiter über Muttenz, Pratteln, Liestal, Sissach und Gelterkinden nach Olten.[4]
Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2025 verkehrte die S3 über Laufen hinaus in Richtung Delémont. Mit der Einführung des halbstündlichen Fernverkehrs zwischen Basel und Biel/Bienne wurde die Linie auf den Abschnitt Laufen–Basel SBB–Olten konzentriert. Reisende in Richtung Delémont nutzen seither insbesondere den IC51 und den IR56.[5]
Auf dem Abschnitt Basel SBB–Liestal wird die halbstündliche S3 seit Ende 2025 durch die neue S33 ergänzt.
S5
Die S5 erschliesst die sogenannte Gartenbahn im deutschen Landkreis Lörrach. Sie verbindet Weil am Rhein über Lörrach Hauptbahnhof mit Steinen.
Die Linie besitzt eine wichtige Funktion für den Binnenverkehr im deutschen Teil der Agglomeration Basel. In Lörrach bestehen Umsteigemöglichkeiten zur S6 in Richtung Basel beziehungsweise Zell im Wiesental.
Langfristig ist eine Verlängerung der S5 über Steinen hinaus nach Schopfheim vorgesehen. Zusammen mit einem dichteren Angebot der S6 soll damit das S-Bahn-Angebot zwischen Lörrach und dem mittleren Wiesental ausgebaut werden.[6]
S6
Die S6 verbindet Basel SBB über den Badischen Bahnhof, Riehen und Lörrach mit Zell im Wiesental.
Sie ist eine der wichtigsten grenzüberschreitenden Linien des Netzes. Zwischen Basel und Lörrach erschliesst sie einen dicht besiedelten, wirtschaftlich eng mit Basel verbundenen Korridor.
Auf der S6 verkehren für den schweizerisch-deutschen Grenzverkehr geeignete elektrische Triebzüge. Langfristig ist zwischen Basel Badischer Bahnhof und Lörrach Hauptbahnhof eine Verdichtung auf vier Züge pro Stunde vorgesehen.[6]
S9
Die S9 verkehrt zwischen Sissach und Olten über die alte Hauensteinlinie. Die Strecke führt durch das Homburgertal über Thürnen, Buckten, Rümlingen, Sommerau, Läufelfingen und Trimbach.
Die Linie ist im regionalen Sprachgebrauch als Läufelfingerli bekannt. Im Gegensatz zur wesentlich stärker befahrenen Hauenstein-Basislinie besitzt sie vor allem lokale Erschliessungsfunktion.
Auf der S9 kommen unter anderem Gelenktriebwagen des Typs Stadler GTW zum Einsatz.[7]
Neue Linienbezeichnungen seit 2026
Der Fahrplanwechsel vom 14. Dezember 2025 brachte eine der grösseren Veränderungen bei den Linienbezeichnungen der S-Bahn Basel. Mehrere bereits zuvor bestehende zusätzliche Züge erhielten erstmals eigene S-Bahn-Nummern.[5]
S11
Hauptartikel: S11 (S-Bahn Basel)
Die S11 verkehrt als Ergänzung der S1 zwischen Basel SBB und Stein-Säckingen. Während der morgendlichen Hauptverkehrszeit beginnen einzelne Verbindungen bereits in Laufenburg.[5]
Sie darf nicht mit der S11 der S-Bahn Zürich verwechselt werden, die unter anderem Aarau, Lenzburg und Zürich miteinander verbindet.
S31
Die S31 ist eine zusätzliche S-Bahn-Verbindung zwischen Basel SBB und Laufen. Sie verstärkt die S3 auf dem stark nachgefragten Abschnitt durch das Birstal und Laufental.[5]
Die eigene Liniennummer erleichtert seit dem Fahrplan 2026 die Unterscheidung der Verstärkerzüge von den durchgehenden S3-Verbindungen.
S32
Die S32 ist eine beschleunigte morgendliche Verbindung von Sissach nach Basel SBB. Sie hält in Itingen, Liestal und Muttenz, lässt aber unter anderem Frenkendorf-Füllinsdorf und Pratteln aus.[8]
Im Fahrplan 2026 verkehrt unter dieser Liniennummer ein zusätzlicher beschleunigter Zug am Morgen.
S33
Die S33 wurde mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 eingeführt. Sie verbindet Basel SBB mit Liestal und ergänzt dort die S3.[8]
Durch die Überlagerung von S3 und S33 verkehren zwischen Basel SBB, Muttenz, Pratteln und Liestal vier S-Bahn-Züge pro Stunde. Damit besteht erstmals ein systematisches S-Bahn-Angebot im 15-Minuten-Takt auf dieser wichtigen Achse.
In den Hauptverkehrszeiten werden einzelne S33-Züge von Liestal über Itingen bis Sissach verlängert.
Für die ersten Betriebsjahre sind auf der S33 unter anderem Domino-Züge vorgesehen.[8]
Ergänzende Regionalverkehrslinien
Der offizielle trireno-Netzplan zeigt neben den eigentlichen S-Bahn-Linien mehrere Regionalverkehrsangebote, die für das trinationale Gesamtsystem eine wichtige Rolle spielen.[4]
TER Basel–Mulhouse
Zwischen Basel SBB und Mulhouse verkehren französische TER-Regionalzüge. Sie bedienen unter anderem Basel St. Johann, Saint-Louis, Saint-Louis-la-Chaussée, Bartenheim, Sierentz, Habsheim und Rixheim.
Die Strecke bildet die wichtigste Regionalverkehrsverbindung zwischen Basel und dem südlichen Elsass. Langfristig soll das heutige TER-Angebot durch neue grenzüberschreitende S-Bahn-Linien ersetzt beziehungsweise ergänzt werden.
RB27
Die RB27 verbindet den Raum Basel über die deutsche Rheintalbahn mit Müllheim im Markgräflerland, Bad Krozingen und Freiburg im Breisgau.
Sie erschliesst damit den nördlichen deutschen Teil der trinationalen Region und schafft Anschlüsse in Richtung Freiburg, Offenburg und Karlsruhe.
RB30
Die RB30 führt vom Basel Badischen Bahnhof entlang des deutschen Hochrheins über Grenzach-Wyhlen, Rheinfelden (Baden), Bad Säckingen und Waldshut in Richtung Lauchringen.
Die Strecke wird derzeit grundlegend ausgebaut und elektrifiziert. Nach Abschluss des Projekts soll die heutige RB30 im Kernbereich durch die neue S-Bahn-Linie S7 ersetzt werden.[6]
Bahnhöfe und Knoten
Basel SBB
Der Bahnhof Basel SBB ist der wichtigste Knoten der S-Bahn Basel. Hier treffen die schweizerischen S-Bahn-Achsen aus dem Fricktal, Ergolztal, Laufental und Birstal zusammen.
Darüber hinaus bestehen Anschlüsse an den nationalen Fernverkehr nach Zürich, Bern, Luzern, Lausanne, Genf und in die übrige Schweiz sowie an internationale Züge nach Frankreich und Deutschland.
Der Bahnhof ist gleichzeitig ein bedeutender Knoten des Basler Tram- und Busnetzes.
Basel Badischer Bahnhof
Der Basel Badischer Bahnhof liegt auf Schweizer Staatsgebiet, wird jedoch von der Deutschen Bahn betrieben. Er ist der zentrale Knoten für den Regionalverkehr in Richtung Wiesental, Hochrhein und deutsche Rheintalbahn.
Die S6 verbindet den Badischen Bahnhof direkt mit Basel SBB. Dadurch besteht eine Schienenverbindung zwischen den beiden wichtigsten Bahnhöfen der Stadt.
Liestal
Der Bahnhof Liestal ist der wichtigste S-Bahn-Knoten im Ergolztal. Hier halten neben S3 und S33 zahlreiche Fernverkehrszüge.
Seit Dezember 2025 besteht zwischen Liestal und Basel SBB durch die Überlagerung von S3 und S33 ein Viertelstundentakt.[8]
Laufen
Der Bahnhof Laufen ist das Zentrum des Bahnverkehrs im Laufental. Er wird von der S3 und S31 sowie von Fernverkehrszügen bedient.
Rheinfelden
Der Bahnhof Rheinfelden ist der wichtigste Zwischenbahnhof der S1 im Fricktal. Neben der S-Bahn halten hier Züge des Fernverkehrs.
Sissach
Der Bahnhof Sissach bildet den Verknüpfungspunkt zwischen der Hauenstein-Basisstrecke und der alten Hauensteinlinie. Hier treffen S3, S9 sowie zeitweise S32 und S33 zusammen.
Geschichte
Die heutige S-Bahn Basel entstand aus jahrzehntelangen Planungen für einen grenzüberschreitenden Regionalverkehr im Dreiländereck.
Als eigentlicher Beginn des Systems gilt der 1. Juni 1997. An diesem Tag wurde die erste Linie der damaligen Regio-S-Bahn Basel eröffnet.[9]
Die als «Grüne Linie» beziehungsweise «Ligne verte» bezeichnete Verbindung führte von Mulhouse über Basel nach Frick beziehungsweise Laufenburg. Bestellt wurde das Angebot gemeinsam von der damaligen Région Alsace sowie den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft und Basel-Stadt. Betreiber waren SNCF und SBB.[9]
Die erste Linie war bereits ausdrücklich als Anfang eines trinationalen Systems gedacht, das die Nordwestschweiz, das Elsass und Südbaden miteinander verbinden sollte.
In den folgenden Jahren wurde das Netz schrittweise erweitert. Neben den schweizerischen Bahnstrecken wurden insbesondere die Verbindungen nach Deutschland stärker in das S-Bahn-Konzept integriert. Die Wiesental- und Gartenbahn entwickelten sich zu wichtigen Bestandteilen des grenzüberschreitenden Netzes.
Die ursprüngliche Bezeichnung Regio-S-Bahn Basel wurde später zunehmend durch trinationale S-Bahn Basel ersetzt.
trireno
Die Entwicklung des Gesamtsystems wird heute unter der Marke und Organisationsstruktur trireno koordiniert.
trireno ist kein Eisenbahnverkehrsunternehmen, sondern eine grenzüberschreitende Koordinationsorganisation. Sechs für die Bestellung des Regionalverkehrs zuständige Behörden haben sich darin zusammengeschlossen:[3]
- die Région Grand Est in Frankreich
- das Land Baden-Württemberg in Deutschland
- der Kanton Aargau
- der Kanton Basel-Landschaft
- der Kanton Basel-Stadt
- der Kanton Solothurn
Weitere Behörden und Institutionen, darunter das schweizerische Bundesamt für Verkehr, die Saint-Louis Agglomération sowie die Landkreise Lörrach und Waldshut, werden in die Planungen einbezogen.[3]
Organisatorisch ist trireno ein Aufgabenbereich des Vereins Agglo Basel mit Sitz in Liestal.
Die einzelnen Bestellbehörden bleiben für das Angebot auf ihrem jeweiligen Gebiet zuständig. trireno koordiniert jedoch die Planungen, damit Fahrpläne, Linienkonzepte und langfristige Ausbauprojekte über die Staatsgrenzen hinweg aufeinander abgestimmt werden.
Betreiber
Aufgrund der internationalen Struktur gibt es keinen einzigen Betreiber der gesamten S-Bahn Basel.
Auf dem schweizerischen Netz verkehren vor allem die Schweizerischen Bundesbahnen. Auf den grenzüberschreitenden Linien nach Deutschland spielt die deutsche Tochtergesellschaft SBB GmbH eine wichtige Rolle.
Weitere Regionalverkehrsangebote im trireno-Gebiet werden von deutschen und französischen Eisenbahnunternehmen erbracht.
Die Trennung zwischen Besteller, Koordinationsorganisation, Infrastrukturbetreiber und Eisenbahnverkehrsunternehmen ist deshalb bei der S-Bahn Basel ausgeprägter als bei rein nationalen S-Bahn-Systemen.
Rollmaterial
Auf den Linien der trinationalen S-Bahn kommen unterschiedliche Fahrzeugtypen zum Einsatz.[7]
Eine zentrale Rolle spielen elektrische Niederflurtriebzüge des Typs Stadler FLIRT. Fahrzeuge dieser Familie werden insbesondere auf den Linien S1, S3, S5, S6 und S31 eingesetzt.
Für den grenzüberschreitenden Betrieb stehen speziell ausgerüstete Fahrzeuge zur Verfügung. Sie müssen die unterschiedlichen technischen Anforderungen der beteiligten Staaten erfüllen.
Auf der S9 verkehren unter anderem GTW-Triebzüge. Für die S33 werden in den ersten Betriebsjahren auch modernisierte Domino-Kompositionen verwendet.
Auf den ergänzenden deutschen Linien kommen unter anderem Siemens Mireo, Alstom Coradia und Bombardier Talent zum Einsatz. Die französischen Regionalverbindungen werden unter anderem mit Fahrzeugen der Familie Bombardier AGC gefahren.[7]
Technische Besonderheiten
Die trinationale Ausrichtung stellt besondere Anforderungen an Fahrzeuge und Betrieb.
Deutschland und die Schweiz verwenden auf den betreffenden elektrifizierten Hauptstrecken grundsätzlich Wechselstrom mit 15 kV und 16,7 Hz. Frankreich besitzt dagegen andere Strom- und Zugsicherungssysteme.
Auch bei der Zugsicherung bestehen nationale Unterschiede. Im grenzüberschreitenden Betrieb müssen Fahrzeuge deshalb je nach Strecke mit mehreren Sicherungssystemen ausgerüstet sein.[7]
Diese technischen Unterschiede waren historisch ein wesentlicher Grund dafür, dass durchgehende grenzüberschreitende Linien schwieriger einzurichten waren als rein nationale Verbindungen.
Tarife
Das Gebiet der S-Bahn Basel umfasst mehrere Tarifverbünde und nationale Tarifsysteme.
Im schweizerischen Kerngebiet gilt insbesondere der Tarifverbund Nordwestschweiz (TNW). In Deutschland sind unter anderem der Regio Verkehrsverbund Lörrach (RVL), der Regio-Verkehrsverbund Freiburg und der Waldshuter Tarifverbund beteiligt. Auf französischer Seite gelten die Tarifsysteme der Région Grand Est.[1]
Für grenzüberschreitende Reisen existieren besondere Angebote. Dazu gehört das triregio-Ticket, das Fahrten im TNW, im RVL und auf der Verbindung Mulhouse–Basel ermöglicht.[1]
Daneben bestehen grenzüberschreitend gültige Abonnemente und Kombinationen regionaler Tarifangebote.
Eine langfristige Aufgabe von trireno ist die weitere Vereinfachung der Tarife und des grenzüberschreitenden Ticketkaufs.
Bedeutung für die Agglomeration
Die S-Bahn verbindet einen Wirtschafts- und Lebensraum, der sich über drei Staaten erstreckt. Die Staatsgrenzen haben für die täglichen Pendlerströme eine vergleichsweise geringe Bedeutung.
Besonders stark sind die Verkehrsbeziehungen zwischen Basel und dem Baselbiet, dem Fricktal, dem Laufental, dem Wiesental sowie dem Landkreis Lörrach. Auch aus dem südlichen Elsass pendeln zahlreiche Personen in die Region Basel.
Mit über 100'000 Fahrgästen pro Tag gehört die S-Bahn zu den wichtigsten Verkehrsmitteln der trinationalen Agglomeration.[2]
An den Bahnhöfen bestehen Anschlüsse an die Netze der Basler Verkehrs-Betriebe, der Baselland Transport, der PostAuto-Linien sowie an zahlreiche deutsche und französische Bus- und Tramangebote.
Ausbau seit Dezember 2025
Der Fahrplanwechsel vom 14. Dezember 2025 brachte einen bedeutenden Ausbau des Bahnangebots in der Nordwestschweiz.
Die wichtigste Neuerung im eigentlichen S-Bahn-Netz war die Einführung der S33 zwischen Basel SBB und Liestal. Gemeinsam mit der S3 entstand dadurch auf diesem Abschnitt ein Viertelstundentakt.[8]
Gleichzeitig erhielten mehrere Verstärkerzüge die neuen Linienbezeichnungen S11, S31 und S32.[5]
Auch der Fernverkehr wurde ausgebaut. Davon profitiert die S-Bahn indirekt, da zusätzliche Fernverkehrshalte insbesondere im Fricktal und im Laufental das regionale Gesamtangebot verdichten.
Ausbau der Infrastruktur
Das bestehende Eisenbahnnetz im Raum Basel wird gleichzeitig von S-Bahn-, Fern- und Güterzügen genutzt. Dadurch bestehen auf mehreren Strecken erhebliche Kapazitätsengpässe.
Für einen weiteren Ausbau des S-Bahn-Angebots sind deshalb zahlreiche Infrastrukturprojekte vorgesehen.[10]
Dazu gehören:
- Ausbauten im Bahnhof Basel SBB
- die Elektrifizierung und der Ausbau der Hochrheinbahn
- ein neues Wendegleis in Aesch BL
- neue S-Bahn-Haltestellen
- der Ausbau der Garten- und Wiesentalbahn
- zusätzliche Kapazitäten zwischen Pratteln und Rheinfelden
- der Ausbau der Rheintalbahn Karlsruhe–Basel
- der Bahnanschluss des EuroAirport
- langfristig das Herzstück Basel
Neue Haltestellen
Im schweizerischen Teil der Agglomeration sind mehrere neue S-Bahn-Haltestellen vorgesehen.
Geplant sind insbesondere Basel Neuallschwil, Basel Solitude und Dornach Apfelsee.[10]
Die neuen Stationen sollen dicht besiedelte Wohn- und Entwicklungsgebiete besser an das Schienennetz anbinden.
Basel Neuallschwil ist in der Nähe des Verkehrsknotens Morgartenring vorgesehen und soll insbesondere die Stadt Basel sowie die Gemeinde Allschwil besser erschliessen.
Hochrheinbahn
Die deutsche Hochrheinbahn zwischen Basel Badischer Bahnhof, Waldshut und Erzingen wird ausgebaut und elektrifiziert.
Mit dem Projekt sollen Dieselfahrzeuge im Regionalverkehr weitgehend ersetzt und neue direkte Verbindungen ermöglicht werden. Gleichzeitig entstehen neue Haltestellen, darunter Rheinfelden-Warmbach, Bad Säckingen-Wallbach und Waldshut-West.[6]
Nach dem gegenwärtigen Planungsstand soll ab dem Fahrplanwechsel Ende 2027 die S7 zwischen Basel Badischer Bahnhof und Waldshut verkehren und die bisherige RB30 auf diesem Abschnitt ersetzen.[6]
Garten- und Wiesentalbahn
Auch die Gartenbahn und die Wiesentalbahn in Deutschland sollen weiter ausgebaut werden.
Vorgesehen sind zusätzliche Doppelspurabschnitte und eine neue Haltestelle beim Zentralklinikum Lörrach. Langfristig soll die S6 zwischen Basel Badischer Bahnhof und Lörrach Hauptbahnhof im 15-Minuten-Takt verkehren.[6]
Die S5 soll von Steinen bis Schopfheim verlängert werden. Dadurch würden zwischen Lörrach und Schopfheim vier Regionalzüge pro Stunde verkehren.
Neue S2 und S4
Für Ende 2030 ist eine grundlegende Neuordnung des S-Bahn-Angebots zwischen Frankreich und der Schweiz vorgesehen.
Geplant sind die neuen grenzüberschreitenden Linien:[11]
- S2: Olten–Basel SBB–Mulhouse
- S4: Laufen–Basel SBB–Saint-Louis
Diese Linien sollen die heutige S3-Struktur und die TER-Verbindung zwischen Basel und Mulhouse teilweise neu ordnen.
Damit würden erstmals wieder reguläre S-Bahn-Durchmesserlinien von der Schweiz über Basel direkt nach Frankreich verkehren.
Für diese Verbindungen sollen neue Mehrsystemzüge des Typs FLIRT Evo France eingesetzt werden.[11]
Bahnanschluss EuroAirport
Ein langfristig besonders bedeutendes Projekt ist die direkte Bahnanbindung des EuroAirport Basel Mulhouse Freiburg.
Dafür ist eine rund sechs Kilometer lange Neubaustrecke vorgesehen, die von der bestehenden Bahnstrecke Basel–Mulhouse abzweigen und den Flughafen mit einer eigenen Station erschliessen soll.[10]
Nach dem geplanten Angebotskonzept sollen die S2 und S4 später den EuroAirport bedienen. Zusammen mit schnellen TER-Verbindungen wäre damit ein sehr dichtes Zugangebot zwischen Basel SBB, Saint-Louis und dem Flughafen möglich.[6]
Herzstück Basel
Das Herzstück Basel ist das zentrale langfristige Infrastrukturprojekt für die Weiterentwicklung der S-Bahn.
Vorgesehen ist eine unterirdische S-Bahn-Verbindung zwischen Basel SBB, dem Stadtzentrum, Basel Badischer Bahnhof und Basel St. Johann.[10]
Heute enden oder wenden zahlreiche S-Bahn-Züge in Basel SBB beziehungsweise am Badischen Bahnhof. Dies beansprucht viel Gleis- und Perronkapazität und erschwert die Bildung durchgehender Linien.
Mit dem Herzstück sollen die verschiedenen Zulaufstrecken zu echten Durchmesserlinien verbunden werden. Reisende könnten dadurch beispielsweise aus dem Fricktal oder Ergolztal ohne Umstieg durch das Basler Zentrum in andere Teile der Agglomeration fahren.
Das Projekt soll zugleich den bestehenden Bahnknoten entlasten und zusätzliche Kapazitäten für Fern- und Güterverkehr schaffen.
Nach den Planungen umfasst das Konzept eine unterirdische Haltestelle Basel Mitte. Für die Verbindung zum Badischen Bahnhof werden weiterhin Varianten untersucht; auch eine zusätzliche Haltestelle Basel Klybeck ist Gegenstand der Planung.[10]
Zielbild
Langfristig strebt trireno ein Netz aus durchgehenden S-Bahn-Linien an, das die verschiedenen Korridore der Agglomeration direkt miteinander verbindet.
Auf den inneren Abschnitten sollen Züge grundsätzlich alle 15 Minuten verkehren, während auf äusseren Ästen mindestens ein Halbstundentakt angestrebt wird.[6]
Durch neue Durchmesserlinien sollen Basel SBB und Basel Badischer Bahnhof ihre heutige Rolle als häufig notwendige Umsteigepunkte teilweise verlieren. Die S-Bahn soll dadurch stärker nach dem Prinzip funktionieren, das bereits bei anderen grossen Schweizer S-Bahn-Systemen durch innerstädtische Durchmesserstrecken verwirklicht wurde.
Der vollständige Ausbau hängt von umfangreichen Infrastrukturmassnahmen in der Schweiz, in Deutschland und in Frankreich ab.
Siehe auch
- S1 (S-Bahn Basel)
- S3 (S-Bahn Basel)
- S5 (S-Bahn Basel)
- S6 (S-Bahn Basel)
- S9 (S-Bahn Basel)
- S11 (S-Bahn Basel)
- S31 (S-Bahn Basel)
- S32 (S-Bahn Basel)
- S33 (S-Bahn Basel)
- Herzstück Basel
- Bahnhof Basel SBB
- Basel Badischer Bahnhof
- Tarifverbund Nordwestschweiz
- S-Bahn Aargau
- Schweizerische Bundesbahnen
Weblinks
- Offizielle Website von trireno
- Schweizerische Bundesbahnen
- SBB Deutschland
- Tarifverbund Nordwestschweiz
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 trireno: Angebot heute, abgerufen am 10. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 trireno: Trinationale S-Bahn Basel, abgerufen am 10. August 2026.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 trireno: Organisation, abgerufen am 10. August 2026.
- ↑ 4,0 4,1 4,2 4,3 trireno: Liniennetzplan der trinationalen S-Bahn Basel, gültig ab 14. Dezember 2025, abgerufen am 10. August 2026.
- ↑ 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 5,5 SBB: Fahrplan 2026 – grösster Angebotsausbau in der Nordwestschweiz seit 20 Jahren, 21. Mai 2025, abgerufen am 10. August 2026.
- ↑ 6,0 6,1 6,2 6,3 6,4 6,5 6,6 6,7 trireno: Angebotsentwicklung, abgerufen am 10. August 2026.
- ↑ 7,0 7,1 7,2 7,3 trireno: Fahrzeuge, abgerufen am 10. August 2026.
- ↑ 8,0 8,1 8,2 8,3 8,4 trireno: 15-Minuten-Takt Basel SBB–Liestal mit der S33, abgerufen am 10. August 2026.
- ↑ 9,0 9,1 Kanton Basel-Stadt: Die erste Linie der Regio-S-Bahn wird eröffnet, 22. Mai 1997, abgerufen am 10. August 2026.
- ↑ 10,0 10,1 10,2 10,3 10,4 trireno: Infrastrukturausbau, abgerufen am 10. August 2026.
- ↑ 11,0 11,1 trireno: Neue grenzüberschreitende S-Bahn-Linien S2 und S4, abgerufen am 10. August 2026.