Prime Tower

Aus Helvetia Wiki – Die Enzyklopädie der Schweiz
Version vom 8. August 2026, 11:13 Uhr von Nick Frei (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: «'''Prime Tower''' ist ein 126 Meter hohes Bürohochhaus in Zürich-West in der Stadt Zürich. Es steht an der Hardstrasse 201 unmittelbar beim Bahnhof Zürich Hardbrücke im Quartier Escher Wyss des Kreises 5. Das von den Zürcher Architekten Gigon/Guyer entworfene Gebäude wurde von 2008 bis 2011 auf dem ehemaligen Maag-Areal errichtet und am 6. Dezember 2011 offiziell eingeweiht.<ref…»)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Prime Tower ist ein 126 Meter hohes Bürohochhaus in Zürich-West in der Stadt Zürich. Es steht an der Hardstrasse 201 unmittelbar beim Bahnhof Zürich Hardbrücke im Quartier Escher Wyss des Kreises 5. Das von den Zürcher Architekten Gigon/Guyer entworfene Gebäude wurde von 2008 bis 2011 auf dem ehemaligen Maag-Areal errichtet und am 6. Dezember 2011 offiziell eingeweiht.[1][2]

Prime Tower
Ort Zürich
Stadtkreis Kreis 5
Quartier Escher Wyss
Adresse Hardstrasse 201, 8005 Zürich
Höhe 126 m
Geschosse 36
Geschossfläche rund 53'461 m²
Mietfläche rund 40'000 m²
Gebäudevolumen rund 228'000 m³
Arbeitsplätze rund 2'000
Architekten Gigon/Guyer
Bauherrschaft Swiss Prime Site AG
Wettbewerb 2004
Bauzeit 2008–2011
Eröffnung 6. Dezember 2011
Nutzung Bürohochhaus, Gastronomie
Baustandard Minergie, LEED Gold
Eigentümerin Swiss Prime Site

Bei seiner Fertigstellung war der Prime Tower das höchste Gebäude der Schweiz. Er übertraf unter anderem den 105 Meter hohen Messeturm in Basel. Diesen Rekord hielt das Zürcher Hochhaus bis 2015, als der 178 Meter hohe Roche Bau 1 in Basel eröffnet wurde.[3]

Der Prime Tower gilt als eines der wichtigsten Wahrzeichen des Strukturwandels von Zürich-West. Das Gebiet war während eines grossen Teils des 19. und 20. Jahrhunderts von Maschinenindustrie, Fabrikhallen und Güterverkehr geprägt. Seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert wurde es schrittweise zu einem gemischten Geschäfts-, Kultur- und Wohngebiet umgestaltet.

Lage

Der Prime Tower steht westlich des Zürcher Hauptbahnhofs in unmittelbarer Nähe der Hardbrücke und des Bahnhofs Zürich Hardbrücke.

Das Gebäude gehört zum ehemaligen Maag-Areal, einem früher weitgehend geschlossenen Industriegebiet zwischen Hardstrasse, Bahnlinien und den ehemaligen Produktionsanlagen von Maag Zahnräder.

Die Lage ist städtebaulich besonders exponiert. Der Turm steht unmittelbar neben dem ausgedehnten Gleisfeld westlich des Zürcher Hauptbahnhofs und ist dadurch aus zahlreichen Richtungen bereits aus grosser Entfernung sichtbar.

In unmittelbarer Umgebung befinden sich der Bahnhof Zürich Hardbrücke, die Hardbrücke, der Escher-Wyss-Platz, das Schiffbau, verschiedene ehemalige Industriegebäude und zahlreiche neuere Büro- und Wohnbauten.

Der Standort gehört zum Quartier Escher Wyss und damit zum Kreis 5.

Maag-Areal

Das Grundstück des Prime Tower war ursprünglich Teil des grossen Industriegebiets von Zürich-West.

Eine wichtige Rolle spielte die Maschinenfabrik Maag Zahnräder. Das Unternehmen entwickelte sich im 20. Jahrhundert zu einem international tätigen Hersteller von Verzahnungsmaschinen und Getrieben.

Das Maag-Areal umfasste zahlreiche Fabrikhallen, Werkstätten und Verwaltungsbauten. Wie viele andere Industriebetriebe in Zürich-West reduzierte beziehungsweise verlagerte auch Maag im Verlauf des Strukturwandels seine industrielle Produktion.

Dadurch wurden grosse Flächen für neue Nutzungen frei.

Seit den 1990er-Jahren wandelte sich Zürich-West grundlegend. Ehemalige Fabrikhallen wurden zunächst häufig kulturell, gewerblich oder als Zwischennutzungen verwendet. Gleichzeitig entwickelten Grundeigentümer und Stadt Zürich Konzepte für eine langfristige Neubebauung.

Der Prime Tower wurde zu einem der sichtbarsten Projekte dieses Wandels.

Planung

Für das geplante Hochhaus auf dem Maag-Areal wurde 2004 ein Architekturwettbewerb durchgeführt.

Den ersten Preis gewann das Zürcher Architekturbüro Gigon/Guyer von Annette Gigon und Mike Guyer.[2]

Der Wettbewerbsvorschlag trug zunächst die Bezeichnung Maag-Tower. Später erhielt das Projekt den Namen Prime Tower.

Die Planungs- und Ausführungsphase dauerte von 2004 bis 2011. Bauherrin war die Immobiliengesellschaft Swiss Prime Site AG mit Sitz in Olten.

Die Planung umfasste nicht nur das Hochhaus selbst, sondern auch mehrere ergänzende Gebäude auf dem Areal. Zu den wichtigsten gehören Cubus, Diagonal und Platform.

Das gesamte Ensemble sollte das ehemalige Industrieareal in einen neuen Geschäftsstandort integrieren und gleichzeitig öffentliche Wege und Plätze schaffen.

Bau

Die eigentliche Bauphase des Prime Tower begann 2008.

Als Totalunternehmung war die ARGE Prime Tower tätig, an der Losinger Construction AG und Karl Steiner beteiligt waren.[2]

Der Bau eines 126 Meter hohen Hochhauses auf dem ehemaligen Industriegebiet stellte hohe Anforderungen an Fundamentierung, Tragwerk, Fassadentechnik und Gebäudetechnik.

Das Tragwerk wurde so konzipiert, dass im Inneren möglichst flexibel nutzbare Büroflächen entstehen konnten.

Während der Bauphase wuchs der Turm rasch zu einem weithin sichtbaren Orientierungspunkt heran. Bereits vor der Fertigstellung veränderte er die bis dahin vergleichsweise niedrige Skyline von Zürich-West deutlich.

2011 wurde das Gebäude fertiggestellt.

Die offizielle Einweihung fand am 6. Dezember 2011 statt.[4]

Zu diesem Zeitpunkt waren die Büroflächen praktisch vollständig vermietet.

Architektur

Der Prime Tower unterscheidet sich durch seine Form deutlich von einem klassischen rechteckigen Hochhaus.

Sein Grundriss basiert auf einem unregelmässigen Polygon. Der Baukörper verändert seine Form über die Höhe und besitzt verschiedene Vor- und Rücksprünge.

Besonders ungewöhnlich ist, dass sich Teile des Turms nach oben ausweiten. Dadurch entstehen je nach Blickrichtung unterschiedliche Silhouetten.[2]

Die Architekten wollten damit ein Hochhaus schaffen, das aus unterschiedlichen Standorten immer wieder anders erscheint.

Aus einigen Perspektiven wirkt das Gebäude schlank und nahezu rechteckig. Aus anderen Richtungen werden die polygonale Form und die grossen auskragenden Bereiche deutlich sichtbar.

Diese Gestaltung trägt dazu bei, dass der Prime Tower trotz seiner beträchtlichen Höhe keinen vollkommen gleichförmigen Baukörper bildet.

Fassade

Ein besonders charakteristisches Element ist die grünlich schimmernde Glasfassade.

Sie besteht aus dreifach isolierten Glaselementen. Die vorfabrizierten Fassadenelemente sind von aussen weitgehend rahmenlos sichtbar.[2]

Je nach Tageszeit, Wetter und Blickwinkel verändert sich die Wirkung der Fassade. Der Turm kann dunkelgrün, grau, blaugrün oder fast schwarz erscheinen.

Die Architekten verglichen die facettenreiche Wirkung mit einem grünlichen Kristall.

Einzelne Fenster können parallel zur Fassadenebene geöffnet werden. Diese Konstruktion ermöglicht eine natürliche Lüftung der Büroräume und erfüllt zugleich Anforderungen an die Entrauchung im Brandfall.

Die gleichmässige Glasoberfläche verstärkt die monolithische Wirkung des Gebäudes.

Grundriss und Büroflächen

Ein zentrales Ziel der Planung war die Schaffung möglichst gut belichteter Arbeitsplätze.

Die ungewöhnliche Grundrissform vergrössert die Fassadenfläche und ermöglicht dadurch vielen Büroarbeitsplätzen einen direkten Bezug nach aussen.

Die Büroflächen können unterschiedlich aufgeteilt werden. Möglich sind sowohl grössere offene Arbeitsbereiche als auch kleinere Einzel- und Gruppenbüros.

Der Prime Tower verfügt über 36 Geschosse und rund 40'000 Quadratmeter vermietbare Fläche.[1]

Die Geschossfläche des eigentlichen Hochhauses beträgt nach Angaben der Architekten rund 53'461 Quadratmeter.[2]

Im Gebäude können ungefähr 2'000 Arbeitsplätze untergebracht werden.[1]

Nutzung

Der Prime Tower ist in erster Linie ein Bürogebäude.

Die Mieterschaft stammt überwiegend aus dem Dienstleistungssektor. Dazu gehören Unternehmen aus Beratung, Finanzwirtschaft, Rechtsberatung, Informationstechnologie und weiteren Branchen.[1]

Im Erdgeschoss befinden sich öffentlich zugängliche gastronomische Angebote.

In den obersten Geschossen befinden sich Gastronomie-, Konferenz- und Veranstaltungsbereiche.

Anders als bei vielen anderen Bürohochhäusern ist ein Teil des obersten Bereichs öffentlich zugänglich.

Clouds

Im obersten Bereich des Prime Tower befindet sich das Restaurant Clouds mit Restaurant, Bistro, Bar und Lounge.

Durch die Höhe des Gebäudes bietet sich von dort ein weiter Blick über Zürich, das Limmattal, den Zürichsee und bei guten Sichtverhältnissen bis zu den Alpen.

Das Restaurant wurde am 12. Dezember 2011, wenige Tage nach der offiziellen Einweihung des Hochhauses, für die Öffentlichkeit eröffnet.[4]

Die öffentliche Gastronomie trägt wesentlich dazu bei, dass der Prime Tower nicht ausschliesslich als Bürogebäude wahrgenommen wird.

Eine allgemein frei zugängliche Aussichtsplattform besitzt der Turm jedoch nicht.

Höhe

Mit einer Gebäudehöhe von 126 Metern war der Prime Tower bei seiner Fertigstellung 2011 das höchste Gebäude der Schweiz.

Er übernahm diesen Rekord vom Basler Messeturm.

Der Titel hatte erhebliche symbolische Bedeutung, da Hochhäuser in Schweizer Städten aufgrund restriktiver Bauvorschriften lange vergleichsweise selten waren.

Am 18. September 2015 wurde in Basel der 178 Meter hohe Roche Bau 1 eingeweiht. Damit verlor der Prime Tower nach knapp vier Jahren den Schweizer Höhenrekord.[5]

Mit dem später errichteten, 205 Meter hohen Roche Bau 2 entstanden in Basel nochmals deutlich höhere Gebäude.

Innerhalb Zürichs gehört der Prime Tower jedoch weiterhin zu den höchsten und markantesten Hochhäusern.

Annexbauten

Das Prime-Tower-Projekt umfasst neben dem eigentlichen Hochhaus mehrere weitere Gebäude.

Cubus

Der Cubus ist ein niedrigerer Annexbau des Areals.

Das Gebäude wird für Büros und weitere Dienstleistungen genutzt. Es bildet gemeinsam mit den anderen Baukörpern einen räumlichen Übergang zwischen dem Hochhaus und der niedrigeren Bebauung des ehemaligen Industriegebiets.

Diagonal

Der Bau Diagonal gehört ebenfalls zum von Gigon/Guyer geplanten Ensemble.

Seine Architektur greift die polygonale Formensprache des Prime Tower auf und trägt zur räumlichen Fassung des Areals bei.

Platform

Das Geschäftsgebäude Platform befindet sich am Maagplatz 1.

Es besitzt sieben Geschosse und rund 20'900 Quadratmeter Mietfläche. Das Gebäude bietet ungefähr 1'000 Arbeitsplätze und dient insbesondere als Zürcher Geschäftssitz des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens EY.[1]

Auf dem Dach von Platform befindet sich eine Photovoltaikanlage, die einen Teil des Strombedarfs des gesamten Prime-Tower-Areals deckt.

Nachhaltigkeit

Bereits bei Planung und Bau spielten Energieeffizienz und nachhaltiger Gebäudebetrieb eine wichtige Rolle.

Der Prime Tower erfüllt den Schweizer Minergie-Standard und besitzt eine Zertifizierung nach LEED Gold Core & Shell.[6]

Die Dreifachverglasung reduziert Wärmeverluste und unterstützt gleichzeitig eine gute Tageslichtnutzung.

Ein Teil der Fenster kann zur natürlichen Lüftung geöffnet werden.

Auf dem Areal kommen verschiedene Systeme für Wärme, Kälte und Energieversorgung zum Einsatz.

Energieversorgung

Das Prime-Tower-Areal verfügt über ein kombiniertes Wärme- und Kältesystem.

Grundwasser wird unter anderem als erneuerbare Energiequelle für Wärmepumpen genutzt. Zusätzlich wird Abwärme aus der Kälteerzeugung wiederverwendet.[7]

Dadurch kann ein Teil des Energiebedarfs ohne fossile Brennstoffe gedeckt werden.

Auf dem Dach des Gebäudes Platform befindet sich eine Photovoltaikanlage. Nach Angaben des Arealbetreibers erzeugt sie ungefähr 130'000 Kilowattstunden Strom pro Jahr.[7]

Die Kombination verschiedener Systeme soll den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen des Areals reduzieren.

Verkehr

Der Prime Tower besitzt eine aussergewöhnlich gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr.

Unmittelbar neben dem Gebäude liegt der Bahnhof Zürich Hardbrücke. Er wird von zahlreichen Linien der S-Bahn Zürich bedient.

Von Hardbrücke bestehen direkte Verbindungen unter anderem zum Zürich Hauptbahnhof, zum Flughafen Zürich, nach Oerlikon, Altstetten sowie in verschiedene Regionen des Kantons Zürich.

Der Hauptbahnhof ist mit der S-Bahn in wenigen Minuten erreichbar.

Direkt beim Prime Tower befinden sich ausserdem Tram- und Bushaltestellen der Verkehrsbetriebe Zürich.[8]

Die Nähe zu Hardbrücke und Pfingstweidstrasse ermöglicht zugleich einen guten Anschluss an das städtische und regionale Strassennetz.

Das Areal verfügt über eine Tiefgarage sowie Veloabstellplätze.

Bahnhof Zürich Hardbrücke

Die Nähe zum Bahnhof Zürich Hardbrücke ist ein wesentlicher Standortvorteil des Prime Tower.

Der Bahnhof entwickelte sich im Zusammenhang mit dem Wachstum von Zürich-West zu einem der bedeutenden Verkehrsknoten ausserhalb des Zürcher Hauptbahnhofs.

Die zahlreichen Arbeitsplätze im Prime Tower und den umliegenden Geschäftsgebäuden erzeugen insbesondere während der Hauptverkehrszeiten grosse Pendlerströme.

Die Entwicklung von Bahnhof, Tramverbindungen und neuen Fusswegen erfolgte deshalb in engem Zusammenhang mit der städtebaulichen Transformation von Zürich-West.

Zürich-West

Der Prime Tower gilt als eines der wichtigsten Symbole von Zürich-West.

Das Gebiet zwischen Hauptbahnhof, Hardbrücke, Escher-Wyss-Platz und Altstetten war seit dem 19. Jahrhundert eines der wichtigsten Industriegebiete der Stadt.

Unternehmen des Maschinenbaus und anderer Industriezweige errichteten dort grossflächige Fabrikanlagen.

Seit den 1980er- und 1990er-Jahren nahm die industrielle Produktion jedoch stark ab. Viele Firmen verliessen ihre Standorte oder benötigten wesentlich weniger Fläche.

Die frei werdenden Areale wurden zunächst häufig für Kultur, Gastronomie und kleinere Gewerbebetriebe genutzt.

Später entstanden zunehmend Büros, Wohnungen, Schulen, Hotels und öffentliche Räume.

Der Prime Tower markiert diesen Strukturwandel besonders deutlich: Auf einem ehemaligen Maschinenindustrieareal entstand ein Hochhaus, dessen Arbeitsplätze fast vollständig dem Dienstleistungssektor zuzuordnen sind.

Stadtbild

Der Prime Tower veränderte die Silhouette Zürichs grundlegend.

Zürich war traditionell eine Stadt mit vergleichsweise niedriger Bebauung. Kirchtürme und einzelne technische Bauten bestimmten lange die wichtigsten vertikalen Akzente.

Mit der Entwicklung von Zürich-West kamen seit dem frühen 21. Jahrhundert zunehmend Hochhäuser hinzu.

Der Prime Tower wurde aufgrund seiner Höhe und Lage zum dominierenden Gebäude dieser neuen Skyline.

Vom Uetliberg, vom Zürichberg, aus dem Limmattal und von zahlreichen Bahnstrecken ist der Turm deutlich sichtbar.

Durch seine grünliche Fassade verändert er je nach Wetter und Lichtsituation sein Erscheinungsbild und hebt sich gleichzeitig von vielen umliegenden Gebäuden ab.

Bedeutung für den Zürcher Hochhausbau

Der Prime Tower entstand in einer Phase, in der Zürich seine Haltung gegenüber Hochhäusern neu definierte.

Nach der Errichtung mehrerer Hochhäuser in den 1960er- und 1970er-Jahren war die Entwicklung hoher Gebäude während längerer Zeit politisch und städtebaulich umstritten.

Mit der Transformation ehemaliger Industriegebiete wurden Hochhäuser erneut als Möglichkeit betrachtet, bestimmte Gebiete stärker zu verdichten und gleichzeitig städtebauliche Akzente zu setzen.

Der Prime Tower wurde zu einem der bekanntesten Ergebnisse dieser Entwicklung.

Sein Erfolg führte nicht unmittelbar zu einer flächendeckenden Hochhausbebauung, zeigte jedoch, dass grosse Bürohochhäuser in ausgewählten Zürcher Entwicklungsgebieten realisierbar sind.

Architekturkritik

Die ungewöhnliche Form und die grünliche Glasfassade des Prime Tower wurden in der Architekturkritik vielfach diskutiert.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Tatsache, dass sich der Baukörper teilweise nach oben verbreitert. Dadurch unterscheidet sich die Konstruktion von der klassischen Vorstellung eines sich nach oben verjüngenden Hochhauses.

Positiv hervorgehoben wurden unter anderem die wechselnde Erscheinung aus verschiedenen Blickrichtungen sowie die Integration des Turms in das ehemalige Industrieareal.

Kritische Diskussionen betrafen unter anderem die Wirkung des Hochhauses auf die traditionelle Zürcher Stadtsilhouette und grundsätzlich die Frage nach der Rolle hoher Gebäude in der Stadtentwicklung.

Unabhängig von dieser Debatte entwickelte sich der Prime Tower innerhalb kurzer Zeit zu einem allgemein bekannten Orientierungspunkt Zürichs.

Kunst am Bau

Zum Bauprojekt gehörten auch künstlerische Arbeiten.

An der Kunst am Bau waren unter anderem die Künstler Adrian Schiess und Harald F. Müller beteiligt.[2]

Die Kunst wurde in das architektonische und gestalterische Konzept des Gebäudes integriert und ergänzt die Gestaltung der Innen- und Aussenräume.

Auch die Möblierung wichtiger Bereiche wurde gemeinsam von Gigon/Guyer und dem Studio Hannes Wettstein entwickelt.

Eigentum und Betrieb

Eigentümerin des Prime-Tower-Areals ist die Immobiliengesellschaft Swiss Prime Site.[1]

Das Unternehmen war bereits Bauherrin des Hochhausprojekts.

Der Prime Tower ist langfristig als hochwertiger Büro- und Dienstleistungsstandort positioniert.

Neben dem Hochhaus gehören mehrere angrenzende Gebäude und öffentliche beziehungsweise halböffentliche Aussenräume zum Areal.

Bedeutung

Der Prime Tower besitzt sowohl architektonische als auch stadtgeschichtliche Bedeutung.

Er steht exemplarisch für den tiefgreifenden Wandel des ehemaligen Zürcher Industriequartiers.

Wo früher Maschinen und Zahnräder produziert wurden, befinden sich heute Büros, Restaurants und Dienstleistungsunternehmen.

Die Entwicklung entspricht einem grösseren Strukturwandel der Zürcher Wirtschaft von industrieller Produktion zu Dienstleistungen, Finanzwirtschaft, Technologie und wissensbasierten Branchen.

Gleichzeitig markierte die Fertigstellung des Prime Tower einen Wendepunkt in der Entwicklung der Zürcher Skyline.

Von 2011 bis 2015 war er das höchste Gebäude der Schweiz und machte Zürich-West auch ausserhalb der Stadt zu einem weithin erkennbaren neuen Stadtteil.

Siehe auch

Einzelnachweise