Bahnhof Romanshorn
| Gemeinde | Romanshorn |
|---|---|
| Kanton | Thurgau |
| Bezirk | Arbon |
| Betriebsstellenart | Bahnhof |
| Lage im Netz | Knotenbahnhof |
| Bauform | Durchgangs- und Endbahnhof |
| Perrongleise | 5 |
| IBNR | 8506121 |
| Höhe | rund 398 m ü. M. |
| Eröffnung | 16. Mai 1855 |
| Eigentümer und Betreiber | Schweizerische Bundesbahnen |
| Strecken | Bahnstrecke Winterthur–Romanshorn Seelinie nach Kreuzlingen und Rorschach |
| Tarifverbund | OSTWIND |
| Fernverkehr | IC8, IC81 |
| S-Bahn-Linien | S1, S7, S10, S23 |
| Anschlüsse | Regionalbusse, Bodensee-Schifffahrt, Fährlinie Friedrichshafen–Romanshorn |
| Koordinaten | 47,5657° N, 9,3781° E |
Der Bahnhof Romanshorn ist ein bedeutender Eisenbahnknoten in der Stadt Romanshorn im Kanton Thurgau. Er liegt unmittelbar am Bodensee und verbindet die Bahnstrecke aus Richtung Winterthur und Weinfelden mit den Uferstrecken nach Kreuzlingen, Schaffhausen, Rorschach und St. Gallen. Die Nähe zum Hafen ermöglicht kurze Umsteigewege zwischen Bahn, Bus, Kursschifffahrt und der internationalen Autofähre nach Friedrichshafen.
Der Bahnhof wurde am 16. Mai 1855 als Endpunkt der von der Schweizerischen Nordostbahn gebauten Strecke Winterthur–Romanshorn eröffnet. Zusammen mit dem gleichzeitig ausgebauten Hafen wurde er zur Grundlage für die Entwicklung des damaligen Dorfes zu einem der wichtigsten Verkehrsknoten am Schweizer Bodenseeufer. Die Stadt Romanshorn bezeichnet sich aufgrund dieser engen Verbindung von Eisenbahn und Schifffahrt als Hafenstadt.[1]
Heute wird Romanshorn von InterCity-Zügen nach Zürich und in die Westschweiz sowie von mehreren Linien der S-Bahn St. Gallen bedient. Hinzu kommen einzelne Züge der S-Bahn Zürich während der Hauptverkehrszeiten. Der überwiegende Regionalverkehr wird von Thurbo durchgeführt.
Lage
Der Bahnhof liegt zwischen dem Stadtzentrum und dem Hafenbecken. Das Aufnahmegebäude und der Bahnhofplatz befinden sich westlich der Gleisanlagen, während östlich davon der Hafen, die Fähranleger und die Uferpromenade liegen.
Die Bahnstrecken teilen Romanshorn räumlich in einen städtischen und einen hafenseitigen Bereich. Eine grosszügige Personenunterführung verbindet den Bahnhofplatz mit dem Hafen. Von ihr führen Treppen und Aufzüge zu den Perrons.
In unmittelbarer Umgebung befinden sich:
- der Romanshorner Hafen,
- der Fährhafen nach Friedrichshafen,
- die Anlegestellen der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrt,
- das Museum im alten Zollhaus,
- das Eisenbahnmuseum Locorama,
- die Bodensee-Promenade,
- Hotels, Restaurants und Geschäfte,
- öffentliche Parkierungs- und Veloabstellanlagen.
Die zentrale Lage ermöglicht kurze Wege zwischen Bahn, Schiff und Stadtzentrum. Der Bahnhof bildet dadurch nicht nur einen Verkehrsknoten, sondern auch ein wichtiges städtebauliches Bindeglied zwischen der historischen Innenstadt und dem neueren Freizeit- und Tourismuszentrum am See.
Bahnhofanlage
Der Personenbahnhof besitzt fünf regulär benutzte Perrongleise. Die Gleise liegen an einem Hausperron und mehreren Mittelperrons. Sie werden je nach Fahrplan für Züge in Richtung Winterthur, Weinfelden, Kreuzlingen, Schaffhausen, Rorschach und St. Gallen verwendet.
Die verschiedenen Strecken treffen im südlichen und westlichen Bahnhofskopf zusammen. Dies ermöglicht durchgehende Verbindungen, aber auch das Wenden von Zügen, die in Romanshorn beginnen oder enden.
Die Bahnhofanlage umfasst neben den Perrongleisen:
- Abstellgleise für Regional- und Fernverkehrszüge,
- Dienst- und Rangiergleise,
- Zufahrten zu ehemaligen Güteranlagen,
- technische Gebäude,
- Anschlüsse an das Hafenareal,
- Anlagen für den Unterhalt und die Bereitstellung von Fahrzeugen.
Die weitläufigen Gleisanlagen erinnern an die frühere Bedeutung Romanshorns als Güter-, Hafen- und Fährbahnhof. Ein grosser Teil des historischen Güterverkehrs ist inzwischen weggefallen, doch der Bahnhof besitzt weiterhin betriebliche Bedeutung für die Abstellung und Bereitstellung von Zügen.
Aufnahmegebäude
Das historische Aufnahmegebäude entstand im Zusammenhang mit dem Bau der Bodenseebahn und des Hafens in den 1850er-Jahren. Die Pläne werden dem Architekten Johann Jakob Breitinger zugeschrieben. Das Gebäude wurde im Laufe der Zeit mehrfach erweitert und an die steigenden Anforderungen des Bahnverkehrs angepasst.[2]
Der langgestreckte Bau steht zwischen Bahnhofplatz und Gleisen. Er beherbergt beziehungsweise beherbergte:
- Schalter- und Beratungsräume,
- Wartesäle,
- Gepäck- und Zollräume,
- Büros und Betriebsräume,
- Verkaufs- und Gastronomieflächen,
- Räume für das Bahnpersonal.
Das Gebäude gehört zu den wichtigsten historischen Verkehrsbauten der Stadt. Seine Nähe zum Hafen verdeutlicht die ursprünglich bewusst geplante Verbindung zwischen Eisenbahn und Schifffahrt.
Im Jahr 2026 führt die SBB Sanierungsarbeiten am Bahnhofgebäude durch. Die Arbeiten wurden mit der Umgestaltung des angrenzenden Bahnhofplatzes koordiniert.[3]
Geschichte
Planung der Bodenseebahn
Die wirtschaftliche und verkehrliche Bedeutung Romanshorns war bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts vergleichsweise gering. Der Ort bestand hauptsächlich aus einer bäuerlich und handwerklich geprägten Siedlung am Bodenseeufer.
Mit der Planung einer Eisenbahnverbindung von Zürich über Winterthur und Frauenfeld zum Bodensee änderte sich diese Situation grundlegend. Romanshorn wurde als Endpunkt ausgewählt, weil sich dort ein leistungsfähiger Hafen errichten liess. Die Bahn sollte den Waren- und Personenverkehr zwischen der Schweiz und den übrigen Bodenseestaaten erleichtern.
Die Zürich-Bodenseebahn fusionierte 1853 mit der Schweizerischen Nordbahn zur Schweizerischen Nordostbahn. Diese führte den Bau der Strecke und des Hafens weiter.
Zwischen 1853 und 1856 entstand in Romanshorn der damals grösste Hafen am Bodensee. Bahn- und Hafenanlagen wurden als zusammengehörendes Verkehrssystem geplant. Güter konnten unmittelbar zwischen Eisenbahnwagen, Lagerhäusern und Schiffen umgeschlagen werden.[2]
Eröffnung 1855
Am 16. Mai 1855 nahm die Nordostbahn den Abschnitt Winterthur–Frauenfeld–Weinfelden–Romanshorn in Betrieb. Romanshorn war zunächst Endstation der Strecke.
Die neue Verbindung verkürzte die Reisezeit nach Winterthur und Zürich erheblich. Gleichzeitig konnten Waren aus dem Schweizer Mittelland über den Bodensee nach Württemberg, Bayern, Baden und Österreich transportiert werden.
Zum ursprünglichen Bahnhof gehörten:
- das Aufnahmegebäude,
- eine Perronhalle,
- Güterschuppen und Lagerhäuser,
- Lokomotiv- und Wagenremisen,
- Drehscheiben und Wasserstationen,
- Hafen- und Verladegleise,
- Werkstätten und Dienstgebäude.
Die Bahn beschäftigte zahlreiche Personen und zog Gewerbe-, Handels- und Industriebetriebe an. Die Bevölkerung Romanshorns nahm in den folgenden Jahrzehnten stark zu. Der Bahnhof wurde zum wichtigsten Motor der örtlichen Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung.[4]
Verbindung nach Rorschach
Am 15. Oktober 1869 eröffnete die Nordostbahn die Strecke von Romanshorn entlang des Bodenseeufers über Arbon nach Rorschach. Der Bahnhof wurde damit vom Endpunkt zum Durchgangs- und Abzweigbahnhof.[5]
Für die neue Strecke mussten die bestehenden Hafen- und Bahnanlagen erweitert werden. Das historische Kaufhaus am Hafen wurde teilweise zum Aufnahmegebäude des Hafenbahnhofs und zum Güterschuppen umgebaut.
Die Verbindung stärkte den Verkehr zwischen Romanshorn, Arbon, Rorschach und dem St. Galler Rheintal. Zugleich entstand eine Konkurrenz zu den bereits vorhandenen Strecken der Vereinigten Schweizerbahnen.
Trajektverkehr
Ebenfalls 1869 führte die Nordostbahn den Eisenbahn-Trajektverkehr über den Bodensee ein. Güterwagen wurden auf speziell ausgerüstete Dampfschiffe verladen und nach Friedrichshafen, Lindau oder Bregenz transportiert.
Damit konnten Güter ohne Umladung zwischen den Eisenbahnnetzen der Schweiz und der angrenzenden Staaten befördert werden. Im Hafen entstanden besondere Gleise, Rampen und Brücken für die Verladung der Wagen.
Der Trajektverkehr hatte seine grösste Bedeutung im späten 19. Jahrhundert. Mit dem Ausbau der Bahnstrecken rund um den Bodensee nahm seine wirtschaftliche Bedeutung ab. Der Transport von Eisenbahnwagen über den See wurde 1974 endgültig eingestellt.[6]
An seine Stelle trat die heutige Autofähre zwischen Romanshorn und Friedrichshafen.
Verbindung nach Konstanz
Am 1. Juli 1871 wurde die Bahnstrecke von Romanshorn über Uttwil, Kreuzlingen Hafen und die Landesgrenze nach Konstanz eröffnet. Damit besass Romanshorn Bahnverbindungen in drei Hauptrichtungen:
- nach Winterthur und Zürich,
- nach Rorschach und St. Gallen,
- nach Kreuzlingen, Konstanz und später Schaffhausen.
Die Strecken nach Rorschach und Konstanz bilden heute Abschnitte der sogenannten Seelinie. Sie verlaufen grösstenteils in unmittelbarer Nähe zum Bodenseeufer.
Übergang an die SBB
Die Schweizerische Nordostbahn wurde 1902 verstaatlicht. Bahnhof, Hafenbahn und die zugehörigen Strecken gingen an die Schweizerischen Bundesbahnen über.
Die SBB modernisierten die Anlagen schrittweise. Zusätzliche Gleise, Stellwerke, Perrons und Werkstätten wurden gebaut. Romanshorn blieb ein wichtiger Standort für Bahn- und Schifffahrtspersonal.
Der Hafen und die Bodenseeschiffe gehörten zunächst ebenfalls zu den SBB. Erst später wurden Schifffahrt und Fährbetrieb organisatorisch vom Eisenbahnbetrieb getrennt.
Elektrifizierung
Die Strecke Winterthur–Romanshorn wurde 1928 elektrifiziert. Die Seelinie folgte abschnittsweise. Auf den Hauptstrecken wird seither das schweizerische Bahnstromsystem mit 15 Kilovolt und 16,7 Hertz Wechselstrom verwendet.
Die elektrische Traktion verkürzte die Fahrzeiten und reduzierte den Aufwand für die Behandlung von Dampflokomotiven. Kohle-, Wasser- und Drehscheibenanlagen verloren ihre ursprüngliche Funktion.
Nach der Elektrifizierung kamen zunehmend elektrische Lokomotiven, Triebwagen und Pendelzüge zum Einsatz. Romanshorn blieb wegen seiner End- und Knotenfunktion ein bedeutender Standort für die Abstellung von Fahrzeugen.
Rückgang des Güterverkehrs
Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein wurden im Bahnhof und Hafen grosse Mengen an Gütern umgeschlagen. Dazu gehörten Getreide, Kohle, Baustoffe, Maschinen, landwirtschaftliche Erzeugnisse und internationale Transitwaren.
Der Ausbau des Strassennetzes und die Verlagerung des Güterverkehrs auf Lastwagen führten zu einem starken Rückgang. Auch die Einstellung des Eisenbahn-Trajektverkehrs verringerte die Bedeutung der Hafen- und Rangiergleise.
Zahlreiche Anlagen wurden stillgelegt, zurückgebaut oder neuen Nutzungen zugeführt. Erhaltene Lokremisen und Werkstattgebäude werden teilweise durch das Eisenbahnmuseum Locorama genutzt.
Regionalverkehr und Thurbo
Die SBB und die Mittel-Thurgau-Bahn gründeten 2001 das Regionalbahnunternehmen Thurbo. Nach der Betriebsaufnahme im Dezember 2002 übernahm Thurbo einen grossen Teil des Regionalverkehrs im Kanton Thurgau und am Bodensee.
Romanshorn wurde zu einem wichtigen Betriebspunkt des Thurbo-Netzes. Die Regionalzüge verbinden die Stadt mit St. Gallen, Schaffhausen, Weinfelden, Wil, Rorschach und weiteren Orten der Ostschweiz.
Für den Verkehr werden hauptsächlich elektrische Gelenktriebwagen des Typs Stadler GTW eingesetzt. Diese werden seit 2026 schrittweise durch neue Triebzüge des Typs Flirt Evo ersetzt.[7]
Personenverkehr
Fernverkehr
Romanshorn wird im Fahrplanjahr 2026 von den InterCity-Linien IC8 und IC81 bedient. Sie verbinden den Bahnhof über Weinfelden, Frauenfeld, Winterthur, Zürich Flughafen und Zürich Hauptbahnhof mit Bern und den touristischen Zentren im Berner Oberland beziehungsweise im Wallis.
| Linie | Grundlegender Linienweg | Takt |
|---|---|---|
| IC8 | Romanshorn – Weinfelden – Frauenfeld – Winterthur – Zürich Flughafen – Zürich HB – Bern – Brig | grundsätzlich zweistündlich |
| IC81 | Romanshorn – Weinfelden – Frauenfeld – Winterthur – Zürich Flughafen – Zürich HB – Bern – Interlaken Ost | grundsätzlich zweistündlich |
Durch die Überlagerung beider Linien besteht zwischen Romanshorn und Zürich grundsätzlich eine stündliche direkte Fernverkehrsverbindung. Die genaue Führung westlich von Bern kann je nach Tageszeit und Fahrplanperiode abweichen.[8]
Die Fahrzeit nach Zürich Hauptbahnhof beträgt ungefähr 70 bis 75 Minuten. Zürich Flughafen wird in rund einer Stunde erreicht.
S-Bahn St. Gallen
Im Fahrplanjahr 2026 wird Romanshorn von folgenden Linien der S-Bahn St. Gallen bedient:[9]
| Linie | Linienweg | Funktion in Romanshorn |
|---|---|---|
| S1 | Wil SG – Uzwil – St. Gallen – Rorschach – Romanshorn – Kreuzlingen – Schaffhausen | Durchgehende Linie |
| S7 | Weinfelden – Sulgen – Amriswil – Romanshorn – Rorschach – St. Margrethen | Durchgehende Linie |
| S10 | Wil SG – Münchwilen TG – Weinfelden – Sulgen – Amriswil – Romanshorn | Endstation |
Die S1 verbindet Romanshorn entlang des Bodensees mit Rorschach, St. Gallen, Kreuzlingen und Schaffhausen. Sie gehört zu den längsten durchgehenden Regionalverbindungen der Ostschweiz.
Die S7 verkehrt zwischen Weinfelden, Romanshorn, Rorschach und St. Margrethen. Einzelne Züge werden ab St. Margrethen als REX7 über Bregenz bis Lindau-Insel weitergeführt. Dadurch bestehen umsteigefreie internationale Verbindungen nach Österreich und Deutschland.
Die S10 verbindet Romanshorn über Amriswil und Weinfelden mit dem Hinterthurgau und Wil. In Weinfelden bestehen zahlreiche Anschlüsse in Richtung Zürich, Konstanz und Kreuzlingen.
S-Bahn Zürich
Während der Hauptverkehrszeiten verkehren einzelne Züge der S23 zwischen Zürich und Romanshorn:
- S23: Zürich Hauptbahnhof – Zürich Stadelhofen – Winterthur – Frauenfeld – Weinfelden – Sulgen – Amriswil – Romanshorn
Die S23 fährt hauptsächlich von Montag bis Freitag in der jeweiligen Hauptlastrichtung. Sie ergänzt die InterCity-Verbindungen und schafft zusätzliche Direktverbindungen für Berufspendlerinnen und Berufspendler.[10]
Busverkehr
Auf dem Bahnhofplatz befinden sich die Haltekanten der regionalen Buslinien. Die wichtigste Verbindung ist die Linie 940:
- 940: Amriswil – Egnach – Romanshorn – Salmsach – Arbon
Sie verbindet den Bahnhof mit den umliegenden Gemeinden und ergänzt die Bahnverbindungen entlang des Bodensees. Innerhalb Romanshorns übernimmt sie auch Aufgaben des Ortsverkehrs.[11]
Weitere Busangebote und Schulverbindungen verkehren je nach Tageszeit und Wochentag. Der Bahnhofplatz dient auch als Haltestelle für Bahnersatzbusse.
Hafen und Schifffahrt
Der Hafen liegt unmittelbar östlich des Bahnhofs. Die Personenunterführung ermöglicht einen direkten Zugang von den Perrons zu den Schiffsstegen.
Von Romanshorn verkehren saisonale Kursschiffe zu verschiedenen Orten am Schweizer, deutschen und österreichischen Bodenseeufer. Die Angebote werden hauptsächlich von der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrt und ihren Partnerunternehmen durchgeführt.
Zu den erreichbaren Zielen gehören je nach Fahrplan:
- Arbon,
- Rorschach,
- Kreuzlingen,
- Konstanz,
- Friedrichshafen,
- Lindau,
- Bregenz.
Die Schiffsfahrpläne sind saisonabhängig. Während der Wintermonate verkehren weniger oder keine regulären Kursschiffe.
Fähre nach Friedrichshafen
Die Autofähre Romanshorn–Friedrichshafen verbindet die Schweiz ganzjährig mit Deutschland. Die Überfahrt dauert ungefähr 40 bis 45 Minuten.
Befördert werden:
- Fussgängerinnen und Fussgänger,
- Velos,
- Motorräder,
- Personenwagen,
- Busse,
- Lastwagen.
Die Fährlinie wird gemeinsam von der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrt und den Bodensee-Schiffsbetrieben betrieben. Sie ist Teil der kürzesten Strassenverbindung zwischen der Ostschweiz und dem nördlichen Bodenseeraum.
Für Bahnreisende besteht in Friedrichshafen Hafen ein direkter Übergang zur kurzen Bahnstrecke nach Friedrichshafen Stadt. Von dort verkehren Regionalzüge in Richtung Ulm, Ravensburg, Lindau und Radolfzell.
Tarif
Der Bahnhof liegt im Gebiet des Tarifverbunds OSTWIND. Romanshorn befindet sich in der Zone 210, die zugleich als Stadtverkehrszone ausgestaltet ist.
Ein OSTWIND-Fahrausweis gilt innerhalb der gelösten Zonen für Bahn und Bus. Für längere Reisen in andere Teile der Schweiz gelten Fahrausweise des nationalen Direkten Verkehrs.
Billette sind erhältlich:
- im bedienten Reisezentrum,
- an Billettautomaten,
- über SBB Mobile,
- über die OSTWIND-App,
- über automatische Ticketingsysteme.
Für die Schifffahrt und die Fähre gelten teilweise eigene Tarife. Bestimmte Bahn- und Verbundfahrausweise werden auf ausgewählten Schiffsverbindungen anerkannt, wobei die jeweiligen Geltungsbereiche zu beachten sind.
Ausstattung und Dienstleistungen
Der Bahnhof Romanshorn verfügt über ein bedientes Reisezentrum. Dort werden Billette, Abonnemente, Freizeitangebote und Gepäckdienstleistungen angeboten.
Zur weiteren Ausstattung gehören:[12]
- Billettautomaten,
- elektronische Abfahrtanzeigen,
- Lautsprecher- und Fahrgastinformationen,
- Schliessfächer,
- öffentliches WC,
- Geschäfte und Verpflegungsangebote,
- kostenloses SBB-WLAN,
- Mobility-Carsharing,
- P+Rail-Anlagen,
- überdachte Veloabstellplätze.
Nach Angaben der SBB stehen rund 592 überdachte Veloabstellplätze zur Verfügung. P+Rail-Anlagen befinden sich unter anderem beim Fährhafen, an der Neustrasse und an der Bankstrasse.
Die Perrons sind über die Unterführung zugänglich. Aufzüge ermöglichen einen stufenfreien Zugang zu den Zügen und zum Hafenbereich.
Güterverkehr
Romanshorn war während mehr als eines Jahrhunderts einer der wichtigsten Güterumschlagplätze am Bodensee. Entscheidend waren die direkte Verbindung von Eisenbahn und Hafen sowie der internationale Trajektverkehr.
Die Güteranlagen umfassten:
- Hafen- und Kaigleise,
- Lagerhäuser,
- Güterschuppen,
- Verladebrücken,
- Rampen für Eisenbahntrajekte,
- Rangier- und Abstellgleise,
- Zoll- und Kontrollgebäude.
Nach der Einstellung des Trajektverkehrs und dem allgemeinen Rückgang des Wagenladungsverkehrs verloren viele Anlagen ihre ursprüngliche Funktion. Der verbliebene Güterverkehr wird heute überwiegend über andere Knoten und moderne Logistikzentren abgewickelt.
Einzelne Gleise werden weiterhin für Bau-, Dienst- und Sonderzüge verwendet. Das historische Hafenareal erinnert mit erhaltenen Gebäuden und technischen Anlagen an die frühere Bedeutung.
Locorama
Das Locorama ist eine Eisenbahn-Erlebniswelt auf einem ehemaligen SBB-Betriebsareal südlich des Bahnhofs. Der Verein betreut historische Fahrzeuge, Werkstätten, Gleisanlagen und eisenbahntechnische Objekte.
Zur Sammlung gehören:
- Dampf- und Elektrolokomotiven,
- Triebwagen,
- Personen- und Güterwagen,
- historische Signale,
- Modelleisenbahnanlagen,
- Werkstatt- und Stellwerkstechnik.
Das Museum dokumentiert die Entwicklung des Eisenbahnverkehrs in Romanshorn und der Ostschweiz. An ausgewählten Tagen finden Führungen, Vorführungen und Sonderfahrten statt.
Bedeutung für die Stadtentwicklung
Die Eröffnung des Bahnhofs veränderte Romanshorn grundlegend. Aus einem kleinen Dorf entstand innerhalb weniger Jahrzehnte ein bedeutender Verkehrs-, Handels- und Industriestandort.
Im Umfeld des Bahnhofs entstanden:
- Hotels und Gastwirtschaften,
- Post- und Bankgebäude,
- Lagerhäuser,
- Werkstätten,
- Wohnhäuser für Bahn- und Hafenpersonal,
- Industriebetriebe,
- Verwaltungs- und Zollgebäude.
Die Strassenführung der heutigen Innenstadt orientierte sich stark an den Bahn- und Hafenanlagen. Der Bahnhofplatz wurde zum wichtigsten städtischen Eingang und zur Verbindung zwischen dem älteren Siedlungsgebiet und dem Hafen.
Auch nach dem Rückgang des Güterverkehrs blieb der Bahnhof für die wirtschaftliche Entwicklung bedeutend. Die gute Erreichbarkeit fördert den Wohnungsbau, den Tourismus und die Ansiedlung von Dienstleistungsbetrieben.
Neugestaltung des Bahnhofplatzes
Die Stadt Romanshorn begann am 20. Oktober 2025 mit der Neugestaltung des Bahnhofplatzes. Die erste Bauetappe dauerte bis Anfang 2026.[13]
Das Projekt umfasst unter anderem:
- zwei hindernisfreie Bushaltekanten,
- eine übersichtlichere Verkehrsführung,
- sicherere Wege für Fussgängerinnen, Fussgänger und Velofahrende,
- neue Bäume und Grünflächen,
- eine Neuordnung der Veloabstellplätze,
- eine Verbesserung der Sichtbeziehung zum Bodensee,
- eine höhere Aufenthaltsqualität.
Der Bahnhofplatz soll als Scharnier zwischen Innenstadt und Hafen wirken. Die Stadt betrachtet ihn als Visitenkarte und zentralen öffentlichen Raum Romanshorns.
Die erste Etappe weist Gesamtkosten von rund 2,1 Millionen Franken einschliesslich Mehrwertsteuer auf. Bund und Kanton beteiligen sich im Rahmen des Agglomerationsprogramms an den Massnahmen für den Fuss- und Veloverkehr.[14]
Freizeitverkehr
Der Bahnhof ist ein wichtiger Ausgangspunkt für Ausflüge am Bodensee. Durch die Verbindung von Bahn, Fähre und Kursschifffahrt lassen sich grenzüberschreitende Rundreisen durchführen.
Zu den Zielen in der Umgebung gehören:
- die Romanshorner Hafenpromenade,
- das Museum im alten Zollhaus,
- das Locorama,
- das Autobau-Erlebniszentrum,
- das Seebad Romanshorn,
- der Bodensee-Radweg,
- der Wanderweg entlang des Seeufers,
- die Städte Arbon, Kreuzlingen und Konstanz.
Die Fähre ermöglicht Rundreisen über Friedrichshafen und Konstanz oder über Friedrichshafen, Lindau und Rorschach. Romanshorn ist ausserdem ein bedeutender Ausgangspunkt für Velotouren rund um den Bodensee.
Zukunft
Die künftige Entwicklung des Bahnhofs hängt vom Ausbau des Bahnangebots in der Ostschweiz und vom Wachstum der Stadt Romanshorn ab.
Zu den langfristigen Aufgaben gehören:
- zusätzliche Kapazitäten im Fern- und Regionalverkehr,
- die schrittweise Erneuerung der Thurbo-Flotte,
- die Verbesserung der Perron- und Kundenanlagen,
- die weitere hindernisfreie Gestaltung,
- die Entwicklung ehemaliger Bahn- und Güterflächen,
- eine engere Verknüpfung von Bahnhof, Innenstadt und Hafen,
- sichere und attraktive Fuss- und Velowege.
Der Bahnhof bleibt auch nach dem Rückgang des traditionellen Güterverkehrs ein zentraler Bestandteil der Identität Romanshorns. Seine Verbindung mit dem Hafen unterscheidet ihn von den meisten anderen Schweizer Bahnhöfen.
Chronologie
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 1853–1856 | Bau des Hafens und der ersten Bahnhofanlagen durch die Schweizerische Nordostbahn |
| 16. Mai 1855 | Eröffnung der Bahnstrecke Winterthur–Romanshorn und des Bahnhofs |
| 15. Oktober 1869 | Eröffnung der Bahnstrecke Romanshorn–Rorschach |
| 1869 | Aufnahme des Eisenbahn-Trajektverkehrs über den Bodensee |
| 1. Juli 1871 | Eröffnung der Bahnstrecke Romanshorn–Kreuzlingen–Konstanz |
| 1902 | Übergang des Bahnhofs und der Nordostbahnstrecken an die SBB |
| 1928 | Elektrifizierung der Strecke Winterthur–Romanshorn |
| 1974 | Einstellung des Eisenbahn-Trajektverkehrs |
| 2001 | Gründung von Thurbo durch SBB und Mittel-Thurgau-Bahn |
| Dezember 2002 | Übernahme eines grossen Teils des Regionalverkehrs durch Thurbo |
| 2000er-Jahre | Neubau beziehungsweise Erweiterung der Personenunterführung und Umgestaltung des Bahnhofumfelds |
| 20. Oktober 2025 | Beginn der Neugestaltung des Bahnhofplatzes |
| 2026 | Sanierung des Bahnhofgebäudes und Abschluss wichtiger Arbeiten am Bahnhofplatz |
Siehe auch
- Romanshorn
- S-Bahn St. Gallen
- Thurbo
- Bahnstrecke Winterthur–Romanshorn
- Seelinie (Bahnstrecke)
- Fährlinie Friedrichshafen–Romanshorn
- Schweizerische Bodensee-Schifffahrt
- Locorama
- Liste der Bahnhöfe im Kanton Thurgau
Weblinks
- Bahnhof Romanshorn auf der Website der SBB
- Fahrpläne und Liniennetz bei Thurbo
- Liniennetz- und Zonenpläne des Tarifverbunds OSTWIND
- Website der Stadt Romanshorn
- Museum im alten Zollhaus
- Eisenbahn-Erlebniswelt Locorama
Einzelnachweise
- ↑ Historisches. In: Hafenstadt Romanshorn(de). Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ 2,0 2,1 Der Romanshorner Hafen – Geschichte eines Aufschwungs. In: Museum Romanshorn(de). Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Grünes Licht für den Bahnhofplatz. In: Hafenstadt Romanshorn(de). Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Willkommen in Romanshorn. In: Hafenstadt Romanshorn(de). Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Bodenseelinie Romanshorn–Rorschach. In: Schienenverkehr-Schweiz.ch(de). Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Bahngeschichte am Bodensee. In: Schweizer Radio und Fernsehen. 2019-05-04(de). Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Unsere Geschichte. In: Thurbo(de). Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Liniennetzplan SBB Fernverkehr 2026. Hrsg.: Schweizerische Bundesbahnen(de). Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Zürcher S-Bahn, S-Bahn St. Gallen, S-Bahn Schaffhausen und S-Bahn Bodensee 2026. Hrsg.: Schweizerische Bundesbahnen(de). Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ S23 Zürich HB–Winterthur–Romanshorn, Fahrplanjahr 2026. Hrsg.: öv-info.ch(de). Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Linie 940 Amriswil–Romanshorn–Arbon. In: BUS Oberthurgau(de). Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Bahnhof Romanshorn. In: Schweizerische Bundesbahnen(de). Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Neugestaltung Bahnhofplatz startet am 20. Oktober 2025. In: Hafenstadt Romanshorn. 2025-10-16(de). Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Neugestaltung und Neuorganisation Bahnhofplatz. Hrsg.: Stadtrat Romanshorn. 2022-11-27(de). Abgerufen am 2026-08-04.
Wikimedia Commons: Medien zu Bahnhof Romanshorn