S41 (S-Bahn Zürich)

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S41
S41
System S-Bahn Zürich
Betreiberin Thurbo
Linienweg WinterthurBülach
Anzahl Stationen 6
Takt 30 Minuten
Fahrzeit rund 20 Minuten
Spurweite 1435 mm
Stromsystem 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom
Einführung 27. Mai 1990

Die S41 ist eine Linie der S-Bahn Zürich. Sie verbindet Winterthur über die Stadtteile Töss und Wülflingen sowie die Gemeinden Pfungen und Embrach mit Bülach. Die Linie wird von der Regionalbahn Thurbo betrieben und verkehrt im Jahresfahrplan 2026 grundsätzlich im Halbstundentakt.[1]

Die S41 bedient alle Personenverkehrsstationen der Bahnstrecke zwischen Winterthur und Bülach. Ihre Fahrzeit beträgt rund 20 Minuten. Sie bildet damit eine wichtige Querverbindung zwischen den regionalen Zentren Winterthur und Bülach, ohne über die Stadt Zürich oder den Flughafen zu führen.

In den Wochenendnächten wird die Verbindung durch die Nacht-S-Bahn SN41 ergänzt. In Bülach und Winterthur bestehen Anschlüsse an zahlreiche weitere Bahn- und Buslinien.

Linienverlauf

Winterthur

Die S41 beginnt im Bahnhof Winterthur, einem der grössten Eisenbahnknoten der Schweiz. Der Bahnhof bietet Anschlüsse an den Fernverkehr sowie an zahlreiche Linien der Zürcher und Ostschweizer S-Bahn.

Nach der Ausfahrt in westlicher Richtung folgt die S41 zunächst der Bahnstrecke in Richtung Zürich. Noch im Stadtgebiet zweigt sie von der Hauptverbindung über Kemptthal und Effretikon ab und erreicht den Bahnhof Winterthur Töss.

Winterthur Töss erschliesst den südwestlichen Stadtteil Töss mit seinen Wohngebieten, Bildungsstätten und ehemaligen Industrieanlagen. Der Bahnhof entstand zusammen mit der Strecke nach Bülach und Koblenz im Jahr 1876.

Winterthur Töss–Winterthur Wülflingen

Zwischen Töss und Wülflingen verläuft die Bahn durch den westlichen Teil des Winterthurer Stadtgebiets. Die Strecke führt teilweise parallel zur Autobahn A1 und zur Töss.

Der Bahnhof Winterthur Wülflingen liegt am westlichen Rand des gleichnamigen Stadtteils. Er wird ausschliesslich von Regionalzügen bedient und besitzt Anschlüsse an das städtische Busnetz.

Die S41 ist für Wülflingen sowohl eine Verbindung zum Winterthurer Stadtzentrum als auch eine direkte Reisemöglichkeit nach Pfungen, ins Embrachertal und nach Bülach.

Pfungen

Westlich von Wülflingen verlässt die Strecke das zusammenhängende Winterthurer Siedlungsgebiet. Sie folgt dem Tal der Töss und erreicht den Bahnhof Pfungen.

Der Bahnhof liegt nördlich des historischen Dorfkerns von Pfungen. Beim Bahnhof bestehen Anschlüsse an regionale Buslinien, welche unter anderem die umliegenden Siedlungsgebiete und Nachbargemeinden erschliessen.

Pfungen besitzt auf der überwiegend eingleisigen Strecke eine wichtige betriebliche Funktion. Im Bereich des Bahnhofs können sich entgegenkommende Züge kreuzen. Die planmässigen Zugskreuzungen sind auf den Halbstundentakt der S41 abgestimmt.

Embrach-Rorbas

Nach Pfungen führt die Strecke durch das teilweise bewaldete Gelände zwischen Töss- und Embrachertal. Anschliessend erreicht sie den Bahnhof Embrach-Rorbas.

Der Bahnhof liegt auf dem Gemeindegebiet von Embrach, nahe der Grenze zu Rorbas. Er erschliesst beide Gemeinden und bildet einen regionalen Umsteigepunkt zu verschiedenen Buslinien. Diese verbinden den Bahnhof unter anderem mit den Wohngebieten von Embrach und Rorbas sowie mit weiteren Orten im Zürcher Unterland.

Das historische Aufnahmegebäude wurde 1875 und 1876 nach Plänen des Architekten Heinrich Gmelin errichtet. Die Bahnhofanlage wurde im Laufe ihrer Geschichte mehrfach umgebaut und an die Anforderungen des modernen Regionalverkehrs angepasst.[2]

Bülach

Südlich von Bülach führt die Strecke durch das wachsende Siedlungs- und Gewerbegebiet der Stadt. Die S41 endet im Bahnhof Bülach.

Bülach ist der wichtigste Eisenbahnknoten des Zürcher Unterlands. Hier bestehen Anschlüsse in Richtung Zürich, Flughafen Zürich, Eglisau, Schaffhausen, Bad Zurzach, Koblenz und Waldshut. Der Bahnhof wird zudem von zahlreichen regionalen Buslinien bedient.

Die Züge der S41 wenden in Bülach und fahren nach dem planmässigen Aufenthalt wieder in Richtung Winterthur. Eine durchgehende Weiterfahrt als S36 nach Waldshut besteht im regulären Fahrplan nicht mehr.

Stationen

Station Gemeinde Wichtige Anschlüsse
Winterthur Winterthur Fernverkehr, S-Bahn Zürich, S-Bahn St. Gallen sowie Stadt- und Regionalbusse
Winterthur Töss Winterthur Stadtbus Winterthur
Winterthur Wülflingen Winterthur Stadt- und Regionalbusse
Pfungen Pfungen Regionale Buslinien
Embrach-Rorbas Embrach Regionale Buslinien nach Embrach, Rorbas und in umliegende Gemeinden
Bülach Bülach S-Bahn, RegioExpress sowie Stadt- und Regionalbusse

Angebot

Die S41 verkehrt zwischen Winterthur und Bülach grundsätzlich alle 30 Minuten. Die Züge halten an sämtlichen Zwischenstationen.[1]

Die Reisezeit für die gesamte Strecke beträgt in beiden Richtungen rund 20 Minuten. Die Fahrplanlage ist insbesondere auf die Anschlüsse in Winterthur und Bülach ausgerichtet.

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2024 verkehren täglich zusätzliche Frühverbindungen. Die ersten Züge verlassen Winterthur und Bülach bereits kurz nach 5 Uhr. Damit wurde das Angebot unter anderem für Personen verbessert, die frühmorgens ihren Arbeitsplatz in den Spitälern und anderen Betrieben der beiden Städte erreichen müssen.[3]

In den Randstunden können einzelne Züge nur auf Teilstrecken verkehren oder von den üblichen Abfahrtszeiten abweichen. Bei Bauarbeiten auf der überwiegend eingleisigen Strecke werden teilweise Ersatzbusse eingesetzt.

Nachtverkehr

In den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag sowie vor allgemeinen Feiertagen verkehrt die Nacht-S-Bahn SN41 zwischen Winterthur und Bülach.

  • SN41 Winterthur–Winterthur Töss–Winterthur Wülflingen–Pfungen–Embrach-Rorbas–Bülach

Die SN41 ermöglicht Anschlüsse an das Nachtangebot in Winterthur und Bülach. In Bülach bestehen unter anderem Verbindungen in Richtung Zürich und Zürcher Unterland, während Winterthur an das Nacht-S-Bahn- und Nachtbusnetz der Region angeschlossen ist.

Für die Benutzung des Zürcher Nachtnetzes ist seit Dezember 2021 kein gesonderter Nachtzuschlag mehr erforderlich. Es genügt ein für die durchfahrenen Zonen gültiges reguläres Billett oder Abonnement.

Geschichte

Eröffnung der Bahnstrecke

Die von der S41 benutzte Eisenbahnstrecke zwischen Winterthur und Bülach wurde am 1. August 1876 eröffnet.[4]

Die Verbindung war Teil der Bahnstrecke Winterthur–Bülach–Koblenz. Sie wurde von der Schweizerischen Nordostbahn errichtet. Das Projekt entstand in Konkurrenz zu den Plänen der Schweizerischen Nationalbahn, die ein von den bestehenden grossen Privatbahnen unabhängiges Eisenbahnnetz schaffen wollte.

Die neue Linie verband Winterthur mit dem Zürcher Unterland und dem Hochrhein. Sie diente sowohl dem Personenverkehr als auch dem Transport von Gütern. Industrieunternehmen in Winterthur und Töss erhielten dadurch eine zusätzliche Verbindung in Richtung Bülach, Koblenz und Basel.

Nach der Verstaatlichung der Nordostbahn ging die Strecke 1902 an die neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen über.

Elektrifizierung

Der elektrische Betrieb zwischen Winterthur und Bülach wurde am 15. Juli 1945 aufgenommen. Verwendet wird das schweizerische Bahnstromsystem mit 15 Kilovolt und 16,7 Hertz Wechselstrom.

Die Elektrifizierung ermöglichte einen wirtschaftlicheren Betrieb und den Einsatz leistungsfähigerer Fahrzeuge. Dampflokomotiven verschwanden anschliessend aus dem regulären Personenverkehr.

Während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Strecke zunehmend zu einer regionalen Pendlerverbindung. Das Bevölkerungswachstum im Embrachertal und im Zürcher Unterland erhöhte die Nachfrage nach häufigeren Zügen.

Einführung der S41

Die Linienbezeichnung S41 wurde mit der Eröffnung der S-Bahn Zürich am 27. Mai 1990 eingeführt. Bereits im ersten S-Bahn-Netz verband sie Bülach mit Winterthur.[5]

Im Gegensatz zu den radial auf die Stadt Zürich ausgerichteten Hauptlinien hatte die S41 von Beginn an die Funktion einer Tangential- beziehungsweise Querverbindung. Sie ermöglichte Reisen zwischen dem Zürcher Unterland und Winterthur, ohne in Zürich Oerlikon oder Zürich Hauptbahnhof umsteigen zu müssen.

Die Einführung des Taktfahrplans verbesserte die Anschlüsse in Winterthur und Bülach. Gleichzeitig wurden die Bahnhöfe und Sicherungsanlagen entlang der Strecke schrittweise modernisiert.

Durchbindung nach Waldshut

Während mehrerer Fahrplanperioden wurden die stündlichen Grundkurse der S41 von Bülach über Eglisau, Bad Zurzach und Koblenz bis Waldshut in Deutschland weitergeführt. Zwischen Winterthur und Bülach verkehrten zusätzliche Züge, sodass dort tagsüber ein Halbstundentakt bestand.

Im Fahrplan 2013 wurde das Angebot folgendermassen beschrieben:

Abschnitt Angebot
Winterthur–Bülach Halbstundentakt während des grössten Teils des Tages
Bülach–Bad Zurzach–Koblenz–Waldshut Stundentakt

Die langen Durchbindungen verbanden Winterthur direkt mit dem unteren Aaretal und dem deutschen Hochrhein. Gleichzeitig führten sie dazu, dass sich Störungen und Verspätungen über eine grosse Entfernung auf die gesamte Linie übertragen konnten.

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2021 wurde der nördliche Abschnitt als eigene Linie S36 bezeichnet. Seither verkehrt die S41 ausschliesslich zwischen Winterthur und Bülach, während die S36 Bülach über Bad Zurzach und Koblenz mit Waldshut verbindet.[6]

Infrastruktur

Die S41 benutzt den östlichen Abschnitt der Bahnstrecke Winterthur–Bülach–Koblenz. Die Strecke ist normalspurig und vollständig elektrifiziert.

Zwischen Winterthur und Bülach ist sie überwiegend eingleisig. Zugskreuzungen erfolgen in Bahnhöfen und Kreuzungsstellen, insbesondere in Pfungen und Embrach-Rorbas. Der Fahrplan muss deshalb genau auf die verfügbaren Kreuzungsmöglichkeiten abgestimmt werden.

Die eingleisige Infrastruktur begrenzt die Möglichkeiten für zusätzliche Züge. Bei Verspätungen kann ein Zug auf einen entgegenkommenden Zug warten müssen, wodurch sich die Verspätung auf beide Fahrtrichtungen übertragen kann.

Die SBB modernisierten in den vergangenen Jahrzehnten unter anderem die Stellwerke, Fahrleitungen, Perrons und Zugänge. Der Bahnhof Embrach-Rorbas wurde hindernisfrei umgebaut. Auch in Pfungen und an den Winterthurer Stationen erfolgten Anpassungen an die Anforderungen des heutigen S-Bahn-Verkehrs.

Rollmaterial

Auf der S41 werden elektrische Niederflurtriebzüge von Thurbo eingesetzt. Dabei handelt es sich überwiegend um Gelenktriebwagen des Herstellers Stadler Rail, die als GTW 2/6 und GTW 2/8 bezeichnet werden.

Die Fahrzeuge besitzen einen zwischen den Fahrgastmodulen angeordneten Antriebscontainer. Je nach Nachfrage können mehrere Triebzüge miteinander gekuppelt werden. Die Züge verfügen über Mehrzweckbereiche für Velos, Kinderwagen und Rollstühle.

Alle fahrplanmässigen Kurse der S41 werden mit Niederflurfahrzeugen geführt. Bei einzelnen Fahrzeugen besteht jedoch keine automatische Spaltüberbrückung zwischen Zug und Perron. Reisende, die Unterstützung benötigen, können sich an das Fahrpersonal wenden.[7]

Thurbo ersetzt seine bisherige GTW-Flotte ab 2026 schrittweise durch 107 neue Triebzüge des Typs FLIRT Evo. Die dreiteiligen Fahrzeuge verfügen über stufenfreie Einstiege, automatische Spaltüberbrückungen, moderne Fahrgastinformationen und grössere Mehrzweckbereiche. Die Umstellung des gesamten Thurbo-Netzes erfolgt etappenweise über mehrere Jahre.[8]

Bedeutung

Die S41 ist die einzige direkte Bahnverbindung zwischen den Städten Winterthur und Bülach. Sie verkürzt die Reisezeit gegenüber Verbindungen über Zürich Oerlikon oder den Flughafen erheblich.

Für das Embrachertal bildet sie das Rückgrat des regionalen öffentlichen Verkehrs. Die Bahnhöfe Pfungen und Embrach-Rorbas dienen als Umsteigepunkte zu den umliegenden Gemeinden und Wohngebieten.

Die Linie besitzt zudem Bedeutung für den Berufs- und Ausbildungsverkehr. Winterthur ist ein wichtiges Arbeits-, Bildungs- und Einkaufszentrum, während Bülach als regionales Zentrum des Zürcher Unterlands unter anderem ein Spital, kantonale Schulen und zahlreiche Arbeitsplätze besitzt.

Durch ihre Querverbindungsfunktion entlastet die S41 zugleich die stärker belasteten Bahnstrecken über Zürich Oerlikon und den Flughafen.

Zukünftige Entwicklung

Im Angebotskonzept des Bahnausbauschritts 2035 ist vorgesehen, die heutigen Korridore der S41 und der S29 miteinander zu verbinden. Züge sollen künftig von Bülach über Winterthur weiter nach Seuzach, Stammheim und Stein am Rhein verkehren.[9]

Durch die Durchbindung würden neue umsteigefreie Verbindungen entstehen, beispielsweise von Embrach-Rorbas und Winterthur Wülflingen nach Oberwinterthur, Seuzach und ins Zürcher Weinland. Gleichzeitig könnten im Bahnhof Winterthur Wendevorgänge entfallen.

Die endgültige Linienbezeichnung, der genaue Fahrplan und der Zeitpunkt der Umsetzung hängen von den Infrastrukturprojekten und den zukünftigen Angebotsbeschlüssen von Bund und Kantonen ab.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Linienfahrplan S41, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  2. Inventar der Denkmalschutzobjekte von überkommunaler Bedeutung: Bülach, Embrach und Rorbas, Kanton Zürich, 2021.
  3. Fahrplanwechsel: Verbesserungen im Thurbo-Land, Thurbo, 27. November 2024.
  4. SBB-Bahnareal Winterthur Töss, Archäologie und Denkmalpflege des Kantons Zürich, abgerufen am 4. August 2026.
  5. Zürcher S-Bahn, Fahrplan 1990/1991, SMA und Partner.
  6. Geschäftsbericht 2022, Thurbo, abgerufen am 4. August 2026.
  7. Hindernisfreiheit von S-Bahn-Linien, Zürcher Verkehrsverbund, abgerufen am 4. August 2026.
  8. Geschäftsbericht 2022: Beschaffung der FLIRT-Evo-Flotte, Thurbo.
  9. Ausbau der Weinländer Bahnlinien, Regierungsrat des Kantons Zürich, 19. April 2023.