Bahnhof Uetliberg

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Bahnhof Uetliberg
Bahnhof Uetliberg mit einem Zug der Sihltal Zürich Uetliberg Bahn
Gemeinde Stallikon
Kanton Zürich
Betriebsstellenart Bahnhof
Lage im Netz Endbahnhof
Bauform Kopfbahnhof
Perrongleise 2
Abkürzung UEBE
IBNR 8503057
Höhe 813 m ü. M.
Eröffnung 12. Mai 1875
Eigentümer und Betreiber Sihltal Zürich Uetliberg Bahn
Strecke Uetlibergbahn
Spurweite 1435 mm
Stromsystem 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom
Tarifzone 155 (ZVV)
Linie S10
Koordinaten 47,3518° N, 8,4876° E

Der Bahnhof Uetliberg ist der südwestliche Endbahnhof der Uetlibergbahn und die höchstgelegene Station der Sihltal Zürich Uetliberg Bahn (SZU). Er befindet sich auf 813 Metern über Meer in der Gemeinde Stallikon, nahe den Gemeindegrenzen zur Stadt Zürich und zu Uitikon. Die Station liegt unterhalb des Gipfels des Uetlibergs, des Zürcher Hausbergs, und wird von der Linie S10 der S-Bahn Zürich bedient.

Der Bahnhof wurde 1875 zusammen mit der Bahnstrecke vom damaligen Bahnhof Zürich Selnau eröffnet. Er war von Beginn an hauptsächlich auf den Ausflugsverkehr ausgerichtet. Heute ist er einer der wichtigsten Zugänge zum Uetliberg, zum Aussichtsturm, zum Hotel Uto Kulm und zu den Wanderwegen der Albiskette.

Die Station besitzt zwei stumpf endende Gleise mit je einem Seitenperron. Sie liegt rund 650 Meter vom Gipfel entfernt und ungefähr 56 Höhenmeter unterhalb des höchsten Punkts des Uetlibergs. Der Fussweg vom Bahnhof zum Gipfel dauert gewöhnlich zehn bis fünfzehn Minuten.[1]

Lage

Der Bahnhof befindet sich in einem Waldgebiet am nordöstlichen Hang des Uetlibergs. Obwohl der Berg als Hausberg der Stadt Zürich gilt, liegt die eigentliche Station auf dem Gemeindegebiet von Stallikon.

Das Stadtzentrum von Zürich befindet sich nordöstlich des Bahnhofs. Westlich fällt das Gelände zum Reppischtal und nach Stallikon ab. Südlich setzt sich der Höhenzug über den Uetliberggrat, die Felsenegg und den Albispass fort.

In unmittelbarer Umgebung befinden sich:

  • das historische Stationsgebäude,
  • das Bergrestaurant beim Bahnhof,
  • mehrere Wander- und Spazierwege,
  • der Aufstieg zum Uto Kulm,
  • Zugänge zum Planetenweg,
  • Wald- und Picknickplätze,
  • der Beginn verschiedener Mountainbike- und Schlittelrouten.

Für den allgemeinen motorisierten Verkehr ist das Uetliberggebiet gesperrt. Zwischen Ringlikon und dem Bahnhof sowie auf der Gratstrasse gilt ein Fahrverbot. Ausnahmen sind nur mit einer besonderen Bewilligung möglich. Öffentliche Parkplätze bestehen beim Bahnhof nicht.[2]

Der Bahnhof ist deshalb fast ausschliesslich mit der Bahn, zu Fuss oder mit dem Velo erreichbar. Die Uetlibergbahn bildet die wichtigste öffentliche Verkehrsverbindung zwischen dem Berg und der Stadt Zürich.

Name und Schreibweise

Der offizielle Stationsname lautet Uetliberg. Die Schreibweisen Uetliberg und Üetliberg sind im allgemeinen Sprachgebrauch beide verbreitet. In Fahrplänen, Stationsbezeichnungen und den Publikationen der SZU wird die Form ohne Umlaut verwendet.

Der Berg wurde in der Literatur und Werbung zeitweise auch als Uto bezeichnet. Der Name lebt unter anderem in der Bezeichnung des Hotels Uto Kulm fort.

Im Zürcher Dialekt wird der Name ungefähr als Üetliberg ausgesprochen. Die Station trägt seit ihrer Eröffnung den Namen des Berges.

Geschichte

Planung einer Bergbahn

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Uetliberg zu einem beliebten Ausflugsziel. Von seinem Gipfel bot sich eine Aussicht über die Stadt Zürich, den Zürichsee, das Limmattal und die Alpen. Der Aufstieg war jedoch nur zu Fuss, mit Pferden oder mit Fuhrwerken möglich.

Im Jahr 1872 wurde die Uetlibergbahn-Gesellschaft gegründet. Zunächst wurde eine Zahnradbahn erwogen. Ein Gegenprojekt sah eine normalspurige Adhäsionsbahn vor, die ohne Zahnstange auskommen sollte.

Die Initianten entschieden sich für die Adhäsionsbahn. Die Strecke wurde mit Steigungen von mehr als 70 Promille geplant, was für eine normalspurige Eisenbahn aussergewöhnlich war. Die maximale Neigung beträgt bis zu 79 Promille. Damit gehört die Uetlibergbahn zu den steilsten normalspurigen Adhäsionsbahnen Europas.[3]

Eröffnung 1875

Die feierliche Eröffnung der Uetlibergbahn fand am 10. Mai 1875 statt. Der fahrplanmässige Betrieb zwischen Zürich Selnau und Uetliberg begann am 12. Mai 1875.[4]

Der Bahnhof Uetliberg wurde als Berg- und Endstation errichtet. Neben den Gleisen entstanden ein Stationsgebäude, Einrichtungen für den Bahnbetrieb und gastronomische Angebote für die Ausflugsgäste.

Die Züge wurden zunächst von kleinen Dampflokomotiven geführt. Wegen der starken Steigung befand sich die Lokomotive in der Regel auf der Talseite des Zuges. Dadurch konnte sie die Wagen bergwärts schieben und bei der Talfahrt bremsen.

Zu Beginn verkehrten täglich nur wenige Zugpaare. Das Angebot richtete sich stark nach dem Wetter und der saisonalen Nachfrage. An sonnigen Sonn- und Feiertagen beförderte die Bahn zahlreiche Ausflügler, während die Nachfrage bei schlechtem Wetter deutlich geringer war.

Wirtschaftliche Schwierigkeiten

Die Uetlibergbahn war stark vom Freizeitverkehr abhängig. Anders als andere Eisenbahnstrecken erschloss sie kaum Industriegebiete oder grössere dauerhafte Siedlungen.

Bereits in den ersten Betriebsjahren geriet die Gesellschaft deshalb wiederholt in finanzielle Schwierigkeiten. Einnahmen aus dem Bahnbetrieb, der Gastronomie und weiteren touristischen Angeboten reichten nicht immer zur Deckung der Kosten.

Während der Belle Époque nahm der Ausflugsverkehr zu. Der Erste Weltkrieg führte jedoch zu einem starken Rückgang der Reisenden. Gleichzeitig stiegen die Preise für Kohle, Material und Personal.

Am 1. November 1920 wurde der Bahnbetrieb vollständig eingestellt. Die Uetlibergbahn-Gesellschaft wurde liquidiert.[5]

Wiedereröffnung und Elektrifizierung

Am 28. Februar 1922 wurde die Bahngesellschaft Zürich–Uetliberg als Auffanggesellschaft gegründet. Die Stadt Zürich war deren wichtigste Aktionärin. Noch im selben Jahr wurde der Dampfbetrieb provisorisch wieder aufgenommen.

Die Strecke wurde anschliessend elektrifiziert. Im Jahr 1923 begann der elektrische Betrieb mit 1200 Volt Gleichstrom.[6]

Das Gleichstromsystem wurde gewählt, weil langfristig eine Umspurung auf Meterspur und eine Einbindung in das Zürcher Tramnetz erwogen wurde. Diese Pläne wurden nie umgesetzt.

Zwischen Zürich Selnau und Zürich Giesshübel teilte sich die Uetlibergbahn die Strecke mit der Sihltalbahn. Da diese mit dem schweizerischen Bahnstromsystem von 15 Kilovolt Wechselstrom elektrifiziert wurde, mussten auf der Gemeinschaftsstrecke zwei unterschiedliche Fahrleitungssysteme eingerichtet werden.

Der Gleichstromfahrdraht der Uetlibergbahn wurde seitlich gegenüber der Gleismitte angeordnet. Die Fahrzeuge besassen entsprechend seitlich versetzte Stromabnehmer. Diese technische Besonderheit blieb fast hundert Jahre bestehen.

Zusammenarbeit mit der Sihltalbahn

Im Jahr 1932 übernahm die Sihltalbahn die Verwaltung der Bahngesellschaft Zürich–Uetliberg. Beide Unternehmen blieben zunächst rechtlich selbstständig, arbeiteten betrieblich und organisatorisch jedoch immer enger zusammen.

In den folgenden Jahrzehnten wurden Strecke, Bahnhofanlagen und Fahrzeuge modernisiert. Seit 1950 kamen Pendelzüge zum Einsatz, die an den Endbahnhöfen keinen Lokomotivwechsel benötigten.

Im Jahr 1967 übernahm die Bahngesellschaft das Bahnhofbuffet Gmüetliberg. Das Restaurant am Bahnhof entwickelte sich zu einem bekannten Treffpunkt für Wandernde und Ausflugsgäste.[6]

1973 fusionierten die Sihltalbahn und die Bahngesellschaft Zürich–Uetliberg zur Sihltal Zürich Uetliberg Bahn. Der Bahnhof Uetliberg ging damit an die neu entstandene SZU über.

Integration in die Zürcher S-Bahn

Bis 1990 begannen und endeten die Züge der Uetlibergbahn im Bahnhof Zürich Selnau. Am 5. Mai 1990 wurde die unterirdische Verlängerung von Selnau zum Zürcher Hauptbahnhof eröffnet.

Mit dem Beginn des Gesamtsystems der Zürcher S-Bahn am 27. Mai 1990 erhielt die Uetlibergbahn die Linienbezeichnung S10. Der Bahnhof Uetliberg wurde vollständig in den Zürcher Verkehrsverbund integriert.

Die direkte Verbindung zum Hauptbahnhof erhöhte die Attraktivität der Strecke deutlich. Reisende konnten den Uetliberg fortan ohne Umsteigen aus dem Zentrum von Zürich erreichen.

Neue Fahrzeuge

In den 1970er- und 1990er-Jahren beschaffte die SZU neue Triebwagen für die Uetlibergbahn. Ab 1992 verkehrten moderne Triebwagen des Typs Be 4/4, die später mit Niederflur-Zwischenwagen ergänzt wurden.

Seit 2013 setzt die SZU dreiteilige Triebzüge des Typs Be 552 von Stadler Rail ein. Eine zweite Serie wurde zwischen 2021 und 2022 geliefert.

Die Be 552 wurden ursprünglich als Zweisystemfahrzeuge gebaut. Ihre verschiebbaren Stromabnehmer ermöglichten sowohl den Betrieb unter der seitlich angeordneten Gleichstromfahrleitung als auch unter einer mittig angeordneten Wechselstromfahrleitung.

Umstellung auf Wechselstrom

Im Sommer 2022 stellte die SZU die Uetlibergbahn von 1200 Volt Gleichstrom auf 15 Kilovolt und 16,7 Hertz Wechselstrom um. Der reguläre Wechselstrombetrieb begann am 22. August 2022.[7]

Für die Umstellung wurden auf rund neun Kilometern die Fahrleitungen und mehrere hundert Masten erneuert. Die besondere seitliche Lage des Gleichstromfahrdrahts konnte anschliessend aufgegeben werden.

Durch das einheitliche Stromsystem können die S10-Züge die Gleise der Sihltalbahn flexibler benutzen. Dies verbessert die betrieblichen Möglichkeiten auf den gemeinsam genutzten Streckenabschnitten.

Die älteren reinen Gleichstromfahrzeuge wurden nach der Umstellung aus dem Personenverkehr genommen. Seither verkehren auf der S10 ausschliesslich Fahrzeuge, die für das Wechselstromsystem geeignet sind.

Jubiläum 2025

Im Jahr 2025 feierte die Uetlibergbahn ihr 150-jähriges Bestehen. Die SZU veranstaltete am 10. Mai 2025 ein Jubiläumsfest und erinnerte an die Eröffnung vom Mai 1875.[4]

Die Bahn gehört zu den ältesten noch betriebenen Bergbahnen der Schweiz und ist ein wichtiges Zeugnis der frühen touristischen Eisenbahnerschliessung.

Bahnhofsgebäude

Das Stationsgebäude steht östlich der beiden Gleise. Es handelt sich um einen mehrgeschossigen Bau, der ursprünglich Räume für den Bahnbetrieb, Wartemöglichkeiten und gastronomische Einrichtungen enthielt.

Die bahnbetrieblichen Funktionen wurden im Laufe der Zeit weitgehend automatisiert. Das Gebäude und die angrenzende Gastronomie prägen das Erscheinungsbild der Bergstation weiterhin.

Der Bahnhof wurde im Lauf seiner Geschichte mehrfach umgebaut und an die Anforderungen neuer Fahrzeuge und steigender Fahrgastzahlen angepasst. Historische Fotografien dokumentieren sowohl Dampfzüge als auch elektrische Fahrzeuge vor dem Stationsgebäude.

Gleis- und Perronanlagen

Der Bahnhof besitzt zwei stumpf endende Gleise mit zwei Seitenperrons. Beide Gleise können für ankommende und abfahrende S10-Züge genutzt werden.

Die zweigleisige Anlage ermöglicht:

  • das gleichzeitige Abstellen zweier Zugskompositionen,
  • eine rasche Wende der Züge,
  • Reserven bei Verspätungen und technischen Störungen,
  • die Anpassung des Fahrzeugeinsatzes an den starken Freizeitverkehr.

Die Strecke wird kurz vor dem Bahnhof zweigleisig. Südlich der Prellböcke endet die Uetlibergbahn. Eine Fortsetzung über den Bergkamm wurde nie gebaut.

Die Station ist unbedient. Reisende müssen ihr Billett vor der Abfahrt am Automaten, über die ZVV-App, SBB Mobile oder ein automatisches Ticketingsystem lösen.

Zur Ausstattung gehören:

  • Billettautomat,
  • elektronische Abfahrtanzeigen,
  • Lautsprecheranlage,
  • Sitzgelegenheiten,
  • gedeckte Wartebereiche,
  • Fahrplan- und Wanderinformationen,
  • gastronomische Angebote in unmittelbarer Nähe.

Bahnverkehr

S10

Der Bahnhof wird ausschliesslich durch die Linie S10 der Zürcher S-Bahn bedient:

Je nach Wochentag und Tageszeit verkehren zwei oder drei Züge pro Stunde bis Uetliberg. Zusätzliche S10-Züge enden bereits in Zürich Triemli. An Wochenenden und allgemeinen Feiertagen besteht während grosser Teile des Tages ein 20-Minuten-Takt; an Werktagen verkehren die durchgehenden Züge häufig im Halbstundentakt.[8]

Die Fahrzeit zwischen Zürich Hauptbahnhof und Uetliberg beträgt ungefähr 20 bis 30 Minuten. Von Zürich Triemli benötigt die S10 je nach Fahrplanlage rund elf bis sechzehn Minuten.

Zwischen Uitikon Waldegg und Uetliberg ist die Mitnahme von Velos in den S10-Zügen nicht gestattet.[8]

Nachtverkehr

In den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag verkehrt die Nachtlinie SN10. Sie verbindet das Zürcher Stadtzentrum mit dem Uetliberggebiet.

Einzelne späte Verbindungen enden bereits in Ringlikon. Der genaue Linienweg und die Verkehrstage richten sich nach dem jeweils gültigen Nachtnetzfahrplan.

Betriebseinschränkungen 2026

Von 29. April bis 18. Oktober 2026 ist der unterirdische SZU-Bahnhof im Zürcher Hauptbahnhof wegen umfassender Umbauarbeiten vollständig gesperrt.

Während dieser Zeit verkehren die S10-Züge ab Uetliberg nur bis Zürich Saalsporthalle. Dort bestehen Anschlüsse an das städtische Tram- und Busnetz. Die S4 aus dem Sihltal endet während derselben Bauphase in Zürich Selnau.[9]

Der Bahnhof Uetliberg selbst bleibt während der Sperrung grundsätzlich in Betrieb. Die direkte Verbindung zum Hauptbahnhof ist jedoch vorübergehend unterbrochen.

Tarif

Der Bahnhof gehört zur ZVV-Tarifzone 155. Für Fahrten nach Zürich werden zusätzlich die durchfahrenen Zonen benötigt.

Die Stadt Zürich bildet die Zone 110, die bei der Preisberechnung doppelt gezählt wird. Ein gültiges ZVV-Billett berechtigt während seiner Gültigkeitsdauer zur Benutzung aller öffentlichen Verkehrsmittel innerhalb der gelösten Zonen.

Auch nationale Fahrausweise wie das Generalabonnement und das Halbtaxabonnement werden auf der Uetlibergbahn anerkannt.

Freizeitverkehr

Der Bahnhof Uetliberg ist fast vollständig auf den Freizeit- und Ausflugsverkehr ausgerichtet. Die Nachfrage hängt stark vom Wetter, von der Jahreszeit und von besonderen Veranstaltungen ab.

An sonnigen Wochenenden können die Züge stark ausgelastet sein. Die SZU setzt dann längere Kompositionen oder zusätzliche Verbindungen ein, soweit die vorhandene Infrastruktur dies erlaubt.

Gipfel und Aussichtsturm

Vom Bahnhof führt ein breiter Fussweg zum Uto Kulm. Der Gipfel liegt auf rund 870 Metern über Meer.

Beim Gipfel befinden sich:

  • das Hotel und Restaurant Uto Kulm,
  • der Aussichtsturm,
  • mehrere Aussichtsterrassen,
  • der Sendeturm Uetliberg,
  • Informationstafeln zur Landschaft und Geschichte.

Von den Aussichtspunkten reicht der Blick über Zürich, den Zürichsee, das Limmattal, das Säuliamt und bei klarer Sicht bis zu den Alpen.

Planetenweg

Beim Bahnhof beziehungsweise am Uto Kulm beginnt der Planetenweg. Er stellt das Sonnensystem in einem verkleinerten Massstab dar und führt über den Uetliberggrat in Richtung Felsenegg.

Die Wanderung vom Uetliberg zur Felsenegg dauert ungefähr zwei Stunden. Von der Felsenegg führt die Luftseilbahn Adliswil–Felsenegg nach Adliswil, wo Anschluss an die S4 besteht.

Wanderwege

Vom Bahnhof führen zahlreiche Wanderwege:

  • zum Uto Kulm,
  • über den Planetenweg zur Felsenegg,
  • über den Albisgrat zum Albispass,
  • nach Ringlikon und Uitikon,
  • nach Zürich Triemli,
  • nach Albisrieden,
  • nach Stallikon und ins Reppischtal,
  • zur Buchenegg und zur Baldern.

Der Bahnhof ermöglicht Streckenwanderungen, bei denen Ausgangs- und Endpunkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind.

Winterbetrieb

Bei ausreichender Schneelage wird der Uetliberg zum Ziel für Winterwanderungen und Schlittelausflüge. Eine bekannte Schlittelstrecke führt vom Berg in Richtung Triemli.

Wegen wechselnder Schnee- und Wegverhältnisse ist der Schlittelbetrieb nicht garantiert. Die Stadt Zürich und die SZU informieren bei winterlichen Bedingungen über den aktuellen Zustand der Wege.

Bedeutung

Die Uetlibergbahn und ihr Endbahnhof machen den Zürcher Hausberg ohne Auto direkt erreichbar. Die Strecke verbindet ein bedeutendes Naherholungsgebiet mit dem dicht besiedelten Stadtgebiet.

Der Bahnhof besitzt besondere Bedeutung für:

  • den Tagesausflugsverkehr,
  • Wandernde und Spaziergänger,
  • den Tourismus in der Region Zürich,
  • Restaurants und Freizeiteinrichtungen auf dem Uetliberg,
  • die umweltfreundliche Erschliessung eines autofreien Berggebiets.

Die direkte Bahnverbindung trägt dazu bei, den motorisierten Individualverkehr im empfindlichen Natur- und Erholungsgebiet zu begrenzen.

Technische Besonderheiten

Die Uetlibergbahn ist eine normalspurige Adhäsionsbahn. Trotz der grossen Steigung verwendet sie keine Zahnstange.

Die Strecke weist bis zu 79 Promille Neigung auf. Die eingesetzten Fahrzeuge benötigen deshalb leistungsfähige Antriebs- und Bremssysteme.

Bis 2022 gehörte die seitlich versetzte Gleichstromfahrleitung zu den bekanntesten technischen Besonderheiten der Bahn. Seit der Umstellung auf Wechselstrom entspricht die Stromversorgung dem schweizerischen Normalspurnetz.

Die heutige Betriebslänge zwischen Zürich Hauptbahnhof und Uetliberg beträgt 10,36 Kilometer.[3]

Zukunft

Die SZU modernisiert ihre Infrastruktur schrittweise bis in die 2030er-Jahre. Zu den wichtigsten Vorhaben gehören der Ausbau des Tiefbahnhofs Zürich Hauptbahnhof, Verbesserungen an den Kreuzungsstellen und die Erneuerung der Kundenanlagen.

Für den Bahnhof Uetliberg stehen insbesondere folgende Anforderungen im Vordergrund:

  • die Bewältigung stark schwankender Fahrgastzahlen,
  • sichere und möglichst hindernisfreie Perronzugänge,
  • moderne Fahrgastinformation,
  • der Erhalt des historischen Erscheinungsbilds,
  • die Abstimmung zwischen Bahnbetrieb, Gastronomie und Wanderverkehr,
  • der Schutz des umliegenden Natur- und Erholungsgebiets.

Die Funktion als Endpunkt der S10 und als wichtigster öffentlicher Zugang zum Zürcher Hausberg dürfte langfristig bestehen bleiben.

Chronologie

Jahr Ereignis
1872 Gründung der Uetlibergbahn-Gesellschaft
10. Mai 1875 Feierliche Eröffnung der Uetlibergbahn
12. Mai 1875 Aufnahme des fahrplanmässigen Betriebs zwischen Zürich Selnau und Uetliberg
1. November 1920 Einstellung des Bahnbetriebs und Liquidation der ursprünglichen Gesellschaft
1922 Gründung der Bahngesellschaft Zürich–Uetliberg und Wiederaufnahme des Betriebs
1923 Aufnahme des elektrischen Betriebs mit 1200 Volt Gleichstrom
1932 Übernahme der Verwaltung durch die Sihltalbahn
1950 Einführung des Pendelzugbetriebs
1967 Übernahme des Bahnhofbuffets Gmüetliberg durch die Bahngesellschaft
1973 Fusion zur Sihltal Zürich Uetliberg Bahn
1990 Verlängerung der Strecke zum Zürcher Hauptbahnhof und Einbindung als S10 in die Zürcher S-Bahn
2013 Beginn des Einsatzes der neuen Triebzüge Be 552
22. August 2022 Aufnahme des Wechselstrombetriebs mit 15 kV und 16,7 Hz
2025 Feier des 150-jährigen Bestehens der Uetlibergbahn
29. April bis 18. Oktober 2026 Vorübergehende Führung der S10 nur bis Zürich Saalsporthalle wegen des Umbaus des SZU-Tiefbahnhofs

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Uetliberg railway station. In: Wikimedia Commons(en). Abgerufen am 2026-08-04.
  2. Fahrverbot Uetliberg. In: Gemeinde Stallikon(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  3. 3,0 3,1 Sihltalbahn und Uetlibergbahn. In: Sihltal Zürich Uetliberg Bahn(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  4. 4,0 4,1 150 Jahre Uetlibergbahn: SZU feiert das Jubiläum. Hrsg.: Sihltal Zürich Uetliberg Bahn. 2025-04-10(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  5. Die Uetlibergbahn. In: Uetliberg-Verein(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  6. 6,0 6,1 Die Geschichte der SZU. In: Sihltal Zürich Uetliberg Bahn(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  7. Die SZU stellt die Stromversorgung der Uetlibergbahn S10 um. Hrsg.: Sihltal Zürich Uetliberg Bahn. 2022-01-28(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  8. 8,0 8,1 S10 Zürich HB–Triemli–Uitikon Waldegg–Uetliberg, Fahrplanjahr 2026. Hrsg.: Zürcher Verkehrsverbund(de). Abgerufen am 2026-08-04.
  9. Ausbau Zürich HB SZU: Bauen im Herzen der Stadt Zürich. In: Sihltal Zürich Uetliberg Bahn(de). Abgerufen am 2026-08-04.