Bahnhof Uster
| Bahnhof Uster | |
|---|---|
| Ort | Uster |
| Kanton | Zürich |
| Bezirk | Uster |
| Eigentümerin | Schweizerische Bundesbahnen (SBB) |
| Eröffnung | 1. August 1856 |
| Bahnhofstyp | Durchgangsbahnhof |
| Bahnstrecke | Wallisellen–Uster–Rapperswil |
| Bahnsteiggleise | 3 |
| Bahnsteige | 1 Hausperron und 1 Mittelperron |
| Spurweite | 1435 mm |
| Stromsystem | 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom |
| Höhe | 464 m ü. M. |
| Betriebsstellenkürzel | UST |
| IBNR | 8503125 |
| S-Bahn-Linien | S5, S9, S14 und S15 |
| Nacht-S-Bahn | SN5 und SN9 |
| Verkehrsverbund | Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) |
| Tarifzone | 131 |
Der Bahnhof Uster ist der wichtigste Bahnhof der Stadt Uster und einer der bedeutendsten Verkehrsknoten im Zürcher Oberland. Er liegt an der Bahnstrecke Wallisellen–Uster–Rapperswil und wird von den Linien S5, S9, S14 und S15 der Zürcher S-Bahn bedient. Zusammen mit dem südlich der Gleise gelegenen Bushof bildet er die zentrale Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs in Uster und den umliegenden Gemeinden.
Der Bahnhof wurde am 1. August 1856 als vorläufiger Endbahnhof der Glatttalbahn eröffnet. Die Strecke verband Uster über Dübendorf und Wallisellen mit Zürich. Bereits 1857 wurde sie nach Wetzikon verlängert und bis 1859 über Rapperswil in das ostschweizerische Eisenbahnnetz eingebunden.[1]
Das Aufnahmegebäude und die historischen Lokomotivremisen gehören zu den ältesten erhaltenen Eisenbahnanlagen der Schweiz. Der Bahnhofskomplex ist deshalb nicht nur für den regionalen Verkehr, sondern auch für die schweizerische Industrie- und Verkehrsgeschichte von Bedeutung.[2]
Lage
Der Bahnhof befindet sich im Zentrum von Uster zwischen der Bankstrasse im Süden und der Industriestrasse beziehungsweise der Zürichstrasse im Norden. Das Stadthaus, die Einkaufsgebiete an der Bahnhof- und Poststrasse sowie der Stadtpark liegen in unmittelbarer Nähe.
Die Bahnstrecke verläuft im Bahnhofbereich annähernd von Nordwesten nach Südosten. In nordwestlicher Richtung führt sie über Nänikon-Greifensee, Schwerzenbach, Dübendorf und Wallisellen nach Zürich. Südöstlich des Bahnhofs verläuft sie zunächst eingleisig durch das Aathal nach Wetzikon und von dort weiter in Richtung Hinwil, Rüti und Rapperswil.
Die Gleisanlage trennt den südlich gelegenen historischen Stadtbereich von den nördlichen Wohn-, Gewerbe- und Industriequartieren. Mehrere Unterführungen verbinden die beiden Seiten des Bahnhofs miteinander.
Der Bahnhof liegt auf einer Höhe von rund 464 Metern über Meer. Er befindet sich zwischen den Nachbarstationen Nänikon-Greifensee im Nordwesten und Aathal im Südosten.
Geschichte
Planung der Glatttalbahn
Uster entwickelte sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem bedeutenden Zentrum der schweizerischen Textilindustrie. Entlang des Aabachs entstanden mechanische Spinnereien, Webereien und weitere Fabriken. Diese benötigten grosse Mengen Baumwolle, Kohle, Maschinen und Baumaterialien.
Der Transport auf den damaligen Landstrassen war langsam und teuer. Industrielle und politische Vertreter des Zürcher Oberlands setzten sich deshalb für eine Bahnverbindung nach Zürich ein. Der Zürcher Grosse Rat erteilte 1853 die Konzession für die Glatttalbahn.[3]
Die Strecke sollte von Wallisellen durch das Glatttal über Dübendorf und Nänikon nach Uster führen. In Wallisellen bestand Anschluss an die bereits eröffnete Bahnlinie zwischen Zürich und Winterthur.
Die Bauarbeiten begannen 1855. Neben dem Streckengleis entstanden in Uster ein Aufnahmegebäude, Güteranlagen, Werkstätten und Lokomotivremisen. Da der Bahnhof zunächst Endpunkt der Bahn war, benötigte er umfangreichere betriebliche Einrichtungen als die übrigen Stationen der Strecke.
Eröffnung im Jahr 1856
Die Bahnstrecke Wallisellen–Uster wurde am 1. August 1856 eröffnet.[1] Der erste Fahrplan umfasste fünf Zugpaare pro Tag. Die Fahrt von Wallisellen nach Uster dauerte ungefähr 25 Minuten.
Uster war zunächst ein Kopfbahnhof. Die Züge mussten nach der Ankunft für die Rückfahrt vorbereitet werden. Die Lokomotiven wurden versorgt, gewartet und bei Bedarf gedreht oder umgesetzt.
Der Bahnhof lag bei seiner Eröffnung am Rand des damaligen Siedlungsgebiets. Die neu angelegte Bahnhofstrasse verband ihn mit Kirchuster und dem bisherigen Ortszentrum. In der Umgebung entstanden bald Gasthäuser, Wohnhäuser, Banken, Geschäfte und weitere Gewerbebauten.
Die Eisenbahn erleichterte den Transport von Rohstoffen und Industrieprodukten erheblich. Gleichzeitig konnten Arbeiterinnen und Arbeiter aus anderen Gemeinden leichter zu den Ustermer Fabriken gelangen.
Vereinigte Schweizerbahnen
Die Glatttalbahn verfügte nicht über genügend Kapital, um die geplante Weiterführung nach Osten allein zu finanzieren. Sie fusionierte deshalb 1857 mit der St. Gallisch-Appenzellischen Eisenbahn und der damaligen Südostbahn zu den Vereinigten Schweizerbahnen.[1]
Am 9. November 1857 wurde die Strecke von Uster durch das Aathal nach Wetzikon eröffnet. Uster verlor damit seine Funktion als Endbahnhof und wurde zum Durchgangsbahnhof.[4]
1858 erreichte die Strecke Rüti und im folgenden Jahr Rapperswil, Weesen und Sargans. Damit entstand eine durchgehende Verbindung zwischen Zürich, dem Zürcher Oberland und der Ostschweiz.
Vor der Eröffnung direkterer Bahnlinien verkehrten auch überregionale und internationale Züge durch Uster. Zwischen 1884 und 1902 benutzte der Arlberg-Express zeitweise die Glatttallinie auf seinem Weg von Zürich nach Österreich.
Übernahme durch die SBB
Die Vereinigten Schweizerbahnen wurden im Zuge der Verstaatlichung der grossen Privatbahnen 1902 von den neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen übernommen.
Die SBB modernisierten in den folgenden Jahrzehnten Gleise, Signale, Weichen und Bahnhofseinrichtungen. Die Bedeutung des Bahnhofs für den Personen- und Güterverkehr nahm weiter zu.
Neben den Industriebetrieben nutzten Landwirtschaft, Handel und Gewerbe den Bahnhof für den Versand und Empfang von Waren. Verladen wurden unter anderem Textilien, Maschinen, Kohle, Holz, Vieh und landwirtschaftliche Erzeugnisse.
Elektrifizierung
Die Strecke Wallisellen–Uster–Rapperswil wurde 1932 elektrifiziert. Der elektrische Betrieb begann am 2. Oktober desselben Jahres.
Die Elektrifizierung ermöglichte leistungsfähigere, sauberere und schneller beschleunigende Züge. Die Dampflokomotiven verschwanden schrittweise aus dem regulären Personenverkehr.
Für den elektrischen Betrieb wurden Fahrleitungen, neue Sicherungsanlagen und technische Einrichtungen gebaut. Der Bahnhof blieb zugleich ein bedeutender Standort für den regionalen Güter- und Rangierverkehr.
Ausbau der Bahnhofanlage
Die Anlage wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts mehrfach erweitert und umgebaut. Das steigende Verkehrsaufkommen erforderte längere Perrons, zusätzliche Gleise und sichere Zugänge.
Eine Personenunterführung ersetzte das frühere Überqueren der Gleise auf gleicher Höhe. Der Hausperron und der Mittelperron erhielten Überdachungen, während das historische Aufnahmegebäude an moderne Nutzungen angepasst wurde.
Der lokale Güterverkehr verlor seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zunehmend an Bedeutung. Nicht mehr benötigte Lade-, Rangier- und Abstellgleise wurden teilweise aufgehoben oder anderen betrieblichen Zwecken zugeführt.
Zürcher S-Bahn
Am 27. Mai 1990 nahm die Zürcher S-Bahn ihren Betrieb auf. Uster gehörte von Beginn an zu den wichtigsten Bahnhöfen des neuen Netzes.
Die S-Bahn führte zu einem deutlich dichteren und regelmässigeren Angebot. Direkte Verbindungen nach Zürich, Zug, Pfäffikon SZ, Rapperswil, Hinwil und Schaffhausen erhöhten die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs.
Die Zahl der Pendlerinnen und Pendler nahm stark zu. Gleichzeitig entwickelte sich Uster von einer ehemaligen Industriestadt zu einem bedeutenden Wohn-, Dienstleistungs- und Bildungszentrum der Agglomeration Zürich.
Der Bahnhof wurde zu einem Taktknoten. Die Fahrpläne von Bahn und Bus sind so aufeinander abgestimmt, dass ankommende Reisende möglichst kurze Anschlüsse in die Stadtquartiere und die umliegenden Gemeinden erhalten.
Umgestaltung des Bahnhofplatzes
Der südliche Bahnhofplatz und der Bushof wurden gegen Ende des 20. Jahrhunderts neu gestaltet. Dabei entstanden neue Bushaltekanten, Veloabstellplätze, Fussgängerbereiche und Einrichtungen für den Individualverkehr.
1999 wurde auf dem Bahnhofplatz ein Brunnen des Künstlers Oliver Schwarz aufgestellt. Das Kunstwerk gehört zur städtebaulichen Gestaltung des Eingangsbereichs.
Die nördliche Bahnhofseite wurde ebenfalls aufgewertet. Dort befinden sich Zugänge zu den Perrons, P+Rail-Plätze, Veloabstellanlagen und Verbindungen zu den nördlichen Quartieren.
Hindernisfreier Ausbau
In den Jahren 2018 und 2019 wurden die Perronanlagen an die Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes angepasst.
Die Arbeiten umfassten insbesondere:
- die Erhöhung der Perrons;
- die Anpassung von Treppen und Rampen;
- den Ersatz von Wartehallen;
- neue taktile Sicherheitslinien;
- Verbesserungen der Beleuchtung;
- Anpassungen der Kundeninformation.
Durch die erhöhten Perronkanten ist bei den auf den Zürcher S-Bahn-Linien eingesetzten Niederflurfahrzeugen ein weitgehend niveaugleicher Einstieg möglich.
Aufnahmegebäude
Das historische Aufnahmegebäude wurde 1855 und 1856 für die Glatttalbahn errichtet. Es steht auf der Südseite der Gleisanlagen und bildet den architektonischen Mittelpunkt des Bahnhofplatzes.
Der zweigeschossige Bau besitzt eine symmetrisch gegliederte Fassade, ein flaches Walmdach und regelmässig angeordnete Fenster. Die Gestaltung entspricht dem zurückhaltenden Klassizismus früher schweizerischer Bahnhofsbauten.
Im Gebäude befanden sich ursprünglich:
- Fahrkartenschalter;
- Wartesäle;
- Diensträume;
- Gepäckabfertigung;
- Büros;
- Wohnungen für Bahnpersonal.
Das Gebäude wurde im Verlauf seiner Geschichte mehrfach verändert und erweitert. Dennoch blieb ein wesentlicher Teil der ursprünglichen Bausubstanz erhalten.
Heute enthält der Bahnhof unter anderem ein SBB-Reisezentrum sowie Verkaufs-, Dienstleistungs- und Büroräume. Das Aufnahmegebäude ist Bestandteil des geschützten historischen Bahnhofensembles.[5]
Lokomotivremisen
Östlich beziehungsweise nordöstlich des Aufnahmegebäudes befinden sich zwei historische Lokomotivremisen. Sie gehören zu den ältesten erhaltenen Depotanlagen der Schweiz.
Die erste rechteckige Remise entstand 1856. Sie war symmetrisch auf das Aufnahmegebäude ausgerichtet und diente der Unterbringung und Wartung der Dampflokomotiven der Glatttalbahn.[6]
Nach der Verlängerung der Strecke nach Wetzikon errichteten die Vereinigten Schweizerbahnen eine zweite Remise. Hinzu kamen Werkstatt-, Lager- und Versorgungseinrichtungen.
Als die Strecke bis Rapperswil und Weesen verlängert worden war, benötigten die Vereinigten Schweizerbahnen das Ustermer Depot nicht mehr im ursprünglichen Umfang. Teile der Anlage wurden 1861 verkauft.
Die erhaltenen Gebäude dokumentieren die Frühzeit der schweizerischen Eisenbahn. Sie werden für kulturelle und eisenbahngeschichtliche Veranstaltungen sowie durch Vereine genutzt.
Das Aufnahmegebäude und die Remisen sind als Kulturgut von nationaler Bedeutung eingestuft.
Gleis- und Perronanlage
Der Bahnhof verfügt über drei Bahnsteiggleise. Gleis 1 liegt am Hausperron vor dem Aufnahmegebäude. Die Gleise 2 und 3 befinden sich an einem überdachten Mittelperron.
| Gleis | Perrontyp | Allgemeine Verwendung |
|---|---|---|
| 1 | Hausperron | Züge in Richtung Zürich sowie einzelne endende oder beginnende S-Bahn-Züge |
| 2 | Mittelperron | Züge in Richtung Zürich, Wetzikon, Hinwil, Rapperswil oder Pfäffikon SZ |
| 3 | Mittelperron | Züge in Richtung Zürich und Zürcher Oberland sowie endende Züge der S9 |
Die tatsächliche Gleisbelegung richtet sich nach dem Fahrplan und der jeweiligen Betriebslage. Bei Verspätungen, Bauarbeiten oder Störungen können die Züge andere Gleise benutzen.
Der Mittelperron ist über Personenunterführungen erreichbar. Rampen und weitere hindernisfreie Zugänge verbinden die Perrons mit den beiden Seiten des Bahnhofareals.
Einzelne Gleise sind in Abschnitte unterteilt. Diese werden beispielsweise für kurz nacheinander eintreffende oder in Uster wendende Züge verwendet.
Neben den Bahnsteiggleisen bestehen betriebliche Gleise für das Wenden, Abstellen und Überholen von Zügen.
Bahnverkehr
Hauptartikel: Zürcher S-Bahn
Im Fahrplanjahr 2026 halten die Linien S5, S9, S14 und S15 in Uster. In den Nächten vor Samstagen und allgemeinen Feiertagen verkehren zusätzlich die Nachtlinien SN5 und SN9.[7]
| Linie | Streckenführung | Grundangebot |
|---|---|---|
| S5 | Zug–Affoltern am Albis–Zürich HB–Zürich Stadelhofen–Uster–Wetzikon–Rüti–Rapperswil–Pfäffikon SZ | Halbstündlich |
| S9 | Schaffhausen–Bülach–Zürich Oerlikon–Zürich HB–Zürich Stadelhofen–Uster | Halbstündlich |
| S14 | Affoltern am Albis–Zürich Altstetten–Zürich HB–Zürich Stadelhofen–Uster–Wetzikon–Hinwil | Halbstündlich |
| S15 | Niederweningen–Oberglatt–Zürich HB–Zürich Stadelhofen–Uster–Wetzikon–Rüti–Rapperswil | Halbstündlich |
| SN5 | Knonau–Zürich HB–Uster–Rapperswil–Pfäffikon SZ | In den Wochenendnächten |
| SN9 | Bülach–Zürich HB–Uster | In den Wochenendnächten |
Zwischen Uster und Zürich verkehren tagsüber bis zu acht S-Bahn-Züge pro Stunde. In Richtung Wetzikon bestehen bis zu sechs Verbindungen pro Stunde.[8]
Die Fahrzeit zum Bahnhof Zürich Stadelhofen beträgt je nach Linie ungefähr zwölf bis fünfzehn Minuten. Der Zürcher Hauptbahnhof wird in rund 15 bis 20 Minuten erreicht.
Direkte Verbindungen bestehen unter anderem nach:
- Zürich;
- Zürich Oerlikon;
- Flughafenregion über Umsteigeverbindungen;
- Zug;
- Affoltern am Albis;
- Schaffhausen;
- Bülach;
- Niederweningen;
- Wetzikon;
- Hinwil;
- Rüti;
- Rapperswil;
- Pfäffikon SZ.
Busverkehr
Die Haltestelle Uster, Bahnhof ist der wichtigste Busknoten der Stadt. Die Bushaltekanten befinden sich hauptsächlich südlich der Gleise auf dem Bahnhofplatz.
Im Jahresfahrplan 2026 wird der Bahnhof durch folgende Linien bedient:[9]
| Linie | Grundlegende Erschliessung |
|---|---|
| 725 | Verbindung über Volketswil nach Schwerzenbach |
| 811 | Stadtbus Uster |
| 812 | Stadtbus Uster |
| 813 | Stadtbus nach Nossikon |
| 816 | Stadtbus zur Pfannenstielstrasse |
| 817 | Stadtbus in Richtung See |
| 818 | Stadtbus zur Sportanlage |
| 827 | Regionallinie in Richtung Fehraltorf |
| 830 | Regionallinie nach Pfäffikon ZH |
| 842 | Regionallinie über das obere Glatttal nach Oetwil am See |
| 845 | Regionallinie nach Oetwil am See |
| 846 | Zeitweise Verbindung nach Seegräben |
| N81 | Nachtbus in Richtung Wageren |
| N84 | Nachtbus nach Oetwil am See |
Das Busangebot wird überwiegend von den Verkehrsbetrieben Zürichsee und Oberland betrieben. Weitere Leistungen erbringen PostAuto und die Verkehrsbetriebe Glattal.
Die Stadtbuslinien erschliessen die dicht bebauten Quartiere von Uster. Regionale Linien verbinden den Bahnhof mit den Aussenwachten, Nachbargemeinden und weiteren Orten des Zürcher Oberlands.
Dienstleistungen
Der Bahnhof verfügt über ein bedientes SBB-Reisezentrum. Dort werden unter anderem Billette, Abonnemente, Reiseberatung und Gepäckdienstleistungen angeboten.[10]
Im Bahnhof und in seiner unmittelbaren Umgebung befinden sich:
- Lebensmittel- und Conveniencegeschäfte;
- Gastronomie- und Take-away-Angebote;
- eine Apotheke und weitere Dienstleistungen;
- öffentliche Toiletten;
- Schliessfächer;
- Bancomaten;
- Mobility-Carsharing;
- Taxi- und Kurzzeitparkplätze;
- P+Rail-Anlagen;
- zahlreiche Veloabstellplätze;
- eine bediente Velostation.
Die Geschäfte und Gastronomiebetriebe profitieren von den besonderen Öffnungszeiten für Betriebe in Bahnhöfen und sind teilweise an allen Tagen des Jahres geöffnet.
Velostation und Abstellanlagen
Das Velo besitzt für den Zugang zum Bahnhof eine grosse Bedeutung. Rund um die Anlage befinden sich mehrere offene und überdachte Abstellplätze.
Eine bewachte Velostation bietet zusätzliche Dienstleistungen. Dazu gehören je nach Angebot geschützte Abstellplätze, eine Werkstatt, eine Selbstbedienungspumpe, Reinigungseinrichtungen und Plätze für Spezialvelos.
Städtische Planungen sehen eine weitere Erhöhung der Zahl der Veloabstellplätze vor. Im Rahmen der Entwicklung des Bahnhofzentrums soll das Angebot von rund 1'300 auf ungefähr 1'800 Plätze erweitert werden.[11]
Barrierefreiheit
Die Perrons sind über Rampen und teilweise weitere stufenfreie Zugänge erreichbar. Die 2018 und 2019 ausgeführten Umbauten verbesserten den Einstieg in die Züge und die Orientierung innerhalb der Anlage.
Zu den barrierefreien Einrichtungen gehören:
- erhöhte Perronkanten;
- Rampenzugänge;
- taktile Sicherheitslinien;
- optische Abfahrtsanzeigen;
- akustische Durchsagen;
- hindernisfreie Toiletten;
- reservierte Parkplätze.
Bei den regulär eingesetzten Niederflurfahrzeugen der Zürcher S-Bahn ist ein weitgehend niveaugleicher Einstieg möglich. Bei Ersatzfahrzeugen können Einschränkungen auftreten.
Tarif
Der Bahnhof liegt in der ZVV-Tarifzone 131. Der Verbundtarif gilt für S-Bahn und Bus.
Innerhalb der gelösten Zonen können die Verkehrsmittel während der zeitlichen Gültigkeit des Billetts grundsätzlich beliebig kombiniert werden. Für Fahrten in die Stadt Zürich muss die Zone 110 gelöst werden, die wegen ihres besonders dichten Verkehrsangebots tariflich als zwei Zonen zählt.
Für Fahrten ausserhalb des ZVV-Gebiets gelten je nach Verbindung der nationale Direkte Verkehr oder ergänzende Verbundtarife.
Bedeutung für die Stadtentwicklung
Die Eröffnung der Bahn im Jahr 1856 beeinflusste die räumliche Entwicklung Usters grundlegend. Der ursprünglich ausserhalb des historischen Zentrums gelegene Bahnhof wurde zum Ausgangspunkt eines neuen Stadtteils.
Entlang der Bahnhofstrasse entstanden Geschäfte, Banken, Hotels und Wohnhäuser. Die Verbindung zwischen Bahnhof, Aabach und dem alten Ortszentrum entwickelte sich im Laufe des 20. Jahrhunderts zum wirtschaftlichen und administrativen Mittelpunkt der Gemeinde.
Die Bahn unterstützte zunächst die Industrialisierung und später den Wandel zur Wohn- und Dienstleistungsstadt. Heute gehört Uster zu den grössten Städten des Kantons Zürich und ist stark in die Agglomeration Zürich eingebunden.
Der Bahnhof erschliesst insbesondere:
- das Stadtzentrum;
- das Stadthaus;
- die Einkaufsgebiete an Bahnhof-, Bank- und Poststrasse;
- den Stadtpark;
- das Aabach-Industriegebiet;
- Schulen und Sportanlagen;
- Wohnquartiere beidseits der Bahn;
- das Spital Uster über Busverbindungen.
Für viele Einwohnerinnen und Einwohner ist die schnelle S-Bahn-Verbindung nach Zürich ein entscheidender Standortvorteil.
Geplanter Ausbau
Bahnhofzentrum und Bushof
Die Stadt Uster plant langfristig eine umfassende Weiterentwicklung des Bahnhofumfelds. Der Bahnhofplatz soll stärker als repräsentativer Zugang zum Stadtzentrum gestaltet werden.
Zu den untersuchten beziehungsweise vorgesehenen Massnahmen gehören:
- Ausbau des Bushofs von neun auf bis zu 14 Haltekanten;
- Erweiterung der Veloabstellanlagen;
- Verbesserung der Fusswegverbindungen;
- Aufwertung der Personenunterführungen;
- Neuordnung von Taxi-, Kurzzeit- und Kiss-and-Ride-Plätzen;
- zusätzliche Aufenthaltsbereiche;
- bessere Verbindung zwischen der nördlichen und südlichen Bahnhofseite;
- Entwicklung neuer Geschäfts-, Dienstleistungs- und Wohnflächen.
Der Bahnhof soll dadurch seine Funktion als regionale Verkehrsdrehscheibe trotz des erwarteten Bevölkerungs- und Verkehrswachstums behalten.[11]
Ausbau Uster–Aathal
Der Abschnitt zwischen Uster und Aathal ist weiterhin eingleisig und bildet einen Kapazitätsengpass auf der stark belasteten Strecke nach Wetzikon und Rapperswil.
Im Ausbauschritt 2035 des Bundes ist ein Doppelspurausbau zwischen Uster und Aathal vorgesehen. Das Projekt soll einen stabileren Fahrplan und zusätzliche S-Bahn-Verbindungen ermöglichen.[12]
Im Zusammenhang mit dem Ausbau ist eine neue Unterführung an der Winterthurerstrasse geplant. Sie soll den bestehenden Niveauübergang ersetzen und die Trennwirkung der Bahnlinie verringern.
Langfristig streben die Verkehrsplanungen einen Viertelstundentakt zwischen Zürich, Uster und Wetzikon an. Der genaue Fahrplan und die Linienführung hängen von weiteren Ausbauten im gesamten Zürcher S-Bahn-Netz ab.
Eisenbahngeschichtliche Bedeutung
Der Bahnhof Uster gehört zu den ältesten weitgehend erhaltenen Bahnhofanlagen der Schweiz. Aufnahmegebäude, Remisen und die räumliche Anordnung der historischen Bauten dokumentieren den Aufbau einer frühen Privatbahn.
Die Anlage zeigt zugleich den engen Zusammenhang zwischen Industrialisierung und Eisenbahnbau. Die Textilfabriken des Zürcher Oberlands gehörten zu den wichtigsten Unterstützern der Glatttalbahn.
Der Bahnhof ist ein Standort des Industriepfads Zürcher Oberland. Von hier führen Routen zu historischen Fabriken, Kanälen, Kraftanlagen und weiteren Zeugnissen der Industriegeschichte entlang des Aabachs.
Siehe auch
- Uster
- Bahnstrecke Wallisellen–Uster–Rapperswil
- Glatttalbahn (Eisenbahn)
- Vereinigte Schweizerbahnen
- Bahnhof Nänikon-Greifensee
- Bahnhof Aathal
- Bahnhof Wetzikon
- Zürcher S-Bahn
- Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland
- Industriepfad Zürcher Oberland
- Liste der Bahnhöfe im Kanton Zürich
Weblinks
- Bahnhof Uster bei den Schweizerischen Bundesbahnen
- S-Bahn-Linien am Bahnhof Uster
- Buslinien am Bahnhof Uster
- Öffentlicher Verkehr in Uster
- Bahnhof Uster beim Industriepfad Zürcher Oberland
- Historische Lokremisen Uster
- Zürcher Verkehrsverbund
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Gesellschaftssiegel der Glattthal Eisenbahn, Digitaler Lesesaal des Staatsarchivs St. Gallen, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Bahnhof Uster, Industriepfad Zürcher Oberland, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Die Geschichte der Wohnstadt am Wasser, Stadt Uster, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Bahnhof Aathal, Industriepfad Zürcher Oberland, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Kultur-Auslegeordnung der Stadt Uster, Stadt Uster, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Lokremise Uster, Industriepfad Zürcher Oberland, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Haltestellen- und Linienfahrpläne Uster, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Stadt Uster – Geografie und Verkehr, Stadt Uster, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Uster, Bahnhof, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Bahnhof Uster, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 11,0 11,1 Ein neues Bahnhofzentrum für Uster, Stadt Uster, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Öffentlicher Verkehr, Stadt Uster, abgerufen am 3. August 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Bahnhof Uster