Bahnhof Winterthur Seen
| Bahnhof Winterthur Seen | |
|---|---|
| Bahnhofstyp | Durchgangs- und Kreuzungsbahnhof |
| Ort | Seen |
| Gemeinde | Winterthur |
| Kanton | Zürich |
| Eröffnung | 4. Mai 1875 |
| Betreiberin | SBB |
| Bahnstrecke | Tösstalbahn |
| Perrongleise | 2 |
| Spurweite | 1435 mm |
| Stromsystem | 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom |
| Höhe | rund 470 m ü. M. |
| Betriebsstellenkürzel | WSEE |
| IBNR | 8506002 |
| Tarifzone | 120 (ZVV) |
| S-Bahn-Linien | S11, S26 |
| Buslinien | 2, 9, N2 |
| Adresse | Kanzleistrasse 60, 8405 Winterthur |
| Koordinaten | 47.48746° N, 8.76689° E |
| Website | Bahnhof Winterthur Seen bei den SBB |
Der Bahnhof Winterthur Seen ist ein Bahnhof im gleichnamigen Stadtkreis Seen der Stadt Winterthur. Er liegt an der Tösstalbahn zwischen den Bahnhöfen Winterthur Grüze und Sennhof-Kyburg. Die Anlage wird von den Schweizerischen Bundesbahnen betrieben und durch die Linien S11 und S26 der S-Bahn Zürich bedient.
Der Bahnhof wurde am 4. Mai 1875 zusammen mit dem ersten Abschnitt der Tösstalbahn von Winterthur nach Bauma eröffnet. Er stellte für die damals selbständige Gemeinde Seen den Anschluss an das schweizerische Eisenbahnnetz her. Seit der Eingemeindung Seens im Jahr 1922 gehört er zu den Quartierbahnhöfen der Stadt Winterthur.[1]
Neben seiner Funktion als S-Bahn-Station ist Winterthur Seen ein lokaler Umsteigepunkt zum städtischen Busnetz. Die Trolleybuslinie 2 verbindet den Bahnhof über das Stadtzentrum und den Winterthurer Hauptbahnhof mit Wülflingen. Die Buslinie 9 erschliesst die südlich gelegenen Aussenwachten des Stadtkreises.
Lage
Der Bahnhof befindet sich im nordöstlichen Teil des historischen Siedlungsgebiets von Seen an der Kanzleistrasse. Das Aufnahmegebäude steht westlich der Gleise. Die Bahnstrecke verläuft an dieser Stelle annähernd von Nordwesten nach Südosten.
Der ursprüngliche Dorfkern von Seen liegt südwestlich des Bahnhofs im Bereich der Tösstalstrasse, der Hinterdorfstrasse und der Rössligasse. Bei der Eröffnung der Bahn lag die Station noch etwas ausserhalb des zusammenhängend bebauten Dorfgebiets. Anders als mehrere Orte im eigentlichen Tösstal besass Seen damals keine grossen Industriebetriebe, die einen unmittelbar bei den Fabriken gelegenen Bahnanschluss erfordert hätten.[1]
Durch das starke Siedlungswachstum des 20. Jahrhunderts wurde das Bahnhofsumfeld vollständig in das Stadtgebiet integriert. Heute liegen Wohnquartiere, Schulen, Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe in unmittelbarer Nähe.
Östlich der Bahnlinie befinden sich unter anderem die Wohngebiete des Quartiers Waser. Südlich und südwestlich schliessen der historische Ortskern und die dichter bebauten Bereiche von Seen an. Das gegenüber dem Bahnhof entwickelte Hagmann-Areal verbindet Wohnen, Gewerbe und öffentliche Nutzungen.
Der kommunale Richtplan Winterthurs betrachtet das Gebiet zwischen dem historischen Ortskern und dem Bahnhof als zusammenhängendes Quartierzentrum. Das Umfeld des Bahnhofs und die Kanzleistrasse sollen langfristig urbaner gestaltet sowie für den Fuss- und Veloverkehr aufgewertet werden.[2]
Geschichte
Planung der Tösstalbahn
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich das Tösstal zu einer bedeutenden Industrieregion. Textilfabriken und weitere Gewerbebetriebe benötigten zuverlässige Verkehrswege für Rohstoffe, Fertigprodukte und Arbeitskräfte.
Die bestehenden Strassen waren für schwere und regelmässige Transporte nur begrenzt geeignet. Bereits in den 1860er-Jahren entstanden deshalb verschiedene Pläne für eine Eisenbahnverbindung zwischen Winterthur und dem oberen Tösstal.
Am 17. Dezember 1871 wurde die Tösstalbahn-Gesellschaft gegründet. Sie plante eine Strecke von Winterthur über Grüze, Seen, Sennhof, Kollbrunn und Turbenthal nach Bauma. Eine spätere Verlängerung sollte Wald und die bereits vorhandenen Bahnlinien im Zürcher Oberland erreichen.[1]
Die Linienführung berücksichtigte vor allem die Industrieorte entlang der Töss. Seen lag zwar nicht unmittelbar im Talboden der Töss, befand sich jedoch an der günstigsten Verbindung zwischen Winterthur-Grüze und dem südlich gelegenen Sennhof.
Eröffnung 1875
Am 4. Mai 1875 wurde die Strecke von Winterthur nach Bauma eröffnet. Gleichzeitig nahmen die Stationen Grüze, Seen, Sennhof-Kyburg, Kollbrunn, Rikon, Rämismühle-Zell, Turbenthal, Wila, Saland und Bauma den Betrieb auf.[3]
Zu Beginn verkehrten täglich drei Züge in jeder Richtung. Die Fahrten wurden mit Dampflokomotiven durchgeführt. Die Werkstätten der Bahngesellschaft befanden sich in Bauma.
Das Stationsgebäude in Seen besass Räume für den Stationsdienst, einen Wartesaal und Einrichtungen für die Abfertigung von Gepäck und Gütern. An das Gebäude schloss ein Güterschuppen an. Die Bahnseite wurde durch ein Perrondach geschützt.
Die neue Eisenbahn erleichterte den Einwohnerinnen und Einwohnern den Weg nach Winterthur und in die Tösstaler Gemeinden. Für landwirtschaftliche Betriebe entstanden bessere Möglichkeiten zum Versand von Milch, Vieh, Holz und anderen Erzeugnissen.
Verlängerung nach Wald
Am 14. Oktober 1876 wurde die Tösstalbahn von Bauma nach Wald verlängert. Von dort bestand über die Wald-Rüti-Bahn eine Verbindung nach Rüti und damit zum Netz der Vereinigten Schweizerbahnen.
Die Strecke Winterthur–Wald erreichte eine Länge von rund 37 Kilometern. Durch den Anschluss in Rüti waren auch Reisen in Richtung Rapperswil und entlang des Zürichsees möglich.
Für Seen bedeutete die Verlängerung eine bessere Verbindung mit dem oberen Tösstal und dem Zürcher Oberland. Der Bahnhof blieb jedoch vor allem auf den lokalen Personenverkehr und die Erschliessung des eigenen Gemeindegebiets ausgerichtet.
Übernahme durch die SBB
Die wirtschaftliche Lage der Tösstalbahn verschlechterte sich im frühen 20. Jahrhundert. Neue Bahnverbindungen veränderten die Verkehrsströme, während Unterhalt und Betrieb der Strecke hohe Kosten verursachten.
Am 1. Oktober 1918 übernahmen die Schweizerischen Bundesbahnen die Tösstalbahn. Damit gingen auch der Bahnhof Seen und seine Anlagen in Bundeseigentum über.[1]
Unter der Leitung der SBB wurden Gleise, Sicherungsanlagen und Bahnhofsgebäude schrittweise modernisiert. Der Betrieb erfolgte zunächst weiterhin mit Dampflokomotiven.
Eingemeindung Seens
Seen war bis Ende 1921 eine selbständige politische Gemeinde. Am 1. Januar 1922 wurde es zusammen mit Oberwinterthur, Töss, Veltheim und Wülflingen in die Stadt Winterthur eingemeindet.
Der Bahnhof erhielt damit die Funktion eines städtischen Quartierbahnhofs. Die Bezeichnung Winterthur Seen machte die Zugehörigkeit zur Stadt und die Unterscheidung vom Winterthurer Hauptbahnhof deutlich.
Im selben Jahr wurde die städtische Strassenbahn vom Deutweg nach Seen verlängert. Dadurch erhielt das Dorfzentrum eine direkte öffentliche Verkehrsverbindung zum Hauptbahnhof. Die Strassenbahn wurde später durch eine Trolleybuslinie ersetzt, die schliesslich bis zum Bahnhof Seen verlängert wurde.[4]
Elektrifizierung
Die Tösstalbahn wurde 1951 elektrifiziert. Die Strecke erhielt das bei den SBB übliche Stromsystem mit 15 Kilovolt Wechselstrom und einer Frequenz von 16⅔ Hertz, heute 16,7 Hertz.
Mit der Elektrifizierung endete der reguläre Dampfbetrieb. Elektrische Triebwagen und Lokomotiven ermöglichten eine schnellere Beschleunigung, kürzere Fahrzeiten und einen wirtschaftlicheren Betrieb.
Die Fahrleitung, Signale und Stellwerksanlagen des Bahnhofs wurden im Laufe der folgenden Jahrzehnte mehrfach erneuert. Ein 1949 in Betrieb genommenes elektrisches Stellwerk blieb bis zum 16. November 2002 in Verwendung.[5]
Siedlungswachstum
Seen behielt bis weit in das 20. Jahrhundert einen ländlichen Charakter. Erst in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg setzte ein starkes Bevölkerungs- und Siedlungswachstum ein.
In den 1960er- und 1970er-Jahren entstanden grössere Wohnüberbauungen. Der frühere Abstand zwischen dem Bahnhof, dem Dorfkern und den umliegenden Weilern wurde zunehmend überbaut.
Der Bahnhof gewann dadurch eine grössere Bedeutung für den Pendlerverkehr. Viele Einwohner arbeiteten im Winterthurer Stadtzentrum, in den Industriegebieten der Stadt oder im Raum Zürich.
Die Stadtplanung liess rund um Seen bewusst einzelne Grünräume frei, damit der Stadtteil trotz seiner starken Bebauung als räumlich erkennbare Einheit erhalten blieb. Der Bahnhof wurde dennoch zu einem festen Bestandteil des neuen urbanen Siedlungsgebiets.[6]
Zürcher S-Bahn
Mit der Eröffnung der S-Bahn Zürich am 27. Mai 1990 wurde der Bahnhof in das neue Linien- und Taktsystem des Zürcher Verkehrsverbunds integriert.
Die regionalen Zugverbindungen erhielten einheitliche Linienbezeichnungen und bessere Anschlüsse. Seen wurde über Winterthur mit weiteren Teilen des Kantons Zürich verbunden.
Die damalige Bedienung und die Linienbezeichnungen wurden in den folgenden Jahrzehnten mehrfach geändert. Die S26 entwickelte sich zur Hauptlinie der Tösstalbahn. Ergänzende S-Bahn-Züge schufen während bestimmter Verkehrszeiten direkte Verbindungen über Winterthur hinaus nach Zürich und in das Limmattal.
Modernisierung 2016 bis 2018
Im Rahmen der vierten Teilergänzungen der S-Bahn Zürich wurden mehrere Bahnhöfe entlang der Tösstalbahn modernisiert. Die Arbeiten sollten einen dichteren Fahrplan, längere Züge und hindernisfreie Zugänge ermöglichen.
Neben Winterthur Seen wurden unter anderem Sennhof-Kyburg, Saland, Steg, Gibswil und Tann-Dürnten ausgebaut. Die Investitionen für die verschiedenen Projekte entlang der Strecke beliefen sich insgesamt auf mehrere Dutzend Millionen Franken.[7]
Am Bahnhof Seen wurden die Perronanlagen und Zugänge an die Anforderungen des modernen S-Bahn-Verkehrs angepasst. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 verkehrt die S26 auf der gesamten Strecke zwischen Winterthur und Rüti grundsätzlich im Halbstundentakt. Die S11 ergänzt das Angebot mit direkten Verbindungen in Richtung Zürich.
Schliessung des Billettschalters
Der Bahnhof Seen verfügte lange über einen bedienten Billettschalter. Mit der zunehmenden Nutzung von Automaten, Onlinebilletten und mobilen Anwendungen ging die Nachfrage jedoch zurück.
2019 wurde der Schalter geschlossen. Der Bahnhof wurde damit zu einer Selbstbedienungsstation. Der Verkauf von Billetten erfolgt seither hauptsächlich über Automaten, die SBB-App und andere digitale Kanäle.[8]
Bahnhofsanlage
Der Bahnhof besitzt zwei durchgehende Hauptgleise mit jeweils einem Aussenperron. Die Gleise ermöglichen Zugkreuzungen und Überholungen auf dem teilweise eingleisigen Abschnitt der Tösstalbahn.
Die beiden Perrons sind durch eine Personenunterführung miteinander verbunden. Treppen und stufenfreie Zugänge erschliessen die Bahnsteige von den angrenzenden Strassen und Quartieren.
Das Aufnahmegebäude befindet sich auf der westlichen Seite der Strecke. Es steht an der Kanzleistrasse und bildet gemeinsam mit dem Perrondach und den Zugängen den wichtigsten baulichen Bezugspunkt der Anlage.
Zum Bahnhof gehören ausserdem:
- elektronische Abfahrtsanzeigen;
- Billettautomaten;
- Wetterschutzbereiche und Sitzgelegenheiten;
- Lautsprecheranlagen;
- Uhren und Informationsstelen;
- Veloabstellplätze;
- P+Rail-Parkplätze;
- Kurzzeitparkplätze;
- ein Taxibereich;
- eine öffentliche Toilette;
- ein Convenience-Geschäft.
Das frühere Güter- und Nebengleisareal verlor mit dem Rückgang des lokalen Güterverkehrs einen grossen Teil seiner ursprünglichen Funktion. Nicht mehr benötigte Flächen wurden teilweise für Parkierung, Zugänge und andere Nutzungen umgestaltet.
Aufnahmegebäude
Das Stationsgebäude ist ein für kleinere Schweizer Bahnhöfe des ausgehenden 19. Jahrhunderts charakteristischer Bau. Sein Erscheinungsbild wird durch ein Satteldach, verputzte Fassaden und einen zur Bahnseite orientierten Perronbereich geprägt.
Historische Fotografien zeigen das Gebäude mit einem angebauten Güterschuppen und einem durchgehenden Vordach. Im Verlauf seiner Geschichte wurde es mehrfach umgebaut und an neue betriebliche und kommerzielle Bedürfnisse angepasst.
Die frühere Trennung zwischen Stationsbüro, Wartesaal, Gepäckabfertigung und Güterdienst verlor im Laufe des 20. Jahrhunderts an Bedeutung. Teile der Räume wurden später für Verkauf, Gastronomie und Dienstleistungen genutzt.
Trotz der Umbauten erinnert das Gebäude an die Entstehungszeit der Tösstalbahn. Es ist eines der sichtbaren historischen Elemente im stark veränderten Siedlungsbild des heutigen Stadtteils Seen.
Eisenbahnverkehr
Im Fahrplanjahr 2026 wird der Bahnhof durch die S-Bahn-Linien S11 und S26 bedient.[9]
| Linie | Verbindung | Funktion in Seen |
|---|---|---|
| S11 | Aarau – Lenzburg – Dietikon – Zürich HB – Zürich Stadelhofen – Winterthur – Winterthur Grüze – Winterthur Seen – teilweise Sennhof-Kyburg oder Wila | Direkte Verbindungen nach Zürich und in das Limmattal; auf der Tösstalstrecke vor allem in bestimmten Verkehrszeiten |
| S26 | Winterthur – Winterthur Grüze – Winterthur Seen – Sennhof-Kyburg – Kollbrunn – Turbenthal – Wila – Bauma – Wald ZH – Rüti ZH – Rapperswil SG | Grundangebot der Tösstalbahn, grundsätzlich halbstündlich |
S11
Die S11 verbindet Teile des Tösstals ohne Umsteigen mit Winterthur, Zürich und dem Kanton Aargau. Von Seen fährt sie zunächst über Winterthur Grüze zum Hauptbahnhof Winterthur.
Anschliessend führt die Linie über Oberwinterthur beziehungsweise die Zürcher S-Bahn-Durchmesserstrecken in Richtung Zürich. Westlich von Zürich verkehrt sie über Dietikon und Lenzburg nach Aarau.
Nicht alle Züge der S11 befahren denselben Ast nördlich beziehungsweise östlich von Winterthur. Ein Teil verkehrt nach Seuzach, während die Tösstaler Züge über Seen nach Sennhof-Kyburg oder Wila fahren. Das genaue Angebot ist von Wochentag und Tageszeit abhängig.
S26
Die S26 ist die zentrale Regionalverkehrslinie der Tösstalbahn. Sie verbindet Winterthur mit dem unteren und oberen Tösstal sowie mit dem Zürcher Oberland.
Von Winterthur Seen führt sie über Sennhof-Kyburg, Kollbrunn, Rikon, Rämismühle-Zell, Turbenthal, Wila und Saland nach Bauma. Danach verläuft sie über Steg, Fischenthal, Gibswil und Wald nach Rüti und weiter bis Rapperswil.[10]
Die Linie wird von Thurbo betrieben. Sie verkehrt grundsätzlich im Halbstundentakt. Auf einzelnen Abschnitten und zu Randzeiten können Abweichungen bestehen.
Die Fahrt von Seen zum Winterthurer Hauptbahnhof dauert nur wenige Minuten. Dadurch ist die Station für Pendlerinnen und Pendler attraktiv, die im Stadtzentrum oder entlang der Hauptlinien in Richtung Zürich, Schaffhausen, Frauenfeld und St. Gallen arbeiten.
Busverkehr
Unmittelbar beim Bahnhof befindet sich die Bushaltestelle Winterthur, Seen. Sie wird von Stadtbus Winterthur bedient.
| Linie | Verbindung | Betriebsart |
|---|---|---|
| 2 | Winterthur, Seen – Deutweg – Winterthur Hauptbahnhof – Wülflingen | Trolleybus |
| 9 | Winterthur, Seen – Oberseen – Gotzenwil – Iberg – Klösterli Iberg | Quartierbus |
| N2 | Winterthur, Seen – Winterthur Hauptbahnhof – Wülflingen | Nachtbus |
Die Linie 2 ist eine der wichtigsten Durchmesserlinien des Winterthurer Stadtverkehrs. Sie verbindet Seen über die Tösstalstrasse und den Deutweg mit dem Stadtzentrum, dem Hauptbahnhof und Wülflingen.
Die Linie 9 erschliesst die südlich des Bahnhofs gelegenen Siedlungen und Aussenwachten. Sie besitzt insbesondere für Oberseen, Gotzenwil, Iberg und die umliegenden Wohngebiete Bedeutung.
In den Nächten vor Samstagen und allgemeinen Feiertagen ergänzt die Nachtbuslinie N2 das Tagesangebot.[9]
Die Haltestelle für den Busverkehr wird mit Komma als Winterthur, Seen bezeichnet. Der Eisenbahnhof trägt dagegen die offizielle Bezeichnung Winterthur Seen ohne Komma.
Tarife
Der Bahnhof liegt in der ZVV-Tarifzone 120. Diese umfasst das Stadtgebiet von Winterthur und zählt bei der Preisberechnung als zwei Zonen, da innerhalb der Stadt ein besonders dichtes öffentliches Verkehrsangebot besteht.[11]
Mit einem für die Zone 120 gültigen ZVV-Billett können Reisende während dessen Gültigkeitsdauer grundsätzlich Bahn, Bus und weitere öffentliche Verkehrsmittel innerhalb der gelösten Zonen nutzen.
Für Fahrten über die Grenzen des Zürcher Verkehrsverbunds hinaus gelten der nationale Direkte Verkehr oder Kombinationen aus ZVV- und Anschlussbilletten.
Dienstleistungen
Der Bahnhof besitzt keinen bedienten SBB-Reiseschalter mehr. Billette können an Automaten sowie über die digitalen Vertriebskanäle der SBB und des ZVV gekauft werden.
Im Aufnahmegebäude beziehungsweise unmittelbar beim Bahnhof bestehen ein Convenience-Geschäft und weitere kleinere Dienstleistungsangebote. Die SBB führen für den Standort ausserdem eine öffentliche Toilette auf.[12]
Für den kombinierten Verkehr stehen zur Verfügung:
- 136 gedeckte Veloabstellplätze;
- 84 P+Rail-Parkplätze;
- ein Behindertenparkplatz;
- Mobility- und weitere Carsharing-Angebote;
- Taxi- und Abholmöglichkeiten.
Die hohe Zahl von Veloabstellplätzen entspricht der Bedeutung des Fahrrads für die Erschliessung der umliegenden Quartiere. Viele Wohngebiete Seens liegen innerhalb weniger Fahrminuten vom Bahnhof entfernt.
Hindernisfreiheit
Die Perronanlagen wurden im Zusammenhang mit dem Ausbau der Tösstalbahn zwischen 2016 und 2018 modernisiert. Ziel war ein möglichst stufenfreier Zugang zu den Perrons und zu modernen Niederflurzügen.
Erhöhte Bahnsteigkanten erleichtern den Einstieg. Die Zugänge sind für Personen mit Rollstuhl, Kinderwagen oder Gepäck nutzbar. Je nach eingesetztem Fahrzeug und betrieblicher Situation kann dennoch Unterstützung erforderlich sein.
Informationen zur konkreten Reisemöglichkeit werden über den Onlinefahrplan, die SBB-App und die Anwendung SBB Inclusive bereitgestellt.
Bedeutung für Seen
Der Bahnhof war für die Entwicklung Seens von grosser Bedeutung. Vor seiner Eröffnung war das Dorf vor allem über die Tösstalstrasse mit Winterthur und den Nachbarorten verbunden.
Die Eisenbahn erleichterte den Personen- und Güterverkehr und verringerte die Reisezeit nach Winterthur erheblich. Sie förderte die wirtschaftliche Verbindung mit der Stadt und den Gemeinden des Tösstals.
Nach der Eingemeindung von 1922 entwickelte sich Seen schrittweise vom Bauerndorf zum städtischen Wohnquartier. Der Bahnhof unterstützte diese Entwicklung, da er das Pendeln in das Winterthurer Zentrum und später in die Region Zürich erleichterte.
Heute bildet die Station gemeinsam mit der Bushaltestelle, den Geschäften und den angrenzenden Entwicklungsarealen einen wichtigen Teil des Quartierzentrums. Der Bahnhof verbindet den historischen Dorfbereich mit den jüngeren Wohnquartieren nördlich und östlich der Gleise.
Städtebauliche Entwicklung
Das Umfeld des Bahnhofs besitzt nach den Planungen der Stadt Winterthur erhebliches Entwicklungspotenzial. Die Kanzleistrasse soll stärker als städtischer Strassenraum gestaltet werden.
Zu den langfristigen Zielen gehören:
- bessere Fussverbindungen zwischen Bahnhof und historischem Ortskern;
- sicherere und attraktivere Velowege;
- Aufwertung der öffentlichen Räume;
- dichtere Wohn- und Gewerbenutzungen an geeigneten Standorten;
- bessere Verknüpfung der Quartiere beidseits der Bahn;
- Stärkung der lokalen Einkaufs- und Dienstleistungsangebote.
Der kommunale Richtplan beschreibt ein Quartierzentrum, das sich vom historischen Kern Seens bis zum Bahnhof erstreckt. Versorgung, Aufenthaltsqualität und Fussverkehrsfreundlichkeit sollen innerhalb dieses Bereichs verbessert werden.[2]
Bei Neubauten und Umgestaltungen müssen die Anforderungen des Eisenbahnbetriebs, des Lärmschutzes, der Verkehrssicherheit und der Siedlungsentwicklung miteinander abgestimmt werden.
Tösstalbahn und regionale Bedeutung
Hauptartikel: Tösstalbahn
Die Tösstalbahn verbindet Winterthur mit dem Tösstal und dem Zürcher Oberland. Sie folgt ab Sennhof weitgehend dem Tal der Töss und erschliesst zahlreiche kleinere Ortschaften.
Für die Industrialisierung des Tösstals war die Strecke von grosser Bedeutung. Rohstoffe, Maschinen, Kohle und andere Güter konnten zu den Fabriken transportiert werden. Die fertigen Textilien und Industrieerzeugnisse gelangten über Winterthur zu nationalen und internationalen Märkten.
Gleichzeitig erleichterte die Bahn den Arbeitsweg. Beschäftigte konnten nun zwischen den Dörfern und den Industrieorten pendeln. Auch Märkte, Schulen, medizinische Einrichtungen und Behörden in Winterthur wurden besser erreichbar.
Mit dem Rückgang der traditionellen Industrie verlor der Güterverkehr an Bedeutung. Die Strecke entwickelte sich zunehmend zu einer Pendler- und Freizeitverbindung.
Heute verbindet die Tösstalbahn ländliche Gemeinden und Naturgebiete mit dem städtischen Zentrum Winterthur. Für Wanderungen und Ausflüge in das Tösstal, zum Hörnli und in das Zürcher Oberland besitzt sie eine wichtige touristische Funktion.
Jubiläum 150 Jahre Tösstalbahn
Im Jahr 2025 beging die Region das 150-jährige Bestehen der Tösstalbahn. Verschiedene Veranstaltungen erinnerten an die Eröffnung vom 4. Mai 1875.
Historische Fahrzeuge, Ausstellungen und lokale Anlässe vermittelten die Geschichte der Bahn und ihre Bedeutung für die Entwicklung des Tösstals. Auch der Bahnhof Seen gehörte zu den seit der Eröffnung bestehenden Stationen der Strecke.
Das Jubiläum machte deutlich, dass die Bahn trotz grundlegender Veränderungen von Technik, Wirtschaft und Siedlungsstruktur weiterhin eine zentrale Verkehrsachse der Region bildet.
Siehe auch
- Seen (Winterthur)
- Winterthur
- Tösstalbahn
- Bahnhof Winterthur
- Bahnhof Winterthur Grüze
- Bahnhof Sennhof-Kyburg
- S-Bahn Zürich
- Stadtbus Winterthur
- Zürcher Verkehrsverbund
- Liste der Bahnhöfe in Winterthur
- Liste der Bahnhöfe im Kanton Zürich
Literatur
- Winterthurer Bibliotheken: Winterthur und die Zeit der Eisenbahn zur Zeit der Dampflokomotiven 1848–1968. Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur, Band 340, Winterthur 2008.
- Peter Niederhäuser: Seen in der Neuzeit. Dorf – Vorort – Wohnstadt. Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur, Band 342, Winterthur 2009.
- Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz. Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Orell Füssli, Zürich 1983.
- Stadt Winterthur: Winterthur-Seen – Vom Bauerndorf zur urbanen Vorstadt. Zeitung zum Europäischen Tag des Denkmals, Winterthur 2012.
- Interessengemeinschaft Tösstallinie: 150 Jahre Tösstalbahn. Jubiläumspublikationen, 2025.
Weblinks
- Bahnhof Winterthur Seen auf der Website der SBB
- Fahrpläne für Winterthur Seen beim Zürcher Verkehrsverbund
- Bahnhof Seen und die Tösstallinie im Winterthur Glossar
- Stadtbus Winterthur
- Interessengemeinschaft Tösstallinie
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 Winterthur Glossar: Bahnhof Seen und die Tösstallinie, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 Stadt Winterthur: Kommunaler Richtplan, Hauptbericht, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Winterthur Glossar: Eröffnung der Tösstalbahn am 4. Mai 1875, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Stadtbus Winterthur: Chronik 1895–2024, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Stellwerksdatenbank: Winterthur Seen, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Stadt Winterthur: Winterthur-Seen – Vom Bauerndorf zur urbanen Vorstadt, 2012, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Winterthur Glossar: Modernisierung der Tösstalbahn, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Winterthur Glossar: Vom bedienten Schalter zur Selbstbedienungsstation, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 9,0 9,1 Zürcher Verkehrsverbund: Haltestellen- und Linienfahrpläne Winterthur Seen, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Zürcher Verkehrsverbund: Linienfahrplan S26, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Zürcher Verkehrsverbund: Zonen- und Netzpläne, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ SBB: Bahnhof Winterthur Seen, abgerufen am 3. August 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Bahnhof Winterthur Seen