Bahnhof Niederhasli
| Bahnhof Niederhasli | |
|---|---|
| Ort | Niederhasli |
| Kanton | Zürich |
| Bezirk | Dielsdorf |
| Eigentümerin | Schweizerische Bundesbahnen (SBB) |
| Eröffnung | 1. Mai 1865 |
| Strecke | Wehntalbahn |
| Bahnhofstyp | Durchgangsstation |
| Bahnsteiggleise | 1 |
| Bahnsteige | 1 Seitenperron |
| Spurweite | 1435 mm |
| Stromsystem | 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom |
| S-Bahn-Linie | S15 |
| Buslinien | 533 und 534 |
| Verkehrsverbund | Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) |
| Tarifzone | 112 |
| Betriebsstellenkürzel | NIE |
| IBNR | 8503314 |
Der Bahnhof Niederhasli ist eine Eisenbahnstation in der politischen Gemeinde Niederhasli im Kanton Zürich. Er liegt an der Wehntalbahn zwischen Oberglatt und Dielsdorf und wird von der Linie S15 der Zürcher S-Bahn bedient. Die S-Bahn verbindet Niederhasli ohne Umsteigen mit Zürich Oerlikon, Zürich Hardbrücke, dem Zürcher Hauptbahnhof, Zürich Stadelhofen, Uster, Wetzikon und Rapperswil sowie in der Gegenrichtung mit den Gemeinden des Wehntals bis Niederweningen.[1]
Die Station wurde 1865 als Teil der Bülach-Regensberg-Bahn eröffnet. Sie besass ursprünglich ein Stationsgebäude mit Wartsaal und Güterraum sowie zusätzliche Gleise für den Güterverkehr. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde die Anlage mehrfach umgebaut und vereinfacht. Heute besteht die Personenverkehrsanlage im Wesentlichen aus einem durchgehenden Gleis mit einem Seitenperron.
Der Bahnhof liegt südöstlich des historischen Dorfkerns und bildet einen wichtigen Ausgangspunkt für die städtebauliche Entwicklung Niederhaslis. Rund um das Bahnhofareal ist mit dem Gebiet «Im Farn/Bahnhof» ein neues Wohn- und Dienstleistungsquartier vorgesehen. Gleichzeitig soll der Bahnhofplatz zu einer lokalen Verkehrsdrehscheibe mit einem neuen Bushof und zusätzlichen Veloabstellplätzen ausgebaut werden.[2]
Lage
Der Bahnhof befindet sich an der Stationsstrasse südöstlich des alten Dorfzentrums von Niederhasli. Die Bahnlinie verläuft ungefähr in nordöstlich-südwestlicher Richtung. In Richtung Oberglatt führt die Strecke durch das flache Glatttal, während sie westlich der Station nach Dielsdorf und weiter in das Wehntal ansteigt.
Das Bahnhofareal wird im Norden von der Stationsstrasse und bestehenden Wohn- und Gewerbebauten begrenzt. Südlich der Bahn liegen die Mandachstrasse, die Seehalden- und Seebruggstrasse sowie weitere Wohn- und Industriegebiete. Der Mettmenhaslisee, der auch als Haslisee oder Näppi bezeichnet wird, befindet sich südwestlich des Bahnhofs.
Der historische Dorfkern ist zu Fuss in wenigen Minuten erreichbar. Die Entfernung zu den Nachbarstationen beträgt rund zwei Kilometer nach Oberglatt und ungefähr zweieinhalb Kilometer nach Dielsdorf.[3]
Durch seine Lage erschliesst der Bahnhof hauptsächlich den Ortsteil Niederhasli. Die weiteren Siedlungsteile der Gemeinde werden teilweise durch die Bahnhöfe Oberglatt und Niederglatt sowie durch Bus- und Rufbusverbindungen bedient.[4]
Geschichte
Planung der Bülach-Regensberg-Bahn
In der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden im Zürcher Unterland mehrere Projekte für neue Eisenbahnlinien. Die Bülach-Regensberg-Bahn sollte von Oerlikon über Rümlang und Oberglatt nach Bülach führen. In Oberglatt war eine Abzweigung nach Dielsdorf vorgesehen, das damals als Hauptort des Bezirks und als Ausgangspunkt für den Besuch des Städtchens Regensberg Bedeutung besass.
Der Bau der Bahnstrecke begann 1864. Die Linie wurde einspurig angelegt und war von Anfang an für den Betrieb mit Dampflokomotiven vorgesehen. Frühere Überlegungen, auf einzelnen Abschnitten Pferde einzusetzen, wurden nicht weiterverfolgt.
Bei der Wahl des Standorts der Station Niederhasli bestanden unterschiedliche Vorstellungen. Ein erstes Projekt sah einen Standort westlich des Dorfes im Gebiet Päpperi vor. Die Gemeinde bevorzugte diese Variante zunächst, weil sie geringere finanzielle Belastungen verursacht hätte.
Verkehrlich günstiger erschien jedoch ein Standort südöstlich des Dorfkerns. Dieser erforderte Mehrkosten von rund 8'000 Franken. Nachdem sich die benachbarten Ortschaften Mettmenhasli und Nassenwil nicht an diesen Kosten beteiligen wollten, übernahm die Schweizerische Nordostbahn die Hälfte des zusätzlichen Betrags.[3]
Bau der ersten Station
Das erste Stationsgebäude entstand 1864 und 1865. Die ausgeschriebenen Baukosten beliefen sich auf 5'319 Franken und 11 Rappen. Es handelte sich um einen einfachen Holzbau auf einem gemauerten Sockel.
Im Gebäude befanden sich:
- das Büro des Stationsvorstands;
- ein Wartsaal;
- ein Güterraum;
- eine Dienstwohnung;
- Räume für die Abfertigung von Reisenden und Waren.
Vor dem Güterraum wurde eine gemauerte Laderampe angelegt. Neben dem durchgehenden Streckengleis entstand ein rund 90 Meter langes Gütergleis. Die Station war damit von Beginn an auch für den landwirtschaftlichen Warenverkehr eingerichtet.[3]
Für die Bahnstrecke mussten in der Umgebung Niederhaslis umfangreiche Erdarbeiten ausgeführt werden. Aus Richtung Oberglatt entstand ein etwa 750 Meter langer und bis zu sechs Meter hoher Bahndamm. In Richtung Dielsdorf wurde ein ungefähr 450 Meter langer und mehr als sechs Meter tiefer Einschnitt angelegt. Für den Haslibach war ein rund 24 Meter langer Durchlass erforderlich.
Eröffnung im Jahr 1865
Die Bülach-Regensberg-Bahn wurde am 30. April 1865 mit einem Festzug eröffnet. Der regelmässige Betrieb begann am 1. Mai 1865.[3]
Die Strecke besass zwei Äste. Von Oberglatt führte die eine Linie nach Bülach, die andere über Niederhasli nach Dielsdorf. Die Bahn wurde deshalb teilweise als Gabeleisenbahn bezeichnet.
Im ersten Fahrplan verkehrten täglich drei Zugspaare zwischen Zürich und dem Zürcher Unterland. Von Niederhasli dauerte die Fahrt nach Zürich ungefähr 46 Minuten. Oberglatt und Dielsdorf waren jeweils in etwa acht Minuten erreichbar.
Die Züge führten Wagen der zweiten und dritten Klasse. Eine einfache Fahrt von Niederhasli nach Zürich kostete 90 Rappen in der dritten und 1 Franken 25 Rappen in der zweiten Klasse. Die neue Linie erhielt im Volksmund den Namen Herdöpfelbahn, da ein bedeutender Teil des Güterverkehrs aus Kartoffeltransporten nach Zürich bestand.
In den ersten acht Betriebsmonaten wurden in Niederhasli 2'311 Personenbillette verkauft. Die Station fertigte zudem Gepäck, Vieh und rund 2'697 Zentner Güter ab. Im Vergleich zu Bülach und Dielsdorf blieb das Verkehrsaufkommen zunächst bescheiden.[3]
Übernahme durch die Nordostbahn
Die wirtschaftliche Entwicklung der Bülach-Regensberg-Bahn blieb in den ersten Jahren hinter den Erwartungen zurück. Ende 1876 ging das Unternehmen vollständig in den Besitz der Schweizerischen Nordostbahn über.
Im selben Jahr erhielt die Station Niederhasli mechanische Signalscheiben und Weichensignale. Diese Einrichtungen regelten die Zugfahrten und die Bedienung der Nebengleise.
Die Verbindungen verbesserten sich schrittweise. Nach der Eröffnung weiterer Bahnlinien im Zürcher Unterland nahm auch das Verkehrsaufkommen in Niederhasli zu. Im Sommer verkehrten zeitweise bis zu neun Züge pro Richtung und Tag.
Mit der Verstaatlichung der grossen Schweizer Privatbahnen wurde die Strecke zu Beginn des 20. Jahrhunderts Teil der Schweizerischen Bundesbahnen.
Verlängerung nach Niederweningen
Die Strecke endete zunächst in Dielsdorf. Ursprünglich war eine Weiterführung durch das Surbtal bis nach Koblenz vorgesehen, doch dieses Projekt wurde nicht verwirklicht.
1891 wurde die Linie von Dielsdorf durch das Wehntal bis Niederweningen verlängert. Dadurch erhielt die Strecke ihre heutige grundlegende Form. Niederhasli wurde zur Zwischenstation einer längeren Regionalbahn.[3]
Die Fahrzeit nach Zürich sank auf weniger als 40 Minuten. Gleichzeitig verbesserten sich die Verbindungen für die Gemeinden Dielsdorf, Steinmaur, Schöfflisdorf, Oberweningen und Niederweningen.
1938 wurde die Strecke von Niederweningen noch um knapp einen Kilometer bis zur damaligen Maschinenfabrik Bucher-Guyer verlängert. Der neue Endpunkt trägt heute den Namen Bahnhof Niederweningen.
Erweiterung der Bahnhofsanlage
Die Bahnhofsanlage wurde 1905 erweitert. Die Station erhielt eine neue Zufahrt von der Strasse zwischen Niederglatt und Mettmenhasli. Diese Verbesserung war insbesondere für den Güterverkehr wichtig.
Im Winter wurden grosse Mengen Eis vom Haslisee zur Bahnstation transportiert. Die schweren Fuhrwerke konnten die steile und enge ältere Zufahrt bei Glatteis nur mit Schwierigkeiten bewältigen.
Im Zuge der Erweiterung wurde der Verladeplatz verlängert. Ein bisheriges Stumpengleis wurde so angepasst, dass kürzere Züge dort kreuzen konnten. Damit erhielt Niederhasli eine grössere betriebliche Bedeutung auf der einspurigen Strecke.[3]
Der Bahnhof verfügte zeitweise über drei Gleise. Neben dem Personenverkehr wurden landwirtschaftliche Erzeugnisse, Baustoffe, Kohle, Maschinen, Holz und andere Waren verladen.
Güter- und Anschlussgleise
Der Güterverkehr war während eines grossen Teils des 20. Jahrhunderts ein bedeutender Bestandteil des Bahnbetriebs. In der Gemeinde bestanden mehrere Industriebetriebe, die auf die Bahn angewiesen waren.
1949 wurde ein Industriegleis für die Firma H. und A. Hefti in Betrieb genommen. 1958 folgte ein Anschlussgleis für die Kibag. Die Gleise ermöglichten die direkte Zustellung und Abholung von Güterwagen auf den Betriebsgeländen.[3]
Weitere Güterkunden der Wehntalbahn waren landwirtschaftliche Betriebe, Mühlen, Sägereien und Maschinenhersteller. Mit der zunehmenden Verlagerung des Güterverkehrs auf die Strasse verloren die örtlichen Anschluss- und Ladegleise später ihre Bedeutung.
Die meisten Nebengleise in Niederhasli wurden schrittweise stillgelegt und zurückgebaut. Die Station dient heute ausschliesslich oder fast ausschliesslich dem Personenverkehr.
Diskussion über eine Stilllegung
In den frühen 1950er-Jahren untersuchten die SBB die Wirtschaftlichkeit der Wehntalbahn. Dabei wurde auch geprüft, ob der Personenverkehr vollständig oder teilweise auf Busse verlegt werden könnte.
Vom 22. Januar bis zum 31. März 1953 kam versuchsweise ein Dieseltriebwagen der Deutschen Bundesbahn zwischen Oberglatt und Niederweningen zum Einsatz. Der Schienenbus sollte zeigen, ob sich der Betrieb mit leichteren Fahrzeugen kostengünstiger gestalten liess.
Der Versuch erfüllte die Erwartungen nicht. Die Untersuchungen kamen zum Ergebnis, dass ein elektrischer Bahnbetrieb langfristig die günstigste und betrieblich zuverlässigste Lösung darstelle.[3]
Die Wehntalbahn blieb deshalb erhalten. Die Entscheidung erwies sich später als bedeutend für die Entwicklung der Vorortsgemeinden im Zürcher Unterland.
Elektrifizierung
Die Wehntalbahn wurde in den Jahren 1959 und 1960 elektrifiziert. Sie war die letzte nicht elektrifizierte Eisenbahnstrecke im damaligen SBB-Kreis III.
Die Arbeiten umfassten nicht nur den Bau der Fahrleitung. Gleise, Sicherungsanlagen, Bahnübergänge und Stationen wurden umfassend modernisiert. In Niederhasli wurde der Weichenbereich auf der Seite Oberglatt verschoben. Die Gleise wurden weiter auseinandergelegt, damit erhöhte Perrons angelegt werden konnten.
Das Stationsgebäude wurde für rund 100'000 Franken erneuert und um einen Wartsaal ergänzt. Die Station erhielt ein modernes Stellwerk und zeitgemässe Sicherungsanlagen.[3]
Mehrere Niveauübergänge zwischen Oberglatt und Dielsdorf wurden aufgehoben und durch Über- oder Unterführungen ersetzt. Allein am 27. Mai 1960 verschwanden fünf Bahnübergänge auf dem Gebiet der Gemeinde Niederhasli.
Am 28. Mai 1960 fuhr ein festlich geschmückter Eröffnungszug durch das Wehntal. In Niederhasli hielt er während 15 Minuten. Schülerinnen und Schüler, die Musikgesellschaft und die Trachtengruppe beteiligten sich an den Feierlichkeiten.
Der reguläre elektrische Betrieb begann mit dem Fahrplanwechsel am 29. Mai 1960. Die Strecke wird seither mit dem schweizerischen Bahnstromsystem von 15 Kilovolt und 16,7 Hertz betrieben.[5]
Rationalisierung des Betriebs
Nach der Elektrifizierung wurde der Betrieb schrittweise rationalisiert. 1967 erhielt die Station einen Billettautomaten mit Geldwechsler. Gleichzeitig wurde die personelle Besetzung an Sonntagen aufgehoben.
1974 wurde der Bahnhofplatz saniert. Die Fläche zwischen den SBB-Gleisen und dem früheren Industriegleis erhielt einen neuen Belag und eine verbesserte Beleuchtung.
Auf den Sommerfahrplan 1982 führten die SBB auf der Wehntalbahn den Taktfahrplan ein. An Werktagen verkehrten danach 20 Züge je Richtung.[3]
Im April 1985 wurde die Station Niederhasli organisatorisch zu einer Filiale des Bahnhofs Niederglatt. Der dortige Bahnhofvorstand übernahm gleichzeitig die Leitung von Niederhasli. Mit der weiteren Automatisierung der Sicherungsanlagen entfiel später die örtliche betriebliche Besetzung vollständig.
Zürcher S-Bahn
Am 27. Mai 1990 nahm die Zürcher S-Bahn ihren Betrieb auf. Die Regionalzüge der Wehntalbahn wurden in das neue Liniennetz integriert.
Zunächst wurde Niederhasli durch die Linie S5 bedient. Diese verband das Wehntal über Oberglatt, Zürich Oerlikon und den Hauptbahnhof mit dem Zürcher Oberland und der Region des oberen Zürichsees.
Im Zusammenhang mit der Einführung der Durchmesserlinie Zürich und der vierten Teilergänzung der Zürcher S-Bahn wurde das Liniennetz im Dezember 2015 neu geordnet. Die bisherige S5 im Wehntal wurde durch die S15 ersetzt.[6]
Seitdem besitzt Niederhasli eine halbstündliche Direktverbindung über Zürich nach Uster, Wetzikon und Rapperswil. In den Hauptverkehrszeiten können zusätzliche Züge oder abweichende Zugläufe verkehren.
Bahnhofsanlage
Gleise und Perron
Die heutige Personenverkehrsanlage besteht aus einem einzigen durchgehenden Streckengleis. Die Züge beider Richtungen halten am als Gleis 1 bezeichneten Seitenperron.
Da die Strecke durch Niederhasli eingleisig ist, können sich Züge nicht mehr unmittelbar im Bahnhof kreuzen. Die fahrplanmässigen Zugskreuzungen finden an anderen Stationen oder auf doppelspurigen Streckenabschnitten statt.
Der Seitenperron ist von der Stationsstrasse direkt zugänglich. Reisende müssen kein Gleis überqueren und keine Personenunterführung benutzen. Diese einfache Anordnung erleichtert den Zugang für Menschen mit Kinderwagen, Gepäck oder eingeschränkter Mobilität.
Der Perron verfügt über:
- einen teilweise überdachten Wartebereich;
- Sitzgelegenheiten;
- Fahrgastinformationen;
- einen Billettautomaten;
- Beleuchtung;
- taktile Sicherheitsmarkierungen;
- Zugänge zum Bahnhofplatz und zu den Veloabstellanlagen.
Nach dem ZVV-Plan für hindernisfreies Reisen können Fahrgäste bei den auf der S15 eingesetzten Niederflurfahrzeugen grundsätzlich selbstständig ein- und aussteigen.[7]
Stationsgebäude
Das Stationsgebäude steht auf der Nordseite des Gleises. Sein baulicher Kern geht auf die Eröffnung der Bahn im Jahr 1865 zurück, wurde jedoch mehrfach erneuert, erweitert und an veränderte Nutzungen angepasst.
Der ursprüngliche Bau war eine einfache Holzkonstruktion auf einem gemauerten Sockel. Er enthielt neben den Diensträumen und dem Wartsaal auch eine Wohnung für das Bahnpersonal.
Bei der Modernisierung von 1959 und 1960 wurde das Gebäude umfassend renoviert. Ein eingeschossiger Wartsaal- und Schalteranbau vergrösserte die Anlage. Spätere Umbauten passten die Räume an den unbedienten Stationsbetrieb und gewerbliche Nutzungen an.
Das Gebäude besitzt ein schlichtes Satteldach und eine für kleinere schweizerische Landstationen typische Gliederung. Durch die erhaltene Lage unmittelbar am Perron erinnert es an die Entstehung Niederhaslis als Bahnstation des 19. Jahrhunderts.
Frühere Anlagen
Historisch gehörten zum Bahnhof:
- mehrere Haupt- und Nebengleise;
- ein Kreuzungsgleis;
- ein Güterschuppen;
- Laderampen;
- Freiverladeflächen;
- Industrieanschlussgleise;
- mechanische Signale;
- ein örtlich bedientes Stellwerk;
- Einrichtungen für den Gepäck- und Stückgutverkehr.
Mit der Einstellung des lokalen Güterverkehrs und der Zentralisierung der Betriebsführung wurden diese Anlagen weitgehend beseitigt.
Das Rampengleis wurde im Zusammenhang mit der Vorbereitung auf die Zürcher S-Bahn abgebrochen. Die früheren Industriegleise verschwanden mit der Umnutzung der angrenzenden Grundstücke.
Bahnverkehr
Hauptartikel: Zürcher S-Bahn
Im Fahrplanjahr 2026 wird Niederhasli durch die Linie S15 der Zürcher S-Bahn bedient.[1]
| Linie | Streckenführung | Grundtakt |
|---|---|---|
| S15 | Niederweningen–Dielsdorf–Niederhasli–Oberglatt–Rümlang–Glattbrugg–Zürich Oerlikon–Zürich Hardbrücke–Zürich HB–Zürich Stadelhofen–Uster–Wetzikon–Rüti–Rapperswil | Halbstündlich |
In Richtung Niederweningen halten die Züge unter anderem in Dielsdorf, Steinmaur, Schöfflisdorf-Oberweningen und Niederweningen Dorf.
In Richtung Rapperswil bestehen direkte Verbindungen zu:
- Oberglatt;
- Rümlang;
- Glattbrugg;
- Zürich Oerlikon;
- Zürich Hardbrücke;
- Zürich Hauptbahnhof;
- Zürich Stadelhofen;
- Uster;
- Wetzikon;
- Rüti;
- Rapperswil.
Die Züge verkehren tagsüber grundsätzlich im Halbstundentakt. Die genaue Fahrplanlage und einzelne Endpunkte können sich am frühen Morgen, am späten Abend, bei Bauarbeiten oder während besonderer Betriebslagen unterscheiden.
In den Nächten vor Samstagen und allgemeinen Feiertagen bestehen Verbindungen des ZVV-Nachtnetzes über die umliegenden Bahnhöfe und Nachtbuslinien.
Bus- und Rufbusverkehr
Unmittelbar beim Bahnhof befindet sich die Haltestelle Niederhasli, Bahnhof. Im Fahrplanjahr 2026 wird sie von den Linien 533 und 534 bedient.[8]
| Linie | Verbindung | Angebotsform |
|---|---|---|
| 533 | Bahnhof Niederhasli–Nassenwil | Rufbus beziehungsweise Ruftaxi |
| 534 | Bahnhof Niederhasli–Oberhasli, Industrie | Rufbus beziehungsweise Ruftaxi |
Die Rufbuslinien dienen insbesondere der Erschliessung von Ortsteilen und Industriegebieten, die nicht unmittelbar an einer regulären Bahn- oder Buslinie liegen. Fahrten müssen nach den Bedingungen des jeweiligen Fahrplans im Voraus bestellt werden.
Weitere Busverbindungen bestehen ab der Haltestelle Niederhasli, Dorf sowie über die Bahnhöfe Oberglatt und Niederglatt. Die Gemeinde liegt dadurch im Einzugsbereich mehrerer regionaler Verkehrsknoten.[4]
Dienstleistungen
Der Bahnhof ist unbedient. Billette können am Automaten, über die SBB-App, die ZVV-App oder andere elektronische Verkaufskanäle bezogen werden.
Zu den Einrichtungen gehören:
- ein Billettautomat;
- überdachte Veloabstellplätze;
- P+Rail-Parkplätze;
- Fahrgastinformationsanzeigen;
- ein Wartebereich;
- Sitzgelegenheiten.
Nach Angaben der SBB stehen 27 überdachte Veloabstellplätze zur Verfügung. Die P+Rail-Anlage umfasst ebenfalls 27 Parkplätze, darunter einen Parkplatz für Menschen mit Behinderung.[9]
Der Bahnhof besitzt kein bedientes Reisezentrum und keine Schliessfächer. Weitere Geschäfte und Dienstleistungen befinden sich im Dorfzentrum und in den angrenzenden Gewerbegebieten.
Tarif
Niederhasli gehört zur Tarifzone 112 des Zürcher Verkehrsverbunds.[10]
Innerhalb der gelösten Zonen können die öffentlichen Verkehrsmittel während der zeitlichen Gültigkeit eines ZVV-Billetts grundsätzlich beliebig genutzt werden. Für Fahrten in die Stadt Zürich muss zusätzlich die Zone 110 gelöst werden, die aufgrund ihres dichten Verkehrsangebots tariflich als zwei Zonen zählt.
Der Verbundtarif gilt sowohl für die S-Bahn als auch für die Bus- und Rufbuslinien, soweit im Fahrplan keine besonderen Bestimmungen angegeben sind.
Bedeutung für die Gemeinde
Die Eröffnung des Bahnhofs veränderte die wirtschaftliche und räumliche Entwicklung Niederhaslis grundlegend. Vor 1865 war die Gemeinde hauptsächlich landwirtschaftlich geprägt und nur über Landstrassen mit Zürich und den Nachbarorten verbunden.
Die Bahn erleichterte den Transport von:
- Kartoffeln und weiteren landwirtschaftlichen Produkten;
- Vieh;
- Eis aus dem Haslisee;
- Holz;
- Baumaterialien;
- Maschinen und Industriegütern;
- Briefen und Paketen.
Gleichzeitig wurde Zürich für die Bevölkerung schneller erreichbar. Die Eisenbahn förderte die Ansiedlung von Gewerbe- und Industriebetrieben in der Umgebung der Station.
Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Niederhasli zunehmend zu einer Wohn- und Agglomerationsgemeinde. Die elektrifizierte Bahn und später die Zürcher S-Bahn ermöglichten das tägliche Pendeln in die Stadt Zürich und zu anderen Arbeitsorten.
Der Bahnhof ist heute einer der wichtigsten Faktoren für die Wohnqualität und Standortattraktivität der Gemeinde. Er bietet eine direkte Verbindung in die Zürcher Innenstadt, ohne dass in Oberglatt oder Oerlikon umgestiegen werden muss.
Entwicklung des Bahnhofgebiets
Gestaltungsplan Im Farn/Bahnhof
Das Gebiet rund um den Bahnhof soll in den 2020er- und 2030er-Jahren umfassend weiterentwickelt werden. Grundlage bildet der private Gestaltungsplan Im Farn/Bahnhof.
Die Gemeindeversammlung stimmte dem Gestaltungsplan am 28. November 2024 zu. Nach der Genehmigung durch die Baudirektion des Kantons Zürich trat er Ende 2025 in Kraft.[11]
Der Plan umfasst Grundstücke der SBB Immobilien, der Immobiliengesellschaft HIAG und der Gemeinde. Vorgesehen sind neue Wohn-, Gewerbe- und Dienstleistungsbauten sowie eine Neugestaltung der öffentlichen Räume.
Die HIAG reichte Ende 2025 Baugesuche für fünf Wohnhäuser ein. Geplant sind rund 100 Mietwohnungen und 70 Eigentumswohnungen. Die SBB Immobilien bereitet neue Gebäude unmittelbar beim Bahnhof vor.[11]
Die neue Bebauung soll das bisher teilweise industriell und gewerblich genutzte Gebiet stärker mit dem Dorfzentrum verbinden. Fusswege, Freiräume und öffentliche Nutzungen sollen eine durchlässige Quartierstruktur schaffen.
Neuer Busbahnhof
Im Zusammenhang mit der Quartierentwicklung plant die Gemeinde einen neuen Bushof. Das Projekt ist Bestandteil des Agglomerationsprogramms Unterland–Furttal der fünften Generation.
Der bestehende Bahnhofplatz entspricht nicht vollständig den künftigen Anforderungen an eine Verkehrsdrehscheibe. Insbesondere fehlen normgerechte Haltekanten für einen niveaugleichen Einstieg in Busse.
Der geplante Bushof soll zunächst zwei Haltekanten für Gelenkbusse erhalten. Eine spätere Erweiterung auf vier Haltekanten ist möglich.[2]
Zu den vorgesehenen Massnahmen gehören:
- Neuordnung des Bahnhofplatzes;
- Bushaltekanten für Gelenkbusse;
- hindernisfreie Zugänge;
- bessere Umsteigewege zwischen Bus und S-Bahn;
- sichere Fuss- und Veloverbindungen;
- ein Wendeplatz;
- zusätzliche Aufenthaltsflächen;
- bessere Verknüpfung mit dem neuen Quartier.
Die Projektierung begann nach den kantonalen Planungsunterlagen ab 2025. Die Baubewilligung ist für 2027, der Baubeginn für 2028 und die Inbetriebnahme für 2029 vorgesehen. Diese Termine entsprechen dem Planungsstand des Agglomerationsprogramms und können sich im weiteren Verfahren verändern.[2]
Ausbau der Veloparkierung
Östlich der geplanten Neubauten soll eine grössere Veloparkierungsanlage entstehen. Vorgesehen sind zwischen 150 und 200 öffentliche Abstellplätze, darunter Einrichtungen für E-Bikes.[2]
Der Ausbau soll den Bahnhof als Ausgangspunkt kombinierter Wege mit Velo und Bahn stärken. Die heutige Zahl von 27 überdachten Stellplätzen reicht für die erwartete Entwicklung des Bahnhofgebiets langfristig nicht aus.
Die Veloanlage soll möglichst kurze und sichere Wege zum Perron bieten. Gleichzeitig sind Verbindungen zu den kommunalen und regionalen Velorouten geplant.
Architektur und Ortsbild
Der Bahnhof Niederhasli besitzt nicht die repräsentative Architektur grosser Stadtbahnhöfe. Seine Bedeutung liegt vielmehr in seinem Charakter als kleine ländliche Station aus der frühen schweizerischen Eisenbahngeschichte.
Das Stationsgebäude, der Seitenperron und die angrenzenden ehemaligen Gewerbeflächen dokumentieren die Entwicklung von einer bedienten Station mit Güterumschlag zu einer automatisierten S-Bahn-Haltestelle.
Die geplanten Neubauten verändern das Umfeld grundlegend. Der Gestaltungsplan sieht deshalb eine städtebauliche Abstimmung zwischen der neuen Bebauung, dem Bahnhofplatz und den öffentlichen Freiräumen vor.
Die kantonalen Planungsunterlagen sehen keine grundsätzlichen Konflikte mit Inventaren des Ortsbild- oder Kulturgüterschutzes. Die bauliche Geschichte des Bahnhofs soll dennoch bei der weiteren Entwicklung berücksichtigt werden.[2]
Siehe auch
- Niederhasli
- Wehntalbahn
- Bahnhof Oberglatt
- Bahnhof Dielsdorf
- Bahnhof Niederweningen
- Zürcher S-Bahn
- S-Bahn-Linie S15
- Bülach-Regensberg-Bahn
- Schweizerische Nordostbahn
- Zürcher Verkehrsverbund
- Liste der Bahnhöfe im Kanton Zürich
Weblinks
- Bahnhof Niederhasli bei den Schweizerischen Bundesbahnen
- Linien am Bahnhof Niederhasli
- Fahrplan der S-Bahn-Linie S15
- Verkehrsinformationen der Gemeinde Niederhasli
- Geschichte des Verkehrs in Niederhasli
- Projekt Neubau Busbahnhof Niederhasli
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 S15 Rapperswil–Uster–Zürich HB–Oberglatt–Niederweningen, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Niederhasli – Neubau Busbahnhof, Agglomerationsprogramm Unterland–Furttal, 5. Generation, Amt für Mobilität des Kantons Zürich, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 3,00 3,01 3,02 3,03 3,04 3,05 3,06 3,07 3,08 3,09 3,10 Verkehr und Eisenbahn, in: Chronik der Gemeinde Niederhasli, S. 229–234, Gemeinde Niederhasli, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 4,0 4,1 Verkehrsanbindungen, Gemeinde Niederhasli, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Feier der Elektrifizierung der Wehntallinie im Mai 1960, Wikimedia Commons und Archiv SBB Historic, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Startschuss für den weiteren Ausbau der Zürcher S-Bahn, Regierungsrat des Kantons Zürich, 15. April 2010, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Angaben zur Hindernisfreiheit der S15, Zürcher Verkehrsverbund, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Haltestelle Niederhasli, Bahnhof, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Bahnhof Niederhasli, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Regionalnetzpläne und Tarifzonen, Zürcher Verkehrsverbund, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 11,0 11,1 Gestaltungsplan Im Farn/Bahnhof rechtskräftig, Gemeinde Niederhasli, 14. Januar 2026, abgerufen am 3. August 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Bahnhof Niederhasli