Walliser Kantonalbank

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Walliser Kantonalbank
Französischer Name Banque Cantonale du Valais
Abkürzungen WKB, BCVs
Unternehmensform Öffentlich-rechtliche Aktiengesellschaft
Branche Bankwesen
Gründung 1. Januar 1917
Sitz Sitten
Hauptaktionär Kanton Wallis (70 % per Ende 2025)
Staatsgarantie Für sämtliche Verpflichtungen der Bank
Präsident des Verwaltungsrats Pierre-Alain Grichting
Präsident der Generaldirektion Oliver Schnyder
Filialen 22 (2025)
Mitarbeitende 561 (2025)
Bilanzsumme 22,04 Milliarden Franken (2025)
Jahresgewinn 85,9 Millionen Franken (2025)
Aktienkapital 158 Millionen Franken
Börsenkotierung SIX Swiss Exchange
Börsenkürzel WKBN
Clearing-Nummer 765
BIC BCVSCH2LXXX
Website bcvs.ch

Die Walliser Kantonalbank (WKB; französisch Banque Cantonale du Valais, BCVs) ist die Kantonalbank des Kantons Wallis. Sie wurde 1917 gegründet und hat ihren Sitz in Sitten. Die Bank ist als öffentlich-rechtliche Aktiengesellschaft organisiert und an der SIX Swiss Exchange kotiert. Der Kanton Wallis hält die Mehrheit des Aktienkapitals und haftet aufgrund der gesetzlichen Staatsgarantie für sämtliche Verpflichtungen der Bank.[1]

Die WKB betreibt das Geschäft einer Universalbank. Zu ihren wichtigsten Tätigkeitsbereichen gehören das Privatkunden- und Hypothekargeschäft, die Finanzierung von Unternehmen und öffentlich-rechtlichen Körperschaften, der Zahlungsverkehr, die Vermögensverwaltung, die Anlageberatung und die berufliche sowie private Vorsorge. Ihr gesetzlicher Auftrag besteht darin, im Rahmen der banküblichen Vorsichtsregeln zu einer ausgewogenen und nachhaltigen Entwicklung der Walliser Wirtschaft beizutragen.[2]

Mit einem Marktanteil von rund 30 Prozent nimmt die WKB eine bedeutende Stellung auf dem Walliser Bankenmarkt ein. Ende 2025 verfügte sie über eine Bilanzsumme von rund 22 Milliarden Franken, beschäftigte 561 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und unterhielt 22 Filialen im gesamten Kantonsgebiet.[2]

Gesetzlicher Auftrag

Die rechtliche Grundlage der Bank bildet das kantonale Gesetz über die Walliser Kantonalbank. Danach ist sie eine öffentlich-rechtliche Aktiengesellschaft gemäss Artikel 763 des Schweizerischen Obligationenrechts. Sie besitzt eine eigene Rechtspersönlichkeit und wird nach wirtschaftlichen Grundsätzen geführt.[1]

Die Bank soll ihre Dienstleistungen im Interesse des gesamten Kantons anbieten. Im Mittelpunkt stehen dabei die Bedürfnisse der Walliser Bevölkerung, der Unternehmen, der Gemeinden und weiterer öffentlich-rechtlicher Institutionen.

Zu ihren gesetzlichen Aufgaben gehören insbesondere:

  • die Förderung einer ausgewogenen Entwicklung der Walliser Wirtschaft;
  • die Annahme und sichere Anlage von Kundengeldern;
  • die Finanzierung von Wohneigentum und Immobilien;
  • die Kreditversorgung von Gewerbe, Industrie, Landwirtschaft und Tourismus;
  • die Unterstützung von Gemeinden und öffentlich-rechtlichen Körperschaften;
  • die Bereitstellung moderner Zahlungs-, Anlage- und Vorsorgedienstleistungen.

Die Geschäftstätigkeit konzentriert sich hauptsächlich auf den Kanton Wallis. Die Bank darf jedoch auch in anderen Teilen der Schweiz sowie in begrenztem Umfang im Ausland tätig sein, sofern dies mit ihrem Auftrag und einer vorsichtigen Risikopolitik vereinbar ist.

Geschichte

Vorgeschichte

Die Entstehung der Walliser Kantonalbank geht auf die kantonale Hypothekar- und Sparkasse zurück. Diese trug die französische Bezeichnung Caisse Hypothécaire et d’Epargne und diente insbesondere der Vergabe hypothekarisch gesicherter Darlehen sowie der Entgegennahme von Spareinlagen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts befand sich das Wallis in einem wirtschaftlichen Wandel. Die Landwirtschaft blieb zwar von grosser Bedeutung, gleichzeitig entstanden neue Verkehrsverbindungen, Elektrizitätswerke, Industrieanlagen und touristische Einrichtungen. Für deren Finanzierung wurde eine leistungsfähigere kantonale Bank benötigt.

Am 2. Juli 1916 nahmen die Walliser Stimmberechtigten ein Dekret des Grossen Rates an, mit dem die bestehende Hypothekar- und Sparkasse in eine Kantonalbank umgewandelt wurde.[3]

Gründung im Jahr 1917

Die Walliser Kantonalbank nahm ihre Tätigkeit am 1. Januar 1917 auf. Sie war zunächst eine selbstständige öffentlich-rechtliche Anstalt, deren Kapital vollständig vom Kanton zur Verfügung gestellt wurde.[3]

Die Bank sollte den Zugang zu Krediten verbessern und die wirtschaftliche Modernisierung des Kantons unterstützen. In den ersten Jahrzehnten war sie besonders im Hypothekar- und Spargeschäft tätig. Sie finanzierte landwirtschaftliche Betriebe, Wohnhäuser, Gewerbeunternehmen und öffentliche Infrastruktur.

Die Entwicklung des Bankstellennetzes folgte der geografischen Struktur des lang gezogenen Kantons. Filialen und Vertretungen wurden sowohl im französischsprachigen Unterwallis und Mittelwallis als auch im deutschsprachigen Oberwallis eingerichtet.

Zwischenkriegszeit und Zweiter Weltkrieg

Die wirtschaftlichen Krisen der Zwischenkriegszeit stellten die Bank vor erhebliche Herausforderungen. Preisrückgänge in der Landwirtschaft, eine schwache Bautätigkeit und Schwierigkeiten einzelner Unternehmen erhöhten die Kreditrisiken.

Gleichzeitig gewann die WKB als regionale Finanzierungsinstitution weiter an Bedeutung. Ihre kantonale Verankerung ermöglichte es ihr, die wirtschaftlichen Gegebenheiten der verschiedenen Walliser Regionen bei Kreditentscheidungen zu berücksichtigen.

Während des Zweiten Weltkriegs blieb das Wallis von direkten Kriegshandlungen verschont. Die wirtschaftlichen Einschränkungen, die Rohstoffknappheit und die staatliche Regulierung beeinflussten jedoch auch die Tätigkeit der Bank.

Ausbau nach 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte der Kanton Wallis einen starken wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel. Der Ausbau der Wasserkraft, die Ansiedlung grosser Industriebetriebe, die Modernisierung der Landwirtschaft und das Wachstum des Tourismus führten zu einem zunehmenden Bedarf an Kapital.

Die WKB beteiligte sich an der Finanzierung von Kraftwerken, Bergbahnen, Hotels, Gewerbebetrieben, Wohnbauten und kommunaler Infrastruktur. Die Sanierung und landwirtschaftliche Nutzung der Rhoneebene sowie der Ausbau des Strassen- und Eisenbahnnetzes veränderten die wirtschaftlichen Grundlagen des Kantons.

Das traditionelle Spar- und Hypothekargeschäft blieb wichtig, wurde jedoch schrittweise durch weitere Bankdienstleistungen ergänzt. Dazu gehörten der Wertschriftenhandel, die Vermögensverwaltung, das Firmenkundengeschäft und internationale Zahlungsdienste.

Umwandlung in eine Aktiengesellschaft

Mit dem Gesetz vom 1. Oktober 1991 wurde eine grundlegende Reform der Bank eingeleitet. Am 1. Januar 1993 wechselte die WKB nach 75 Jahren als öffentlich-rechtliche Anstalt ihre Rechtsform und wurde zu einer öffentlich-rechtlichen Aktiengesellschaft.[2]

Ein Teil des Aktienkapitals wurde für private und institutionelle Anleger geöffnet. Die WKB war die erste Schweizer Kantonalbank, die ihre traditionelle öffentlich-rechtliche Rechtsform auf diese Weise modernisierte.

Die Umwandlung sollte mehrere Ziele erreichen. Die Bank erhielt einen leichteren Zugang zum Kapitalmarkt, ihre Corporate Governance wurde an die Strukturen einer Aktiengesellschaft angepasst, und die Bevölkerung konnte sich direkt am Unternehmen beteiligen. Der Kanton behielt jedoch die Aktienmehrheit und die gesetzliche Staatsgarantie.

Börsenkotierung

Die Aktien der WKB werden an der Schweizer Börse SIX gehandelt. Im Zuge einer Neuordnung des Aktienkapitals wurden die Beteiligungstitel vereinheitlicht. Seit dem 12. Mai 2016 sind sämtliche Namenaktien der Bank an der SIX Swiss Exchange kotiert.[3]

Das Aktienkapital beträgt 158 Millionen Franken und ist in 15,8 Millionen Namenaktien mit einem Nennwert von je 10 Franken eingeteilt. Das Börsenkürzel lautet WKBN.

Die Börsenkotierung verpflichtet die Bank zur regelmässigen Veröffentlichung von Geschäfts- und Halbjahresberichten, Ad-hoc-Mitteilungen sowie Informationen zur Unternehmensführung.

Hundertjähriges Bestehen

Im Jahr 2017 feierte die WKB ihr 100-jähriges Bestehen. Im ganzen Kanton fanden Veranstaltungen, Ausstellungen, kulturelle Projekte und Begegnungen mit der Bevölkerung statt.[3]

Anlässlich des Jubiläums wurde die bestehende Stiftung «75 Jahre Walliser Kantonalbank» in Stiftung 100 Jahre Walliser Kantonalbank umbenannt. Ihr Kapital wurde auf eine Million Franken erhöht. Die Stiftung unterstützt humanitäre und soziale Organisationen, kulturelle Projekte sowie junge Talente aus dem Wallis.

Rechtsform und Aktionariat

Die WKB ist eine Aktiengesellschaft öffentlichen Rechts. Ihre Organisation wird sowohl durch das kantonale Spezialgesetz als auch durch die Bestimmungen des Obligationenrechts, des Bankengesetzes und des Börsenrechts bestimmt.

Der Kanton Wallis ist Mehrheitsaktionär. Ende 2025 hielt er 70 Prozent des Aktienkapitals. Die übrigen Aktien befanden sich im Besitz von Privatpersonen, Unternehmen, Pensionskassen, institutionellen Anlegern und nicht registrierten Aktionärinnen und Aktionären.[2]

Aktionärsgruppe Anteil am Aktienkapital Ende 2025
Kanton Wallis 70,0 %
Natürliche Personen 16,5 %
Juristische Personen 3,4 %
Pensionskassen und institutionelle Anleger 2,1 %
Andere oder nicht registrierte Aktionäre 8,0 %

Die Bank zählte Ende 2025 insgesamt 13'725 identifizierte Aktionärinnen und Aktionäre. Davon waren 10'945 im Aktienregister eingetragen.[2]

Der Kanton nimmt seine Aktionärsrechte unter anderem an der Generalversammlung wahr. Er kann Mitglieder des Verwaltungsrats vorschlagen und bestimmt über die kantonalen politischen Organe die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Bank.

Staatsgarantie

Der Staat Wallis haftet nach dem Kantonalbankgesetz für sämtliche Verpflichtungen der WKB.[1] Die Garantie ist weder auf einen bestimmten Betrag noch auf einzelne Kundengruppen beschränkt.

Die Staatsgarantie stärkt das Vertrauen der Einleger und Gläubiger. Sie bedeutet jedoch nicht, dass Wertschriften, Anlagefonds oder andere Produkte gegen Kursschwankungen und Verluste abgesichert sind. Garantiert werden die Verbindlichkeiten der Bank selbst.

Als Gegenleistung entrichtet die WKB dem Kanton jährlich eine Abgeltung. Für das Geschäftsjahr 2025 belief sich diese auf 5,15 Millionen Franken.[2]

Neben der kantonalen Garantie ist die Bank dem schweizerischen Einlagensicherungssystem Esisuisse angeschlossen. Dieses schützt im Fall einer Bankinsolvenz privilegierte Einlagen im Rahmen der bundesrechtlich festgelegten Obergrenzen.

Geschäftstätigkeit

Privatkundengeschäft

Im Privatkundengeschäft bietet die WKB Konten, Karten, Zahlungsverkehr, Sparprodukte, Hypotheken, Privatkredite, Vorsorge- und Anlageprodukte an.

Der grosse Anteil von Wohneigentum und Ferienimmobilien im Wallis verleiht dem Hypothekargeschäft eine besondere Bedeutung. Die Bank finanziert Einfamilienhäuser, Eigentumswohnungen, Mehrfamilienhäuser, Renovationen und energetische Sanierungen.

Neben den klassischen Bankfilialen stehen E-Banking, Mobile Banking, Bancomaten sowie digitale Beratungs- und Abschlussmöglichkeiten zur Verfügung.

Hypothekar- und Immobiliengeschäft

Hypothekarforderungen bilden den grössten Einzelposten der Bilanz. Ende 2025 beliefen sie sich auf rund 14,07 Milliarden Franken. Dies entsprach fast zwei Dritteln der gesamten Bilanzsumme.[2]

Die Bank finanziert Immobilien im gesamten Kanton. Dazu gehören Erstwohnungen, Mietliegenschaften, Gewerbeimmobilien und touristisch genutzte Objekte. Einen Teil ihrer Hypotheken vergibt sie auch für Liegenschaften ausserhalb des Wallis.

Aufgrund der geografischen und klimatischen Besonderheiten des Kantons berücksichtigt die Risikoprüfung auch Naturgefahren. Hochwasser, Felsstürze, Lawinen, Erdrutsche und die langfristigen Folgen des Klimawandels können den Wert und die Versicherbarkeit von Immobilien beeinflussen.

Firmenkundengeschäft

Die WKB betreut kleine und mittlere Unternehmen, Selbstständige, landwirtschaftliche Betriebe, Tourismusunternehmen und grössere Industriegesellschaften.

Zum Angebot gehören Betriebskredite, Investitionsfinanzierungen, Hypotheken, Leasing, Garantien, Devisengeschäfte, Zahlungsverkehr und Lösungen für die Unternehmensnachfolge.

Die regionale Wirtschaftsstruktur ist vielfältig. Im Rhonetal befinden sich bedeutende Industrie- und Dienstleistungsunternehmen, während die Seitentäler stärker vom Tourismus, der Landwirtschaft und der Energiewirtschaft geprägt sind.

Besondere Bedeutung besitzen:

  • die chemische und pharmazeutische Industrie;
  • die Metall- und Aluminiumindustrie;
  • die Elektrizitäts- und Wasserkraftwirtschaft;
  • der Wein-, Obst- und Gemüsebau;
  • Hotellerie und Gastronomie;
  • Bergbahnen und Wintersportgebiete;
  • Bau- und Immobilienunternehmen;
  • Handel, Gewerbe und persönliche Dienstleistungen.

Die Bank begleitet Unternehmensgründungen, Investitionsvorhaben, Nachfolgeregelungen und Übernahmen. Sie arbeitet dabei mit kantonalen Wirtschaftsförderungsstellen, Bürgschaftsorganisationen und Berufsverbänden zusammen.

Vermögensverwaltung und Anlageberatung

Die WKB bietet Vermögensverwaltung und Anlageberatung für Privatkunden, Unternehmen und institutionelle Anleger an.

Das Angebot umfasst Mandate mit unterschiedlichen Risikoprofilen, Wertschriftendepots, Anlagefonds, strukturierte Produkte, Vorsorgelösungen und Finanzplanung.

Ende 2025 beliefen sich die verwalteten Kundenvermögen auf rund 18,34 Milliarden Franken. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen sie auf 19,12 Milliarden Franken.[4]

Die Ausweitung des Vermögensverwaltungsgeschäfts soll die Abhängigkeit vom traditionellen Zinsertrag verringern und die Ertragsquellen der Bank breiter verteilen.

= Vorsorge

Zum Vorsorgeangebot gehören Konten und Wertschriftenlösungen der gebundenen Selbstvorsorge in der Säule 3a sowie Freizügigkeitslösungen für Gelder der beruflichen Vorsorge.

Die Bank verfügt über eine eigene Freizügigkeitsstiftung und eine Stiftung für die gebundene Selbstvorsorge. Ergänzend bietet sie Finanz- und Pensionsplanungen für Privatpersonen und Unternehmer an.

Öffentliche Körperschaften

Gemeinden, Gemeindeverbände, Burgergemeinden und weitere öffentlich-rechtliche Einrichtungen gehören zu den traditionellen Kunden der WKB.

Die Bank finanziert unter anderem Schulhäuser, Verwaltungsgebäude, Strassen, Wasserversorgungen, Energieanlagen und touristische Infrastruktur. Sie bietet zudem Dienstleistungen für den Zahlungsverkehr, die Liquiditätsplanung und die Anlage öffentlicher Gelder.

Organisation

Die obersten Organe der Bank sind die Generalversammlung, der Verwaltungsrat, die Generaldirektion und die Revisionsstelle.

Generalversammlung

Die Generalversammlung besteht aus den Aktionärinnen und Aktionären der Bank. Sie genehmigt den Geschäftsbericht und die Jahresrechnung, entscheidet über die Verwendung des Gewinns und wählt die gesetzlich vorgesehenen Mitglieder des Verwaltungsrats.

Jede Namenaktie berechtigt grundsätzlich zu einer Stimme, sofern die Aktionärin oder der Aktionär im Aktienregister eingetragen ist.

Der Kanton verfügt aufgrund seines Anteils von 70 Prozent über die Stimmenmehrheit. Minderheitsaktionäre werden dennoch durch eigene Vertreter im Verwaltungsrat berücksichtigt.

Verwaltungsrat

Der Verwaltungsrat ist für die strategische Führung und die Oberaufsicht verantwortlich. Er legt die Geschäftspolitik fest, genehmigt die Risikostrategie und überwacht die Generaldirektion.

Das Gremium besteht statutengemäss aus neun Mitgliedern. Seit 2017 ist Pierre-Alain Grichting Mitglied des Verwaltungsrats; er steht diesem als Präsident vor.[5]

Vizepräsidentin ist Laure Deppierraz. Zu den weiteren Mitgliedern gehören Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und öffentlicher Verwaltung.

Die Amtsdauer beträgt in der Regel drei Jahre. Die Zusammensetzung soll die verschiedenen Regionen, Sprachgebiete und wirtschaftlichen Interessen des Kantons angemessen berücksichtigen.

Generaldirektion

Die Generaldirektion führt das operative Geschäft. Sie setzt die Strategie des Verwaltungsrats um, leitet die Geschäftseinheiten und ist für das tägliche Risikomanagement verantwortlich.

Präsident der Generaldirektion ist seit dem 1. Januar 2021 Oliver Schnyder.[6]

Neben dem Präsidenten gehören der Generaldirektion mehrere Verantwortliche für Marktleistungen, Finanzen und Kredite, Vertrieb, Digitalisierung, Transformation, Recht, Risiko und weitere zentrale Funktionen an.

Aufsicht und Revision

Die WKB untersteht der Aufsicht der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA). Seit 2019 wird sie der Aufsichtskategorie 3 zugeordnet, zu der grosse und komplexe Marktteilnehmer gehören.[2]

Die Bank muss bundesrechtliche Vorschriften zu Eigenmitteln, Liquidität, Risikomanagement, Geldwäschereibekämpfung, Rechnungslegung und Einlagensicherung erfüllen.

Zusätzlich besteht eine kantonale Aufsicht. Der Staatsrat berichtet dem Grossen Rat regelmässig über die Tätigkeit der Bank sowie über die Strategie des Kantons als Aktionär und Garant.

Filialnetz

Die WKB verfügt über ein dichtes Netz von Geschäftsstellen im gesamten Wallis. Ende 2025 bestanden 22 Filialen und zwölf Beratungsbüros.[2]

Sechs Regionalfilialen sind im Handelsregister eingetragen:

  • Brig;
  • Visp;
  • Siders;
  • Sitten;
  • Martinach;
  • Monthey.

Die regionale Organisation berücksichtigt die drei grossen Kantonsgebiete Oberwallis, Mittelwallis und Unterwallis.

Weitere Geschäftsstellen bestehen unter anderem in bedeutenden Talorten und touristischen Zentren. Das physische Netz wird durch 59 Bancomaten, 18 Einzahlungsautomaten und 20 Multifunktionsautomaten ergänzt.

Die Bank verwendet in der deutschsprachigen Region die Marke WKB. Im französischsprachigen Wallis tritt sie als BCVs auf. Die Dienstleistungen und Publikationen werden grundsätzlich in deutscher und französischer Sprache angeboten.

Kennzahlen

Geschäftsjahr 2025

Die WKB erzielte 2025 das drittbeste Ergebnis ihrer Geschichte. Die Bilanzsumme stieg um 5,7 Prozent auf 22,04 Milliarden Franken. Der Jahresgewinn betrug 85,9 Millionen Franken.[7]

Kennzahl 2025 Veränderung gegenüber 2024
Bilanzsumme 22,042 Milliarden Franken +5,7 %
Kundenausleihungen 16,237 Milliarden Franken +4,6 %
Hypothekarforderungen 14,073 Milliarden Franken +5,8 %
Kundengelder 12,950 Milliarden Franken +7,1 %
Verwaltete Vermögen 18,335 Milliarden Franken +11,1 %
Geschäftsertrag 283,6 Millionen Franken −3,8 %
Geschäftserfolg 142,1 Millionen Franken −7,8 %
Jahresgewinn 85,9 Millionen Franken −5,1 %
Eigenkapital vor Ausschüttung 1,710 Milliarden Franken +4,0 %
Gesamtkapitalquote 17,9 % unverändert
Cost-Income-Ratio vor Abschreibungen 45,7 % 43,5 % im Vorjahr

Der Nettoerfolg aus dem Zinsengeschäft ging aufgrund des gesunkenen Zinsniveaus um 9,4 Prozent auf 204,5 Millionen Franken zurück. Dagegen stieg der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um 10,4 Prozent auf 53,5 Millionen Franken.

Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft nahm um 18,7 Prozent auf 20,1 Millionen Franken zu. Die breitere Verteilung der Ertragsquellen gehört zu den zentralen strategischen Zielen der Bank.

Für das Geschäftsjahr 2025 wurde eine Dividende von 4 Franken je Aktie ausgeschüttet. Die gesamte Ausschüttung an die Aktionärinnen und Aktionäre betrug 63,2 Millionen Franken.

Der Beitrag an die öffentliche Hand belief sich einschliesslich Dividenden, Steuern und Abgeltung der Staatsgarantie auf 66,7 Millionen Franken.[7]

Erstes Halbjahr 2026

Im ersten Halbjahr 2026 erzielte die Bank einen Gewinn von 63,6 Millionen Franken. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 entsprach dies einer Zunahme um 4,4 Prozent.[4]

Kennzahl 30. Juni 2026 Veränderung seit Ende 2025 beziehungsweise zum Vorjahr
Bilanzsumme 22,798 Milliarden Franken +3,4 %
Kundenausleihungen 16,585 Milliarden Franken +2,1 %
Hypothekarforderungen 14,342 Milliarden Franken +1,9 %
Kundengelder 12,913 Milliarden Franken −0,3 %
Verwaltete Vermögen 19,119 Milliarden Franken +4,3 %
Gesamtertrag 147,1 Millionen Franken +2,6 %
Geschäftserfolg 72,5 Millionen Franken +2,9 %
Halbjahresgewinn 63,6 Millionen Franken +4,4 %
Cost-Income-Ratio 46,3 % unverändert

Das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft wuchs um 9,6 Prozent. Die Zunahme stand insbesondere im Zusammenhang mit der positiven Entwicklung der Vermögensverwaltung und der Finanzmärkte.

Bedeutung für den Kanton Wallis

Die Walliser Kantonalbank besitzt sowohl wirtschaftliche als auch finanzpolitische Bedeutung. Als regional verankerte Bank stellt sie Haushalten, Unternehmen und Gemeinden einen wesentlichen Teil der benötigten Finanzierungen zur Verfügung.

Ihre Geschäftspolitik ist eng mit der besonderen Struktur des Kantons verbunden. Das Wallis umfasst urbane Zentren im Rhonetal, Industriegebiete, landwirtschaftliche Regionen und international bekannte Tourismusorte. Die Bank muss deshalb sehr unterschiedliche Kundenbedürfnisse berücksichtigen.

Besonders wichtig ist die WKB für:

  • die Finanzierung von Wohneigentum;
  • die Kreditversorgung kleiner und mittlerer Unternehmen;
  • die Entwicklung des Tourismus;
  • Investitionen in Wasserkraft und Energie;
  • landwirtschaftliche Betriebe und Weinbau;
  • kommunale Infrastruktur;
  • die Verwaltung privater und institutioneller Vermögen.

Als Mehrheitsaktionär erhält der Kanton einen erheblichen Anteil der ausgeschütteten Dividenden. Hinzu kommen kantonale und kommunale Steuern sowie die Abgeltung der Staatsgarantie.

Die Bank ist zudem eine bedeutende Arbeitgeberin und Ausbildnerin. Neben Bankfachleuten beschäftigt sie Mitarbeitende in Informatik, Recht, Compliance, Marketing, Immobilienverwaltung und weiteren Fachgebieten.

Strategie 2030

Nach Abschluss ihrer Strategie 2025 lancierte die Bank die Strategie 2030. Sie baut auf den Grundwerten Kundennähe, Innovation, Nachhaltigkeit und Kompetenz auf.[2]

Zu den wichtigsten Zielen gehören:

  • die weitere Digitalisierung der Dienstleistungen;
  • eine breitere Verteilung der Ertragsquellen;
  • der Ausbau der Vermögensverwaltung;
  • die Stärkung des Eigenkapitals;
  • eine hohe betriebliche Effizienz;
  • die Modernisierung des Filialnetzes;
  • die Integration von Nachhaltigkeitskriterien;
  • die Gewinnung und Weiterbildung qualifizierter Mitarbeitender.

Digitale Dienstleistungen sollen die persönliche Beratung nicht vollständig ersetzen. Die Bank verfolgt ein kombiniertes Modell aus physischen Geschäftsstellen, persönlicher Beratung und digitalen Kanälen.

Nachhaltigkeit

Die WKB veröffentlicht Informationen zu ihrer ökologischen und sozialen Verantwortung. Nachhaltigkeitsaspekte werden sowohl im eigenen Betrieb als auch bei Finanzierungen und Anlagen berücksichtigt.

Im Immobiliengeschäft fördert die Bank energetische Renovationen und Gebäude mit guter Energieeffizienz. Im Anlagebereich werden Produkte angeboten, die Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsaspekte berücksichtigen.

Für das Wallis besitzt der Klimawandel besondere wirtschaftliche Bedeutung. Betroffen sind unter anderem Wintersportgebiete, Bergbahnen, Landwirtschaft, Wasserkraft und Immobilien in Gebieten mit Naturgefahren.

Die Bank beurteilt deshalb physische Klimarisiken und Übergangsrisiken in ihrem Kreditportfolio. Zur Risikominderung dienen eine geografische und sektorielle Diversifikation sowie die Bewertung der Energieeffizienz von Gebäuden.

Im eigenen Betrieb verfolgt die Bank Massnahmen zur Senkung des Energie- und Papierverbrauchs, zur Förderung des öffentlichen Verkehrs und zur Verbesserung der betrieblichen Umweltleistung.

Gesellschaftliches und kulturelles Engagement

Die WKB unterstützt zahlreiche Sport-, Kultur-, Bildungs- und Sozialprojekte im Kanton. Sie tritt als Sponsorin regionaler Veranstaltungen, Vereine, Festivals und Nachwuchsprogramme auf.

Die bankeigene Kunstsammlung umfasst mehrere hundert Werke von Walliser Künstlerinnen und Künstlern. Teile der Sammlung wurden in der Vergangenheit unter anderem im Stockalperschloss in Brig, in der Galerie de la Grenette in Sitten und in der Fondation Pierre Gianadda in Martinach gezeigt.[3]

Stiftung 100 Jahre WKB

Die Stiftung wurde 1991 anlässlich des 75-jährigen Bestehens als «Stiftung 75 Jahre Walliser Kantonalbank» gegründet. Seit dem Jubiläumsjahr 2017 trägt sie den Namen Stiftung 100 Jahre Walliser Kantonalbank.[8]

Sie unterstützt:

  • humanitäre und soziale Organisationen;
  • kulturelle Projekte;
  • junge Sportlerinnen und Sportler;
  • Nachwuchstalente;
  • gemeinnützige Initiativen mit Bezug zum Wallis.

Die Stiftung vergibt jährlich Preise und Beiträge. Die Auswahl berücksichtigt insbesondere die Bedeutung eines Projekts für die Walliser Bevölkerung und seinen sozialen, kulturellen oder gesellschaftlichen Nutzen.

Kritik und Herausforderungen

Als regional stark im Hypothekar- und Immobiliengeschäft engagierte Bank ist die WKB von der Entwicklung des Walliser Immobilienmarkts abhängig. Steigende Baukosten, Zinsänderungen, Leerstände oder Preisrückgänge können die Kreditrisiken beeinflussen.

Auch die Konzentration auf einen einzelnen Kanton bringt besondere Risiken mit sich. Naturereignisse, eine schwache Tourismussaison oder Probleme grosser regionaler Arbeitgeber können sich gleichzeitig auf mehrere Kundengruppen auswirken.

Die Staatsgarantie wird gelegentlich politisch diskutiert. Befürworter betrachten sie als wichtigen Bestandteil des öffentlichen Auftrags und als Vertrauensbasis. Kritiker weisen auf das potenzielle finanzielle Risiko für den Kanton und auf mögliche Wettbewerbsverzerrungen gegenüber Banken ohne staatliche Garantie hin.

Weitere Herausforderungen bestehen in der zunehmenden Regulierung, der Cybersicherheit, dem Fachkräftemangel und dem Wettbewerb durch digitale Banken und ausserkantonale Finanzinstitute.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Gesetz über die Walliser Kantonalbank vom 1. Oktober 1991, Gesetzessammlung des Kantons Wallis, abgerufen am 3. August 2026.
  2. 2,00 2,01 2,02 2,03 2,04 2,05 2,06 2,07 2,08 2,09 Geschäftsbericht 2025, Walliser Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 Geschäftsbericht 2017: 100 Jahre Walliser Kantonalbank, Walliser Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
  4. 4,0 4,1 Halbjahresergebnis 2026, Walliser Kantonalbank, 21. Juli 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  5. Verwaltungsrat der Walliser Kantonalbank, Walliser Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
  6. Generaldirektion der Walliser Kantonalbank, Walliser Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
  7. 7,0 7,1 Jahresergebnis 2025, Walliser Kantonalbank, 24. Februar 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  8. Stiftung 100 Jahre Walliser Kantonalbank, Walliser Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.

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