Furkapass
| Furkapass | |
|---|---|
| Passhöhe | 2'429 m ü. M. |
| Gebirge | Alpen |
| Lage | Grenze zwischen Kanton Uri und Kanton Wallis |
| Talorte | Realp und Oberwald |
| Verbindung | Urserental – Goms |
| Wasserscheide | Rhein – Rhone |
| Ausbau | Passstrasse |
| Bau der Fahrstrasse | 1864–1866 |
| Wintersperre | in der Regel vom Spätherbst bis zum Frühsommer |
| Strasseninformation | ur.ch/strasseninfos |
Der Furkapass ist ein 2'429 m ü. M. hoher Alpenpass in der Schweiz. Er verbindet Realp im Urserental des Kantons Uri mit Gletsch und Oberwald im Goms des Kantons Wallis. Die Passstrasse gehört zu den höchstgelegenen und landschaftlich bekanntesten Strassenverbindungen der Schweizer Alpen.[1]
Der Pass liegt in unmittelbarer Nähe des Rhonegletschers und bildet einen Übergang zwischen der Zentralschweiz und dem Oberwallis. Bekannt ist die Strecke für ihre zahlreichen Kehren, die hochalpine Landschaft, das historische Hotel Belvédère und ihre Verwendung als Drehort des James-Bond-Films Goldfinger von 1964.
Geografie
Der Furkapass überquert den zentralen Alpenhauptkamm zwischen dem Urserental im Nordosten und dem Goms im Südwesten. Die Kantonsgrenze zwischen Uri und Wallis verläuft im Bereich der Passhöhe. Der östliche Teil der Passstrasse liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Realp, während die Westseite zur Walliser Gemeinde Obergoms gehört.
Die Passhöhe befindet sich in einer weitgehend baumlosen Hochgebirgslandschaft. Das Gelände wird von Felsflächen, alpinen Matten, Geröllfeldern und kleinen Bergseen geprägt. In den höheren Lagen bleibt der Schnee häufig bis weit in den Sommer hinein liegen. Aufgrund der Höhe können auch während der üblichen Öffnungszeit rasche Wetterwechsel, Schneefälle und vereiste Fahrbahnen auftreten.
Der Furkapass liegt auf der europäischen Hauptwasserscheide. Das Wasser auf der Urner Seite fliesst über die Furkareuss, die Reuss, die Aare und den Rhein zur Nordsee. Auf der Walliser Seite gelangt es über den Muttbach und die Rhone ins Mittelmeer.[2]
Umgebung und Berge
Nördlich und südlich des Passes erheben sich zahlreiche Gipfel des Gotthard- und des Aarmassivs. Zu den auffälligen Bergen in der Umgebung gehören der Galenstock, das Gross Muttenhorn, der Furkahorn-Komplex und das Chli Furkahorn. Der Galenstock erreicht eine Höhe von über 3'500 m und beherrscht das Landschaftsbild auf der Urner Seite.
Westlich des Passes öffnet sich der Blick auf den Rhonegletscher und auf Teile der Berner Alpen. Von verschiedenen Aussichtspunkten entlang der Passstrasse sind bei guter Sicht unter anderem das Finsteraarhorn und weitere vergletscherte Hochgebirgsgipfel zu erkennen.
Die Furkaregion ist geologisch vom Aarmassiv und seinen kristallinen Gesteinen geprägt. Granit, Gneis und andere widerstandsfähige Gesteine bestimmen weite Teile der Landschaft. Die heutige Form der Täler und Hänge entstand wesentlich durch die eiszeitliche Vergletscherung.
Verlauf der Passstrasse
Die Ostauffahrt beginnt in Realp auf rund 1'540 m ü. M. Die Strasse steigt oberhalb des Dorfes in zahlreichen Kurven durch das Tal der Furkareuss an. Sie führt an kleineren Siedlungs- und Alpgebieten sowie am Hotel Tiefenbach vorbei. Mit zunehmender Höhe wird die Vegetation spärlicher, und die Strasse erreicht schliesslich die offene Hochgebirgslandschaft der Passregion.
Auf der Passhöhe befinden sich Parkmöglichkeiten, gastronomische Einrichtungen und Ausgangspunkte für Wanderungen. Die eigentliche Strasse überquert den Übergang in einer vergleichsweise offenen Geländemulde.
Die Westseite fällt in Richtung Wallis ab. Nach mehreren Kehren erreicht die Strasse das historische Hotel Belvédère. Von dort führte traditionell ein kurzer Zugang zum Rhonegletscher und zur touristisch erschlossenen Eisgrotte. Weiter unten folgt die Strasse dem Tal des Muttbachs und erreicht Gletsch, wo sie auf die Verbindung zum Grimselpass trifft. Von Gletsch führt die Strasse weiter nach Oberwald im oberen Goms.
Die Strecke zwischen Realp und Oberwald ist rund 35 Kilometer lang. Für eine reine Passfahrt wird je nach Verkehr und Halten ungefähr eine Stunde benötigt. Aufgrund der Aussichtspunkte, Wanderwege und Sehenswürdigkeiten dauert ein touristischer Aufenthalt häufig wesentlich länger.[1]
Geschichte
Frühe Nutzung
Der Furkapass wurde bereits lange vor dem Bau der heutigen Strasse als regionaler Übergang genutzt. Ein Saumpfad verband das Urserental mit dem Goms und ermöglichte den Austausch zwischen den Gebieten nördlich und südlich des Alpenkamms. Der Übergang hatte jedoch nicht dieselbe überregionale Bedeutung wie der Gotthardpass, da er hoch lag, schwierig zu begehen war und im Winter während langer Zeit unpassierbar blieb.
Über den Pass wurden Vieh, Käse, Salz, Wein und andere Waren transportiert. Die Verkehrsverbindungen dienten auch dem regionalen Personenverkehr, dem Militär und der Kommunikation zwischen Uri und dem Wallis. Reisende waren auf Säumer, ortskundige Führer und einfache Unterkünfte angewiesen.
Die Nähe zum Rhonegletscher machte die Furkaregion ab dem 18. und besonders im 19. Jahrhundert zu einem Ziel von Naturforschern, Künstlern und frühen Alpenreisenden. Das wachsende Interesse an Gletschern und Hochgebirgslandschaften schuf eine Grundlage für die spätere touristische Entwicklung.
Bau der Fahrstrasse
Die moderne Furkastrasse wurde zwischen 1864 und 1866 gebaut. Das Projekt war Teil des im 19. Jahrhundert stark erweiterten Netzes befahrbarer Alpenstrassen. Der Strassenbau sollte das Wallis besser mit der Zentralschweiz verbinden und zugleich wirtschaftliche sowie militärische Interessen erfüllen.[3][4]
Der Bau in hochalpinem Gelände stellte erhebliche technische Anforderungen. Die Trasse musste an steilen Hängen angelegt und durch Stützmauern, Brücken und Entwässerungsanlagen gesichert werden. Lawinen, Steinschlag, Frost und kurze Bausaisons erschwerten die Arbeiten.
Nach der Eröffnung konnten Postkutschen und andere Fuhrwerke den Pass befahren. Die verbesserte Erreichbarkeit förderte den Fremdenverkehr. Hotels, Gasthäuser und weitere touristische Einrichtungen entstanden oder wurden erweitert. Der Furkapass entwickelte sich gemeinsam mit dem Rhonegletscher zu einer der bekanntesten Stationen auf klassischen Schweizer Alpenreisen.
Motorisierung und Ausbau
Mit der Verbreitung des Automobils im frühen 20. Jahrhundert veränderte sich die Bedeutung der Passstrasse. Der Furkapass wurde zu einer beliebten Strecke für private Reisende, Gesellschaftsfahrten und später für Motorräder, Reisebusse und Fahrräder.
Die Strasse wurde wiederholt ausgebaut, verbreitert und gesichert. Trotz dieser Arbeiten blieb ihr hochalpiner Charakter erhalten. Auf einzelnen Abschnitten ist die Fahrbahn relativ schmal. Zahlreiche enge Kurven, steile Hänge und fehlende Ausweichmöglichkeiten verlangen eine vorsichtige Fahrweise.
Der Bau des Furka-Basistunnels für die Eisenbahn verringerte die verkehrstechnische Abhängigkeit der Region von der nur saisonal nutzbaren Bergstrecke. Für den Strassenverkehr existiert jedoch kein entsprechender Basistunnel. Die Passstrasse bleibt daher während des Winters vollständig geschlossen.
Eisenbahn an der Furka
Furka-Oberalp-Bahn
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde eine meterspurige Bahnverbindung zwischen Brig, der Furka, Andermatt und Disentis geplant. Die Brig-Furka-Disentis-Bahn nahm 1914 den Abschnitt zwischen Brig und Gletsch in Betrieb. Der Erste Weltkrieg und finanzielle Schwierigkeiten verzögerten den weiteren Bau.
Nach der Übernahme durch die Furka-Oberalp-Bahn wurde die Verbindung fertiggestellt. Am 3. Juli 1926 konnte der durchgehende Bahnverkehr zwischen Brig und Disentis aufgenommen werden. Die Strecke führte von Oberwald über Gletsch, den Furka-Scheiteltunnel und Realp nach Andermatt. Ihr höchster Punkt lag auf über 2'100 m ü. M.[5]
Die Bergstrecke war nicht wintersicher. Wegen grosser Schneemengen und Lawinengefahr musste der Betrieb jeweils im Herbst eingestellt werden. Teile der Bahnanlagen wurden vor dem Winter abgebaut oder besonders geschützt und im Frühjahr erneut hergerichtet. Dieser erhebliche Aufwand beschränkte den wirtschaftlichen Nutzen der Linie.
Der 1930 erstmals eingesetzte Glacier Express benutzte die Furka-Bergstrecke auf seiner Verbindung zwischen Zermatt und St. Moritz. Die Fahrt am Rhonegletscher vorbei gehörte zu den landschaftlichen Höhepunkten der Strecke.
Furka-Basistunnel
Mit dem Furka-Basistunnel entstand eine wintersichere Eisenbahnverbindung zwischen Oberwald und Realp. Der Tunnel wurde 1982 eröffnet und ermöglichte erstmals einen ganzjährigen Bahnverkehr zwischen dem Wallis und dem Urserental.[5]
Die regulären Züge verkehren seither durch den Basistunnel. Die Strecke ist heute Teil des Netzes der Matterhorn-Gotthard-Bahn. Durch den Tunnel verkehren neben Personenzügen auch Autozüge, die während der Wintersperre der Passstrasse eine wichtige Verbindung zwischen Realp und Oberwald bilden.
Nach der Eröffnung des Basistunnels sollte die alte Bergstrecke ursprünglich abgebrochen werden. Eisenbahnfreunde gründeten jedoch 1983 den Verein Furka-Bergstrecke und setzten sich für deren Erhaltung ein.[6]
Dampfbahn Furka-Bergstrecke
Die historische Linie wurde in mehreren Etappen wiederhergestellt. Seit 2010 ist die gesamte Strecke zwischen Realp und Oberwald wieder befahrbar. Sie wird in den Sommermonaten von der Dampfbahn Furka-Bergstrecke mit historischen Dampf- und Diesellokomotiven betrieben.[7]
Die Museumsbahn führt über Zahnstangenabschnitte, Viadukte und den Furka-Scheiteltunnel. Sie verläuft teilweise parallel zur Passstrasse und bietet Ausblicke auf das Urserental, die Hochgebirgslandschaft und den Rhonegletscher. Der Betrieb wird in erheblichem Umfang durch freiwillige Mitarbeit ermöglicht.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1864–1866 | Bau der modernen Furkapassstrasse |
| 1914 | Eröffnung der Eisenbahnstrecke von Brig nach Gletsch |
| 1926 | Aufnahme des durchgehenden Bahnbetriebs zwischen Brig und Disentis über die Furka-Bergstrecke |
| 1930 | Erste Fahrt des Glacier Express |
| 1982 | Eröffnung des Furka-Basistunnels und Stilllegung der alten Bergstrecke für den regulären Verkehr |
| 1983 | Gründung des Vereins Furka-Bergstrecke |
| 2003 | Entstehung der Matterhorn-Gotthard-Bahn durch die Fusion der Furka-Oberalp-Bahn mit der BVZ Zermatt-Bahn |
| 2010 | Wiedereröffnung der gesamten historischen Bergstrecke zwischen Realp und Oberwald |
Rhonegletscher
Der Rhonegletscher liegt westlich des Furkapasses und ist einer der bekanntesten Gletscher der Schweizer Alpen. An seinem unteren Ende entspringt die Rhone, die durch das Wallis, den Genfersee und Südfrankreich zum Mittelmeer fliesst.
Im 19. Jahrhundert reichte die Gletscherzunge wesentlich weiter ins Tal hinunter als heute. Reisende konnten den Eisstrom von der Passstrasse und von den Hotels in Gletsch aus aus unmittelbarer Nähe betrachten. Seitdem hat sich der Gletscher stark zurückgezogen. Im ehemaligen Gletschervorfeld sind Moränen, glatt geschliffene Felsen und junge Vegetationsflächen sichtbar.[8]
In der Nähe des Hotels Belvédère besteht seit langer Zeit eine touristische Eisgrotte. Der Zugang und der Betrieb hängen von den jeweiligen Eis-, Wetter- und Sicherheitsverhältnissen ab. Ein Gletscherweg und Aussichtspunkte vermitteln Informationen über die Entwicklung des Rhonegletschers und die Folgen des klimatischen Wandels.[9]
Der Rückgang des Gletschers hat das Landschaftsbild entlang der Furkastrasse deutlich verändert. Historische Fotografien zeigen, dass das Eis früher bis nahe an die Strasse und das Hotel Belvédère heranreichte. Heute liegt die Gletscherzunge erheblich weiter talaufwärts.
Hotel Belvédère
Das Hotel Belvédère steht auf der Walliser Seite des Passes in einer markanten Haarnadelkurve oberhalb von Gletsch. Das Gebäude entstand während der touristischen Erschliessung der Furkaregion und wurde zu einem bekannten Motiv auf Ansichtskarten, Werbeplakaten und Reisefotografien.
Seine Lage ermöglichte den Gästen früher einen unmittelbaren Blick auf die Gletscherzunge. Das Hotel war ein bedeutender Ausgangspunkt für den Besuch des Rhonegletschers und für Reisen über die Furka- und Grimselpässe.
Durch den Rückzug des Gletschers, die Veränderung des Reiseverhaltens und die kurze Sommersaison verlor der traditionelle Hotelbetrieb an Bedeutung. Das Gebäude ist dennoch eines der bekanntesten Bauwerke an einer Schweizer Passstrasse und ein häufig fotografiertes Symbol der Furkaregion.
Tourismus
Der Furkapass gehört zu den klassischen touristischen Alpenrouten der Schweiz. Die Strecke wird von Reisenden mit Personenwagen, Motorrädern, Reisebussen und Fahrrädern genutzt. Aussichtspunkte, historische Bauwerke, Wanderwege und die Dampfbahn machen die Region zu einem vielseitigen Ausflugsziel.
Beliebte Ziele und Aktivitäten sind:
- die Passhöhe und ihre Aussichtspunkte;
- der Rhonegletscher und das Gletschervorfeld;
- das historische Hotel Belvédère;
- Fahrten mit der Dampfbahn Furka-Bergstrecke;
- Wanderungen im Gebiet des Galenstocks und des Furkahorns;
- die Verbindung mit Fahrten über den Grimsel-, Gotthard- und Oberalppass;
- mehrtägige Rundfahrten durch das Wallis, die Zentralschweiz und das Berner Oberland.
Der Pass ist Bestandteil verschiedener touristischer Rundstrecken. Besonders bekannt ist die Kombination aus Furka-, Grimsel- und Sustenpass. Diese Route führt durch mehrere Hochgebirgslandschaften und verbindet das Goms mit dem Berner Oberland und dem Kanton Uri.
Furkapass im Film
Internationale Bekanntheit erlangte die Furkapassstrasse durch den James-Bond-Film Goldfinger aus dem Jahr 1964. In mehreren Szenen fährt James Bond, dargestellt von Sean Connery, mit einem Aston Martin DB5 über die Passstrasse. Die markanten Kehren, das Hotel Belvédère und die alpine Landschaft sind deutlich zu erkennen.[10]
Eine Informationstafel an der Strecke erinnert an die Dreharbeiten. Die Filmszenen trugen dazu bei, dass die Furkastrasse auch ausserhalb der Schweiz bekannt wurde. Sie wird seither häufig in Reiseführern und touristischer Werbung mit James Bond und dem Aston Martin verbunden.
Radsport
Der Furkapass ist ein anspruchsvolles Ziel für Rennradfahrerinnen und Rennradfahrer. Beide Auffahrten weisen einen grossen Höhenunterschied und längere steile Abschnitte auf. Die dünnere Luft in der Höhe, wechselnde Temperaturen und starke Winde können die Fahrt zusätzlich erschweren.
Die Auffahrt von Realp verläuft durch das weitgehend offene Tal der Furkareuss. Die Walliser Seite ist länger und führt über Gletsch sowie am Rhonegletscher vorbei. Häufig wird der Furkapass mit dem Grimsel- und dem Sustenpass zu einer grossen Rundfahrt kombiniert.
Radfahrende müssen mit starkem Ausflugsverkehr, Reisebussen, Motorrädern und teilweise schmalen Fahrbahnabschnitten rechnen. Aufgrund des wechselhaften Hochgebirgswetters sind warme und wetterfeste Kleidung auch an Sommertagen wichtig.
Wandern
Mehrere Wanderwege führen über die Passhöhe oder durch ihre Umgebung. Der Furkapass ist unter anderem ein Etappenpunkt des Vier-Quellen-Wegs, der die Quellgebiete von Rhein, Reuss, Ticino und Rhone miteinander verbindet.
Wanderungen führen von der Passhöhe zu Aussichtspunkten oberhalb des Rhonegletschers, zum Furkahorn, in Richtung Galenstock oder entlang der historischen Verkehrswege. Einige Routen verlaufen in hochalpinem Gelände und verlangen Trittsicherheit, geeignete Ausrüstung und Erfahrung.
Schneefelder können bis in den Sommer hinein bestehen bleiben. Vor längeren Touren sind deshalb Wetterbericht, Wegzustand und Lawinen- beziehungsweise Schneelage zu beachten. Für anspruchsvolle Gipfel- und Gletschertouren sind alpine Kenntnisse oder die Begleitung durch Bergführer erforderlich.
Wintersperre und Strassenunterhalt
Die Furkapassstrasse besitzt eine jährliche Wintersperre. Der Zeitpunkt der Schliessung hängt von Schneefall, Vereisung und Lawinengefahr ab. Die Wiedereröffnung erfolgt gewöhnlich im späten Frühjahr oder Frühsommer nach umfangreichen Räumungs-, Kontroll- und Instandsetzungsarbeiten.
Bei der Schneeräumung müssen teilweise mehrere Meter hohe Schneeschichten entfernt werden. Gleichzeitig werden Schäden an Fahrbahn, Stützmauern, Entwässerungsanlagen und Sicherheitseinrichtungen repariert. Die Arbeiten werden auf beiden Seiten mit den Kantonen Uri und Wallis abgestimmt.
Die Öffnungstermine unterscheiden sich von Jahr zu Jahr. Auch nach der ersten Freigabe kann die Strasse wegen Neuschnee, Steinschlag oder anderer Naturgefahren vorübergehend geschlossen werden. Der Kanton Uri empfiehlt deshalb, den aktuellen Strassenzustand vor jeder Passfahrt zu überprüfen.[11]
Während der Wintersperre besteht mit dem Autoverlad durch den Furka-Basistunnel eine ganzjährige Alternative zwischen Realp und Oberwald.
Naturgefahren und Verkehrssicherheit
Die Passstrasse ist verschiedenen Naturgefahren ausgesetzt. Dazu gehören:
- Lawinen und Schneeverwehungen;
- Steinschlag und Felsstürze;
- Frostschäden und Vereisung;
- Hangrutschungen;
- starke Niederschläge und Hochwasser;
- dichter Nebel und rasche Wetterwechsel.
Auf der Strecke gibt es zahlreiche enge Kurven und steile Abhänge. Verkehrsteilnehmende müssen ihre Geschwindigkeit den Sicht-, Wetter- und Strassenverhältnissen anpassen. Besondere Vorsicht ist bei Gegenverkehr, in engen Kehren und beim Überholen von Fahrrädern erforderlich.
Parkieren ist nur auf den vorgesehenen Flächen zulässig. Unkontrolliertes Halten in Kurven oder auf schmalen Strassenabschnitten kann den Verkehr behindern und Rettungswege blockieren.
Bedeutung
Vor dem Bau moderner Tunnel- und Bahnverbindungen war der Furkapass eine wichtige saisonale Verbindung zwischen dem Wallis und der Zentralschweiz. Seine wirtschaftliche Bedeutung für den ganzjährigen Verkehr ist heute geringer, da die Strasse während mehrerer Monate geschlossen bleibt und der Eisenbahnverkehr durch den Furka-Basistunnel geführt wird.
Für den Sommertourismus besitzt der Pass weiterhin grosse Bedeutung. Er verbindet mehrere Ferienregionen, erschliesst den Rhonegletscher und unterstützt Hotels, Restaurants, Bergbahnen, Museen und touristische Verkehrsbetriebe in Realp, Gletsch, Oberwald und der weiteren Umgebung.
Der Furkapass ist zugleich ein bedeutendes Zeugnis der Schweizer Verkehrsgeschichte. Auf engem Raum treffen ein historischer Saumweg, eine im 19. Jahrhundert gebaute Fahrstrasse, eine hochalpine Eisenbahnstrecke und ein moderner Basistunnel aufeinander.
Siehe auch
- Liste der Pässe in der Schweiz
- Gotthardpass
- Grimselpass
- Oberalppass
- Rhonegletscher
- Matterhorn-Gotthard-Bahn
- Glacier Express
- Dampfbahn Furka-Bergstrecke
Literatur
- Robert Bösch: Furka-Bergstrecke. Abenteuer Furka. AS Verlag, Zürich 2011.
- Johannes von Arx: Dampfbahn Furka-Bergstrecke. Eine faszinierende Geschichte. Verein Furka-Bergstrecke, Oberwald.
- Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz. AS Verlag, Zürich 2010.
- Heinz Schild: Die Furka-Oberalp-Bahn. Minirex, Luzern 1982.
Weblinks
- Aktuelle Strasseninformationen des Kantons Uri
- Furkapass bei Schweiz Tourismus
- Dampfbahn Furka-Bergstrecke
- Matterhorn Gotthard Bahn
- Furkapass auf der Landeskarte von swisstopo
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Schweiz Tourismus: Furkapass, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ Bundesamt für Landestopografie swisstopo: Landeskarte im Gebiet des Furkapasses, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ Staatsarchiv Uri: Axenstrasse, Oberalpstrasse und Furkastrasse – Alpenstrassen-Kontokorrent 1862–1867, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ Historisches Lexikon der Schweiz: Alexis Allet, Abschnitt über den Bau der Furkastrasse 1864–1866, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ 5,0 5,1 Matterhorn Gotthard Bahn: 100 Jahre Furka-Oberalp-Bahn, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ Verein Furka-Bergstrecke: Verein und Geschichte der Furka-Bergstrecke, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ Dampfbahn Furka-Bergstrecke: Die Geschichte der Furka-Bergstrecke, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ Schweiz Tourismus: Naturlehrpfad Gletsch, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ Schweiz Tourismus: Rhonegletscher und Eisgrotte, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ Schweiz Tourismus: Furkapass – auf den Spuren von «Goldfinger», abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ Kanton Uri: Furkapass: Teilöffnung bis Tiefenbach, 21. Mai 2026, abgerufen am 28. Juli 2026.