FC Luzern

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FC Luzern
Vollständiger Name Fussball Club Luzern
Kurzname FCL
Sitz Luzern, Kanton Luzern
Gründung 1901
Vereinsfarben Blau und Weiss
Präsident Michael Sigerist
Cheftrainer Jörg «Udo» Portmann
Liga Brack Super League
Stadion thermoplan arena
Plätze 16'490
Schweizer Meister 1989
Schweizer Cupsieger 1960, 1992 und 2021
Website fcl.ch

Der FC Luzern (kurz FCL) ist ein Schweizer Fussballverein aus der Stadt Luzern. Der 1901 gegründete Klub gehört zu den traditionsreichsten und bekanntesten Sportvereinen der Zentralschweiz. Die erste Männermannschaft spielt in der Super League, der höchsten Spielklasse des Schweizer Fussballs.[1]

Die Vereinsfarben sind Blau und Weiss. Als Bezeichnungen für Mannschaft und Spieler werden häufig «die Blauweissen» und «die Leuchtenstädter» verwendet. Der Verein trägt seine Heimspiele auf der Luzerner Allmend aus. Das 2011 eröffnete Stadion hiess bis zum Sommer 2026 swissporarena und trägt seither den Namen thermoplan arena.

Der grösste sportliche Erfolg des FC Luzern ist der Gewinn der Schweizer Meisterschaft in der Saison 1988/89. Daneben gewann der Verein den Schweizer Cup in den Jahren 1960, 1992 und 2021. Zahlreiche weitere Cupfinals, Europacup-Teilnahmen sowie wiederholte Auf- und Abstiege prägten die wechselvolle Vereinsgeschichte.

Der FC Luzern versteht sich als sportliches Zentrum der Innerschweiz. Neben der Profimannschaft unterhält der Klub eine umfangreiche Nachwuchsorganisation, eine Frauenabteilung und mehrere Juniorenteams.

Geschichte

Gründung und erste Spielplätze

Der FC Luzern wurde 1901 gegründet. Der Fussballsport war zu dieser Zeit in der Zentralschweiz noch wenig verbreitet. Die ersten Vereinsmitglieder mussten nicht nur Mannschaften und Gegner finden, sondern auch geeignete Spielfelder organisieren und die Bevölkerung mit den Regeln des damals jungen Sports vertraut machen.

Zu den ersten Verantwortlichen gehörte Vereinspräsident Walter Adam. Der Klub nahm bald an regionalen Wettspielen teil und entwickelte schrittweise feste Vereinsstrukturen. In den Anfangsjahren wechselte der FC Luzern mehrfach den Spielort. Gespielt wurde unter anderem auf einfachen Wiesen und provisorisch hergerichteten Plätzen.[2]

Bereits während der ersten Jahrzehnte wurde deutlich, dass die Entwicklung des Vereins eng mit der Frage nach einem dauerhaft nutzbaren Sportplatz verbunden war. Der FC Luzern spielte zeitweise in Tribschen und auf verschiedenen Anlagen im Bereich der Allmend.

Erste internationale Spiele und Aufstieg

In der Saison 1911/12 absolvierte der FC Luzern seine ersten internationalen Begegnungen. Bei der Einweihung eines Sportplatzes in Chiasso traf die Mannschaft auf die Unione Sportiva Milanese. Weitere Spiele fanden gegen den FC Mülhausen und eine Mannschaft aus Stuttgart statt.

Das Heimspiel gegen die Stuttgarter gewann der FC Luzern mit 4:2. Internationale Freundschaftsspiele waren damals sportliche und gesellschaftliche Grossereignisse. Gleichzeitig stellten sie für den noch jungen Verein ein finanzielles Risiko dar, da Reise-, Empfangs- und Organisationskosten einen grossen Teil der Einnahmen aufzehrten.[3]

In der Saison 1917/18 gelang dem FC Luzern nach dem Gewinn der B-Meisterschaft der Aufstieg in die höchste Spielklasse. In den folgenden Jahren konnte sich der Klub jedoch noch nicht dauerhaft an der nationalen Spitze etablieren. Aufstiege und Abstiege wechselten sich ab.

Entwicklung zum regionalen Grossverein

Während der 1920er Jahre wuchs der Verein organisatorisch weiter. Die Zahl der Mitglieder und Mannschaften nahm zu, zugleich wurden die Juniorenabteilung und der regionale Spielbetrieb ausgebaut. Sportlich kämpfte der FC Luzern wiederholt um die Rückkehr in die höchste Liga.

Der Klub gehörte in dieser Zeit zu den Vereinen, die sich kritisch mit der zunehmenden Professionalisierung des Schweizer Fussballs auseinandersetzten. Als in den frühen 1930er Jahren die Nationalliga geschaffen und das Berufsspielertum schrittweise zugelassen wurde, sprach sich der FC Luzern zunächst gegen diese Entwicklung aus.

Die wachsenden Anforderungen des Ligabetriebs machten jedoch deutlich, dass auch der Luzerner Verein professionellere Strukturen benötigte. Ausländische und schweizerische Spielertrainer wurden verpflichtet, das Training wurde intensiviert und die Förderung junger Spieler gewann an Bedeutung.

Einweihung des Stadions Allmend

Am 6. Mai 1934 wurde die neue Sportplatzanlage auf der Luzerner Allmend eröffnet. Rund 10'000 Zuschauerinnen und Zuschauer besuchten das Eröffnungsspiel gegen den deutschen Verein VfR Mannheim, das der FC Luzern mit 2:3 verlor.

Das neue Stadion war für die weitere Entwicklung des Vereins von zentraler Bedeutung. Es bot wesentlich bessere Bedingungen als die zuvor genutzten Plätze und stärkte die Verbindung zwischen dem Klub, der Stadt Luzern und der Bevölkerung der Region.

In den folgenden Jahrzehnten wurde die Allmend mehrfach erweitert und umgebaut. Sie entwickelte sich zum traditionellen Zentrum des Luzerner Fussballs und blieb bis 2009 die Heimstätte der ersten Mannschaft.[4]

Kriegsjahre und Nationalliga B

Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Schweizer Meisterschaftsbetrieb trotz verschiedener Einschränkungen fortgeführt. Der FC Luzern konnte sich zunächst in der höchsten Liga halten, stieg aber in der Saison 1943/44 in die zweithöchste Spielklasse ab.

In den folgenden Jahren versuchte der Verein mehrfach, in die Nationalliga A zurückzukehren. Die Mannschaft erreichte teilweise gute Platzierungen, verpasste die entscheidenden Aufstiegsmöglichkeiten jedoch wiederholt.

Gleichzeitig wuchs der Verein stark. 1947 zählte der FC Luzern fast 1'000 Mitglieder, ein Jahr später wurde diese Marke erstmals überschritten. Neben der ersten Mannschaft bestanden zahlreiche Aktiv- und Juniorenteams. Internationale Freundschaftsspiele gegen Klubs aus Belgien, Deutschland, Österreich, Frankreich und England sorgten für zusätzliche Aufmerksamkeit.[5]

Erster Cupsieg 1960

Den ersten nationalen Titel seiner Geschichte gewann der FC Luzern in der Saison 1959/60. Auf dem Weg in den Cupfinal setzte sich die Mannschaft unter anderem gegen den FC Wädenswil, die Young Fellows Zürich, den FC Bern, den FC Thun und den BSC Young Boys durch.

Im Halbfinal schlug der FCL die Young Boys vor rund 18'000 Zuschauerinnen und Zuschauern auf der Allmend mit 3:1. Der Final fand am 8. Mai 1960 im Berner Wankdorfstadion statt. Gegner war der FC Grenchen.

Rund 30'000 Menschen verfolgten das Spiel, darunter etwa 10'000 Anhänger des FC Luzern. Robert Blättler erzielte in der 82. Minute das einzige Tor der Partie. Nach dem 1:0-Sieg nahm Mannschaftskapitän Paul Wolfisberg den ersten bedeutenden Pokal der Vereinsgeschichte entgegen.[6]

Der Cupsieg stärkte die Stellung des FC Luzern im Schweizer Fussball. Erstmals hatte ein Klub aus der Zentralschweiz einen der beiden wichtigsten nationalen Titel gewonnen.

Wechselhafte 1960er und 1970er Jahre

Auf den Cupsieg folgte eine sportlich wechselhafte Phase. Der FC Luzern bewegte sich zwischen der Nationalliga A und der Nationalliga B und konnte sich nur zeitweise in der höchsten Spielklasse festsetzen.

Der Klub verfügte zwar über eine grosse regionale Anhängerschaft, litt jedoch wiederholt unter finanziellen Schwierigkeiten. Die Einnahmen aus dem Spielbetrieb reichten nicht immer aus, um die wachsenden Kosten einer zunehmend professionellen Mannschaft zu decken.

In den 1970er Jahren wurde der Verein organisatorisch stabilisiert. Unter Präsident Romano Simioni, der das Amt während mehr als zwei Jahrzehnten ausübte, entwickelte sich der FCL schrittweise zu einem regelmässigen Teilnehmer der höchsten Liga.

Eine wichtige Rolle spielte auch Paul Wolfisberg. Der frühere Spieler und Captain der Cupsiegermannschaft von 1960 kehrte als Trainer zum Verein zurück. Unter seiner Leitung festigte der FCL seine Position, bevor Wolfisberg 1981 Trainer der Schweizer Fussballnationalmannschaft wurde.

Zu den bekannten Spielern dieser Zeit gehörte Ottmar Hitzfeld, der 1980 vom FC Basel nach Luzern wechselte. Später wurde Hitzfeld vor allem als Trainer von Borussia Dortmund, Bayern München und der Schweizer Nationalmannschaft bekannt.

Schweizer Meister 1989

Die erfolgreichste Meisterschaftssaison der Vereinsgeschichte erlebte der FC Luzern 1988/89. Trainer der Mannschaft war der Deutsche Friedel Rausch. Der FCL gewann die Qualifikationsrunde und überzeugte anschliessend auch in der Finalrunde.

Zur Meistermannschaft gehörten unter anderem Torhüter Karl-Heinz Hermann, Herbert Baumann, Hanspeter Burri, Peter Gmür, Hans-Peter Kaufmann, Jürgen Mohr, Roger Wehrli und Ciriaco Sforza.

Am 10. Juni 1989 traf der FC Luzern im entscheidenden Heimspiel auf den Servette FC. Mehr als 24'000 Zuschauerinnen und Zuschauer kamen trotz starken Regens auf die Allmend. Jürgen Mohr erzielte nach knapp einer Stunde das einzige Tor des Spiels.

Mit dem 1:0-Sieg sicherte sich der FC Luzern erstmals die Schweizer Meisterschaft. Der Erfolg löste in der Stadt und in der gesamten Zentralschweiz grosse Feierlichkeiten aus.[7]

Als Schweizer Meister nahm der FCL am Europapokal der Landesmeister 1989/90 teil. In der ersten Runde trafen die Luzerner auf den niederländischen Titelverteidiger PSV Eindhoven.[8]

Cupsieg und Abstieg 1992

Nur drei Jahre nach dem Meistertitel erlebte der Verein eine sportlich widersprüchliche Saison. Im Frühjahr 1992 stieg der FC Luzern aus der Nationalliga A ab. Wenige Tage später erreichte die Mannschaft jedoch den Final des Schweizer Cups.

Am 8. Juni 1992 spielte der FCL im Wankdorfstadion gegen den FC Lugano. Nach der regulären Spielzeit stand es unentschieden. In der Verlängerung setzte sich Luzern mit 3:1 durch. Adrian Knup erzielte zwei Treffer und wurde zur prägenden Figur des Finals.[9]

Der zweite Cupsieg konnte den Abstieg nicht verhindern, milderte aber die sportliche Enttäuschung. Bereits 1993 gelang der direkte Wiederaufstieg in die höchste Liga.

In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre verschärften sich die finanziellen Probleme des Vereins. Trotz einzelner sportlicher Erfolge und einer weiteren Teilnahme am Europapokal der Pokalsieger blieb die wirtschaftliche Lage angespannt.

Wiederaufstieg 2006

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts spielte der FC Luzern mehrere Jahre in der zweithöchsten Spielklasse. Unter Trainer René van Eck, der zuvor selbst lange für den FCL gespielt hatte, gelang in der Saison 2005/06 die Rückkehr in die Super League.[10]

Der Aufstieg leitete eine neue Phase der Vereinsgeschichte ein. Seit 2006 konnte sich der Klub dauerhaft in der höchsten Liga etablieren. In den folgenden Jahren erreichte die Mannschaft wiederholt den Schweizer Cupfinal und qualifizierte sich mehrmals für europäische Wettbewerbe.

Ein bedeutender Spieler dieser Zeit war Torhüter David Zibung. Er stammte aus der vereinseigenen Nachwuchsabteilung und bestritt zwischen 2003 und 2021 mehr als 500 Pflichtspiele für den FC Luzern. Damit wurde er zum Rekordspieler des Vereins.[11]

Abschied von der alten Allmend

Das alte Stadion Allmend entsprach zu Beginn des 21. Jahrhunderts nicht mehr den Anforderungen eines modernen Profibetriebs. Nach längeren politischen und planerischen Diskussionen stimmte die Luzerner Bevölkerung dem Bau eines neuen Fussballstadions zu.

Das letzte Pflichtspiel im alten Stadion fand 2009 statt. In der Barrage um den Verbleib in der Super League besiegte der FC Luzern den FC Lugano mit 5:0. Während des Neubaus trug die Mannschaft ihre Heimspiele im Stadion Gersag in Emmenbrücke aus.

Das provisorische Exil dauerte zwei Spielzeiten. Im Sommer 2011 kehrte der FC Luzern auf die Allmend zurück.

Einzug ins neue Stadion

Das neue Stadion wurde 2011 eröffnet. Das erste Pflichtspiel des FC Luzern in der neuen Arena fand am 31. Juli 2011 gegen den FC Thun statt.[12]

In der ersten vollständigen Saison im neuen Stadion gewann der FCL die Wintermeisterschaft und beendete die Saison 2011/12 auf dem zweiten Tabellenplatz. Im Schweizer Cup erreichte die Mannschaft ebenfalls den Final, verlor dort jedoch gegen den FC Basel im Penaltyschiessen.

Die moderne Infrastruktur führte zu deutlich höheren Zuschauerzahlen. In den ersten Jahren nach der Eröffnung besuchten durchschnittlich mehr als 14'000 Menschen die Heimspiele.[13]

In den folgenden Spielzeiten etablierte sich der FCL meist im Mittelfeld oder in der oberen Hälfte der Super League. Mehrfach qualifizierte sich die Mannschaft für die UEFA Europa League, schied jedoch jeweils in der Qualifikation aus.

Dritter Cupsieg 2021

In der Saison 2020/21 erreichte der FC Luzern unter Trainer Fabio Celestini erneut den Final des Schweizer Cups. Wegen der COVID-19-Pandemie wurde der Wettbewerb unter besonderen organisatorischen Bedingungen durchgeführt.

Der Cupfinal fand am 24. Mai 2021 im Berner Wankdorfstadion statt. Gegner war der FC St. Gallen. Luzern ging durch Ibrahima Ndiaye früh in Führung. Jordy Wehrmann erhöhte noch vor der Pause auf 2:0. Nach dem Anschlusstreffer der St. Galler erzielte Pascal Schürpf in der Schlussphase das Tor zum 3:1-Endstand.[14]

Es war der dritte Cupsieg der Vereinsgeschichte und der erste nationale Titel seit 1992. Nach der Rückkehr der Mannschaft versammelten sich zahlreiche Anhänger in Luzern, um den Erfolg zu feiern.

Entwicklung seit 2021

Nach dem Cupsieg geriet der FC Luzern in der Saison 2021/22 in den Abstiegskampf. Im Dezember 2021 übernahm der Liechtensteiner Mario Frick das Traineramt. Unter seiner Leitung sicherte sich die Mannschaft den Ligaerhalt und stabilisierte sich in den folgenden Spielzeiten.

Der Klub setzte verstärkt auf Spieler aus der eigenen Nachwuchsabteilung. Mehr als zwanzig Nachwuchsspieler erhielten während Fricks Amtszeit ihr Debüt in der ersten Mannschaft. Zu den international bekannt gewordenen Eigengewächsen dieser Phase gehörte Ardon Jashari.

Der Vertrag mit Mario Frick wurde nach Abschluss der Saison 2025/26 nicht verlängert.[15]

Zur Saison 2026/27 übernahm Jörg «Udo» Portmann die erste Mannschaft. Der aus dem Kanton Luzern stammende Trainer erhielt einen Vertrag bis zum Sommer 2029.[16]

Stadion

Alte Allmend

Das 1934 eröffnete Stadion Allmend war während 75 Jahren die wichtigste Heimstätte des FC Luzern. Es wurde im Verlauf seiner Geschichte mehrfach erweitert und umgebaut.

Die Anlage bestand zuletzt aus einer überdachten Haupttribüne, verschiedenen Stehplatzbereichen und provisorisch wirkenden Nebentribünen. Die Nähe des Publikums zum Spielfeld und die grosse Stehplatzkurve prägten die Atmosphäre.

Zu den bedeutendsten Spielen in der alten Allmend gehörten die Meisterschaftsentscheidung gegen Servette 1989, zahlreiche Cupspiele, internationale Begegnungen und die Barrage gegen Lugano 2009.

Thermoplan arena

Das heutige Stadion entstand zwischen September 2009 und Juli 2011. Es wurde als reines Fussballstadion geplant und ist Teil der umfassend erneuerten Sportanlagen auf der Luzerner Allmend.

Die Arena verfügt im regulären Ligabetrieb über 16'490 Plätze. Sämtliche Tribünen sind überdacht. Neben den Zuschauerbereichen befinden sich im Stadion Logen, Gastronomieräume, Büros, Medienräume und Veranstaltungsflächen.[17]

Von der Eröffnung 2011 bis zum Ende der Saison 2025/26 trug das Stadion den Namen swissporarena. Grundlage war eine Vereinbarung mit dem Baustoffhersteller Swisspor.

Seit dem Sommer 2026 heisst die Anlage thermoplan arena. Namensgeber ist die in Weggis ansässige Thermoplan AG.[18]

Das Stadion wird von der Stadion Luzern AG betrieben. Es dient neben den Spielen des FC Luzern auch als Austragungsort von Länderspielen, Frauenfussball, Konzerten und weiteren Veranstaltungen.[19]

Im Jahr 2025 fanden im Stadion drei Gruppenspiele der Fussball-Europameisterschaft der Frauen 2025 statt.

Sportliche Erfolge

Wettbewerb Titel Spielzeiten beziehungsweise Jahre
Schweizer Fussballmeisterschaft 1 1988/89
Schweizer Cup 3 1959/60, 1991/92, 2020/21

Schweizer Meisterschaft

Der FC Luzern gewann die Schweizer Meisterschaft einmal. Der Titelgewinn erfolgte in der Saison 1988/89 unter Trainer Friedel Rausch.

Daneben erreichte der Verein mehrfach vordere Tabellenplätze. Besonders erfolgreich war die Saison 2011/12, die der FCL als Vizemeister abschloss.

Die Vereinsgeschichte ist zugleich durch zahlreiche Wechsel zwischen der höchsten und zweithöchsten Liga geprägt. Seit dem Wiederaufstieg von 2006 spielt der FC Luzern ohne Unterbruch in der Super League.

Schweizer Cup

Der Schweizer Cup besitzt in der Vereinsgeschichte eine besondere Bedeutung. Der FC Luzern gewann den Wettbewerb dreimal:

  • 1960: 1:0 gegen den FC Grenchen
  • 1992: 3:1 nach Verlängerung gegen den FC Lugano
  • 2021: 3:1 gegen den FC St. Gallen

Darüber hinaus stand der Verein mehrfach im Cupfinal, ohne den Titel zu gewinnen. Besonders in Erinnerung blieben die Niederlagen gegen den FC Sion 1997, den FC Zürich 2005 sowie den FC Basel 2007 und 2012.

Europäische Wettbewerbe

Durch den Gewinn der Meisterschaft, die Cupsiege und gute Platzierungen in der nationalen Liga qualifizierte sich der FC Luzern wiederholt für europäische Wettbewerbe.

Nach dem ersten Cupsieg nahm der Verein am Europapokal der Pokalsieger teil. Als Schweizer Meister spielte Luzern 1989/90 im Europapokal der Landesmeister gegen PSV Eindhoven.

Weitere Teilnahmen folgten im UEFA-Pokal, im Europapokal der Pokalsieger, in der UEFA Europa League und in der UEFA Conference League. Zu den europäischen Gegnern des FCL gehörten unter anderem:

  • Spartak Moskau
  • PSV Eindhoven
  • Feyenoord Rotterdam
  • Slavia Prag
  • FC Utrecht
  • KRC Genk
  • Olympiakos Piräus
  • Espanyol Barcelona
  • FC St. Johnstone

In den neueren UEFA-Wettbewerben musste der FC Luzern meist bereits in den Qualifikationsrunden antreten. Der Einzug in eine europäische Gruppenphase gelang dem Verein bislang nicht.[20][21]

Vereinsfarben und Wappen

Die traditionellen Farben des FC Luzern sind Blau und Weiss. Die erste Mannschaft tritt bei Heimspielen üblicherweise in blauen Trikots an. Die Gestaltung der Auswärts- und Ausweichtrikots wechselt je nach Saison.

Das Vereinswappen besteht in seiner modernen Form aus einem kreisförmigen blauen Zeichen. Darin befinden sich die Buchstaben «FCL», der Vereinsname und das Gründungsjahr 1901.

Ältere Wappen und Trikots verwendeten unterschiedliche Formen, Schriften und Blautöne. Die blau-weisse Grundgestaltung blieb jedoch über weite Teile der Vereinsgeschichte erhalten.

Als Symboltier verwendet der Verein den Löwen. Dieser nimmt Bezug auf den Luzerner Löwen und erscheint unter anderem im Marketing, in Nachwuchsangeboten und als Stadionmaskottchen.

Anhänger und Fankultur

Der FC Luzern besitzt eine grosse Anhängerschaft in der Stadt Luzern und in der gesamten Zentralschweiz. Das Einzugsgebiet reicht über den Kanton Luzern hinaus in die Kantone Obwalden, Nidwalden, Schwyz, Uri und Zug.

Die aktive Fanszene steht bei Heimspielen in der Fankurve hinter einem der Tore. Sie unterstützt die Mannschaft mit Fahnen, Gesängen, Choreografien und organisierten Reisen zu Auswärtsspielen.

Zu den traditionellen Treffpunkten der Anhänger gehören die Luzerner Innenstadt, die Allmend und die Wege zwischen dem Stadtzentrum und dem Stadion. Bei bedeutenden Spielen ziehen teilweise grössere Fanmärsche durch die Stadt.

Eine besondere Rivalität besteht mit dem FC Zürich, dem Grasshopper Club Zürich, dem FC Basel und dem FC St. Gallen. Begegnungen mit dem benachbarten SC Kriens werden als Luzerner Derby bezeichnet. Wegen der unterschiedlichen Ligazugehörigkeit beider Vereine finden Pflichtspiele der ersten Mannschaften jedoch nur unregelmässig statt.

Zur organisierten Unterstützung des Klubs gehören verschiedene Fanvereinigungen, Businessclubs und die FCL-Basis. Die FCL-Basis soll die Interessen eines breiten Kreises von Anhängerinnen und Anhängern vertreten und verfügt über eine institutionelle Verbindung zur Führung des Profibetriebs.

Nachwuchsarbeit

Die Nachwuchsförderung gehört zu den wichtigsten Aufgaben des FC Luzern. Der Klub betreibt Mannschaften von den jüngeren Footeco-Stufen bis zur U21.

Die Ausbildung erfolgt in Zusammenarbeit mit Vereinen und regionalen Leistungszentren aus der gesamten Innerschweiz. Zum Netzwerk gehören oder gehörten unter anderem der SC Kriens, Vereine aus dem Kanton Zug sowie Ausbildungsstandorte in Luzern, Sursee, Schwyz, Uri, Obwalden und Nidwalden.

Die Nachwuchsstiftung FC Luzern-Innerschweiz unterstützt die professionelle Ausbildung junger Fussballerinnen und Fussballer. Sie finanziert Trainingsstrukturen, Betreuung, Ausbildungspersonal und weitere Angebote.[22]

Die U21 dient als Verbindung zwischen dem Juniorenbereich und der ersten Mannschaft. Sie spielt im nationalen Erwachsenenfussball und soll junge Spieler an die Anforderungen des Profibetriebs heranführen.

Zu den bekannten Spielern, die zumindest einen Teil ihrer Ausbildung beim FC Luzern absolvierten, gehören unter anderem:

  • David Zibung
  • Claudio Lustenberger
  • Christian Schwegler
  • Pirmin Schwegler
  • Fabian Lustenberger
  • Remo Freuler
  • Nicolas Haas
  • Ruben Vargas
  • Filip Ugrinic
  • Ardon Jashari

Frauenfussball

Der FC Luzern verfügt über eine Frauenabteilung mit einer ersten Mannschaft und mehreren Nachwuchsteams. Die erste Frauenmannschaft spielt in der höchsten Schweizer Spielklasse.

Die Frauenabteilung entwickelte sich aus verschiedenen regionalen Strukturen und wurde schrittweise in die Organisation der FC Luzern-Innerschweiz AG integriert. Neben der ersten Mannschaft bestehen Nachwuchsteams in mehreren Altersklassen.

Der Klub verfolgt das Ziel, Spielerinnen aus der Zentralschweiz einen durchgehenden Ausbildungsweg vom Juniorinnenfussball bis zur höchsten nationalen Liga zu ermöglichen.

Organisation

Der FC Luzern besteht aus mehreren rechtlich getrennten, aber miteinander verbundenen Organisationen.

Der professionelle Spielbetrieb der Männer- und Frauenmannschaften sowie wesentliche Teile des Nachwuchsbereichs werden von der FC Luzern-Innerschweiz AG geführt. Die Gesellschaft ist für sportliche, wirtschaftliche und administrative Aufgaben zuständig.[23]

Als Dachgesellschaft besteht die FCL Holding AG. Daneben gibt es Gesellschaften für den Stadionbetrieb und weitere wirtschaftliche Tätigkeiten.

Präsident der FC Luzern-Innerschweiz AG und der FCL Holding AG ist seit 2025 Michael Sigerist.[24]

Seit Juni 2026 ist Dominic Urech Geschäftsführer des FC Luzern. Die sportliche Leitung und die operativen Bereiche ausserhalb des Sports sind innerhalb der Geschäftsleitung getrennt organisiert.[25]

Bedeutende Spieler

Meistermannschaft von 1989

Zur Mannschaft, die 1989 den Schweizer Meistertitel gewann, gehörten unter anderem:

  • Herbert Baumann
  • Hanspeter Burri
  • Peter Gmür
  • Karl-Heinz Hermann
  • Hans-Peter Kaufmann
  • Jürgen Mohr
  • Ciriaco Sforza
  • Roger Wehrli

Weitere bekannte Spieler

Eine Auswahl bekannter Spieler, die für den FC Luzern tätig waren:

  • Robert Blättler
  • Paul Wolfisberg
  • Ottmar Hitzfeld
  • Adrian Knup
  • René van Eck
  • Hakan Yakin
  • David Zibung
  • Claudio Lustenberger
  • Christian Schwegler
  • Pascal Schürpf
  • Remo Freuler
  • Ruben Vargas
  • Ardon Jashari

Bedeutende Trainer

  • Paul Wolfisberg – Cupsieger als Spieler 1960 und später Trainer des FCL
  • Friedel Rausch – Schweizer Meister 1989
  • Timo Konietzka – Trainer während mehrerer Amtszeiten
  • René van Eck – Aufstieg in die Super League 2006
  • Murat Yakin – Vizemeister und Cupfinalist 2012
  • Fabio Celestini – Cupsieger 2021
  • Mario Frick – Cheftrainer von 2021 bis 2026
  • Jörg «Udo» Portmann – Cheftrainer seit 2026

Rekorde und besondere Spiele

David Zibung ist mit mehr als 500 Pflichtspielen Rekordspieler des FC Luzern. Er bestritt seine gesamte Profikarriere beim FCL.

Zu den bedeutendsten Spielen der Vereinsgeschichte zählen:

  • 8. Mai 1960: FC Luzern – FC Grenchen 1:0, erster Cupsieg
  • 10. Juni 1989: FC Luzern – Servette FC 1:0, Gewinn der Schweizer Meisterschaft
  • 8. Juni 1992: FC Luzern – FC Lugano 3:1 nach Verlängerung, zweiter Cupsieg
  • 13. Juni 2009: FC Luzern – FC Lugano 5:0, Ligaerhalt und letztes Pflichtspiel auf der alten Allmend
  • 31. Juli 2011: erstes Pflichtspiel im neuen Stadion gegen den FC Thun
  • 24. Mai 2021: FC St. Gallen – FC Luzern 1:3, dritter Cupsieg

Siehe auch

Literatur

  • Daniel Wyrsch: 100 Jahre FC Luzern. Die Geschichte eines traditionsreichen Fussballklubs. FC Luzern, Luzern 2001.
  • Josef Gloggner: Fussball-Club Luzern. Jubiläumsschrift zum 50-jährigen Bestehen. Luzern 1951.
  • FC Luzern (Hrsg.): 120 Jahre FC Luzern. Geschäftsbericht der FC-Luzern-Gruppe 2020/21, Luzern 2021.
  • Schweizerischer Fussballverband (Hrsg.): 75 Jahre Schweizerischer Fussballverband. Bern 1970.

Einzelnachweise

  1. FC Luzern. Swiss Football League, abgerufen am 27. Juli 2026.
  2. Wie alles begann – der FCL wird gegründet. FC Luzern, abgerufen am 27. Juli 2026.
  3. 1911–1921: Der FCL spielt zum ersten Mal international. FC Luzern, abgerufen am 27. Juli 2026.
  4. 1931–1941: Die Allmend ist da. FC Luzern, abgerufen am 27. Juli 2026.
  5. 1941–1951: Der FCL steigt ab. FC Luzern, abgerufen am 27. Juli 2026.
  6. Die Strickjacke vom Cupsieg 1960. FC Luzern, abgerufen am 27. Juli 2026.
  7. Der FCL holt den ersten Schweizer Meistertitel. FC Luzern, abgerufen am 27. Juli 2026.
  8. FC Luzern in der Geschichte der UEFA Champions League. UEFA, abgerufen am 27. Juli 2026.
  9. Cup gegen Lugano. FC Luzern, abgerufen am 27. Juli 2026.
  10. René van Eck – Spieler und Trainer. FC Luzern, abgerufen am 27. Juli 2026.
  11. Keine Punkte zum Schluss – David Zibungs letztes Pflichtspiel. FC Luzern, abgerufen am 27. Juli 2026.
  12. FCL-Stadion: Der Kreis schliesst sich. FC Luzern, 26. Juni 2026, abgerufen am 27. Juli 2026.
  13. Die Jahre 2010–2019. FC Luzern, abgerufen am 27. Juli 2026.
  14. Wir sind Cupsieger. FC Luzern, abgerufen am 27. Juli 2026.
  15. FC Luzern und Mario Frick trennen sich im Sommer. Swiss Football League, 27. März 2026, abgerufen am 27. Juli 2026.
  16. Udo Portmann wird neuer Cheftrainer des FC Luzern. FC Luzern, 18. Mai 2026, abgerufen am 27. Juli 2026.
  17. thermoplan arena – Stadion des FC Luzern. FC Luzern, abgerufen am 27. Juli 2026.
  18. Der FC Luzern spielt ab Sommer 2026 in der thermoplan arena. FC Luzern, 31. Oktober 2025, abgerufen am 27. Juli 2026.
  19. Stadion Luzern AG. FC Luzern, abgerufen am 27. Juli 2026.
  20. FC Luzern in der UEFA Europa League. UEFA, abgerufen am 27. Juli 2026.
  21. FC Luzern in der UEFA Conference League. UEFA, abgerufen am 27. Juli 2026.
  22. Nachwuchsstiftung FC Luzern-Innerschweiz. FC Luzern, abgerufen am 27. Juli 2026.
  23. FC Luzern-Innerschweiz AG. FC Luzern, abgerufen am 27. Juli 2026.
  24. Michael Sigerist zum Verwaltungsratspräsidenten der FCL Holding AG gewählt. FC Luzern, 15. Dezember 2025, abgerufen am 27. Juli 2026.
  25. Dominic Urech wird neuer Geschäftsführer des FC Luzern. FC Luzern, abgerufen am 27. Juli 2026.

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