FC Basel
| Vollständiger Name | Fussball Club Basel 1893 |
|---|---|
| Kurzname | FC Basel, FCB |
| Gründung | 15. November 1893 |
| Gründungsort | Basel |
| Vereinsfarben | Rot und Blau |
| Mitglieder | über 10'000 |
| Stadion | St. Jakob-Park |
| Stadionkapazität | rund 38'000 Plätze |
| Liga | Super League |
| Schweizer Meister | 21-mal |
| Schweizer Cupsieger | 14-mal |
| Beiname | Rotblau, Bebbi |
| Website | www.fcb.ch |
Der FC Basel 1893, meist FC Basel oder FCB genannt, ist ein Schweizer Fussballverein aus der Stadt Basel. Seine Vereinsfarben sind Rot und Blau. Die erste Mannschaft der Männer spielt in der Super League, der höchsten Schweizer Spielklasse, und trägt ihre Heimspiele im St. Jakob-Park aus.
Der am 15. November 1893 gegründete Verein gehört zu den erfolgreichsten und zuschauerstärksten Fussballclubs der Schweiz. Bis 2025 gewann der FC Basel 21 Schweizer Meisterschaften, 14-mal den Schweizer Cup und einmal den früheren Schweizer Ligacup. Besonders erfolgreich war der Club zwischen 2002 und 2017, als er den Schweizer Fussball über längere Zeit prägte und regelmässig an der UEFA Champions League und der UEFA Europa League teilnahm.
Nach acht Jahren ohne Meistertitel gewann der FCB in der Saison 2024/25 erneut die Schweizer Meisterschaft und zusätzlich den Schweizer Cup. Es war das siebte Double der Vereinsgeschichte.[1]
Geschichte
Gründung
Die Entstehung des FC Basel geht auf eine Zeit zurück, in der sich der moderne Fussballsport in der Schweiz erst allmählich verbreitete. Am 12. November 1893 erschien in der Basler National-Zeitung ein Inserat, in dem Fussballfreunde zur Gründung eines Vereins eingeladen wurden.
Drei Tage später, am 15. November 1893, trafen sich die Interessierten im Restaurant Schuhmachern-Zunft in der Basler Innenstadt. Dort wurde der Fussball Club Basel gegründet. Zu den frühen Mitgliedern gehörten Schweizer, Deutsche und Engländer, die den Fussballsport aus ihrer Schul- und Studienzeit kannten.
Das erste bekannte Spiel bestritt der junge Verein am 26. November 1893 gegen eine Mannschaft des eigenen Clubs. Wenig später folgten Begegnungen mit anderen Vereinen aus Basel und der Nordwestschweiz.
Der FCB gehörte 1895 zu den Gründungsmitgliedern des Schweizerischen Fussballverbands. In den ersten Jahren nahm er an regionalen und nationalen Wettbewerben teil, ohne bereits zu den dominierenden Schweizer Vereinen zu gehören.
Landhof und frühe Vereinsgeschichte
Der Landhof im Basler Quartier Wettstein entwickelte sich zur traditionellen Heimstätte des FC Basel. Der Sportplatz wurde schrittweise ausgebaut und war während Jahrzehnten eng mit der Geschichte des Clubs verbunden.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielte der FCB meist in der höchsten Schweizer Spielklasse. Der Verein erreichte wiederholt gute Platzierungen, blieb jedoch lange ohne nationalen Meistertitel.
Während des Ersten Weltkriegs wurde der Spielbetrieb eingeschränkt. Zahlreiche Spieler leisteten Militärdienst, und internationale Begegnungen waren kaum möglich. Dennoch blieb der Verein aktiv und führte seine Nachwuchs- und Vereinsarbeit weiter.
In den 1920er-Jahren wuchs die Bedeutung des Fussballs in Basel. Der FCB stand dabei in Konkurrenz zu anderen städtischen Vereinen, insbesondere zu den BSC Old Boys und zum FC Nordstern Basel.
Erster Cupsieg
Den ersten bedeutenden nationalen Titel gewann der FC Basel 1933. Im Final des Schweizer Cups besiegte die Mannschaft den Grasshopper Club Zürich mit 4:3.
Der Erfolg machte den FCB erstmals in der ganzen Schweiz als Spitzenclub bekannt. In der Meisterschaft blieb der Verein jedoch weiterhin hinter den damals besonders erfolgreichen Grasshoppers, Servette und Young Boys zurück.
1947 gewann Basel zum zweiten Mal den Schweizer Cup. Im Final wurde Lausanne-Sport mit 3:0 bezwungen. Dieser Titel fiel in eine Phase, in der sich der Verein nach den schwierigen Jahren des Zweiten Weltkriegs sportlich neu organisierte.
Erster Meistertitel
In der Saison 1952/53 gewann der FC Basel unter Trainer René Bader erstmals die Schweizer Meisterschaft. Zu den prägenden Spielern der Mannschaft gehörte der Stürmer Josef Hügi, der zu einem der erfolgreichsten Torjäger der Schweizer Fussballgeschichte wurde.
Der Meistertitel löste in Basel grosse Begeisterung aus. Dennoch gelang es dem Verein zunächst nicht, sich dauerhaft an der nationalen Spitze festzusetzen.
1954 wurde das für die Fussball-Weltmeisterschaft gebaute St. Jakob-Stadion eröffnet. Der FCB trug dort zunächst nur einzelne besonders wichtige Partien aus und spielte weiterhin regelmässig auf dem Landhof.
Ära Helmut Benthaus
Eine der erfolgreichsten Phasen der frühen Vereinsgeschichte begann in den 1960er-Jahren. 1965 übernahm der deutsche Spielertrainer Helmut Benthaus die Mannschaft.
Benthaus führte moderne Trainingsmethoden ein und formte eine spielstarke Mannschaft. Zu ihren bekanntesten Akteuren gehörten Karl Odermatt, René Hasler, Peter Ramseier, Jürgen Sundermann und Ottmar Hitzfeld.
1967 gewann der FCB sowohl die Schweizer Meisterschaft als auch den Schweizer Cup und damit erstmals das Double. Im Cupfinal setzte sich Basel gegen Lausanne-Sport durch.
Weitere Meistertitel folgten 1969, 1970, 1972, 1973 und 1977. Der FC Basel entwickelte sich in dieser Zeit neben dem FC Zürich und den Grasshoppers zu einem der bestimmenden Vereine des Schweizer Fussballs.
Die Heimspiele wurden zunehmend im St. Jakob-Stadion ausgetragen. Grosse Meisterschafts- und Europacupspiele zogen Zehntausende Zuschauer an.
Europacup in den 1960er- und 1970er-Jahren
Mit den nationalen Erfolgen nahm Basel regelmässig am Europapokal der Landesmeister und am Europapokal der Pokalsieger teil.
In der Saison 1973/74 erreichte der FCB den Viertelfinal des Europapokals der Landesmeister. Nach einem 3:2-Heimsieg gegen Celtic Glasgow unterlag Basel im Rückspiel nach Verlängerung mit 2:4.
Die europäischen Begegnungen stärkten die internationale Bekanntheit des Clubs. Der sportliche und finanzielle Abstand zu den führenden Vereinen aus England, Spanien, Italien und Deutschland blieb jedoch beträchtlich.
Niedergang und Abstieg
Nach dem Meistertitel von 1980 begann eine sportlich schwierigere Zeit. Finanzielle Probleme, häufige Wechsel in der Vereinsführung und fehlende Kontinuität wirkten sich auf die Mannschaft aus.
1988 stieg der FC Basel erstmals seit langer Zeit aus der höchsten Spielklasse ab. Der Club spielte anschliessend sechs Saisons in der Nationalliga B.
Trotz der Zweitklassigkeit blieb die Unterstützung in der Region gross. Die Heimspiele auf dem Landhof wurden weiterhin von zahlreichen Fans besucht.
1994 gelang unter Trainer Claude Andrey die Rückkehr in die Nationalliga A. Das entscheidende Aufstiegsspiel gegen Étoile Carouge wurde zu einem wichtigen Ereignis der jüngeren Clubgeschichte.
Neubeginn in den 1990er-Jahren
Nach dem Aufstieg stabilisierte sich der Verein schrittweise in der höchsten Spielklasse. Die wirtschaftliche Entwicklung wurde durch neue Geldgeber und eine professionellere Organisation unterstützt.
1998 wurde das alte St. Jakob-Stadion abgebrochen. Während des Neubaus des St. Jakob-Parks trug der FC Basel seine Heimspiele im Stadion Schützenmatte aus.
Unter Trainer Christian Gross begann ab 1999 der sportliche Aufstieg. Die Mannschaft wurde personell verstärkt, und gleichzeitig entstanden professionellere Strukturen im sportlichen und wirtschaftlichen Bereich.
Eröffnung des St. Jakob-Parks
Am 15. März 2001 wurde der neue St. Jakob-Park eröffnet. Das von den Architekten Herzog & de Meuron entworfene Stadion ersetzte das frühere St. Jakob-Stadion.
Der St. Jakob-Park entwickelte sich rasch zum Mittelpunkt des Basler Fussballs. Die moderne Arena, der sportliche Erfolg und die wachsende Fanszene führten zu deutlich höheren Zuschauerzahlen.
Das Stadion wird in Basel meist «Joggeli» genannt. Neben den Heimspielen des FC Basel fanden dort Partien der Schweizer Nationalmannschaft, Konzerte und Spiele der Fussball-Europameisterschaft 2008 statt.
Double 2002
In der Saison 2001/02 gewann der FC Basel erstmals seit 22 Jahren wieder die Schweizer Meisterschaft. Im Cupfinal besiegte die Mannschaft den Grasshopper Club Zürich und sicherte sich das Double.
Zu den prägenden Spielern gehörten Pascal Zuberbühler, Murat Yakin, Hakan Yakin, Scott Chipperfield und Christian Giménez.
Der Titelgewinn markierte den Beginn einer neuen erfolgreichen Epoche. Der FC Basel entwickelte sich zum wirtschaftlich stärksten und sportlich konstantesten Schweizer Verein der folgenden Jahre.
Champions League 2002/03
In der Qualifikation zur UEFA Champions League 2002/03 setzte sich Basel gegen den slowakischen Club MŠK Žilina und anschliessend gegen Celtic Glasgow durch.
In der ersten Gruppenphase traf der FCB auf Valencia, Liverpool und Spartak Moskau. Basel erreichte den zweiten Platz und qualifizierte sich überraschend für die zweite Gruppenphase.
Dort spielte die Mannschaft gegen Manchester United, Juventus Turin und Deportivo La Coruña. Obwohl Basel punktgleich mit Juventus abschloss, verpasste der Club den Viertelfinal aufgrund der schlechteren Direktbegegnung.
Die Kampagne gilt als einer der wichtigsten internationalen Erfolge des Schweizer Clubfussballs. Das entscheidende 3:3 gegen Liverpool und der 2:1-Heimsieg gegen Juventus gehören zu den bekanntesten Spielen der Vereinsgeschichte.
Nationale Dominanz
2004 gewann Basel erneut die Schweizer Meisterschaft. Weitere Titel folgten 2005 und 2008.
Die Saison 2005/06 endete hingegen dramatisch. Am letzten Spieltag benötigte der FC Basel gegen den FC Zürich ein Unentschieden, um Meister zu werden. In der Nachspielzeit erzielte Iulian Filipescu das 2:1 für Zürich. Nach dem Spiel kam es im und um den St. Jakob-Park zu schweren Ausschreitungen.
2007 und 2008 gewann der FCB den Schweizer Cup. In der Saison 2007/08 sicherte sich Basel zudem den Meistertitel und damit erneut das Double.
Christian Gross verliess den Verein 2009 nach fast zehn Jahren. Seine Amtszeit hatte den Club sportlich, organisatorisch und wirtschaftlich nachhaltig geprägt.
Serie von acht Meistertiteln
Unter den Trainern Thorsten Fink, Heiko Vogel, Murat Yakin, Paulo Sousa und Urs Fischer gewann der FC Basel von 2010 bis 2017 acht Schweizer Meisterschaften in Folge.
Diese Serie war zu diesem Zeitpunkt ein Rekord im Schweizer Fussball. Der Club verfügte über die höchsten Einnahmen der Liga, eine grosse Zuschauerbasis und regelmässige Erträge aus europäischen Wettbewerben und Spielertransfers.
In der Meisterschaftssaison 2016/17 gewann Basel den 20. Titel der Vereinsgeschichte. Dadurch durfte der Club einen zweiten Meisterstern auf seinem Trikot anbringen. Im gleichen Jahr besiegte der FCB den FC Sion im Cupfinal mit 3:0 und gewann das sechste Double seiner Geschichte.
Internationale Erfolge nach 2010
In der Champions-League-Saison 2011/12 erreichte Basel den Achtelfinal. In der Gruppenphase gewann der FCB auswärts gegen Oțelul Galați und zu Hause gegen Manchester United. Das abschliessende 2:1 gegen Manchester sicherte den Einzug in die K.-o.-Runde.
Im Achtelfinal gewann Basel das Hinspiel gegen Bayern München mit 1:0. Im Rückspiel unterlag die Mannschaft jedoch mit 0:7.
In der UEFA Europa League 2012/13 erreichte der FCB den Halbfinal. Nach Erfolgen gegen Dnipro Dnipropetrowsk, Zenit St. Petersburg und Tottenham Hotspur scheiterte Basel am späteren Sieger Chelsea.
In der folgenden Champions-League-Saison gewann Basel sowohl das Heim- als auch das Auswärtsspiel gegen Chelsea. Trotz dieser Erfolge wurde die Mannschaft Gruppendritter und wechselte in die Europa League.
2014/15 erreichte Basel erneut den Achtelfinal der Champions League. Ein 1:1 bei Liverpool am letzten Spieltag sicherte das Weiterkommen. Im Achtelfinal schied der FCB gegen den FC Porto aus.
In der Saison 2017/18 stellte Basel mit zwölf Punkten einen Schweizer Rekord in der Champions-League-Gruppenphase auf. Zu den Höhepunkten gehörten der 5:0-Heimsieg gegen Benfica Lissabon und der 2:1-Auswärtssieg gegen Manchester City. Im Achtelfinal schied Basel gegen Manchester City aus.[2]
Ende der Meisterserie
2017 kam es zu einem umfassenden Wechsel in der Clubführung. Die langjährige Führung um Präsident Bernhard Heusler und Sportdirektor Georg Heitz trat zurück.
In der Saison 2017/18 gewann BSC Young Boys die Meisterschaft und beendete damit die Basler Serie von acht Titeln in Folge.
Basel blieb zunächst der wichtigste Verfolger der Berner. 2019 gewann der FCB unter Trainer Marcel Koller den Schweizer Cup durch einen Finalsieg gegen den FC Thun.
In der UEFA Europa League 2019/20 erreichte Basel den Viertelfinal. Wegen der COVID-19-Pandemie wurde die K.-o.-Phase im Sommer 2020 in einem veränderten Turnierformat ausgetragen. Der FCB unterlag Schachtar Donezk.
Sportliche und wirtschaftliche Schwierigkeiten
Nach 2017 verlor der Club seine frühere Dominanz. Häufige Trainerwechsel, Veränderungen in der sportlichen Leitung, umstrittene Entscheidungen der Eigentümer und finanzielle Belastungen führten zu Unruhe.
Im Jahr 2021 übernahm eine neue Eigentümergruppe um den früheren FCB-Spieler David Degen die Aktienmehrheit der FC Basel 1893 AG.
Sportlich blieb der Verein hinter den Erwartungen zurück. In der Saison 2022/23 erreichte der FCB zwar den Halbfinal der UEFA Europa Conference League, belegte in der Schweizer Meisterschaft aber nur den fünften Rang.
Im Halbfinal der Conference League traf Basel auf die AC Fiorentina. Nach einem 2:1-Auswärtssieg im Hinspiel verlor der FCB das Rückspiel nach Verlängerung mit 1:3 und verpasste damit den ersten europäischen Final der Vereinsgeschichte.
Die Saison 2023/24 begann mit einer Serie von Niederlagen. Zeitweise lag der Club auf dem letzten Tabellenplatz. Am Ende erreichte Basel Rang acht und sicherte den Ligaerhalt.
Double 2024/25
Im Sommer 2024 kehrte Xherdan Shaqiri nach Basel zurück. Der ehemalige Nachwuchsspieler entwickelte sich zum sportlichen und emotionalen Mittelpunkt der Mannschaft.
Unter Trainer Fabio Celestini gewann der FCB die Schweizer Meisterschaft 2024/25. Der Titel stand nach einem 5:2-Auswärtssieg beim FC Lugano fest. Basel beendete die Saison mit 73 Punkten und zehn Punkten Vorsprung auf Servette.
Shaqiri erzielte 18 Meisterschaftstore und lieferte 21 Torvorlagen. Er wurde damit sowohl Torschützenkönig als auch bester Vorbereiter der Super League.[3]
Am 1. Juni 2025 gewann Basel zusätzlich den 100. Final des Schweizer Cups. Im ausverkauften Stadion Wankdorf besiegte der FCB den FC Biel-Bienne und sicherte sich den 14. Cupsieg der Vereinsgeschichte.[4]
Europacup 2025/26
Als Schweizer Meister nahm der FC Basel an den Play-offs zur UEFA Champions League 2025/26 teil. Nach einem 1:1 im Heimspiel verlor die Mannschaft das Rückspiel beim FC Kopenhagen mit 0:2.
Basel wechselte dadurch in die Ligaphase der UEFA Europa League. Dort gewann der FCB gegen den VfB Stuttgart und FCSB Bukarest. Mit insgesamt sechs Punkten belegte die Mannschaft Rang 30 und schied nach der Ligaphase aus.[5]
Vereinsfarben und Wappen
Die Vereinsfarben des FC Basel sind Rot und Blau. Deshalb werden der Club und seine Mannschaften häufig als «Rotblau» bezeichnet.
Das Vereinswappen besteht aus einem ovalen Schild mit roter und blauer Teilung. Darauf befinden sich die Buchstaben «FCB» und ein goldener Fussball. Form und grafische Ausführung wurden im Laufe der Vereinsgeschichte mehrfach angepasst.
Die Farbkombination Rot-Blau beeinflusste möglicherweise das Wappen des 1899 gegründeten FC Barcelona. Der Schweizer Joan Gamper, ein früher Spieler des FC Basel und Gründer des FC Barcelona, kannte die Basler Vereinsfarben. Ein eindeutiger historischer Beleg dafür, dass Barcelona die Farben unmittelbar vom FCB übernahm, besteht jedoch nicht.
Seit dem 20. Schweizer Meistertitel von 2017 trägt das Wappen auf den Trikots zwei goldene Sterne. Im Schweizer Clubfussball steht jeder Stern für zehn gewonnene Meisterschaften.
Stadion
Landhof
Der Landhof im Wettsteinquartier war während des grössten Teils der frühen Vereinsgeschichte die Heimstätte des FC Basel.
Auf dem Platz wurden zahlreiche Meisterschafts-, Cup- und internationale Spiele ausgetragen. Die Anlage wurde mehrfach erweitert, blieb jedoch im Vergleich zu modernen Stadien klein.
Nach dem Umzug ins St. Jakob-Stadion verlor der Landhof seine Funktion als Hauptstadion. Er blieb aber ein bedeutender Erinnerungsort für den Verein und den Basler Fussball.
St. Jakob-Stadion
Das St. Jakob-Stadion wurde für die Fussball-Weltmeisterschaft 1954 gebaut. Es lag in der Gemeinde Münchenstein unmittelbar an der Grenze zur Stadt Basel.
Der FC Basel nutzte das Stadion zunächst für besonders wichtige Spiele und später regelmässig als Heimstätte. In seiner grössten Ausbaustufe fasste das Stadion über 50'000 Zuschauer.
1998 wurde das alte Stadion abgebrochen. Während des Neubaus wich der FCB in das Stadion Schützenmatte aus.
St. Jakob-Park
Der heutige St. Jakob-Park wurde 2001 eröffnet. Er ist das grösste Fussballstadion der Schweiz und bietet bei nationalen Spielen rund 38'000 Zuschauerinnen und Zuschauern Platz.
Das Stadion gehört der Genossenschaft Stadion St. Jakob-Park. Der FC Basel nutzt es als Heimstätte. Neben dem Fussballstadion umfasst der Gebäudekomplex Einkaufsflächen, Wohnungen und weitere Nutzungen.
Die steil angeordneten Tribünen und die Nähe der Zuschauer zum Spielfeld tragen zur dichten Atmosphäre bei. Die Muttenzerkurve befindet sich hinter dem östlichen Tor.
Fans
Der FC Basel besitzt eine der grössten Fanszenen der Schweiz. Seine Anhängerschaft stammt vor allem aus Basel-Stadt, Basel-Landschaft und den angrenzenden Regionen der Nordwestschweiz.
Die bekannteste Fangruppierung befindet sich in der Muttenzerkurve. Sie organisiert Choreografien, Gesänge und weitere Formen der Unterstützung.
Die Kurve ist nach der Gemeinde Muttenz benannt, obwohl sie geografisch im Bereich des St. Jakob-Parks liegt. Die Bezeichnung stammt aus dem früheren St. Jakob-Stadion.
Während der erfolgreichen Jahre nach 2001 stiegen die Zuschauerzahlen deutlich. In der Meisterschaftssaison 2024/25 betrug der durchschnittliche Besuch bei den Basler Heimspielen 26'141 Personen.[6]
Die Fans verwenden neben «Rotblau» den Ausdruck «Bebbi» für den Club und seine Anhänger. «Bebbi» ist eine traditionelle Bezeichnung für Einwohnerinnen und Einwohner Basels.
Rivalitäten
FC Zürich
Die bedeutendste nationale Rivalität besteht mit dem FC Zürich. Begegnungen zwischen den beiden Clubs werden häufig als Klassiker des Schweizer Fussballs bezeichnet.
Die Rivalität wurde durch zahlreiche Meisterschafts- und Cupduelle verstärkt. Besonders prägend war das letzte Meisterschaftsspiel der Saison 2005/06, als Zürich mit einem Treffer in der Nachspielzeit den Titel gewann.
Auch Unterschiede zwischen den Städten Basel und Zürich tragen zur Bedeutung der Begegnung bei.
Grasshopper Club Zürich
Mit dem Grasshopper Club Zürich verbindet den FCB eine lange sportliche Rivalität. Beide Vereine trafen bereits im frühen Schweizer Fussball regelmässig aufeinander.
Besonders in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren waren die Grasshoppers ein wichtiger Konkurrent im Kampf um Meisterschaft und Cup.
BSC Young Boys
Seit den 2000er-Jahren entwickelte sich eine sportliche Rivalität mit dem BSC Young Boys. Basel dominierte zunächst die Meisterschaft, bevor die Berner 2018 die achtjährige Basler Titelserie beendeten.
In den folgenden Jahren wurde YB zum erfolgreichsten Schweizer Club, während Basel um die Rückkehr an die Spitze kämpfte.
Nationale Erfolge
| Wettbewerb | Anzahl | Titeljahre |
|---|---|---|
| Schweizer Meisterschaft | 21 | 1953, 1967, 1969, 1970, 1972, 1973, 1977, 1980, 2002, 2004, 2005, 2008, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2025 |
| Schweizer Cup | 14 | 1933, 1947, 1963, 1967, 1975, 2002, 2003, 2007, 2008, 2010, 2012, 2017, 2019, 2025 |
| Schweizer Ligacup | 1 | 1973 |
Der FCB gewann siebenmal in derselben Saison Meisterschaft und Cup. Diese Doubles gelangen 1967, 2002, 2008, 2010, 2012, 2017 und 2025.
Internationale Bilanz
Der FC Basel gewann bisher keinen europäischen Clubwettbewerb. Er gehört jedoch zu den international erfolgreichsten Schweizer Mannschaften der Neuzeit.
Zu den wichtigsten Ergebnissen zählen der Viertelfinal im Europapokal der Landesmeister 1973/74, der Halbfinal der UEFA Europa League 2012/13, der Viertelfinal der Europa League 2019/20 und der Halbfinal der UEFA Europa Conference League 2022/23.
In der UEFA Champions League erreichte Basel 2002/03 die zweite Gruppenphase sowie 2011/12, 2014/15 und 2017/18 den Achtelfinal.
Der FCB gewann im Europacup unter anderem gegen Manchester United, Chelsea, Liverpool, Bayern München, Juventus Turin, AS Rom, Tottenham Hotspur und Manchester City.
Nachwuchsarbeit
Die Nachwuchsabteilung des FC Basel gehört zu den bedeutendsten Ausbildungszentren des Schweizer Fussballs.
Aus dem Basler Nachwuchs gingen zahlreiche spätere Nationalspieler hervor. Dazu gehören unter anderem Xherdan Shaqiri, Granit Xhaka, Taulant Xhaka, Breel Embolo, Yann Sommer, Ivan Rakitić, Philipp Degen und David Degen.
Der Nachwuchs-Campus Basel wurde 2013 auf dem St. Jakob-Areal in der Brüglinger Ebene eröffnet. Dort trainieren mehrere Juniorenmannschaften sowie zeitweise Teams der Frauenabteilung.[7]
Die U21 dient als Verbindung zwischen Junioren- und Profifussball. Sie spielt im Ligasystem des Schweizerischen Fussballverbands gegen erste Mannschaften anderer Vereine.
Die Nachwuchsarbeit verfolgt sowohl sportliche als auch wirtschaftliche Ziele. Eigene Spieler sollen den Sprung in die erste Mannschaft schaffen oder durch spätere Transfers Einnahmen erzielen.
Frauenfussball
Der FC Basel verfügt über eine Frauenabteilung mit einer ersten Mannschaft und mehreren Nachwuchsteams.
Die erste Frauenmannschaft spielt in der höchsten Schweizer Frauenliga. Sie entstand aus der Zusammenarbeit mit dem früheren Frauenverein Concordia Basel und wurde schrittweise in die Strukturen des FCB integriert.
Die Baslerinnen erreichten wiederholt vordere Meisterschaftsplätze und Cupfinals. Im Schweizer Cupfinal 2025 traf das Team auf den FC Zürich.
Die Frauen- und Mädchenteams nutzen Trainingsanlagen des Clubs und teilweise den Nachwuchs-Campus.
Vereinsorganisation
Die Organisation des FC Basel besteht aus dem Stammverein Fussball Club Basel 1893 und der FC Basel 1893 AG.
Der Verein ist Träger der Tradition, der Mitgliedschaft und bestimmter Nachwuchs- und Vereinsaufgaben. Der professionelle Spielbetrieb ist in der Aktiengesellschaft organisiert.
Die Eigentums- und Führungsstruktur wurde seit Beginn des 21. Jahrhunderts mehrfach verändert. Zu den prägenden Führungspersönlichkeiten gehörten René C. Jäggi, Gigi Oeri, Bernhard Heusler und David Degen.
Der Verwaltungsrat der Aktiengesellschaft trägt die strategische Verantwortung für den Profibetrieb. Die operative Leitung wird durch die Geschäftsleitung und die sportliche Führung wahrgenommen.
Wirtschaftliche Bedeutung
Der FC Basel ist einer der wirtschaftlich bedeutendsten Sportvereine der Schweiz. Seine Einnahmen stammen aus Ticketverkauf, Sponsoring, Medienrechten, Merchandising, europäischen Wettbewerben und Spielertransfers.
Besonders in den erfolgreichen Jahren zwischen 2002 und 2017 erzielte der Club hohe Einnahmen aus der Champions League und dem Verkauf ausgebildeter oder weiterentwickelter Spieler.
Die sportliche Abhängigkeit von Europacup-Einnahmen und Transfererlösen führte in weniger erfolgreichen Jahren jedoch zu finanziellen Herausforderungen.
Der Club besitzt eine grosse wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung für die Region Basel. Heimspiele bringen regelmässig Zehntausende Menschen in den St. Jakob-Park und wirken sich auf Gastronomie, Verkehr, Detailhandel und Tourismus aus.
Gesellschaft und Region
Der FC Basel versteht sich als Club der gesamten Region Basel. Seine Anhängerschaft überschreitet die Grenzen der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft.
Der Verein beteiligt sich an sozialen Projekten, Schulangeboten, Integrationsprogrammen und gemeinnützigen Aktionen. Spieler und Mitarbeitende treten regelmässig bei Veranstaltungen in der Region auf.
Die Stiftung Nachwuchs-Campus Basel und weitere Partner unterstützen die Ausbildung junger Fussballerinnen und Fussballer.
Der Club ist ausserdem ein wichtiger Bestandteil der Basler Alltagskultur. Vereinsfarben, Fahnen, Aufkleber und Wandbilder sind im Stadtbild weit verbreitet.
Bekannte Spieler
Zu den bedeutenden oder besonders bekannten Spielern des FC Basel gehören:
- Josef Hügi
- Karl Odermatt
- René Hasler
- Peter Ramseier
- Ottmar Hitzfeld
- Erni Maissen
- Massimo Ceccaroni
- Adrian Knup
- Alexander Frei
- Marco Streller
- Benjamin Huggel
- Scott Chipperfield
- Murat Yakin
- Hakan Yakin
- Matías Delgado
- Xherdan Shaqiri
- Granit Xhaka
- Yann Sommer
- Ivan Rakitić
- Breel Embolo
- Mohamed Salah
- Mohamed Elneny
Josef Hügi gilt als einer der erfolgreichsten Torjäger der Clubgeschichte. Massimo Ceccaroni bestritt besonders viele Pflichtspiele für den FCB und blieb dem Verein später auch in anderen Funktionen verbunden.
Bekannte Trainer
Zu den prägenden Trainern des Clubs gehören:
- René Bader
- Jiří Sobotka
- Helmut Benthaus
- Ernst-August Künnecke
- Karl Engel
- Friedel Rausch
- Claude Andrey
- Christian Gross
- Thorsten Fink
- Heiko Vogel
- Murat Yakin
- Paulo Sousa
- Urs Fischer
- Marcel Koller
- Fabio Celestini
Helmut Benthaus und Christian Gross gelten aufgrund ihrer langen Amtszeiten und zahlreichen Titel als besonders bedeutende Trainer der Vereinsgeschichte.
Rekorde und Besonderheiten
Der FC Basel gewann von 2010 bis 2017 acht Schweizer Meisterschaften in Folge.
Mit dem 20. Meistertitel erhielt der Club 2017 das Recht, einen zweiten Meisterstern auf dem Trikot zu tragen.
Der 5:0-Sieg gegen Benfica Lissabon im Jahr 2017 war der bis dahin höchste Sieg einer Schweizer Mannschaft in der UEFA Champions League.
Basel ist einer der wenigen Clubs, die in einer Champions-League-Saison beide Gruppenspiele gegen Chelsea gewannen. Dies gelang 2013/14.
Der Club erreichte als erste Schweizer Mannschaft den Halbfinal der UEFA Europa League.
Mit dem Halbfinal der Conference League 2022/23 gelang Basel ein weiterer bedeutender europäischer Erfolg.
Siehe auch
- Fussball in der Schweiz
- Super League (Schweiz)
- Schweizer Cup
- St. Jakob-Park
- Landhof
- Basel
- Muttenzerkurve
- FC Basel Frauen
- Liste der Schweizer Fussballmeister
- Liste der Schweizer Cupsieger
Literatur
- Josef Zindel: FC Basel 1893. Die ersten 125 Jahre. Friedrich Reinhardt Verlag, Basel 2018.
- Rotblau: Jahrbuch des FC Basel 1893. Verschiedene Jahrgänge, Basel.
- Daniel Schaub: Das grosse Buch der Schweizer Fussballstadien. Verlag Die Werkstatt, Göttingen.
- Christian Koller: Transnationalität und Popularisierung – Thesen und Fragen zur Frühgeschichte des Schweizer Fussballs. In: SportZeiten, Göttingen.
- FC Basel 1893: 125 Jahre FCB – Geschichte, Menschen und Erfolge. Basel.
Weblinks
- Offizielle Website des FC Basel 1893
- Swiss Football League
- Schweizerischer Fussballverband
- Europacup-Bilanz des FC Basel bei der UEFA
- Informationsportal zum FC Basel
- Offizielle Website des St. Jakob-Parks
Einzelnachweise
- ↑ Swiss Football League: Statistik-Meister Basel – die Zahlen zum Titel 2024/25, 12. Mai 2025, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ UEFA: Basel welcome Manchester City for last-16 opener, 16. Januar 2018, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Swiss Football League: Shaqiri krönt sich zum Torschützenkönig, 30. Mai 2025, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Schweizerischer Fussballverband: Bisherige Cupsieger, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Swiss Football League: Europäische Wettbewerbe Saison 2025/26, 26. Juni 2026, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Swiss Football League: Rekordjahr bestätigt – mehr als drei Millionen Fans in den Stadien, 2. Juni 2025, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ FC Basel 1893: Campus, abgerufen am 26. Juli 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu FC Basel