Salt Mobile
| Salt Mobile | |
|---|---|
| Unternehmensname | Salt Mobile SA |
| Frühere Namen | Orange Communications SA, Salt SA |
| Unternehmensform | Aktiengesellschaft |
| Gründung | 1999 |
| Sitz | Renens, Kanton Waadt |
| Branche | Telekommunikation |
| Leitung | Max Nunziata, Chief Executive Officer |
| Eigentümerin | NJJ-Gruppe |
| Tätigkeitsgebiet | Schweiz |
| Produkte | Mobilfunk, Internet, Festnetztelefonie und digitales Fernsehen |
| Mobilfunknetz | 4G/LTE und 5G |
| Website | www.salt.ch |
Salt Mobile ist ein Schweizer Telekommunikationsunternehmen mit Sitz in Renens im Kanton Waadt. Das Unternehmen betreibt eines der drei landesweiten Mobilfunknetze der Schweiz und bietet Mobilfunkabonnemente, Prepaid-Angebote, mobile Datendienste sowie Telekommunikationslösungen für Privat- und Geschäftskunden an. Seit 2018 gehören auch Internetzugänge über Glasfasernetze, Festnetztelefonie und digitales Fernsehen zum Angebot.
Das Unternehmen wurde 1999 als Orange Communications SA gegründet und trat zunächst unter der internationalen Marke Orange auf. Nach mehreren Eigentümerwechseln wurde es 2015 in Salt umbenannt. Eigentümerin ist eine Gesellschaft der NJJ-Gruppe des französischen Telekommunikationsunternehmers Xavier Niel.[1]
Salt steht im Schweizer Telekommunikationsmarkt insbesondere mit Swisscom und Sunrise im Wettbewerb. Neben diesen drei Unternehmen, die eigene landesweite Mobilfunknetze betreiben, bestehen zahlreiche virtuelle Mobilfunkanbieter, die Kapazitäten bestehender Netze nutzen.
Name
Die englische Bezeichnung Salt bedeutet auf Deutsch Salz. Der Markenname wurde im April 2015 eingeführt und ersetzte die zuvor verwendete Marke Orange.
Mit der Umbenennung erhielt das Unternehmen ein neues Erscheinungsbild mit einem schwarzen Schriftzug und einem aus mehreren Farben zusammengesetzten runden Symbol. Der neue Name sollte das Unternehmen deutlicher von seiner früheren französischen Muttergesellschaft abgrenzen und eine eigenständige Position im Schweizer Markt schaffen.
Die juristische Gesellschaft trägt den Namen Salt Mobile SA. In älteren Dokumenten erscheinen die Namen Orange Communications SA und Salt SA.
Geschichte
Markteintritt als Orange
Die schweizerische Mobilfunkliberalisierung der 1990er Jahre ermöglichte den Aufbau zusätzlicher Mobilfunknetze neben dem damaligen Monopolunternehmen Swisscom.
Orange Communications nahm im Juni 1999 den kommerziellen Betrieb in der Schweiz auf. Das Unternehmen gehörte zunächst zur Orange-Gruppe, die später Teil des französischen Telekommunikationskonzerns France Télécom wurde.
Orange war nach Swisscom und dem damaligen Anbieter diAx, aus dem später Sunrise hervorging, der dritte Betreiber eines landesweiten digitalen Mobilfunknetzes in der Schweiz.
Zu Beginn konzentrierte sich das Unternehmen auf Mobiltelefonie und Kurznachrichten. Mit der Weiterentwicklung der Mobilfunkstandards kamen mobile Datendienste und später breitbandige Internetzugänge hinzu.
Ausbau des Mobilfunknetzes
Das ursprüngliche GSM-Netz wurde schrittweise auf neue Mobilfunkgenerationen erweitert. Anfang der 2000er Jahre führte Orange GPRS und weitere paketvermittelte Datendienste ein.
Mit UMTS begann der Aufbau eines Mobilfunknetzes der dritten Generation. Dieses ermöglichte höhere Datenraten, mobile Internetdienste und Videotelefonie.
Ab den 2010er Jahren investierte das Unternehmen verstärkt in LTE. Die vierte Mobilfunkgeneration erhöhte die Übertragungsgeschwindigkeit und verbesserte die Kapazität des Netzes für Smartphones, Tablets und mobile Router.
Die Eidgenössische Kommunikationskommission vergab 2012 und 2019 Mobilfunkfrequenzen an die drei Schweizer Netzbetreiber Swisscom, Sunrise und Salt. Ein Teil der 2019 versteigerten Frequenzen wird für den Aufbau von 5G verwendet.[2]
Geplante Fusion mit Sunrise
Im November 2009 kündigten die damaligen Eigentümer von Orange Schweiz und Sunrise eine Zusammenlegung der beiden Unternehmen an.
Die geplante Fusion hätte die Zahl der eigenständigen Schweizer Mobilfunknetze von drei auf zwei reduziert. Orange und Sunrise begründeten das Vorhaben mit hohen Investitionskosten und der Möglichkeit, gemeinsam stärker mit Swisscom zu konkurrieren.
Die Wettbewerbskommission untersagte die Fusion im April 2010. Sie befürchtete, dass das neue Unternehmen zusammen mit Swisscom eine marktbeherrschende Stellung im Mobilfunkmarkt erhalten könnte.
Orange und Sunrise blieben daraufhin eigenständige Anbieter. Die Entscheidung prägte die weitere Entwicklung des Schweizer Mobilfunkmarktes und bewahrte die Struktur mit drei landesweiten Netzbetreibern.
Verkauf an Apax Partners
France Télécom entschied Anfang der 2010er Jahre, ihre Schweizer Tochtergesellschaft zu verkaufen. Im Dezember 2011 wurde eine Vereinbarung mit von Apax Partners beratenen Fonds bekannt gegeben.
Die Übernahme wurde 2012 abgeschlossen. Orange Schweiz wurde vollständig von der internationalen Orange-Gruppe getrennt, durfte die Marke jedoch während einer Übergangszeit weiterverwenden.
Apax Partners investierte nach eigenen Angaben in den Netzausbau, die Kundenbetreuung und die betriebliche Entwicklung. Das Unternehmen blieb unter dem Namen Orange Communications im Schweizer Markt tätig.[3]
Übernahme durch NJJ
Im Dezember 2014 vereinbarte Apax Partners den Verkauf von Orange Schweiz an NJJ Capital. Der angegebene Unternehmenswert betrug 2,8 Milliarden Schweizer Franken.[1]
NJJ ist die private Beteiligungsgesellschaft des französischen Unternehmers Xavier Niel. Dieser gründete den Telekommunikationsanbieter Free und investierte später in verschiedene Telekommunikationsunternehmen in Europa.
Nach den erforderlichen behördlichen Genehmigungen wurde die Übernahme im Jahr 2015 abgeschlossen. Das Unternehmen wurde damit Teil einer internationalen Gruppe von Telekommunikationsbeteiligungen, blieb jedoch als eigenständiger Schweizer Anbieter organisiert.
Einführung der Marke Salt
Am 23. April 2015 wurde Orange Schweiz in Salt umbenannt. Die bisherige Marke Orange verschwand aus den Läden, Werbemitteln und Kundenangeboten.
Die Umstellung umfasste das Logo, die Website, die Verkaufsstellen, SIM-Karten, Rechnungen und die Kommunikation mit den Kundinnen und Kunden. Bestehende Verträge blieben grundsätzlich gültig.
Mit der neuen Marke positionierte sich Salt als preisorientierter und eigenständiger Mobilfunkanbieter. Das Unternehmen vereinfachte seine Tarifstruktur und setzte stärker auf Angebote mit pauschal eingeschlossenen Gesprächs-, Nachrichten- und Datenleistungen.
Eigentumsverhältnisse
Salt befindet sich in privatem Besitz und ist nicht an einer Börse kotiert.
Die Kontrolle liegt bei der NJJ-Gruppe von Xavier Niel. NJJ hält oder kontrolliert Telekommunikationsbeteiligungen in mehreren europäischen Staaten und Regionen.
Da Salt nicht börsenkotiert ist, unterliegt das Unternehmen nicht denselben umfassenden Veröffentlichungspflichten wie eine Publikumsgesellschaft. Es publiziert jedoch regelmässig ausgewählte Finanz- und Geschäftszahlen für Investoren.
Die Eigentümerstruktur unterscheidet Salt von Swisscom, an der die Schweizerische Eidgenossenschaft die gesetzlich vorgeschriebene Aktienmehrheit hält, und von Sunrise, das als eigenständige börsenkotierte Unternehmensgruppe organisiert ist.
Unternehmensleitung
Seit dem 1. Juni 2023 ist Max Nunziata Chief Executive Officer von Salt. Er folgte auf Pascal Grieder, der das Unternehmen seit 2018 geleitet hatte.[4]
Nunziata war zuvor unter anderem bei der Cornèr Bank Gruppe tätig und leitete den Kreditkartenanbieter BonusCard.ch.
Zur Geschäftsleitung gehören neben dem Chief Executive Officer Verantwortliche für Finanzen, Technik, Vertrieb, Kundengeschäft, Personal und weitere Unternehmensbereiche.
Mobilfunknetz
Salt besitzt und betreibt ein eigenes landesweites Mobilfunknetz. Es gehört neben Swisscom und Sunrise zu den drei Mobilfunknetzen der Schweiz.
Das Netz besteht aus mehreren tausend Antennenstandorten, Vermittlungsanlagen, Glasfaserverbindungen, Rechenzentren und weiteren technischen Einrichtungen. Die Antennen sind auf Gebäuden, Masten und anderen Infrastrukturanlagen installiert.
Salt gibt für sein Mobilfunknetz eine Abdeckung von 99,9 Prozent der Schweizer Bevölkerung an.[5] Die Flächenabdeckung liegt naturgemäss tiefer, da grosse Gebirgs-, Wald- und unbewohnte Regionen nicht durchgehend versorgt werden.
Die tatsächliche Empfangsqualität hängt von zahlreichen Faktoren ab. Dazu gehören Entfernung und Sichtverbindung zur Antenne, Gelände, Gebäudematerialien, genutztes Frequenzband, Endgerät und gleichzeitige Netzauslastung.
Mobilfunktechnologien
Salt betreibt Mobilfunkdienste über verschiedene technische Generationen.
GSM
Das ursprüngliche Netz basierte auf GSM und wurde hauptsächlich für Sprachtelefonie und SMS verwendet.
Mit Erweiterungen wie GPRS und EDGE konnten auch Daten übertragen werden. Die Geschwindigkeiten waren im Vergleich zu späteren Mobilfunkgenerationen gering.
GSM war für lange Zeit besonders wichtig für ältere Mobiltelefone, Notrufsysteme, Alarmanlagen und technische Geräte.
UMTS
UMTS bildete die dritte Mobilfunkgeneration. Es ermöglichte schnellere mobile Datenverbindungen und verbesserte die Nutzung des Internets auf Mobiltelefonen.
Durch Erweiterungen wie HSPA und HSPA+ konnten die Datenraten weiter erhöht werden.
Mit der starken Verbreitung von LTE verlor UMTS an Bedeutung. Mobilfunkanbieter schalten ältere Netzgenerationen schrittweise ab, um Frequenzen für modernere Technologien zu verwenden.
LTE
LTE wird häufig als 4G bezeichnet. Es bildet einen wesentlichen Teil des mobilen Breitbandangebots von Salt.
Durch die Bündelung mehrerer Frequenzblöcke kann LTE-Advanced höhere Datenraten erreichen. Die tatsächlich verfügbare Geschwindigkeit hängt von Netzabdeckung, Endgerät und Auslastung ab.
Sprachgespräche können über Voice over LTE geführt werden. Dabei wird Sprache wie eine Datenverbindung über das LTE-Netz übertragen. Dies ermöglicht einen schnelleren Gesprächsaufbau und eine höhere Sprachqualität.
5G
Salt baut seit 2019 ein Mobilfunknetz der fünften Generation auf. 5G bietet höhere Kapazitäten, kürzere Reaktionszeiten und eine effizientere Nutzung des verfügbaren Frequenzspektrums.
Die Technologie wird sowohl auf bestehenden als auch auf neuen Antennenstandorten eingesetzt. Teilweise können 4G und 5G dieselben Frequenzen dynamisch nutzen.
5G dient nicht nur Smartphones, sondern auch drahtlosen Internetzugängen, industriellen Anwendungen, vernetzten Geräten und weiteren digitalen Diensten.
Der Ausbau von 5G ist in der Schweiz Gegenstand gesellschaftlicher und politischer Debatten. Diskutiert werden unter anderem Mobilfunkgrenzwerte, Bewilligungsverfahren, Energieverbrauch und die Gestaltung adaptiver Antennen.
Frequenzen
Salt besitzt Nutzungsrechte für verschiedene Mobilfunkfrequenzen. Die Konzessionen werden von der Eidgenössischen Kommunikationskommission vergeben.
Niedrige Frequenzbereiche wie 700, 800 und 900 MHz eignen sich besonders für eine grossflächige Versorgung und eine bessere Durchdringung von Gebäuden.
Höhere Frequenzen wie 1800, 2100, 2600 und 3500 MHz bieten grössere Kapazitäten, besitzen aber eine geringere Reichweite.
Die konkrete Verteilung der Frequenzblöcke wurde in mehreren Auktionen festgelegt. Die Anbieter zahlen für die Konzessionen und müssen technische sowie rechtliche Auflagen erfüllen.
Netzqualität
Die Qualität der Schweizer Mobilfunknetze wird regelmässig durch Behörden, Fachmedien und private Messunternehmen untersucht.
Die Ergebnisse unterscheiden sich je nach Messmethode, Region, Endgerät und Erhebungszeitraum. Manche Tests beruhen auf kontrollierten Fahrten und Fussmessungen, andere auf anonymisierten Daten realer Nutzerinnen und Nutzer.
Im Tätigkeitsbericht 2025 der Eidgenössischen Kommunikationskommission erreichte Salt bei den ausgewerteten nutzerbasierten Messungen eine durchschnittliche technologieunabhängige Downloadgeschwindigkeit von 98,9 Mbit/s und lag damit hinter Swisscom, aber vor Sunrise.[6]
Salt erhielt in verschiedenen unabhängigen Netztests hohe Bewertungen. Die Ergebnisse sind jeweils Momentaufnahmen und können nicht für jeden einzelnen Standort garantiert werden.
Mobilfunkangebote
Salt bietet Mobilfunkabonnemente für Privat- und Geschäftskunden an. Die Angebote unterscheiden sich insbesondere hinsichtlich Datenvolumen, maximaler Geschwindigkeit, Roaming und eingeschlossener internationaler Verbindungen.
Viele Abonnemente enthalten unlimitierte Anrufe und Nachrichten innerhalb der Schweiz. Je nach Tarif sind auch mobile Daten, Telefonie oder Roaming in europäischen und weiteren Staaten eingeschlossen.
Neben regulären Listenpreisen führt Salt häufig zeitlich begrenzte Aktionen durch. Dadurch können sich die tatsächlich angebotenen Preise erheblich von den Standardpreisen unterscheiden.
Bei Aktionsabonnementen gelten teilweise Mindestvertragsdauern, besondere Kündigungsfristen oder Preisbedingungen. Für Kundinnen und Kunden sind deshalb die jeweiligen Vertragsunterlagen und allgemeinen Geschäftsbedingungen massgebend.
Prepaid
Salt bietet auch Prepaid-Mobilfunk an. Bei diesem Modell wird ein Guthaben im Voraus aufgeladen.
Gespräche, Nachrichten und Datenverbindungen werden vom vorhandenen Guthaben abgezogen. Ergänzend können Daten-, Gesprächs- oder Roamingpakete gebucht werden.
Prepaid-Angebote richten sich unter anderem an Personen, die keine längerfristige Vertragsbindung wünschen, ihre Kosten begrenzen möchten oder eine zusätzliche SIM-Karte benötigen.
Wie bei anderen Schweizer Mobilfunkanbietern müssen Prepaid-Kundinnen und -Kunden ihre Identität registrieren lassen.
Roaming
Roaming ermöglicht die Nutzung eines Schweizer Mobilfunkanschlusses in ausländischen Netzen.
Die Preise hängen vom Abonnement, vom Reiseland und von den verwendeten Diensten ab. Bestimmte Tarife enthalten ein begrenztes oder unlimitiertes Roamingvolumen in ausgewählten Ländern.
Die Schweiz gehört weder zur Europäischen Union noch zum Europäischen Wirtschaftsraum. Die innerhalb der EU geltenden Regeln über Roaming zu Inlandspreisen gelten deshalb nicht automatisch für Schweizer Anbieter.
Salt bietet verschiedene Daten- und Roamingpakete an. Kundinnen und Kunden können ihre Nutzung über Kundenkonto, App oder Benachrichtigungen kontrollieren.
Für Reisen ausserhalb der eingeschlossenen Zonen können hohe Kosten entstehen. Smartphones sollten deshalb so eingestellt werden, dass unerwünschtes Datenroaming vermieden wird.
Virtuelle Mobilfunkanbieter
Neben der eigenen Marke stellt Salt Netzkapazitäten für andere Anbieter bereit. Solche Unternehmen werden als Mobile Virtual Network Operators oder virtuelle Mobilfunkanbieter bezeichnet.
Ein virtueller Anbieter besitzt kein vollständiges eigenes Funknetz, sondern nutzt die Antennen und Teile der technischen Infrastruktur eines Netzbetreibers.
Je nach Vertrag übernimmt der virtuelle Anbieter Kundenverwaltung, Tarife, Rechnungsstellung und Marketing selbst. Technische Kernfunktionen können beim Netzbetreiber oder beim Partner liegen.
Die Nutzung durch Drittmarken erhöht die Auslastung des Netzes und ermöglicht zusätzliche Kundensegmente.
Salt Home
Im März 2018 führte Salt unter der Bezeichnung Salt Fiber ein Angebot für Haushalte ein. Später wurde der Bereich unter anderem als Salt Home vermarktet.
Das Angebot verbindet Internetzugang, Festnetztelefonie und digitales Fernsehen. Voraussetzung ist in der Regel ein verfügbarer Glasfaseranschluss bis in die Wohnung oder Geschäftsräume.
Salt sorgte bei der Einführung mit einem Internetanschluss von bis zu 10 Gbit/s für Aufmerksamkeit. Später wurden auch Angebote mit höheren nominellen Geschwindigkeiten vorgestellt.
Die angegebenen Maximalgeschwindigkeiten werden unter optimalen technischen Bedingungen erreicht. Die tatsächliche Geschwindigkeit hängt unter anderem vom lokalen Glasfasernetz, Router, verwendeten Anschlüssen, Heimnetzwerk und Endgerät ab.
Glasfasernetze
Salt besitzt kein flächendeckendes eigenes Glasfaser-Zugangsnetz bis zu sämtlichen Haushalten. Das Unternehmen nutzt Glasfasernetze von Städten, Energieversorgern, Swisscom und weiteren Infrastrukturbetreibern.
Bei einem FTTH-Anschluss wird die Glasfaser direkt bis in die Wohnung oder die Geschäftsräume geführt. Die Nutzung durch mehrere Telekommunikationsanbieter kann über unterschiedliche Fasern oder technische Zugangsmodelle erfolgen.
Ob Salt Home verfügbar ist, hängt von der Adresse und den Vereinbarungen mit dem jeweiligen Netzbetreiber ab.
In Gebieten ohne geeigneten Glasfaseranschluss kann das Festnetzangebot nicht oder nur über alternative technische Lösungen bereitgestellt werden.
Internetrouter
Für seine Glasfaserangebote stellt Salt einen Router bereit, der die Verbindung mit dem optischen Netz herstellt.
Das Gerät enthält Anschlüsse für kabelgebundene Netzwerke und unterstützt WLAN. Neuere Routergenerationen verwenden modernere WLAN-Standards und schnellere Ethernet-Schnittstellen.
Um sehr hohe Internetgeschwindigkeiten innerhalb eines Gebäudes zu nutzen, müssen auch Computer, Netzwerkkarten, Kabel und Switches entsprechende Datenraten unterstützen.
Bei Verbindungen über gewöhnliches Gigabit-Ethernet oder ältere WLAN-Standards bleibt die Geschwindigkeit deutlich unter der nominellen Anschlussleistung.
Digitales Fernsehen
Zum Festnetzangebot gehört ein digitaler Fernsehdienst mit schweizerischen und internationalen Sendern.
Der Dienst kann Funktionen wie zeitversetztes Fernsehen, Aufnahmen, elektronische Programmführer und den Zugriff über verschiedene Geräte umfassen.
Als Empfangsgerät verwendete Salt bei der Einführung des Angebots eine speziell angepasste Version des Apple TV. Die Fernsehinhalte werden über die Internetverbindung übertragen.
Das verfügbare Senderangebot und die Funktionen können je nach Vertrag und technischer Entwicklung geändert werden.
Festnetztelefonie
Salt bietet im Rahmen seiner Haushalts- und Geschäftsprodukte auch Festnetztelefonie an.
Die Gespräche werden technisch über die Internetverbindung übertragen. Dieses Verfahren wird als Voice over IP bezeichnet.
Kundinnen und Kunden können bestehende Schweizer Festnetznummern in der Regel zu Salt übertragen. Die Portierung erfolgt nach den gesetzlichen und branchenüblichen Verfahren.
Bei einem Strom- oder Internetausfall kann die Festnetztelefonie ausfallen, sofern keine unabhängige Notstromversorgung vorhanden ist.
Geschäftskunden
Salt Business richtet sich an Selbstständige, kleine und mittlere Unternehmen sowie grössere Organisationen.
Zum Angebot gehören Mobilfunkabonnemente, Flottenlösungen, mobile Datendienste, Internetanschlüsse, Festnetztelefonie und weitere Kommunikationslösungen.
Unternehmen können mehrere Anschlüsse zentral verwalten und Abonnemente an die Nutzung ihrer Mitarbeitenden anpassen.
Für grössere Geschäftskunden werden individuelle Verträge, Servicevereinbarungen und technische Lösungen angeboten.
Vertrieb
Salt verkauft seine Produkte über die eigene Website, telefonische Verkaufskanäle und ein Netz von Verkaufsstellen.
Die Shops befinden sich insbesondere in Stadtzentren, Einkaufszentren und Bahnhöfen. Dort werden Abonnemente, Prepaid-Karten, Mobiltelefone, Zubehör und Beratungsleistungen angeboten.
Zusätzlich arbeitet Salt mit unabhängigen Detailhändlern und Vermittlern zusammen.
Verträge können auch vollständig online abgeschlossen werden. Dabei müssen Identität und Lieferadresse überprüft werden.
Geräteverkauf
Salt verkauft Smartphones, Tablets, Router, Smartwatches und weiteres Zubehör.
Mobiltelefone können direkt bezahlt oder in monatlichen Raten finanziert werden. Die Finanzierung kann mit einem Mobilfunkabonnement verbunden sein.
Ein Gerätevertrag und ein Telekommunikationsabonnement können rechtlich unterschiedliche Laufzeiten und Kündigungsbedingungen besitzen.
Salt unterstützt eSIM auf kompatiblen Geräten. Eine eSIM ersetzt die auswechselbare Kunststoffkarte durch ein elektronisch gespeichertes Mobilfunkprofil.
Rufnummernportierung
Kundinnen und Kunden können eine bestehende Schweizer Mobilfunknummer zu Salt übertragen.
Die Portierung wird durch den neuen Anbieter beantragt. Bei laufenden Verträgen müssen Kündigungsfrist und Mindestlaufzeit des bisherigen Anbieters berücksichtigt werden.
Eine vorzeitige Portierung kann zusätzliche Gebühren oder die Zahlung verbleibender Abonnementskosten auslösen.
Auch beim Wechsel von Salt zu einem anderen Anbieter kann die Nummer grundsätzlich behalten werden.
Regulierung
Salt unterliegt dem Schweizer Fernmelderecht. Zu den wichtigsten Rechtsgrundlagen gehören das Fernmeldegesetz und die dazugehörigen Verordnungen.
Das Bundesamt für Kommunikation beaufsichtigt verschiedene Aspekte des Fernmeldemarktes. Die Eidgenössische Kommunikationskommission erteilt Konzessionen und entscheidet in bestimmten Zugangs- und Frequenzfragen.
Weitere zuständige Behörden sind unter anderem die Wettbewerbskommission, der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte sowie kantonale Bau- und Umweltbehörden.
Für den Bau und Betrieb von Mobilfunkantennen gelten die Vorschriften über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung.
Netzneutralität
Das schweizerische Fernmeldegesetz enthält Vorschriften zur Netzneutralität.
Internetanbieter müssen Daten grundsätzlich gleich behandeln. Eine technische Differenzierung ist nur unter gesetzlich bestimmten Voraussetzungen zulässig, beispielsweise zur Abwehr von Angriffen, zur Erfüllung gesetzlicher Pflichten oder zur vorübergehenden Bewältigung einer aussergewöhnlichen Netzüberlastung.
Salt muss Kundinnen und Kunden über die Eigenschaften und Qualität seiner Internetzugänge informieren.
Spezialisierte Dienste dürfen das offene Internet nicht ersetzen oder dessen Qualität wesentlich beeinträchtigen.
Datenschutz
Als Telekommunikationsanbieter bearbeitet Salt Verkehrs-, Vertrags-, Standort- und Kundendaten.
Das Unternehmen unterliegt dem Schweizer Datenschutzgesetz und dem Fernmeldegeheimnis. Mitarbeitende und beauftragte Unternehmen dürfen Kommunikationsinhalte nicht unbefugt offenlegen.
Bestimmte Randdaten müssen im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften für Strafverfolgungszwecke aufbewahrt oder den zuständigen Behörden übermittelt werden.
Kundinnen und Kunden können ihre Datenschutzrechte geltend machen und Auskunft über die Bearbeitung ihrer Personendaten verlangen.
Notrufe
Über das Salt-Netz können die schweizerischen Notrufnummern erreicht werden.
Dazu gehören insbesondere 112 als europäische Notrufnummer, 117 für die Polizei, 118 für die Feuerwehr und 144 für medizinische Notfälle.
Mobiltelefone können einen Notruf teilweise auch über ein verfügbares fremdes Mobilfunknetz aufbauen, wenn das eigene Netz nicht erreichbar ist.
Die Standortübermittlung und die technische Erreichbarkeit richten sich nach Gerät, Netztechnologie und gesetzlichen Vorgaben.
Wettbewerb
Der Schweizer Mobilfunkmarkt wird von drei Netzbetreibern geprägt:
| Unternehmen | Eigenes landesweites Mobilfunknetz | Weitere Hauptbereiche |
|---|---|---|
| Swisscom | Ja | Mobilfunk, Festnetz, Internet und Fernsehen |
| Sunrise | Ja | Mobilfunk, Kabelnetz, Internet und Fernsehen |
| Salt | Ja | Mobilfunk, Glasfaserinternet, Festnetz und Fernsehen |
Swisscom besitzt traditionell den grössten Kundenanteil. Sunrise und Salt treten als Herausforderer mit eigenen Netz- und Tarifstrategien auf.
Zusätzlicher Wettbewerb entsteht durch virtuelle Anbieter und Zweitmarken. Diese nutzen eines der drei Netze, bieten jedoch eigene Preise und Vertragsmodelle an.
Der Wettbewerb konzentriert sich stark auf Aktionspreise, Datenvolumen, Roaming, Netzqualität und kombinierte Mobilfunk- und Festnetzangebote.
Marktstellung
Salt ist gemessen an der Zahl der Mobilfunkanschlüsse der drittgrösste Mobilfunknetzbetreiber der Schweiz.
Das Unternehmen gewann nach der Umbenennung und der Einführung preislich aggressiver Angebote zusätzliche Kundinnen und Kunden.
Mit Salt Home erweiterte es sein Geschäft über den Mobilfunk hinaus. Dadurch entwickelte sich Salt von einem reinen Mobilfunkanbieter zu einem Anbieter kombinierter Telekommunikationsdienste.
Im Festnetzbereich ist das Unternehmen stärker von der Verfügbarkeit fremder Glasfasernetze abhängig als Swisscom oder Sunrise.
Sponsoring und Werbung
Salt wirbt in Fernsehen, Internet, Aussenwerbung und sozialen Medien.
Die Werbung stellt häufig Preise, unlimitierte Leistungen, Roaming oder hohe Internetgeschwindigkeiten in den Vordergrund.
Das Unternehmen tritt auch als Sponsor von Sport-, Kultur- und Unterhaltungsangeboten auf. Art und Umfang der Partnerschaften ändern sich im Laufe der Zeit.
Die Verwendung zeitlich begrenzter Sonderpreise ist ein charakteristisches Element des Schweizer Telekommunikationsmarktes. Konsumentinnen und Konsumenten müssen dabei insbesondere auf Vertragsdauer, Kündigungsfrist und den später geltenden Preis achten.
Kritik
Wie andere Telekommunikationsanbieter war Salt wiederholt Gegenstand von Kritik durch Konsumentenorganisationen, Medien und Kundinnen und Kunden.
Beanstandet wurden unter anderem:
- Vertrags- und Kündigungsbedingungen;
- Gebühren bei vorzeitiger Vertragsauflösung;
- telefonische Verkaufspraktiken;
- Erreichbarkeit und Qualität des Kundendienstes;
- Roamingkosten;
- Preisänderungen;
- Unterschiede zwischen beworbener und tatsächlich verfügbarer Geschwindigkeit.
Die Beurteilung einzelner Fälle hängt von den jeweiligen Vertragsbedingungen und Umständen ab. Streitigkeiten können direkt mit dem Unternehmen, über Konsumentenberatungen oder auf rechtlichem Weg geklärt werden.
Für Streitfälle im Fernmeldebereich besteht die Schlichtungsstelle Ombudscom.
Bedeutung für den Schweizer Telekommunikationsmarkt
Der Markteintritt des Unternehmens als Orange trug wesentlich dazu bei, den Wettbewerb im Schweizer Mobilfunkmarkt zu verstärken.
Die Existenz eines dritten landesweiten Mobilfunknetzes erhöht den Infrastrukturwettbewerb. Die Anbieter entwickeln unabhängig voneinander Antennenstandorte, Tarife und technische Dienste.
Mit preisorientierten Mobilfunkabonnementen übte Salt Druck auf die Preise und Leistungen der Konkurrenz aus.
Die Einführung eines günstigen Hochgeschwindigkeitsangebots über Glasfaser beeinflusste auch den Festnetzmarkt. Andere Anbieter erweiterten in der Folge ihre Geschwindigkeiten und passten ihre Preise an.
Siehe auch
- Mobilfunkanbieter in der Schweiz
- Telekommunikation in der Schweiz
- Swisscom
- Sunrise
- Bundesamt für Kommunikation
- Eidgenössische Kommunikationskommission
- Mobilfunk in der Schweiz
- 5G in der Schweiz
- Glasfasernetz in der Schweiz
- Ombudscom
- Xavier Niel
Literatur
- Eidgenössische Kommunikationskommission: Tätigkeitsbericht 2025. Bern 2026.
- Bundesamt für Kommunikation: Fernmeldestatistik. Biel.
- Peter Grütter: Telekommunikation in der Schweiz. Entwicklung, Markt und Regulierung. Zürich.
- Schweizerischer Bundesrat: Botschaft zur Revision des Fernmeldegesetzes. Bern.
- Salt Mobile SA: Annual Results. Renens.
Weblinks
- Offizielle Website von Salt
- Informationen über das Unternehmen
- Geschäftsleitung von Salt
- Informationen für Investoren
- Website des Bundesamtes für Kommunikation
- Website der Eidgenössischen Kommunikationskommission
- Schlichtungsstelle Ombudscom
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Apax Partners: Funds advised by Apax Partners agree to sell Orange Switzerland to NJJ Capital, 18. Dezember 2014, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Eidgenössische Kommunikationskommission: Tätigkeitsbericht 2022. Bern 2023.
- ↑ Apax Partners: Orange Switzerland, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Salt: Management, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Salt: Investors Relations, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Eidgenössische Kommunikationskommission: Tätigkeitsbericht 2025. Bern, 31. März 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Salt Mobile