Fischenthal
|
Fischenthal |
|
|---|---|
|
Gemeindedaten |
|
|
Staat |
|
|
Kanton |
|
|
Bezirk |
|
|
BFS-Nummer |
0114 |
|
Postleitzahl |
8496–8498 |
|
Koordinaten |
47.332778° N, 8.923889° E |
|
Höhe |
840 m ü. M. |
|
Fläche |
30.25 km² |
|
Website |
|
Fischenthal ist eine politische Gemeinde im Bezirk Hinwil des Kantons Zürich in der Schweiz. Sie liegt im oberen Tösstal im südöstlichen Teil des Zürcher Oberlands. Zur Gemeinde gehören die drei Dörfer Fischenthal, Gibswil und Steg im Tösstal sowie zahlreiche Weiler, Hofgruppen und Einzelhöfe.
Mit einer Fläche von mehr als 30 Quadratkilometern gehört Fischenthal zu den flächenmässig grössten Gemeinden des Kantons Zürich. Das stark gegliederte Gemeindegebiet reicht vom Talboden der Töss bis zu den Höhen des Hörnlis, der Strahlegg und des Schnebelhorns. Der überwiegende Teil der Fläche besteht aus Wald, Wiesen und Weiden.
Geographie
Fischenthal liegt im voralpinen Hügelland des Zürcher Oberlands. Das Gemeindegebiet erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung entlang des oberen Tösstals und umfasst zahlreiche Seitentäler, Tobel und Höhenzüge.
Der tiefste Bereich befindet sich im Tal der Töss nördlich von Steg. Die höchsten Punkte liegen an der Kantonsgrenze zu St. Gallen und Thurgau. Das 1292 Meter hohe Schnebelhorn ist der höchste Berg des Kantons Zürich und zugleich der höchste Punkt der Gemeinde.[1]
Fischenthal grenzt im Kanton Zürich an Bauma, Bäretswil, Hinwil und Wald. Im Osten und Nordosten bestehen Grenzen zu den St. Galler Gemeinden Eschenbach SG und Mosnang sowie zur thurgauischen Gemeinde Fischingen.
Das Gemeindegebiet wird durch eine ausgeprägte Streusiedlung charakterisiert. Neben den drei Dörfern bestehen mehrere Dutzend kleinere Siedlungen und zahlreiche abgelegene Bauernhöfe. Insgesamt werden nahezu hundert bewohnte Örtlichkeiten, Hofgruppen und Einzelhöfe gezählt.
Landwirtschaftsflächen und Wälder nehmen den grössten Teil des Gemeindegebiets ein. Die Siedlungsflächen konzentrieren sich auf den Talboden und die verkehrlich besser erschlossenen Hanglagen.
Gemeindegliederung
Fischenthal
Das Dorf Fischenthal liegt im mittleren Teil des Gemeindegebiets auf ungefähr 840 Metern über Meer. Es bildet den politischen und kirchlichen Mittelpunkt der Gemeinde.
Hier befinden sich die Gemeindeverwaltung, die reformierte Kirche, Schulgebäude und verschiedene lokale Dienstleistungsbetriebe. Die historische Siedlung entwickelte sich entlang der Tösstalstrasse und in der Umgebung der Kirche.
Gibswil
Gibswil liegt im nördlichen Teil der Gemeinde in einer offenen Tal- und Hügellandschaft. Das Dorf besitzt einen eigenen Bahnhof an der Tösstalbahn.
Zur näheren Umgebung gehören verschiedene Hofgruppen und Aussenwachten. Gibswil ist unter anderem durch seine Wintersportanlagen und die Bachtel-Schanzen bekannt.
Steg im Tösstal
Steg im Tösstal liegt südlich von Fischenthal an der jungen Töss. Das Dorf bildet den südlichsten grösseren Siedlungsschwerpunkt der Gemeinde.
Von Steg führen Strassen und Wanderwege in Richtung Hörnli, Hulftegg, Schnebelhorn und ins benachbarte Toggenburg. Der Bahnhof Steg erschliesst das obere Tösstal mit der S-Bahn.
Weiler und Einzelhöfe
Zu den zahlreichen kleineren Siedlungen gehören unter anderem Lipperschwendi, Fistel, Oberhof, Boden, Schmittenbach, Strahlegg, Orflen, Rietli, Hörnli, Allenwinden und Dägelsberg.
Viele dieser Siedlungen bestehen nur aus wenigen Bauernhäusern oder einzelnen Höfen. Ihre Entstehung steht mit mittelalterlichen Rodungen und der landwirtschaftlichen Erschliessung der Höhenlagen in Verbindung.
Gewässer
Die Töss prägt die Landschaft und Geschichte der Gemeinde. Ihre Quellbäche entspringen im Berggebiet südlich von Steg zwischen Schnebelhorn, Tössstock und Dägelsberg.
Als Vordere und Hintere Töss fliessen die Quellbäche durch enge Täler und vereinigen sich im Gebiet von Steg. Von dort verläuft die Töss nach Norden durch Fischenthal und weiter über Bauma, Turbenthal und Winterthur zum Rhein.
Zahlreiche Seitenbäche münden in die Töss. Dazu gehören Gewässer aus dem Schmittenbach-, Fistel-, Mühlebach- und Lipperschwendital. Wegen des steilen Geländes können sie nach starken Niederschlägen rasch anschwellen.
Die Wasserkraft der Töss und ihrer Zuflüsse wurde früher von Mühlen, Sägereien, Spinnereien und anderen Gewerbebetrieben genutzt. Weiher, Wasserfassungen und ehemalige Kanäle erinnern stellenweise an diese wirtschaftliche Nutzung.
Name
Fischenthal wurde im Jahr 878 erstmals als Fiskinestal urkundlich erwähnt.[2]
Der Ortsname wird wahrscheinlich als «Tal des Fiskin» gedeutet. Der erste Bestandteil dürfte auf einen althochdeutschen Personennamen zurückgehen, während der zweite Teil die Lage in einem Tal bezeichnet.
Die heutige Schreibweise entwickelte sich im Verlauf des Mittelalters. Ein direkter Zusammenhang mit dem Tiernamen Fisch ist trotz des heutigen Namens nicht zwingend anzunehmen.
Geschichte
Frühe Besiedlung
Das obere Tösstal wurde aufgrund seiner Höhenlage, der steilen Hänge und der ausgedehnten Wälder später und weniger dicht besiedelt als die tiefer gelegenen Gebiete des Zürcher Oberlands.
Die dauerhafte Erschliessung erfolgte vor allem durch Rodungen im frühen und hohen Mittelalter. Einzelne Höfe entstanden auf sonnigen Terrassen, in Seitentälern und auf landwirtschaftlich nutzbaren Lichtungen.
Die erste schriftliche Erwähnung von 878 belegt, dass zu dieser Zeit bereits eine benannte Siedlung bestand. Grundbesitz und Nutzungsrechte befanden sich bei verschiedenen geistlichen und weltlichen Herrschaftsträgern.
Herrschaftsverhältnisse
Im Mittelalter gehörte die Vogtei Fischenthal zeitweise zum Besitz der Habsburger. Diese verpfändeten die Vogtei 1301. In den folgenden Jahrzehnten wechselten die Herrschaftsrechte mehrfach den Besitzer.[2]
Im Jahr 1425 gelangten wichtige Rechte an die Stadt Zürich. Fischenthal wurde zunächst unterschiedlichen zürcherischen Verwaltungsgebieten zugeordnet.
Seit 1542 war die Gemeinde Bestandteil der Landvogtei Grüningen. Der von Zürich eingesetzte Landvogt übte von Schloss Grüningen aus die hohe Gerichtsbarkeit und weitere Herrschaftsrechte aus.
Die einzelnen Höfe und Weiler besassen teilweise unterschiedliche Grundherren. Abgaben, Zehnten und Nutzungsrechte waren deshalb über lange Zeit kompliziert geregelt.
Kirche und Reformation
Kirchlich gehörte Fischenthal ursprünglich zur Pfarrei Wald ZH. Wegen der grossen Entfernung und der schwierigen Wege entstand im oberen Tösstal das Bedürfnis nach einem eigenen Gotteshaus.
Eine Kapelle in Fischenthal wird im Spätmittelalter erwähnt. Nach der Zürcher Reformation wurde die Bevölkerung evangelisch-reformiert.
Die heutige reformierte Kirche wurde im 18. Jahrhundert errichtet und später mehrfach umgebaut und renoviert. Sie steht erhöht über dem Dorf und prägt dessen Ortsbild.
Fischenthal entwickelte sich zu einer selbstständigen Kirchgemeinde. Aufgrund der weitläufigen Streusiedlung waren der Kirchgang und die seelsorgerische Betreuung für Bewohner abgelegener Höfe lange mit grossen Wegstrecken verbunden.
Helvetik und moderne Gemeinde
Mit dem Einmarsch französischer Truppen und dem Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft wurden 1798 die alten Herrschaftsverhältnisse aufgehoben. Fischenthal wurde dem helvetischen Distrikt Wald zugeteilt.[2]
Nach der Mediationsakte von 1803 gehörte die Gemeinde zum Bezirk Uster. Später wurde sie dem Oberamt Grüningen zugeordnet. Seit der kantonalen Verwaltungsreform von 1831 gehört Fischenthal zum Bezirk Hinwil.
Die verstreuten Siedlungen bildeten teilweise eigene lokale Körperschaften und Schulgemeinden. Mit dem Ausbau der modernen politischen Gemeinde wurden Verwaltung, Wasserversorgung, Strassenunterhalt und weitere Aufgaben zunehmend zentral organisiert.
Bevölkerungsentwicklung
Die Bevölkerungszahl nahm im 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts deutlich zu. Landwirtschaft und textile Heimarbeit ermöglichten auch in abgelegenen Gebieten ein bescheidenes Einkommen.
Um die Mitte des 19. Jahrhunderts erreichte die Bevölkerung einen vorläufigen Höchststand. Danach führte der Niedergang der Heimindustrie zu Abwanderung. Viele Menschen zogen in die industrialisierten Orte des Zürcher Oberlands oder nach Winterthur und Zürich.
Im 20. Jahrhundert blieb die Einwohnerzahl während längerer Zeit vergleichsweise stabil. Das Wachstum fiel schwächer aus als in den verkehrsgünstiger gelegenen Gemeinden der Agglomeration Zürich.
Seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert nahm die Bevölkerung wieder moderat zu. Fischenthal blieb jedoch eine dünn besiedelte Landgemeinde mit vergleichsweise geringer Bevölkerungsdichte.
Die räumliche Verteilung auf drei Dörfer und zahlreiche Aussenwachten stellt besondere Anforderungen an Schulen, öffentlichen Verkehr, Feuerwehr, Wasserversorgung und weitere kommunale Dienstleistungen.
Wappen
Das Gemeindewappen zeigt in Gold einen aufrecht stehenden roten Fisch.
Es handelt sich um ein redendes Wappen, das den heutigen Gemeindenamen bildlich aufnimmt. Der Fisch erscheint bereits auf älteren Gemeindesiegeln und Wappendarstellungen.
Die heute gebräuchliche Form wurde im 20. Jahrhundert im Rahmen der Vereinheitlichung der Zürcher Gemeindewappen festgelegt.
Wirtschaft
Landwirtschaft und Waldwirtschaft
Die Landwirtschaft bildete während Jahrhunderten die wichtigste Lebensgrundlage. Wegen der Höhenlage und der klimatischen Bedingungen waren Viehzucht, Milchwirtschaft und Futterbau bedeutender als intensiver Ackerbau.
Auf den steilen Hängen entstanden zahlreiche kleine und mittlere Bauernbetriebe. Neben Rindvieh wurden auch Ziegen und Schafe gehalten. Waldnutzung und Holzverarbeitung ergänzten das Einkommen.
Die Landwirtschaft prägt die Landschaft bis heute. Viele Flächen werden als Wiesen und Weiden bewirtschaftet. Einige Betriebe setzen auf biologische Produktion, Direktvermarktung, Ferienangebote oder andere zusätzliche Erwerbszweige.
Die grossen Waldflächen werden forstwirtschaftlich genutzt. Neben der Holzproduktion erfüllen sie wichtige Funktionen beim Schutz vor Erosion, Hochwasser und Naturgefahren.
Heimarbeit
Vom 18. bis ins 19. Jahrhundert war die textile Heimarbeit weit verbreitet. Zahlreiche Familien betrieben Handspinnerei und Handweberei neben der Landwirtschaft.
Die Heimarbeiter erhielten Rohstoffe von auswärtigen Verlegern und lieferten die fertigen Garne oder Gewebe wieder ab. Diese Wirtschaftsform ermöglichte die Besiedlung abgelegener Höfe, führte jedoch zu grosser Abhängigkeit von den Textilmärkten.
Mit der Mechanisierung der Textilproduktion verlor die Heimarbeit im 19. Jahrhundert ihre wirtschaftliche Grundlage. Die daraus folgende Erwerbslosigkeit trug zur Abwanderung aus dem oberen Tösstal bei.
Industrie und Gewerbe
Entlang der Töss und ihrer Seitenbäche entstanden kleinere Mühlen, Sägereien, Spinnereien und Webereien. Sie nutzten die Wasserkraft zum Betrieb ihrer Maschinen.
Die industrielle Entwicklung blieb im Vergleich zu Wald, Rüti oder Bauma begrenzt. Gründe waren die abgelegene Lage, die schwierigen Transportwege und das geringe Angebot an ebenen Gewerbeflächen.
Heute bestehen vor allem kleinere Unternehmen aus den Bereichen Bau, Holzverarbeitung, Landwirtschaft, Detailhandel, Gastgewerbe und Dienstleistungen. Ein grosser Teil der erwerbstätigen Bevölkerung pendelt in andere Gemeinden.
Verkehr
Eisenbahn
Fischenthal liegt an der Tösstalbahn, die Winterthur über Bauma und Wald mit Rüti verbindet. Auf dem Gemeindegebiet befinden sich die Bahnhöfe Gibswil, Fischenthal und Steg.
Die Strecke wurde im 19. Jahrhundert eröffnet und erleichterte den Personen- und Güterverkehr im oberen Tösstal erheblich. Sie verringerte die wirtschaftliche Abgeschiedenheit der Gemeinde.
Heute werden die Stationen von Zügen der S-Bahn Zürich bedient. Es bestehen Verbindungen nach Bauma, Winterthur, Wald, Rüti und weiter in Richtung Zürich.
Busverkehr
Ergänzend zur Bahn erschliessen Bus- und Rufbusangebote einzelne Ortsteile und Nachbargebiete. Aufgrund der weit verstreuten Höfe kann jedoch nicht jede Siedlung direkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln bedient werden.
Für abgelegene Wohnlagen besitzen Schulbusse und private Fahrzeuge weiterhin eine grosse Bedeutung.
Strassenverkehr
Die Tösstalstrasse bildet die wichtigste Strassenverbindung. Sie verläuft von Bauma über Gibswil, Fischenthal und Steg in Richtung Wald.
Von Steg führt eine Strasse über die Hulftegg in den Kanton St. Gallen und ins Toggenburg. Weitere Nebenstrassen erschliessen die zahlreichen Seitentäler, Weiler und Einzelhöfe.
Im Winter können Schnee, Eis und steile Strassenabschnitte den Verkehr erschweren. Der Unterhalt des ausgedehnten kommunalen Strassennetzes ist deshalb eine bedeutende Aufgabe der Gemeinde.
Bildung
Die Gemeinde verfügt über Kindergärten und Primarschulen in mehreren Ortsteilen. Die dezentrale Organisation soll die Schulwege für Kinder aus den verschiedenen Dörfern verkürzen.
Die Sekundarschule wird in einer regionalen Schulorganisation geführt. Für Mittelschulen, Berufsfachschulen und weitere Bildungsangebote orientieren sich Jugendliche vor allem nach Wald, Rüti, Wetzikon und Winterthur.
Wegen der weit verstreuten Siedlungen werden einzelne Schülerinnen und Schüler mit Schulbussen transportiert. Bevölkerungsentwicklung und schwankende Schülerzahlen stellen die Schulplanung wiederholt vor organisatorische Herausforderungen.
Die Gemeindebibliothek bietet Bücher und weitere Medien für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an.[3]
Politik und Verwaltung
Die Gemeindeversammlung bildet die Legislative. Die stimmberechtigten Einwohnerinnen und Einwohner entscheiden dort über Budget, Jahresrechnung, kommunale Erlasse und grössere Sachgeschäfte.
Der Gemeinderat bildet die Exekutive. Er legt die politischen und strategischen Ziele fest und beaufsichtigt die Gemeindeverwaltung.
Die Gemeindeverwaltung befindet sich an der Oberhofstrasse im Dorf Fischenthal. Aufgrund der grossen Fläche und der dezentralen Siedlungsstruktur sind Infrastruktur und öffentliche Dienstleistungen mit vergleichsweise hohen Kosten verbunden.
Fischenthal arbeitet bei verschiedenen Aufgaben mit den Nachbargemeinden und regionalen Zweckverbänden zusammen. Dazu zählen unter anderem Abwasserentsorgung, Feuerwehr, soziale Dienste, Gesundheit und regionaler öffentlicher Verkehr.
Reformierte Kirche Fischenthal
Die reformierte Kirche steht auf einer Anhöhe oberhalb des Dorfkerns. Sie bildet zusammen mit dem Pfarrhaus und dem Friedhof ein historisches Ensemble.
Das Gotteshaus entstand im 18. Jahrhundert als schlichter reformierter Saalbau. Spätere Renovationen veränderten die Innenausstattung und die technische Einrichtung.
Der Kirchturm ist von weiten Teilen des Talraums sichtbar. Wegen der Streusiedlung diente die Kirche während langer Zeit nicht nur religiösen, sondern auch gesellschaftlichen Zwecken.
Heute wird sie für Gottesdienste, Konzerte, Trauerfeiern und weitere kirchliche Veranstaltungen genutzt.
Katholische Kirche St. Gallus
Die katholische Kirche St. Gallus liegt zwischen dem Dorf Fischenthal und Steg. Sie dient den katholischen Gläubigen aus Fischenthal, Gibswil und Steg.
Die Pfarrei beziehungsweise das Pfarrei-Rektorat gehört organisatorisch zur katholischen Kirchgemeinde Bauma.[4]
Der Bau dokumentiert die konfessionelle Entwicklung der Gemeinde im 20. Jahrhundert, als durch Zuzug wieder eine grössere katholische Bevölkerung entstand.
Schnebelhorn
Das Schnebelhorn liegt an der Grenze zwischen den Kantonen Zürich und St. Gallen. Mit 1292 Metern über Meer ist es der höchste Berg des Kantons Zürich.
Der Gipfel ist von Steg, Fischenthal und den umliegenden Tälern über verschiedene Wanderwege erreichbar. Die Wege führen durch Wälder, über Weiden und entlang abgelegener Hofsiedlungen.
Vom Gipfel reicht die Aussicht über das Zürcher Oberland, das Toggenburg, das Schweizer Mittelland und bei klarer Sicht bis zu den Alpen und zum Bodenseegebiet.
Das Schnebelhorn ist ein beliebtes Wanderziel. Im Winter sind die Wege je nach Schneelage nur eingeschränkt begehbar.
Hörnli
Das Hörnli erhebt sich nordöstlich von Fischenthal an der Grenze zum Kanton Thurgau. Der Gipfel erreicht eine Höhe von 1133 Metern über Meer.
Der Berg ist ein bedeutendes Ausflugsziel und kann von Steg, Fischenthal, Allenwinden und dem thurgauischen Gebiet aus bestiegen werden.
Über den Gipfel führte im Mittelalter ein Abschnitt des Jakobswegs. Die Route verband das süddeutsche und ostschweizerische Gebiet mit Einsiedeln und den weiteren Pilgerwegen nach Santiago de Compostela.
Vom Hörnli bietet sich ein weiter Rundblick über das Tösstal, den Thurgau und die Ostschweiz.
Tössscheidi
Die Tössscheidi liegt südlich von Steg im Quellgebiet der Töss. Dort vereinigen sich die Vordere und die Hintere Töss.
Das Gebiet ist nur zu Fuss oder teilweise über Forststrassen erreichbar. Es wird von steilen bewaldeten Hängen, Bachläufen und abgelegenen Alpweiden geprägt.
Die Tössscheidi ist ein beliebtes Ziel für Wanderungen und Velotouren. Von dort führen Wege in Richtung Schnebelhorn, Tössstock und ins obere Goldingertal.
Die Quelllandschaft besitzt eine hohe ökologische Bedeutung. Wald und Boden speichern einen Teil des Niederschlags und beeinflussen dadurch den Wasserhaushalt der Töss.
Bachtel-Schanzen
Bei Gibswil befinden sich die Bachtel-Schanzen, eine Anlage für das Skispringen. Sie wird für Training, Nachwuchsförderung und Wettkämpfe genutzt.
Die Anlage umfasst mehrere Schanzen unterschiedlicher Grösse. Dadurch können Kinder und Jugendliche schrittweise an den Skisprungsport herangeführt werden.
Gibswil besitzt wegen seiner Höhenlage und der im Vergleich zum Zürcher Unterland günstigeren Schneeverhältnisse eine längere Wintersporttradition.
Neben dem Skispringen werden in der Umgebung bei geeigneter Schneelage Langlauf, Schlitteln und Winterwandern betrieben.
Natur und Landschaft
Fischenthal gehört zu den landschaftlich vielfältigsten Gemeinden des Kantons Zürich. Steile Tobel, bewaldete Höhenzüge, Wiesen, Weiden und Bachlandschaften wechseln sich auf engem Raum ab.
Die grossen Höhenunterschiede schaffen unterschiedliche Lebensräume. In tieferen Lagen wachsen Laub- und Mischwälder, während in höheren Bereichen Nadelwälder, Bergwiesen und feuchte Weiden vorkommen.
Die Wälder bieten Lebensraum für Rehe, Hirsche, Gämsen, Füchse, Dachse und zahlreiche Vogelarten. An Fliessgewässern leben Amphibien, Fische und wassergebundene Insekten.
Mehrere Flächen stehen unter Natur- oder Landschaftsschutz. Landwirtschaft und Forstwirtschaft tragen durch angepasste Bewirtschaftung zur Erhaltung der traditionellen Kulturlandschaft bei.
Naturgefahren
Die steilen Hänge und zahlreichen Wasserläufe führen zu einem erhöhten Risiko durch Hochwasser, Hangrutsche, Steinschlag und Erosion.
Nach starken oder lang anhaltenden Niederschlägen können kleine Bäche rasch anschwellen. Historisch verursachten Überschwemmungen der Töss und ihrer Zuflüsse wiederholt Schäden an Wegen, Brücken und Gebäuden.
Schutzbauten, Bachverbauungen und eine angepasste Waldpflege vermindern die Gefahren. Schutzwälder stabilisieren die Hänge und bremsen den Oberflächenabfluss.
Die Siedlungs- und Raumplanung berücksichtigt Gefahrenkarten, damit in besonders gefährdeten Gebieten keine ungeeigneten Bauten entstehen.
Ortsbild und Baukultur
Das Erscheinungsbild der Gemeinde wird von traditionellen Bauernhäusern, kleinen Dorfkernen und verstreuten Hofsiedlungen geprägt.
Typisch sind Vielzweckgebäude, in denen Wohnteil, Stall und Scheune unter einem gemeinsamen Dach angeordnet sind. Viele Bauten weisen Holzfassaden, Klebedächer oder sichtbares Fachwerk auf.
Die Bauformen zeigen Einflüsse aus verschiedenen Nachbarregionen. Zwischen Zürcher Oberland, Toggenburg und Hinterthurgau lassen sich Gemeinsamkeiten bei Bauernhäusern, Scheunen und Dachkonstruktionen erkennen.
In den Dörfern entstanden seit dem 20. Jahrhundert neue Wohn- und Gewerbebauten. Die grosse Zahl historischer Einzelhöfe verleiht der Gemeinde dennoch weiterhin einen ausgeprägt ländlichen Charakter.
Kultur und Brauchtum
Das gesellschaftliche Leben wird von Vereinen, Kirchgemeinden, Schulen und lokalen Organisationen getragen. Musik-, Sport-, Schützen- und Kulturvereine sind in allen drei Dörfern aktiv.
Eine besondere Tradition bilden die Fasnachtsumzüge. Fischenthal und die Nachbargemeinde Wald besitzen eine langjährige Fasnachtskultur mit Umzügen, Masken und lokalen Veranstaltungen.
Das Ortsmuseum beziehungsweise lokale Sammlungen bewahren Gegenstände zur Geschichte der Landwirtschaft, des Handwerks und der Heimindustrie. Dazu gehört eine historische Schuhmacherwerkstatt.
Dorfanlässe, Viehschauen, Märkte und Vereinsfeste stärken den Zusammenhalt zwischen den weit auseinanderliegenden Siedlungen.
Freizeit und Tourismus
Fischenthal ist ein wichtiges Wander- und Naherholungsgebiet. Zahlreiche markierte Wege führen zum Schnebelhorn, zum Hörnli, zur Tössscheidi, auf die Strahlegg und in die benachbarten Regionen.
Die Töss und ihre Seitentäler bieten Möglichkeiten für Spaziergänge, Naturbeobachtungen und Velotouren. Mehrere Berggasthäuser und Ausflugsrestaurants liegen entlang der Wanderwege.
Im Winter werden bei ausreichender Schneelage Langlaufloipen, Schlittelwege und kleinere Skianlagen betrieben. Die Bachtel-Schanzen in Gibswil ergänzen das Angebot.
Der Tourismus ist überwiegend auf Tagesgäste, Wandernde und Naturinteressierte ausgerichtet. Grössere touristische Anlagen bestehen nicht.
Persönlichkeiten
- Johannes Schoch (1550–1631), Architekt und Baumeister, Bürger von Fischenthal
- Johann Ludwig Spyri (1824–1895), reformierter Pfarrer und Jurist, von 1849 bis 1851 Pfarrverweser in Fischenthal
- Eduard Schönenberger (1843–1898), Lehrer, Journalist und Mundartschriftsteller, Bürger von Fischenthal
Siehe auch
- Bezirk Hinwil
- Gibswil
- Steg im Tösstal
- Töss (Fluss)
- Tösstal
- Schnebelhorn
- Hörnli ZH
- Zürcher Oberland
- Liste der Gemeinden des Kantons Zürich
Literatur
- Ueli Müller: Fischenthal. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Heinrich Lüssi: Chronik der Gemeinde Fischenthal. 2. Auflage, Fischenthal 1978.
- Gemeinde Fischenthal: Fischenthaler Chronik. Dritter Teil 1978–2020. Fischenthal.
- Hans Martin Gubler: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band VII: Der Bezirk Hinwil. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Basel 1983, ISBN 3-7643-1504-0.
Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Fischenthal
- Fischenthal im Historischen Lexikon der Schweiz
- Gemeinden im Kanton Zürich
- Zürcher Oberland Tourismus
Einzelnachweise
- ↑ Gemeinde Fischenthal: Offizielle Website, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Ueli Müller: Fischenthal, in: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Gemeinde Fischenthal: Bibliothek Fischenthal, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Katholische Kirchgemeinde Bauma: Pfarrei St. Gallus Fischenthal, abgerufen am 26. Juli 2026.
Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Fischenthal