Bahnhof Sennhof-Kyburg

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Bahnhof Sennhof-Kyburg
Bahnhofstyp Zwischen- und Kreuzungsbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Ort Sennhof
Gemeinde Winterthur
Kanton Zürich
Eröffnung 4. Mai 1875
Eigentümerin Schweizerische Bundesbahnen
Betreiberin Schweizerische Bundesbahnen
Architekt des Stationsgebäudes Conrad Bär
Abkürzung SKY
IBNR 8506003
Gleise 2
Perrons 2 Aussenperrons
Strecke Tösstalbahn
Höhe 484 m ü. M.
Tarifverbund Zürcher Verkehrsverbund
Adresse Tösstalstrasse 276, 8482 Sennhof
Website sbb.ch

Der Bahnhof Sennhof-Kyburg ist ein Bahnhof der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) im Winterthurer Quartier Sennhof. Er liegt an der Tösstalbahn zwischen den Stationen Winterthur Seen und Kollbrunn und wird von den Linien S11 und S26 der S-Bahn Zürich bedient.

Der Bahnhof erschliesst den südöstlichen Teil der Stadt Winterthur, das Wohn- und Gewerbegebiet Sennhof sowie das Naherholungsgebiet entlang der Töss. Sein Doppelname verweist zusätzlich auf den historischen Ort Kyburg und das Schloss Kyburg. Das Schloss liegt jedoch nicht unmittelbar beim Bahnhof, sondern auf einem Geländesporn oberhalb des Tösstals. Der Fussweg vom Bahnhof zum Schloss dauert ungefähr 45 bis 60 Minuten und überwindet rund 150 Höhenmeter.[1]

Das historische Stationsgebäude mit angebautem Güterschuppen stammt im Kern aus der Eröffnungszeit der Tösstalbahn. Es ist als Objekt von regionaler Bedeutung im Inventar der Denkmalschutzobjekte des Kantons Zürich verzeichnet.[2]

Lage

Der Bahnhof befindet sich im Talboden der Töss am südöstlichen Rand des Winterthurer Stadtgebiets. Er liegt zwischen der Tösstalstrasse und dem Fluss, unmittelbar neben dem historischen Industrieareal von Sennhof.

Das Siedlungsgebiet gehört zum Stadtkreis Seen. Der eigentliche Ortskern von Sennhof erstreckt sich beidseits der Tösstalstrasse und umfasst ältere Wohnhäuser, ehemalige Fabrikgebäude sowie neuere Wohnüberbauungen.

Die Bahnanlagen verlaufen ungefähr von Nordwesten nach Südosten. In Richtung Winterthur folgt die Strecke dem Tal nach Seen und Winterthur Grüze. In der Gegenrichtung führt sie über Kollbrunn weiter durch das Tösstal nach Rikon, Turbenthal, Wila und Bauma.

In der Umgebung des Bahnhofs befinden sich:

  • Wohnquartiere von Sennhof,
  • ehemalige Industrie- und Gewerbeanlagen,
  • das Schulhaus Sennhof,
  • die Töss und ihre Uferwege,
  • Waldgebiete des Eschenbergs,
  • Wanderwege nach Kyburg,
  • regionale Velo- und Freizeitrouten.

Die Stadtgrenze zwischen Winterthur und der Gemeinde Zell liegt wenige Kilometer südöstlich des Bahnhofs. Das Dorf Kyburg gehört seit der Gemeindefusion von 2016 zur Stadt Illnau-Effretikon.

Name

Der Bahnhof trägt seit seiner Eröffnung den Namen der beiden nahegelegenen Orte Sennhof und Kyburg. Die Verbindung beider Namen verdeutlichte, dass die Station nicht nur dem unmittelbar an der Bahnstrecke gelegenen Sennhof, sondern auch dem auf der Anhöhe gelegenen Kyburg als Bahnzugang dienen sollte.

Sennhof liegt direkt im Tösstal, während Kyburg durch einen steilen Fussweg über den bewaldeten Talhang erreichbar ist. Der Bahnhof befindet sich vollständig auf dem Gebiet der Stadt Winterthur. Kyburg liegt ausserhalb des Winterthurer Gemeindegebiets.

Der Doppelname führt gelegentlich zur Annahme, das Schloss oder das Dorf Kyburg lägen unmittelbar bei der Station. Tatsächlich beträgt die Höhendifferenz zwischen dem Bahnhof und dem Schloss rund 150 Meter.[1]

Geschichte

Bau der Tösstalbahn

Die Industrialisierung des Tösstals führte im 19. Jahrhundert zu einem wachsenden Bedarf an leistungsfähigen Verkehrsverbindungen. In den Orten entlang der Töss bestanden zahlreiche Spinnereien, Webereien, Maschinenbetriebe und weitere Fabriken.

Die 1871 gegründete Tösstalbahn-Gesellschaft plante eine Bahnverbindung von Winterthur durch das Tösstal. Die Strecke sollte den Transport von Rohstoffen und Fertigprodukten erleichtern und den Bewohnerinnen und Bewohnern der Region den Zugang zum überregionalen Eisenbahnnetz ermöglichen.

Der Bau begann 1872. Die Linienführung folgte weitgehend dem Talboden, musste jedoch an mehreren Stellen gegen Hochwasser, instabile Hänge und die beengten Platzverhältnisse zwischen Töss und Talflanken gesichert werden.

Am 4. Mai 1875 wurde die erste Strecke der Tösstalbahn von Winterthur Grüze über Seen, Sennhof-Kyburg und Turbenthal nach Bauma eröffnet.[3]

Die Verlängerung von Bauma nach Wald ZH folgte am 15. Oktober 1876. In Wald bestand Anschluss an die Bahnstrecke nach Rüti ZH und damit an das Netz im Zürcher Oberland.

Eröffnung der Station

Die Station Sennhof-Kyburg ging gleichzeitig mit der Strecke am 4. Mai 1875 in Betrieb. Sie diente dem Personenverkehr, dem Gepäck- und Posttransport sowie dem Güterumschlag.

Das Stationsgebäude wurde nach Plänen des Architekten Conrad Bär errichtet. Es entsprach einer einfachen, zweckmässigen Bauform, wie sie auch bei Stationen der Schweizerischen Nationalbahn verwendet wurde.[2]

Der ursprüngliche Bau bestand aus einem eingeschossigen Stations- beziehungsweise Gütergebäude. Der Aufnahmeteil enthielt die für den Betrieb notwendigen Räume, während der angebaute Güterschuppen der Zwischenlagerung und Verladung von Waren diente.

Die Station war für die Entwicklung der Industrie in Sennhof von grosser Bedeutung. Fabriken erhielten einen direkten Zugang zum Eisenbahnnetz und konnten Kohle, Rohstoffe, Maschinen und Fertigprodukte wesentlich einfacher transportieren.

Ausbau von 1880

Bereits wenige Jahre nach der Eröffnung wurde das Stationsgebäude erweitert. 1880 stockte die Tösstalbahn den Aufnahmeteil auf. Dadurch entstanden zusätzliche Räume für den Stationsbetrieb und vermutlich eine Wohnung für das Bahnpersonal.

Aus dieser Bauphase stammen auch wesentliche Teile der hölzernen Fassadenverkleidung. Das Gebäude erhielt damit seine bis heute erkennbare Gliederung aus einem höheren Aufnahmeteil und dem niedrigeren Güterschuppen.[2]

Verbindung zum Bahnhof Winterthur

In den ersten Jahren benutzten die Züge der Tösstalbahn zwischen Winterthur Grüze und dem Bahnhof Winterthur ein Gleis einer anderen Bahngesellschaft. Für diese Mitbenutzung musste die Tösstalbahn eine jährliche Entschädigung entrichten.

1882 nahm die Gesellschaft ein eigenes Gleis zwischen Grüze und dem Bahnhof Winterthur in Betrieb. Dadurch wurde sie betrieblich unabhängiger und konnte ihre Züge direkt in den wichtigsten Verkehrsknoten der Region führen.

Verstaatlichung

Die Tösstalbahn blieb trotz ihrer wirtschaftlichen Bedeutung während langer Zeit finanziell schwach. Baukosten, Hochwasserschäden und die vergleichsweise geringe Bevölkerungsdichte des Einzugsgebiets belasteten die Rechnung.

Am 10. Juni 1918 wurde die Tösstalbahn zusammen mit der Wald–Rüti-Bahn rückwirkend auf den 1. Januar 1918 verstaatlicht. Strecke, Fahrzeuge und Stationen gingen an die Schweizerischen Bundesbahnen über.[4]

Die Übernahme durch die SBB ermöglichte eine engere Einbindung in das nationale Eisenbahnnetz. Gleichzeitig wurden Betriebsabläufe, Fahrzeuge und technische Einrichtungen schrittweise vereinheitlicht.

Umbau von 1949

1949 wurde der Aufnahmeteil des Stationsgebäudes stark umgebaut. Aus dieser Zeit stammen insbesondere:

  • der Fassadenverputz,
  • die steinernen Tür- und Fensterumrahmungen,
  • das Perrondach,
  • verschiedene Veränderungen der Innenräume,
  • vermutlich der Wandbrunnen an der Fassade.

Die Eingriffe veränderten das ursprüngliche Erscheinungsbild, liessen die grundlegende Bauform der historischen Station jedoch erkennbar.[2]

Elektrifizierung

Die Tösstalbahn wurde 1951 elektrifiziert. Seither erfolgt der Betrieb mit dem bei den SBB üblichen Einphasenwechselstrom von 15 Kilovolt und 16,7 Hertz.

Die Elektrifizierung ersetzte die Dampfzüge durch leistungsfähigere elektrische Fahrzeuge. Dadurch verbesserten sich Beschleunigung, Fahrzeiten und Wirtschaftlichkeit. Gleichzeitig verschwanden Rauch und Russ aus den Bahnhöfen und den dicht bebauten Ortsbereichen.

Veränderungen im Güterverkehr

Der lokale Güterverkehr verlor in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zunehmend an Bedeutung. Viele Unternehmen verlagerten ihre Transporte auf die Strasse, während kleinere Güterabfertigungen von den SBB zusammengelegt oder aufgehoben wurden.

In Sennhof-Kyburg wurde eine frühere Holzverladerampe abgebrochen. Auch verschiedene Nebengleise und Einrichtungen des Güterverkehrs verschwanden oder wurden nicht mehr genutzt.

Der angebaute Güterschuppen blieb als historischer Bestandteil des Stationsgebäudes erhalten. Seine ursprüngliche Funktion lässt sich weiterhin an den grossen Toröffnungen und der Bauform erkennen.

Unbediente Station

Wie zahlreiche kleinere Bahnhöfe wurde Sennhof-Kyburg im Verlauf des 20. Jahrhunderts zu einer unbedienten Station. Der Billettverkauf am Schalter und die örtliche Bedienung der betrieblichen Anlagen wurden aufgehoben.

Billette werden seither an Automaten, über digitale Verkaufskanäle oder an bedienten Verkaufsstellen anderer Bahnhöfe bezogen. Die Steuerung der Signale und Weichen erfolgt aus zentralen Betriebszentralen.

Ausbau zur Kreuzungsstation

Im Rahmen der vierten Teilergänzungen der Zürcher S-Bahn wurden mehrere Stationen an der Tösstalbahn ausgebaut. Ziel war die Einführung eines vollständigen Halbstundentakts und einer direkten S-Bahn-Verbindung zwischen dem Tösstal, Winterthur und Zürich.

Der Kanton Zürich und die SBB planten dafür Ausbauten in Winterthur Seen, Sennhof-Kyburg, Saland und Tann-Dürnten. Die Arbeiten wurden hauptsächlich zwischen 2016 und 2018 ausgeführt.[5]

In Sennhof-Kyburg entstand ein zweites, rund 170 Meter langes Aussenperron. Die Gleis- und Sicherungsanlagen wurden so angepasst, dass sich Personenzüge planmässig kreuzen können.

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 erhielt der Bahnhof:

  • einen vollständigen Halbstundentakt der S26,
  • eine stündliche direkte Verbindung der S11 nach Zürich,
  • verbesserte Kreuzungsmöglichkeiten,
  • modernisierte Perrons und Kundeninformationsanlagen.

Der Ausbau erhöhte die betriebliche Leistungsfähigkeit des zuvor weitgehend eingleisigen Streckenabschnitts.

Bahnhofsanlage

Der Bahnhof besitzt zwei durchgehende Gleise mit jeweils einem Aussenperron. Die Anlage dient sowohl dem Fahrgastwechsel als auch der Kreuzung entgegenkommender Züge.

Das historische Stationsgebäude und der ehemalige Güterschuppen stehen auf der südwestlichen Seite der Gleise. Das später erstellte zweite Perron befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite.

Die heutige Anlage umfasst:

  • zwei Perrongleise,
  • zwei Aussenperrons,
  • gedeckte Wartebereiche,
  • elektronische Fahrgastinformationen,
  • Lautsprecheranlagen,
  • Billettautomaten,
  • Veloabstellplätze,
  • P+Rail-Parkplätze.

Die beiden Perrons werden über die örtlichen Strassen- und Wegverbindungen erschlossen. Der Bahnhof besitzt kein bedientes Reisezentrum und keine Schliessfächer.[6]

Stationsgebäude

Das Stationsgebäude ist ein charakteristisches Beispiel einer kleineren Landstation aus der Frühzeit der schweizerischen Privatbahnen.

Der Bau setzt sich aus zwei Hauptteilen zusammen:

  • dem zweigeschossigen Aufnahme- und Wohnteil,
  • dem eingeschossigen ehemaligen Güterschuppen.

Der Aufnahmeteil besitzt ein Satteldach und eine regelmässige Fensterordnung. Die hölzernen Verschalungen der oberen Geschosse stammen im Wesentlichen aus der Aufstockung von 1880.

Der Güterschuppen schliesst längs an das Hauptgebäude an. Sein weit auskragendes Dach schützte Waren, Personal und Fuhrwerke während der Verladung vor Niederschlägen.

Das Perrondach von 1949 bildet eine jüngere Ergänzung. Es ist an den Aufnahmeteil angebaut und überspannt einen Teil des Hausperrons.

Trotz verschiedener Veränderungen blieb die funktionale Gliederung einer kleinen Stationsanlage mit Aufnahmegebäude, Diensträumen und Güterschuppen gut ablesbar.

Denkmalschutz

Das Stationsgebäude ist im kantonalen Inventar der Denkmalschutzobjekte von überkommunaler Bedeutung als Objekt von regionaler Bedeutung eingetragen. Es trägt die Inventarnummer 23400474.[2]

Seine Schutzwürdigkeit beruht insbesondere auf:

  • der Bedeutung für die Geschichte der Tösstalbahn,
  • der Verbindung mit der Industrialisierung des Tösstals,
  • der weitgehend erhaltenen Bauform,
  • der typologischen Verwandtschaft mit frühen Stationsbauten anderer Schweizer Bahngesellschaften,
  • seiner ortsbildprägenden Lage,
  • dem historischen Zusammenhang zwischen Empfangsgebäude und Güterschuppen.

Die verschiedenen Umbauphasen von 1875, 1880 und 1949 dokumentieren die Entwicklung des Eisenbahnbetriebs und die veränderten Anforderungen an kleinere Stationen.

Bei Erneuerungen müssen die Anforderungen des Bahnbetriebs, des Behindertengleichstellungsrechts und der Denkmalpflege aufeinander abgestimmt werden.

Bahnverkehr

Der Bahnhof gehört zum Netz des Zürcher Verkehrsverbunds. Im Fahrplanjahr 2026 wird er von den S-Bahn-Linien S11 und S26 bedient.

S11

Die S11 stellt eine direkte Verbindung vom Tösstal über Winterthur und Zürich bis in den Kanton Aargau her.

Der westliche Linienast führt über:

  • Zürich Hauptbahnhof,
  • Zürich Hardbrücke,
  • Zürich Altstetten,
  • Schlieren,
  • Dietikon,
  • Mellingen Heitersberg,
  • Lenzburg,
  • Aarau.

Östlich von Winterthur wird die S11 auf unterschiedliche Äste verteilt. Ein Teil der Züge verkehrt nach Seuzach, ein anderer über Winterthur Grüze, Winterthur Seen und Sennhof-Kyburg in das Tösstal.

Sennhof-Kyburg wird grundsätzlich stündlich von der S11 bedient. Je nach Zuglauf endet der Zug dort oder fährt über Kollbrunn und Turbenthal bis Wila weiter.[7]

Die S11 bietet ohne Umsteigen direkte Verbindungen nach:

  • Winterthur,
  • Stettbach,
  • Zürich Stadelhofen,
  • Zürich Hauptbahnhof,
  • Zürich Hardbrücke,
  • Zürich Altstetten,
  • Dietikon,
  • Lenzburg,
  • Aarau.

S26

Die S26 bildet die regionale Grunderschliessung der Tösstalbahn. Sie verkehrt von Winterthur über:

  • Winterthur Grüze,
  • Winterthur Seen,
  • Sennhof-Kyburg,
  • Kollbrunn,
  • Rikon,
  • Rämismühle-Zell,
  • Turbenthal,
  • Wila,
  • Saland,
  • Bauma,
  • Steg im Tösstal,
  • Fischenthal,
  • Gibswil,
  • Wald ZH,
  • Tann-Dürnten,
  • Rüti ZH.

Einzelne Verbindungen werden über Rüti hinaus nach Rapperswil SG geführt. Die Züge der S26 werden von Thurbo betrieben.[8]

Die S26 bedient Sennhof-Kyburg grundsätzlich im Halbstundentakt. Zusammen mit der S11 bestehen zusätzliche Verbindungen in Richtung Winterthur und Zürich.

Fahrzeuge

Auf der S26 kommen vorwiegend elektrische Niederflurtriebzüge von Thurbo zum Einsatz. Diese Fahrzeuge sind für den Regionalverkehr ausgelegt und besitzen breite Türen, Mehrzweckbereiche und stufenarme Einstiege an entsprechend ausgebauten Perrons.

Die S11 wird in der Regel mit Fahrzeugen der Zürcher S-Bahn betrieben, die für längere Durchmesserlinien und ein höheres Fahrgastaufkommen geeignet sind. Je nach betrieblicher Planung können unterschiedliche Triebzugtypen eingesetzt werden.

Die Länge des 2016 errichteten Perrons erlaubt die Bedienung durch längere S-Bahn-Kompositionen als vor dem Ausbau.

Kombinierte Mobilität

Der Bahnhof dient als Umsteigepunkt zwischen Bahn, Velo, Fussverkehr und Auto.

Nach Angaben der SBB stehen 30 gedeckte Veloabstellplätze zur Verfügung. Die P+Rail-Anlage besitzt fünf reguläre Parkplätze sowie einen Parkplatz für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.[6]

Das Angebot richtet sich insbesondere an Bewohnerinnen und Bewohner des Tösstals, des ländlichen Gebiets zwischen Kyburg und Weisslingen sowie an Ausflüglerinnen und Ausflügler.

Eine grössere Busstation besteht beim Bahnhof nicht. Die wichtigste regionale Erschliessung erfolgt durch die S-Bahn.

Bedeutung für Sennhof

Die Bahn prägte die Entwicklung Sennhofs seit dem späten 19. Jahrhundert wesentlich. Vor der Eröffnung war der Ort ein kleiner Siedlungs- und Gewerbestandort im Tösstal.

Die Bahn erleichterte:

  • den Transport industrieller Rohstoffe,
  • den Versand von Textilien und anderen Fabrikprodukten,
  • den Arbeitsweg der Fabrikbeschäftigten,
  • die Versorgung der Bevölkerung,
  • die Verbindung mit Winterthur und dem übrigen Tösstal,
  • die Entwicklung neuer Wohnquartiere.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verlor der Güterverkehr an Bedeutung. Gleichzeitig nahm die Funktion als Pendlerbahnhof zu.

Die direkte S11-Verbindung nach Zürich erhöhte seit 2018 die Attraktivität Sennhofs als Wohnstandort. Reisende können Zürich und den Kanton Aargau ohne Umsteigen erreichen.

Ausgangspunkt für Wanderungen

Der Bahnhof ist ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen im südöstlichen Winterthurer Stadtgebiet und in der Umgebung von Kyburg.

Schloss Kyburg

Der bekannteste Wanderweg führt vom Bahnhof durch den Wald nach Kyburg. Das Dorf und das Schloss liegen auf einem Geländesporn hoch über der Töss.

Der Weg dauert je nach Route und Gehgeschwindigkeit etwa 45 bis 60 Minuten. Dabei sind rund 150 Höhenmeter zu überwinden.[1]

Das Schloss Kyburg zählt zu den bedeutendsten mittelalterlichen Burganlagen der Ostschweiz. Es dient heute als kantonales Museum.

Tössufer

Entlang der Töss verlaufen Fuss- und Velowege in Richtung Winterthur, Kollbrunn und Tösstal. Die Wege führen durch Flusslandschaften, Wälder und ehemalige Industriegebiete.

Das Flussufer wird für Spaziergänge, Wanderungen, Velofahrten und Naherholung genutzt. Mehrere Brücken verbinden die Wege auf beiden Seiten der Töss.

Rundweg Winterthur

Der Bahnhof liegt an Etappen des Rundwegs Winterthur. Dieser umrundet das Stadtgebiet und verbindet Wälder, Aussichtspunkte, Flusslandschaften und Quartiere.

Vom Sennhof führen Wege unter anderem über den Eschenberg nach Winterthur sowie in Richtung Kyburg und Eidberg.

Veloverkehr

In der Umgebung verlaufen mehrere nationale und regionale Velorouten. Die Wege verbinden das Tösstal mit dem Zürcher Oberland, dem Kempttal und dem Raum Winterthur.

Das Schloss Kyburg nennt insbesondere die nationale Mittelland-Route sowie mehrere regionale Routen als nahegelegene Veloverbindungen.[1]

Bedeutung innerhalb der Tösstalbahn

Sennhof-Kyburg ist die letzte Station der Tösstalbahn innerhalb der politischen Gemeinde Winterthur. Südöstlich führt die Linie in die Gemeinde Zell.

Seit dem Ausbau zur Kreuzungsstation besitzt der Bahnhof eine grössere betriebliche Bedeutung. Zugkreuzungen ermöglichen einen dichteren und stabileren Fahrplan auf der überwiegend eingleisigen Tösstalbahn.

Die Station verbindet drei unterschiedliche Funktionen:

  • Quartierbahnhof für Sennhof,
  • regionaler Pendlerbahnhof,
  • Ausgangspunkt für den Freizeitverkehr nach Kyburg und entlang der Töss.

Das historische Stationsgebäude erinnert zugleich an die Entstehung der Tösstalbahn und die industrielle Entwicklung der Region.

Literatur

  • Kanton Zürich: Inventar der Denkmalschutzobjekte von überkommunaler Bedeutung. Winterthur, Band 1: Bahnhof Sennhof-Kyburg. Zürich.
  • Walter Aeschimann, Hugo Wenger: Die Tösstalbahn. Verein zur Förderung der Dampfbahn-Rundstrecke Zürcher Oberland, Bauma 1975.
  • Hans-Peter Bärtschi: Industriekultur im Kanton Zürich. Rotpunktverlag, Zürich.
  • Stadt Winterthur: Rundweg Winterthur. Sennhof und Kyburg. Winterthur.
  • Schweizerische Bundesbahnen: Vierte Teilergänzungen der Zürcher S-Bahn. Zürich.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Museum Schloss Kyburg: Anfahrt zum Schloss Kyburg, abgerufen am 3. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Kanton Zürich: Bahnhof Sennhof-Kyburg, Stationsgebäude, Inventar der Denkmalschutzobjekte von überkommunaler Bedeutung, Winterthur, Band 1, abgerufen am 3. August 2026.
  3. Winterthur Glossar: Bahnhof Seen und die Tösstallinie, abgerufen am 3. August 2026.
  4. BahnOnline: 150 Jahre Tösstalbahn, 20. August 2025, abgerufen am 3. August 2026.
  5. Regierungsrat des Kantons Zürich: Vierte Teilergänzungen der Zürcher S-Bahn, Etappe 3, Beschluss Nr. 766 vom 3. Juli 2013, abgerufen am 3. August 2026.
  6. 6,0 6,1 Schweizerische Bundesbahnen: Bahnhof Sennhof-Kyburg, abgerufen am 3. August 2026.
  7. Zürcher Verkehrsverbund: Linienfahrplan S11, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  8. Zürcher Verkehrsverbund: Linienfahrplan S26, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.

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