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=== Römerzeit ===
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In römischer Zeit führte eine wichtige Verkehrsverbindung von [[Turicum]], dem heutigen Zürich, am rechten Seeufer entlang in Richtung Rapperswil und weiter nach [[Chur]]. Im Gebiet von Obermeilen wurden Mauerreste, Ziegel und Münzen aus dem 1. bis 3. Jahrhundert gefunden.
In römischer Zeit führte eine wichtige Verkehrsverbindung von Turicum, dem heutigen Zürich, am rechten Seeufer entlang in Richtung Rapperswil und weiter nach [[Chur]]. Im Gebiet von Obermeilen wurden Mauerreste, Ziegel und Münzen aus dem 1. bis 3. Jahrhundert gefunden.


Auf der Appenhalten kamen Überreste eines römischen Gutshofs zum Vorschein. Die Funde weisen darauf hin, dass die sonnigen Hänge oberhalb des Zürichsees bereits damals landwirtschaftlich genutzt wurden.
Auf der Appenhalten kamen Überreste eines römischen Gutshofs zum Vorschein. Die Funde weisen darauf hin, dass die sonnigen Hänge oberhalb des Zürichsees bereits damals landwirtschaftlich genutzt wurden.

Aktuelle Version vom 24. Juli 2026, 17:38 Uhr

Meilen

Meilen mit der reformierten Kirche und den Rebbergen am Zürichsee

Meilen mit der reformierten Kirche und den Rebbergen am Zürichsee

Wappen von Meilen

Wappen

Lage von Meilen

Lage der Gemeinde

Gemeindedaten

Staat

Schweiz

Kanton

[[Kanton Zürich|Zürich]]

Region

Pfannenstiel

Bezirk

[[Bezirk Meilen|Meilen]]

BFS-Nummer

0156

Postleitzahl

8706

Koordinaten

47.2703° N, 8.6411° E

Höhe

420 m ü. M.

Fläche

11,94 km²

Einwohner

14'943
(Stand: 31. Dezember 2025)

Website

www.meilen.ch


Meilen ist eine politische Gemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Bezirks im Kanton Zürich in der Schweiz. Die Gemeinde liegt am rechten Ufer des Zürichsees, ungefähr auf halber Strecke zwischen Zürich und Rapperswil. Sie wird häufig der sogenannten Goldküste zugerechnet.

Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Seeufer über die dicht besiedelten unteren Hanglagen bis zu den Höhen des Pfannenstiels. Traditionell ist Meilen in die vier Wachten Feldmeilen, Dorfmeilen, Obermeilen und Bergmeilen gegliedert. Ende 2025 lebten 14'943 Einwohnerinnen und Einwohner in der Gemeinde.[1]

Meilen ist ein bedeutender Wohn-, Verwaltungs- und Wirtschaftsstandort am Zürichsee. Der Ort verfügt über einen Bahnhof an der rechtsufrigen Zürichseebahn, eine Schiffstation und den östlichen Fähranleger der Zürichsee-Fähre Horgen–Meilen. Das historische Ortsbild wird von der reformierten Kirche am See, alten Bürger- und Bauernhäusern, ehemaligen Landsitzen sowie den Rebbergen an den Hängen oberhalb des Dorfes geprägt.

Geografie

Lage

Meilen liegt am mittleren rechten Zürichseeufer. Die Entfernung zur Stadt Zürich beträgt in der Luftlinie etwa 13 Kilometer. Rapperswil befindet sich rund 15 Kilometer südöstlich. Das Siedlungsgebiet erstreckt sich über mehrere Kilometer entlang des Sees und geht an vielen Stellen nahezu ohne Unterbruch in die Nachbargemeinden über.

Im Nordwesten grenzt Meilen an Herrliberg, im Südosten an Uetikon am See und im Nordosten an Egg. Auf der gegenüberliegenden Seite des Zürichsees liegen Horgen, Oberrieden und das Gemeindegebiet von Wädenswil.

Die tiefsten Bereiche der Gemeinde befinden sich am Zürichsee auf rund 406 Metern über Meer. Vom Ufer steigt das Gelände in nordöstlicher Richtung über Rebberge, Wohnquartiere und Landwirtschaftsflächen zum Pfannenstiel an. Der höchste Punkt liegt auf etwa 853 Metern über Meer.[2]

Gemeindegliederung

Meilen ist traditionell in vier sogenannte Wachten gegliedert:

  • Feldmeilen liegt im nordwestlichen Teil der Gemeinde an der Grenze zu Herrliberg. Das Quartier wird auch durch den Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen erschlossen.
  • Dorfmeilen bildet das historische und administrative Zentrum. Hier befinden sich der Bahnhof Meilen, das Gemeindehaus, die reformierte Kirche, die Schiffstation und zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten.
  • Obermeilen liegt südöstlich des Dorfzentrums in Richtung Uetikon am See. Es umfasst Siedlungen am See und an den darüberliegenden Hängen.
  • Bergmeilen bezeichnet die höher gelegenen Gebiete am Hang des Pfannenstiels. Dazu gehören mehrere Weiler, Höfe, Landwirtschaftsflächen und Waldgebiete.

Die Wachten waren früher in verschiedenen örtlichen Angelegenheiten weitgehend selbstständige Einheiten. Heute besitzen sie keine eigene politische Autonomie mehr, sind jedoch weiterhin für die lokale Identität und das Vereinsleben von Bedeutung.[3]

Zu den kleineren Siedlungen und Weilern im Gemeindegebiet zählen unter anderem Toggwil, Burg, Dollikon und Bünishofen.

Fläche und Bodennutzung

Die Gemeindefläche beträgt rund 11,94 Quadratkilometer. Gemäss der kommunalen Flächenstatistik entfielen 2018 etwa 43,7 Prozent auf Landwirtschaftsflächen und 24,5 Prozent auf Wald. Die Siedlungsfläche nahm 24,3 Prozent ein, während Verkehrsflächen einen Anteil von 6,1 Prozent ausmachten. Die übrigen Flächen bestanden vor allem aus Gewässern und unproduktiven Gebieten.[1]

Trotz der dichten Besiedlung am See besitzt Meilen grössere zusammenhängende Grünräume. Oberhalb der Wohnquartiere befinden sich Rebberge, Obstgärten, Ackerflächen und Weiden. Die Wälder am Pfannenstiel sind wichtige Lebens- und Erholungsräume.

Gewässer und Tobel

Mehrere Bäche fliessen vom Pfannenstiel durch das Gemeindegebiet zum Zürichsee. Sie haben teilweise tiefe Tobel in den Hang eingeschnitten. Zu den bekannteren Fliessgewässern gehören der Dorfbach und der Beugenbach.

Das Beugenbachtobel trennt die Siedlungsgebiete von Dorfmeilen und Obermeilen. Seit 2012 führt eine rund 60 Meter lange Fussgänger-Hängebrücke über das Tobel. Sie verbindet Wanderwege und Wohngebiete beidseits des Einschnitts und gilt als eine der markanten neueren Anlagen der Gemeinde.

Geschichte

Prähistorische Besiedlung

Das Gebiet von Meilen war bereits in der Jungsteinzeit und in der Bronzezeit besiedelt. Von besonderer Bedeutung ist die Fundstelle Meilen-Rorenhaab bei Obermeilen.

Im Winter 1853/1854 lag der Wasserstand des Zürichsees ungewöhnlich tief. Bei Arbeiten zur Landgewinnung stiessen Arbeiter in der Rorenhaab auf Pfähle, Keramik, Tierknochen und weitere Gegenstände aus vorgeschichtlicher Zeit. Der Obermeilemer Lehrer Johannes Aeppli und seine Schüler erkannten die Bedeutung der Funde und meldeten sie den zuständigen Fachleuten.

Der Zürcher Altertumsforscher Ferdinand Keller deutete die Überreste als Spuren ehemaliger Siedlungen über oder am Wasser. Seine 1854 veröffentlichte Untersuchung löste im gesamten Alpenraum eine intensive Suche nach vergleichbaren Fundstellen aus. Meilen-Rorenhaab gilt deshalb als Ausgangspunkt der wissenschaftlichen Pfahlbauforschung in der Schweiz.[4]

Die Fundstelle gehört seit 2011 zum seriellen UNESCO-Welterbe Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen. In Meilen sind Siedlungsphasen aus verschiedenen Abschnitten der Jungsteinzeit und der Bronzezeit nachgewiesen.[5]

Römerzeit

In römischer Zeit führte eine wichtige Verkehrsverbindung von Turicum, dem heutigen Zürich, am rechten Seeufer entlang in Richtung Rapperswil und weiter nach Chur. Im Gebiet von Obermeilen wurden Mauerreste, Ziegel und Münzen aus dem 1. bis 3. Jahrhundert gefunden.

Auf der Appenhalten kamen Überreste eines römischen Gutshofs zum Vorschein. Die Funde weisen darauf hin, dass die sonnigen Hänge oberhalb des Zürichsees bereits damals landwirtschaftlich genutzt wurden.

Mittelalter

Der Ortsname ist um 880 als Meilana in einem Güterverzeichnis des Zürcher Grossmünsters erstmals schriftlich belegt. Der Name wird möglicherweise auf das gallorömische Mediolanum zurückgeführt, dessen genaue Bedeutung und sprachliche Entwicklung jedoch nicht abschliessend geklärt sind.[6]

Im Früh- und Hochmittelalter besassen verschiedene geistliche Institutionen Grund und Rechte in Meilen. Dazu gehörten das Grossmünster, die Klöster St. Gallen und Einsiedeln sowie das Stift Säckingen.

Um 1200 entstand oberhalb des Dorfes die Burg Friedberg. Sie war der Sitz eines lokalen Adelsgeschlechts und wurde im 14. Jahrhundert erweitert. Von der Anlage sind heute Mauerreste und ein tiefer Sodbrunnen erhalten. Die Burg bildet das zentrale Motiv des Meilemer Gemeindewappens.

Seit dem Mittelalter prägten Landwirtschaft, Fischerei, Handwerk und insbesondere der Weinbau die örtliche Wirtschaft. Die sonnigen Hänge am Zürichsee boten günstige Voraussetzungen für den Rebbau.

Zürcher Herrschaft

Im Jahr 1384 gelangte Meilen unter die Herrschaft der Stadt Zürich. Die Gemeinde wurde als Obervogtei verwaltet. Der Obervogt war ein Mitglied des Zürcher Rates, wohnte jedoch gewöhnlich nicht dauerhaft in Meilen.

Vor Ort vertrat ihn ein Untervogt aus einer einflussreichen Meilemer Familie. Dieser führte Gemeindeversammlungen durch, überwachte die örtliche Verwaltung und war mit Aufgaben in der Gerichts-, Armen- und Vormundschaftspflege betraut.

Die Obervogtei bestand bis zum Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft im Jahr 1798. Obwohl Meilen der Stadt Zürich unterstand, verfügte die Gemeinde in vielen lokalen Angelegenheiten über eine vergleichsweise weitgehende Selbstverwaltung.

19. Jahrhundert

Mit der Gründung der Helvetischen Republik wurden die alten Herrschafts- und Vogteistrukturen aufgehoben. Nach mehreren Änderungen der kantonalen Verwaltungsorganisation wurde Meilen 1831 zum Hauptort des neu bezeichneten Bezirks Meilen.

Im 19. Jahrhundert veränderten sich Wirtschaft und Siedlungsbild. Neben Landwirtschaft und Handwerk entstanden kleinere Textil- und Gewerbebetriebe. Gleichzeitig blieb der Rebbau ein wichtiger Erwerbszweig.

Die Eröffnung der rechtsufrigen Zürichseebahn im Jahr 1894 verbesserte die Verbindung mit Zürich und Rapperswil. Sie erleichterte den Pendelverkehr und beschleunigte die Entwicklung Meilens von einer landwirtschaftlich geprägten Gemeinde zu einem Wohn- und Wirtschaftsstandort innerhalb der Zürcher Agglomeration.

Schiffskollision von 1872

Am 29. August 1872 kam es vor der Schifflände Obermeilen zu einer folgenschweren Kollision. Das mit zahlreichen Schulkindern besetzte Dampfschiff Concordia stiess mit dem Kursschiff St. Gotthard zusammen.

Die meisten Passagiere konnten gerettet werden, doch mehrere Menschen kamen ums Leben. Zur Erinnerung an das Ereignis wird in Obermeilen traditionell ein ökumenischer Ländeli-Gottesdienst abgehalten.

Entwicklung im 20. und 21. Jahrhundert

Im 20. Jahrhundert wuchs Meilen stark. Neue Wohnquartiere entstanden zunächst in der Nähe der Bahnstationen und später zunehmend an den Hängen oberhalb des Sees. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe nahm ab, während Dienstleistungen und Pendlerverkehr an Bedeutung gewannen.

1932 wurde die Zürichsee-Fähre Horgen-Meilen AG gegründet. Im November 1933 nahm die erste Autofähre den fahrplanmässigen Betrieb auf. Die Fährverbindung verkürzte den Weg zwischen dem rechten und dem linken Zürichseeufer erheblich.[7]

Heute ist Meilen eine weitgehend zusammenhängend bebaute Wohngemeinde. Historische Dorfteile, Rebberge, Landwirtschaftsflächen und die Wälder am Pfannenstiel verleihen dem Ort dennoch einen vielfältigen Charakter.

Wappen

Die Blasonierung lautet:

In Gold über grünem Dreiberg eine zweitürmige, gezinnte schwarze Burg, durchbrochen von Tor und Fenstern, überhöht von zwei roten Sternen.

Die Burg erinnert an die mittelalterliche Burg Friedberg und das dort ansässige Adelsgeschlecht. Die genaue Darstellung des Wappens veränderte sich im Laufe der Jahrhunderte. Zeitweise fehlten die Sterne oder der Dreiberg, und auch die Form der Türme wurde unterschiedlich wiedergegeben.

Die heute gebräuchliche Darstellung wurde im 20. Jahrhundert vereinheitlicht.

Bevölkerung

Meilen verzeichnete besonders seit der Mitte des 20. Jahrhunderts ein starkes Bevölkerungswachstum. Die gute Verkehrsanbindung, die Nähe zur Stadt Zürich und die Lage am See machten die Gemeinde zu einem begehrten Wohnort.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1634 1'107
1697 1'590
1799 3'034
1850 3'065
1900 3'213
1950 5'992
1970 9'881
2000 11'480
2020 14'539
2025 14'943

Der Anteil der ausländischen Bevölkerung betrug Ende 2025 rund 24,6 Prozent. Im selben Jahr zählte die evangelisch-reformierte Landeskirche 3'951 und die römisch-katholische Kirche 2'861 Mitglieder in Meilen.[1]

Amtssprache ist Deutsch. Im Alltag wird überwiegend Zürichdeutsch gesprochen. Der mundartliche Ortsname lautet Mäile; die Einwohnerinnen und Einwohner werden als Mäilemeri beziehungsweise Mäilemer bezeichnet.

Politik und Verwaltung

Meilen ist nach dem Modell der Versammlungsgemeinde organisiert. Die Stimmberechtigten entscheiden an der Gemeindeversammlung über Budget, Steuerfuss, Jahresrechnung, grössere Kredite und weitere kommunale Geschäfte. Über bestimmte Vorlagen wird an der Urne abgestimmt.[8]

Der Gemeinderat ist die leitende und vollziehende Behörde der politischen Gemeinde. Daneben bestehen unter anderem eine Schulpflege, eine Rechnungsprüfungskommission und verschiedene Fachkommissionen.

Als Bezirkshauptort beherbergt Meilen mehrere regionale Institutionen. Dazu gehören das Bezirksgericht Meilen, das Statthalteramt und die Bezirksratskanzlei. Diese Behörden sind für die Gemeinden des Bezirks Meilen zuständig.

Das Gemeindehaus befindet sich an der Dorfstrasse gegenüber dem Bahnhof.

Wirtschaft

Meilen ist in erster Linie eine Wohn- und Dienstleistungsgemeinde. Ein grosser Teil der Erwerbstätigen pendelt nach Zürich oder in andere Gemeinden der Region. Gleichzeitig bietet Meilen selbst zahlreiche Arbeitsplätze in Verwaltung, Bildung, Gesundheitswesen, Handel, Gastronomie, Gewerbe und Industrie.

Zu den grösseren Industrieunternehmen mit Standort in Meilen gehören die Delica AG, die Nahrungs- und Genussmittel herstellt, sowie die Hoval AG, die im Bereich Heizungs-, Lüftungs- und Energietechnik tätig ist. Daneben bestehen zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen.[9]

Das Dorfzentrum rund um Bahnhof, Dorfstrasse und Kirchgasse besitzt ein vielfältiges Angebot an Geschäften, Restaurants und Dienstleistungen.

Landwirtschaft und Weinbau

Landwirtschaftlich genutzte Flächen befinden sich vor allem oberhalb der Siedlungsgebiete. Die verbliebenen Betriebe beschäftigen sich unter anderem mit Ackerbau, Obstbau, Milchwirtschaft und Viehhaltung.

Der Weinbau besitzt in Meilen eine lange Tradition. Noch um 1900 galt die Gemeinde als eine der grössten Rebbaugemeinden der Schweiz. Reblausbefall, veränderte Marktbedingungen und die zunehmende Überbauung führten im 20. Jahrhundert zu einem starken Rückgang der Rebfläche.

Heute werden an verschiedenen Lagen wieder hochwertige Weine produziert. Zu den angebauten Sorten gehören Blauburgunder, Riesling-Silvaner, Räuschling, Chardonnay, Sauvignon Blanc und Pinot gris. Die Rebberge sind zugleich ein charakteristischer Bestandteil der Meilemer Kulturlandschaft.

Verkehr

Eisenbahn und Bus

Meilen liegt an der 1894 eröffneten rechtsufrigen Zürichseebahn. Der Bahnhof Meilen wird von mehreren Linien der S-Bahn Zürich bedient und bietet direkte Verbindungen nach Zürich, Rapperswil und in weitere Teile des Kantons.

Der Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen liegt an der Grenze zwischen Herrliberg und Meilen und erschliesst den nordwestlichen Gemeindeteil.

Buslinien der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland verbinden den Bahnhof mit den höher gelegenen Quartieren, den Nachbargemeinden und dem Pfannenstielgebiet.

Schifffahrt

Die Schiffstation Meilen wird von Kursschiffen der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft bedient. Die Verbindungen führen unter anderem nach Zürich, Horgen, Wädenswil, Rapperswil und zu weiteren Orten am Zürichsee.[10]

Eine besondere Bedeutung besitzt die Zürichsee-Fähre Horgen–Meilen. Sie transportiert Personen, Velos, Motorräder, Personenwagen und Nutzfahrzeuge zwischen Meilen und Horgen. Die Fähre ist das ganze Jahr über in Betrieb und entlastet die Strassenverbindungen über Zürich beziehungsweise den Seedamm von Rapperswil.

Strassenverkehr

Die Hauptstrasse 17 führt als Seestrasse durch Meilen und verbindet die Gemeinde mit Zürich, Rapperswil und dem Zürcher Oberland. Weitere Strassen führen über Bergmeilen und den Pfannenstiel in Richtung Egg und Oetwil am See.

Aufgrund der dichten Bebauung und des starken Pendlerverkehrs sind die Seestrasse und die Zufahrten zur Fähre zeitweise stark belastet.

Bildung

Die Gemeinde verfügt über mehrere Kindergärten, Primarschulhäuser und eine Sekundarschule. Die Schulstandorte verteilen sich auf die verschiedenen Wachten. Ergänzt wird das kommunale Bildungsangebot durch Musikunterricht, Tagesstrukturen und familienergänzende Betreuung.

Weiterführende Schulen befinden sich unter anderem in Küsnacht, Männedorf, Stäfa und der Stadt Zürich. Aufgrund der guten Bahnverbindungen sind auch die Hochschulen und Berufsschulen in Zürich gut erreichbar.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Reformierte Kirche

Die Reformierte Kirche Meilen steht unmittelbar am Seeufer und prägt das Ortsbild. Archäologische Untersuchungen weisen auf mehrere Vorgängerbauten hin, von denen der älteste wahrscheinlich im frühen Mittelalter entstand.

Die heutige Kirche enthält Bauteile aus verschiedenen Epochen. Ihr markanter Turm ist vom See aus weithin sichtbar. Der Kirchhof, die angrenzenden historischen Gebäude und die Seeanlage bilden ein bedeutendes Ensemble.

Katholische Kirche St. Martin

Die römisch-katholische Kirche St. Martin befindet sich nördlich des Bahnhofs. Sie besitzt einen freistehenden Glockenturm und dient der katholischen Bevölkerung von Meilen und der näheren Umgebung als Pfarrkirche.

Burg Friedberg

Die Ruine der Burg Friedberg liegt oberhalb des Dorfes beim Weiler Burg. Erhalten sind Mauerreste und der rund 29 Meter tiefe Sodbrunnen. Archäologische Untersuchungen brachten zahlreiche Gegenstände des mittelalterlichen Alltags zum Vorschein.

Funde und Informationen zur Burg werden teilweise im Ortsmuseum Meilen präsentiert.

Ortsmuseum

Das Ortsmuseum Meilen dokumentiert die Geschichte der Gemeinde von der prähistorischen Besiedlung bis zur Gegenwart. Schwerpunkte bilden die Pfahlbaufunde, die Burg Friedberg, der Weinbau, das örtliche Gewerbe und die Entwicklung der vier Wachten.

Das Museum organisiert wechselnde Ausstellungen, Vorträge und kulturgeschichtliche Veranstaltungen.

Historische Ortsbilder

Im Dorfzentrum und in den früheren bäuerlichen Siedlungen sind zahlreiche historische Gebäude erhalten. Dazu gehören Weinbauernhäuser, ehemalige Trotten, Bürgerhäuser, Gasthöfe und Landsitze.

Das Ortsbild von Meilen sowie die Siedlung Burg sind im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung verzeichnet.

Seeanlagen und Pfannenstiel

Die Seeanlagen bei der Kirche, der Schiffstation und dem Fährhafen dienen als Spazier-, Aufenthalts- und Veranstaltungsräume. Mehrere Strandbäder und Badeplätze ermöglichen den Zugang zum Zürichsee.

Die höher gelegenen Wälder und Landwirtschaftsgebiete am Pfannenstiel sind beliebte Naherholungsräume. Wanderwege führen durch Rebberge, Tobel und Wälder zur Hochwacht, nach Egg und in die Nachbargemeinden.

Gemeindepartnerschaften und Patenschaften

Meilen pflegt partnerschaftliche Beziehungen zu mehreren Gemeinden im In- und Ausland. Dazu gehören:

Die Verbindungen entstanden teilweise als Patenschaften zur Unterstützung kleinerer Berggemeinden und wurden später durch kulturelle und persönliche Kontakte weitergeführt.

Persönlichkeiten

In Meilen geboren

Mit Meilen verbunden

Siehe auch

Literatur

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. Birkhäuser, Basel 1943.
  • Christian Renfer: Die Kirche Meilen ZH und ihre Umgebung. Schweizerische Kunstführer, Nr. 378. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 1985.
  • Peter Kummer: Geschichte der Gemeinde Meilen. Meilen.
  • Heimatbuch Meilen. Herausgegeben von der Vereinigung Heimatbuch Meilen, jährlich erscheinende Reihe.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Gemeinde Meilen: Gemeinde in Zahlen, abgerufen am 24. Juli 2026.
  2. Bundesamt für Statistik: Geografische Kennzahlen der Schweizer Gemeinden, abgerufen am 24. Juli 2026.
  3. Gemeinde Meilen: Entdeckungsreise durch Meilen, abgerufen am 24. Juli 2026.
  4. Gemeinde Meilen: Geschichte, abgerufen am 24. Juli 2026.
  5. UNESCO Palafittes: Fundstelle Meilen-Rorenhaab, abgerufen am 24. Juli 2026.
  6. Gisela Nagy-Braun, Peter Kummer: Meilen. In: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 24. Juli 2026.
  7. Zürichsee-Fähre Horgen–Meilen AG: Meilensteine der Geschichte, abgerufen am 24. Juli 2026.
  8. Gemeinde Meilen: Allgemeines zur Gemeindeversammlung, abgerufen am 24. Juli 2026.
  9. Gemeinde Meilen: Wirtschaft, abgerufen am 24. Juli 2026.
  10. Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft: Informationen zu den Stationen, abgerufen am 24. Juli 2026.

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