Kriens
| Kriens | |
|---|---|
| Staat | Schweiz |
| Kanton | Luzern |
| Wahlkreis | Luzern-Land |
| BFS-Nummer | 1059 |
| Postleitzahlen | 6010 Kriens 6012 Obernau |
| Koordinaten | 47° 02′ N, 8° 17′ O |
| Höhe | 490 m ü. M. |
| Fläche | 27,3 km² |
| Einwohner | 30'679 |
| Einwohnerstand | 31. Dezember 2025 |
| Bevölkerungsdichte | etwa 1'124 Einwohner je km² |
| Stadtpräsidentin | Christine Kaufmann-Wolf |
| Website | stadt-kriens.ch |
Kriens ist eine politische Gemeinde und Stadt im Wahlkreis Luzern-Land des Kantons Luzern in der Schweiz. Sie liegt unmittelbar südwestlich der Stadt Luzern am Fuss des Pilatus und gehört zur Agglomeration Luzern. Das Siedlungsgebiet ist mit den benachbarten Stadt- und Gemeindeteilen von Luzern und Horw weitgehend zusammengewachsen.
Mit 30'679 Einwohnerinnen und Einwohnern Ende 2025 ist Kriens nach Luzern die zweitgrösste Stadt des Kantons Luzern.[1] Die Gemeinde bezeichnet sich seit dem 1. Januar 2019 offiziell als Stadt. Der Namenswechsel war von den Stimmberechtigten im März 2017 beschlossen worden.[2]
Zum Gemeindegebiet gehören neben dem dicht bebauten Stadtzentrum die Ortsteile Obernau und Hergiswald, zahlreiche Wohnquartiere sowie ausgedehnte Wald- und Berggebiete am Sonnenberg und am Pilatus. Der höchste Teil des Gemeindegebiets reicht bis in die Umgebung von Fräkmüntegg. Die Geschichte von Kriens wurde wesentlich durch den Krienbach, die Landwirtschaft, den Bergbau und die seit dem 19. Jahrhundert einsetzende Industrialisierung geprägt.
Geografie
Lage und Landschaft
Kriens liegt zwischen dem Pilatus im Süden und Westen, dem Sonnenberg im Norden sowie der Horwer Halbinsel und dem Luzerner Seebecken im Osten. Das Stadtzentrum befindet sich auf rund 490 Metern über Meer. Das Gemeindegebiet umfasst 27,3 Quadratkilometer.[1]
Nach den Angaben der Stadt entfallen 50,5 Prozent der Fläche auf Wald, 31,6 Prozent auf landwirtschaftlich genutztes Gebiet und 16,9 Prozent auf Siedlungsflächen. Rund ein Prozent wird als unproduktive Fläche ausgewiesen.[1] Damit besitzt Kriens trotz seiner städtischen Bevölkerungsstruktur ausgedehnte Natur- und Erholungsgebiete.
Die Stadt grenzt im Norden und Nordosten an Luzern, im Osten und Südosten an Horw, im Süden an Hergiswil im Kanton Nidwalden, im Westen an Schwarzenberg sowie im Nordwesten an Malters.[3]
Das Gelände steigt vom dicht besiedelten Talboden in Richtung Pilatus stark an. Zu den landschaftlich bedeutenden Gebieten gehören das Eigental, der Hergiswald, die Krienseregg, Fräkmüntegg und die Höhenzüge des Sonnenbergs. Die Wälder erfüllen wichtige Funktionen für den Schutz vor Naturgefahren, die Trinkwasserversorgung, die Holzproduktion und die Naherholung.
Krienbach
Der Krienbach entspringt an den Hängen des Pilatus und fliesst durch Obernau sowie das Zentrum von Kriens in Richtung Luzern. Das Gewässer spielte für die Entwicklung des Ortes eine zentrale Rolle. Seine Wasserkraft wurde über Jahrhunderte von Mühlen, Sägereien, Hammerwerken und später von Industriebetrieben genutzt.
Gleichzeitig verursachte der Krienbach wiederholt schwere Überschwemmungen. Bei Hochwasser transportierte er grosse Mengen Geröll und Holz aus dem Pilatusgebiet in den Talboden. Teile des Bachlaufs wurden deshalb seit dem 19. Jahrhundert eingedolt und mit Schutzbauten gesichert.
Nach einem schweren Hochwasser im Jahr 1988 wurde ein Entlastungsstollen durch den Sonnenberg gebaut. Der 1993 in Betrieb genommene Stollen leitet einen Teil des Hochwassers direkt in die Reuss und schützt dadurch die dicht besiedelten Gebiete von Kriens und Luzern.[4]
Ortsteile und Quartiere
Das historische Zentrum von Kriens liegt beidseits des Krienbachs im Umfeld der katholischen Pfarrkirche St. Gallus und des heutigen Stadthauses. Der Siedlungsraum entwickelte sich im 20. und 21. Jahrhundert weit über den alten Dorfkern hinaus.
Obernau liegt westlich des Stadtzentrums im Tal des Krienbachs. Der Ortsteil besitzt mit 6012 eine eigene Postleitzahl, ist baulich jedoch mit dem Zentrum von Kriens zusammengewachsen. Obernau bildet den Ausgangspunkt verschiedener Wege in Richtung Pilatus, Eigenthal und Schwarzenberg.
Hergiswald liegt oberhalb des Siedlungsgebiets an der Strasse zum Eigenthal. Der Ort ist vor allem durch die Wallfahrtskirche Hergiswald bekannt. Die umliegenden Wälder und Höhenzüge sind ein beliebtes Wander- und Naherholungsgebiet.
Zu den Quartieren und Siedlungsgebieten der Stadt gehören unter anderem:
- Zentrum
- Oberdorf
- Obernau
- Kuonimatt
- Mattenhof
- Schweighof
- Kupferhammer
- Hofmatt
- Kirchbühl
- Zumhof
- Langmatt
- Grosshof
- Schachen
- Amlehn
Die Quartiere unterscheiden sich stark in ihrer Bebauung. Neben historischen Dorfstrukturen bestehen ehemalige Industrieareale, Einfamilienhausgebiete, grosse Wohnsiedlungen, Hochhäuser sowie neue urbane Entwicklungsgebiete.
Name
Der Name Kriens ist seit dem 9. Jahrhundert überliefert. In frühen Urkunden erscheint der Ort unter Formen wie Chrientes. Die genaue Herkunft des Namens ist nicht abschliessend geklärt.
Nach einer sprachwissenschaftlichen Deutung geht die Bezeichnung möglicherweise auf einen alten europäischen Gewässernamen zurück. Dieser könnte von einer indogermanischen Wurzel mit der Bedeutung «trennen» oder «scheiden» abgeleitet sein und ursprünglich den Krienbach bezeichnet haben. Der Gewässername wäre später auf die Siedlung übertragen worden.[5]
Geschichte
Frühgeschichte und Mittelalter
Das Gebiet am Fuss des Pilatus wurde bereits in vorgeschichtlicher und römischer Zeit begangen und teilweise besiedelt. Eine dauerhafte alemannische Besiedlung setzte vermutlich im frühen Mittelalter ein. Um das Jahr 750 entstanden erste grössere Höfe und Siedlungsgruppen.
In den 880er-Jahren schenkten die Schwestern Ata und Chrimhild Besitzungen in Kriens dem Benediktinerkloster im Hof in Luzern. Das Kloster stand später unter der Herrschaft der elsässischen Abtei Murbach. Kriens entwickelte sich zu einem bedeutenden klösterlichen Dinghof mit eigener Wirtschafts- und Gerichtsorganisation.[2]
Im Jahr 1291 erwarb König Rudolf I. von Habsburg die Besitzungen des Klosters Murbach in der Region Luzern. Dadurch gelangte auch Kriens stärker unter habsburgischen Einfluss. Nach der Schlacht bei Sempach von 1386 nahm dagegen die Macht der Stadt Luzern im Umland zu.
1416 erwarb Luzern den Meierhof Kriens. Gemeinsam mit Horw und dem Eigental bildete Kriens in der Folge eine luzernische Landvogtei. Die Bewohner waren der städtischen Obrigkeit unterstellt, verfügten jedoch über gewisse örtliche Nutzungs- und Verwaltungsrechte.[6]
Landwirtschaft und Bergbau
Bis ins 19. Jahrhundert lebte der grösste Teil der Bevölkerung von der Landwirtschaft. Viehzucht, Milchwirtschaft, Ackerbau und die Nutzung der Wälder bildeten die wichtigsten Erwerbsgrundlagen. Die Höfe lagen sowohl im Talboden als auch an den Hängen des Sonnenbergs und des Pilatus.
Daneben besass der Bergbau zeitweise wirtschaftliche Bedeutung. Am Pilatus wurde Eisenerz gewonnen, während am Sonnenberg Braunkohle abgebaut wurde. Die Förderung erfolgte mit Unterbrechungen vom 15. bis ins 19. Jahrhundert. Wegen schwieriger Abbaubedingungen und begrenzter Vorkommen konnten sich die Bergwerke jedoch nicht dauerhaft behaupten.
Die Wasserkraft des Krienbachs ermöglichte den Betrieb von Mühlen, Sägereien, Schleifereien und Hammerwerken. Diese vorindustriellen Gewerbe schufen die Voraussetzungen für die spätere Entwicklung zum Industriestandort.
Entstehung der politischen Gemeinde
Mit dem Ende der alten Eidgenossenschaft und der Gründung der Helvetischen Republik im Jahr 1798 wurden die bisherigen Herrschaftsverhältnisse aufgehoben. Kriens wurde zu einer politischen Gemeinde des Kantons Luzern.
Wie in vielen Luzerner Gemeinden bestanden zunächst eine Einwohnergemeinde und eine Ortsbürgergemeinde nebeneinander. Die Einwohnergemeinde war für die politischen und öffentlichen Aufgaben zuständig, während die Ortsbürgergemeinde das traditionelle Bürgergut verwaltete.
Die beiden Körperschaften entwickelten sich im Laufe des 20. Jahrhunderts zunehmend auseinander. 1992 wurde die Ortsbürgergemeinde in die Einwohnergemeinde integriert.[2]
Industrialisierung
Die Industrialisierung begann in Kriens in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Einen entscheidenden Impuls gab der Unternehmer August Bell. Er gründete 1845 einen Betrieb zur Herstellung von Rosshaargeflechten und Strohbändern. Aus diesem Unternehmen entwickelte sich die spätere Maschinenfabrik Bell.
1855 nahm Bell eine mechanische Werkstätte in Betrieb. Es folgten eine erste Wasserturbine im Jahr 1859 und eine Papiermaschine im Jahr 1860. Das Unternehmen stellte später unter anderem Turbinen, Brücken, Stahlkonstruktionen, Krane, Seilbahnen und Maschinenanlagen her.[2]
Die Maschinenfabrik Bell wurde zum wichtigsten Industriebetrieb der Gemeinde und beschäftigte zeitweise mehr als tausend Personen. Ihre Produkte wurden in zahlreiche Länder exportiert. Besonders bekannt war das Unternehmen für den Bau von Seilbahnen, Kraftwerksanlagen und grossen Stahlkonstruktionen.
1936 ging die Firma in den Besitz von Heinrich Wachter über. 1959 wurde sie von Escher Wyss übernommen, das 1967 seinerseits in den Sulzer-Konzern eingegliedert wurde.[6] Teile der historischen Fabrikanlagen blieben erhalten und prägen bis heute das Ortsbild.
Neben der Maschinenindustrie entstanden Betriebe der Textil-, Holz-, Metall-, Lebensmittel- und Baustoffbranche. Das Bevölkerungswachstum beschleunigte sich, und rund um die Fabriken wurden neue Wohnhäuser, Arbeitersiedlungen und öffentliche Einrichtungen errichtet.
Verkehrserschliessung
Eine wichtige Voraussetzung für die industrielle Entwicklung war die Verbesserung der Verkehrsverbindungen nach Luzern. 1886 wurde die Kriens-Luzern-Bahn eröffnet. Die ursprünglich als normalspurige Dampfstrassenbahn betriebene Linie verband die Industriebetriebe und das Dorfzentrum mit dem Bahnhof Luzern.
Die Bahn wurde später elektrifiziert und teilweise auf Strassenbahnbetrieb umgestellt. Der Personenverkehr auf der Schiene endete 1961 und wurde durch den Trolleybus ersetzt. Das ehemalige Bahnhofsgebäude im Zentrum von Kriens ist erhalten geblieben und erinnert an die frühere Bahnverbindung.[7]
Wachstum im 20. Jahrhundert
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Kriens noch ein stark industriell und landwirtschaftlich geprägtes Dorf. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte ein rasches Wachstum ein. 1951 wurde der zehntausendste Einwohner registriert, und um 1970 überschritt die Gemeinde die Marke von 20'000 Einwohnerinnen und Einwohnern.[2]
Auf den früheren Landwirtschaftsflächen entstanden neue Quartiere, Schulen, Kirchen, Sportanlagen und Einkaufszentren. Die Siedlungsgebiete von Kriens und Luzern wuchsen immer stärker zusammen. Gleichzeitig nahm die Zahl der Beschäftigten im Dienstleistungssektor zu.
1934 stimmten die Krienser Stimmberechtigten mit deutlicher Mehrheit einer Eingemeindung in die Stadt Luzern zu. Die anschliessenden Verhandlungen führten jedoch zu keinem Ergebnis. Eine weitere Vorlage zur Eingemeindung wurde 1946 abgelehnt.[2]
Seit den 1970er-Jahren verlor die traditionelle Grossindustrie einen Teil ihrer früheren Bedeutung. Fabriken wurden geschlossen, verkleinert oder neuen Nutzungen zugeführt. Die Stadt wandelte sich zunehmend zu einem Wohn-, Dienstleistungs-, Bildungs- und Kulturstandort innerhalb der Agglomeration Luzern.
Stadt seit 2019
Aufgrund ihrer Einwohnerzahl und ihrer städtischen Entwicklung wurde die Bezeichnung «Gemeinde» zunehmend als nicht mehr zeitgemäss empfunden. Im März 2017 stimmte die Bevölkerung einer Änderung der Gemeindeordnung zu.
Seit dem 1. Januar 2019 bezeichnet sich Kriens offiziell als Stadt. Der Gemeinderat wurde zum Stadtrat, der Gemeindepräsident zur Stadtpräsidentin beziehungsweise zum Stadtpräsidenten und die Gemeindeverwaltung zur Stadtverwaltung.[2]
Die Umbenennung änderte nichts an der staatsrechtlichen Stellung von Kriens als politische Gemeinde des Kantons Luzern. Sie sollte jedoch die tatsächliche Grösse, die urbane Struktur und die regionale Bedeutung des Ortes besser zum Ausdruck bringen.
Bevölkerung
Die Bevölkerungsentwicklung von Kriens war eng mit der Industrialisierung und dem Wachstum der Agglomeration Luzern verbunden. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts nahm die Einwohnerzahl nur langsam zu. Danach führten neue Arbeitsplätze und die bessere Verkehrserschliessung zu einem stärkeren Wachstum.
| Jahr | Einwohnerzahl |
|---|---|
| 1798 | 1'956 |
| 1850 | 2'693 |
| 1910 | 7'157 |
| 1930 | 7'424 |
| 1960 | 14'029 |
| 1980 | 21'097 |
| 2000 | 24'572 |
| 2010 | 26'238 |
| 2015 | 26'858 |
| 2020 | 28'247 |
| 2021 | 28'597 |
| 2022 | 29'013 |
| 2023 | 29'601 |
| 2024 | 29'983 |
| 2025 | 30'679 |
Ende 2025 lebten 15'106 Männer und 15'573 Frauen in Kriens. 22'896 Personen besassen die Schweizer Staatsangehörigkeit, während 7'783 ausländische Staatsangehörige aus 122 Nationen in der Stadt wohnten. Der Ausländeranteil betrug 25,4 Prozent.[1]
Die Bevölkerung ist sprachlich, kulturell und religiös vielfältig. Neben der deutschsprachigen Mehrheit leben zahlreiche Menschen mit familiären Wurzeln in Italien, Portugal, Deutschland, den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens und weiteren europäischen sowie aussereuropäischen Ländern in Kriens.
Das Wachstum konzentriert sich seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts besonders auf die Gebiete Mattenhof, Schweighof, Kuonimatt und Luzern Süd. Dort entstanden grosse Wohnüberbauungen und gemischt genutzte Stadtquartiere.
Politik
Stadtorganisation
Die politischen Organe von Kriens sind die Stimmberechtigten, der Einwohnerrat und der Stadtrat. Die städtischen Behörden werden jeweils für eine Amtsperiode von vier Jahren gewählt.
Die Legislative ist der Einwohnerrat. Er besteht aus 30 Mitgliedern und berät Reglemente, Budget, Rechnung, grössere Kredite sowie weitere Geschäfte der Stadt. Seine Sitzungen sind grundsätzlich öffentlich.
Die Exekutive bildet der fünfköpfige Stadtrat. Alle Mitglieder sind hauptamtlich tätig und leiten ein städtisches Departement. Für die Amtsperiode 2024 bis 2028 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen:[8]
| Mitglied | Funktion | Departement |
|---|---|---|
| Christine Kaufmann-Wolf | Stadtpräsidentin | Präsidialdepartement |
| Maurus Frey | Vizepräsident | Bau- und Umweltdepartement |
| Cla Büchi | Stadtrat | Sozialdepartement |
| Roger Erni | Stadtrat | Finanzdepartement |
| Marco Frauenknecht | Stadtrat | Bildungs- und Kulturdepartement |
Bei den Gesamterneuerungswahlen vom 28. April 2024 wurden alle fünf bisherigen Mitglieder des Stadtrats im ersten Wahlgang für eine weitere Amtsperiode bestätigt.[9]
Einwohnerrat
Bei den Wahlen vom 28. April 2024 wurden die 30 Sitze des Einwohnerrats für die Amtsperiode 2024 bis 2028 wie folgt verteilt:[10]
| Partei oder Liste | Sitze |
|---|---|
| SVP | 7 |
| Die Mitte | 6 |
| SP | 5 |
| FDP | 4 |
| Grüne | 4 |
| GLP | 1 |
| Junge Grüne | 1 |
| Junge Mitte | 1 |
| FDP Liberale Seniorinnen und Senioren | 1 |
Wappen
Das Wappen von Kriens zeigt auf weissem Grund den heiligen Gallus in schwarzer Mönchskutte mit goldenem Heiligenschein und goldenem Abtstab. Rechts von ihm steht ein schwarzer Bär mit einem geschulterten Baumstamm. Gallus reicht dem Bären ein goldenes Brot.
Das Motiv nimmt Bezug auf eine Legende aus dem Leben des heiligen Gallus. Nach dieser soll der Bär dem Heiligen beim Beschaffen von Brennholz geholfen und dafür ein Brot erhalten haben.
Das Stadtwappen wurde 2017 heraldisch überarbeitet. Die neue Darstellung trat mit der Bezeichnung als Stadt am 1. Januar 2019 in Kraft.[11] Der Gedenktag des heiligen Gallus am 16. Oktober wird in Kriens als lokaler Feiertag begangen.
Wirtschaft
Kriens entwickelte sich im 19. und 20. Jahrhundert zu einem der bedeutendsten Industriestandorte der Zentralschweiz. Die Maschinenfabrik Bell und ihre Zulieferbetriebe bestimmten über Jahrzehnte das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben.
Mit dem Rückgang der klassischen Industrie veränderte sich die Wirtschaftsstruktur. Heute dominieren Dienstleistungsunternehmen, Gewerbebetriebe, Handel, Bauwirtschaft, Gesundheitswesen, Bildung, Tourismus und kleinere technologieorientierte Unternehmen.
Das Gebiet zwischen Kriens und Horw gehört zum Entwicklungsraum Luzern Süd. In den Quartieren Mattenhof, Schweighof und Kuonimatt entstanden zahlreiche Wohnungen, Büros, Geschäfte, Bildungsangebote und Freizeitbetriebe. Der Bahnhof Kriens Mattenhof wurde zu einem wichtigen Mittelpunkt des neuen Stadtteils.
Der Schweighof wurde als weitgehend autofreies und energieeffizientes Quartier entwickelt. Wohngebäude, Arbeitsplätze, Einkaufsmöglichkeiten und Freiräume sind dort mit dem öffentlichen Verkehr sowie einem dichten Fuss- und Velowegnetz verbunden.
Ein wichtiges Handelszentrum ist der Pilatusmarkt in der Kuonimatt. Daneben konzentrieren sich Geschäfte und Dienstleistungen im Stadtzentrum, im Mattenhof und entlang der Luzernerstrasse.
Der Tourismus ist eng mit dem Pilatus verbunden. Die Talstation der Pilatus-Bahnen in Kriens bildet einen der wichtigsten Zugänge zum Berg und wird jährlich von zahlreichen Gästen aus dem In- und Ausland genutzt.
Verkehr
Öffentlicher Verkehr
Kriens ist eng in das öffentliche Verkehrsnetz der Agglomeration Luzern eingebunden. Die wichtigste innerstädtische Verbindung bildet die Trolleybuslinie 1 der Verkehrsbetriebe Luzern. Sie verbindet Obernau und das Zentrum von Kriens in dichter Taktfolge mit dem Bahnhof Luzern und den östlichen Stadtteilen Luzerns.[12]
Weitere Buslinien erschliessen unter anderem die Quartiere Kuonimatt, Mattenhof, Schweighof, Dattenberg und Hergiswald. Direkte Verbindungen bestehen nach Horw, Luzern, Malters und in weitere Gemeinden der Region.
Der Bahnhof Kriens Mattenhof liegt an der Brünigbahn zwischen Luzern und Horw. Er wird von den Linien S4 und S5 der S-Bahn Luzern bedient. Zu den Hauptverkehrszeiten halten dort zusätzlich Züge der Linie S41. Die Bahn bietet direkte Verbindungen nach Luzern, Horw, Hergiswil, Stans, Sarnen und Giswil.
Kriens liegt im Gebiet des Tarifverbunds Passepartout. Bahn, Bus und Trolleybus können dadurch mit gemeinsamen Fahrausweisen benutzt werden.
Strassenverkehr
Die Autobahn A2 verläuft durch den östlichen und südöstlichen Teil des Stadtgebiets. Sie verbindet Kriens mit Luzern, Basel, dem Gotthard und dem Tessin. Über die nahe gelegene Verzweigung Lopper bestehen Anschlüsse in Richtung Brünig, Obwalden und Interlaken.
Die Autobahn und die grossen Hauptstrassen stellen leistungsfähige Verkehrsverbindungen dar, bilden im dicht besiedelten Gebiet jedoch auch räumliche Barrieren. Im Rahmen der Entwicklung von Luzern Süd werden deshalb Überdeckungen, neue Fuss- und Veloverbindungen und eine bessere städtebauliche Einbindung der Verkehrsanlagen untersucht.
Die Luzernerstrasse bildet die wichtigste lokale Verbindung zwischen Kriens und Luzern. Weitere Hauptachsen führen nach Horw, Obernau, Schwarzenberg und Malters.
Pilatus-Bahnen
Von Kriens führt eine Panorama-Gondelbahn über Krienseregg nach Fräkmüntegg. Dort besteht Anschluss an die Luftseilbahn «Dragon Ride» nach Pilatus Kulm.[13]
Die Fahrt von Kriens nach Fräkmüntegg dauert rund 30 Minuten. Die anschliessende Luftseilbahn erreicht Pilatus Kulm in ungefähr dreieinhalb Minuten. Die Anlagen dienen sowohl dem internationalen Tourismus als auch dem regionalen Ausflugs- und Freizeitreiseverkehr.
Die Talstation ist vom Zentrum und von der Haltestelle Kriens, Zentrum Pilatus mit einem Fussweg erreichbar. Die Bahn erschliesst Wanderwege, Wintersportangebote, Seilparks und weitere Freizeitangebote am Pilatus.
Sonnenbergbahn
Die Sonnenbergbahn ist eine Standseilbahn, die seit 1902 vom Zentrum von Kriens auf den Sonnenberg führt. Die historische Bahn wird saisonal betrieben und dient hauptsächlich dem Ausflugsverkehr.[14]
Die Bergstation liegt in einem ausgedehnten Naherholungsgebiet mit Spazier- und Wanderwegen, Aussichtspunkten, Spielplätzen und Waldflächen. Die Bahn gilt als bedeutendes technisches Kulturgut der Region.
Bildung
Die Stadt Kriens führt mehrere Kindergärten, Primarschulhäuser und Sekundarschulzentren. Zu den grösseren Schulstandorten gehören Kirchbühl, Brunnmatt, Krauer, Obernau, Roggern, Kuonimatt, Meiersmatt und Zentrum Pilatus.
Für die Berufs- und Mittelschulbildung bestehen Angebote in Kriens und in den benachbarten Städten Luzern und Horw. Durch die gute Verkehrsanbindung sind auch die Hochschulstandorte der Region rasch erreichbar.
Im Kultur- und Bildungszentrum Schappe Kulturquadrat befinden sich unter anderem die Stadtbibliothek, Ateliers, Räume für Vereine sowie Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien.
Von überregionaler Bedeutung ist der Campus Südpol der Hochschule Luzern. Seit 2020 sind dort grosse Teile des Departements Musik untergebracht. Zum Campus gehören Unterrichtsräume, eine Bibliothek, Studios und Konzertsäle.[15]
Kultur und Brauchtum
Schappe Kulturquadrat
Das Schappe Kulturquadrat befindet sich in Gebäuden der früheren Schappe-Industrie. Der Name erinnert an die Verarbeitung von Schappeseide, die in Kriens und der Region zeitweise eine bedeutende Rolle spielte.
Das Areal wurde zu einem Zentrum für Kultur, Bildung und Begegnung umgebaut. Es beherbergt die Stadtbibliothek, Kultur- und Vereinsräume, Ateliers, Jugendangebote sowie verschiedene soziale und pädagogische Einrichtungen.[16]
Kulturzentrum Südpol
Das Kulturzentrum Südpol liegt an der Grenze zwischen Kriens und Luzern. Es wurde 2008 eröffnet und bildet gemeinsam mit dem Campus der Hochschule Luzern – Musik, dem Probenhaus des Luzerner Sinfonieorchesters und Einrichtungen des Luzerner Theaters einen bedeutenden Kulturstandort.
Im Südpol finden Theater-, Tanz-, Musik- und Performanceveranstaltungen statt. Der Schwerpunkt liegt auf zeitgenössischen und experimentellen Kunstformen.
Krienser Fasnacht
Die Krienser Fasnacht besitzt innerhalb der Zentralschweizer Fasnachtstradition eine eigenständige Ausprägung. Typisch sind geschnitzte Holzmasken und traditionelle Figuren wie die Wöschwyb, der Buuremaa, das Bärnerwyyb und der Deckel.[17]
Zahlreiche Guuggenmusigen, Zünfte und Fasnachtsgruppen gestalten Umzüge, Bälle und Veranstaltungen. Die Krienser Maskenkultur wird von lokalen Schnitzern und Vereinen gepflegt und weitergegeben.
Gallustag
Der Gallustag am 16. Oktober ist ein lokaler Feiertag. Er erinnert an den heiligen Gallus, der auch im Stadtwappen dargestellt ist. Traditionell bleiben an diesem Tag die Schulen und Teile der Stadtverwaltung geschlossen.
Sport
Kriens verfügt über zahlreiche Sportanlagen und Vereine. Das Sportzentrum Kleinfeld umfasst Fussballplätze, Leichtathletikanlagen, Sporthallen und weitere Einrichtungen.
Der SC Kriens trägt seine Heimspiele im Stadion Kleinfeld aus. Der 1944 gegründete Fussballverein spielte während seiner Geschichte mehrfach in den beiden höchsten Schweizer Ligen und besitzt eine bedeutende Nachwuchsabteilung.
Der Handballverein HC Kriens-Luzern gehört zu den führenden Handballklubs der Schweiz. Seit 2025 trägt er seine Heimspiele in der Pilatus Arena im Gebiet Mattenhof aus.
Die Pilatus Arena wurde im Oktober 2025 eröffnet. Sie dient als Sport- und Veranstaltungshalle für Handballspiele, Konzerte, Shows, Firmenveranstaltungen und weitere Grossanlässe.[18] Gemeinsam mit dem benachbarten Pilatus Tower prägt sie die neue städtische Silhouette von Luzern Süd.
Weitere Sport- und Freizeitangebote bestehen im Parkbad Kriens, in den städtischen Turnhallen, auf Tennisanlagen sowie auf Wander-, Lauf- und Mountainbikewegen am Sonnenberg und Pilatus.
Sehenswürdigkeiten
Pfarrkirche St. Gallus
Die katholische Pfarrkirche St. Gallus liegt im historischen Zentrum von Kriens. Sie bildet zusammen mit den umliegenden öffentlichen Gebäuden einen wichtigen Bestandteil des alten Ortskerns. Der heilige Gallus ist zugleich der Schutzpatron der Stadt.
Wallfahrtskirche Hergiswald
Die Wallfahrtskirche Hergiswald liegt in einem Waldgebiet oberhalb von Kriens. Die barocke Kirche entstand im 17. Jahrhundert und ist für ihre reiche Innenausstattung und ihre bemalte Holzdecke bekannt. Sie zählt zu den bedeutenden Wallfahrtsorten des Kantons Luzern.
Die Kirche liegt am historischen Pilger- und Wanderweg von Kriens in Richtung Eigenthal und Pilatus.
Schloss Schauensee
Das Schloss Schauensee befindet sich an erhöhter Lage über dem Stadtzentrum. Der Landsitz geht in seinen Ursprüngen auf das Mittelalter zurück und wurde in späteren Jahrhunderten mehrfach umgebaut.
Das Schloss befindet sich im Besitz der Stadt Kriens. Die Anlage und ihre Umgebung werden für kulturelle Anlässe, Führungen und private Veranstaltungen genutzt.[19]
Ehemalige Bell-Fabrik
Die erhaltenen Gebäude der früheren Maschinenfabrik Bell erinnern an die industrielle Entwicklung von Kriens. Teile des Areals wurden zu Wohn-, Gewerbe-, Bildungs- und Kulturzwecken umgenutzt.
Industriebauten, ehemalige Arbeiterhäuser und technische Einrichtungen bilden wichtige Zeugnisse der Wirtschafts- und Sozialgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.
Altes Bahnhöfli
Das ehemalige Stationsgebäude der Kriens-Luzern-Bahn steht im Zentrum der Stadt. Das Gebäude wurde restauriert und wird heute für neue Zwecke verwendet. Es dokumentiert die frühe Verkehrserschliessung des Industrieortes.
Sonnenberg
Der Sonnenberg ist ein bewaldeter Höhenzug zwischen Kriens und Luzern. Er ist mit der historischen Sonnenbergbahn erreichbar und bietet Spazierwege, Aussichtspunkte und Erholungsflächen.
Im Innern des Berges befinden sich ehemalige Zivilschutzanlagen und der Sonnenbergtunnel der Autobahn A2. Die Landschaft des Sonnenbergs bildet einen wichtigen Grünraum zwischen den dicht besiedelten Gebieten von Kriens und Luzern.
Pilatus
Kriens ist einer der wichtigsten Ausgangspunkte für Ausflüge auf den Pilatus. Die Gondel- und Luftseilbahnen führen über Krienseregg und Fräkmüntegg nach Pilatus Kulm. Die Berglandschaft bietet Wanderwege, Aussichtspunkte, Wintersportmöglichkeiten und touristische Angebote.
Stadtentwicklung
Kriens befindet sich seit Beginn des 21. Jahrhunderts in einer Phase starken Wachstums. Besonders dynamisch entwickeln sich die Gebiete Mattenhof, Schweighof, Kuonimatt und Kupferhammer.
Im Mattenhof entstand rund um den Bahnhof ein dichtes Stadtquartier mit Wohnungen, Büros, Geschäften, Restaurants, Hotels und öffentlichen Einrichtungen. Hochhäuser wie der Pilatus Tower unterstreichen den urbanen Charakter des Gebiets.
Die Stadtentwicklung ist Teil des gemeindeübergreifenden Projekts Luzern Süd. Kriens, Horw und der Kanton Luzern koordinieren dabei Siedlung, Verkehr, Freiräume und wirtschaftliche Entwicklung.
2025 verabschiedete die Stadt das Stadtentwicklungskonzept Kriens 2045. Es formuliert langfristige Ziele für Wohnraum, Arbeitsplätze, Mobilität, Landschaft, Klima, öffentliche Räume und gesellschaftlichen Zusammenhalt.[20]
Zu den zentralen Herausforderungen gehören das Bevölkerungswachstum, die Finanzierung der öffentlichen Infrastruktur, die Bereitstellung von Schulraum, die Verkehrsbelastung und die Anpassung an den Klimawandel. Gleichzeitig sollen die historischen Ortsbereiche, die Wälder und die Landschaft am Pilatus erhalten werden.
Persönlichkeiten
Zu den mit Kriens verbundenen Persönlichkeiten gehören unter anderem:
- August Bell, Unternehmer und Begründer der Maschinenindustrie in Kriens
- Theodor Bell, Ingenieur und Industrieller
- Lara Dickenmann, Fussballspielerin
- Valentin Stocker, Fussballspieler
- Jean Nuttli, Radrennfahrer
Literatur
- Christine Barraud und Alois Steiner: Kriens – von den Anfängen bis zur Gegenwart. Kriens 1984.
- Gemeinde Kriens: Kriens für Zeitgenossen. Brunner Verlag, Kriens 2003.
- Jürg Studer: Bauernhöfe von damals. Kriens und seine Landwirtschaft. Kriens 2012.
- Adolf Reinle: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern. Band II: Die Stadt Luzern, erster Teil. Birkhäuser, Basel 1953.
- Barbara Hennig und André Meyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern. Das Amt Luzern. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2009.
Siehe auch
- Liste der Gemeinden im Kanton Luzern
- Wahlkreis Luzern-Land
- Agglomeration Luzern
- Pilatus
- Sonnenberg (Luzern)
- Krienbach
- Kriens-Luzern-Bahn
- Sonnenbergbahn
- SC Kriens
- HC Kriens-Luzern
Weblinks
- Offizielle Website der Stadt Kriens
- Zahlen und Fakten zur Stadt Kriens
- Geschichte von Kriens
- Kriens im Historischen Lexikon der Schweiz
- Pilatus-Bahnen
- Sonnenbergbahn Kriens
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 Stadt Kriens: Die Stadt Kriens in Zahlen, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 Stadt Kriens: Geschichte, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Stadt Kriens: Lage, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Krienbach im Historischen Lexikon der Schweiz, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Stadt Kriens: Name und Wappen, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ 6,0 6,1 Kriens im Historischen Lexikon der Schweiz, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Stadt Kriens: Das alte Krienser Bahnhöfli wird restauriert, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Stadt Kriens: Stadtrat, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Stadt Kriens: Ergebnisse der Neuwahlen 2024, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Stadt Kriens: Ergebnisse der Neuwahlen 2024, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Stadt Kriens: Name und Wappen, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Verkehrsbetriebe Luzern: Liniennetz, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Pilatus-Bahnen: Gondelbahn und Luftseilbahn, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Sonnenbergbahn Kriens, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Hochschule Luzern: Campus Musik, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Stadt Kriens: Schappe Kulturquadrat, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Stadt Kriens: Brauchtum, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Stadt Kriens: Pilatus Arena eröffnet, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Stadt Kriens: Schloss Schauensee, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Stadt Kriens: Stadtentwicklungskonzept Kriens 2045, abgerufen am 6. August 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Kriens