Friesenberg (Zürich)

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Friesenberg ist ein Stadtquartier der Stadt Zürich und gehört zum Kreis 3, der dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde Wiedikon entspricht. Das Quartier liegt am Osthang des Uetlibergs im Südwesten Zürichs und ist insbesondere durch grosszügige Grün- und Waldflächen, genossenschaftlichen Wohnungsbau sowie das Stadtspital Zürich Triemli geprägt.[1]

Friesenberg
Stadt Zürich
Kanton Zürich
Stadtkreis Kreis 3
Stadtquartier Wiedikon
Quartiernummer 033
Fläche rund 5,15 km²
Einwohner 11'137
Einwohnerstand 31. Dezember 2024
Postleitzahlen 8045, 8055
Statistisches Quartier seit 1971
Bahnhaltestellen Friesenberg, Schweighof
Karte Karte des Zürcher Stadtquartiers Friesenberg

Friesenberg unterscheidet sich deutlich von den dicht bebauten inneren Teilen Wiedikons. Ein grosser Teil des Quartiergebiets besteht aus Wald und weiteren Grünflächen. Die Bebauung konzentriert sich vor allem auf die tiefer gelegenen Hänge. Charakteristisch sind die zahlreichen Wohnsiedlungen der Familienheim-Genossenschaft Zürich (FGZ), die seit den 1920er-Jahren entstanden und Friesenberg zu einem der bedeutendsten Genossenschaftsquartiere der Schweiz machten.[2]

Weitere bedeutende Einrichtungen sind das Sportzentrum Heuried, mehrere Friedhöfe, Schulen und kirchliche Bauten. Oberhalb der Siedlungsgebiete beginnt unmittelbar der Wald des Uetlibergs. Dort befindet sich auch die mittelalterliche Burgruine Friesenberg.

Lage und Geografie

Friesenberg liegt am östlichen und nordöstlichen Hang des Uetlibergs. Das Gelände steigt von den dichter bebauten Gebieten Wiedikons in südwestlicher Richtung deutlich an.

Innerhalb Zürichs grenzt das Quartier unter anderem an Alt-Wiedikon, Albisrieden und Leimbach. Im oberen Bereich reicht es bis in die Waldgebiete des Uetlibergs und an die Stadtgrenze in Richtung Uitikon.

Die Topografie ist eines der wichtigsten Merkmale des Quartiers. Zwischen den tiefer gelegenen Wohngebieten und den Höhen des Uetlibergs bestehen erhebliche Höhenunterschiede.

Der geologische Aufbau beeinflusste auch die Siedlungsentwicklung. Der östliche Uetliberghang besteht teilweise aus einem Schuttfächer, dessen höher gelegene Bereiche keinen besonders stabilen Baugrund aufweisen. Deshalb blieb ein erheblicher Teil der oberen Hanglagen unbebaut.[3]

Die Waldgrenze ist im Stadtbild deutlich sichtbar. Zwischen den Wohnsiedlungen und dem geschlossenen Wald liegen teilweise Wiesen, Familiengärten, Friedhofsanlagen und Sportflächen.

Friesenberg als statistisches Quartier

Friesenberg war im Gegensatz zu Wiedikon nie eine selbständige politische Gemeinde. Das heutige Quartier gehörte zum Gemeindegebiet Wiedikons, das am 1. Januar 1893 nach Zürich eingemeindet wurde.

Nach der Eingemeindung bildete Wiedikon zunächst gemeinsam mit Aussersihl und dem Industriequartier einen grösseren Stadtkreis. Bei der Neuordnung von 1913 entstand der heutige Kreis 3 aus dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde Wiedikon.

Die heute gebräuchliche statistische Unterteilung des Kreises 3 in Alt-Wiedikon, Friesenberg und Sihlfeld besteht seit 1971.[4]

Die Grenzen dieser drei Quartiere besitzen vor allem statistische und administrative Bedeutung. Im alltäglichen Sprachgebrauch werden einzelne Gebiete an ihren Grenzen deshalb nicht immer eindeutig einem der drei Quartiere zugeordnet.

Geschichte

Frühere Besiedlung

Das Gebiet des heutigen Friesenbergs war lange nur sehr dünn besiedelt. Im Gegensatz zum alten Dorf Wiedikon befanden sich am Uetliberghang hauptsächlich einzelne Bauernhöfe und landwirtschaftlich genutzte Flächen.

Um 1800 lebte die Bevölkerung der damaligen Gemeinde Wiedikon hauptsächlich im Dorfkern sowie in kleineren Weilern und einzelnen Höfen. Zu diesen gehörten auch Siedlungsstellen am Friesenberg.

Die Abgeschiedenheit, die Hanglage und die im oberen Bereich schwierigen geologischen Bedingungen verhinderten lange eine dichtere Überbauung.

Burg Friesenberg

Oberhalb des heutigen Wohnquartiers befindet sich die Burgruine Friesenberg. Sie liegt auf der Goldbrunnenegg am Osthang des Uetlibergs.

Die mittelalterliche Burg wird erstmals im Jahr 1218 unter dem Namen «Frisonburch» schriftlich erwähnt.[5]

Als ursprüngliche Besitzer kommen die Freiherren von Regensberg in Frage. Später gelangte die Anlage über die Habsburger an das Zürcher Adelsgeschlecht der Mülner.

1386 verkauften Anna und Verena Mülner den Burgstall, den Bauhof, den Schweighof und den Berg Friesenberg an den Zürcher Bürger Johannes Aeppli.[5]

Spätestens gegen Ende des 14. Jahrhunderts wurde die Burg aufgegeben. In späteren Quellen wird vor allem noch der unterhalb der Burg gelegene Hof erwähnt.

Die Anlage zerfiel über die folgenden Jahrhunderte. Bis ins 19. Jahrhundert waren noch einzelne Mauerreste sichtbar.

Ausgrabung und Rekonstruktion der Burg

In den 1920er-Jahren wurde die Burgstelle archäologisch untersucht. Die damals verschütteten Mauern wurden ausgegraben und teilweise sehr frei rekonstruiert.

Aus heutiger archäologischer Sicht entsprechen deshalb nicht alle sichtbaren Mauerteile dem mittelalterlichen Originalzustand. Die originalen mittelalterlichen Bauteile befinden sich teilweise im Inneren der rekonstruierten Mauern.[5]

Nachdem sich der Zustand der Ruine verschlechtert hatte, führte die Stadtarchäologie 2020 und 2021 eine umfassende Sanierung und bauarchäologische Untersuchung durch.

Seit Abschluss der Arbeiten ist die Anlage wieder öffentlich zugänglich. Sie ist heute ein beliebtes Wander- und Ausflugsziel am Uetliberg.

Entwicklung zum Wohnquartier

Noch gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren grosse Teile des Friesenbergs unbebaut.

Die Stadt Zürich erkannte jedoch früh die Bedeutung des Gebiets für den zukünftigen Wohnungsbau. Bereits 1896 kaufte sie am Friesenberg ein rund 22 Hektaren grosses Areal.[6]

Wegen seiner damaligen Randlage und der verhältnismässig schlechten Erschliessung blieb das Gebiet zunächst weitgehend unbebaut.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde preisgünstiger Wohnraum zu einem wichtigen politischen Thema. Gleichzeitig gewannen städtebauliche Konzepte an Bedeutung, die eine Alternative zur dichten Blockrandstadt des 19. Jahrhunderts suchten.

Für den Friesenberg spielte die Idee der Gartenstadt eine zentrale Rolle.

Gartenstadt Friesenberg

Beim Wettbewerb für ein «Gross-Zürich» von 1918 wurde die Vorstellung einer aufgelockerten Vorstadt mit viel Grün, Gärten und familiengerechten Wohnungen intensiv diskutiert.

1920 erarbeitete der Zürcher Stadtbaumeister Hermann Herter einen Bebauungsplan für den Friesenberg.[6]

Die Bebauung sollte der Hanglage folgen und gleichzeitig grosszügige Grünflächen zwischen den Häusern ermöglichen. Anstelle dichter innerstädtischer Wohnblöcke waren Reihenhäuser und kleinere Mehrfamilienhäuser mit privaten beziehungsweise gemeinschaftlichen Gärten vorgesehen.

Ab Mitte der 1920er-Jahre wurde dieses Konzept in grossem Umfang verwirklicht.

Die dadurch entstandene Siedlungslandschaft gehört heute zu den wichtigsten Beispielen der Zürcher Gartenstadtentwicklung.

Familienheim-Genossenschaft Zürich

Die Entwicklung Friesenbergs ist besonders eng mit der Familienheim-Genossenschaft Zürich (FGZ) verbunden.

Die Genossenschaft wurde 1924 als Siedlungsgenossenschaft für den Friesenberg gegründet.[7]

1925 begann die erste Bauetappe. Die Gründungssiedlung entstand im Bereich Jakob-Peter-Weg, Margaretenweg, Pappelstrasse, Friesenbergstrasse und Schweighofstrasse.

Die ersten beiden Bauetappen von 1925 bis 1928 bestanden vor allem aus Ein- und Zweifamilienhäusern sowie kleineren Mehrfamilienhäusern. Ein Genossenschaftshaus enthielt neben Wohnungen auch Gemeinschaftsräume, Kindergärten und Ladenlokale.[8]

In den folgenden Jahrzehnten baute die FGZ kontinuierlich weiter.

Bis 2014 waren 24 Bauetappen mit insgesamt 2274 Wohneinheiten entstanden.[2]

Damit wurde die Genossenschaft nicht nur zu einer bedeutenden Vermieterin, sondern zu einer wesentlichen Gestalterin des gesamten Quartiers.

Genossenschaftlicher Wohnungsbau

Friesenberg besitzt einen aussergewöhnlich hohen Anteil an gemeinnützigem Wohnraum.

Ende 2024 gehörten rund 70 Prozent der Wohnungen Wohnbaugenossenschaften oder der öffentlichen Hand.[9]

Damit unterscheidet sich Friesenberg deutlich vom städtischen Durchschnitt.

Neben der FGZ besitzen weitere Genossenschaften sowie die Stadt Zürich Wohnsiedlungen im Quartier.

Der grosse Bestand an gemeinnützigen Wohnungen hat die Bevölkerungsstruktur wesentlich beeinflusst. Traditionell wohnen besonders viele Familien im Friesenberg.

Auch die Siedlungsstruktur unterscheidet sich von dicht bebauten innerstädtischen Quartieren. Wohnhäuser sind häufig von Gärten, Wiesen, Spielplätzen und gemeinschaftlichen Freiflächen umgeben.

Erneuerung der FGZ-Siedlungen

Viele der ältesten Wohngebäude entsprechen hinsichtlich Wohnungsgrösse, Energieverbrauch und technischer Ausstattung nicht mehr den heutigen Anforderungen.

Die Familienheim-Genossenschaft entwickelte deshalb langfristige Strategien zur Erneuerung ihres Bestandes.

2004 wurde ein Bauleitbild mit Entwicklungsplan beschlossen. Später erarbeiteten FGZ und Stadt gemeinsam einen umfassenden Masterplan.[2]

Dieser sieht vor, einzelne ältere Siedlungen schrittweise durch Neubauten zu ersetzen. Gleichzeitig sollen bedeutende historische Siedlungsstrukturen und der charakteristische Gartenstadtcharakter bewahrt werden.

Bis etwa 2050 sollen mehrere ältere Bauetappen erneuert werden.

Ziel ist eine höhere Anzahl Wohnungen, ohne die grosszügigen Grünräume und die besonderen städtebaulichen Qualitäten des Friesenbergs vollständig aufzugeben.

Grünmatt

Zu den wichtigen Erneuerungsprojekten gehört die Siedlung Grünmatt.

Die ursprüngliche Siedlung war gemessen an den geltenden baurechtlichen Möglichkeiten nur schwach ausgenutzt und befand sich teilweise in schlechtem baulichem Zustand.

Die FGZ entschied deshalb, das Gebiet neu zu bebauen. Ein Gestaltungsplan ermöglichte eine dichtere Wohnsiedlung, die gleichzeitig Elemente der historischen Gartenstadt aufnehmen sollte.[10]

Das Projekt steht exemplarisch für die heutige Entwicklung des Quartiers: bestehende Siedlungen werden verdichtet, gleichzeitig bleiben private und gemeinschaftliche Grünflächen ein wesentlicher Bestandteil der Planung.

Friesenbergplatz und Quartierzentrum

Lange verfügte Friesenberg trotz seiner zahlreichen Wohnsiedlungen über kein ausgeprägtes Quartierzentrum.

Die FGZ plante deshalb gemeinsam mit der Stadt eine neue Überbauung zwischen Schweighofstrasse, Arbentalstrasse und Borrweg.

Neben mehr als hundert Wohnungen wurden Ladenlokale, Dienstleistungen, Gemeinschaftsräume, Gastronomie und weitere öffentliche Nutzungen vorgesehen.[11]

Der zentrale öffentliche Raum erhielt 2013 offiziell den Namen Friesenbergplatz.[12]

Der Platz umfasst rund 2400 Quadratmeter und wurde als Mittelpunkt des öffentlichen Quartierlebens geplant.

Die Schaffung dieses Zentrums veränderte die zuvor stark auf einzelne Wohnsiedlungen ausgerichtete Struktur des Friesenbergs.

Bevölkerung

Ende 2024 lebten 11'137 Personen im statistischen Quartier Friesenberg.[9]

Die Bevölkerungsentwicklung zeigt den starken Einfluss des Wohnungsbaus im 20. Jahrhundert.

Jahr Einwohner
1930 2'670
1941 4'027
1950 8'127
1960 9'684
1970 11'263
1980 10'455
1990 10'037
2000 9'972
2010 10'596
2020 11'071
2024 11'137

Das stärkste Wachstum fand zwischen den 1930er- und 1960er-Jahren statt, als grosse neue Wohnsiedlungen entstanden.

Nach 1970 ging die Bevölkerungszahl zunächst zurück. Dieses Phänomen war auch in zahlreichen anderen Zürcher Wohnquartieren zu beobachten und hing unter anderem mit kleineren Haushalten und einem höheren Wohnflächenverbrauch pro Person zusammen.

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts nahm die Bevölkerung wieder zu.

Wohn- und Lebensqualität

Friesenberg besitzt innerhalb Zürichs den Charakter eines vergleichsweise ruhigen und grünen Wohnquartiers.

Die starke Präsenz von Wohnbaugenossenschaften, die Nähe zum Wald und die grosszügigen Freiräume zwischen den Häusern prägen den Alltag.

Bei der Bevölkerungsbefragung 2025 gehörte Friesenberg zusammen mit Fluntern und Mühlebach zu den Quartieren mit der höchsten Zufriedenheit mit der eigenen Wohnumgebung.[13]

Der vergleichsweise hohe Anteil an Familien hängt auch mit dem Angebot an gemeinnützigen und familiengerechten Wohnungen zusammen.

Wald und Uetliberg

Ein grosser Teil der Fläche Friesenbergs besteht aus Wald.

Die bebauten Gebiete gehen im Südwesten unmittelbar in die Wälder des Uetlibergs über. Dadurch sind Wander- und Spazierwege von den Wohnsiedlungen in kurzer Zeit erreichbar.

Über den Uetliberg führen zahlreiche Wege zu Aussichtspunkten und weiter über den Albis.

Die Friesenberg- und Döltschihalde bildet einen bedeutenden Grünstreifen zwischen den Wohnsiedlungen und dem Waldrand. Zum Gebiet gehören Wiesen, Familiengärten, Bachgehölze und Friedhofsanlagen.[14]

Dieser Grünraum besitzt sowohl für das Ortsbild als auch für die Naherholung eine grosse Bedeutung.

Stadtspital Zürich Triemli

Eine der bedeutendsten Einrichtungen des Quartiers ist das Stadtspital Zürich Triemli.

Bereits 1946 wurde das Areal beim Triemli als Standort für ein neues Stadtspital ausgewählt.[15]

Am 4. Dezember 1960 stimmte die Zürcher Bevölkerung einem Kredit von 125 Millionen Franken für das Bauprojekt zu.

Nach mehreren Jahren Planung und Bau wurde das Stadtspital Triemli am 1. September 1970 eröffnet.[15]

Die grossformatige Spitalanlage mit ihrem weithin sichtbaren Hochhaus entwickelte sich zu einem markanten Orientierungspunkt am Uetliberghang.

Das Triemli besitzt eine Versorgungsfunktion, die weit über das Quartier und die Stadtgrenzen hinausreicht.

Erneuerung des Stadtspitals

Die Spitalanlage wurde seit den 1990er-Jahren schrittweise modernisiert.

Der Behandlungstrakt wurde umfassend erneuert und erweitert. 2016 nahm ein neues Bettenhaus den Betrieb auf.[16]

Seit 2021 bilden die früher getrennten Stadtspitäler Waid und Triemli organisatorisch das Stadtspital Zürich.[17]

Im Juni 2026 begann unmittelbar beim Stadtspital ausserdem der Bau einer neuen Rehaklinik. Die Klinikgruppe Valens plant dort rund 140 Betten. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2029 vorgesehen.[18]

Sportzentrum Heuried

Das Sportzentrum Heuried befindet sich im nordöstlichen Teil des Quartiers und zählt zu den wichtigsten öffentlichen Sportanlagen Zürichs.

Die ursprüngliche Anlage wurde 1964 eröffnet. Sie kombinierte Freibad, Kunsteisbahn, Fussball- und Tennisplätze sowie ein Gemeinschaftszentrum.[19]

Das damalige Konzept war für Zürich neu: Sommer- und Wintersport sowie Erholung wurden in einer grossen zusammenhängenden Freizeitanlage kombiniert.

Zwischen 2015 und 2018 wurde das Sportzentrum umfassend erneuert.

Dabei entstand eine neue Eissporthalle. Das Freibad wurde modernisiert und landschaftlich neu gestaltet. Eine moderne Kälteanlage ermöglicht eine effizientere Energienutzung, und ein Teil der Abwärme wird für die Warmwasserversorgung genutzt.[19]

Heute umfasst das Sportzentrum unter anderem ein Hallen- und ein Ausseneisfeld sowie das Freibad.

Schulen

Friesenberg gehört zum Schulkreis Uto. Dieser umfasst die Stadtkreise 2 und 3 und damit unter anderem Enge, Wollishofen, Leimbach, Alt-Wiedikon und Friesenberg.[20]

Eine bedeutende historische Schulanlage ist die Schule Friesenberg. Das Primarschulhaus wurde 1931 eröffnet und von den Architekten Henauer und Witschi geplant.

Es gilt als erstes Zürcher Schulhaus im Stil des Neuen Bauens.[21]

Die Architektur legte besonderen Wert auf gute Belichtung und kindgerechte Räume.

Aufgrund des Wachstums und der Erneuerung der Genossenschaftssiedlungen steigt der Bedarf an Schulraum erneut.

Die benachbarte Schulanlage Borrweg wird deshalb durch einen grösseren Neubau mit Platz für rund 18 Primarschulklassen, Betreuung, Mensa, Sporthalle und Schulschwimmanlage ersetzt.[21]

Kirchen

Im Quartier befinden sich mehrere bedeutende Kirchenbauten.

Die reformierte Kirche Friesenberg entstand zwischen 1941 und 1947. Das Ensemble besteht aus Pfarrhaus, Kirchgemeindehaus und Kirche.[22]

Die Kirche steht erhöht und ist von einem grosszügigen Grüngürtel umgeben. Sie gilt als charakteristischer Kirchenbau der 1940er-Jahre.

In unmittelbarer Nähe befindet sich die katholische Kirche St. Theresia. Beide Kirchen bilden gemeinsam mit dem Friesenbergplatz und den angrenzenden Genossenschaftssiedlungen einen wichtigen Bereich des Quartierzentrums.

Friedhöfe

Friesenberg besitzt mehrere Friedhofsanlagen von stadt- und kulturgeschichtlicher Bedeutung.

Friedhof Unterer Friesenberg

Der Israelitische Friedhof Unterer Friesenberg wurde 1866 angelegt und war der erste neuzeitliche jüdische Friedhof Zürichs.[23]

Eine besonders markante Anlage ist die 1891 errichtete Abdankungshalle. Das Backsteingebäude wurde von den Architekten Alfred Chiodera und Theophil Tschudy im maurisch-byzantinischen Stil gestaltet.[24]

Friedhof Oberer Friesenberg

Der Israelitische Friedhof Oberer Friesenberg wurde 1952 eröffnet.

Auf ihm sind verschiedene bekannte Persönlichkeiten bestattet. Dazu gehören unter anderem der Physiker und Nobelpreisträger Felix Bloch sowie die Dichterin und Essayistin Margarete Susman.

Friedhof Uetliberg

Der städtische Friedhof Uetliberg wurde 1971 angelegt.

Die rechteckige Anlage liegt erhöht am Fuss des Uetlibergs und bietet einen weiten Blick über Zürich und das Limmattal.[25]

Ein besonderes Gestaltungselement ist der Hauptweg mit Pflastersteinmosaiken des Künstlers Karl Schmid.

Die Friedhofkapelle bietet Platz für rund 200 Personen.

Verkehr

Friesenberg ist trotz seiner Hanglage gut an den öffentlichen Verkehr angeschlossen.

Eine zentrale Rolle spielt die Uetlibergbahn, die heute als Linie S10 der S-Bahn Zürich betrieben wird.

Im Quartier beziehungsweise unmittelbar an seinen Siedlungsgebieten liegen die Haltestellen:

Auch die Station Triemli ist für das Quartier von grosser Bedeutung.

Die S10 verbindet den Friesenberg direkt mit dem Zürcher Hauptbahnhof und in der Gegenrichtung mit Uitikon Waldegg, Ringlikon und dem Uetliberg.[26]

Tram und Bus

Das Gebiet Triemli am nördlichen beziehungsweise nordwestlichen Rand des Quartiers ist ein wichtiger Knoten des städtischen öffentlichen Verkehrs.

Dort bestehen Anschlüsse an mehrere Tram- und Buslinien der Verkehrsbetriebe Zürich.

Buslinien erschliessen ausserdem die höher gelegenen Wohngebiete, die wegen der Hanglage nicht direkt durch das Tramnetz erreicht werden.

Die Schweighofstrasse bildet eine der wichtigsten Verkehrsachsen innerhalb Friesenbergs. Entlang dieser Strasse befinden sich zahlreiche Wohnsiedlungen, Schulen, Kirchen und das Quartierzentrum.

Fuss- und Wanderverkehr

Die Nähe zum Uetliberg macht den Fussverkehr für Freizeit und Naherholung besonders wichtig.

Von den Wohngebieten führen zahlreiche Wege in die höher gelegenen Wald- und Wiesenflächen. Der Panoramaweg verbindet verschiedene Bereiche am Waldrand und führt unter anderem an Friedhofsanlagen vorbei.

Von dort bestehen Verbindungen zur Burgruine Friesenberg und weiter auf den Uetliberg.

Die Übergänge zwischen Wohngebiet, Familiengärten, Wiesen und Wald sind ein charakteristisches Element des Quartiers.

Wirtschaft und Arbeitsplätze

Friesenberg ist hauptsächlich ein Wohnquartier.

Trotzdem bestehen mehrere bedeutende Arbeitsplatzstandorte. Der mit Abstand wichtigste ist das Stadtspital Zürich Triemli.

Für 2023 wurden im Quartier rund 5800 Beschäftigte ausgewiesen.[9]

Daneben bieten Schulen, das Sportzentrum Heuried, Detailhandel, Gastronomie, soziale Einrichtungen und die Verwaltung der Wohnbaugenossenschaften Arbeitsplätze.

Im Gegensatz zu innerstädtischen Quartieren gibt es jedoch nur vergleichsweise wenige grössere Büro- und Gewerbestandorte.

Quartiercharakter

Friesenberg besitzt innerhalb Zürichs einen ungewöhnlich eigenständigen Charakter.

Während andere Gebiete Wiedikons bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert dicht überbaut wurden, begann die grossflächige Entwicklung Friesenbergs erst in den 1920er-Jahren.

Die städtebauliche Struktur wurde deshalb wesentlich stärker durch die Ideen des modernen Siedlungsbaus beeinflusst.

Reihenhäuser, kleinere Mehrfamilienhäuser, Gärten und gemeinschaftliche Grünflächen bestimmen grosse Teile des Quartiers.

Die jahrzehntelange Tätigkeit der FGZ führte zudem dazu, dass ganze Strassenzüge und Freiräume nach zusammenhängenden planerischen Konzepten entstanden.

Architektur und Ortsbild

Die Wohnsiedlungen des Friesenbergs dokumentieren fast ein Jahrhundert Schweizer Wohnbaugeschichte.

Die frühen FGZ-Etappen der 1920er-Jahre orientierten sich stark an der Gartenstadtidee. Kleine Häuser mit Gärten sollten preisgünstiges und gesundes Wohnen für Familien ermöglichen.

In späteren Jahrzehnten wurden die Gebäude grösser und die Bebauung dichter.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden weitere Mehrfamilienhäuser und Siedlungsanlagen. Die Architektur spiegelt die jeweils aktuellen Vorstellungen von kostengünstigem und familienfreundlichem Wohnen wider.

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts werden ältere Gebäude zunehmend durch Neubauten ersetzt. Dabei versucht die Planung, charakteristische Freiraumstrukturen und historisch bedeutende Siedlungen zu erhalten.

Utohof

Die städtische Wohnsiedlung Utohof liegt an der Schweighof- und Uetlibergstrasse.

Sie wurde 1973 und 1974 nach Plänen des Architekten Hannes Trösch gebaut und umfasst 151 Wohnungen.[27]

Ein Hochhaus und weitere Wohnbauten bilden ein markantes Ensemble am Übergang zwischen den dichter bebauten Gebieten Wiedikons und dem Friesenberg.

Die Siedlung wurde 2007 und 2008 umfassend saniert.

Heuried-Siedlung

Eine weitere bedeutende städtische Wohnanlage ist die Wohnsiedlung Heuried.

Sie entstand von 1972 bis 1975 und besteht aus gestaffelten, teilweise bis zu zehn Geschosse hohen Gebäuden.[28]

Ein grosser begrünter Innenhof bildet das Zentrum der Anlage.

Von 2004 bis 2006 wurde die Siedlung umfassend erneuert. Sie umfasst 145 Wohnungen sowie Einrichtungen für Kinderbetreuung und Gewerberäume.

Stadtentwicklung

Die weitere Entwicklung des Friesenbergs wird wesentlich durch die Erneuerung der Genossenschaftssiedlungen bestimmt.

Viele Grundstücke sind im Vergleich zu heutigen baurechtlichen Möglichkeiten relativ locker bebaut. Gleichzeitig besitzt das Gebiet einen aussergewöhnlich wertvollen Bestand an Grünräumen und historisch bedeutenden Siedlungsstrukturen.

Stadt und Wohnbaugenossenschaften verfolgen deshalb eine Strategie der gezielten Verdichtung.

Ältere Siedlungen sollen teilweise durch grössere Neubauten ersetzt werden. Gleichzeitig werden besonders wertvolle Ensembles und Freiraumstrukturen geschützt.

Mit dieser Entwicklung steigt die Bevölkerungszahl und damit auch der Bedarf an Schulen, Betreuungseinrichtungen, öffentlichen Räumen und Verkehrskapazitäten.

Bedeutung innerhalb Zürichs

Friesenberg nimmt in der Zürcher Stadtentwicklung eine besondere Stellung ein.

Das Quartier ist eines der deutlichsten Beispiele für die Umsetzung der Gartenstadtidee in der Schweiz. Die grosse zusammenhängende Siedlungslandschaft der Familienheim-Genossenschaft prägt bis heute Architektur, Bevölkerung und gesellschaftliches Leben.

Gleichzeitig besitzt Friesenberg mit dem Stadtspital Triemli eine Einrichtung von regionaler Bedeutung.

Das Sportzentrum Heuried, die Friedhofsanlagen, die Burgruine und der unmittelbare Zugang zum Uetliberg ergänzen die Wohnfunktion durch bedeutende Freizeit-, Kultur- und Infrastrukturangebote.

Die Kombination aus preisgünstigem genossenschaftlichem Wohnraum, grossen Grünflächen und guter Anbindung an die Innenstadt macht Friesenberg zu einem charakteristischen Beispiel für die geplante Stadterweiterung Zürichs im 20. Jahrhundert.

Bekannte Orte und Einrichtungen

Zu den bekannten Orten und Einrichtungen im Quartier gehören:

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Statistik Stadt Zürich: Quartierspiegel Friesenberg, Ausgabe 2026, abgerufen am 8. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 Stadt Zürich: FGZ und Stadt schaffen auf der Grundlage eines Masterplans langfristig mehr preisgünstigen Wohnraum, 30. März 2016, abgerufen am 8. August 2026.
  3. Statistik Stadt Zürich: Quartierspiegel Friesenberg, Abschnitt Geologie, abgerufen am 8. August 2026.
  4. Stadt Zürich: Brunnenguide Kreise 3, 4, 5 und 9, abgerufen am 8. August 2026.
  5. 5,0 5,1 5,2 Stadt Zürich: Burgruine Friesenberg, abgerufen am 8. August 2026.
  6. 6,0 6,1 Stadt Zürich: Siedlungsgeschichte Friesenberg, Stadtratsbeschluss vom 14. Dezember 2016.
  7. Familienheim-Genossenschaft Zürich: Kurzporträt, abgerufen am 8. August 2026.
  8. Stadt Zürich: Wohnsiedlungen der Gartenstadtgebiete – Inventarergänzung 2023, Abschnitt Gründungssiedlung der Familienheim-Genossenschaft.
  9. 9,0 9,1 9,2 Stadtentwicklung Zürich: Bevölkerungsbefragung 2025 – Quartierbericht, Stand 2024.
  10. Stadt Zürich: Stadtrat gibt grünes Licht für neue Wohnsiedlung am Friesenberg, 1. Oktober 2008.
  11. Stadt Zürich: Neues Quartierzentrum mit Gewerbe, Dienstleistung und über 100 Wohnungen im Friesenberg, 19. April 2012.
  12. Stadt Zürich: Benennung «Friesenbergplatz», 27. November 2013.
  13. Stadt Zürich: Bevölkerungsbefragung 2025 – Für die Mehrheit ist die Dichte der Wohngegend «gerade richtig», abgerufen am 8. August 2026.
  14. Stadt Zürich: Dokumentation Interessenabwägung ISOS, Abschnitt Friesenberg- und Döltschihalde.
  15. 15,0 15,1 Stadtspital Zürich: Geschichte, abgerufen am 8. August 2026.
  16. Stadt Zürich: Stadtspital Triemli – Positive Entwicklung der Patientenzahlen, 29. Mai 2017.
  17. Stadt Zürich: Stadtspital Zürich – neuer Name für Waid und Triemli, 13. Juli 2021.
  18. Stadt Zürich: Baustart für neue Rehaklinik Triemli Zürich, 18. Juni 2026.
  19. 19,0 19,1 Stadt Zürich: Neubau und Instandsetzung Sportzentrum Heuried, abgerufen am 8. August 2026.
  20. Stadt Zürich: Kreisschulbehörde Uto, abgerufen am 8. August 2026.
  21. 21,0 21,1 Stadt Zürich: Ersatzneubau Schulanlage Borrweg, abgerufen am 8. August 2026.
  22. Stadt Zürich: Bestandesverzeichnis reformierte Kirchen – Kirche Friesenberg, abgerufen am 8. August 2026.
  23. Stadt Zürich: Dokumentation Interessenabwägung ISOS – Israelitischer Friedhof Unterer Friesenberg, abgerufen am 8. August 2026.
  24. Stadt Zürich: Abdankungshalle Friesenbergstrasse 160, abgerufen am 8. August 2026.
  25. Stadt Zürich: Friedhof Uetliberg, abgerufen am 8. August 2026.
  26. Verkehrsbetriebe Zürich: Regionalnetz SZU und VBZ Unterer Zimmerberg, 2026.
  27. Stadt Zürich: Wohnsiedlung Utohof, abgerufen am 8. August 2026.
  28. Stadt Zürich: Wohnsiedlung Heuried, abgerufen am 8. August 2026.