Freiburger Kantonalbank

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Freiburger Kantonalbank
Französischer Name Banque Cantonale de Fribourg
Abkürzungen FKB, BCF
Unternehmensform Selbstständige juristische Person des öffentlichen Rechts
Branche Bankwesen
Gründung 1892
Sitz Freiburg im Üechtland
Eigentümer Kanton Freiburg (100 %)
Staatsgarantie Für die finanziellen Verbindlichkeiten der Bank
Präsident des Verwaltungsrates Alex Geissbühler
Präsident der Generaldirektion Daniel Wenger
Niederlassungen 26
Mitarbeitende 602 Personen beziehungsweise 495 Vollzeitstellen (2025)
Bilanzsumme 29,5 Milliarden Franken (2025)
Reingewinn 154,0 Millionen Franken (2025)
Clearing-Nummer 768
BIC BEFRCH22
Website bcf.ch

Die Freiburger Kantonalbank (FKB; französisch Banque Cantonale de Fribourg, BCF) ist die Kantonalbank des Kantons Freiburg. Sie wurde 1892 gegründet und hat ihren Sitz in Freiburg im Üechtland. Der Kanton Freiburg ist alleiniger Eigentümer der Bank und haftet im Rahmen der gesetzlichen Staatsgarantie für ihre finanziellen Verbindlichkeiten.[1]

Die FKB ist als selbstständige juristische Person des öffentlichen Rechts organisiert. Sie betreibt das Geschäft einer Universalbank und bietet Dienstleistungen für Privatpersonen, Unternehmen, öffentlich-rechtliche Körperschaften und institutionelle Kunden an. Zu ihren wichtigsten Tätigkeitsbereichen gehören das Spar- und Hypothekargeschäft, die Finanzierung von Unternehmen, der Zahlungsverkehr, die Vermögensverwaltung, das Anlagegeschäft und die Vorsorge.[2]

Die Bank ist hauptsächlich im zweisprachigen Kanton Freiburg tätig. Sie verwendet im deutschsprachigen Markt die Abkürzung FKB und im französischsprachigen Markt die Abkürzung BCF. Mit 26 Niederlassungen unterhält sie eines der dichtesten Bankstellennetze des Kantons.[3]

Gesetzlicher Auftrag

Die rechtliche Grundlage der Bank bildet das kantonale Gesetz vom 22. November 1988 über die Freiburger Kantonalbank. Nach diesem Gesetz verfolgt sie drei zentrale Ziele:

  • die Wirtschaft des Kantons Freiburg zu fördern;
  • die finanziellen Bedürfnisse der Bevölkerung zu decken und die sichere Anlage ihrer Ersparnisse und Kapitalien zu ermöglichen;
  • dem Kanton zusätzliche Einnahmequellen zu erschliessen.

Die FKB soll ihre Geschäftstätigkeit vor allem im Kanton Freiburg ausüben. Geschäfte in anderen Kantonen oder im Ausland sind möglich, sofern damit keine besonderen Risiken verbunden sind und die Finanzierung der Freiburger Wirtschaft dadurch nicht beeinträchtigt wird.[4]

Als Universalbank darf die FKB grundsätzlich sämtliche üblichen Bankgeschäfte ausführen. Dazu gehören die Annahme von Einlagen, die Vergabe von Hypotheken und Unternehmenskrediten, der Wertschriftenhandel, die Vermögensverwaltung und die Emission von Anleihen.

Die Bank führt zudem eine Agentur der Schweizerischen Nationalbank. Am Hauptsitz können bestimmte Dienstleistungen der Nationalbank, darunter der Umtausch zurückgerufener Schweizer Banknoten, in Anspruch genommen werden.

Geschichte

Gründung

Die Freiburger Kantonalbank wurde 1892 gegründet. Sie ging aus der damaligen französisch bezeichneten Caisse d'amortissement de la dette publique, einer Einrichtung zur Tilgung der öffentlichen Schulden, hervor.[5]

Die Gründung stand im Zusammenhang mit der kantonalen Wirtschaftspolitik des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Der Kanton wollte der Bevölkerung eine sichere Sparmöglichkeit anbieten und gleichzeitig die Finanzierung von Landwirtschaft, Gewerbe, Industrie und öffentlicher Infrastruktur erleichtern.

Der erste Sitz der Bank befand sich an der Grand-Rue 26 in der Freiburger Altstadt. Dort nutzte sie das Gebäude der früheren Schuldentilgungskasse. Wegen des rasch wachsenden Geschäftsvolumens wurden die Räumlichkeiten bald zu klein.

Umzug an den Liebfrauenplatz

Im Jahr 1907 zog die Bank in neue Räume am Liebfrauenplatz, französisch Place de Notre-Dame, um. Der Standort befand sich weiterhin in der Freiburger Altstadt und diente der Bank während mehrerer Jahrzehnte als Hauptsitz.[5]

Im Laufe des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die FKB von einer kantonal ausgerichteten Spar- und Kreditinstitution zu einer Universalbank. Das Niederlassungsnetz wurde schrittweise über die verschiedenen Bezirke des Kantons ausgedehnt.

Die Bank begleitete die wirtschaftliche Entwicklung Freiburgs, darunter die Modernisierung der Landwirtschaft, den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, das Wachstum der Städte Freiburg und Bulle sowie die Entstehung neuer Industrie- und Dienstleistungsunternehmen.

Neuer Hauptsitz von Mario Botta

In den 1970er-Jahren benötigte die Bank erneut einen grösseren Hauptsitz. 1975 erwarb sie am Anfang des Boulevard de Pérolles die Gebäude des ehemaligen Restaurants Gambrinus und der Freiburgischen Verkehrsbetriebe GFM.

Ein Jahr später schrieb sie einen Architekturwettbewerb aus. Der Tessiner Architekt Mario Botta gewann den ersten Preis. Die Bauarbeiten begannen im Frühjahr 1978. Der neue Hauptsitz wurde am 17. November 1982 offiziell eingeweiht.[5]

Das Gebäude entwickelte sich zu einem markanten Bestandteil des Stadtbildes von Freiburg. Es verbindet den Bahnhofbereich und den Boulevard de Pérolles mit der historischen Altstadt.

Ab 2019 plante die Bank eine umfassende Modernisierung des Hauptsitzes. Mario Botta wurde erneut mit der architektonischen Gestaltung beauftragt. Im Mittelpunkt standen die Erneuerung der Schalterhalle, der Kundenbereiche und mehrerer Bürogeschosse. Die Arbeiten wurden in den Jahren 2024 und 2025 schrittweise ausgeführt.[6]

Hundertjähriges Bestehen

Anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens gründete die Bank 1992 die Stiftung der Freiburger Kantonalbank. Die mit einem Kapital von 2,25 Millionen Franken ausgestattete Stiftung fördert kulturelle, künstlerische und wissenschaftliche Projekte mit Bezug zum Kanton Freiburg.[7]

Zu den unterstützten Vorhaben gehören Ausstellungen, Konzerte, Publikationen, Restaurierungen historischer Kulturgüter und wissenschaftliche Vermittlungsprojekte. Die Stiftung richtet ihre Beiträge vor allem an Projekte, die einem breiten Publikum zugänglich sind.

Entwicklung im 21. Jahrhundert

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts investiert die FKB verstärkt in digitale Dienstleistungen, automatisierte Zahlungsprozesse und elektronische Beratungskanäle. Neben dem klassischen E-Banking entwickelte sie mobile Anwendungen, Online-Hypotheken, digitale Anlageangebote und Plattformen für Unternehmenskunden.

Gleichzeitig erneuerte die Bank zahlreiche Niederlassungen. Die Geschäftsräume wurden zunehmend auf Beratung ausgerichtet, während Bargeldbezüge und andere standardisierte Dienstleistungen über Selbstbedienungsbereiche und Bancomaten abgewickelt werden.

Im Jahr 2025 führte die FKB eine neue Banking-App und eine Multibanking-Plattform für Unternehmen ein. Letztere ermöglicht es Firmen, Konten bei mehreren Banken über einen gemeinsamen Zugang zu verwalten.

Eigentum und Staatsgarantie

Der Kanton Freiburg ist zu 100 Prozent Eigentümer der FKB. Er stellt der Bank das Dotationskapital zur Verfügung, dessen Höhe vom Grossen Rat festgelegt wird.[4]

Der Staat haftet nach dem Gesetz für die finanziellen Verbindlichkeiten der Bank. Als Gegenleistung entrichtet die FKB dem Kanton jährlich eine Abgeltung für die Staatsgarantie. Deren Höhe wird unter Berücksichtigung der Risiken und der Geschäftsergebnisse zwischen dem Staatsrat und dem Verwaltungsrat vereinbart.

Die Staatsgarantie bedeutet nicht, dass jede einzelne Anlage oder jedes Wertpapier vor Verlusten geschützt ist. Sie bezieht sich auf die finanziellen Verpflichtungen der Bank. Zusätzlich ist die FKB wie andere Schweizer Banken Mitglied des Einlagensicherungssystems Esisuisse.[8]

Die Bank entrichtet Gewinn- und Kapitalsteuern an den Kanton, die Gemeinden und die anerkannten Kirchgemeinden. Darüber hinaus erhält der Kanton Einnahmen aus der Verzinsung des Dotationskapitals, der Gewinnverteilung und der Abgeltung für die Staatsgarantie.

Geschäftstätigkeit

Privatkundengeschäft

Das Privatkundengeschäft umfasst Konten, Karten, Zahlungsverkehr, Sparprodukte, Hypotheken, Privatkredite, Vorsorge und Anlageberatung. Aufgrund des Bevölkerungswachstums und der starken Bautätigkeit im Kanton Freiburg besitzt das Hypothekargeschäft eine besondere Bedeutung.

Die Bank finanziert selbst genutztes Wohneigentum, Mehrfamilienhäuser und Renovationen. Neben traditionellen Festhypotheken und variablen Hypotheken bietet sie Produkte an, die energetische Sanierungen und Gebäude mit guter Energieeffizienz fördern.

Zur privaten Vorsorge gehören Säule-3a-Konten, Wertschriftenlösungen und Vorsorgefonds. Die Bank führt gemeinsam mit anderen Einrichtungen eine Freizügigkeits- und eine Vorsorgestiftung.

Firmenkundengeschäft

Die FKB finanziert kleine und mittlere Unternehmen, Selbstständige, landwirtschaftliche Betriebe, Immobilienunternehmen und grössere Firmen. Sie stellt Betriebskredite, Investitionsfinanzierungen, Garantien, Devisengeschäfte und Lösungen für den Zahlungsverkehr zur Verfügung.

Ein Schwerpunkt liegt auf Unternehmen mit Sitz oder wesentlicher Tätigkeit im Kanton Freiburg. Die regionalen Entscheidungsstrukturen sollen eine Beurteilung ermöglichen, die neben finanziellen Kennzahlen auch die wirtschaftlichen Gegebenheiten der einzelnen Bezirke berücksichtigt.

Die Bank begleitet zudem Unternehmensgründungen, Nachfolgeregelungen und Übernahmen. Für innovative oder wachstumsorientierte Unternehmen bestehen Kooperationen mit regionalen Wirtschaftsförderungsorganisationen und Beteiligungsgesellschaften.

Immobilienfinanzierung

Das Hypothekargeschäft ist der grösste Teil der Aktivseite. Ende 2025 beliefen sich die Hypothekarforderungen auf rund 20,6 Milliarden Franken. Dies entsprach knapp 70 Prozent der gesamten Bilanzsumme.[9]

Die starke Ausrichtung auf Immobilien entspricht dem Geschäftsmodell vieler Schweizer Kantonalbanken. Sie führt zugleich zu einer bedeutenden Abhängigkeit von der Entwicklung der Immobilienpreise, der Bautätigkeit und der Hypothekarzinsen. Die Bank unterliegt deshalb umfangreichen Anforderungen an die Kreditprüfung, Risikovorsorge und Eigenmittelausstattung.

Vermögensverwaltung und Anlagegeschäft

Für Privatpersonen, Unternehmen und institutionelle Kunden bietet die FKB Anlageberatung und Vermögensverwaltungsmandate an. Das Angebot umfasst Wertschriften, Anlagefonds, strukturierte Produkte, Vorsorgelösungen und nachhaltige Anlagestrategien.

Die Bank verwaltet eigene Anlagefonds und arbeitet im Wertschriftenhandel und in der Abwicklung mit schweizerischen Finanzmarktinfrastrukturen zusammen. Über ein digitales Anlegerportal können Kundinnen und Kunden Informationen zu den Fonds der FKB abrufen.

Öffentliche Körperschaften

Der Kanton, die Gemeinden, Gemeindeverbände und weitere öffentlich-rechtliche Einrichtungen gehören zu den traditionellen Kundengruppen der Bank. Die FKB unterstützt sie beim Zahlungsverkehr, bei der Liquiditätsverwaltung und bei der Finanzierung öffentlicher Investitionen.

Das Gesetz erlaubt der Bank, dem Kanton Vorschüsse für die Bedürfnisse seiner Finanzverwaltung zu gewähren und öffentliche Anleihen aufzulegen.[4]

Organisation

Die Organe der Freiburger Kantonalbank sind der Verwaltungsrat, die Generaldirektion und die externe Revisionsstelle.

Verwaltungsrat

Der Verwaltungsrat ist für die Oberleitung, die Strategie und die allgemeine Aufsicht verantwortlich. Er besteht aus sieben Mitgliedern. Drei werden vom Grossen Rat, drei vom Staatsrat und eines vom Verwaltungsrat selbst ernannt.[4]

Seit Juni 2022 ist Alex Geissbühler Präsident des Verwaltungsrates. Der Rechtsanwalt gehört dem Gremium seit 2017 an.[10]

Die Mitglieder müssen über die für die Leitung und Beaufsichtigung einer Bank erforderlichen Fachkenntnisse verfügen. Ein Mitglied des Freiburger Staatsrates gehört dem Verwaltungsrat als Vertreter des Kantons an, darf jedoch nicht dessen Präsident sein.

Generaldirektion

Die Generaldirektion leitet das operative Geschäft und setzt die vom Verwaltungsrat beschlossene Strategie um. Präsident der Generaldirektion ist seit dem 1. Januar 2021 Daniel Wenger.[11]

Die operative Organisation ist in mehrere Divisionen gegliedert. Dazu gehören insbesondere Privatkunden, Firmenkunden, Finanzen, Technologien und Lösungen sowie Rechtsdienst, Risiken und Compliance.

Am 1. Juli 2026 übernahm Alexandre Renevey die Leitung der Division Privatkunden. Für den 1. November 2026 wurde der Eintritt von Damian Hallenbarter als Leiter der Division Technologien und Lösungen angekündigt.[12]

Aufsicht

Die FKB untersteht als Schweizer Bank der Aufsicht der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA). Sie muss die bundesrechtlichen Vorschriften zu Eigenmitteln, Liquidität, Risikomanagement, Geldwäschereibekämpfung und Einlagensicherung erfüllen.

Auf kantonaler Ebene legt der Verwaltungsrat dem Grossen Rat jährlich den Geschäftsbericht und die Jahresrechnung vor. Der Staatsrat überwacht zudem die Einhaltung der kantonalen gesetzlichen Bestimmungen.

Niederlassungsnetz

Die FKB unterhält 26 Standorte im Kanton Freiburg.[3] Neben dem Hauptsitz und mehreren Geschäftsstellen in der Stadt Freiburg ist sie in sämtlichen Regionen des Kantons vertreten.

Zu den Standorten gehören unter anderem:

Region Beispiele für Niederlassungen
Stadt und Region Freiburg Freiburg Hauptsitz, Freiburg Bourg, Rue de Romont, Schönberg, Marly, Avry-sur-Matran und Cottens
Greyerzbezirk Bulle, Charmey und La Roche
Vivisbachbezirk Châtel-Saint-Denis, Attalens und Le Crêt
Broyebezirk Estavayer-le-Lac und Domdidier
Seebezirk Murten, Kerzers und Courtepin
Sensebezirk Düdingen, Plaffeien, Schmitten und Flamatt
Glanebezirk Romont, Farvagny und weitere regionale Standorte

Das Netz wird durch Bancomaten, Selbstbedienungszonen, E-Banking, Mobile Banking und telefonische Beratungsangebote ergänzt. Die Zweisprachigkeit des Kantons widerspiegelt sich in der deutsch- und französischsprachigen Betreuung.

Die Bank modernisiert ihre Geschäftsstellen fortlaufend. Mehrere Niederlassungen wurden in den 2020er-Jahren renoviert oder an neue Standorte verlegt. Gleichzeitig wurden einzelne wenig genutzte Schalter geschlossen oder durch Bancomaten und Beratung nach Vereinbarung ersetzt.

Kennzahlen

Das Geschäftsjahr 2025 war nach zwei ausserordentlich starken Vorjahren das drittbeste Ergebnis in der Geschichte der Bank. Der Reingewinn betrug 154,0 Millionen Franken, die Bilanzsumme 29,5 Milliarden Franken.[1]

Kennzahl 2025 Veränderung gegenüber 2024
Bilanzsumme 29,482 Milliarden Franken +2,7 %
Kundenausleihungen 24,272 Milliarden Franken +3,2 %
Hypothekarforderungen 20,6 Milliarden Franken +3,9 %
Kundeneinlagen 17,454 Milliarden Franken +2,8 %
Eigenmittel nach Gewinnverwendung 2,731 Milliarden Franken +3,9 %
Reingewinn 154,0 Millionen Franken
Kernkapitalquote CET1 18,02 %
Vollzeitstellen nach FINMA-Richtlinie 495
Mitarbeitende 602 Personen

Die Kundenausleihungen bestanden zu einem grossen Teil aus Hypotheken. Die Kundeneinlagen stiegen 2025 um rund 470 Millionen Franken auf knapp 17,5 Milliarden Franken. Nach der Gewinnverwendung verfügte die Bank über Eigenmittel von rund 2,7 Milliarden Franken.[9]

Die Kernkapitalquote CET1 lag mit 18,02 Prozent über den regulatorischen Mindestanforderungen. Die kurzfristige Liquiditätsquote LCR erreichte Ende 2025 rund 155 Prozent.

Entwicklung im ersten Halbjahr 2026

Im ersten Halbjahr 2026 erzielte die Bank einen Geschäftserfolg von 99,2 Millionen Franken und einen Reingewinn von 83,9 Millionen Franken. Die Bilanzsumme erhöhte sich gegenüber Ende 2025 um 0,8 Prozent auf 29,7 Milliarden Franken.[13]

Die Kundenausleihungen blieben mit 24,2 Milliarden Franken annähernd stabil. Die Kundeneinlagen stiegen um 2,4 Prozent auf 17,9 Milliarden Franken. Die CET1-Quote erhöhte sich auf 18,2 Prozent.

Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft blieb die wichtigste Einnahmequelle. Wegen des veränderten Zinsumfeldes lag er leicht unter dem Vorjahreswert. Dagegen nahmen die Erträge aus dem Kommissions-, Dienstleistungs- und Handelsgeschäft zu.

Kennzahl 30. Juni 2026
Bilanzsumme 29,7 Milliarden Franken
Kundenausleihungen 24,2 Milliarden Franken
Kundeneinlagen 17,9 Milliarden Franken
Geschäftserfolg 99,2 Millionen Franken
Reingewinn des ersten Halbjahres 83,9 Millionen Franken
CET1-Quote 18,2 %

Beitrag an die öffentliche Hand

Als vollständig kantonseigene Bank leistet die FKB einen bedeutenden Beitrag an die öffentlichen Haushalte. Im Jahr 2025 flossen insgesamt 84,2 Millionen Franken an den Kanton, die Gemeinden und die anerkannten Kirchgemeinden.[14]

Dieser Betrag setzte sich insbesondere aus der Gewinnverteilung, der Verzinsung des Dotationskapitals, der Abgeltung für die Staatsgarantie und den Steuern zusammen. Allein die direkte Leistung an den Kanton belief sich für das Geschäftsjahr 2025 auf 75,5 Millionen Franken.

Die Höhe der Ausschüttungen kann von Jahr zu Jahr schwanken. Sie hängt vom Geschäftsergebnis, der notwendigen Stärkung der Eigenmittel und den Beschlüssen über die Gewinnverwendung ab.

Beschäftigung und Ausbildung

Mit 602 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Ende 2025 gehört die FKB zu den grösseren Arbeitgeberinnen des Kantons. Nach der Berechnungsmethode der FINMA entsprach dies 495 Vollzeitstellen.[1]

Die Bank bildet regelmässig kaufmännische Lernende und Praktikantinnen und Praktikanten aus. Im Jahr 2025 beschäftigte sie 20 Lernende und vier Praktikanten beziehungsweise Praktikantinnen.[14]

Neben der beruflichen Grundbildung unterstützt sie interne und externe Weiterbildungen. Ein Teil der Beschäftigten arbeitet in den regionalen Niederlassungen, während zentrale Funktionen wie Informatik, Risikomanagement, Finanzen und Vermögensverwaltung hauptsächlich am Hauptsitz angesiedelt sind.

Nachhaltigkeit

Die FKB veröffentlicht neben ihrem Geschäftsbericht einen Bericht über ihre gesellschaftliche Unternehmensverantwortung. Ihre Nachhaltigkeitsstrategie umfasst wirtschaftliche, ökologische und soziale Ziele.

Zu den ökologischen Massnahmen gehören die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen, die energetische Modernisierung von Gebäuden, die Verwendung von Recyclingpapier und die Förderung des öffentlichen Verkehrs bei den Mitarbeitenden.[14]

Die Bank bietet Hypotheken für energetische Renovationen und nachhaltige Vermögensverwaltungsmandate an. Die Auswirkungen der Kredit- und Anlageportfolios auf das Klima werden schrittweise erfasst und in die Nachhaltigkeitsstrategie einbezogen.

Im gesellschaftlichen Bereich unterstützt die FKB Vereine, Kulturveranstaltungen, Sportorganisationen und Bildungsprojekte. Im Jahr 2025 stellte sie rund 4,7 Millionen Franken für Sponsoringaktivitäten zur Verfügung.[14]

Bei der Vergabe eigener Aufträge berücksichtigt die Bank nach Möglichkeit Unternehmen aus dem Kanton. Im Jahr 2025 vergab sie Aufträge im Umfang von rund 20,8 Millionen Franken an regional ansässige kleine und mittlere Unternehmen.

Hauptsitz

Der Hauptsitz befindet sich am Boulevard de Pérolles 1 in Freiburg. Das von Mario Botta entworfene Gebäude wurde 1982 eröffnet und zählt zu seinen frühen bedeutenden öffentlichen Bauten in der Schweiz.[5]

Der Bau ist durch geometrische Formen, Sichtbeton, Backstein und eine klare Gliederung der Fassaden geprägt. Seine Lage markiert den Übergang zwischen dem Bahnhofgebiet, dem Pérolles-Quartier und der historischen Altstadt.

Die zwischen 2024 und 2025 ausgeführte Modernisierung umfasste neue Beratungsräume, Kundenlounges, Selbstbedienungsbereiche und erneuerte Arbeitsplätze. Der architektonische Charakter des ursprünglichen Gebäudes sollte dabei erhalten bleiben.

Bedeutung für den Kanton Freiburg

Die Freiburger Kantonalbank nimmt im Wirtschaftsleben des Kantons eine besondere Stellung ein. Ihr gesetzlicher Auftrag verbindet kommerzielle Bankgeschäfte mit regional- und finanzpolitischen Aufgaben.

Ein erheblicher Teil der Bevölkerung und der Freiburger Unternehmen unterhält eine Geschäftsbeziehung zur Bank. Nach Angaben der FKB gehören etwa ein Drittel der Freiburger Bevölkerung und ungefähr jedes zweite kleine oder mittlere Unternehmen zu ihrer Kundschaft.[15]

Ihre Bedeutung beruht insbesondere auf der Finanzierung von Wohneigentum, Unternehmen, Landwirtschaft und öffentlichen Körperschaften. Gleichzeitig stellt sie dem Kanton durch Gewinnablieferungen, Steuern und die Verzinsung des Dotationskapitals regelmässige Einnahmen zur Verfügung.

Als öffentlich-rechtliche Bank muss die FKB unterschiedliche Interessen miteinander verbinden. Sie soll wirtschaftlich erfolgreich und risikobewusst handeln, gleichzeitig aber die regionale Entwicklung unterstützen und die flächendeckende Versorgung mit Bankdienstleistungen gewährleisten.

Zusammenarbeit

Die FKB ist Mitglied des Verbands Schweizerischer Kantonalbanken und der Schweizerischen Bankiervereinigung. Sie ist ausserdem an die Pfandbriefzentrale der schweizerischen Kantonalbanken angeschlossen.[1]

Weitere Kooperationen bestehen mit schweizerischen Zahlungsverkehrs- und Finanzmarktunternehmen sowie mit Kantonalbanken der Westschweiz und benachbarter Kantone. Dazu gehören unter anderem die Berner Kantonalbank, die Waadtländer Kantonalbank, die Walliser Kantonalbank sowie die Kantonalbanken von Genf, Neuenburg und Jura.

Über die Risiko Kapital Freiburg AG beteiligt sich die Bank mittelbar an der Förderung innovativer Unternehmen. Die FKB arbeitet zudem mit kantonalen Wirtschaftsförderungsstellen, Hochschulen und Berufsbildungsinstitutionen zusammen.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Geschäftsbericht 2025, Freiburger Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
  2. Porträt der Freiburger Kantonalbank, Freiburger Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
  3. 3,0 3,1 Niederlassungen der Freiburger Kantonalbank, Freiburger Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 Gesetz vom 22. November 1988 über die Freiburger Kantonalbank, Systematische Gesetzessammlung des Kantons Freiburg, abgerufen am 3. August 2026.
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 Der Architekt Mario Botta verwandelt sein Werk, Freiburger Kantonalbank, 11. September 2024, abgerufen am 3. August 2026.
  6. Das Jahr 2025 im Leben der FKB, Freiburger Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
  7. Stiftung der Freiburger Kantonalbank, Freiburger Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
  8. Gesetz über die FKB, Staatsgarantie und Einlagensicherung, Freiburger Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
  9. 9,0 9,1 Finanzbericht 2025, Freiburger Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
  10. Verwaltungsrat der Freiburger Kantonalbank, Freiburger Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
  11. Generaldirektion der Freiburger Kantonalbank, Freiburger Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
  12. Zwei Ernennungen in die Generaldirektion der FKB, Freiburger Kantonalbank, 29. Juni 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  13. Die FKB erzielt im ersten Halbjahr 2026 ein solides Ergebnis, Freiburger Kantonalbank, 24. Juli 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  14. 14,0 14,1 14,2 14,3 Nachhaltigkeit 2025, Freiburger Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
  15. Die FKB im Dienste ihres Kantons, Freiburger Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.