Bahnhof Zürich Rehalp
| Bahnhof Zürich Rehalp | |
|---|---|
| Amtliche Bezeichnung | Zürich, Rehalp |
| Ort | Zürich |
| Quartier | Weinegg |
| Stadtkreis | Kreis 8 |
| Kanton | Zürich |
| Lage | an der Stadtgrenze zu Zollikon |
| Betriebsform | Eisenbahnstation und Tramendhaltestelle |
| Eröffnung | 29. November 1912 |
| Bahnsteiggleise | 2 |
| Tramgleise | Wendeschlaufe |
| Spurweite | 1000 mm |
| Stromsystem | 600 V Gleichstrom stadtwärts 1200 V Gleichstrom Richtung Esslingen |
| Höhe | 522 m ü. M. |
| Bahnstrecke | Forchbahn |
| Tarifverbund | Zürcher Verkehrsverbund |
| Tarifzone | 110 |
| Eigentümerinnen | Forchbahn AG Verkehrsbetriebe Zürich |
| Personenverkehr | S18 und SN18 Tramlinie 4 |
| Website | forchbahn.ch |
Der Bahnhof Zürich Rehalp, amtlich als Haltestelle Zürich, Rehalp bezeichnet, ist eine Eisenbahnstation und Tramendhaltestelle am südöstlichen Rand der Stadt Zürich. Er liegt im Quartier Weinegg unmittelbar an der Gemeindegrenze zu Zollikon.
Rehalp besitzt eine besondere betriebliche Bedeutung: Hier endet der als Strassenbahn betriebene Stadtabschnitt der Forchbahn, während in Richtung Zollikerberg, Forch und Esslingen der Eisenbahnbetrieb beginnt. Gleichzeitig wechselt die Fahrleitungsspannung von 600 Volt auf dem Zürcher Tramnetz zu 1200 Volt auf der eigentlichen Forchbahnstrecke.
Die Station wird von der als S18 bezeichneten Forchbahn bedient. Im Fahrplanjahr 2026 endet zudem die Tramlinie 4 in der Wendeschlaufe Rehalp. Ab dem Fahrplanwechsel vom 13. Dezember 2026 soll die Linie 5 während der Hauptverkehrszeiten als zweite Tramlinie bis Rehalp verkehren.[1][2]
Bezeichnung
Die offizielle Bezeichnung im Fahrplan lautet Zürich, Rehalp. Anders als bei den SBB-Bahnhöfen auf Stadtgebiet steht das Wort «Bahnhof» nicht im amtlichen Haltestellennamen.
Der Ausdruck Bahnhof Zürich Rehalp ist dennoch sachlich gerechtfertigt, da Rehalp den Beginn des nach Eisenbahnrecht betriebenen Abschnitts der Forchbahn bildet. Die Forchbahn selbst bezeichnet die Anlage in technischen Dokumenten ebenfalls als Bahnhof Zürich Rehalp.
Im allgemeinen Sprachgebrauch werden auch die Bezeichnungen Station Rehalp, Haltestelle Rehalp und Tramendstation Rehalp verwendet.
Der Name Rehalp bezeichnet das umliegende Gebiet am Rand der Stadt Zürich. Die Endung «-alp» weist hier nicht auf eine hochalpine Weide hin, sondern gehört zu einem historischen Flur- und Ortsnamen.
Lage
Die Station liegt an der Forchstrasse im äussersten Südosten des Zürcher Stadtgebiets. Unmittelbar östlich und südlich beginnt das Gemeindegebiet von Zollikon.
Das Bahnhofareal befindet sich auf rund 522 Metern über Meer. Damit liegt Rehalp mehr als 100 Höhenmeter über dem Zürichsee und deutlich höher als die Innenstadt.
Die Umgebung wird durch mehrere unterschiedliche Nutzungen geprägt:
- Wohngebiete von Weinegg und Zollikon;
- die Forchstrasse als wichtige Einfallsachse;
- den Friedhof Enzenbühl;
- Wald- und Grünflächen;
- Sport- und Freizeitanlagen;
- die Zufahrt zum Gesundheitsstandort Lengg;
- die Bahnstrecke nach Zollikerberg;
- die Tramwendeschlaufe.
Westlich der Station führt die Strecke über Balgrist, Burgwies, Hegibachplatz und Kreuzplatz zum Bahnhof Zürich Stadelhofen. Östlich folgt als nächste Station Waldburg auf dem Gemeindegebiet von Zollikon.
Das Quartierzentrum von Zollikerberg liegt weiter östlich und ist mit der S18 in wenigen Minuten erreichbar. Die Zürcher Innenstadt wird über die Forchstrasse direkt angebunden.
Übergang zwischen Tram und Eisenbahn
Rehalp ist der wichtigste betriebliche Systemwechselpunkt der Forchbahn.
Zwischen dem Bahnhof Stadelhofen und Rehalp verkehren die Züge der S18 auf den Gleisen des Zürcher Tramnetzes. Dieser Abschnitt gehört zur Infrastruktur der Verkehrsbetriebe Zürich und wird nach den Vorschriften für Strassenbahnen betrieben.
Ab Rehalp verkehrt die Forchbahn als Eisenbahn auf ihrer eigenen Infrastruktur. Die rechtliche und technische Grenze liegt im Bereich der Station.[3]
Der Unterschied wirkt sich auf mehrere Bereiche aus:
| Merkmal | Stadtabschnitt Stadelhofen–Rehalp | Bahnabschnitt Rehalp–Esslingen |
|---|---|---|
| Betriebsart | Strassenbahn | Eisenbahn |
| Infrastruktur | Zürcher Tramnetz | Forchbahn |
| Fahrleitungsspannung | 600 V Gleichstrom | 1200 V Gleichstrom |
| Verkehrsraum | teilweise im Strassenraum | überwiegend eigenes Bahntrassee |
| Sicherung | Fahren auf Sicht und Tramsignale | Eisenbahnsignale und Streckenblock |
| Höchstgeschwindigkeit | durch Strassenbahnbetrieb begrenzt | höhere Eisenbahngeschwindigkeiten möglich |
Die Fahrzeuge der Forchbahn sind für beide Spannungen und Betriebsformen ausgerüstet. Beim Durchfahren der Station erfolgt die Umschaltung der elektrischen Ausrüstung.
Stadtauswärts wird aus dem im Tramnetz fahrenden Fahrzeug ein Eisenbahnzug. Stadteinwärts erfolgt der umgekehrte Wechsel.
Bahnhofanlage
Forchbahnstation
Die eigentliche Forchbahnstation besitzt zwei durchgehende Gleise mit Seitenperrons. Sie liegt in Seitenlage zur Forchstrasse.
Die Doppelspur setzt sich von Rehalp über Zollikerberg, Waltikon und Zumikon bis in den Bereich Neue Forch fort. Nach Angaben der Forchbahn ist der doppelspurige Abschnitt zwischen Rehalp und Neue Forch rund sechs Kilometer lang.[4]
Die Bahnsteige sind ungefähr 70 Meter lang. Sie besitzen erhöhte Haltekanten, Wartehallen, Sitzgelegenheiten und Fahrgastinformationen.
Die Haltestelle ist stufenfrei zugänglich. Bei den modernen Niederflurfahrzeugen der Forchbahn ist ein weitgehend niveaugleicher Einstieg möglich.
Zur Ausstattung gehören:
- zwei Seitenperrons;
- gedeckte Wartebereiche;
- Sitzgelegenheiten;
- digitale Abfahrtsanzeigen;
- Lautsprecheranlagen;
- Billettautomaten;
- Beleuchtung;
- taktile Markierungen;
- Fussgängerübergänge;
- Veloabstellplätze.
Der stadteinwärtige Perron liegt auf der Seite der Forchstrasse. Der stadtauswärtige Bahnsteig befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite der beiden Gleise.
Kilometrierung
Auf dem gemeinsam mit dem Tram befahrenen Abschnitt liegt Rehalp rund 3,35 Kilometer vom Ausgangspunkt beim Bahnhof Stadelhofen entfernt.
Für den eigentlichen Eisenbahnabschnitt beginnt in Rehalp eine neue Kilometrierung. Die Station bildet damit den Nullpunkt der konzessionierten Bahnstrecke Rehalp–Esslingen.
Diese doppelte Kilometrierung verdeutlicht die historische und betriebliche Trennung zwischen dem Zürcher Stadtabschnitt und der Überlandstrecke der Forchbahn.
Tramwendeschlaufe
Neben der Eisenbahnstation befindet sich die Wendeschlaufe des Zürcher Trams. Sie ermöglicht das Wenden von Einrichtungsfahrzeugen.
Die Schleife liegt im Strassenraum auf der Stadtseite der Station. Sie umfasst eine Haltekante zum Aussteigen, einen Wendebereich und eine Einstiegsstation für die Fahrt in Richtung Innenstadt.
Die Tramgleise sind über Weichen mit dem gemeinsamen Streckenabschnitt in Richtung Balgrist und Stadelhofen verbunden. Die Forchbahnzüge durchfahren die Wendeschlaufe nicht, sondern benutzen ihre beiden eigenen Streckengleise.
Bis Dezember 2025 war Rehalp während Jahrzehnten reguläre Endstation der Tramlinie 11. Mit der Einführung des Tramnetzes Süd übernahm die Linie 4 diese Strecke.
Dienstgebäude
Im Bereich der Wendeschlaufe steht ein kleines Dienstgebäude. Es dient betrieblichen und sanitären Zwecken.
Beim Umbau von 2008 und 2009 wurde das Gebäude erneuert und mit einer modernen WC-Anlage ausgestattet.[5]
Das Gebäude wird gelegentlich als Tramhüsli Rehalp bezeichnet. Teile des Bauwerks wurden beziehungsweise werden auch gewerblich genutzt.
Personenverkehr
S-Bahn-Linie S18
Die Forchbahn verkehrt innerhalb des Netzes der S-Bahn Zürich als Linie S18:[6]
- S18: Zürich Bahnhof Stadelhofen – Zürich Kreuzplatz – Zürich Hegibachplatz – Zürich Balgrist – Zürich Rehalp – Spital Zollikerberg – Zollikerberg – Waltikon – Zumikon – Maiacher – Neue Forch – Forch – Scheuren – Neuhaus bei Hinteregg – Hinteregg – Egg – Langwies ZH – Emmat – Esslingen.
Zwischen Rehalp und Stadelhofen hält die S18 nur an ausgewählten Tramhaltestellen. Kleinere Haltestellen der parallel fahrenden Tramlinie werden ohne Halt durchfahren.
Regulär bedient die Forchbahn auf dem Stadtabschnitt:
- Zürich Rehalp;
- Zürich Balgrist;
- Zürich Hegibachplatz;
- Zürich Kreuzplatz;
- Zürich Bahnhof Stadelhofen.
Die S18 verkehrt während eines grossen Teils des Tages im Viertelstundentakt zwischen Zürich und Forch. Ein Teil der Züge wird bis Esslingen weitergeführt.
Während der Hauptverkehrszeiten verkehren zusätzliche Kurse. Einzelne beschleunigte Züge fahren zwischen Rehalp und Forch ohne Bedienung aller Zwischenstationen.
Die ungefähren Fahrzeiten ab Rehalp betragen:
| Ziel | Ungefähre Fahrzeit |
|---|---|
| Zürich Balgrist | 3 Minuten |
| Zürich Hegibachplatz | 6 Minuten |
| Zürich Bahnhof Stadelhofen | 10 Minuten |
| Zollikerberg | 4 Minuten |
| Zumikon | 8 Minuten |
| Forch | 12 Minuten |
| Egg | rund 20 Minuten |
| Esslingen | rund 25 bis 30 Minuten |
Rehalp ist für die Forchbahn keine Endstation des regulären Verkehrs. Die Züge fahren grundsätzlich durchgehend zwischen dem Stadtzentrum und der Region Pfannenstiel.
Nacht-S-Bahn
In den Nächten vor Samstagen und Sonntagen hält die Nachtlinie SN18 in Rehalp.
Sie verbindet den Bahnhof Stadelhofen über Rehalp und Forch mit Egg. Einzelne Angebote oder Sonderfahrpläne können bis Esslingen geführt werden.
Die Nachtzüge verkehren auf dem Stadtabschnitt ebenfalls als Strassenbahn und wechseln in Rehalp in den Eisenbahnbetrieb.
Tramverkehr
Frühere Linie 11
Rehalp war während vieler Jahrzehnte die südöstliche Endstation der Tramlinie 11.
Die Linie verband Rehalp über Balgrist, Hegibachplatz, Bahnhof Stadelhofen, Bellevue, die Bahnhofstrasse, den Hauptbahnhof und Oerlikon mit dem nördlichen Stadtgebiet.
Ihre Linienführung wurde mehrfach verändert. Zuletzt verkehrte die Linie 11 vor der Netzreform von Rehalp nach Auzelg.
Auf dem Abschnitt zwischen Rehalp und Stadelhofen fuhr sie parallel zur S18, bediente jedoch zusätzliche Haltestellen wie Friedhof Enzenbühl, Burgwies, Wetlistrasse, Hedwigsteig und Signaustrasse.
Linie 4 im Fahrplanjahr 2026
Seit dem Fahrplanwechsel vom 14. Dezember 2025 wird die Strecke nach Rehalp von der Tramlinie 4 bedient.
Im Jahresfahrplan 2026 lautet ihre vorübergehende Linienführung wegen der Bauarbeiten am Bahnhofquai:
- 4: Zürich Rehalp – Friedhof Enzenbühl – Balgrist – Burgwies – Wetlistrasse – Hedwigsteig – Hegibachplatz – Signaustrasse – Kreuzplatz – Bahnhof Stadelhofen – Bellevue – Central – Bahnhofstrasse/Hauptbahnhof.[7]
Nach Abschluss der Bauarbeiten am Bahnhofquai soll die Linie 4 ab dem 13. Dezember 2026 von Rehalp über Bellevue, Hauptbahnhof und Escher-Wyss-Platz zum Bahnhof Altstetten Nord fahren.
Zusätzliche Linie 5
Das Tramnetz Süd sieht vor, die Linie 5 während der Hauptverkehrszeiten bis Rehalp zu verlängern.
Die geplante Linienführung lautet:
- 5: Albisgütli – Bahnhof Enge – Paradeplatz – Bellevue – Bahnhof Stadelhofen – Hegibachplatz – Balgrist – Rehalp.
Ausserhalb der Hauptverkehrszeiten soll die Linie 5 auf einer kürzeren Strecke verkehren und Rehalp nicht durchgehend bedienen.
Mit der zusätzlichen Linie soll sich die Tramkapazität zwischen Bahnhof Stadelhofen, Balgrist und Rehalp während der Spitzenzeiten ungefähr verdoppeln. Hintergrund ist insbesondere das Wachstum des Gesundheitsclusters Lengg mit mehreren Kliniken und dem neuen Kinderspital.[2]
Für einen dauerhaften Betrieb von zwei Tramlinien ist langfristig ein Ausbau der Wendeschleife vorgesehen.
Tarif
Rehalp liegt in der Tarifzone 110 des Zürcher Verkehrsverbunds. Die Zone 110 umfasst die Stadt Zürich und wird im ZVV-Tarif als zwei Zonen gezählt.
Zwischen Tram und Forchbahn gelten dieselben ZVV-Billette. Fahrgäste können deshalb ohne zusätzliches Billett zwischen beiden Verkehrsmitteln umsteigen.
Für Fahrten nach Zollikerberg, Zumikon, Forch, Egg oder Esslingen werden abhängig vom Ziel weitere Tarifzonen benötigt.[8]
Geschichte
Vorgeschichte
Die Forchstrasse war bereits vor dem Eisenbahnbau eine wichtige Verbindung zwischen Zürich und den Gemeinden des Pfannenstielgebiets.
Im 19. Jahrhundert verkehrten Postkutschen zwischen Zürich, der Forch, Egg und dem Zürcher Oberland. Wegen des Bevölkerungswachstums und des zunehmenden Ausflugsverkehrs stiess dieses Angebot an seine Grenzen.
Ab 1905 betrieb das Unternehmen Martini & Co. eine Autobusverbindung zwischen Esslingen und Zürich. Auch diese konnte die steigende Nachfrage bald nicht mehr bewältigen.
Am 20. Juni 1910 wurde die Forchbahn AG gegründet. Kurz darauf begannen die Bauarbeiten für eine meterspurige Bahn von Zürich Stadelhofen nach Esslingen.[9]
Eröffnung 1912
Der fahrplanmässige Betrieb der Forchbahn begann am 29. November 1912. Die Reise von Stadelhofen nach Esslingen dauerte zunächst ungefähr 67 Minuten.[9]
Rehalp gehörte von Anfang an zur Strecke. Bereits bei der Eröffnung bildete die Station einen Übergang zwischen dem städtischen Tramnetz und der Überlandbahn.
Die Strecke war meterspurig und elektrisch betrieben. Auf dem Stadtabschnitt nutzte die Forchbahn Gleise der Zürcher Strassenbahn.
Die frühen Züge transportierten nicht nur Reisende, sondern auch:
- Milch;
- Tiere;
- landwirtschaftliche Erzeugnisse;
- Stückgut;
- Pakete;
- Briefe und Postsendungen.
Rehalp war dadurch auch ein betrieblicher Übergangspunkt für Güter- und Posttransporte zwischen Stadt und Land.
Tramverlängerung nach Rehalp
Im selben Jahr wurde die städtische Tramstrecke von Burgwies bis Rehalp verlängert.
Damit entstand an der Stadtgrenze eine gemeinsame End- und Übergangsanlage für das Tram und die Forchbahn. Das Tram wendete in Rehalp, während die Forchbahn in Richtung Zollikerberg weiterfuhr.
Die Verlängerung förderte die Wohnentwicklung am äusseren Zürichberg und verbesserte die Erreichbarkeit des Friedhofs Enzenbühl sowie der angrenzenden Gebiete.
Eisenbahnunfall von 1914
Im Oktober 1914 ereignete sich in der Nähe von Rehalp das schwerste Unglück in der Geschichte der Forchbahn.
Ein Motorwagen mit drei Anhängern geriet wegen nasser Blätter und unzureichender Bremswirkung auf der Gefällstrecke ausser Kontrolle. Bei der Witellikerstrasse stiess der Zug mit einem talwärts fahrenden Tram zusammen.
Die Forchbahnkomposition schob das Tram vor sich her. Oberhalb von Burgwies entgleiste beziehungsweise kippte der Tramwagen. Zwei Menschen kamen ums Leben, weitere Personen wurden verletzt.[10]
Das Ereignis führte zu Verbesserungen an Fahrzeugen, Bremsanlagen und betrieblichen Vorschriften.
Eigene Bahntrassees
In den ersten Jahrzehnten verlief die Forchbahn auf längeren Abschnitten unmittelbar in oder neben der Strasse.
Der zunehmende motorisierte Verkehr führte zu Konflikten, Verzögerungen und Unfallrisiken. Die Bahngesellschaft begann deshalb, die Strecke schrittweise vom Strassenverkehr zu trennen.
1933 erhielt die Forchbahn zwischen Rehalp und Zollikerberg ihren ersten längeren Abschnitt auf eigenem Trassee.
Zwischen 1951 und 1959 wurde die Trennung von Schienen- und Strassenverkehr weitergeführt. Der Abschnitt Rehalp–Zollikerberg wurde doppelspurig ausgebaut.
Die neue Linienführung ermöglichte höhere Geschwindigkeiten, häufigere Züge und einen zuverlässigeren Betrieb.
Entwicklung zur Pendlerbahn
Die Forchbahn war zunächst stark vom Ausflugs-, Post- und Güterverkehr geprägt. Seit den 1930er- und besonders seit den 1950er-Jahren gewann der tägliche Pendlerverkehr zunehmend an Bedeutung.
Die Gemeinden Zollikon, Zumikon, Küsnacht, Maur und Egg entwickelten sich zu beliebten Wohngebieten. Viele Einwohnerinnen und Einwohner arbeiteten oder studierten in Zürich.
Rehalp wurde dadurch vom ländlich geprägten Übergangspunkt zu einer Station innerhalb der wachsenden Agglomeration.
1976 führte die Forchbahn nach weiteren Doppelspurausbauten den Viertelstundentakt ein.
Integration in die S-Bahn Zürich
Mit der Eröffnung der S-Bahn Zürich am 27. Mai 1990 wurde die Forchbahn unter der Linienbezeichnung S18 in das S-Bahn-Netz aufgenommen.
Betrieblich blieb sie eine eigenständige meterspurige Bahn. Die Bezeichnung S18 verdeutlicht jedoch ihre Funktion als schnelle regionale Verbindung zwischen Zürich und der Region Pfannenstiel.
Rehalp wurde damit auch auf den S-Bahn-Plänen als Station ausgewiesen.
Umbau 2008 und 2009
Die Stadt Zürich, der Kanton Zürich, die Gemeinde Zollikon, die Forchbahn und die Verkehrsbetriebe Zürich gestalteten den Stationsbereich von Herbst 2008 bis 2009 grundlegend neu.
Vor dem Umbau kreuzte das Forchbahntrassee die Forchstrasse oberhalb der Haltestelle. Die Gleisführung führte zu Konflikten zwischen Bahn, Tram, Strassenverkehr und Fussgängern.
Das Projekt umfasste:
- neue Gleise und Weichen;
- die Verlegung des Forchbahntrassees in Seitenlage;
- einen rund 70 Meter langen Haltestellenbereich;
- erhöhte und hindernisfreie Haltekanten;
- neue Wartehallen;
- neue Fahrleitungen;
- eine Lichtsignalanlage;
- die Erneuerung der Tramwendeschlaufe;
- neue Strassenbeläge;
- die Erneuerung von Wasserleitungen;
- ein erneuertes Dienstgebäude;
- eine moderne öffentliche WC-Anlage.
Die Kreuzung zwischen Forchbahn und Strassenverkehr wurde unterhalb der Station angeordnet. Eine Lichtsignalanlage koordiniert seither die Bahn- und Tramfahrten, den Strassenverkehr und den Fussgängerübergang.[5][11]
Die Umgestaltung verbesserte insbesondere die Sicherheit und die Hindernisfreiheit der Station.
Infrastrukturarbeiten Rehalp–Waldburg
Die Forchbahn erneuert seit 2024 die Gleis- und Fahrleitungsanlagen zwischen Rehalp und Waldburg.
Der ungefähr 900 Meter lange Abschnitt wies altersbedingt einen zunehmenden Erneuerungsbedarf auf. Die Arbeiten werden mit dem vollständigen Neubau der Haltestelle Waldburg verbunden.
Zum Projekt gehören:
- neue Gleise;
- neue Fahrleitungsanlagen;
- Anpassungen der festen Fahrbahn;
- erneuerte Entwässerungen;
- neue Kabel- und Sicherungsanlagen;
- Arbeiten an Bahnübergängen;
- Anpassungen an Stützmauern und Böschungen.
Nach dem Netzzustandsbericht der Forchbahn soll die Erneuerung der Fahrleitungsanlagen zwischen Rehalp und Waldburg im Verlauf des Jahres 2026 abgeschlossen werden.[4]
Während einzelner Bauphasen ist der Betrieb eingeschränkt. Teilweise verkehren Ersatzbusse zwischen Rehalp, Zollikerberg und weiteren Stationen.
Geplanter Ausbau der Tramwendeschlaufe
Für die vollständige Umsetzung des Tramnetzes Süd ist eine leistungsfähigere Wendeanlage in Rehalp vorgesehen.
Die heutige Schleife wurde ursprünglich für eine einzelne reguläre Tramlinie ausgelegt. Wenn zwei Linien in dichter Folge wenden, können sich die Fahrzeuge gegenseitig behindern.
Das geplante Projekt umfasst:
- eine zusätzliche Wendeschlaufe beziehungsweise Doppelwendeschleife;
- zwei unabhängig nutzbare Haltekanten;
- hindernisfreie Tramperrons;
- neue Weichen;
- angepasste Fahrleitungen;
- Verbesserungen für den Fuss- und Veloverkehr;
- eine Neuordnung der Strassenflächen.
Der Ausbau gehört zu den Massnahmen für die bessere Erschliessung des Gesundheitsstandorts Lengg.[12]
Bis zur Fertigstellung muss der Betrieb der zusätzlichen Tramlinie teilweise an die beschränkte Kapazität der bestehenden Schleife angepasst werden.
Forchbahnfahrzeuge
Auf der Linie S18 verkehren vor allem Gelenktriebwagen des Typs Be 4/6. Die Forchbahn beschaffte 13 Fahrzeuge dieser Bauart in den Jahren 2003 und 2004.
Die Fahrzeuge besitzen:
- Zweistromausrüstung für 600 und 1200 Volt Gleichstrom;
- meterspurige Drehgestelle;
- Niederflurbereiche;
- Klimaanlagen;
- Mehrzweckräume;
- Türen auf beiden Fahrzeugseiten;
- Einrichtungen für Tram- und Eisenbahnbetrieb;
- eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h.
Ältere Züge des Typs Be 8/8 werden weiterhin auf einzelnen Fahrten und als Reserve eingesetzt. Diese Fahrzeuge stammen aus den Jahren 1976 bis 1986.
In Rehalp zeigen sich die besonderen technischen Eigenschaften der Fahrzeuge besonders deutlich. Sie müssen ohne längeren Aufenthalt zwischen zwei Stromsystemen, zwei Betriebsordnungen und unterschiedlichen Sicherungsanlagen wechseln.
Bedeutung
Rehalp ist innerhalb des Zürcher Verkehrsnetzes ein aussergewöhnlicher Verkehrspunkt.
Die Station ist gleichzeitig:
- Bahnhof einer regionalen Eisenbahn;
- Station der S-Bahn Zürich;
- Endhaltestelle städtischer Tramlinien;
- Systemwechselstelle zwischen Tram und Eisenbahn;
- Stromwechselstelle;
- Grenze zwischen VBZ- und Forchbahninfrastruktur;
- Zugangspunkt zur Region Pfannenstiel;
- lokale Haltestelle für die Quartiere am Stadtrand.
Die Station ermöglicht Fahrgästen aus Zollikerberg, Zumikon, Forch und Egg eine direkte Fahrt in die Zürcher Innenstadt, ohne zwischen Bahn und Tram umsteigen zu müssen.
Für die Forchbahn ist Rehalp einer der technisch wichtigsten Punkte der gesamten Strecke. Störungen im Bereich der Weichen, Fahrleitung oder Signalanlagen können sowohl die S18 als auch den Zürcher Tramverkehr beeinflussen.
Umfeld und Freizeitverkehr
Die Umgebung von Rehalp besitzt trotz der Nähe zur Stadt grosse Grün- und Erholungsflächen.
Zu den Zielen in der Umgebung gehören:
- der Friedhof Enzenbühl;
- der Wehrenbach;
- die Wälder am Zürichberg;
- der Rumensee;
- der Küsnachter Tobel;
- Trichtenhausen;
- Zollikerberg;
- Wanderwege in Richtung Forch;
- das Tram-Museum Zürich in Burgwies.
Rehalp eignet sich als Ausgangspunkt für Wanderungen nach Zollikerberg, Zumikon, Küsnacht oder Witikon. Durch die dichte Bedienung der Forchbahn können Wanderungen an zahlreichen anderen Stationen beendet werden.
Der nahe Friedhof Enzenbühl ist über eine eigene Tramhaltestelle erschlossen. Von der Forchbahnstation Rehalp sind seine östlichen Zugänge ebenfalls zu Fuss erreichbar.
Siehe auch
- Forchbahn
- S-Bahn Zürich
- Verkehrsbetriebe Zürich
- Strassenbahn Zürich
- Bahnhof Zürich Stadelhofen
- Bahnhof Zollikerberg
- Bahnhof Forch
- Bahnhof Esslingen
- Weinegg
- Zollikon
- Friedhof Enzenbühl
- Gesundheitscluster Lengg
Literatur
- Hans Bodmer: Die Forchbahn. Geschichte und Rollmaterial. Zürich.
- Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz und Bahnprofil Schweiz CH+. AS Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-909111-74-9.
- Peter Kamm: Zürich Transport 1882–1996. Von der Pferdebahn zur Züri-Linie. Zürich 1996.
- Forchbahn AG: 100 Jahre Forchbahn 1912–2012. Forch 2012.
- Forchbahn AG: Netzzustandsbericht 2025. Forch 2026.
Weblinks
- Offizielle Website der Forchbahn
- Haltestellenfahrplan Zürich, Rehalp
- Linienfahrplan der S18
- Verkehrsbetriebe Zürich
- Geschichte der Forchbahn
- Projekt Waldburg und Streckenerneuerung ab Rehalp
Einzelnachweise
- ↑ Haltestellenfahrplan Zürich, Rehalp, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 «Tramnetz Süd» bringt mehr Kapazität zwischen Stadelhofen und Rehalp, Verkehrsbetriebe Zürich, 5. Dezember 2023, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Projekt Sanierung Bahnübergänge, Forchbahn AG, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 4,0 4,1 Netzzustandsbericht 2025, Forchbahn AG, Mai 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 5,0 5,1 Neugestaltung der Forchstrasse im Bereich Rehalp, Stadt Zürich, 20. August 2008, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ S18 Esslingen–Zürich Bahnhof Stadelhofen, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Tramlinie 4 Zürich Rehalp–Bahnhofstrasse/HB, Zürcher Verkehrsverbund, Fahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Regionalnetz und Tarifzonen, Zürcher Verkehrsverbund, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 9,0 9,1 Geschichte der Forchbahn, Forchbahn AG, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Auf den Spuren der alten Frieda, Forchbahn AG, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Nächste Bauphase in der Neugestaltung der Haltestelle Rehalp, Stadt Zürich, 27. März 2009, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Zürich – Erschliessung Lengg, Teil öffentlicher Verkehr, Kanton Zürich, abgerufen am 3. August 2026.