FC Thun

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FC Thun
Vollständiger Name Fussballclub Thun 1898
Kurzname FC Thun
Gründung 1. Mai 1898
Vereinsfarben Rot und Weiss
Sitz Thun
Kanton Bern
Liga Super League
Stadion VISANA Stadion
Kapazität 10'014 Plätze
Präsident Andres Gerber
Sportchef Dominik Albrecht
Cheftrainer Gian-Luca Privitelli
Schweizer Meister 2025/26
Website www.fcthun.ch

Der FC Thun ist ein Schweizer Fussballverein aus der Stadt Thun im Kanton Bern. Der 1898 gegründete Club trägt seine Heimspiele im VISANA Stadion in Thun-Süd aus. Die Vereinsfarben sind Rot und Weiss.

Der Verein gehört zu den bekanntesten Fussballclubs des Berner Oberlands. Internationales Aufsehen erregte der FC Thun in der Saison 2005/06, als er sich überraschend für die Gruppenphase der UEFA Champions League qualifizierte. Dort trafen die Thuner auf den Arsenal FC, Ajax Amsterdam und Sparta Prag.

Den grössten Erfolg der Vereinsgeschichte erreichte der FC Thun in der Saison 2025/26. Nur ein Jahr nach dem Aufstieg in die höchste Schweizer Spielklasse gewann die Mannschaft erstmals die Schweizer Meisterschaft.[1]

Name und Vereinsidentität

Der offizielle Name lautet Fussballclub Thun 1898. Im öffentlichen Auftritt verwendet der Verein überwiegend die Bezeichnungen FC Thun und FC Thun Berner Oberland.

Der Zusatz «Berner Oberland» unterstreicht die regionale Bedeutung des Clubs. Das Einzugsgebiet umfasst nicht nur die Stadt Thun, sondern weite Teile des Berner Oberlands und der Region rund um den Thunersee.

Die traditionellen Vereinsfarben sind Rot und Weiss. Heimtrikots werden gewöhnlich in Rot mit weissen Elementen gestaltet. Als Spitzname der Mannschaft ist unter anderem die Bezeichnung Thuner Löwen gebräuchlich.

Das Vereinswappen zeigt die Buchstaben «FCT», das Gründungsjahr 1898 und eine rot-weisse Farbgestaltung. Es wurde im Lauf der Vereinsgeschichte mehrfach modernisiert.

Geschichte

Gründung und erste Jahrzehnte

Der FC Thun wurde am 1. Mai 1898 gegründet. Fussball war damals in der Schweiz noch eine junge Sportart, die sich vor allem in Städten, Schulen und im Umfeld internationaler Unternehmen verbreitete.

Der Verein bestritt zunächst Freundschaftsspiele gegen Mannschaften aus Bern und anderen Orten der Region. Eine einheitliche nationale Meisterschaftsstruktur, wie sie heute besteht, befand sich erst im Aufbau.

In den ersten Jahrzehnten wechselte der FC Thun mehrfach zwischen regionalen und überregionalen Spielklassen. Der Club entwickelte schrittweise eigene Nachwuchsmannschaften und eine feste Vereinsorganisation.

Die wirtschaftlichen Möglichkeiten blieben im Vergleich zu den grossen Stadtvereinen begrenzt. Der FC Thun war deshalb früh auf ehrenamtliche Arbeit, lokale Sponsoren und die Unterstützung seiner Anhängerschaft angewiesen.

Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg gewann der Fussball in der Schweiz stark an Popularität. Auch in Thun stiegen die Zuschauerzahlen und die Zahl der aktiven Mitglieder.

Der FC Thun spielte während langer Zeit in den unteren nationalen Ligen. Einzelne Aufstiege wurden wieder von Abstiegen abgelöst. Trotz sportlicher Schwankungen festigte der Verein seine Stellung als wichtigster Fussballclub des Berner Oberlands.

Die erste Mannschaft trug ihre Heimspiele während mehrerer Jahrzehnte im Stadion Lachen aus. Die Anlage lag nahe dem Thunersee und wurde zu einem wichtigen Teil der Vereinsgeschichte.

Aufstieg in die Nationalliga B

In den 1980er- und 1990er-Jahren bemühte sich der Verein verstärkt um eine Professionalisierung seiner sportlichen und wirtschaftlichen Strukturen.

1997 gelang der Aufstieg in die damalige Nationalliga B. Der FC Thun konnte sich anschliessend in der zweithöchsten Spielklasse etablieren.

Der Verein setzte dabei auf eine Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen Talenten. Die vergleichsweise bescheidenen finanziellen Mittel machten eine sorgfältige Nachwuchsarbeit und gezielte Transfers notwendig.

Aufstieg in die höchste Spielklasse

In der Saison 2001/02 erreichte der FC Thun unter Trainer Hanspeter Latour den Aufstieg in die damalige Nationalliga A. Damit kehrte erstmals seit langer Zeit ein Verein aus dem Berner Oberland in die höchste Schweizer Spielklasse zurück.

Viele Beobachter rechneten mit einem raschen Wiederabstieg. Die Mannschaft etablierte sich jedoch mit einem laufintensiven, disziplinierten und offensiv ausgerichteten Fussball.

Mehrere Spieler, die zuvor ausserhalb der grossen Schweizer Clubs wenig Beachtung gefunden hatten, entwickelten sich in Thun zu Leistungsträgern. Der Verein erwarb sich den Ruf, Talente zu entdecken und weiterzuentwickeln.

Vizemeisterschaft 2004/05

In der Saison 2004/05 erreichte der FC Thun unter Trainer Urs Schönenberger überraschend den zweiten Platz der Schweizer Meisterschaft.

Die Mannschaft musste sich in der Tabelle nur dem FC Basel geschlagen geben. Der Vizemeistertitel berechtigte den Club zur Teilnahme an der Qualifikation für die UEFA Champions League.

Zu den prägenden Spielern der damaligen Mannschaft gehörten unter anderem Mauro Lustrinelli, Milaim Rama, Nelson Ferreira, Andres Gerber, Mauro Cerrone, Armand Deumi und Eldin Jakupović.

Der Erfolg galt als aussergewöhnlich, weil der FC Thun über ein deutlich kleineres Budget als die führenden Schweizer Vereine verfügte.

Champions League 2005/06

Die Qualifikation und Teilnahme an der UEFA Champions League 2005/06 gilt als eines der bedeutendsten Kapitel der Vereinsgeschichte.

Qualifikation

In der zweiten Qualifikationsrunde traf der FC Thun auf Dynamo Kiew. Nach einem 2:2 in der ukrainischen Hauptstadt gewann Thun das Rückspiel mit 1:0.

In der dritten Qualifikationsrunde war der schwedische Meister Malmö FF der Gegner. Thun gewann das Hinspiel in Bern mit 1:0 und erreichte auswärts ein 3:0.

Damit qualifizierte sich der FC Thun erstmals für die Gruppenphase der UEFA Champions League. Der Erfolg sorgte europaweit für Aufmerksamkeit, da der Schweizer Club über vergleichsweise geringe finanzielle und infrastrukturelle Mittel verfügte.

Heimspiele in Bern

Das damalige Stadion Lachen entsprach nicht den Anforderungen der UEFA. Der FC Thun trug seine Champions-League-Heimspiele deshalb im neu eröffneten Stade de Suisse in Bern aus.

Zahlreiche Anhänger aus Thun und dem gesamten Berner Oberland reisten zu den Partien nach Bern. Die Spiele wurden zu regionalen Grossereignissen.

Gruppenphase

Der FC Thun wurde in Gruppe B dem Arsenal FC, Ajax Amsterdam und Sparta Prag zugelost.

Datum Begegnung Ergebnis Austragungsort
14. September 2005 Arsenal FC – FC Thun 2:1 London
27. September 2005 FC Thun – Sparta Prag 1:0 Bern
18. Oktober 2005 Ajax Amsterdam – FC Thun 2:0 Amsterdam
2. November 2005 FC Thun – Ajax Amsterdam 2:4 Bern
22. November 2005 FC Thun – Arsenal FC 0:1 Bern
7. Dezember 2005 Sparta Prag – FC Thun 0:0 Prag

Mit vier Punkten belegte Thun den dritten Gruppenplatz hinter Arsenal und Ajax, aber vor Sparta Prag.[2]

Der dritte Rang berechtigte zur Teilnahme am UEFA-Cup. Dort schied der FC Thun in der Runde der letzten 32 gegen den Hamburger SV aus.

Bedeutung der Europacup-Saison

Die Champions-League-Teilnahme machte den FC Thun international bekannt. Sie brachte dem Verein zusätzliche Einnahmen und stärkte seine Stellung im Schweizer Fussball.

Gleichzeitig zeigte sich, wie schwierig es für einen kleineren Club war, den sportlichen Erfolg dauerhaft zu bestätigen. Mehrere Leistungsträger und Verantwortliche verliessen den Verein nach der erfolgreichen Saison.

Die Europacup-Kampagne blieb dennoch ein wichtiger Bestandteil der Clubidentität. Spieler und Trainer jener Mannschaft gelten bei vielen Anhängern als «goldene Generation».

Jahre zwischen Super League und Challenge League

Nach der Champions-League-Saison konnte der FC Thun nicht dauerhaft an die Ergebnisse der Jahre 2004 und 2005 anknüpfen.

Sportliche Schwankungen, Trainerwechsel und finanzielle Herausforderungen prägten die folgenden Jahre. Dennoch blieb der Verein über längere Phasen in der höchsten Schweizer Liga vertreten.

Abstieg 2008

Am Ende der Saison 2007/08 stieg der FC Thun in die Challenge League ab. Der Club musste seine sportlichen und wirtschaftlichen Strukturen neu ordnen.

Die Rückkehr in die höchste Spielklasse gelang 2010. Unter Trainer Murat Yakin gewann Thun die Challenge League und stieg direkt auf.

Erneute Etablierung

Nach dem Aufstieg entwickelte sich der FC Thun erneut zu einer konkurrenzfähigen Mannschaft der Super League.

Der Verein qualifizierte sich mehrmals für europäische Wettbewerbe. In der Saison 2013/14 erreichte Thun nach Erfolgen in der Qualifikation die Gruppenphase der UEFA Europa League.

Dort spielte der Club gegen Genk, Dynamo Kiew und SK Rapid Wien. Thun gewann zwei Gruppenspiele, schied jedoch als Gruppendritter aus.[3]

Cupfinal 2019

In der Saison 2018/19 erreichte der FC Thun zum zweiten Mal nach 1955 den Final des Schweizer Cups.

Das Endspiel fand am 19. Mai 2019 im Stade de Suisse in Bern statt. Thun unterlag dem FC Basel mit 1:2.

Trotz der Niederlage gehörte die Finalteilnahme zu den bedeutendsten nationalen Erfolgen des Clubs vor dem Meistertitel von 2026.

Abstieg 2020

In der Saison 2019/20 belegte der FC Thun den zweitletzten Rang der Super League und musste gegen den FC Vaduz zur Barrage antreten.

Nach einer Niederlage im Hinspiel und einem ungenügenden Ergebnis im Rückspiel stieg der FC Thun in die Challenge League ab.

Der Abstieg führte zu erheblichen wirtschaftlichen und sportlichen Herausforderungen. Präsident Andres Gerber und die weiteren Verantwortlichen setzten anschliessend auf eine langfristige Stabilisierung des Clubs.

Neuaufbau in der Challenge League

Der FC Thun gehörte während mehrerer Saisons zu den stärkeren Mannschaften der Challenge League, verpasste den Aufstieg jedoch wiederholt.

In der Saison 2020/21 scheiterte der Club in der Barrage am FC Sion. In der Saison 2023/24 unterlag Thun in der Barrage dem Grasshopper Club Zürich.

Trotz dieser Rückschläge hielt der Verein an seiner sportlichen Strategie fest. Junge Spieler sollten entwickelt und durch erfahrene Kräfte ergänzt werden.

Mauro Lustrinelli als Trainer

2022 übernahm der frühere Thuner Stürmer Mauro Lustrinelli das Amt des Cheftrainers.

Lustrinelli war bereits als Spieler Teil der Champions-League-Mannschaft von 2005 gewesen. Als Trainer setzte er auf intensiven, offensiven Fussball und eine enge Verbindung zwischen Nachwuchs und erster Mannschaft.

Unter seiner Führung entwickelte sich das Team über mehrere Jahre. Der Verein vermied kurzfristige Richtungswechsel und hielt auch nach enttäuschenden Ergebnissen an seinem sportlichen Konzept fest.

Aufstieg 2025

In der Saison 2024/25 gewann der FC Thun die Challenge League und kehrte nach fünf Jahren in die Super League zurück.

Der Aufstieg stand am 2. Mai 2025 fest. Die Mannschaft schuf damit die Grundlage für die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte.

Schweizer Meister 2025/26

Als Aufsteiger wurde der FC Thun vor der Saison 2025/26 nicht zum engeren Kreis der Meisterschaftsfavoriten gezählt.

Die Mannschaft zeigte jedoch von Beginn an eine hohe Konstanz. Sie überzeugte durch intensives Pressing, schnelles Umschalten, mannschaftliche Geschlossenheit und eine stabile Defensive.

Im Verlauf der Saison setzte sich Thun an der Tabellenspitze fest. Auch gegen finanzstärkere Vereine wie den FC Basel, den BSC Young Boys, den FC Lugano und den FC St. Gallen erzielte die Mannschaft wichtige Punkte.

Am 3. Mai 2026 stand der erste Schweizer Meistertitel der Vereinsgeschichte fest. Der Titelgewinn erfolgte 366 Tage nach dem gesicherten Aufstieg in die Super League.[1]

Die Mannschaft wurde von Mauro Lustrinelli trainiert. Captain war Marco Bürki. Die Meisterfeier umfasste einen Umzug vom Stadion in die Thuner Innenstadt und eine öffentliche Feier.[4]

Der Titelgewinn machte den FC Thun zu einem der wenigen Schweizer Vereine, denen unmittelbar nach dem Aufstieg der Gewinn der Meisterschaft gelang.

Trainerwechsel 2026

Nach dem Meistertitel verliess Mauro Lustrinelli den FC Thun und wechselte zum deutschen Bundesligisten 1. FC Union Berlin.[5]

Als Nachfolger verpflichtete der Verein Gian-Luca Privitelli. Der frühere Thuner Nachwuchstrainer unterschrieb einen Vertrag über drei Jahre und übernahm die Mannschaft zur Saison 2026/27.[6]

Als Schweizer Meister nahm der FC Thun an der Qualifikation zur UEFA Champions League 2026/27 teil.

Stadien

Stadion Lachen

Das Stadion Lachen war während vieler Jahrzehnte die Heimstätte des FC Thun. Es lag im gleichnamigen Quartier nahe dem Thunersee.

Die Anlage verfügte über eine Leichtathletikbahn und vergleichsweise einfache Tribünen. Ihre Atmosphäre und die Nähe der Zuschauer zum Vereinsleben machten sie bei vielen Anhängern beliebt.

Für moderne Anforderungen des Profifussballs war das Stadion jedoch nur eingeschränkt geeignet. Insbesondere bei internationalen Spielen erfüllte es die Vorgaben von UEFA und Swiss Football League nicht.

Die Champions-League-Heimspiele 2005 wurden deshalb in Bern ausgetragen.

Neues Stadion in Thun-Süd

Nach langen politischen und finanziellen Diskussionen entstand in Thun-Süd ein neues reines Fussballstadion.

Die Arena wurde 2011 eröffnet und ersetzte das Stadion Lachen als Heimstätte der ersten Mannschaft. Das erste offizielle Meisterschaftsspiel fand im Juli 2011 statt.

Das Stadion besitzt vollständig überdachte Zuschauerbereiche und bietet 10'014 Plätze. Neben Fussballspielen wird es für Firmenveranstaltungen, Tagungen, Führungen und weitere Anlässe genutzt.

Stadionnamen

Das Stadion trug seit seiner Eröffnung verschiedene Sponsorennamen:

Zeitraum Bezeichnung
2011–2014 Arena Thun
2014–2025 Stockhorn Arena
seit 2025 VISANA Stadion

Im allgemeinen Sprachgebrauch blieb auch die Bezeichnung Arena Thun verbreitet.

Das Stadion befindet sich an der Weststrasse 12 in unmittelbarer Nähe des Einkaufszentrums Panorama-Center und des Autobahnanschlusses Thun-Süd.

Anhängerschaft

Die Anhängerschaft des FC Thun stammt vorwiegend aus der Stadt Thun, der Agglomeration und dem Berner Oberland.

Die aktive Fanszene steht bei Heimspielen traditionell in der Heimkurve. Fahnen, Gesänge, Choreografien und Auswärtsfahrten gehören zur Fankultur.

Eine besondere Rivalität besteht mit dem BSC Young Boys aus Bern. Begegnungen zwischen Thun und YB werden häufig als Berner Kantonsderby bezeichnet.

Weitere sportliche Rivalitäten entstanden mit dem FC Sion, dem FC Basel und anderen regelmässigen Gegnern der Super League.

Die Champions-League-Teilnahme von 2005, die Cupfinals und der Meistertitel 2026 stärkten die emotionale Bindung zwischen Club, Stadt und Region.

Organisation

Der professionelle Spielbetrieb ist in der FC Thun AG organisiert. Daneben bestehen Vereins- und Nachwuchsstrukturen.

Präsident der FC Thun AG ist Andres Gerber. Der frühere Profifussballer spielte selbst für den FC Thun und gehörte zur Champions-League-Mannschaft von 2005.

Die sportliche Leitung ist für Transfers, Kaderplanung, Nachwuchsförderung und die strategische Ausrichtung des Profibereichs verantwortlich. Sportchef ist Dominik Albrecht.

Der Club finanziert sich unter anderem durch:

  • Eintritts- und Saisonkarteneinnahmen;
  • Sponsoring und Werbung;
  • Medien- und Ligagelder;
  • Transfers;
  • Gastronomie und Veranstaltungen;
  • Fanartikel;
  • Beiträge von Partnern und Unterstützern.

Wegen des vergleichsweise kleinen regionalen Marktes verfolgt der FC Thun eine vorsichtige Finanzpolitik. Die Ausbildung und Weiterentwicklung junger Spieler besitzt dabei eine zentrale Bedeutung.

Nachwuchs

Die Nachwuchsabteilung bildet Spieler aus der Stadt Thun und dem gesamten Berner Oberland aus.

Die Juniorenmannschaften nehmen an regionalen und nationalen Wettbewerben teil. Besonders talentierte Spieler werden schrittweise an den Profifussball herangeführt.

Der FC Thun arbeitet mit regionalen Amateurvereinen, Schulen und Fussballverbänden zusammen. Diese Zusammenarbeit soll verhindern, dass Talente aus dem Berner Oberland frühzeitig in andere Regionen abwandern.

Die Nachwuchsstrategie ist auch wirtschaftlich wichtig. Selbst ausgebildete Spieler können in der ersten Mannschaft eingesetzt oder später zu grösseren Clubs transferiert werden.

Zu den Spielern, die in Thun wichtige Entwicklungsschritte machten, gehören zahlreiche spätere Nationalspieler und Profis aus der Schweiz und dem Ausland.

Frauenfussball

Der FC Thun engagiert sich auch im Frauen- und Mädchenfussball. Die entsprechenden Mannschaften treten unter dem Namen FC Thun Berner Oberland Frauen auf.

Die Frauenabteilung bietet Teams für verschiedene Alters- und Leistungsstufen. Ziel ist es, Spielerinnen aus dem Berner Oberland eine leistungsorientierte Ausbildung in der Region zu ermöglichen.

Heimspiele der Frauenmannschaften finden je nach Wettbewerb in Thun und auf weiteren regionalen Sportanlagen statt.

Spielweise und sportliches Profil

Der FC Thun gilt traditionell als Verein, der mit begrenzten finanziellen Mitteln konkurrenzfähige Mannschaften zusammenstellt.

Typische Elemente erfolgreicher Thuner Mannschaften waren:

  • eine geschlossene Teamleistung;
  • hohe Laufbereitschaft;
  • intensives Pressing;
  • schnelle Angriffe nach Ballgewinn;
  • die Entwicklung junger Spieler;
  • gezielte Verpflichtungen wenig bekannter Akteure.

Mehrere Trainer nutzten den FC Thun als Ausgangspunkt für spätere Tätigkeiten bei grösseren Clubs oder Nationalmannschaften.

Der Verein profitiert von einem vergleichsweise ruhigen Umfeld. Gleichzeitig verlangt das kleinere Budget eine sorgfältige Kaderplanung und die Bereitschaft, erfolgreiche Spieler regelmässig abzugeben.

Europapokalbilanz

Der FC Thun nahm mehrfach an europäischen Clubwettbewerben teil.

Saison Wettbewerb Erreichte Runde
2005/06 UEFA Champions League Gruppenphase, 3. Rang
2005/06 UEFA-Cup Runde der letzten 32
2011/12 UEFA Europa League Play-off-Runde
2013/14 UEFA Europa League Gruppenphase
2015/16 UEFA Europa League Play-off-Runde
2019/20 UEFA Europa League 3. Qualifikationsrunde
2026/27 UEFA Champions League Qualifikation

Die Erfolge von 2005 und 2013 gehören zu den wichtigsten internationalen Leistungen des Clubs.

Erfolge

Nationale Wettbewerbe

  • Schweizer Meister: 2025/26
  • Schweizer Vizemeister: 2004/05
  • Schweizer-Cup-Finalist: 1955, 2019
  • Meister der Challenge League: 2001/02, 2009/10, 2024/25

Internationale Wettbewerbe

  • Teilnahme an der Gruppenphase der UEFA Champions League: 2005/06
  • Dritter Rang in der Champions-League-Gruppe B: 2005/06
  • Teilnahme an der Gruppenphase der UEFA Europa League: 2013/14
  • Mehrere Teilnahmen an Qualifikationsrunden europäischer Wettbewerbe

Bedeutende Spiele

Zu den bekanntesten Spielen der Vereinsgeschichte gehören:

Begegnung Ergebnis Bedeutung
FC Thun – Dynamo Kiew 1:0 Weiterkommen in der Champions-League-Qualifikation 2005
Malmö FF – FC Thun 0:3 Erstmaliger Einzug in die Champions-League-Gruppenphase
FC Thun – Sparta Prag 1:0 Erster Sieg in der Champions-League-Gruppenphase
FC Thun – Hamburger SV 1:0 Heimsieg im UEFA-Cup 2006
FC Thun – BSC Young Boys 3:0 Cup-Halbfinal 2019
FC Thun – FC Basel 3:1 Bedeutender Sieg im Meisterrennen 2025/26

Bedeutende Spieler

Zahlreiche Spieler prägten die Geschichte des FC Thun oder nutzten den Verein als Station ihrer Laufbahn.

Auswahl

Mauro Lustrinelli besitzt eine besondere Stellung: Er nahm als Spieler an der Champions League 2005/06 teil und führte den Club als Trainer zum ersten Meistertitel.

Andres Gerber war ebenfalls Teil der Champions-League-Mannschaft und wurde später Präsident des Clubs.

Bedeutende Trainer

  • Hanspeter Latour
  • Urs Schönenberger
  • René van Eck
  • Heinz Peischl
  • Murat Yakin
  • Bernard Challandes
  • Urs Fischer
  • Jeff Saibene
  • Ciriaco Sforza
  • Marc Schneider
  • Carlos Bernegger
  • Mauro Lustrinelli
  • Gian-Luca Privitelli

Hanspeter Latour führte Thun in die höchste Spielklasse. Urs Schönenberger war Trainer während eines grossen Teils der erfolgreichen Saison 2004/05 und der Champions-League-Qualifikation.

Murat Yakin führte den Club 2010 zurück in die Super League. Mauro Lustrinelli erreichte 2025 den Aufstieg und 2026 den ersten Meistertitel.

Bedeutung für Thun und das Berner Oberland

Der FC Thun ist einer der wichtigsten Sportvereine der Region. Heimspiele ziehen Zuschauer aus zahlreichen Gemeinden des Berner Oberlands an.

Der Verein trägt zur nationalen Bekanntheit der Stadt Thun bei. Besonders die Champions-League-Teilnahme 2005 und der Meistertitel 2026 wurden weit über die Region hinaus wahrgenommen.

Auch wirtschaftlich besitzt der Club eine Bedeutung. Heimspiele und Veranstaltungen schaffen Umsätze für Gastronomie, Verkehr, Detailhandel und Tourismus.

Die regionale Identität zeigt sich in der engen Zusammenarbeit mit Sponsoren, Gemeinden, Nachwuchsvereinen und freiwilligen Helferinnen und Helfern.

Medien und Öffentlichkeit

Über den FC Thun berichten regionale und nationale Medien. Zu den wichtigsten regionalen Informationsquellen gehören das Thuner Tagblatt, Radio BeO und verschiedene Onlineportale.

Der Verein veröffentlicht Nachrichten, Spielberichte, Videos und organisatorische Informationen über seine Website und soziale Netzwerke.

Die Champions-League-Kampagne von 2005 wurde in zahlreichen Dokumentationen, Büchern und Rückblicken behandelt.

Zum 125-jährigen Bestehen im Jahr 2023 bereitete der Club seine Geschichte in einer digitalen Jubiläumsplattform mit Dokumenten, Fotografien, Porträts und Zeitzeugenberichten auf.

Siehe auch

Literatur

  • FC Thun: 125 Jahre FC Thun. Clubgeschichte 1898–2023. Thun 2023.
  • Schweizerischer Fussballverband: Publikationen zur Geschichte der Schweizer Meisterschaft.
  • Daniel Schaub: Das Wunder von Thun. Der Weg in die Champions League. Basel.
  • UEFA: Saisonberichte zur UEFA Champions League 2005/06.
  • FC Thun: Schweizer Meister 2025/26. Rückblick auf die Meistersaison, Thun 2026.

Einzelnachweise

Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu FC Thun