Greifensee
- Dieser Artikel behandelt den See im Kanton Zürich. Zur gleichnamigen politischen Gemeinde siehe Greifensee ZH.
| Greifensee | |
|---|---|
| Gewässertyp | natürlicher See |
| Lage | Zürcher Oberland und Glatttal, Kanton Zürich |
| Staat | Schweiz |
| Höhe | etwa 435 m ü. M. |
| Fläche | 8,45 km² |
| Länge | rund 6,5 km |
| Maximale Breite | rund 1,6 km |
| Uferlänge | rund 15,8 km |
| Maximale Tiefe | 32 m |
| Volumen | rund 148 Mio. m³ |
| Einzugsgebiet | rund 167 km² |
| Mittlere Wassererneuerungszeit | rund 400 Tage |
| Zuflüsse | Ustermer Aa, Mönchaltorfer Aa und kleinere Bäche |
| Abfluss | Glatt |
| Ufergemeinden | Greifensee, Uster, Mönchaltorf, Egg, Maur und Fällanden |
| Bedeutende Schutzgebiete | Riediker- und Rällikerried, Aabachdelta, Glattmündung und weitere Flachmoore |
| Besonderheiten | UNESCO-Pfahlbaufundstätte Greifensee-Storen/Wildsberg |
Der Greifensee ist ein See im Kanton Zürich. Er liegt östlich der Stadt Zürich zwischen der Hügelkette des Pfannenstiels und dem oberen Glatttal. Mit einer Fläche von 8,45 Quadratkilometern ist er nach dem Zürichsee der zweitgrösste See des Kantons Zürich.[1]
Der langgestreckte, flache See erstreckt sich von Südosten nach Nordwesten. Sein wichtigster Zufluss ist die Ustermer Aa, die das Wasser des Pfäffikersees über das Aatal und die Stadt Uster zum Greifensee führt. Am nördlichen Ende verlässt das Wasser den See als Glatt und fliesst später über den Rhein zur Nordsee.
Der Greifensee ist von einer dicht besiedelten Agglomerationslandschaft umgeben. Gleichzeitig blieben grosse Teile seiner Ufer unverbaut. Riedwiesen, Flachmoore, Schilfgürtel, Feuchtwälder und Flussdeltas bilden eines der bedeutendsten zusammenhängenden Naturschutzgebiete des Kantons Zürich.
Die Uferlandschaft wird seit 1941 durch eine kantonale Schutzverordnung gesichert. Damit war der Greifensee eines der ersten grossen Landschaftsschutzgebiete des Kantons. Die Verordnung trug wesentlich dazu bei, dass der See trotz des starken Siedlungswachstums im Glatttal seinen offenen und naturnahen Charakter bewahren konnte.
Neben seiner ökologischen Bedeutung ist der Greifensee ein wichtiges Naherholungsgebiet. Ein Rundweg, öffentliche Badeplätze, Schifffahrtslinien, Velorouten und Naturbeobachtungsstellen ziehen jährlich zahlreiche Besucherinnen und Besucher an.
Name
Der See wurde im Mittelalter zeitweise als Glattsee bezeichnet. Dieser Name bezog sich auf seinen Abfluss, die Glatt.
Die heutige Bezeichnung geht auf die Burg und das Städtchen Greifensee zurück. Der Name erscheint im 13. Jahrhundert in schriftlichen Quellen. Seit dem späten Mittelalter wurde er für die Burg, die Siedlung und den angrenzenden See verwendet.
Der Bestandteil Greifen- steht wahrscheinlich mit dem Wappentier der Herren von Greifensee beziehungsweise der späteren Herrschaft Greifensee in Zusammenhang. Ein unmittelbarer Bezug zu einem natürlichen Merkmal des Gewässers besteht nicht.
Lage
Der Greifensee liegt ungefähr zehn Kilometer Luftlinie östlich des Zürcher Stadtzentrums.
Er befindet sich in einer breiten, eiszeitlich geformten Senke zwischen:
- der Pfannenstiel-Zürichberg-Kette im Südwesten;
- den Hügeln des Zürcher Oberlands im Osten;
- dem Glatttal im Norden;
- der Landschaft um Uster und Mönchaltorf im Süden.
Der See gehört vollständig zum Kanton Zürich.
Die umliegende Region ist Teil der Agglomeration Zürich. Orte wie Uster, Volketswil, Schwerzenbach, Fällanden und Greifensee entwickelten sich im 20. und 21. Jahrhundert zu stark besiedelten Wohn- und Wirtschaftsstandorten.
Trotz dieser Entwicklung blieb zwischen den Siedlungen ein breiter Landschaftsgürtel mit Landwirtschafts-, Wald-, Ried- und Wasserflächen erhalten.
Form und Gliederung
Der Greifensee besitzt eine langgestreckte, leicht gebogene Form. Er ist rund 6,5 Kilometer lang und bis zu 1,6 Kilometer breit.
Der südliche Teil ist durch die Einmündungen der Ustermer Aa und der Mönchaltorfer Aa geprägt. Dort befinden sich ausgedehnte Riedflächen und flache Uferzonen.
Im mittleren Abschnitt erreicht der See seine grösste Breite und Tiefe. Das Westufer ist zwischen Maur und Fällanden teilweise steiler, während das Ostufer bei Uster und Greifensee überwiegend flach verläuft.
Am nördlichen Ende verengt sich der See. Dort beginnt die Glatt.
Die Uferlinie ist mit rund 15,8 Kilometern verhältnismässig kurz, da der See nur wenige ausgeprägte Buchten oder Halbinseln besitzt.
Entstehung
Der Greifensee entstand während der Eiszeiten.
Gletscher, die aus dem Alpenraum in das schweizerische Mittelland vordrangen, vertieften bestehende Täler und Senken. Dabei wurden grosse Mengen an Gestein, Kies, Sand und Lehm transportiert.
Nach dem Rückzug des Eises blieben im Glatttal mehrere mit Wasser gefüllte Becken zurück. Moränen und Schotterablagerungen behinderten den Abfluss und wirkten wie natürliche Dämme.
Der heutige Greifensee ist ein Rest eines wesentlich grösseren spät- und nacheiszeitlichen Gewässers. Dieses erstreckte sich zeitweise über grössere Teile des oberen Glatttals.
Flüsse und Bäche lagerten nach dem Ende der Eiszeit zunehmend Sedimente ab. Dadurch verlandeten die flachen Randbereiche. Es entstanden Moore, Riedwiesen und Auen.
Die Verlandung dauert bis heute an. Besonders an den Mündungen der Ustermer und der Mönchaltorfer Aa entstehen durch die Ablagerung von Schlamm, Sand und organischem Material neue Flachwasser- und Uferbereiche.
Hydrologie
Einzugsgebiet
Das Einzugsgebiet des Greifensees umfasst rund 167 Quadratkilometer.
Es reicht vom Zürcher Oberland über den Pfäffikersee und das Aatal bis zu den Hängen des Pfannenstiels. In diesem Gebiet liegen zahlreiche Siedlungen, Landwirtschaftsflächen, Wälder und Verkehrswege.
Das Wasser gelangt über natürliche Bäche, Entwässerungsgräben, Regenwasserleitungen und gereinigte Abwässer in den See.
Die zunehmende Überbauung des Einzugsgebiets verändert den natürlichen Wasserhaushalt. Versiegelte Flächen führen dazu, dass Niederschlagswasser rascher abfliesst und bei Starkregen grössere Wassermengen in kurzer Zeit in die Zuflüsse gelangen.
Zuflüsse
Der bedeutendste Zufluss ist die Ustermer Aa, die auch als Aabach bezeichnet wird.
Sie entspringt als Abfluss des Pfäffikersees und durchquert anschliessend unter anderem Wetzikon, Seegräben und Uster. Bei Niederuster mündet sie in den Greifensee.
Weitere Zuflüsse sind:
- die Mönchaltorfer Aa;
- der Tüfenbach;
- der Werrikerbach;
- kleinere Bäche und Entwässerungsgräben.
Die Ustermer Aa führt einen grossen Teil des Wassers und der Nährstoffe aus dem südöstlichen Einzugsgebiet zu.
Abfluss
Der Greifensee wird am Nordende durch die Glatt entwässert.
Die Glatt fliesst durch Schwerzenbach, Dübendorf, Wallisellen, Opfikon, Rümlang und weitere Gemeinden. Bei Rheinsfelden im Zürcher Unterland mündet sie in den Rhein.
Der Wasserstand des Greifensees wird am Glattwehr reguliert. Das Wehr schützt tiefer gelegene Gebiete vor starken Schwankungen und dient der Steuerung des Abflusses.
Das erste Regulierwehr wurde 1891 im Zusammenhang mit der Glattkorrektion errichtet. Das Bauwerk wurde später mehrfach verändert und ergänzt.[2]
Wasserstand
Der Wasserstand unterliegt natürlichen jahreszeitlichen Schwankungen.
Hohe Pegel treten häufig nach länger anhaltenden Niederschlägen oder während der Schneeschmelze auf. Wegen der flachen Ufer können bereits geringe Wasserstandsänderungen grössere Ried- und Wegflächen überfluten.
Starke Hochwasser führten wiederholt zu Sperrungen einzelner Abschnitte des Rundwegs.
Durch die Glattkorrektion von 1889/90 wurde der Seespiegel um ungefähr einen Meter abgesenkt. Dadurch entstanden neue Uferflächen, gleichzeitig wurden prähistorische Siedlungsreste freigelegt oder näher an die Wasseroberfläche gebracht.
Wasserqualität
Historische Belastung
Bis in das 19. Jahrhundert war das Einzugsgebiet überwiegend landwirtschaftlich geprägt und vergleichsweise dünn besiedelt.
Mit dem Wachstum der Bevölkerung, der Industrialisierung und dem Ausbau der Kanalisation gelangten im 20. Jahrhundert zunehmend Nährstoffe und Abwässer in den See.
Besonders problematisch war der Eintrag von Phosphor aus:
- kommunalen Abwässern;
- Wasch- und Reinigungsmitteln;
- der Landwirtschaft;
- undichten Kanalisationen;
- der Siedlungsentwässerung.
Der hohe Nährstoffgehalt führte zu starkem Algenwachstum. Beim Abbau der abgestorbenen Biomasse wurde im Tiefenwasser viel Sauerstoff verbraucht.
In warmen Sommern konnte der Sauerstoff in tieferen Schichten vollständig aufgebraucht werden. Dies beeinträchtigte Fische und andere Wasserorganismen und führte zeitweise zu Fischsterben.
Sanierungsmassnahmen
Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Belastung durch zahlreiche Massnahmen vermindert.
Dazu gehörten:
- Bau und Ausbau von Kläranlagen;
- verbesserte Phosphorelimination;
- Sanierung von Kanalisationen;
- Verbot phosphathaltiger Waschmittel;
- Massnahmen gegen landwirtschaftliche Nährstoffverluste;
- bessere Siedlungsentwässerung;
- Kontrolle von Einleitungen.
Die Phosphorkonzentration sank dadurch erheblich. Der See reagiert jedoch wegen der im Sediment gespeicherten Nährstoffe und seiner langsamen Wassererneuerung nur verzögert.
Trotz der Verbesserung treten im Tiefenwasser weiterhin saisonale Sauerstoffdefizite auf. Das Bundesamt für Umwelt nennt den Greifensee als Beispiel eines Sees, dessen Sauerstoffversorgung nur mit technischer Unterstützung ausreichend stabilisiert werden kann.[3]
Seebelüftung
Im Frühjahr 2009 installierte das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft eine Belüftungsanlage.
Die Anlage führt fein verteilte Luft in einen Bereich des Sees ein. Dadurch soll während kritischer Sommerperioden auf einer Fläche von ungefähr einem Quadratkilometer ein ausreichend sauerstoffreicher Lebensraum für Fische entstehen.
Die Belüftung soll das Wasser nicht vollständig durchmischen. Sie verbessert gezielt die Sauerstoffverhältnisse in einem begrenzten Bereich, ohne kaltes Tiefenwasser unnötig zu erwärmen.
Insbesondere Felchen sind auf kühles und sauerstoffreiches Wasser angewiesen.[4]
Badewasser
Der Greifensee wird an mehreren öffentlichen Badestellen regelmässig auf seine hygienische Wasserqualität untersucht.
Nach starken Regenfällen können Bakterien und Trübstoffe über Zuflüsse und Entlastungen der Kanalisation in den See gelangen. Die Wasserqualität kann deshalb kurzfristig schwanken.
In warmen Sommern können sich zudem Cyanobakterien, umgangssprachlich Blaualgen genannt, stark vermehren. Einzelne Arten bilden Giftstoffe, die für Menschen und besonders für Hunde gefährlich sein können.
Aktuelle Warnungen und Badeempfehlungen werden von den kantonalen und kommunalen Behörden veröffentlicht.
Natur- und Landschaftsschutz
Schutzverordnung
1941 erliess der Kanton Zürich die erste Schutzverordnung für den Greifensee.
Sie war eine Reaktion auf die beginnende Verbauung der Ufer und den Verlust wertvoller Feuchtgebiete. Der Greifensee war damit das erste Gebiet des Kantons, das mit einer solchen umfassenden Landschaftsschutzverordnung gesichert wurde.[5]
Die Verordnung wurde 1994 grundlegend überarbeitet.
Sie unterscheidet unter anderem:
- Naturschutzzonen;
- Landschaftsschutzzonen;
- Landwirtschaftszonen;
- Erholungsbereiche;
- Waldflächen;
- Wasser- und Uferschutzzonen.
In besonders empfindlichen Gebieten dürfen die markierten Wege nicht verlassen werden. Hunde müssen in den Schutzzonen an der Leine geführt werden.
Wasserfahrzeuge dürfen Schilfgürtel, Flachwasserzonen und gesperrte Uferabschnitte nicht befahren.
Greifensee-Stiftung
Die Greifensee-Stiftung wurde 1997 gegründet.
Beteiligt waren die Gemeinden:
- Egg;
- Fällanden;
- Greifensee;
- Maur;
- Mönchaltorf;
- Schwerzenbach;
- Uster.
Die Stiftung arbeitet eng mit dem Kanton Zürich, Naturschutzorganisationen, Grundeigentümern und Bewirtschaftern zusammen.
Zu ihren Aufgaben gehören:
- Besucherlenkung;
- Information und Umweltbildung;
- Betreuung von Schutzgebieten;
- Ranger-Dienste;
- Pflege und Aufwertung von Lebensräumen;
- Vermittlung bei Nutzungskonflikten;
- Organisation von Führungen;
- Betrieb der Naturstation Silberweide.
Die Stiftung betreut auch Projekte am Pfäffikersee.
Naturstation Silberweide
Die Naturstation Silberweide liegt bei Mönchaltorf südlich des Greifensees.
Sie wurde im August 2005 eröffnet und umfasst rund fünf Hektaren. Das Gelände befindet sich innerhalb des Perimeters der Greifensee-Schutzverordnung.
Die Station besitzt:
- Weiher;
- Schilf- und Riedflächen;
- Hecken;
- Magerwiesen;
- Beobachtungsstellen;
- einen Naturerlebnispfad;
- Ausstellungs- und Kursräume.
Sie dient der Umweltbildung und vermittelt Wissen über Feuchtgebiete, Tiere, Pflanzen und den verantwortungsvollen Umgang mit Schutzlandschaften.[6]
Lebensräume
Flachmoore und Riedwiesen
Rund um den Greifensee blieben ausgedehnte Flachmoore und Riedwiesen erhalten.
Sie werden vom Grundwasser, von periodischen Überflutungen und vom Seewasser beeinflusst.
Typische Pflanzen sind:
- Schilf;
- Seggen;
- Binsen;
- Sumpfschwertlilie;
- verschiedene Orchideen;
- Wollgräser;
- Pfeifengras;
- Blutweiderich;
- Wasserminze.
Riedwiesen müssen regelmässig und zu geeigneten Zeitpunkten gemäht werden. Ohne Pflege würden viele Flächen verbuschen und sich langfristig zu Wald entwickeln.
Die grossen zusammenhängenden Riedflächen sind besonders wertvoll, weil zahlreiche empfindliche Arten in kleinen, isolierten Biotopen nicht überleben können.
Schilfgürtel
Die Schilfgürtel bilden einen Übergang zwischen offenem Wasser und Land.
Sie schützen die Ufer vor Wellenschlag, filtern Nährstoffe und bieten Brut-, Nahrungs- und Rückzugsräume.
Vögel wie Teichrohrsänger, Rohrammer und Wasserralle nutzen die dichte Vegetation. Jungfische und Amphibien finden zwischen den Halmen Schutz.
Schilf reagiert empfindlich auf mechanische Beschädigungen. Boote, Stand-up-Paddles und badende Personen dürfen deshalb nicht in geschützte Schilfbereiche eindringen.
Aabachdelta
An der Mündung der Ustermer Aa bei Niederuster entstand ein ausgedehntes Delta.
Der Bach lagert dort Sand, Schlamm und organisches Material ab. Je nach Wasserstand werden Flächen überflutet oder fallen trocken.
Das Delta wurde 2002 ökologisch aufgewertet. Unterschiedlich tiefe Mulden und Weiher verbessern seither die Lebensbedingungen für Amphibien, Watvögel, Libellen und seltene Uferpflanzen.
Eine Aussichtsplattform ermöglicht die Naturbeobachtung, ohne empfindliche Bereiche betreten zu müssen.
Riediker- und Rällikerried
Das Riediker- und Rällikerried liegt südöstlich des Sees auf dem Gebiet von Uster und Mönchaltorf.
Es gehört zu den wertvollsten Feuchtgebieten der Region.
1997 begann dort eines der ersten grossen Aufwertungsprojekte der Greifensee-Stiftung. Verlandete Weiher wurden regeneriert, Gehölze zurückgedrängt und Riedflächen gepflegt.
Im Gebiet wurden rund 360 Pflanzenarten nachgewiesen. Ein Teil davon steht auf Roten Listen gefährdeter Arten.
Pflanzenwelt
Die unterschiedlichen Boden-, Wasser- und Nutzungsverhältnisse ermöglichen eine grosse Pflanzenvielfalt.
In den Schutzgebieten wurden mehrere Hundert Arten festgestellt.
Zu den bedeutenden Lebensraumtypen gehören:
- Schwimmblattgesellschaften;
- Unterwasserpflanzenbestände;
- Schilfröhrichte;
- Grossseggenriede;
- Kleinseggenriede;
- Pfeifengraswiesen;
- Feuchtwiesen;
- Auenwälder;
- Hecken;
- Magerwiesen.
Unter Wasser wachsen Armleuchteralgen, Laichkräuter und weitere Wasserpflanzen.
Ihre Verbreitung hängt stark von Licht, Nährstoffgehalt, Wassertiefe, Wellenschlag und Beschaffenheit des Seegrunds ab.
Invasive Pflanzenarten können einheimische Bestände verdrängen. Zu ihrer Bekämpfung werden einzelne Flächen regelmässig kontrolliert und gepflegt.
Tierwelt
Vögel
Der Greifensee ist ein bedeutendes Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet für Wasservögel.
Regelmässig beobachtet werden unter anderem:
- Haubentaucher;
- Blässhuhn;
- Teichhuhn;
- Stockente;
- Reiherente;
- Tafelente;
- Kormoran;
- Graureiher;
- Eisvogel;
- verschiedene Möwenarten;
- Teichrohrsänger;
- Rohrammer;
- Wasserralle.
Während des Vogelzugs rasten zahlreiche weitere Arten am See. Im Herbst können grössere Kormoranbestände auftreten.
Störungsempfindliche Brutvögel sind auf unzugängliche Schilf- und Riedbereiche angewiesen. Die Schutzverordnung und die Besucherlenkung sollen solche Rückzugsräume sichern.
Fische
Im Greifensee leben verschiedene Fischarten.
Dazu gehören:
- Hecht;
- Egli;
- Felchen;
- Karpfen;
- Schleie;
- Rotauge;
- Rotfeder;
- Brachsmen;
- Wels;
- Aal.
Die Arten stellen unterschiedliche Ansprüche an Temperatur, Sauerstoff und Laichplätze.
Felchen benötigen kühles und sauerstoffreiches Wasser. Sie sind deshalb besonders von sommerlichen Sauerstoffdefiziten betroffen.
Hechte nutzen Schilf- und Pflanzenzonen als Laich- und Jungfischhabitate.
Amphibien und Reptilien
Weiher, Gräben, Riedflächen und feuchte Wälder bieten Lebensraum für:
- Grasfrosch;
- Wasserfrösche;
- Erdkröte;
- Bergmolch;
- Teichmolch;
- Laubfrosch;
- Ringelnatter.
Der Laubfrosch gehört zu den besonders geförderten Arten der Region. Er benötigt flache, warme und zeitweise austrocknende Gewässer.
Strassen zwischen Winterquartieren und Laichgewässern bilden für Amphibien eine erhebliche Gefahr. Während der Wanderzeit werden deshalb an verschiedenen Orten Schutzmassnahmen eingerichtet.
Säugetiere
Zu den Säugetieren der Uferlandschaft gehören:
- Biber;
- Reh;
- Fuchs;
- Dachs;
- Hermelin;
- Iltis;
- verschiedene Fledermäuse.
Der Biber kehrte nach seiner Wiederansiedlung in der Schweiz auch an den Greifensee und seine Zuflüsse zurück.
Seine Dämme, Baue und gefällten Bäume schaffen neue Lebensräume. Gleichzeitig können sie landwirtschaftliche Flächen, Entwässerungsanlagen und Wege beeinträchtigen.
Im Winter 2024/25 wurden am Greifensee vier Biberreviere festgestellt.[7]
Prähistorische Besiedlung
Die Ufer des Greifensees waren bereits in der Jungsteinzeit besiedelt.
Die Bewohner errichteten ihre Dörfer auf feuchtem Untergrund oder in unmittelbarer Nähe des damaligen Ufers. Holzbauten wurden auf Pfählen oder Schwellen errichtet.
Der Begriff Pfahlbauten bezeichnet heute allgemein prähistorische Feuchtbodensiedlungen. Nicht alle Häuser standen ständig über offenem Wasser.
Die dauerhafte Feuchtigkeit im Boden verhinderte den vollständigen Zerfall organischer Materialien. Erhalten blieben unter anderem:
- Holzpfähle;
- Hausböden;
- Werkzeuge;
- Textilien;
- Pflanzenreste;
- Fischereigeräte;
- Schuhe;
- Speisereste.
Diese Funde ermöglichen aussergewöhnlich genaue Einblicke in Architektur, Landwirtschaft, Ernährung, Handwerk und Umwelt der Jungstein- und Bronzezeit.
Greifensee-Storen/Wildsberg
Die Fundstelle Greifensee-Storen/Wildsberg liegt am östlichen Ufer vor dem Städtchen Greifensee.
Sie gehört seit 2011 zur transnationalen UNESCO-Welterbestätte Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen.
Das Welterbe umfasst insgesamt 111 ausgewählte Fundstellen in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien und Slowenien.
Die eigentlichen Siedlungsreste liegen überwiegend unter Wasser oder im feuchten Untergrund und sind an der Oberfläche kaum sichtbar.
Die Erhaltung solcher Fundstellen ist durch:
- Ufererosion;
- Wellenschlag;
- sinkende Wasserstände;
- Bauarbeiten;
- Schiffsanker;
- natürliche Zersetzung
gefährdet.
Die Kantonsarchäologie überwacht deshalb den Zustand der Fundstelle regelmässig.[8]
Greifensee-Böschen
Bei Greifensee-Böschen wurde eine aussergewöhnlich gut erhaltene spätbronzezeitliche Siedlung untersucht.
Unterwasserarchäologische Grabungen brachten die Grundrisse von 24 Häusern zum Vorschein.
Die Siedlung bestand vor rund 3'000 Jahren. Die Häuser standen in regelmässigen Reihen und waren durch Wege oder Gassen voneinander getrennt.
Zu den Funden gehörten:
- Keramik;
- Werkzeuge;
- Schmuck;
- Holzbauteile;
- Pflanzenreste;
- Tierknochen.
Die Untersuchungen gehörten zu den umfangreichsten Tauchgrabungen der Schweizer Unterwasserarchäologie.[9]
Fundstelle Maur-Schifflände
Bei der Schifflände Maur befindet sich eine weitere bedeutende Feuchtbodensiedlung.
Die Fundstelle wurde nach der Absenkung des Seespiegels während der Glattkorrektion von 1889/90 bekannt.
2018 gab der Kanton Zürich den Fund eines ungefähr 5'000 Jahre alten Schuhs bekannt. Das Stück bestand aus pflanzlichem Material und blieb wegen der sauerstoffarmen Bedingungen im feuchten Boden erhalten.
An derselben Fundstelle wurden auch Fischereigeräte und eine jungsteinzeitliche Reuse entdeckt.
Geschichte der Uferlandschaft
Über Jahrhunderte prägten Landwirtschaft, Fischerei und lokale Verkehrsverbindungen die Umgebung.
Die Riedflächen dienten zur Gewinnung von Streue für Viehställe. Schilf wurde als Baumaterial, Einstreu oder Brennstoff verwendet.
Die feuchten Böden waren für den Ackerbau wenig geeignet. Wiederholt wurden deshalb Entwässerungsgräben angelegt und Flächen trockengelegt.
Im 19. Jahrhundert veränderten die Glattkorrektion, die Absenkung des Seespiegels und der Ausbau von Strassen und Eisenbahnen die Landschaft erheblich.
Im 20. Jahrhundert wuchsen die umliegenden Siedlungen stark. Besonders Uster, Fällanden, Schwerzenbach und die Gemeinde Greifensee entwickelten sich zu bedeutenden Wohnorten der Zürcher Agglomeration.
Die Schutzverordnung von 1941 verhinderte, dass die Ufer ähnlich dicht überbaut wurden wie grosse Teile des Zürichseeufers.
Fischerei
Die Fischerei gehörte über Jahrhunderte zu den wichtigsten Nutzungen des Sees.
Im Mittelalter unterstand sie der Herrschaft Greifensee. Fischer mussten Abgaben entrichten und sich an Schonzeiten, Fangmethoden und örtliche Beschränkungen halten.
Eine Einung der Fischer von 1428 regelte unter anderem:
- die Rechte der Schleppnetz- und Reusenfischer;
- Abgaben an den Vogt;
- Schonzeiten;
- den Verkauf der Fische;
- Strafen bei Verstössen;
- den Betrieb einer Fähre.
Heute bestehen Berufs- und Angelfischerei nebeneinander.
Der Fischbestand wird durch Besatz, Fangvorschriften, Schonzeiten, Mindestmasse und die Verbesserung der Lebensräume bewirtschaftet.
Die Fangmengen schwanken erheblich. Einflussfaktoren sind Wasserqualität, Temperatur, Sauerstoffverhältnisse, Laicherfolg, invasive Arten und Fischprädatoren.
Schifffahrt
Anfänge
Boote und Fähren dienten seit Jahrhunderten dem Transport von Menschen, Vieh und Waren.
Die moderne Personenschifffahrt begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts. 1890 wurde eine Dampfschifffahrtsgesellschaft gegründet.
Sie sollte insbesondere die Gemeinden am Westufer besser mit Uster und den dortigen Eisenbahnverbindungen verbinden.
Dampfschiff Greif
Das Dampfschiff Greif absolvierte am 12. Oktober 1895 seine Jungfernfahrt.
Es wurde von Escher Wyss & Cie. in Zürich gebaut. 1916 erfolgte der Umbau zum Motorschiff, weil der Betrieb mit einem Verbrennungsmotor günstiger und mit weniger Personal möglich war.
Zwischen 1986 und 1988 wurde das Schiff nach historischen Plänen restauriert und wieder mit einer Dampfmaschine ausgestattet.
Die Greif gilt als ältestes und einziges mit Kohle befeuertes Schraubendampfschiff, das weiterhin in der öffentlichen Personenschifffahrt der Schweiz eingesetzt wird.[10]
Schifffahrts-Genossenschaft Greifensee
Die Schifffahrts-Genossenschaft Greifensee betreibt Kurs-, Rund- und Sonderfahrten.
Die wichtigste öffentliche Verbindung führt zwischen Maur und Niederuster. Weitere Anlegestellen werden im Rahmen von Rundfahrten bedient.
Zur Flotte gehören beziehungsweise gehörten verschiedene Motor- und Kursschiffe, darunter:
- MS Heimat;
- MS Stadt Uster;
- MS David Herrliberger.
Die 1933 gebaute MS Heimat wurde auf vollelektrischen Antrieb umgerüstet. Seit Ende April 2022 fährt sie als Elektroschiff auf dem Greifensee.[11]
Erholung und Sport
Der Greifensee gehört zu den wichtigsten Naherholungsgebieten im Raum Zürich.
Beliebte Aktivitäten sind:
- Wandern;
- Joggen;
- Velofahren;
- Inline-Skaten;
- Schwimmen;
- Rudern;
- Segeln;
- Stand-up-Paddling;
- Fischen;
- Naturbeobachtung;
- Schifffahrten.
Die intensive Freizeitnutzung führt insbesondere an sonnigen Wochenenden zu hohen Besucherzahlen.
Weil Schutz- und Erholungsflächen dicht nebeneinanderliegen, gelten klare Regeln zur Besucherlenkung.
Rundweg
Ein ungefähr 18 Kilometer langer Wander- und Laufweg führt um den See.
Ein grosser Teil verläuft durch offene Kulturlandschaft und entlang von Riedwiesen. Der Weg liegt nicht überall unmittelbar am Wasser, da empfindliche Naturschutzflächen umgangen werden.
Für Velofahrer und Inline-Skater besteht eine knapp 20 Kilometer lange asphaltierte Route.
Der Rundweg ist weitgehend flach und wird deshalb auch von Familien und Freizeitsportlern genutzt.[12]
An stark frequentierten Abschnitten entstehen Konflikte zwischen Fussgängern, Velofahrern, Skatern und Personen mit Hunden.
Baden
Öffentliche Badeplätze und Strandbäder befinden sich unter anderem in:
| Gemeinde | Badeplatz oder Strandbad |
|---|---|
| Greifensee | Badeplatz Furen |
| Uster | Strandbad Niederuster und weitere öffentliche Uferbereiche |
| Maur | Strandbad Maur |
| Egg | Strandbad Egg |
| Fällanden | Badeplatz Rohr |
Ausserhalb der bezeichneten Bereiche ist der Zugang zum Wasser teilweise eingeschränkt.
In Schutzgebieten dürfen Schilf, Riedwiesen und abgesperrte Flächen nicht betreten werden.
Wassersport
Auf dem Greifensee sind Segel-, Ruder-, Paddel- und Motorboote unterwegs.
Der Betrieb von Motorbooten ist stärker eingeschränkt als auf grossen Schweizer Seen. Damit sollen Lärm, Wellenschlag und Störungen der Tierwelt reduziert werden.
Für Wasserfahrzeuge gelten Abstände zu:
- Schilfgürteln;
- Wasserpflanzenbeständen;
- Naturschutzgebieten;
- Badeplätzen;
- Berufsfischernetzen.
Stand-up-Paddling gewann in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung. Unerfahrene Personen können dabei unabsichtlich in geschützte Flachwasser- und Schilfzonen eindringen.
Informationskampagnen und Ranger weisen deshalb auf die Schutzregeln hin.
Greifenseelauf
Der Greifenseelauf ist eine bedeutende Laufveranstaltung in Uster.
Er wurde erstmals 1980 durchgeführt und entwickelte sich zu einem der grössten Volksläufe der Schweiz.
Die Hauptstrecke ist ein Halbmarathon. Sie führt durch die Landschaft rund um den Greifensee und teilweise entlang geschützter Riedgebiete.
Daneben werden kürzere Strecken und Nachwuchsläufe angeboten.
Verkehr und Erreichbarkeit
Der Greifensee ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar.
Wichtige Bahnhöfe und Haltestellen befinden sich in:
- Uster;
- Niederuster;
- Greifensee;
- Nänikon-Greifensee;
- Schwerzenbach;
- Fällanden und Maur über Busverbindungen.
Die Bahnlinie Zürich–Uster–Wetzikon verläuft östlich des Sees. Die Strecke Zürich–Uster gehört zu den ältesten Eisenbahnlinien der Schweiz.
Am Westufer bestehen keine Bahnlinien. Bus- und Schiffsverbindungen erschliessen Maur, Egg und Fällanden.
Der Freizeitverkehr führt an schönen Tagen zu stark belegten Parkplätzen und einer erhöhten Belastung der Zufahrtsstrassen. Die Greifensee-Stiftung empfiehlt deshalb die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Velo.
Landwirtschaft
Die offene Landschaft um den See wird weiterhin landwirtschaftlich genutzt.
Betriebe bewirtschaften:
- Ackerflächen;
- Wiesen;
- Weiden;
- Obstgärten;
- Riedflächen;
- ökologische Ausgleichsflächen.
Die Landwirtschaft trägt zum Erhalt der unbebauten Landschaft bei. Gleichzeitig können Dünger und Pflanzenschutzmittel die Gewässer belasten.
Entlang von Bächen, Gräben und Schutzgebieten gelten deshalb Pufferstreifen und Bewirtschaftungsvorschriften.
Riedwiesen werden häufig im Auftrag des Naturschutzes spät gemäht. Das Schnittgut diente früher als Einstreu und wird heute teilweise kompostiert oder energetisch verwertet.
Siedlungsentwicklung
Die Gemeinden im Umfeld des Greifensees verzeichneten seit der Mitte des 20. Jahrhunderts ein starkes Bevölkerungswachstum.
Besonders ausgeprägt war die Entwicklung in:
- Uster;
- Greifensee;
- Fällanden;
- Schwerzenbach;
- Volketswil.
Neue Wohngebiete, Gewerbezonen, Strassen und Freizeitanlagen erhöhten den Druck auf die verbliebenen Freiräume.
Die Schutzverordnung begrenzt das Siedlungswachstum im unmittelbaren Seegebiet. Ausserhalb des Schutzperimeters entstanden jedoch grosse zusammenhängende Agglomerationsräume.
Der Greifensee wirkt dadurch wie eine naturnahe Insel innerhalb einer dicht besiedelten Region.
Klimawandel
Der Klimawandel beeinflusst den Greifensee auf verschiedene Weise.
Steigende Lufttemperaturen führen zu höheren Wassertemperaturen und längeren sommerlichen Schichtungsperioden.
Dadurch gelangt weniger Sauerstoff in das Tiefenwasser. Gleichzeitig steigt der Sauerstoffverbrauch durch biologische Prozesse.
Weitere mögliche Folgen sind:
- häufigere Blaualgenblüten;
- veränderte Fischbestände;
- Ausbreitung wärmeliebender Arten;
- Belastung kältebedürftiger Fische;
- häufigere Trockenperioden;
- stärkere Hochwasser nach Starkregen;
- Veränderungen der Riedvegetation;
- Zunahme invasiver Arten.
Flache Seen reagieren besonders rasch auf atmosphärische und hydrologische Veränderungen.
Invasive Arten
Wie viele Gewässer des Schweizer Mittellands wird auch der Greifensee von gebietsfremden Arten besiedelt.
Diese gelangen unter anderem durch Boote, Fischbesatz, Aquarien, Wassersportausrüstung oder natürliche Ausbreitung in das Gewässer.
Mögliche Auswirkungen sind:
- Verdrängung einheimischer Arten;
- Veränderung der Nahrungsketten;
- Schäden an technischen Anlagen;
- Veränderung des Seegrunds;
- Übertragung von Krankheiten.
Um die Verschleppung zu verhindern, sollen Boote, Bretter, Neoprenanzüge und weitere Ausrüstungsgegenstände vor dem Wechsel in ein anderes Gewässer gereinigt, kontrolliert und vollständig getrocknet werden.
Nutzungskonflikte
Der Greifensee muss gleichzeitig zahlreiche Funktionen erfüllen.
Er ist:
- Lebensraum;
- Naturschutzgebiet;
- Erholungsraum;
- Fischereigewässer;
- Verkehrsweg;
- Teil der regionalen Entwässerung;
- archäologisches Schutzgebiet;
- Landschaftsraum;
- Standort landwirtschaftlicher Nutzung.
Konflikte entstehen insbesondere durch:
- hohen Besucherdruck;
- freilaufende Hunde;
- Betreten von Riedflächen;
- Wassersport in Schutzzonen;
- Abfälle;
- illegale Feuerstellen;
- Drohnen;
- Lärm;
- Nährstoffeinträge;
- neue Bau- und Verkehrsprojekte.
Die Schutzverordnung, Ranger, Informationstafeln und bauliche Besucherlenkung sollen diese Interessen ausgleichen.
Bedeutung
Der Greifensee besitzt eine aussergewöhnliche Kombination aus Natur-, Kultur- und Erholungswerten.
Er ist von Bedeutung für:
- den Schutz grosser Flachmoore;
- den Vogelzug;
- seltene Tier- und Pflanzenarten;
- die Erforschung prähistorischer Seeufersiedlungen;
- die regionale Fischerei;
- die Geschichte der Zürcher Schifffahrt;
- die Erholung in der Agglomeration;
- den Hochwasser- und Gewässerschutz;
- die Umweltbildung.
Seine weitgehend unverbauten Ufer zeigen, welche langfristige Wirkung frühe planerische Schutzmassnahmen entfalten können.
Chronologie
| Zeitraum | Ereignis |
|---|---|
| Ende der letzten Eiszeit | Entstehung des Seebeckens nach dem Rückzug der Gletscher. |
| Jungsteinzeit | Erste bekannte Feuchtbodensiedlungen an den Ufern. |
| Bronzezeit | Bau mehrerer Seeufersiedlungen, darunter Greifensee-Böschen. |
| 13. Jahrhundert | Der Name Greifensee erscheint in schriftlichen Quellen. |
| 1428 | Eine Einung regelt Fischerei und Fährbetrieb auf dem See. |
| 1889/90 | Glattkorrektion und Absenkung des Seespiegels um ungefähr einen Meter. |
| 1890 | Gründung der modernen Dampfschifffahrtsgesellschaft. |
| 1891 | Bau des Glattwehrs zur Regulierung des Seeabflusses. |
| 12. Oktober 1895 | Jungfernfahrt des Dampfschiffs Greif. |
| 1916 | Umbau der Greif vom Dampf- zum Motorschiff. |
| 1933 | Indienststellung des Motorschiffs Heimat. |
| 1941 | Erlass der ersten Greifensee-Schutzverordnung. |
| 1986–1988 | Restaurierung der Greif und Rückbau zum Dampfschiff. |
| 1994 | Grundlegende Revision der Greifensee-Schutzverordnung. |
| 1997 | Gründung der Greifensee-Stiftung. |
| 2002 | Ökologische Aufwertung des Aabachdeltas bei Niederuster. |
| August 2005 | Eröffnung der Naturstation Silberweide. |
| 2009 | Inbetriebnahme der Seebelüftungsanlage. |
| 2011 | Greifensee-Storen/Wildsberg wird Teil des UNESCO-Welterbes «Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen». |
| 2018 | Bekanntgabe des Fundes eines rund 5'000 Jahre alten Schuhs bei Maur. |
| April 2022 | Wiederinbetriebnahme der elektrisch angetriebenen MS Heimat. |
Siehe auch
- Greifensee ZH
- Glatt (Rhein)
- Ustermer Aa
- Pfäffikersee
- Zürichsee
- Schifffahrts-Genossenschaft Greifensee
- Greif (Schiff, 1895)
- Greifenseelauf
- Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen
- Liste der Seen in der Schweiz
- Liste der Schutzgebiete im Kanton Zürich
Literatur
- Naturforschende Gesellschaft in Zürich: Der Greifensee. Neujahrsblatt der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich, Zürich 2022.
- Kanton Zürich, Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft: Wasserqualität der Seen, Fliessgewässer und des Grundwassers im Kanton Zürich. Zürich.
- Kanton Zürich, Fachstelle Naturschutz: Verordnung über den Schutz des Greifensees. Zürich.
- Greifensee-Stiftung: Das Jahr am Greifensee. Jahresberichte, Uster.
- Kantonsarchäologie Zürich: Das spätbronzezeitliche Dorf von Greifensee-Böschen. Zürich.
- Beat Eberschweiler: Greifensee-Böschen. Ein spätbronzezeitliches Dorf. Zürich.
- Staatsarchiv des Kantons Zürich: Rechtsquellen der Herrschaft Greifensee. Zürich.
Weblinks
- Greifensee-Stiftung
- Informationen über den Greifensee
- Schifffahrts-Genossenschaft Greifensee
- Gewässerinformationen des Kantons Zürich
- Naturschutz im Kanton Zürich
- UNESCO-Pfahlbauten im Kanton Zürich
- Karten und Geodaten des Bundes
Einzelnachweise
- ↑ Der Greifensee. In: Greifensee-Stiftung. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Sanierung des Glattwehrs. In: Greifensee-Stiftung. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Wasserqualität der Seen. In: Bundesamt für Umwelt. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Belüftung hilft den Felchen im Greifensee. In: Kanton Zürich. 2012-09-13. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Eine Dokumentation zum Instrument der Schutzverordnung. In: Kanton Zürich. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Projekte für Natur und Mensch. In: Greifensee-Stiftung. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Bibermonitoring im Kanton Zürich. In: Greifensee-Stiftung. 2026-02-09. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Die Pfahlbauten – das unsichtbare Welterbe. In: Archäologie und Denkmalpflege Kanton Zürich. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ 10'000 Stunden im Greifensee getaucht. In: Kanton Zürich. 2007-12-06. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Geschichte der Greifensee-Schifffahrt. In: Schifffahrts-Genossenschaft Greifensee. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Elektrifizierung der MS Heimat. In: Schifffahrts-Genossenschaft Greifensee. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Spazieren und Wandern am Greifensee. In: Greifensee-Stiftung. Abgerufen am 2026-07-23.