S1 (S-Bahn Basel)

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S1
System S-Bahn Basel
Strecke Basel SBBStein-SäckingenFrick / Laufenburg
Betreiber Schweizerische Bundesbahnen (SBB)
Verkehrsgebiet Kanton Basel-Stadt, Kanton Basel-Landschaft, Kanton Aargau
Takt 30 Minuten Basel SBB–Stein-Säckingen; 60 Minuten auf den Ästen nach Frick und Laufenburg
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom

Die S1 ist eine Linie der S-Bahn Basel und eine der wichtigsten Regionalverkehrsverbindungen zwischen der Agglomeration Basel und dem Fricktal im Kanton Aargau. Sie führt vom Bahnhof Basel SBB über Muttenz, Pratteln, Kaiseraugst, Rheinfelden, Möhlin und Stein nach Stein-Säckingen. Dort teilt sich das Angebot in zwei Äste nach Frick und Laufenburg.[1]

Die Linie wird von den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) betrieben. Zwischen Basel SBB und Stein-Säckingen verkehren die Züge grundsätzlich im Halbstundentakt. Die beiden Äste Stein-Säckingen–Frick und Stein-Säckingen–Laufenburg werden jeweils im Stundentakt bedient.[2]

Die S1 bildet das Rückgrat des Schienenpersonennahverkehrs im Fricktal. Im Fahrplanjahr 2026 wird ihr Angebot auf dem gemeinsam mit dem Fernverkehr befahrenen Abschnitt zwischen Basel und Stein-Säckingen durch den IR36 sowie zu bestimmten Zeiten durch die S11 ergänzt.[3]

Linienverlauf

Die S1 beginnt im Bahnhof Basel SBB, dem grössten Bahnhof der Nordwestschweiz. Von dort fährt sie zunächst ostwärts über die Strecke Basel–Brugg.

Nach Basel SBB wird Muttenz bedient. Anschliessend erreicht die Linie Pratteln und die 2008 eröffnete Haltestelle Pratteln Salina Raurica.

Mit Kaiseraugst erreicht die S1 den Kanton Aargau. Danach folgen Rheinfelden Augarten und der Bahnhof Rheinfelden. Rheinfelden ist einer der wichtigsten Umsteigepunkte im westlichen Fricktal und wird neben der S-Bahn auch vom Fernverkehr bedient.

Über Möhlin führt die Strecke weiter nach Stein-Säckingen. Dort verzweigt sich das Angebot der S1.

Der südliche Ast führt über Eiken nach Frick. Der östliche Ast führt über Mumpf nach Laufenburg.

Die beiden Linienwege lauten damit:

Basel SBB – Muttenz – Pratteln – Pratteln Salina Raurica – Kaiseraugst – Rheinfelden Augarten – Rheinfelden – Möhlin – Stein-Säckingen – Eiken – Frick

und

Basel SBB – Muttenz – Pratteln – Pratteln Salina Raurica – Kaiseraugst – Rheinfelden Augarten – Rheinfelden – Möhlin – Stein-Säckingen – Mumpf – Laufenburg

Haltestellen

Gemäss dem Liniennetz für das Fahrplanjahr 2026 bedient die S1 folgende Stationen:[1][2]

Bahnhof Gemeinde Kanton Bedienung
Basel SBB Basel Basel-Stadt beide Linienäste
Muttenz Muttenz Basel-Landschaft beide Linienäste
Pratteln Pratteln Basel-Landschaft beide Linienäste
Pratteln Salina Raurica Pratteln Basel-Landschaft beide Linienäste
Kaiseraugst Kaiseraugst Aargau beide Linienäste
Rheinfelden Augarten Rheinfelden Aargau beide Linienäste
Rheinfelden Rheinfelden Aargau beide Linienäste
Möhlin Möhlin Aargau beide Linienäste
Stein-Säckingen Stein AG Aargau Verzweigung
Eiken Eiken Aargau Ast nach Frick
Frick Frick Aargau Endstation des Fricker Astes
Mumpf Mumpf Aargau Ast nach Laufenburg
Laufenburg Laufenburg Aargau Endstation des Laufenburger Astes

Betrieb

Die S1 verkehrt auf dem gemeinsamen Abschnitt zwischen Basel SBB und Stein-Säckingen im Grundangebot zweimal pro Stunde. In Stein-Säckingen werden die Fahrten auf die beiden Streckenäste verteilt: Ein Zug fährt weiter über Eiken nach Frick, der nächste über Mumpf nach Laufenburg. Dadurch ergibt sich auf jedem Ast grundsätzlich ein Stundentakt.

Diese Betriebsform ermöglicht einerseits ein dichtes Angebot zwischen Basel und dem zentralen Fricktal und andererseits direkte Verbindungen von Basel in beide Teile des oberen Fricktals.

Auf dem Abschnitt Basel–Stein-Säckingen teilt sich die S1 die Bahnstrecke mit Fern-, Regional- und Güterzügen. Insbesondere zwischen Basel, Rheinfelden und Stein-Säckingen gehört die Strecke zu den stark beanspruchten Eisenbahnachsen der Nordwestschweiz.

Fahrplan 2026

Mit dem Fahrplanwechsel vom 14. Dezember 2025 wurde das Bahnangebot im Fricktal deutlich erweitert. Die Grundstruktur der S1 Basel SBB–Stein-Säckingen–Frick/Laufenburg blieb bestehen.[4]

Eine wichtige Änderung betrifft den IR36. Dieser hält seit dem Fahrplan 2026 zweimal pro Stunde zusätzlich in Möhlin und Stein-Säckingen. Zwischen Stein-Säckingen, Möhlin, Rheinfelden und Basel SBB ergibt sich durch die Überlagerung des IR36 mit der S1 damit ungefähr ein Viertelstundentakt schneller beziehungsweise direkter Bahnverbindungen nach Basel.[3][4]

Möhlin und Stein-Säckingen erhielten durch die neuen IR36-Halte gleichzeitig wesentlich bessere Direktverbindungen nach Zürich HB. Einzelne IR36-Verbindungen werden weiter zum Flughafen Zürich geführt.

Die zusätzlichen Fernverkehrshalte sollen zugleich zur Entlastung der stark ausgelasteten S1 beitragen.

S11 als Ergänzung

Hauptartikel: S11 (S-Bahn Basel)

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 tragen zusätzliche S-Bahn-Züge zwischen Basel und dem Fricktal die Linienbezeichnung S11.[3]

Die S11 verkehrt zwischen Basel SBB und Stein-Säckingen. Während der morgendlichen Hauptverkehrszeit beginnen einzelne Züge bereits in Laufenburg. Die Linie ergänzt die S1 insbesondere während der verkehrsstarken Zeiten, ist aber eine eigenständige Linienbezeichnung und darf nicht mit der S11 der S-Bahn Zürich verwechselt werden.

Bedeutung für das Fricktal

Die S1 gehört zu den wichtigsten Linien des öffentlichen Verkehrs im Fricktal. Sie verbindet zahlreiche Wohn- und Arbeitsplatzstandorte direkt mit Basel und ermöglicht an verschiedenen Bahnhöfen den Umstieg auf regionale Buslinien.

Besondere Bedeutung hat die Bahnverbindung für Rheinfelden, Möhlin, Stein, Frick und Laufenburg. Ein erheblicher Teil der Pendlerströme aus diesen Gemeinden ist auf die Agglomeration Basel ausgerichtet.

Im Raum Stein-Säckingen erschliesst die S1 zudem das Sisslerfeld, eines der bedeutendsten Industrie- und Entwicklungsgebiete im Kanton Aargau. Buslinien stellen vom Bahnhof Stein-Säckingen Verbindungen zu den dortigen Arbeitsplätzen und umliegenden Gemeinden her.

Der Kanton Aargau bezeichnet die S1 als eine stark ausgelastete Verbindung. Der langfristige Ausbau des Bahnangebots im Fricktal ist deshalb Bestandteil verschiedener Angebots- und Infrastrukturplanungen.

Rheinfelden

Der Bahnhof Rheinfelden ist der bedeutendste Zwischenbahnhof der S1 zwischen Basel und Stein-Säckingen. Neben der S1 halten hier auch Fernverkehrszüge.

Innerhalb der Stadt besteht mit Rheinfelden Augarten eine zweite S-Bahn-Haltestelle. Sie wurde im Dezember 2008 eröffnet und verbessert insbesondere die Erschliessung der östlichen Wohngebiete Rheinfeldens.

Rheinfelden besitzt ausserdem ein dichtes regionales Busnetz mit Verbindungen unter anderem nach Magden und in das Baselbiet.

Möhlin

Möhlin ist eine wichtige Station zwischen Rheinfelden und Stein-Säckingen. Neben der S1 halten dort seit dem Fahrplanwechsel 2025/2026 auch die Züge des IR36 zweimal pro Stunde.[4]

Dadurch erhielt Möhlin neben den S-Bahn-Verbindungen nach Basel auch regelmässige direkte Fernverkehrsverbindungen in Richtung Zürich. Das Busnetz rund um den Bahnhof wurde auf das neue Bahnangebot abgestimmt.

Stein-Säckingen

Der Bahnhof Stein-Säckingen nimmt im Betrieb der S1 eine Schlüsselstellung ein. Hier verzweigt sich das Bahnangebot in Richtung Frick und Laufenburg.

Der Bahnhof liegt in der Gemeinde Stein auf der Schweizer Seite des Rheins. Sein Name verweist zugleich auf die gegenüberliegende deutsche Stadt Bad Säckingen.

Neben der S1 wird Stein-Säckingen seit dem Fahrplan 2026 regelmässig vom IR36 bedient. Zudem enden beziehungsweise beginnen hier zusätzliche Züge der S11.[3]

Vom Bahnhof bestehen regionale Busverbindungen unter anderem in das Sisslerfeld, nach Frick und in die umliegenden Gemeinden.

Ast nach Frick

Der südliche Ast der S1 führt von Stein-Säckingen über Eiken nach Frick.

Frick ist ein wichtiger regionaler Knoten des oberen Fricktals. Hier bestehen zahlreiche Busanschlüsse in die umliegenden Gemeinden sowie Bahnverbindungen in Richtung Basel und Zürich.

Neben der S1 wird Frick vom IR36 bedient. Dieser verbindet Basel über Frick und Brugg mit Zürich. Dadurch ergänzen sich Regional- und Fernverkehr auf der Fricker Achse.

Die Station Eiken zwischen Stein-Säckingen und Frick wird von der S1 bedient und stellt insbesondere für die Gemeinden des östlichen Fricktals einen Zugang zum Bahnnetz dar.

Ast nach Laufenburg

Der zweite Ast führt von Stein-Säckingen über Mumpf nach Laufenburg.

Laufenburg ist das regionale Zentrum des nordöstlichen Fricktals und liegt unmittelbar an der Grenze zu Deutschland. Der Bahnhof befindet sich auf der Schweizer Seite des Rheins.

Im Gegensatz zum Fricker Ast besteht auf der Strecke nach Laufenburg kein paralleles halbstündliches Fernverkehrsangebot. Die S1 besitzt deshalb für die direkte Verbindung von Mumpf und Laufenburg nach Basel eine besonders grosse Bedeutung.

Regionale Buslinien verbinden Laufenburg mit weiteren Gemeinden des Fricktals und des angrenzenden Gebiets.

Geschichte

Die heutige S1 geht auf eine der ersten Linien der damaligen Regio-S-Bahn Basel zurück. Der S-Bahn-Betrieb unter dieser Bezeichnung wurde 1997 aufgenommen. Die damalige S1 verband das französische Mulhouse über Basel mit Frick beziehungsweise Laufenburg.[5]

Damit war die Linie ursprünglich als grenzüberschreitende Durchmesserverbindung zwischen dem Elsass, Basel und dem Fricktal konzipiert. Die Verbindung gehörte zu den prägenden Angeboten beim Aufbau der Regio-S-Bahn Basel.

In den folgenden Jahren wurde die Infrastruktur entlang der Strecke schrittweise modernisiert. Die Bahnhöfe und Haltestellen im Fricktal wurden für den S-Bahn-Betrieb ausgebaut.

Im Dezember 2008 gingen die beiden neuen Haltestellen Pratteln Salina Raurica und Rheinfelden Augarten in Betrieb. Gleichzeitig wurden auf dem schweizerischen Teil der S1 moderne Niederflurtriebzüge eingesetzt.[6]

Die frühere durchgehende Verbindung nach Mulhouse wurde später aufgegeben. Seither bildet Basel SBB den westlichen Endpunkt der heutigen S1 nach Frick beziehungsweise Laufenburg.

Rollmaterial

Auf der S1 kommen insbesondere elektrische Niederflurtriebzüge des Typs Stadler FLIRT zum Einsatz. trireno nennt die Fahrzeuge der Baureihe RABe 523 als wichtiges Rollmaterial auf den stark frequentierten Linien S1, S3 und S31.[7]

Die Triebzüge verfügen über Niederflureinstiege und eignen sich aufgrund ihrer hohen Beschleunigung für den Regionalverkehr mit häufigen Zwischenhalten. Je nach Nachfrage können mehrere Einheiten miteinander gekuppelt werden.

FLIRT-Züge gehören seit den 2000er-Jahren zum charakteristischen Rollmaterial der S-Bahn Basel.

Bahnstrecke

Zwischen Basel SBB und Stein-Säckingen nutzt die S1 die historische Bahnstrecke Basel–Brugg. Diese gehört zu den wichtigen Ost-West-Verbindungen des schweizerischen Eisenbahnnetzes.

In Stein-Säckingen trennen sich die Linienwege. Der Ast nach Frick folgt weiter der Strecke in Richtung Bözberg und Brugg. Der Ast nach Laufenburg zweigt in Richtung Osten ab.

Die Strecken werden nicht ausschliesslich vom Personenverkehr genutzt. Vor allem die Bözbergachse besitzt grosse Bedeutung für den nationalen und internationalen Güterverkehr und ist Teil einer wichtigen Zufahrt zur Nord-Süd-Achse durch die Schweiz.

Tarif

Der grösste Teil des von der S1 bedienten Gebiets gehört zum Tarifverbund Nordwestschweiz (TNW). Dazu zählt auch das Fricktal im Kanton Aargau.

Innerhalb des Verbundgebiets gelten die Zonentarife des TNW. Daneben können die schweizweit gültigen Fahrausweise des öffentlichen Verkehrs verwendet werden.

Die tarifliche Einbindung des Fricktals in den TNW unterstreicht seine starke verkehrliche Orientierung auf die Region Basel, obwohl das Gebiet politisch zum Kanton Aargau gehört.

Trinationale S-Bahn Basel

Die S1 ist Bestandteil der unter der Marke trireno weiterentwickelten trinationalen S-Bahn Basel. Das langfristige Konzept verfolgt eine stärkere Vernetzung der Bahnlinien in der Region Basel über die Grenzen der Schweiz, Deutschlands und Frankreichs hinweg.

Ziel der Planungen sind unter anderem mehr direkte Durchmesserverbindungen durch Basel, dichtere Takte und neue beziehungsweise ausgebaute S-Bahn-Haltestellen.[8]

Die heutige S1 ist aufgrund der hohen Nachfrage auf der Achse Basel–Fricktal eine der zentralen Linien für diese langfristige Entwicklung.

Verhältnis zur S-Bahn Aargau

Obwohl die S1 organisatorisch und verkehrlich zur S-Bahn Basel gehört, spielt sie auch im Bahnnetz des Kantons Aargau eine wichtige Rolle. Auf dem offiziellen SBB-Liniennetzplan «S-Bahnen Aargau» wird sie als Linie Laufenburg/Frick–Basel SBB dargestellt.[2]

Sie ist damit zugleich Bestandteil des regionalen Bahnangebots des Kantons Aargau. Die Linie verbindet die Aargauer Bahnhöfe Kaiseraugst, Rheinfelden Augarten, Rheinfelden, Möhlin, Stein-Säckingen, Eiken, Frick, Mumpf und Laufenburg mit der Nordwestschweiz.

Zukunft

Langfristig wird für das Fricktal ein dichteres S-Bahn-Angebot angestrebt. Die bestehenden Kapazitätsgrenzen der Bahninfrastruktur verhindern jedoch eine kurzfristige umfassende Verdichtung der S1.

Ein langfristiges Ziel des Kantons Aargau ist ein dichteres Angebot bis Stein-Säckingen und eine bessere Bedienung der beiden Äste nach Frick und Laufenburg. Die Umsetzung hängt von weiteren Infrastrukturausbauten im Bahnnetz ab.

Mit den zusätzlichen IR36-Halten in Möhlin und Stein-Säckingen wurde im Fahrplan 2026 bereits eine deutliche Angebotsverbesserung auf dem am stärksten belasteten Teil der Strecke erreicht.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 trireno: Liniennetzplan der trinationalen S-Bahn Basel, gültig ab 14. Dezember 2025, abgerufen am 10. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 SBB: Liniennetzplan «S-Bahnen Aargau», Fahrplan 2026, gültig ab 14. Dezember 2025, abgerufen am 10. August 2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 SBB: Fahrplan 2026 – grösster Angebotsausbau in der Nordwestschweiz seit 20 Jahren, 21. Mai 2025, abgerufen am 10. August 2026.
  4. 4,0 4,1 4,2 Kanton Aargau: Fahrplanwechsel vom 14. Dezember 2025 – Mehr öV im Fricktal und für den Freizeitverkehr, 26. November 2025, abgerufen am 10. August 2026.
  5. Regio Basiliensis: Wichtige Verkehrsprojekte im Oberrheingebiet, abgerufen am 10. August 2026.
  6. Kanton Basel-Stadt: öV-Programm 2010–2013, 27. Oktober 2009, abgerufen am 10. August 2026.
  7. trireno: Fahrzeuge, abgerufen am 10. August 2026.
  8. trireno: Durchmesserlinien für die trinationale S-Bahn Basel, abgerufen am 10. August 2026.