Wiedikon

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Wiedikon ist ein Stadtteil von Zürich und entspricht im Wesentlichen dem heutigen Stadtkreis 3. Das Gebiet liegt südwestlich der Zürcher Innenstadt zwischen den dicht bebauten innerstädtischen Quartieren und den Hängen des Uetlibergs. Der Stadtkreis gliedert sich in die drei statistischen Quartiere Alt-Wiedikon, Friesenberg und Sihlfeld. Wiedikon war bis Ende 1892 eine selbständige politische Gemeinde und wurde am 1. Januar 1893 im Rahmen der ersten grossen Stadtvereinigung nach Zürich eingemeindet.[1]

Wiedikon
Stadt Zürich
Kanton Zürich
Stadtkreis Kreis 3
Quartiere Alt-Wiedikon, Friesenberg, Sihlfeld
Fläche rund 8,95 km²
Ersterwähnung 889
Ehemalige politische Gemeinde bis 1892
Eingemeindung 1. Januar 1893

Obwohl «Wiedikon» im heutigen administrativen Sprachgebrauch für den gesamten Kreis 3 verwendet wird, lebt der historische Ortsname besonders im Gebiet von Alt-Wiedikon fort. Dort befand sich der Kern des ehemaligen Bauerndorfs. Namen wie Schmiede Wiedikon, Bahnhof Zürich Wiedikon oder Wiedingstrasse erinnern bis heute an die Geschichte des früher selbständigen Ortes.

Geographie

Wiedikon erstreckt sich vom dicht bebauten Stadtgebiet südwestlich der Zürcher Innenstadt bis zu den bewaldeten Hängen des Uetlibergs. Die Höhenunterschiede innerhalb des Stadtkreises sind beträchtlich. Während die unteren Teile von Alt-Wiedikon und Sihlfeld weitgehend eben oder nur leicht ansteigend sind, steigt das Gelände in Richtung Friesenberg und Uetliberg deutlich an.

Die Lage zwischen Innenstadt und Uetliberg hat zu einer aussergewöhnlich vielfältigen Siedlungsstruktur geführt. In den tiefer gelegenen Gebieten dominieren geschlossene Häuserzeilen, Blockrandbebauungen und Geschäftsstrassen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Weiter hangaufwärts treten aufgelockerte Wohnsiedlungen, Reihenhäuser, Genossenschaftsbauten, Gärten und grössere Grünflächen stärker hervor.

Der Stadtkreis grenzt unter anderem an die Zürcher Stadtkreise 2, 4 und 9. Im Westen geht das bebaute Stadtgebiet allmählich in den Grün- und Waldraum des Uetlibergs über.

Gliederung

Der heutige Kreis 3 besteht aus drei statistischen Quartieren:

Quartier Charakter
Alt-Wiedikon Historischer Kern Wiedikons, dicht bebautes Wohn- und Geschäftsquartier
Friesenberg Hanglage am Uetliberg mit zahlreichen Wohnsiedlungen und grossen Grünflächen
Sihlfeld Dicht bebautes urbanes Wohnquartier mit engen Beziehungen zu Aussersihl

Die Grenzen der statistischen Quartiere entsprechen nicht vollständig den historischen Siedlungsgrenzen. Das ursprüngliche Dorf Wiedikon lag hauptsächlich im Bereich der heutigen Achsen Birmensdorferstrasse, Schlossgasse und Zweierstrasse. Sein ehemaliger Dorfbann verteilt sich heute ungefähr auf Alt-Wiedikon und Sihlfeld.[2]

Geschichte

Frühzeit und Namensherkunft

Archäologische Funde weisen darauf hin, dass das Gebiet des heutigen Wiedikon bereits lange vor dem Mittelalter von Menschen genutzt wurde. Im Raum Binz wurden ausserdem aussergewöhnlich alte Baumreste aus der Zeit nach der letzten Eiszeit entdeckt.

Die erste bekannte urkundliche Erwähnung Wiedikons stammt aus dem Jahr 889. In einer Urkunde vom 27. Juni 889 erscheint der Ortsname in der Form «Wiedinc hova» beziehungsweise «Wiedinchova».[1] Der Name wird traditionell mit einer alemannischen Person oder Sippe in Verbindung gebracht und sinngemäss als «Höfe der Wiedinge» gedeutet. Aus dieser mittelalterlichen Bezeichnung entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte der heutige Name Wiedikon.

Das Dorf entstand auf vergleichsweise günstigem Gelände oberhalb der früher stärker von Überschwemmungen beeinflussten Niederungen. Ein wichtiger Siedlungsbereich befand sich am Bühlhügel.

Mittelalter und Zürcher Herrschaft

Im Mittelalter bestanden in Wiedikon verschiedene Höfe und kleinere Siedlungsgruppen. 1259 wird Wiedikon in den Quellen als Reichshof erwähnt. Die Herrschafts- und Vogteirechte wechselten zunächst zwischen verschiedenen Familien.

Im Jahr 1491 erwarb die Stadt Zürich wesentliche Vogteirechte über Wiedikon.[3] In der Folge entstand die Obervogtei Wiedikon. 1526 wurde auch Albisrieden dieser Obervogtei unterstellt.

Die Obervogtei blieb lange stark landwirtschaftlich geprägt. Neben dem eigentlichen Dorf Wiedikon bestanden zahlreiche Einzelhöfe. Landwirtschaft, Viehhaltung und Handwerk bildeten die wirtschaftliche Grundlage. Bedeutung hatte auch die Verarbeitung des in der Umgebung vorhandenen Lehms, der unter anderem für die Herstellung von Ziegeln verwendet wurde.

Aussersihl wird abgetrennt

Das historische Gebiet Wiedikons war erheblich grösser als der spätere Stadtkreis. Es erstreckte sich ursprünglich weiter in Richtung der heutigen Innenstadt. Das Gebiet westlich von Sihl und Limmat entwickelte sich jedoch zunehmend eigenständig.

1787 wurde Aussersihl von Wiedikon abgetrennt und als eigene Gemeinde organisiert.[4] Damit verlor Wiedikon einen Teil seines früheren Gemeindegebiets.

1791 entstand ein Schul- und Bethaus, das zu den älteren erhaltenen Zeugnissen des historischen Wiedikon gehört. Nach dem Zusammenbruch der alten Zürcher Herrschaftsordnung während der Helvetischen Revolution von 1798 wurde auch die Obervogtei aufgehoben. Wiedikon wurde nun zu einer selbständigen politischen Gemeinde.

Entwicklung im 19. Jahrhundert

Während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts behielt Wiedikon noch weitgehend seinen dörflichen Charakter. Die Nähe zur rasch wachsenden Stadt Zürich veränderte das Gebiet jedoch zunehmend.

Mit Industrialisierung, Bevölkerungswachstum und dem Ausbau des Verkehrs entstanden neue Wohnhäuser und Gewerbebetriebe. Besonders die stadtnahen Gebiete wurden immer dichter bebaut. Die Grenze zwischen Zürich, Aussersihl und Wiedikon war im Stadtbild zunehmend schwieriger zu erkennen.

Ein wichtiger Schritt war die Erschliessung durch die Eisenbahn. 1875 erhielt Wiedikon einen ersten Bahnhof. 1892 wurde mit Giesshübel ein weiterer Bahnhof eröffnet, der insbesondere für den Verkehr der Sihltalbahn und zeitweise auch für den Güterverkehr von Bedeutung war.

Eingemeindung nach Zürich

Das starke Wachstum Zürichs und seiner Vororte führte im späten 19. Jahrhundert zu immer engeren wirtschaftlichen und infrastrukturellen Beziehungen. Aufgaben wie Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Strassenbau, öffentlicher Verkehr und Schulwesen liessen sich zunehmend nur noch gemeinsam lösen.

Am 1. Januar 1893 wurde Wiedikon zusammen mit zehn weiteren Vorortsgemeinden nach Zürich eingemeindet. Die sogenannte erste Stadtvereinigung vergrösserte Zürich von einer vergleichsweise kleinen Kernstadt zu einer Grossstadt mit weit ausgedehntem Gemeindegebiet.[5]

Das Gebiet der ehemaligen Gemeinde bildete fortan den Stadtkreis III beziehungsweise Kreis 3. Der Name Wiedikon blieb sowohl als historische Ortsbezeichnung als auch als Bezeichnung des gesamten Stadtkreises erhalten.

Vom Dorf zum Stadtquartier

Nach der Eingemeindung beschleunigte sich die städtische Entwicklung erheblich. Strassen wurden ausgebaut, Tramlinien eingerichtet und grosse Flächen überbaut. Das alte Haufendorf verschwand im frühen 20. Jahrhundert weitgehend unter der neuen städtischen Bebauung.

Besonders entlang der Birmensdorferstrasse, Badenerstrasse und weiterer Verkehrsachsen entstanden mehrgeschossige Wohn- und Geschäftshäuser. In Gebieten wie Sihlfeld entwickelte sich eine für die damalige Stadterweiterung typische dichte Blockrandbebauung.

Die höher gelegenen Teile am Friesenberg wurden später und wesentlich lockerer überbaut. Dort entstanden im 20. Jahrhundert zahlreiche planmässig angelegte Wohnsiedlungen. Der genossenschaftliche Wohnungsbau prägte den Friesenberg in besonderem Mass und gehört bis heute zu seinen charakteristischen Merkmalen.

Alt-Wiedikon

Alt-Wiedikon umfasst einen wesentlichen Teil des historischen Siedlungskerns. Das Quartier liegt nahe der Innenstadt und weist eine Mischung aus Wohngebäuden, Läden, Gastronomie, Gewerbe und öffentlichen Einrichtungen auf.

Ein wichtiges lokales Zentrum bildet die Schmiede Wiedikon. Der Name erinnert an eine ehemalige Schmiede an der Ecke Birmensdorferstrasse/Schlossgasse. Heute bezeichnet Schmiede Wiedikon vor allem einen bedeutenden Verkehrsknoten und das unmittelbar angrenzende Stadtgebiet.

Weitere wichtige Bereiche sind der Bühlhügel, Binz, Giesshübel und das Umfeld des Bahnhofs Wiedikon. Im Quartier treffen Bauten aus verschiedenen Entwicklungsphasen unmittelbar aufeinander: einzelne Spuren des alten Dorfs, Wohnhäuser der Gründerzeit, Bauten der Zwischenkriegszeit sowie moderne Wohn- und Geschäftshäuser.

Sihlfeld

Sihlfeld bildet den nördlichen und nordwestlichen Teil des Kreises 3. Es gehört zu den dicht bebauten Gebieten Zürichs und ist städtebaulich eng mit den angrenzenden Quartieren von Aussersihl verbunden.

Das Quartier ist vor allem durch mehrgeschossige Wohnhäuser aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert geprägt. Zahlreiche Strassenzüge weisen geschlossene oder annähernd geschlossene Blockrandstrukturen auf. Kleine Läden, Restaurants und Gewerbebetriebe sorgen für eine stark gemischte Nutzung.

Namensgebend ist das historische Sihlfeld, eine früher wesentlich grössere Ebene westlich der Sihl. Zu den bekannten Anlagen in diesem Teil Zürichs gehört der Friedhof Sihlfeld, dessen weitläufige Grünräume einen deutlichen Kontrast zur dichten Bebauung der Umgebung bilden.

Friesenberg

Friesenberg nimmt den höher gelegenen südwestlichen Teil des Stadtkreises ein. Das Gelände steigt in Richtung Uetliberg an und unterscheidet sich in seiner Bebauungsstruktur deutlich von Alt-Wiedikon und Sihlfeld.

Charakteristisch sind Wohnsiedlungen des 20. Jahrhunderts, Reihenhäuser, genossenschaftliche Überbauungen und grosszügigere Freiräume. Einen wichtigen Anteil an der Entwicklung hatte der gemeinnützige und genossenschaftliche Wohnungsbau.

Durch die Hanglage bestehen von zahlreichen Stellen Sichtbeziehungen über die Stadt und zum Zürichsee. Gleichzeitig befinden sich die Wälder und Naherholungsräume des Uetlibergs in unmittelbarer Nähe.

Stadtbild und Architektur

Wiedikon besitzt kein einheitliches Stadtbild. Vielmehr lässt sich die Entwicklung Zürichs vom Bauerndorf zur Grossstadt innerhalb eines einzigen Stadtkreises besonders gut nachvollziehen.

Im Bereich des ehemaligen Dorfkerns finden sich noch einzelne ältere Gebäude. Die meisten historischen Dorfstrukturen gingen jedoch im Zuge der starken Bautätigkeit des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts verloren. An ihre Stelle traten mehrgeschossige Mietshäuser und geschlossene Strassenräume.

Sihlfeld und die stadtnahen Teile von Alt-Wiedikon weisen viele Gebäude aus der Zeit um 1900 auf. Typisch sind vier- bis fünfgeschossige Wohnhäuser mit Geschäften oder Gewerberäumen im Erdgeschoss.

Am Friesenberg entstand dagegen eine stärker von den Ideen der Gartenstadt und des genossenschaftlichen Wohnungsbaus geprägte Siedlungslandschaft. Die Gebäude sind hier häufig niedriger, stehen weniger dicht und werden von Gärten, Grünflächen und Fusswegen begleitet.

Teile Wiedikons sind aufgrund ihrer städtebaulichen und architekturhistorischen Bedeutung im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) dokumentiert.[6]

Bahnhof Zürich Wiedikon

Der Bahnhof Zürich Wiedikon gehört zu den markantesten Verkehrsbauten des Stadtteils. Der erste Bahnhof Wiedikons war 1875 eröffnet worden. Im Zusammenhang mit der Tieferlegung der linksufrigen Zürichseebahn wurde die Bahnanlage in den 1920er-Jahren grundlegend verändert.

Das heutige Bahnhofsgebäude stammt aus dem Jahr 1927. Es wurde direkt über den tiefergelegten Gleisen errichtet und gilt als einziger sogenannter Reiterbahnhof der Schweiz.[7]

Die Tieferlegung der Bahnstrecke beseitigte zahlreiche niveaugleiche Kreuzungen und ermöglichte eine bessere Verbindung der zuvor durch die Bahn getrennten Stadtgebiete. Das Bahnhofsgebäude bildet heute einen markanten Abschluss der Schimmelstrasse und prägt das Umfeld der Birmensdorferstrasse.

Verkehr

Wiedikon verfügt aufgrund seiner Nähe zur Innenstadt über ein dichtes Netz des öffentlichen Verkehrs.

Der Bahnhof Zürich Wiedikon wird von mehreren Linien der Zürcher S-Bahn bedient und bietet schnelle Verbindungen zum Hauptbahnhof sowie in weitere Teile des Kantons und der Region. Daneben erschliesst der Bahnhof Zürich Giesshübel den östlichen Teil des Quartiers und stellt eine Verbindung zum Netz der Sihltal Zürich Uetliberg Bahn her.

Eine zentrale Rolle im lokalen Verkehr spielen die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ). Tram- und Buslinien verkehren auf mehreren wichtigen Achsen. Zu den bedeutenden Haltestellen und Umsteigepunkten gehören unter anderem Schmiede Wiedikon und Goldbrunnenplatz.

Wichtige Strassenachsen sind die Birmensdorferstrasse, die Badenerstrasse, die Manessestrasse, die Uetlibergstrasse und die Weststrasse. Sie verbinden Wiedikon mit der Innenstadt sowie mit den südlichen und westlichen Stadtteilen.

Für den Veloverkehr und den Fussverkehr wurden in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Verbindungen ausgebaut. Die vergleichsweise kurzen Distanzen zur Innenstadt machen das Velo insbesondere in Alt-Wiedikon und Sihlfeld zu einem bedeutenden Verkehrsmittel.

Grünräume und Naherholung

Trotz der teilweise sehr dichten Bebauung verfügt Wiedikon über zahlreiche Grün- und Freiräume. Besonders der Friesenberg profitiert von seiner Lage am Uetliberg.

Sportanlagen, Schulareale, Familiengärten und kleinere Quartierparks ergänzen das Angebot. Das Sportzentrum Heuried gehört zu den wichtigen Sport- und Freizeitanlagen des Stadtkreises.

Von den höher gelegenen Wohngebieten führen Wege rasch in die Waldgebiete am Uetliberg. Damit verbindet Wiedikon eine zentrale städtische Lage mit einem vergleichsweise unmittelbaren Zugang zu einem der wichtigsten Naherholungsgebiete Zürichs.

Der Friedhof Sihlfeld ist nicht nur eine bedeutende Begräbnisstätte, sondern zugleich eine grosse parkartige Anlage. Seine Alleen, historischen Gebäude und ausgedehnten Grünflächen prägen das westliche Stadtgebiet.

Bevölkerung und Quartierleben

Kreis 3 gehört traditionell zu den bevölkerungsreichen Stadtkreisen Zürichs. Die drei Quartiere unterscheiden sich jedoch deutlich hinsichtlich Bebauung, Wohnungsangebot und Bevölkerungsstruktur.

Alt-Wiedikon und Sihlfeld weisen eine hohe Bebauungs- und Bevölkerungsdichte auf. Die Nähe zur Innenstadt, die gute Erschliessung mit öffentlichen Verkehrsmitteln und das vielfältige gastronomische und gewerbliche Angebot haben insbesondere die inneren Teile Wiedikons zu begehrten Wohngebieten gemacht.

Friesenberg besitzt dagegen stärker den Charakter eines aufgelockerten Wohnquartiers. Viele Siedlungen verfügen über gemeinschaftliche Grünflächen und stehen in der Tradition des Zürcher Genossenschaftswesens.

Wiedikon ist insgesamt durch eine Mischung unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen und Lebensformen geprägt. Alteingesessene Quartierstrukturen bestehen neben einer hohen Mobilität der städtischen Bevölkerung. Quartiervereine, Genossenschaften, Kirchen, Schulen, Sportvereine und weitere lokale Organisationen tragen zum gesellschaftlichen Leben bei.

Wirtschaft und Gewerbe

Historisch spielten Landwirtschaft, Ziegeleien, Handwerk und Baugewerbe eine wichtige Rolle. Mit der Verstädterung verschwanden die meisten landwirtschaftlichen Betriebe aus den tiefer gelegenen Teilen Wiedikons.

Heute dominiert eine kleinteilige Mischung aus Dienstleistungen, Detailhandel, Gastronomie und Gewerbe. Besonders entlang der Birmensdorferstrasse und in der Umgebung von Schmiede Wiedikon finden sich zahlreiche Geschäfte und Restaurants.

In Binz und Giesshübel entstanden auf ehemaligen Gewerbe- und Industrieflächen im Verlauf des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts neue Büro-, Dienstleistungs- und Wohnbauten. Diese Gebiete gehören zu den Bereichen Wiedikons, in denen der städtebauliche Wandel besonders deutlich sichtbar ist.

Schulen und öffentliche Einrichtungen

Im Kreis 3 befinden sich zahlreiche Kindergärten, Primar- und Sekundarschulen. Historische Schulbauten erinnern daran, dass die stark wachsende Bevölkerung bereits im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert einen erheblichen Ausbau der Bildungsinfrastruktur erforderlich machte.

Neben Schulen gibt es Sportanlagen, Gemeinschaftszentren, Alters- und Pflegeeinrichtungen sowie verschiedene kirchliche und soziale Einrichtungen. Sie verteilen sich auf die drei Quartiere und bilden wichtige Treffpunkte für die Bevölkerung.

Wiedikon als Teil der Stadt Zürich

Wiedikon gehört zu den Stadtteilen, an denen sich die räumliche Entwicklung Zürichs besonders deutlich ablesen lässt. Innerhalb weniger Generationen wandelte sich ein eigenständiges Bauerndorf vor den Toren Zürichs zu einem dicht besiedelten Teil der Grossstadt.

Der historische Kern ist heute nur noch in einzelnen Gebäuden, Strassenverläufen und Ortsnamen erkennbar. Gleichzeitig blieb «Wiedikon» als lokale Identität erhalten. Der Name wird nicht nur administrativ für den Kreis 3 verwendet, sondern ist auch im Alltag, in Vereinsnamen, bei Geschäften, Verkehrshaltestellen und Institutionen fest verankert.

Die Unterschiede zwischen dem urbanen Sihlfeld, dem historischen und geschäftigen Alt-Wiedikon sowie dem grüneren Friesenberg verleihen dem Stadtkreis einen vielfältigen Charakter. Die Nähe zur Innenstadt auf der einen und zum Uetliberg auf der anderen Seite gehört zu seinen besonderen geografischen Merkmalen.

Wappen

Das traditionelle Wappen Wiedikons zeigt einen goldenen Reichsapfel auf blauem Grund. Das genaue Alter des Wappens ist nicht bekannt. Eine Darstellung ist bereits für das 17. Jahrhundert nachgewiesen. Auch nach der Eingemeindung blieb das ehemalige Gemeindewappen als Quartierwappen erhalten und dient bis heute als Symbol Wiedikons.

Literatur

  • Präsidialdepartement der Stadt Zürich, Statistik Stadt Zürich: Quartierspiegel Alt-Wiedikon. Zürich 2026.
  • Präsidialdepartement der Stadt Zürich, Statistik Stadt Zürich: Quartierspiegel Friesenberg. Zürich 2026.
  • Historisches Lexikon der Schweiz: Wiedikon.
  • Bundesamt für Kultur: Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS), Zürich Wiedikon.
  1. 1,0 1,1 Wiedikon, Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), abgerufen am 9. August 2026.
  2. Quartierspiegel Alt-Wiedikon 2026, Statistik Stadt Zürich, abgerufen am 9. August 2026.
  3. Verkauf der Vogtei Wiedikon durch Johannes Schwend den Jüngeren an die Stadt Zürich, 1491, Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen, abgerufen am 9. August 2026.
  4. Aussersihl, Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), abgerufen am 9. August 2026.
  5. Zürich wird zur Grossstadt, Stadt Zürich, abgerufen am 9. August 2026.
  6. Zürich Wiedikon – ISOS-Ortsbildaufnahme, Bundesamt für Kultur, abgerufen am 9. August 2026.
  7. Zürich Wiedikon – ISOS-Ortsbildaufnahme, Bundesamt für Kultur, abgerufen am 9. August 2026.

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