Bahnhof Ringlikon

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Bahnhof Ringlikon
Bahnhof Ringlikon
Name Ringlikon
Typ Bahnhof
Lage Zwischen- und Kreuzungsbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Ortschaft Ringlikon
Gemeinde Uitikon
Bezirk Dietikon
Kanton Zürich
Bahnstrecke Uetlibergbahn
Eigentümer Sihltal Zürich Uetliberg Bahn
Infrastrukturbetreiber Sihltal Zürich Uetliberg Bahn
Personenverkehr Sihltal Zürich Uetliberg Bahn
Abkürzung RILI
IBNR 8503056
Bahnsteiggleise 2
Bahnsteige 2 Seitenperrons
Höhe rund 684 m ü. M.
Eröffnung 1933
Verkehrsverbund Zürcher Verkehrsverbund
Tarifzone 154
Koordinaten 47° 21′ 38″ N, 8° 29′ 0″ O

Der Bahnhof Ringlikon ist ein Bahnhof der Uetlibergbahn in der Gemeinde Uitikon im Kanton Zürich. Er liegt am nordwestlichen Hang des Uetlibergs zwischen den Stationen Uitikon Waldegg und Uetliberg.

Ringlikon wird von der Linie S10 der S-Bahn Zürich bedient. Die von der Sihltal Zürich Uetliberg Bahn (SZU) betriebene Linie verbindet den Bahnhof mit Zürich Hauptbahnhof, den westlichen Stadtquartieren Zürichs, Uitikon Waldegg und dem Uetliberg.[1]

Die Station besitzt zwei Gleise mit zwei Seitenperrons. Der zweigleisige Abschnitt dient zugleich als Kreuzungsstelle auf der sonst überwiegend eingleisigen Bergstrecke. Ringlikon ist die letzte Kreuzungsmöglichkeit vor der Endstation Uetliberg und besitzt deshalb neben der Erschliessung des Ortsteils auch betriebliche Bedeutung.

Die Haltestelle wurde 1933 eröffnet. Sie gehört damit nicht zu den ursprünglichen Stationen der bereits 1875 eröffneten Uetlibergbahn, sondern entstand während des Ausbaus der Bahn vom vorwiegend touristischen Verkehrsmittel zu einer regelmässig genutzten Vorortsbahn.[2]

Lage

Der Bahnhof befindet sich auf rund 684 Metern über Meer in einer Waldlichtung an der Nordwestflanke des Uetlibergs. Er liegt oberhalb der gleichnamigen Ortschaft Ringlikon, die zur politischen Gemeinde Uitikon gehört.

Das Siedlungsgebiet befindet sich ungefähr 700 Meter westlich und rund 50 Höhenmeter unterhalb der Bahnstation. Ein Fussweg verbindet das Dorf mit den Perrons. Die Lage des Bahnhofs ist deshalb weniger zentral als jene der tiefer gelegenen Station Uitikon Waldegg.

Die Gleise verlaufen im Bahnhofbereich ungefähr von Nordwesten nach Südosten. In Richtung Zürich fällt die Strecke über Uitikon Waldegg, Zürich Triemli und die westlichen Stadtquartiere zum Sihltal ab. In der Gegenrichtung steigt sie durch den Wald zur Endstation Uetliberg an.

Der Bahnhof liegt nahe der Gemeindegrenze zwischen Uitikon und der Stadt Zürich. Die nähere Umgebung gehört zum weitläufigen Wald- und Erholungsgebiet des Uetlibergs. Strassen für den allgemeinen motorisierten Verkehr führen nicht direkt zur Station.

Ringlikon ist Ausgangspunkt verschiedener Spazier- und Wanderwege. Wege führen unter anderem zum Uetliberg, zum Hohenstein, nach Albisrieden, Uitikon Waldegg und in das Reppischtal.

Geschichte

Eröffnung der Uetlibergbahn

Die Uetlibergbahn wurde von der 1872 gegründeten Uetlibergbahn-Gesellschaft gebaut. Ursprünglich war eine Zahnradbahn vorgesehen, letztlich entschied sich die Gesellschaft jedoch für eine normalspurige Adhäsionsbahn.

Die Strecke führte vom damaligen oberirdischen Bahnhof Zürich Selnau über den Friesenberg, das Triemli und die Waldegg bis in die Nähe des Uetliberggipfels. Wegen Steigungen von bis zu 79 Promille gehörte sie zu den steilsten ohne Zahnrad betriebenen Normalspurbahnen Europas.

Am 10. Mai 1875 fand die Eröffnungsfeier statt. Der fahrplanmässige Betrieb begann am 12. Mai 1875.[3]

Zu Beginn verkehrten kleine Dampflokomotiven mit kurzen Personenzügen. Die Bahn diente fast ausschliesslich dem Ausflugsverkehr auf den Zürcher Hausberg. Zwischenstationen spielten zunächst nur eine geringe Rolle.

Finanzielle Schwierigkeiten

Die Einnahmen der frühen Uetlibergbahn waren stark vom Wetter und vom saisonalen Ausflugsverkehr abhängig. An regnerischen Tagen oder während wirtschaftlich schwieriger Zeiten blieben viele Fahrgäste aus.

Der Erste Weltkrieg führte zu starken Einschränkungen. Im Jahr 1920 stellte die ursprüngliche Uetlibergbahn-Gesellschaft den Personenverkehr ein und wurde anschliessend liquidiert.

1922 übernahm die neu gegründete Bahngesellschaft Zürich–Uetliberg die Strecke. Bereits im folgenden Jahr nahm sie den elektrischen Betrieb auf.[4]

Elektrifizierung

Die Uetlibergbahn wurde 1923 mit 1200 Volt Gleichstrom elektrifiziert. Die Fahrleitung war seitlich gegenüber der Gleisachse angeordnet.

Diese besondere Anordnung ermöglichte es, dass die mit Wechselstrom betriebene Sihltalbahn und die Gleichstromfahrzeuge der Uetlibergbahn gemeinsame Gleisabschnitte benutzen konnten. Beide Systeme verfügten über unterschiedlich positionierte Stromabnehmer und Fahrdrähte.

Mit der Elektrifizierung wurde ein regelmässigerer Fahrplan eingeführt. Die elektrischen Motorwagen waren für einen häufigeren und wirtschaftlicheren Betrieb besser geeignet als die Dampflokomotiven.

Eröffnung der Station Ringlikon

Die Station Ringlikon wurde 1933 zusammen mit weiteren neuen Haltestellen eröffnet. Gleichzeitig entstanden beziehungsweise entwickelten sich die Stationen Friesenberg und Schweighof.

Mit den neuen Halten wollte die Bahngesellschaft nicht nur Ausflügler, sondern verstärkt auch die Bewohnerinnen und Bewohner der entlang der Strecke gelegenen Gebiete erreichen. Die Uetlibergbahn entwickelte sich damit schrittweise zu einer Vorortsbahn für den Berufs-, Schul- und Einkaufsverkehr.[2]

Ringlikon lag jedoch deutlich oberhalb des eigentlichen Dorfes. Der Standort wurde durch die Linienführung der Bahn und die topografischen Verhältnisse bestimmt.

Die Station erhielt eine Kreuzungsanlage mit zwei Gleisen. Zugkreuzungen waren für die Einführung dichterer Fahrpläne auf der eingleisigen Bergstrecke von grosser Bedeutung.

Ausbau des Bahnbetriebs

In den folgenden Jahrzehnten wurde die Stromversorgung der Uetlibergbahn verstärkt. In Ringlikon entstand eine zusätzliche Gleichrichterstation, die der Versorgung der Fahrleitung mit Gleichstrom diente.[2]

In den 1960er Jahren wurde im Berghof eine weitere Kreuzungsstelle eingerichtet. Damit konnten die Zugfolgen verdichtet und ein 30-Minuten-Takt während der Hauptverkehrszeiten und an stark frequentierten Ausflugstagen angeboten werden.

Seit 1932 standen die Uetlibergbahn und die Sihltalbahn unter gemeinsamer Betriebsführung. Im Jahr 1973 fusionierten die beiden Unternehmen zur Sihltal Zürich Uetliberg Bahn.

Mit der Fusion wurde die Uetlibergbahn stärker in den regionalen öffentlichen Verkehr eingebunden. Auf dem Abschnitt zwischen Zürich und Ringlikon erhielt sie den Status einer Bahn des allgemeinen Verkehrs.

Eingliederung in die S-Bahn Zürich

Am 27. Mai 1990 wurde die Zürcher S-Bahn eröffnet. Gleichzeitig nahm der Zürcher Verkehrsverbund seine Tätigkeit auf.

Die Züge der Uetlibergbahn erhielten die Linienbezeichnung S10. Die Strecke wurde vom bisherigen Endbahnhof Zürich Selnau durch einen Tunnel bis zum unterirdischen Bahnhofteil der SZU im Zürcher Hauptbahnhof verlängert.[4]

Dadurch entstanden direkte Verbindungen von Ringlikon in das Zentrum Zürichs. Die Reisezeit verkürzte sich, und das Umsteigen auf den Fernverkehr sowie andere S-Bahn-, Tram- und Buslinien wurde erleichtert.

Umstellung auf Wechselstrom

Die besondere Gleichstromversorgung der Uetlibergbahn verursachte einen erhöhten technischen Aufwand. Fahrzeuge und Infrastruktur unterschieden sich von der mit Wechselstrom betriebenen Sihltalbahn und vom übrigen Schweizer Normalspurnetz.

Im Sommer 2022 stellte die SZU die gesamte Uetlibergbahn auf das schweizerische Bahnstromsystem von 15 Kilovolt und 16,7 Hertz Wechselstrom um.[5]

Die Umstellung vereinheitlichte die technische Infrastruktur von S4 und S10. Sie ermöglicht eine flexiblere Nutzung der Gleise und vereinfacht den Unterhalt der Fahrleitungsanlagen.

Auch die Fahrleitung im Bahnhof Ringlikon wurde an das neue Stromsystem angepasst. Die frühere Gleichrichteranlage verlor damit ihre ursprüngliche Funktion.

Bahnhofanlage

Der Bahnhof besitzt zwei normalspurige, elektrifizierte Durchgangsgleise. An beiden Gleisen befindet sich jeweils ein Seitenperron.

Ein klassisches Aufnahmegebäude besteht nicht. Den Reisenden stehen Wetterschutz, Sitzgelegenheiten, Beleuchtung, Fahrgastinformationen und Einrichtungen für den selbstständigen Billettkauf zur Verfügung.

Die Perrons sind über Wege und einen Bahnübergang mit der Umgebung verbunden. Wegen der Hanglage unterscheiden sich die Zugänge auf den beiden Seiten der Anlage.

Die Gleise bilden eine Ausweichstelle. Züge in Richtung Zürich und Uetliberg können sich in Ringlikon begegnen. Ausserhalb des Bahnhofbereichs ist die Strecke bis zur Endstation Uetliberg eingleisig.

Die Kreuzungsmöglichkeit ist besonders bei dichten Fahrplänen und an stark frequentierten Ausflugstagen wichtig. Sie trägt ausserdem zur Stabilisierung des Betriebs bei, wenn einzelne Züge verspätet sind.

Bahnverkehr

Ringlikon wird ausschliesslich von der Linie S10 bedient.

Linie Verlauf Betreiber Angebot
S10 Zürich HBZürich SelnauZürich BinzZürich FriesenbergZürich SchweighofZürich TriemliUitikon Waldegg – Ringlikon – Uetliberg Sihltal Zürich Uetliberg Bahn je nach Wochentag und Tageszeit alle 10, 20 oder 30 Minuten

Im Fahrplanjahr 2026 verkehren die Züge je nach Tageszeit in unterschiedlichen Intervallen. Während stark nachgefragter Zeiten wird ein dichterer Takt angeboten. Abends besteht gewöhnlich ein 30-Minuten-Takt.[1]

Die Fahrt von Ringlikon zur Endstation Uetliberg dauert ungefähr fünf Minuten. Zürich Triemli wird in rund zehn Minuten, Zürich Selnau in ungefähr 20 Minuten und der Zürcher Hauptbahnhof in etwa 25 Minuten erreicht.

Ein Teil der zusätzlichen S10-Züge endet bereits in Zürich Triemli. Sämtliche bis Uetliberg verkehrenden Züge halten in Ringlikon.

Rollmaterial

Auf der S10 verkehren elektrische Triebzüge der Sihltal Zürich Uetliberg Bahn. Die Fahrzeuge sind für die starken Steigungen der Uetlibergbahn ausgelegt.

Für die Umstellung auf Wechselstrom beschaffte die SZU moderne Triebzüge, die sowohl auf der Uetlibergbahn als auch auf der Sihltalbahn eingesetzt werden können. Die Vereinheitlichung erleichtert die Fahrzeugplanung und den Unterhalt.

Die Züge besitzen Niederflurbereiche, Mehrzweckabteile, Fahrgastinformationsanlagen und Klimatisierung. Je nach Nachfrage können mehrere Einheiten miteinander gekuppelt werden.

Tarif

Der Bahnhof gehört zum Zürcher Verkehrsverbund und liegt in der Tarifzone 154.

Ein innerhalb der erforderlichen Zonen gültiger ZVV-Fahrausweis berechtigt während seiner zeitlichen Gültigkeit zur Benutzung sämtlicher öffentlicher Verkehrsmittel in den gelösten Zonen.

Für Fahrten von Ringlikon in die Stadt Zürich müssen die Zonen 154 und 110 gelöst werden. Die Stadtzone 110 wird bei der Preisberechnung als zwei Tarifzonen gezählt.

Bedeutung für den Freizeitverkehr

Ringlikon ist ein wichtiger Ausgangspunkt für Wanderungen und Spaziergänge am Uetliberg. Die Station ermöglicht es, den steileren oder längeren Aufstieg von Zürich und Uitikon abzukürzen.

Von Ringlikon führen Wege in Richtung Uetliberggipfel, Hohenstein, Albisrieden, Uitikon und Waldegg. Die Umgebung gehört zu den bedeutendsten Naherholungsgebieten der Agglomeration Zürich.

Im Winter befindet sich bei der Station ein vergleichsweise übersichtlicher Schlittelhang, der besonders von Familien mit kleineren Kindern genutzt wird. Der längere Schlittelweg vom Uetliberg nach Zürich Triemli führt ebenfalls durch das Gebiet oberhalb von Ringlikon.[6]

In der Nähe liegen Waldspielplätze und Feuerstellen. An Wochenenden und bei schönem Wetter kann die Zahl der ein- und aussteigenden Fahrgäste deshalb deutlich höher sein als an gewöhnlichen Werktagen.

Bedeutung für Ringlikon und Uitikon

Für die Ortschaft Ringlikon bietet der Bahnhof eine direkte Verbindung nach Zürich und auf den Uetliberg. Wegen der Entfernung zum Dorfzentrum ist die Station jedoch vor allem für die höher gelegenen Wohngebiete und den Freizeitverkehr günstig gelegen.

Die Gemeinde Uitikon wird ausser durch Ringlikon auch durch den Bahnhof Uitikon Waldegg erschlossen. Ergänzend verkehren Bus- und Postautolinien in Richtung Schlieren, Zürich Triemli, Birmensdorf und die umliegenden Gemeinden.[7]

Die Bahn trug dazu bei, die früher ländlich geprägte Gemeinde eng mit dem Zürcher Stadtgebiet zu verbinden. Ringlikon entwickelte sich im Verlauf des 20. Jahrhunderts zunehmend zu einem Wohnort für Pendlerinnen und Pendler.

Siehe auch

Literatur

  • Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz und Bahnprofil Schweiz CH+. AS Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-909111-74-9.
  • Hans Waldburger: Die Uetlibergbahn. Geschichte einer Zürcher Bergbahn. Zürich.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Linienfahrplan S10 Zürich HB–Uetliberg, Zürcher Verkehrsverbund, Fahrplanjahr 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 Geschichte der Uetlibergbahn, Uetlibergverein, abgerufen am 4. August 2026.
  3. 150 Jahre Uetlibergbahn, Sihltal Zürich Uetliberg Bahn, abgerufen am 4. August 2026.
  4. 4,0 4,1 Die Geschichte der SZU, Sihltal Zürich Uetliberg Bahn, abgerufen am 4. August 2026.
  5. Sihltalbahn und Uetlibergbahn, Sihltal Zürich Uetliberg Bahn, abgerufen am 4. August 2026.
  6. Uetliberg und Schlittelangebot, Schweiz Tourismus, abgerufen am 4. August 2026.
  7. Öffentlicher Verkehr in Uitikon, Gemeinde Uitikon, abgerufen am 4. August 2026.

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