Bahnhof Winterthur Oberwinterthur
| Bahnhof Winterthur Oberwinterthur | |
|---|---|
| Offizielle Bezeichnung | Oberwinterthur |
| Bahnhofstyp | Trennungsbahnhof |
| Bauform | Durchgangsbahnhof |
| Stadt | Winterthur |
| Stadtkreis | Oberwinterthur |
| Kanton | Zürich |
| Eröffnung | 17. Juli 1875 |
| Heutiges Aufnahmegebäude | 1918 |
| Eigentümerin | Schweizerische Bundesbahnen |
| Infrastrukturbetreiberin | Schweizerische Bundesbahnen |
| Abkürzung | OWT |
| IBNR | 8506016 |
| Perrongleise | 3 |
| Perrons | 1 Seiten- und 1 Mittelperron |
| Strecken | Thurtallinie und Winterthur–Etzwilen |
| S-Bahn-Linien | S11, S24, S29 und S30 |
| Buslinien | 1, 5, 10, 610 und 680 |
| Tarifverbund | Zürcher Verkehrsverbund |
| Höhe | 457 m ü. M. |
| Adresse | Frauenfelderstrasse 25, 8404 Winterthur |
| Website | sbb.ch |
Der Bahnhof Winterthur Oberwinterthur, offiziell und betrieblich Oberwinterthur genannt, ist ein Bahnhof der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) im gleichnamigen Stadtkreis der Stadt Winterthur. Er liegt östlich des Stadtzentrums an der Verzweigung der Thurtallinie in Richtung Frauenfeld und Weinfelden sowie der Bahnstrecke Winterthur–Etzwilen in Richtung Seuzach und Stein am Rhein.
Der Bahnhof wird von den Linien S11, S24, S29 und S30 der S-Bahn Zürich bedient. Er ist zugleich ein wichtiger Umsteigepunkt zu den Stadt- und Regionalbussen. Nach dem Bahnhof Winterthur und dem Bahnhof Winterthur Grüze gilt Oberwinterthur als drittwichtigster Bahnhof der Stadt.[1]
Das heutige Aufnahmegebäude wurde 1918 in neubarocken Formen errichtet. Es ist im Inventar der Denkmalschutzobjekte von überkommunaler Bedeutung des Kantons Zürich aufgeführt.[2]
Lage
Der Bahnhof liegt auf rund 457 Metern über Meer zwischen dem historischen Zentrum von Oberwinterthur und dem Entwicklungsgebiet Neuhegi. Das Aufnahmegebäude befindet sich an der Frauenfelderstrasse auf der nordwestlichen Seite der Gleisanlagen.
Auf der gegenüberliegenden Seite liegen das Quartier Hegifeld, Wohn- und Gewerbegebiete sowie die Verbindung zum Eulachpark und nach Neuhegi. Zwei Personenunterführungen verbinden die beiden Seiten des Bahnhofs und erschliessen die Perrons.
In der näheren Umgebung befinden sich:
- der historische Dorfkern von Oberwinterthur,
- die Kirche St. Arbogast,
- das Einkaufs- und Veranstaltungszentrum Römertor,
- das Schulhaus Hegifeld,
- Wohnquartiere von Oberwinterthur und Hegi,
- der Eulachpark,
- das Technorama,
- Gewerbe- und Industriegebiete,
- die SBB-Unterhaltsanlage Hegmatten.
Die Frauenfelderstrasse ist eine wichtige städtische Verkehrsachse. Ihr starkes Verkehrsaufkommen und die ausgedehnten Gleisanlagen erschweren jedoch die räumliche Verbindung zwischen dem alten Dorfkern und den östlich der Bahn gelegenen Quartieren.
Name
Die offizielle Stationsbezeichnung lautet Oberwinterthur. Die Form Bahnhof Winterthur Oberwinterthur wird verwendet, um die Lage innerhalb der Stadt Winterthur deutlicher auszudrücken und die Station von gleichnamigen Ortsbezeichnungen zu unterscheiden.
Oberwinterthur war bis 1922 eine selbstständige politische Gemeinde. Am 1. Januar 1922 wurde sie zusammen mit Töss, Veltheim, Wülflingen und Seen in die Stadt Winterthur eingemeindet.
Der historische Ortsname geht auf das römische Vitudurum zurück. Die römische Siedlung und das spätere Kastell lagen auf dem heutigen Kirchhügel von Oberwinterthur.
Stellung im Bahnnetz
Oberwinterthur ist betrieblich ein Trennungsbahnhof.
Von Winterthur kommend verlaufen die Bahnstrecken zunächst gemeinsam beziehungsweise unmittelbar nebeneinander. Östlich des Bahnhofs teilen sie sich in zwei Richtungen:
- Die Thurtallinie führt über Wiesendangen, Frauenfeld und Weinfelden nach Romanshorn beziehungsweise Konstanz.
- Die Bahnstrecke Winterthur–Etzwilen führt über Wallrüti, Seuzach, Stammheim und Etzwilen nach Stein am Rhein.
Die beiden Strecken dienen dem regionalen Personenverkehr und dem Güterverkehr. Auf der Thurtallinie verkehren zudem Fernverkehrszüge zwischen Winterthur, Frauenfeld, Weinfelden, Konstanz und Romanshorn. Diese durchfahren Oberwinterthur in der Regel ohne Halt.
Geschichte
Bodenseebahn von 1855
Am 16. Mai 1855 eröffnete die Schweizerische Nordostbahn die Bahnstrecke von Winterthur über Frauenfeld und Weinfelden nach Romanshorn.
Die Linie führte bereits durch das Gebiet der damals selbstständigen Gemeinde Oberwinterthur. Eine Station wurde dort jedoch zunächst nicht eingerichtet. Die Züge verkehrten ohne Halt zwischen Winterthur und Wiesendangen.[3]
Oberwinterthur war zu dieser Zeit noch stark landwirtschaftlich geprägt. Der historische Siedlungskern lag auf und um den Kirchhügel, während das Gebiet der späteren Bahnstation weitgehend unbebaut war.
Schweizerische Nationalbahn
In den 1870er-Jahren plante die Schweizerische Nationalbahn (SNB) ein von den bestehenden Privatbahngesellschaften unabhängiges Eisenbahnnetz. Winterthur sollte zum Mittelpunkt von Verbindungen in Richtung Baden, Zofingen, Singen und Konstanz werden.
Am 17. Juli 1875 eröffnete die Nationalbahn die Strecke von Winterthur über Oberwinterthur und Etzwilen nach Konstanz beziehungsweise Singen.[3]
Mit dieser neuen Linie erhielt Oberwinterthur erstmals einen Bahnhof. Der erste Stationsbau wurde nach einem Entwurf des Architekten Conrad Bär errichtet.[2]
Das einfache Gebäude enthielt:
- einen Billettschalter,
- Diensträume,
- einen Wartsaal,
- eine Wohnung für Bahnpersonal,
- einen angebauten Güterschuppen.
Die Strecke der Nationalbahn verlief zwischen Winterthur und Oberwinterthur parallel zur älteren Nordostbahnlinie. Obwohl zwei Gleise nebeneinanderlagen, wurden sie zunächst als zwei voneinander unabhängige eingleisige Bahnstrecken betrieben.
Konkurs der Nationalbahn
Die ehrgeizigen Pläne der Schweizerischen Nationalbahn scheiterten bereits wenige Jahre nach der Eröffnung. Das Unternehmen war hoch verschuldet und musste 1878 liquidiert werden.
Die Nordostbahn übernahm einen grossen Teil der Strecken aus der Konkursmasse. Damit befanden sich sowohl die Thurtallinie als auch die Verbindung nach Etzwilen unter derselben betrieblichen Leitung.
Trotzdem blieben die beiden Gleise zwischen Winterthur und Oberwinterthur zunächst betrieblich getrennt. Erst 1903, nach dem Übergang an die SBB, wurden sie zu einer regulären Doppelspurstrecke zusammengefasst.
Entwicklung zum Industriestandort
Die Eisenbahn machte die Umgebung des Bahnhofs für Industrie- und Gewerbebetriebe attraktiv. Die damals noch unbebauten Flächen boten genügend Platz und konnten durch Anschlussgleise erschlossen werden.
Zu den Unternehmen, die sich im frühen 20. Jahrhundert beim Bahnhof ansiedelten, gehörten:
- das Fouragegeschäft Gebendinger & Hoerni,
- das Hobelwerk Kälin & Co.,
- Kohle- und Heizölhändler,
- Holz- und Baustoffbetriebe,
- Lager- und Transportunternehmen.
Weiter westlich besass die Maschinenfabrik Sulzer eigene Rangier- und Anschlussgleise.
Der Bahnhof lag bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts vorwiegend in einem Gewerbe- und Industriegebiet. Erst das spätere Wachstum Winterthurs führte dazu, dass Wohnquartiere immer näher an die Bahnlinie heranrückten.[2]
Übergang an die SBB
1902 wurden die Schweizerische Nordostbahn und ihre Strecken verstaatlicht. Der Bahnhof Oberwinterthur ging an die neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen über.
Die SBB vereinheitlichten den Betrieb und modernisierten die Gleis-, Signal- und Sicherungsanlagen. Der Personen- und Güterverkehr nahm mit der Entwicklung der Industrie und dem Wachstum der umliegenden Siedlungen zu.
Neues Aufnahmegebäude
1914 begannen die Planungen für ein repräsentativeres Aufnahmegebäude. Der Erste Weltkrieg verzögerte die Ausführung, sodass der Neubau erst 1918 fertiggestellt wurde.[2]
Das zweigeschossige Gebäude besitzt ein symmetrisches Erscheinungsbild und ein markantes Walmdach. Muschelkalk und Muschelsandstein wurden für verschiedene Fassadenteile verwendet.
Im Erdgeschoss befanden sich ursprünglich:
- eine Schalterhalle,
- der Wartsaal der zweiten Klasse,
- Diensträume,
- betriebliche Nebenräume.
Ein seitlicher, eingeschossiger Terrassenanbau enthielt den Wartsaal der dritten Klasse. Im Obergeschoss lag eine Vierzimmerwohnung für Bahnpersonal.
Das Gebäude verbindet neubarocke Formen mit neoklassizistischen Gestaltungselementen und wird dem in Winterthur verbreiteten rittmeyerschen Architekturstil zugerechnet.
1957 und 1958 wurde der Bahnhof um einen eingeschossigen Anbau erweitert.
Elektrifizierung
Die Bahnstrecke zwischen Winterthur und Oberwinterthur wurde im Mai 1928 elektrifiziert. Sie erhielt das schweizerische Bahnstromsystem von 15 Kilovolt und 16,7 Hertz Wechselstrom.
Die Fortsetzung nach Etzwilen wurde 1946 elektrifiziert. Damit verschwanden die regulären dampfbetriebenen Personenzüge auch auf der Strecke durch das Zürcher Weinland.
Die Elektrifizierung ermöglichte:
- kürzere Fahrzeiten,
- bessere Beschleunigung,
- höhere Zuglasten,
- einen wirtschaftlicheren Betrieb,
- weniger Rauch und Russ im Bahnhofbereich.
Strassenbahn und Trolleybus
Von 1931 bis 1951 war der Bahnhof Oberwinterthur Endpunkt einer Linie der Strassenbahn Winterthur.
Die Strassenbahn verband Oberwinterthur mit dem Hauptbahnhof und den westlichen Stadtteilen. Am 6. Oktober 1951 wurde der Strassenbahnbetrieb durch die Trolleybuslinie 1 ersetzt.
Die Linie 1 verkehrt weiterhin zwischen Oberwinterthur, dem Hauptbahnhof und Töss. Ihre Endhaltestelle liegt östlich des eigentlichen Bahnhofs beim Zentrum Oberwinterthur.
Der Bahnhof blieb über weitere Buslinien mit dem Hauptbahnhof, dem Technorama und den umliegenden Quartieren verbunden.
Umbau zur S-Bahnstation
Im Zusammenhang mit der Einführung der Zürcher S-Bahn wurde der Bahnhof zwischen 1989 und 1991 umfassend umgebaut.
Die SBB entfernten das frühere Gleis 4 und bauten zwischen den Gleisen 3 und 5 ein rund 320 Meter langes Mittelperron. Dieses erhielt eine für die Zeit typische Überdachung aus Stahl- und Kunststoffelementen.[2]
Zu den weiteren Arbeiten gehörten:
- zwei neue Personenunterführungen,
- neue Perronzugänge,
- zusätzliche Veloabstellplätze,
- modernisierte Fahrleitungen,
- neue Fahrgastinformationen,
- Anpassungen der Gleis- und Sicherungsanlagen.
Der erneuerte Bahnhof wurde 1990 gleichzeitig mit der Zürcher S-Bahn und der neuen SBB-Unterhaltsanlage Hegmatten eröffnet.
SBB-Unterhaltsanlage Hegmatten
Nordöstlich des Bahnhofs befindet sich die SBB-Serviceanlage Oberwinterthur in Hegmatten.
Sie wurde 1990 zur Wartung und Reinigung von Fahrzeugen der Zürcher S-Bahn eröffnet. In der Anlage werden unter anderem Doppelstockzüge, FLIRT- und GTW-Triebzüge kontrolliert, gereinigt und instand gehalten.
Nach Angaben des Winterthur Glossars werden dort rund 90 Prozent der Fahrzeuge der Zürcher S-Bahn gewartet. Rund 150 Mitarbeitende sind im Schichtbetrieb tätig.[4]
Die Zufahrtsgleise der Anlage zweigen im Bereich des Bahnhofs Oberwinterthur von der Thurtallinie ab. Die Unterhaltsanlage hat keine Perrons für den öffentlichen Personenverkehr.
Güterverkehr
Der Bahnhof besass während vieler Jahrzehnte eine grosse Bedeutung für den örtlichen Güterverkehr.
Industrie- und Gewerbebetriebe erhielten Kohle, Holz, Getreide, Futtermittel, Baustoffe und andere Waren über Anschlussgleise. Fertigprodukte konnten auf der Schiene weitertransportiert werden.
Mit der Verlagerung kleinerer Transporte auf die Strasse nahm der örtliche Güterumschlag in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ab. Zahlreiche Lade- und Anschlussgleise wurden entfernt oder ausser Betrieb genommen.
Der historische Güterschuppen blieb zunächst erhalten. 2010 wurde er abgebrochen und durch einen pavillonartigen Ladenbau ersetzt. Darin befand sich zuerst ein Migrolino-Geschäft; seit 2021 wird der Bau durch einen Avec-Shop genutzt.[2]
Güterzüge durchfahren den Bahnhof weiterhin auf den Strecken in Richtung Thurgau und Zürcher Weinland.
Aufgabe des Billettschalters
Oberwinterthur war lange der letzte Winterthurer Quartierbahnhof mit einem bedienten SBB-Schalter.
Am 1. Juli 2022 stellten die SBB den Schalterbetrieb ein. Als Gründe wurden die stark gesunkene Nachfrage nach persönlichem Billettverkauf und die zunehmende Nutzung digitaler Verkaufskanäle genannt.[2]
Der Bahnhof wird seither als Selbstbedienungsstation geführt. Billette können an Automaten, über mobile Anwendungen, im Internet oder an einem bedienten Reisezentrum gekauft werden.
Bahnhofsanlage
Der Bahnhof besitzt drei Perrongleise.
Beim Aufnahmegebäude liegt ein Seitenperron. Zwei weitere Gleise werden von einem langen Mittelperron erschlossen. Die Perrons sind über zwei Personenunterführungen zugänglich.
Zur Ausstattung gehören:
- gedeckte Wartebereiche,
- elektronische Abfahrtsanzeigen,
- Lautsprecheranlagen,
- Billettautomaten,
- öffentliche Toiletten,
- ein Avec-Shop,
- ein Bancomat,
- Veloabstellplätze,
- eine P+Rail-Anlage,
- Carsharing-Angebote.
Ein bedientes Reisezentrum und Schliessfächer bestehen nicht.
Nach Angaben der SBB verfügt der Bahnhof über 178 gedeckte Veloabstellplätze. Die P+Rail-Anlage umfasst 88 reguläre Parkplätze und einen Behindertenparkplatz.[5]
Bahnverkehr
Im Jahresfahrplan 2026 wird Oberwinterthur von den Linien S11, S24, S29 und S30 der Zürcher S-Bahn bedient.[6]
S11
Einzelne Züge der S11 bedienen Oberwinterthur vor allem während der Hauptverkehrszeiten.
Die Linie verbindet den Raum Aarau und Lenzburg über Dietikon, Zürich Hauptbahnhof und Winterthur mit Seuzach beziehungsweise dem Tösstal.[7]
Auf dem über Oberwinterthur führenden Ast verkehren die Züge über:
- Winterthur Wallrüti,
- Reutlingen,
- Seuzach.
S24
Die S24 verbindet Oberwinterthur mit Winterthur, dem Flughafen Zürich, Zürich Oerlikon und Zürich Hauptbahnhof.
Südwestlich von Zürich führt sie über Thalwil und Horgen Oberdorf nach Baar und Zug. In der Gegenrichtung verkehren die Züge ab Winterthur abwechselnd über Frauenfeld und Weinfelden beziehungsweise über Andelfingen und Schaffhausen nach Thayngen.[8]
Wichtige direkte Ziele sind:
- Winterthur,
- Zürich Flughafen,
- Zürich Oerlikon,
- Zürich Hauptbahnhof,
- Thalwil,
- Zug,
- Frauenfeld,
- Weinfelden,
- Andelfingen,
- Schaffhausen.
S29
Die von Thurbo betriebene S29 verkehrt von Winterthur über Oberwinterthur, Wallrüti, Seuzach, Stammheim und Etzwilen nach Stein am Rhein.[9]
Sie erschliesst das nördliche Winterthurer Stadtgebiet und die Gemeinden des Zürcher Weinlands.
S30
Die ebenfalls von Thurbo betriebene S30 verbindet Winterthur über Oberwinterthur, Wiesendangen, Rickenbach-Attikon und Frauenfeld mit Weinfelden.[10]
Sie übernimmt den regionalen Personenverkehr auf der Thurtallinie und hält an den kleineren Stationen zwischen Winterthur und Weinfelden.
Busverkehr
Der Bahnhof wird durch mehrere Stadt- und Regionalbuslinien erschlossen.[6]
An der Haltestelle Winterthur, Bahnhof Oberwinterthur verkehren:
| Linie | Verbindung |
|---|---|
| 1 | Oberwinterthur–Hauptbahnhof–Töss |
| 5 | Technorama–Hauptbahnhof–Dättnau |
| 10 | Bahnhof Oberwinterthur–Rychenberg–Hauptbahnhof |
| 610 | Rundkurs Bahnhof Oberwinterthur–Wiesendangen |
Auf der südöstlichen Seite der Gleise liegt die Haltestelle Winterthur, Hegifeld. Dort verkehrt die Regionalbuslinie 680 zwischen Winterthur Hauptbahnhof und Elgg über Elsau und Schlatt.
Die Nachtlinien N1 und N67 stellen in den Nächten vor Samstagen und allgemeinen Feiertagen zusätzliche Verbindungen innerhalb Winterthurs und in die umliegenden Gemeinden her.
Bedeutung für Oberwinterthur
Der Bahnhof erschliesst ein grosses und wachsendes Stadtgebiet. Sein Einzugsbereich umfasst den historischen Ortsteil Oberwinterthur, Hegi, Neuhegi und Teile von Zinzikon.
Er dient insbesondere:
- dem täglichen Pendlerverkehr,
- dem Schüler- und Ausbildungsverkehr,
- als Zugang zum Technorama,
- als Umsteigepunkt zwischen Bahn und Bus,
- der Erschliessung von Arbeitsplätzen in Neuhegi,
- als Zugang zum Eulachpark,
- dem regionalen Verkehr ins Zürcher Weinland und in den Thurgau.
Die Fahrt zum Hauptbahnhof Winterthur dauert nur wenige Minuten. Dort bestehen Anschlüsse an den nationalen Fernverkehr und zahlreiche weitere S-Bahn-Linien.
Masterplan Bahnhof Oberwinterthur
Die Stadt Winterthur und die SBB haben einen gemeinsamen Masterplan für die langfristige Entwicklung des Bahnhofs erarbeitet.
Das Umfeld gilt als einer von sechs Schwerpunkträumen der räumlichen Entwicklungsperspektive Winterthur 2040. Im Rahmen des Bahnausbauschritts 2035 planen die SBB einen Umbau und eine Aufwertung der Station.[1]
Die langfristige Entwicklungsperspektive sieht insbesondere vor:
- zwei Bahnhofplätze auf beiden Seiten der Gleise,
- eine neue und attraktivere Gleisquerung,
- bessere Verbindungen zwischen dem historischen Zentrum und Neuhegi,
- Bushaltestellen auf beiden Seiten der Bahn,
- zusätzliche Bäume und Grünflächen,
- die Aufwertung und teilweise Freilegung des Riedbachs,
- entsiegelte Flächen,
- verbesserte Fuss- und Velowege,
- eine städtebauliche Entwicklung des Bahnhofumfelds.
Die neue Querung soll südlich der bestehenden Unterführung liegen und den Eulachpark mit dem historischen Zentrum von Oberwinterthur verbinden.
Das Aufnahmegebäude von 1918 soll erhalten bleiben und in die Neugestaltung eingebunden werden. Der Masterplan ist noch kein konkretes Bauprojekt, sondern dient als langfristige Grundlage für die Koordination zwischen Stadt und SBB.
Denkmalschutz
Das Aufnahmegebäude ist im Inventar der Denkmalschutzobjekte von überkommunaler Bedeutung des Kantons Zürich verzeichnet.
Seine Bedeutung ergibt sich aus:
- der Geschichte der Schweizerischen Nationalbahn und der SBB,
- seiner Funktion innerhalb der Winterthurer Industrieentwicklung,
- der neubarocken und neoklassizistischen Gestaltung,
- dem weitgehend erhaltenen Hauptbau von 1918,
- seiner Stellung als räumlicher Bezugspunkt des Bahnhofquartiers.
Spätere Anbauten veränderten das ursprüngliche Erscheinungsbild teilweise. Der zentrale zweigeschossige Baukörper mit Walmdach blieb jedoch klar erkennbar.
Freizeitverkehr
Der Bahnhof ist Ausgangspunkt für Spaziergänge und Velotouren in Oberwinterthur und der Umgebung.
Zu den nahe gelegenen Zielen gehören:
- der Eulachpark,
- das Technorama,
- das römische Vitudurum,
- die Kirche St. Arbogast,
- der Hegiberg,
- der Lindberg,
- das Schloss Hegi,
- die Landschaft zwischen Winterthur und Wiesendangen.
Das Technorama ist vom Bahnhof mit der Buslinie 5 oder zu Fuss erreichbar. Zum historischen Kirchhügel von Oberwinterthur führt ein kurzer Weg über die Frauenfelderstrasse.
Literatur
- Hans-Peter Bärtschi, Adrian Ramsauer, Jürg Hauswirth: Die Bodenseebahn 1855–2005. Romanshorn–Winterthur–Zürich. Minirex, Luzern 2005, ISBN 3-907014-18-9.
- Hans-Peter Bärtschi: Winterthur. Industriestadt im Umbruch. Winterthur.
- Schweizerische Bundesbahnen: Zürcher S-Bahn – Ausbau Bahnhof Oberwinterthur und Serviceanlage Hegmatten. Zürich 1990.
- Stadt Winterthur und Schweizerische Bundesbahnen: Schlussbericht Masterplan Bahnhof Oberwinterthur. Winterthur.
- Winterthurer Bibliotheken: Bahnhof Oberwinterthur. In: Winterthur Glossar.
Weblinks
- Bahnhof Oberwinterthur auf der Website der SBB
- Fahrpläne des Zürcher Verkehrsverbunds
- Bahnhof Oberwinterthur im Winterthur Glossar
- Masterplan Bahnhof Oberwinterthur
- SBB-Serviceanlage Hegmatten
- Offizielle Website der Stadt Winterthur
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Stadt Winterthur: Bahnhof Oberwinterthur – Masterplan, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 Winterthur Glossar: Bahnhof Oberwinterthur, Winterthurer Bibliotheken, zuletzt bearbeitet am 5. März 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 3,0 3,1 Schienenverkehr Schweiz: Bahnstrecke Winterthur–Stein am Rhein, Streckenchronik, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Winterthur Glossar: SBB-Serviceanlage Hegmatten, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Schweizerische Bundesbahnen: Bahnhof Oberwinterthur – Ausstattung und Mobilität, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 6,0 6,1 Zürcher Verkehrsverbund: Haltestellen- und Linienfahrpläne Oberwinterthur, gültig vom 14. Dezember 2025 bis 12. Dezember 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Zürcher Verkehrsverbund: Linienfahrplan S11, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Zürcher Verkehrsverbund: Linienfahrplan S24, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Zürcher Verkehrsverbund: Linienfahrplan S29, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Zürcher Verkehrsverbund: Linienfahrplan S30, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
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